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Donnerstag, 22. September 2011

Sheli Yichimovitz gewann Stichwahl

B”H 

Mit 54 % der Stimmen aller Mitglieder der Arbeiterpartei “Avodah” gewann Sheli Yichimovitz den Parteivorsitz. Nachdem es zuvor zu einem Patt zwischen ihr und dem Kandidaten Amir Peretz gekommen war, zog Sheli bei der gestrigen Stichwahl mit der Mehrheit davon und ist damit, nach Golda Me’ir, die zweite Frau an der Spitze der Partei. 

Es wurde Zeit, dass bei der Avodah endlich einmal frischer Wind einkehrt, denn Amir Peretz hätte das Altverstaubte weiterleben lassen.

Dienstag, 13. September 2011

Stichwahl bei der Arbeiterpartei (Avodah)

B"H 

Gestern fanden ja bekanntlich die Primaries bei der Arbeiterpartei statt. Wer wird neuer Parteivorsitzender und somit eventueller Premierministerkandidat bei den kommenden Knessetwahlen ? 


Amir Peretz



Vier Kandidaten standen zur Auswahl und die Parteimitgliederschritten zu den Wahlurnen. Mit nur 12 % der Stimmen unterlag Amram Mitzna haushoch. Gefolgt von Yitzchak Herzog mit 25 % der Stimmen. Die beiden ersten Kandidaten dagegen müssen nochmals zu einer Stichwahl antreten, denn Sheli Yichimovitz erreichte 32 % und ihr Konkurrent Amir Peretz erhielt 31 % der Stimmen. 


Sheli Yichimovitz



Bei Amir Peretz weiss man was kommt, sollte er Parteivorsitzender werden. Mit Sheli Yichimovitz hingegen könnte einmal ein neues Gesicht auftreten und ein frischer Wind wehen. Bleibt Peretz, geht es in der Arbeiterpartei weiter wie gehabt. Nämlich an der modernen Realität vorbei.

Montag, 12. September 2011

Primaries bei der Arbeiterpartei

B”H

Die Welt hat sich innerhalb eines einzigen Jahres völlig gedreht. So jedenfalls sieht es auch die israelische Tageszeitung MAARIV. In Syrien tobt ein Bürgerkrieg, Libyens Ghaddafi ist untergetaucht, in Ägypten wurde die Lage unsicher, wenn nicht undurchschaubar und die Türkei entwickelt sich immer mehr zum Feind.

“Der Spiegel” meint, Israel sehe sich selbst isoliert und zitiert Verteidigungsminister Ehud Barak. Dabei vergisst das linke Nachrichtenmagazin zu erwähnen, dass niemand im Land etwas auf die Meinung von Barak setzt und alle ihn eher heute als morgen loswerden wollen. Offiziell gehört Ehud Barak der Arbeiterpartei an, doch selbst die will ihn am liebsten ins Meer jagen.

Apropos Arbeiterpartei: Heute wählen 66,310 Parteimitglieder einen neuen Vorsitzenden und, lieber SPIEGEL, Ehud Barak ist nicht unter den Kandidaten ! Wer der halb untergegangenen Arbeiterpartei (AVODAH) als Mitglied dennoch die Treue hält, der kann sich heute, u.a., für Amram Mitzna (vor Jahren bei den Knessetwahlen als “zukünftiger” Premier gescheitert) entscheiden. Mitzna jedoch ist blass und langweilig.

Amir Peretz, der schon im letzten Libanonkrieg gescheiterte Ex – Verteidigungsminister, will es wie Mitzna, nochmal wissen.

Sheli Yichimovitz als Frau will frischen Wind in die Untergangspartei bringen.

Kandidat Nummer 4 ist Yitzchak Herzog. 

Damit sind Sheli Yichimovitz und Yitzchak Herzog die Einzigen, welche die marode Partei nochmals umkrempeln könnten, denn mit Peretz und Mitzna besteht Gefahr, dass die Avodah aus der Knesset fällt.

Dienstag, 18. Januar 2011

Ehud Barak und seine politische Irrelevanz


Netanyahu und Ehud Barak pfeiffen auf die Arbeiterpartei. 
Diesen Cartoon entnahm ich der heutigen Tageszeitung "Yediot Acharonot". 
Ehud Barak schiesst
in eine Filiale seiner "Arbeiterpartei".

Photo: Miriam Woelke

B”H

Verteidigungsminister Ehud Barak ist so etwas von irrelevant und unbeliebt, dass sich eigentlich alle weiteren Erklärungen erübrigen. Seine eigene Arbeiterpartei “Avodah” hasst ihn wie die Pest. Für Netanyahu ist Barak in der Koalition leichtes Spiel, denn man werfe Ehud einen finanziellen Köder hin und schon schwärmt er aus. Die Bevölkerung sieht in Ehud Barak ein kleines hinterhältiges arrogantes Etwas (um nicht zu sagen “Arschloch”).

Gestern gab Barak seinen Austritt aus der Arbeiterpartei bekannt und verkündete sogleich die Gründung seiner neuen eigenen Ehud – Partei, die da “Azma’ut – Unabhängigkeit” heissen soll. Hinter dem Rücken seiner Avodah – Parteigenossen, doch mit dem Wissen von Netanyahu, seilte Barak sich ab, bevor ihn die Avodah abschoss. Barak ahnte, dass er als Parteivorsitzender der Arbeiterpartei keine Chance mehr haben wird und seine Abwahl nur noch eine Zeitfrage ist. Flugs machte er sich da selbständig und nahm vier Gesinnungsgenossen mit. Netanyahu fädelte dem Fünfergespann einen Verbleib in der Regierungskoalition ein, doch die auf den Sitzen der Arbeiterpartei verbliebenen Abgeordneten werden frei. Barak mit seinen neuen Azma’ut – Leuten bleibt und die Avodah – Abgeordneten der Koalition (wie Yitzchak Herzog oder Benjamin Ben Eliezer) waren gezwungen, abzudanken. Israels Presse aber bestimmt den eigentlichen Gewinner dieser Aktion: Außenminister Avigdor Liebermann.

Der intrigante Ehud Barak machte Liebermanns Partei unbewusst zum Sieger, denn durch die abgedankten Minister Herzog und Ben Eliezer werden Positionen frei, die nun von “Rechtsparteien” beansprucht werden.

Die Arbeiterpartei im freien Fall ?
Alle sagen JA, denn Zipi Livnis “Kadima” machte die “Avodah” überflüssig. Für mich aber starb die Arbeiterpartei schon vor langer Zeit; nämlich mit dem Mord am damaligen Parteivorsitzenden und Premier Yitzchak Rabin (im November 1995).

Freitag, 7. Januar 2011

Schabbat Schalom

B”H

Heute morgen sah es noch nach einem perfekten Tag aus. Die Sonne lachte strahlend vom Himmel und es war warm. Selbst oben in der sonst so kühlen Bergregion um Zfat im Oberen Galiläa. Als ich ca. 35km südlich daheim in Tiberias aus dem Bus stieg, konnte ich die Jacke ablegen, denn noch viel wärmer. Vor ein paar Tagen hatte mir eine amerikanische Touristin verkündet, dass Tiberias eh das "israelische Florida" sei.
Später bezog sich der Himmel, es schüttete und nun ist alles grau in grau. Es wird ein verregneter Schabbat und damit Zeit, wieder einmal ein gutes Buch zu lesen. 

Die Presse weiss nicht viel Neues. Abu Mazen liess ein paar einsitzende Touristen frei, was mich nicht gross verwundert.


Ein 15 – jähriger Teenie, den die Presse nur “D” nennt, erhängte sich im Badezimmer seines Elternhauses. Offenbar hatten ihn Klassenkameraden auf Facebook in den Tod gemobbt. Der Schüler war für sein Alter recht klein gewachsen und man nannte ihn daher “Desche – Rasen”. Ferner wurde er verkloppt und auf Facebook als “Homo” beschimpft. “Er solle sich lieber gleich umbringen”.

Jetzt wimmelt die Schule ab und weist alle Schuld von sich. Die Mitschüler geben alles nur als “Spass” aus, aber die Polizei ermittelt weiter.
70% der israelischen Schüler besitzen ein Facebook Account und es kommt immer öfter zum Mobbing oder jetzt sogar auch zur Vergewaltigung einer 12 – jährigen, die da via Facebook ein paar obskure Typen kennen lernte und sich mit ihnen traf. 


Vor wenigen Tagen fand im Kibbutz Beit Oren bei Haifa eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Brandkatastrophe auf dem Carmel vor einem knappen Monat statt. Netanyahu war dort, der Knessetvorsitzende Ruven Rivlin, der sephardische Oberrabbiner Shlomo Amar sowie Innenminister Eli Yishai von der sephardischen SHASS – Partei. Nach wenigen Gedenkworten kam es zum Eklat. Der Lebensgefährte der beim Brand umgekommenen Polizeichefin von Haifa Ahuva Tomer, rastete aus. Danny Rosen forderte Netanyahu auf, Innenminister Yishai aus der Gedenkveranstaltung zu entfernen. Unverzüglich, sonst gehe er (Danny Rosen). Damit fingen auch andere trauernde Angehörige an, Yishai zu beschimpfen. Schliesslich wurde der Innenminister vom Oberrabbiner hinausgeleitet. Jedoch schlossen sich nicht alle trauernden Angehörigen der über vierzig im Feuer Umgekommenen an. “Man kann Yishai nicht zum Hauptschuldigen machen. Das sei ja absurd. Davon kommen die Toten nicht wieder und man solle mit seiner Trauer anders umgehen und nicht wahllos um sich schlagen”.

Danach kam es zu einem weiteren Eklat zwischen der SHASS – Partei und Rosen. Israels Massenblatt “Yediot Acharonot” lässt in ihrer heutigen Schabbatausgabe Danny Rosen mehrseitig zu Wort kommen. Und damit geht das Land vorerst in den regnerischen Schabbat. 


Wie ich berichtete, denke ich darüber nach, nach Zfat zu ziehen. Zfat ist bestimmt kein zentraler Ort wie Tel Aviv, hat aber anderer Vorteile. Wer ein ruhiges Leben sucht, der ist in Zfat garantiert richtig. Vielleicht sogar viel zu richtig.
Wie aber finde sich in Zfat eine Wohnung ? Noch dazu eine Bezahlbare ?

Die Kleinstadt verfügt über eine riesige Anglo – Gemeinde und diese wiederum fand ihren eigenen Weg der “Community Communication”: Eine eigene Mailing List und auf ihr stellte ich ein Announcement ein. Prompt kamen fast 15 Antworten zusammen und ich habe einiges zu tun, um die zu prüfen.

In der Zeitung hiess es gestern noch, dass die Stadt Tiberias den prozentual höchsten Preisanstieg bei Häuserkauf aufweist. Wohlgemerkt, beim Kauf und (noch nicht) bei den Mieten. Warum das so ist, darauf gehe ich mit Photos zu Beginn der kommenden Woche ein.

“Schabbat Schalom” an alle Leser !

Freitag, 5. November 2010

Der Untergang des Schlachtschiffes "Arbeiterpartei"

B"H

Wer braucht sie in Israel, die einst so populäre Arbeiterpartei (Mifleget HaAvodah) ?
Die führenden Parteimitglieder Avishai Bravermann, Yitzchak Herzog, Benjamin "Fuad" Ben Eliezer oder Ehud Barak sind untereinander völlig zerstritten und jeder will den Vorsitz haben und gleichzeitig Barak, den arroganten Querulanten, entfernen.

Seit geraumer Zeit wird Israels Linke von Zipi Livnis (einst Ariel Scharons) Kadima (Vorwärts) Partei vertreten und die Avodah bleibt hinten an. Ohne richtiges Programm, ohne Ideologie und nur durch Streiterein und Intrigen untereinander glänzend. Heute meldete sich das Führungsmitglied Eitan Cabel zu Wort und griff die aktuelle Parteiprominenz an. Die Prominenz wiegelte ab: Wenn es ihm nicht passe, könne Cabel woanders sein Glück versuchen.




Man hat sich nicht mehr viel zu sagen.
Die Führungsspitze der Arbeiterpartei.



Schimon Peres ist längst zu Kadima geflüchtet. Der Karriere wegen. Und die Arbeiterpartei kriecht allmählich in die Versenkung, ohne dass es deren Prominenz so richtig wahrhaben will.

"SULTAN KNISH" verfasste einen sehr treffenden Artikel zum Gedenken an den im November 1995 ermordeten Premier Yitzchak Rabin und zieht damit einen Arbeiterpartei - Bilanz !

Dienstag, 4. August 2009

Der Cartoon, der SHASS auf die Palme treibt


Cartoon: Chadrei HaCharedim

B"H

Weder die haredische Welt und schon gar nicht die sephardisch - haredische SHASS - Partei sind von dem neuesten Cartoon des Amos Biderman (Zeitung: Haaretz) angetan.

"Biderman, der Antisemit", so verlautet es da.

Am Tisch sehen wir einige SHASS - Politiker zusammen mit derem spirituellen Oberhaupt Rabbi Ovadiah Yosef und gleich links neben ihm sitzt der iranische Diktator Achmadinejad. Sie alle diskutieren über die "kranken" Homos und Achmadinejad sagt, dass es im Iran das "Gay Problem" gar nicht mehr gäbe. Bei dem im Sträflingsanzug abgebildeten Ex - SHASS - Abgeordneten handelt es sich um Shlomo Benizri, welcher wegen Bestechung zu einer Haftstrafe verurteilt worden ist.

Hintergrund des Cartoons ist der Amoklauf in einem Tel Aviver Gay Center wobei die Gays sowie die israelische Linke sofort einige rechte SHASS - Politiker der Aufwiegelung zum Mord bezichtigten.

Der Cartoon ist idiotisch überzogen, aber vielleicht muss ein Cartoon heutzutage so sein, damit er Aufmerksamkeit erregt. Wenn hier allerdings jemand anstachelt, dann ist das Amos Biderman.


Rabbi Ovadiah Yosef (vorne links) mit dem SHASS - Parteivorsitzenden Eli Yishai (vorn rechts)

Sonntag, 12. Juli 2009

Die "Deutsch - Israelische Gesellschaft" und der "Mossad"



B"H

Die Vorsitzende der Grünen, Renate Künast, soll am Freitag das Mitglied der "
Deutsch - israelischen Gesellschaft (DIG)", Thomas Hermberger, beschimpft haben. Hemberger, der hinter dem Reichstag Flugblätter der "Stop the Bomb" - Kampagne ausgab, kriegte von Frau Künast zu hören, dass es sich bei der DIG um eine Mossad - Organisation handelte. Später dementierte die Grünen - Vorsitzende den Vorfall und sagte, dass es in ihrer Partei keinen Antisemitismus gäbe.

Mehr dazu in der
JERUSALEM POST !

Befinden sich die Grünen nach wie vor auf ihrem pro - palästinensischen Trip und übersehen dabei (liebend gerne) den Diktator Achmadinejad oder will Renate Künast nur von sich als Mossad - Agentin ablenken ?

Letzteres war ironisch gemeint und das mir das niemand ernst nimmt.:-)

Mittwoch, 24. Juni 2009

Sexuelle Belästigung oder Kompliment ?

B"H

Wer besonders meine religiösen Blogs verfolgt, dem ist bekannt, dass mir bestimmte Dinge in der jüdisch - orthodoxen Gesellschaft furchtbar gegen den Strich gehen und ich daraus keinen Hehl mache, obwohl ich mir Kritik einfange. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äussern und niemand ist gezwungen, meine Meinung zu teilen.

Heute nun sah ich auf dem israelischen Online - Magazin YNET einen Artikel darüber, was der Knessetabgeordnete Nissim Ze'ev zum Thema "Sexuelle Belästigung der Frau in der israelischen Armee" zu sagen hat. Und seine Meinung steht für so viele, besonders haredische (ultra - orthodox.), Kollegen.



Ze'ev wörtlich:

During a discussion on sexual harassment in the army, MK (Knesset
Member) Zeev said female troops must be instructed so they know "how to behave." Later he said that while some female soldiers would interpret certain acts as sexual harassment, others would view them as a compliment.


Während einer Diskussion zur sexuellen Belästigung in der Armee sagte Ze'ev, dass weiblichen Truppen erklärt werden soll, wie sie sich "zu benehmen" haben. Später sagte er, dass manche weibliche Soldaten diverse Handlungen als sexuelle Belästigung aufnehmen und andere wiederum würden die gleichen Handlungen als Kompliment auffassen.

Die Aussage Ze'evs ist nicht untypisch für einen sephardischen Juden; viele Sepharadim sind eine Machogesellschaft für sich.
Nicht wenige Haredim (Ultra - Orthodoxe), und Nissim Ze'ev gehört der sephardisch - haredischen SHASS - Partei an, betrachten im Falle sexueller Belästigung fast immer die Frau als den Hauptschuldigen. Sie habe sich nicht benommen, laut gelacht, sich anzüglich verhalten und wer weiss was für anstössige Klamotten getragen.
Bei dieser subjektiven Einstellung kommt es meist nicht immer darauf an, ob hier ein aschkenazischer oder ein sephardischer Haredi spricht.

Innerhalb der letzten Jahre häuften sich die sexuellen Belästigungen innerhalb der haredischen Gesellschaft sowie auch in der israelischen Armee. "Häufen" könnte das falsche Wort sein und vielleicht haben sich nur die Zeiten geändert, in denen Frauen sich mehr zutrauen; auch den Gang zur Polizei und Justiz.
Natürlich mag manche Handlung eines Mannes ein Scherz sein und falsch aufgefasst werden; gleichzeitig könnte die Frau einfach nur behaupten, belästigt worden zu sein, um sich an einem Vorgesetzten, etc. zu rächen. Dennoch, solch eine subjektive vorverurteilende Stellungnahme wie die von Ze'ev kann einfach nur als primitiv und weltfremd eingestuft werden.

Frauen haben es eh nicht leicht, sich bei einem haredischen Beit Din (rabbinischem Gericht) zu behaupten. In Israel werden Ehescheidungen vom Beit Din ausgesprochen und ich hörte viele persönliche Berichte von Frauen, die vor dem Beit Din zum Schuldigen erklärt worden sind. Da würden ein paar alternde Rabbiner vor einem sitzen und immer noch "Schalom Bait - eine friedliche Regelung mit dem Partner, auf das die Beziehung doch noch bestehen bleibe" dringen, selbst wenn die Frau daheim vom Gatten halb tot geprügelt wird. Aber nicht immer verhält sich ein Beit Din so abwertend und ich selbst habe, im Falle einer Anklage, schon eine ganz andere, positive, Behandlung erfahren.

Einmal sagte mir eine haredische Frau (ein Newcomer in die Gesellschaft), dass "Frauen, die sich nicht anständig anziehen, es verdient haben, vergewaltigt zu werden".
Diese Stellungnahme wurde mir gegenüber kurz nach Schabbatbeginn kundgetan und ich muss gestehen, dass mir der gesamte Schabbat dadurch ruiniert worden war. Nicht immer sind es nur haredische Männer, die derlei abwertende Meinungen hegen, sondern genauso Frauen. Ich fand das grässlich und in derlei Fällen wird mir bewusst, dass ich mit Personen, die derlei Meinungen vertreten, nicht unbedingt etwas zu tun haben will.

Anklagen wegen sexueller Belästigung sollte gründlich nachgegangen werden und auf den Wahrheitsgehalt geprüft werden, doch schon im Vorfeld die Frau als Schuldige abzustempeln ist einfach nur menschenverachtend.


Links:

YNET - Artikel zu Nissim Ze'ev

Zahlen zur sexuellen Belästigung von Frauen in der israelischen Armee

______________________________

In Israel werden auch Frauen ab dem 18. Lebensjahr für zwei Jahre zur Armee eingezogen. In den meisten Fällen dienen sie als Ausbilder, Wachposten, Putzkraft oder Sekretärin und nicht in Kampfeinheiten.

Sonntag, 15. Februar 2009

Überflüssige Attacken

B"H

Im Ausland wird so gerne das Schlagwort des "Rechtsruck" in Israel verwendet. Alles sei ja jetzt nach den Wahlen so chaotisch und garantiert beabsichtigen die relig. Parteien, wobei noch nicht einmal zwischen nationalreligiös oder haredisch unterschieden wird, aus dem modernen Israel einen zweiten Iran zu machen. Rückständig halt und fundamentalistisch.

Dabei wird nicht bedacht, dass gerade die relig. Parteien in Israel schon lange an sämtlichen Regierungen beteiligt waren und stets mitmischten. Nur passt das Konzept des Rechtsruck ausgerechnet jetzt nach dem Gazakrieg besser ins ausländische Denkvermögen und so mancher Diasporajude, der vielleicht ein - oder zweimal pro Jahr nach Israel kommt, lässt sich tatsächlich für dieses Gedankengut einspannen, ohne die Fakten aus der Knesset zu kennen. Stattdessen werden sich lieber Horrorbilder der Haredim zusammengesponnen.

Die nationalrelig. Site Arutz 7 veröffentlichte hierzu einen interessanten Bericht und wem das nicht genug ist, der möge sich die Sitzverteilung der Knesset innerhalb der letzten Legislaturperioden zu Gemüte führen.

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/129945


Die rechten Parteien Israels haben nicht viel mehr Stimmen eingefahren als in früheren Jahren. Dabei ist ebenso zu bedenken, dass die Mavdal (nationalrelig. Partei) zuvor mit acht Knessetmandaten vertreten war, doch durch ihre Spaltung mit dem "Ichud HaLe'umi" weniger Stimmen einfuhr, aber der "Ichud HaLe'umi" den Rest von vier Sitzen einstrich, womit beide Parteien zusammen auf ihr vorheriges Ergebnis von vor drei Jahren kommen.

Freitag, 13. Februar 2009

Schabbat Schalom

B"H

Wer von Frieden oder Waffenruhe träumt, der darf sich auch weiterhin getrost allen falschen Illusionen hingeben. Eine Waffenruhe mit Gaza hängt nicht am Faden der israelischen Regierung, sondern einzig und allein bei der Hamas. Und die Hamas will nicht, egal, wer da in Jerusalem regiert. Links oder recht, was macht das noch groß aus ?
Wobei für uns Israelis eine rechte Regierung wesentlich effektiver ist, denn sie schlägt wenigstens zurück, wohingegen die Hamas mit der israelischen Linke Schlittenfährt.

Auch heute flogen wieder Raketen auf israelisches Territorium und selbst wenn die Regierung Olmert zurückschlägt, ändern tut dies auch nicht viel. Realisten erkennen, dass es nur einen Sieger geben kann und es niemals Frieden herrschen wird. Selbst ein Achmad Tibi, der Vorsitzender einer arabischen Knessetpartei ist, gibt diese Meinung unumwunden von sich.
Die Frage bleibt nur, wer wann siegen wird und wie.


Benjamin Netanyahu und Gegenspielerin Zipi Livni ringen nach wie vor um eine regierungsfähige Mehrheit. Beide wollen Premierminister werden und diese Jobvorstellung erweist sich als die größte Hürde einer großen Koalition. Wer von den Beiden will schon gerne nachgeben, obwohl Zipi Livni genau weiss, das sie im Machtpoker verloren hat.

Wenn es nur geht, will Netanyahu eine Koalition mit Avigdor Lieberman verhindern, denn die kleineren relig. Parteien ziehen mit dem alles Jüdische ablehnenden Lieberman nicht mit. "Entweder wir oder der", so lautet der Aufschrei von der sephardisch - haredischen SHASS - Partei. Insgesamt fuhren die relig. Parteien, wobei man zwischen nationalrelig. und haredisch unterscheiden muss, mehrere Hunderttausend Wählerstimmen ein und deren Macht sei keinesfalls zu unterschätzen. Zum Schluß hatte die haredische "Yahadut HaTorah" Partei sogar noch die Palästinenser um Stimmen gebeten, denn sonst täten die Palis dem Rassisten Lieberman ins Auge schauen.

Es ist immer wieder neu unglaublich, was sich in Israel für Gegensätze und geradezu Absurditäten auftun, doch wer hier lebt, den überrascht kaum noch etwas.

Lieberman lässt Bibi Netanyahu weiter im Unklaren und seine Verhandlungsergebnisse will der Russe auch nicht verraten. Was genau läuft da hinter dem Rücken Bibis mit der Zipi und was umgekehrt ?

In etwas mehr als einer Stunde jedoch haben wir Wichtigeres zu tun als uns mit Koalitionen auseinanderzusetzen. Der Schabbat beginnt und ich bin immer froh, wenn ich dann auf alle Medien verzichte und kein Radio etc. einschalte.

Zu den religiösen Knessetparteien:
Ich verstehe nicht, warum im Ausland soviel Wirbel um diese Parteein entsteht. Israel ist nun einmal ein jüdischer Staat und relig. Juden nehmen einen immer höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Soweit sicher hängt dies noch davon ab, in welch einer Gesellschaft man sich befindet und in Tel Aviv bekommt man den unaufhörlich anwachsenden haredischen Bevölkerungsanteil mitunter gar nicht so mit. Tatsache ist, dass haredische und nationalrelig. Siedlungen / Kleinstädte immer mehr anwachsen. Eine Tatsache, welche Hersteller sowie die Werbebranche schon längst erkannten. Produkte für relig. Juden sowie die dazu passende Werbung ist heutzutage ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftszweig geworden. Wer allein in Jerusalem kein koscheres Restaurant aufmacht, der muss mit erhablichen Umsatzeinbussen rechnen.

Persönlich bin ich orthodox, ziehe mich jedoch nach den Massstäben der Gesellschaft nicht so an, sondern laufe in Hose herum (und nicht im langen Rock). Deswegen aber habe ich selbst in Jerusalem keine grossen Probleme mit den Religiösen. Gerade in der Heiligen Stadt weiss man zusammenzuleben und wer da im Ausland auf Intoleranz oder Panik macht, der kennt die Jerusalemer Bevölkerung ganz und gar nicht.

Sonntag, 8. Februar 2009

Auf zur Kallpi (Wahlurne)


Stimmzettel in der Wahlkabine

B"H

Wer wird die Knessetwahlen am Dienstag gewinnen ? Und kann es überhaupt einen klaren Sieger geben ?

Die Knesset hat insgesamt 120 Sitze zu vergeben und der Kampf darum tobt gewaltig. Am Freitag stand groß in den Schlagzeilen, dass der LIKUD mit Benjamin Netanyahu nicht mehr so eindeutig vor Zipi Livnis Kadima in Führung liege. Eher stehen die Zeichen auf ein Kopf - an - Kopf - Rennen der beiden grossen Parteien. Daraufhin wurde der Oppositionsführer wild und stürmte die TV - Anstalten, um sein Programm kundzutun.
Abends wurde er dann glatt beim Abendessen in einem unkoscheren Restaurant erwischt und Zipi ist die lachende Rivalin. Wie konnte Bibi sich diesen Ausrutscher nur vor seinen relig. Parteigenossen bzw. Koalitionspartnern leisten ?

Derzeit machen alle grossen Parteiführer auf Volksnähe. Der als radikal beschimpfte Avigdor Lieberman reiste in die von Raketenschüssen betroffenen Gebiete auf Stimmenfang. Lieberman ist zum Notnagel vieler Israelis geworden. Netanyahu wird nach seiner letzten Amtsperiode als Premier nicht richtig über den Weg getraut, obwohl er Besserung versprach. Der "Bibi" von damals sei heute der gleiche "Bibi" geblieben, so meinen viele. Bei der Siedlerbewegung kommt er nach der Aufgabe von Gush Katif auf keinen grünen Zweig mehr und daort wird eh lieber weiter rechts, wenn auch nicht Lieberman, gewählt.

Der Russe Lieberman zieht die kleinen Leute an, welche ein sicheres Israel wollen. Keine Landabgaben und nicht wenige versprechen sich von ihm "Palis raus". Selbst einige meiner Bäckereikollegen sind auf den "Lieberman - Zug" aufgesprungen und meinen, sein Programm zu kennen. Pustekuchen, denn so radikal ist Lieberman gar nicht. Aufgepasst Leute, denn der Russe ist bereit, Jerusalem zu teilen, wenn denn da ein Frieden anstehen tue.


Der ehemalige sephardische Oberrabbiner und geistiges Oberhaupt der haredischen SHASS - Partei, Rabbi Ovadiah Yosef, verkündete gestern munter seine These über Lieberman: Der nämlich stehe für den Satan.
Die sogenannte Radikalpartei "Israel Beitenu" sei absolut säkuler. Lieberman wolle unkoscheres Essen verkaufen lassen und zivile Hochzeiten ohne das Rabbinat einführen.
Ganz Russe halt.

Zipi Livni und Benjamin Netanyahu hingegen ahnen nichts Gutes kommen und schleimten schon im Vorfeld bei Lieberman aus und ein. Steht der Kandidat des neuen Premier auf der Stimmenkippe, dann könnte eine schnelle Koalition mit Lieberman (er soll 19 Sitze bekommen) das Zünglein an der Waage sein. Dass Netanyahu die Unterstützung versagt bleibt, liegt an ihm selbst und seinetwegen gehen die Wählerstimmen an Lieberman oder Ayeh Eldads "Ichud HaLe'umi". Letztere hegen zumindest eine jüdische Identität, was vor allem bei den Nationalrelig. bzw. der Siedlerbewegung ankommt.

Zipi Livni sieht ihre Chancen bei der Wählerschaft in Tel Aviv. Am letzten Dienstag gurkte sie durch die IN - Disco "Oman 17" und liess sich von den Schickimickis feiern. Der moderne Tel Aviver wähle halt Zipi und nicht den Holzklotz Netanyahu. Radikalos bleiben ganz außen vor.

Diese Rechnung wäre ohne Gazakrieg vielleicht aufgegangen, doch auch Tel Aviv stand stramm hinter unserer Armee. Nichts da mit viel pazifistischem Gehabe, wenn es um unsere Existenz geht. Kleine wenige Gegendemos, aber die Bewohner aus der Stadt, die niemals schläft, sehen sich bei nächsten Mal selbst attackiert und nicht nur Beersheva oder Aschkelon. Und da muss ein starker Mann her.

Die aschkenazischen Haredim sind sich ebenso uneins und es kracht heftig im Gebälk der "Yahadut HaTorah". Genaueste Ausführungen darüber gibt es auf meinem
chassidischen Blog zu lesen.

Alles in allem ist noch nichts entschieden.
SHASS wird an Stimmen gewinnen, genauso wie Lieberman. Der "Ichud HaLe'umi", die Partei, die ich wähle, befindet sich ebenso im Aufwind. Jetzt sogar selbst bei Chabad.

Ein paar Details zur Wahl selbst:
Alles verläuft im Wesentlichen so wie in Deutschland, nur dass in den Wahlkabinen kleine Zettel mit den jeweiligen Parteien ausliegen. Man nehme davon einen Zettel, stecke diesen in den Briefumschlag und dann alles in die Wahlurne (Kallpi).

Wichtiger Link mit incl. allen Infos und Details:

Vote for Israel

Mittwoch, 4. Februar 2009

Die Karten werden neu gemischt


B"H

Laut aktueller Umfragen erleidet der LIKUD unter Benjamin (Bibi) Netanyahu einen Einbruch zugunsten der kleineren Rechtsparteien. Zipi Livni und Kadima haben derweil keinerlei Chancen den neuen Ministerpräsidenten / in zu stellen.

Die Mehrheit der Israelis will Taten im Kampf gegen den Pali - Terror sehen, denn die Hamas bedroht uns auch weiterhin (siehe die gestrige Grad - Langstreckenrakete auf die Stadt Aschkelon) und die libanesische Hizbollah steht auch schon wieder fast vor der Tür. Scheich Nasrallah drohte vor ein paar Tagen mit neuen Angriffen. Hinzu kommt der Iran. Was also liegt näher als dass die Bürger eine starke Regierung wollen und kein Olmert - oder Livni Gejammer und Gezauder.

Netanyahu war schon einmal unser Premier und auf sein Konto ging die teilweise Rückgabe der Stadt Hebron an die Palis und des Weiteren bewilligte er als Minister der Sharon - Regierung den Abzug aus Gush Katif. Diese Taten vergessen ihm die Nationalreligiösen nie und gerade deren Wählerschaft wächst unaufhörlich an.

Auf Bibi kann man nicht bauen und bei Avigdor Lieberman (Israel Beitenu) weiß man, trotz grosser Sprüche, auch nie, wo man dran ist. Was liegt also näher als anderswo rechts zu wählen und da bietet der "Ichud HaLe'umi" unter Aryeh Eldad eine wunderbare Alternative, der auch ich mich am nächsten Wahldienstag anschliessen werde. Interessant ist, dass die eigentliche nationalreligiöse Partei laut der Umfrage nicht den Sprung in die Knesset schafft, dazu sind Lieberman und der ebenso nationalrelig. "Ichud HaLe'umi" zu stark im Kommen.

Den grossen Parteien laufen die Stammwähler davon und für rebellische Likudniks bieten die kleineren Rechtsparteien und sogar Lieberman ein weitreichendes optimales Auffangbecken. Man darf auf das Wahlergebnis am Dienstag gespannt sein !

Montag, 26. Januar 2009

Bibi klotzt ran


Wahlplakat des LIKUD


B"H

Oppositionsführer Benjamin (Bibi) Netanyahu vom LIKUD weiß als einziger israelischer Politiker um die immense Wirkung sowie den Einfluß des Internets und klotzt daher ganz schön ran in Bezug auf Wahlwerbung: http://en.netanyahu.org.il/

"Die Power zu beeinflussen" - Israels Behindertenpartei


B"H

Da bekanntlich am 10. Februar in Israel eine neue Knesset gewählt wird, ist der Wahlkampf schon mit voller Wucht im Gange.
Während die großen Parteien an erster Stelle sich selbst bekriegen, kämpfen die kleineren Parteien um jede Wählerstimme und mischen sich unter die Masse, um munter auf Tuchfühlung zu gehen.

In der vergangenen Woche traf ich vor dem Tel Aviver Rathaus auf die Partei der Behinderten, welche ihr Movement "Die Macht zu beeinflussen - Koach Lehaschpiah" nennen.

Anfangs dachte ich, dass es sich wieder einmal um eine neue Demo handelt, bei der Ansammlung von Rollstuhlfahrern. Einer von ihnen drückte mir einen Prospekt in die Hand und fragte, ob ich die Partei wählen täte. "Ich verspreche nichts", so lautete meine Reaktion.



Gerne würde ich für sie stimmen, doch bei dieser Wahl geht es um alles oder nichts. Livni oder Netanyahu, und da bleiben die kleineren Parteien leider oft auf der Strecke.
Das Parteiprogramm der Behinderten, einer Partei, deren Vorsitzender Yochai Dock (48) nicht behindert ist, pocht natürlich auf die Bedürfnisse von Behinderten sowie kranker Menschen. Zum Beispiel sollen ALLE Medikamente staatlich viel mehr gefördert werden. In Israel sind derzeit viele Medikamente selber zu erstehen, sprich, selbst zu bezahlen. Aufgrund der anwachsenden Armut sind Behinderte immer mehr gezwungen, auf einige Medikamente zu verzichten, da sie es sich ganz einfach nicht leisten können. Ein Zustand, der nicht nur Behinderte angeht, sondern uns alle. Besser man wird nicht krank, sonst geht es einem auch finanziell noch an den Kragen.

Ein Arbeitskollege sagte mit erst heute wieder, dass Israel nun einmal wie Amerika sein wolle und da müsse man dann auch das chaotische Gesundheitsystem in Kauf nehmen. Und das System lehrt uns in die Tasche zu greifen; und zwar oft sehr tief.

Wer will, der kann sich die Site der Behindertenpartei Israel anschauen. Leider ist sie nur in hebräischer Sprache anzuklicken, doch wer sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzen will, der kann mir schreiben und ich übersetze ein paar spezifische Details.

http://nachim.org/

Sonntag, 25. Januar 2009

Der Geheimfavorit: Avigdor Lieberman

B"H

Die Knessetwahlen am 10. Februar rücken unaufhörlich näher und führende Politiker sind anscheinend gespannter als das Volk.
Wie bekannt geht es für Livni und Netanyahu um die Wurst; einer von den Beiden wird der neue Premier werden, daran besteht gar kein Zweifel. Ehud Barak mit seiner Arbeiterpartei befindet sich als Verteidigungsminister nach dem Gazakrieg zwar im Aufwind, doch all das wird ihn nicht zum Premierminister erheben, dazu ist er zu klein.

In Israel wird grundsätzlich immer dienstags gewählt, was für viele Teile des Proletariats einen arbeitsfreien Tag bedeutet. Hoffen wir nur, dass das Wetter einigermassen wird, damit man auch etwas mit dem Tag anfangen kann. Wer dennoch arbeitet, tut dies mit Feiertagszulage.

Ich habe mich einmal so bei den Jerusalemer Bäckereikollegen umgehört, wer denn bei ihnen auf der Wählerliste ganz oben steht. In Israel wird aus der eigenen Partei ganz selten ein Hehl gemacht und fast ein jeder gibt offen zu, wen er wählt. Eher im Gegenteil, man posaunt es geradezu heraus.
Und auch meine meist rechten Kollegen posaunten, außer dem Manager, denn der hält sich stets als einziger kleinlaut an die extreme Linke von Meretz. Und damit gehört er in Jerusalem fast schon zum Exotenkreis, denn die Linken sind, bis auf den Stadtteil French Hill, so gut wie abgeschrieben. Und selbst der French Hill konzentriert sich da schon eher auf Baraks Arbeiterpartei, weil Meretz nun doch zu links sei. Schließlich lebe man dort nebenher mit Arabern oder gleich neben arab. Dörfern und wer weiß, wann die wieder ausrasten und herumballern.

Obwohl ich in Tel Aviv lebe, bin ich immer noch in Jerusalem registriert und muss folglich zur Wahl anreisen. Der Dienstag passt mir eigentlich schlecht, denn normalerweise erscheine ich erst mittwochs zur Nachtschicht in der Stadt. Deswegen zog ich schon in Erwägung, auf die Wahl zu pfeiffen. Den freien Tag halt lieber am Strand geniessen und so. Meine Kollegen sahen mich mit giftigen Blicken an; das könne ich doch nicht machen, jetzt wo die korrupte Olmert - Machenschaft gekippt werden soll. Da sei jede Stimme wichtig. Also rolle ich dann doch am 10. Februar an und kippe mit.

Als ich zugab noch keinen Favoriten zu haben, gaben nicht wenige an, dass sie ja für Avigdor Lieberman (Partei: "Israel Beitenu - Unser Haus Israel") stimmen werden. Das sei noch der einzige Rechte, der etwas tauge, denn Bibi Netanyahu (Likud) ist ja nur ein Abklatsch von Livnis Kadima. Der einzige Unterschied bestehe darin, dass Zipi Livni offen zugebe, dass sie da das Land aufteilen wolle. Netanyahu hingegen gibt sich patriotisch dem Ausland, den Palis und auch uns gegenüber, doch hatten wir schon einmal die Ehre und da war er es, der Hebron an die Palis zurückgab. Auf meinen Vermerk hin, dass Lieberman ja Russe sei, kam die Antwort:
"Na und, der ist aber schon dreissig Jahre oder so im Lande und nicht so wie die neuen Russen hier !"



Avigdor Lieberman - der neue Me'ir Kahane ?


Die Aussage meiner Kollegen ist beileibe keine Seltenheit, denn insgeheim gilt Lieberman als der erfolgreiche Geheimtip. Mindestens 15 Sitze soll er einfahren, wenn nicht gar noch viel mehr.
Seit dem letzten Libanonkrieg schon stehen in Israel die Lichter auf rechts. Und seit dem Gazakrieg erst recht. Barak Hussein Obama will seinen Abgesandten George Mitchell in die Region entsenden und am Mittwoch soll dieser schon eintreffen. Siedlerquoten solle es geben und das Land solle in zwei Staaten aufgeteitl werden. Auch Jerusalem. Die Siedler meinten schon ironisch, dass sie anscheinend demnächst Barak Hussein Obama noch um Erlaubnis fragen müssen, wieviele Kinder sie haben dürfen. Wegen der Quote und so.
Das Einzige was man sich da wünschen kann, sei eine starke Regierung mit Durchsetzungsvermögen und nicht Zipis und Bibis Geschleime. Ein starker Mann soll her, der beim Barak Hussein so richtig mit der Faust auf den Tisch knallt und da kommt Avigdor Lieberman gerade recht. Keine schlechte Alternative und warum ihm keine Chace geben ? Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich mich also auch dem Lieberman - Kreis anschliessen und hoffen, dass es auf dem Tisch knallt.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Netanyahu hat alles im Griff

B"H

Den am vergangenen Montag bei den LIKUD Primaries auf Platz 20 gewählten Rechtspopulisten Moshe Feiglin (Aussprache: Fejglin) verschlug es am Donnerstag auf Platz 36 der Knessetliste. Falls kein Wahlwunder geschieht und der LIKUD bei der anstehenden Knessetwahl im Februar 2009 auf weniger als 36 Mandate kommt, ist Moshe Feiglin wieder einmal abgeschrieben. Und das vom Parteivorsitzenden Benjamin Netanyahu höchstpersönlich, denn dieser liess seine Macht walten und schmiss Feiglin von Platz 20 auf Platz 36.

Eigentlich ein Betrug an den Wählern Feiglins. Andererseits machte sich Feiglin mit seinen letzten Interviews nicht gerade viele Freunde, denn seine Politpläne klangen nicht gerade plausibel; um nicht gar zu sagen, etwas wirr.

Warten wir auf die kommenden Primaries, wenn Moshe Feiglin wieder von sich reden macht ...

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Be right - wing, be Feiglin !


Moshe Feiglin vom LIKUD


B"H

Kaum erfolgt einmal etwas Positives, da folgen auch schon die Dämpfer.

Der Rechtspopulist Moshe Feiglin (Aussprache: Fejglin) brachte es bei den Primaries des LIKUD auf Platz 20 der Abgeordnetensitze nach den kommenden Knessetwahlen im Februar 2009. Eigentlich war ihm Platz 12 vorausgesagt worden, doch dann klappte es doch nicht so recht.

Moshe Feiglin ist eines der Symbole der rechten Siedlerbewegung und wirkt wie ein kleiner "Kahane - Ersatz". Seit seinem LIKUD - Beitritt im Jahre 2001 versucht er emsig, die Partei wieder auf ihre eigentliche rechte Spur zu bringen, nachdem nach den einstigen Premiers Menachem Begin und Yitzchak Shamir die Ideologie in eine gemäßigtere Richtung lief. So gemäßigt, dass man sich kaum mehr von der Arbeiterpartei unterschied. Mit seinem Rückzug aus Gush Katif in Gaza rückte Ariel Sharon den LIKUD endgültig in die linke Schieflage.

Um die Partei wieder fit zu bekommen und mehr Wählerschaft anzuziehen, beschloß der jetzige Vorsitzende und Oppositionsführer Benjamin Netanyahu einige rechte Kandidaten auf die Liste zu setzen. Die Plätze der neuen Abgeordneten der zukünftigen neuen Knesset sollten gewählt werden. Netanyahu steht auf Platz 1 und der Überraschungszweite heißt Gidon Sa'ar. Benny Begin, der Sohn des verstorbenen Menachem Begin, landete auf Platz 5 und der Hardliner Moshe Feiglin auf Platz 20.

Kein Zweifel, die Parteimitglieder wollen einen stabilen LIKUD mit seiner ursprünglichen Ideologie. Kein Mitglied regt sich auf , dass Moshe Feiglin mit seinem 20. Platz in die neue Knesset einziehen könnte. Niemand wettert außer den anderen Parteien und Netanyahu selbst, der sich durch das erstärkte rechte Lager bedroht sieht. Derzeit versucht er juristisch alle Möglichkeiten auszuschöpfen, Feiglin doch noch loszuwerden. Aber Letzterer lacht sich ins Fäustchen und gab heute schon fleißig ein Interview,in welchem seine rechten Ansichten dennoch schon etwas abgeklungen sind. Auch auf seiner Website schiebt Feiglin eine ruhigere Kugel und es wurde allzu rechte Ansichten herausgestrichen.

Die relig. Rechtsparteien befürchten nun ein Überlaufen ihrer Wählerschaft zum LIKUD. Ehrlich gesagt, nach der Spaltung und Umbenennung der nationalrelig. Partei MAVDAL steigt kaum noch ein Mensch durch, wer da eigentlich für was kandidiert. Die perfekte Verwirrung des Wählers.

Nun dachte ich mir auch, dass der LIKUD keine schlechte Alternative sei, wenn man nur das Kreuzchen bei Feiglin und nicht unter dem Namen Netanyahu macht. Pustekuchen !
Eine Bekannte von mir veröffentlichte auf ihrem Blog diesen Artikel

http://thekeytoredemption.blogspot.com/2008/12/vote-for-likud-is-vote-for-xian-aliyah.html

Der LIKUD wird mit christlichen Spendengeldern vollgepumpt und macht sich dadurch immer mehr abhängig.

Jetzt darf ich mir wieder eine andere Partei suchen.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Rechtsruck im LIKUD


"HaLikud - Der Likud"


B"H

Bei den gestrigen Primaries der LIKUD - Partei unter Benjamin Netanyahu gab es den allseits erwarteten Rechtsruck.

Nicht wenige hatten den LIKUD schon als ollen Abklatsch der Kadima - Partei bezeichnet.
Likud ?
Wo liege denn da noch der Unterschied zu den ehemaligen Abtrünnigen Olmert, Livni, Mofaz, und allen anderen, welche zusammen mit Ariel Sharon den eigentlichen LIKUD verliessen, um Kadima zu gründen. Ein Schritt, den Sharon damals vorzog, weil er seinen Untergang im LIKUD befürchtete.

Einstmals als Rechtspartei gekannt, liess gerade der LIKUD im Laufe der letzten Jahre viele Federn und wurde gemässigt. Zum Ärger vieler der mehr als 40.000 Mitglieder. Als sephardische Partei bekannt, wollen gerade die sephardischen Israelis Taten sehen. Taten in Bezug auf unser Land, auf das wir wieder stolz sein wollen. Stolz zeigen und keine selbstmörderischen Landabgaben, die nichts weiter bringen als zusätzlichen Terror.

Nun haben die LIKUD - Mitglieder gewählt, denn eine neue Abgeordnetenliste für die anstehenden Wahlen im Februar muss her. Und siehe da, der rechte Benny Begin, Moshe Feiglin (ausgesprochen: Fejglin) und andere bekannte Rechte schafften den Sprung auf die Liste.

Im Ausland wird man sicher wieder keifen, in Israel jedoch entsteht der Eindruck als das sich die Israelis endlich auf andere Werte besinnen als dem Terror mit Zugeständnissen zu belohnen.

Bleibt der LIKUD auf der Benny Begin Linie, dann bin sogar ich bereit, die Partei zu wählen.


Link:

Likud