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Montag, 19. November 2012

Soll man jetzt nach Israel reisen ?

B"H

Ununterbrochen fliegen Hamas – Raketen auf israelische Orte. Vorwiegend betroffen ist der Süden, aber auch die Küste um Holon, Bat Yam, Rishon LeZion und Tel Aviv. In Jerusalem dagegen hatten wir soweit noch ziemliches Glück und erst einen einzigen Raketenalarm. 

Was soll ich einem Tourist raten, welcher dieser Tage einen Israelbesuch plant ? Das deutsche Auswärtige Amt würde vielleicht von einem solchen Risiko abraten. 

Was genau ich raten soll, weiss ich auch nicht. Erstens muss jeder selber wissen, ob er ggf. mit einer Raketengefahr leben kann. Andererseits sind Schutzräume vorhanden und es fliegen nicht in allen Landesteilen Raketen. Bei einer israelischen Bodenoffensive aber könnte die Hamas total verrückspielen und umso wilder um sich ballern. 

Jerusalem ist bisher recht sicher. Auch das Tote Meer und der Norden. Tel Aviv, Netanya, Herzliya oder Kfar Saba gelten, nach wie vor als relativ sicher. Wer dagegen nach Ashdod, Ashkelon, Beersheva oder in die Umgebung von Sderot, oder Kiryat Gat will, der muss sich warm anziehen.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Vorgeschmack aus Tiberias und Zfat (Safed)


Photomontage von meinem Galaxy S3 Phone

Photo: Miriam Woelke
 
B"H 

In Kürze plane ich einen mehrtägigen Trip in den Norden. Zfat, Tiberias und wenn ich es zeitlich schaffe, dann auch an die Grenze zum Libanon. 

Vor zwei Jahren noch zog ich ganz hinauf in den Norden. Drei Monate später jedoch hatte ich genug von der Einöde und stellte entgültig fest, ein Stadtmensch zu sein. Zwar handelt es sich bei Tiberias am See Genezareth (Kinneret) und Zfat um Kleinstädte, doch wenn der Bäckerladen Mittagspause macht und drei Stunden schliesst, dann kriege ich bereits einen Anfall. 

Dennoch ziehen immer mehr relig. Neueinwanderer (vorwiegend aus den USA) nach Zfat. Der Mystik und Spiritualität wegen, doch berichtete ich mehrmals auf meinem englischen Blog, dass gerade im Norden eines fehlt: Arbeitsplätze. 

Allein aus diesem Grund will ich mich in Zfat etwas umhören, wie es denn den Neueinwanderern so ergeht. In der Stadt kenne ich einige Leute, mit denen ich von Jerusalem aus regen Kontakt halte. Besonders Zfat ist eine Welt für sich. Eine kleine Touristenstadt, in welcher nichtjüdische Touristen eigentlich nichts zu tun haben, außer die malerische Altstadt und die dort ansässigen Kunstgalerien zu besuchen. Ein Tag Zfat reicht aus. Jüdischen Touristen hingegen bietet sich ein reichhaltiges Angebot relig. Kurse, Meditation oder einfach nur einmal seine Seele baumeln lassen. Die meisten und besten Kurse werden dazu von der chassidischen Gruppe Chabad (Lubawitsch) angeboten. Ob nun ein Jude für oder gegen Chabad ist, die Gruppe bietet in Zfat ein tolles Programm ohne jede Mission und die Örtlichkeiten sind einfach nur super. Wem das nach ein, zwei Tagen trotzdem alles zu viel wird, der kann entweder eine andere Bleibe suchen oder woanders hinfahren. Für den jüdischen Touristen mit kleinem Geldbeutel ist Chabad in Zfat allerdings die positivste Lösung. 

Tiberias hingegen erweist sich seit Jahren immer mehr als gemeine Abzocke. Die billigen Hostels sind teilweise unter aller Sau, dafür werden teilweise auch noch höhere Preise verlangt als in Tel Aviv. Da ich in Tiberias die Vergangenheit eines bestimmten Hotels recherchiere, um ausführlich darüber zu schreiben, werde ich mich demnächst dort für ein paar Tage einquartieren, was mich eine Stange Geld kostet. Aber einmal im Leben "Fünf Sterne Hotel" sollte schon drin sein. Dabei erhalten Touristen, die mit ihrer Gruppe per Bus anreisen, sicherlich einen besseren Tarif als ich als Einzelperson. 

Ein bis zwei Tage Tiberias reichen für den Normaltouristen vollkommen aus. Christen zieht es zu all den Stätten am See, wo sie dann auch nochmals abgezockt werden und Juden schauen sich eher die Altstadt sowie die Gräber bekannter Rabbiner (Rambam, Rabbi Me'ir Ba'al HaNes, Rabbi Moshe Chaim Luzzatto oder Rabbi Akiva) an. Ansonsten ist in der Stadt am See tote Hose. Das "Nachtleben" findet zwischen den großen Hotels am See statt und die Uferpromenade strotzt nur so vor überteuerten Restaurants. Der angepriesene Peterfisch stammt jedoch nicht aus dem See, denn dort herrscht immer noch Fangverbot. Wer es billiger sucht, der kann ja bei Mac Donald's einkehren.:-)


Links:

Berichte & Photos aus Tiberias

Berichte & Photos aus Zfat (Safed), einschliesslich dem MADONNA HAUS

Montag, 24. September 2012

Und wieder das Auswanderungsthema

B"H

Wie viele Male ich an dieser Stelle über das Thema "Nach Israel auswandern" berichtet habe, kann und will ich gar nicht mehr zählen. Die Flut der Einwanderungswilligen Deutschen jedoch scheint ungebrochen, denn tagtäglich googlen sich Leute durch meinen Blog, welche bezüglich einer Auswanderung nach Israel Tipps und Tricks suchen. Ich schätze, dass es sich dabei vorweglich um Nichtjuden handelt, die meinen, in Deutschland sei alles Mist und in Israel sei alles super toll. Um es einmal in der naiven Art Auswanderungwilliger auszudrücken.

Wie in vielen anderen Ländern unseres Planeten, so gelten auch in Israel Zulassungsbeschränkungen und nicht jeder kann einfach so kommen und sich niederlassen. Israel ist kein EU – Land, wo man eben mal so mit dem deutschen Pass einreist, Bleibe und Job sucht und das wars.

Nach wie vor sagen die Bestimmungen, dass jemand Jude sein muss, wenn er nach Israel auswandern und die Staatsbürgerschaft erlangen will. Jude mit Papieren und nicht so mal eben kommen, wie viele viele andere, und beim hiesigen Innenministerium behaupten, man sei ja eigentlich Jude, habe aber keine Papiere. Die Leier läßt sich das Innenministerium nicht gefallen und Ihr seid in dem Fall schneller aus dem Gebäude draussen als Ihr hineingekommen seid. Wischiwaschi – Ausreden gelten nicht und da sind die israelischen Behörden knallhart.

Der Trick mit "einen Israeli heiraten" funktioniert, doch bedeutet dies nicht, dass Ihr im Nachhinein besser behandelt werdet. Im Gegenteil, denn die Außenseiterposition werdet Ihr auch dann kaum mehr los und die Ministerien trampeln weiter auf Euch herum. Arbeitserlaubnis ? Nö, das Ministerium hat Zeit. Monate, manchmal ein oder zwei Jahre und wenn Ihr bis dahin verhungert auf der Straße liegt, schert das auch keinen Menschen. Israel hat genügend eigene Probleme und muss dazu die vielen jüdischen Neueinwanderer unterbringen. Da bleibt kein Platz und keine Zeit für Träumer, die nicht nach Israel gehören, aber meinen, aus Deutschland unbedingt weg zu wollen.

Selbst Israelis haben es nicht leicht im eigenen Land. Wie mag es da erst für Touristen aussehen, wenn Ihr nicht gerade ein dickes fettes Bankkonto im Hintergrund habt, was Euch erlaubt, hierzulande die hohen Lebenshaltungskosten zahlen zu können. Ich persönlich würde lieber in die USA oder nach Australien auswandern als ausgerechnet nach Israel. Aber alles scheint ja hier so einfach. Die Leute kaufen sich ein Ticket, fliegen ein und meinen, sie schaffen das schon irgendwie in Israel.

In der letzten Woche las ich auf einer israelischen Site einen Artikel über den ständig ansteigenden Tourismus im Land. Neue Hotels sind im Bau und der Tel Aviver Strand soll mehr auf Touristenattraktivitäten getrimmt werden. Unter dem Artikel befanden sich die üblichen Kommentare und dort stand nebenbeiganz klein: 

Die Touristen haben es gut. Ich war auch einmal Tourist und war so begeistert von Israel, dass ich offiziell einwanderte. Nach zehn Monaten im Land kam jedoch die Ernüchterung, denn der Alltag hat nichts mit dem Touristenspass zu tun. In Kürze kehre ich enttäuscht in mein Heimatland, die USA, zurück und wenn ich nach Israel komme, dann nur mehr als Tourist, um den Spass zu geniessen.

Links:

Zum Thema "Auswandern nach Israel" bitte die Israelische Botschaft in Berlin kontaktieren !

Die Deutsche Botschaft in Tel Aviv

Mittwoch, 19. September 2012

Ein Tourist mutiert zum Mossad - Agenten


Photo: Miriam Woelke
B"H

Wer aus Deutschland auswandert und sich irgendwo anders in der Welt ein neues Leben aufbaut und auch die Staatsbügerschaft seiner neuen Heimat annimmt, der hat es irgendwann nicht mehr viel mit den Touristen. Zu Beginn mag man noch, zwecks Heimweh, die Nähe der Touristen suchen. Mit Vorliebe jener, die aus dem ehemaligen persönlichen Heimatland stammen. In meinem Falle Deutschland. 

Wahrscheinlich aber hatte ich es noch nie so besonders mit deutschen Touristen, was wohl auf meinen teilweise schlechten Erfahrungen beruht. Immer dieses "In Deutschland ist das so und so und alles viel besser" geht mir total auf den Senkel. Und dann erst das "Wer sich wo und an welcher Uni beworben hat, welchen NC hat und wie die Karriere aussehen soll". Da liebe ich es rustikaler und ziehe die einheimischen Bevölkerung vor, anstatt mit Touristen loszuziehen. 

Heutzutage treffe ich mich ab und an mit Bloglesern, was eigentlich immer Spass macht. Mit zwei Ausnahmen waren bisher alles tolle aufgeschlossene Leute aus mehreren Ländern dabei. Es existiert aber auch eine ganz andere Art von Touristen. Touristen aus aller Welt, die irgendwie davon träumen, sich jetzt einfach so in Israel niederzulassen. Rechtlich funktioniert dies nicht und man kann nicht einfach so in Israel leben, sich eine Bleibe suchen geschweige denn Arbeit. Die Visafrage wird in unserem Land sehr ernst genommen und immer wieder sage ich es, selbst dann, wenn es niemand hören will: Israel schiebt rigoros Touristen ab, die ihr Visum überziehen bzw. illegal arbeiten. Die Visavergabe ist begrenzt und irgendwann gibt es halt keine Verlängerung mehr und man muss Israel verlassen. 

Da ich mittlerweile kaum mehr Kontakt mit Touristen hege, stosse ich auch nicht mehr auf eine spezielle Art von Touristen. Nämlich jener, die vorgeben, Mossad – Agenten zu sein. Das hört sich vielleicht so ziemlich daneben an, aber es gibt sie tatsächlich. Mossad – Agenten oder sonstige Regierungsangestellte. 

Jeder kann sich von mir aus seine eigene erdachte Biographie zurechtlegen wie er will und sich, wer weiss wie, wichtig fühlen. Der Mossad scheint hierbei besonders beliebt zu sein. 

Zumindest war ich stets der Meinung, Agenten seien in geheimer Mission unterwegs. So wie 007 halt. Aber vor ca. 50 Leuten an einem Schabbattisch damit zu protzen, Mossad – Agent zu sein … Ich würde das jedenfalls lieber bleiben lassen, denn vielleicht ist ja der Tischnachbar (auch deutscher Tourist) als Abgesandter des Iran auf geheimer Mission. :-)

So viele Möchtegern – Agenten wie in Isral sind mir in meinem ganzen Leben noch nicht untergekommen. Dabei steht der Mossad heutzutage gar nicht mehr auf Deutschkenntnisse, um Altnazis zu fangen. Vielmehr wird fliessend Arabisch verlangt oder es sind sogar noch die Iraner mir ihrem Farsi im Vorteil.

Samstag, 15. September 2012

Morgen abend beginnt ROSH HASHANA


Das aktuelle Titelbild des haredischen (ultra - orthodoxen) Wochenmagazines MISHPACHA zum Rosh Hashana

Photo: Miriam Woelke

B"H 

Morgen (Sonntag) abend beginnt das neue jüdische Jahr 5773, aber trotzdem nochmals zur Erinnerung: 

Die zwei Feiertage des Rosh Hashana sind nicht nur ein jüdischer Feiertag, sondern an diesen beiden Tagen richtet G – tt die gesamte Welt. Juden sowie Nichtjuden. Das Schicksal unseres Erdball und Universum wird von Sonntag bis Dienstag abend auf ein weiteres Jahr festgelegt und Nichtjuden sind darin ebenso mit inbegriffen. Juden haben zwar mit der Besiegelung ihres Urteil noch bis zum Yom Kippur (wenige Tage nach dem Rosh Hashana) Zeit, dennoch gilt Rosh Hashana als "Der Tag des G – ttesgericht". 

Auch möchte ich die momentanen Israelbesucher daran erinnern, dass der morgige Sonntag wie ein Freitag gehandhabt wird. Bedeutet, die Geschäfte sind lediglich bis zum späten Nachmittag geöffnet. Zur selben Zeit stellen die Busse ihren Verkehr bis zum Dienstag abend gegen 19.00 Uhr ein. Banken, Ministerien, Stadtverwaltung, Post – all dies ist bis zum Mittwoch geschlossen. Erst ab Mittwoch früh kehrt wieder der Alltag ein. 

Wer Rosh Hashana in Jerusalem verbringt: 

Wegen der Unruhen von Islamisten in aller Welt wird gerade die Hauptstadt zum Sicherheitstrakt. Tausende Polizisten sollen den Feiertagsfrieden sichern. Immerhin flogen gestern schon am Damaskustor in Ostjerusalem die Fetzen, nachdem ein paar Palästinenser aufgrund des "Muhammad Films" zu randalieren begannen. Wie die Sudanesen beim Sturm auf die Deutsche Botschaft, so suchen auch die Palästinenser immer nach einem neuen Randalegrund. Der "Muhammad Film" (offenbar von einem ägyptischen Kopten produziert) gilt als willkommener Anlass einmal wieder so richtig auf den Putz zu hauen. 

Zum Rosh Hashana selbst: 

Die zwei Feiertage werden zumeist in beim Synagogeng – ttesdienst verbracht, der außergewöhnlich lang sein wird. Hinterher wird festlich gespeist. 

Kann man nun als nichtjüdischer Tourist in eine Synagoge gehen und sich den Service anschauen ? 

Normalerweise nicht, denn gerade zu den hohen Feiertagen werden die Synagogenplätze im voraus bestellt und das gegen Bezahlung. Für Juden gilt dasselbe Problem, doch wissen die fast immer, wohin man sich wendet, um doch noch einen Platz zu erhaschen.:-)

Montag, 10. September 2012

Israel ist teuer und wird noch teurer

B"H 

Dieser Bericht soll keineswegs den Eindruck der Jammerei erwecken. Schliesslich sind wir hierzulande massive Preissteigerungen in aller Regelmässigkeit gewohnt. Trotzdem muss ich einmal wieder verkünden, dass deutsche Preise immer noch niedriger liegen als jene in Israel. Und damit meine ich insbesondere Lebensmittel aller Art sowie Restaurants. 


Photo: Miriam Woelke


Die Titelseite der heutigen YEDIOT ACHARONOT Zeitungsausgabe (siehe oben) verheisst auch für die kommenden Wochen nicht besonders viel Gutes. Jetzt schon liegt die Gemüsepreise im kaum mehr erschwinglichen Bereich. Bei einem Kilo Tomaten ist man jetzt mit umgerechnet 2,5 Euro (ca. 10 – 12 Schekel) dabei. 

Bezüglich der hohen Lebenshaltungskosten in Israel schrieb mir heute ein Leser: 

"Die hohen Preise haben mich sehr überrascht. Wenn man mal nicht Falafel essen sondern ein normales Restaurant besuchen wollte, dann musste man schon tief in die Tasche greifen. Auch der Kiosk um die Ecke, hat für Cola und andere Getränke immer einen ordentlichen Schein verlangt. Für mich als "Touri" war es ok, für einen Israeli, der anscheinend ja nur 60 Prozent des deutschen Gehalts verdient - oder weniger - ist es aber sicherlich immer ein hartes Stück Arbeit, um mit den Preisen zurecht zu kommen". 

Wer sich als Tourist in Tel Aviv in eine der vielen AM:PM Filialen bewegt, der wird unwillkürlich ausgenommen. Nicht nur er, denn es gibt genügend Israelis, die dort auch einkaufen, weil viele nach der Arbeit zu faul sind, zu einem billigeren Supermarkt zu laufen. Der AM:PM liegt bequem um die Ecke und man denkt sich, dass man ja nur das Nötigste einkaufe und dementsprechend nicht soviel Geld zum Fenster hinauswirft. Spätestens an der Kasse aber kommt das Erwachen. 

Wer durch Israel reist, der sollte Einheimische nach günstigen Einkaufsmöglichkeiten fragen. Wenn es geht, jedoch keine Araber in Euren Hostels / Hotels, denn die schicken Euch zu ihren Freunden, von denen sie hinterher auch noch Provision kassieren. 

Was Ihr auf alle Fälle vermeiden solltet: 

In keinen Tante – Emma – Läden (dem sogenannten MAKOLET) einzukaufen. Sucht Euch einen Supermarkt wie MEGA, SHUFERSAL oder den ALDI Israels: RAMI LEVY.

Mittwoch, 22. August 2012

Israel, der Iran und nackte Armeetatsachen


Tourismus in der Jerusalemer Altstadt

Photo: Miriam Woelke
B"H

Befindet sich Israel im Alarmzustand ? Ein Leser fragte mich zurecht in einer e – mail, ob Israeltouristen nicht lieber ihren Urlaub hierzulande absagen sollten. Den Grund kann sich sicher jeder denken: Ein eventueller Angriff Israels auf die iranischen Atomeinrichtungen.

Besteht also derzeit ein Grund, den Israelurlaub besser abzusagen ? Die öffentlichen Diskussionen jedenfalls lassen allen Anlass für negative Mutmassungen zu.

Ob ein Tourist den Urlaub verschieben oder gar absagen will, liegt allein an ihm. In Israel zumindest ist die Stimmung so, dass der normale Alltag weiterläuft. Viele Israelis sind der Meinung, dass unsere Armee einen Militärschlag ausführen sollte, andere wiederum befürworten das Gegenteil. Das Leben geht weiter und nichts deutet auf Panik hin, wenn wir einmal von diversen Massenmedien absehen.

Angeblich sucht Netanyahu Unterstützung für seinen Plan. Auch vom geistigen Führer der SHASS – Partei, Rabbi Ovadiah Yosef. Vor wenigen Tagen soll Netanyahu einen Abgesandten zum Rabbi geschickt haben, der Letzterem unmissverständlich klarmachte, SHASS solle ja für einen Angriff stimmen. Dazu sei angemerkt, dass die SHASS – Partei in der Koalition sitzt. Wie sich Rabbi Yosef letztendlich entschieden hat, ist nicht bekannt, doch geht es ihm normalerweise stets um die eigene Taktik.

Das Ausland und die israelischen Medien spekulieren auf Teufel komm heraus. Ob Netanyahu erst die Wahlen in den USA abwarte oder sich überhaupt auf Obama verlassen könne. In Israel meinen viele, dass das Land im Ernstfall immer allein dastehen wird und sich daher auf niemanden in der Welt verlassen kann. Eines jedoch fällt auf: Wenn ich ein Land angreifen will, posaune ich dies nicht im Vorfeld hinaus, sondern tue es. So wie Menachem Begin es einst gegen die irakischen Atomeinrichtungen tat. Heimlich und schnell zugeschlagen und das wars. Wieso sollte ich jedes Wenn und Aber im voraus ausdiskutieren ? Womit wir zu einer weiteren Spekulation kommen ? Will Netanyahu den Iran vielleicht nur warnen und zum Einlenken bewegen ?

Achmadinejad scheint alles andere als Angst zu haben. Ich an seiner Stelle würde beim Anblick dieser Bilder genau so denken: Israelische Soldaten aus den Eliteeinheiten Kfir und Golani, die nackt vor der Kamera posieren und deren Bilder aus ihren e – mail Accounts geklaut worden sind. Danach stellte jemand alle nackten Tatsachen auf eine Porno Site. All das macht bestimmt keinen bedrohlichen Eindruck auf Achmadinejad und Israel steht, dank ein paar Armee -  Idioten, wieder einmal als der Depp dar. Aber wer weiss, vielleicht sind die nackten Soldaten ja nur eine neue Netanyahu – Taktik !

Sonntag, 19. August 2012

Israelische Taxifahrer zocken ausländische Touristen ab

B"H

Es ist kein Geheimnis, dass israelische Taxifahrer gern Touristen abzocken. Touristen haben meist keine Ahnung, tun sich schwer mit der israelischen Währung, können Preise schlecht einschätzen und, nicht selten, haben sie dazu noch Angst. Hört man nicht immer wieder Stories von palästinensischen Taxifahrern, die mitten in der Einöde die Fahrgäste auf die Straße setzen, sollten Letztere sich weigern, noch mehr Geld zu zahlen ? Jeder will so seinen Reibach an den Touristen machen und die Touristen wiederum suchen lediglich ihre Ruhe und zahlen gezwungenermassen. 

Wer von Jerusalem billig zum Ben Gurion Airport fahren will, der wende sich an die Taxizentrale NESHER und buche mindestens einen Tag im voraus. NESHER holt einen quasi von daheim ab und verlangt einen fairen Preis so um die 50 Schekel (ca. 10 Euro). Fragt in Euren Hostels oder Hotels nach NESHER JERUSALEM und lasst Euch kein privates Taxi aufschwatzen, denn dort zahlt Ihr locker 300 Schekel (ca. 60 Euro) für die Fahrt zum Airport. 

NESHER Telefonnummer zum Buchen des Sherut - Taxis von Jerusalem zum Ben Gurion Airport: 

02 - 6257227

Wenn Ihr von Jerusalem aus anruft, braucht Ihr die Vorwahl 02 nicht zu wählen, sondern nur direkt: 6257227

Dagegen könnt Ihr von und nach Tel Aviv bequem mit dem Zug fahren, denn der Airport und die Küstenstadt besitzen eine direkte Bahnverbindung. Außer am Schabbat oder nach ca. 23.00 Uhr, denn dann erwischt Ihr keine Züge mehr. 

Nehmt Ihr innerhalb einer Stadt ein Taxi, so muss der Fahrer sein Taxometer anstellen und kann nicht einfach willkürlich einen Preis bestimmen !

Dienstag, 14. August 2012

Im August ist Israel überlaufen


Gesehen im feucht - tropischen Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

B"H

Und dabei wollte ich in diesem Monat herumreisen und mehrere Artikel aus verschiedenen Landesteilen vorbereiten. Nichts ist, denn tagtäglich sehe ich die langen Schlangen vor den Eingängen zum Jerusalemer Busbahnhof und in dem Moment reicht es mir schon. Keine Lust auf Reisen, denn es sind noch Sommerferien und unser Land ist restlos überlaufen. Egal, wohin, jeder Bus ist gerammelt voll. Dann kommt man an und es stellt sich heraus, dass sogar das kleinste popelige Kaff nur so von Touristen wimmelt. Nicht nur ausländische Reisende, sondern vorwiegend Israelis. 

Am 27. August ist in Israel Schulbeginn und danach wird es hoffentlich ruhiger. Zumindest bis Anfang Oktober. Dann erwartet uns bereits eine weitere israelische Reisewelle, weil sich das Land eine Woche im Kollektivurlaub zwecks Sukkot (Laubhüttenfest) befindet. Wegen all dieser Gründe bleibe ich also daheim in Jerusalem und setze mich keinem Gedränge aus. Weder in den Bussen noch irgendwo anders am Ticketschalter. Das Herumfahren muss warten und allgemein bin ich auch noch froh darüber, da die Augusthitze eh kaum zu ertragen ist. Mehr als 30 Grad Celsius bei brennender Sonne und ewig nassgeschwitzten Klamotten. Nee, da hocke ich mich lieber in einen Raum mit Klimaanlage und sitze den Rest des Sommers aus.

Montag, 6. August 2012

Noch Platz für Buchungen in Tel Aviv

B"H 

Wenn es nicht gerade zum Wochenende sein muss, viele Tel Aviver Hostels haben sogar jetzt im August noch freie Übernachtungsmöglichkeiten (vorwiegend an den Wochentagen Montag, Dienstag und Mittwoch). Zumindest im SKY sowie in Momo's Hostel in der Ben Yehudah Street. 

Für ein paar Stunden bin ich heute in Tel Aviv und es ist gut, nach allem was vorgefallen ist, einmal aus Jerusalem herauszukommen. Immer noch leide ich an den Rippenprellungen, doch die Schnittwunden sind recht gut verheilt. Ebenfalls diese Woche besuche ich die schwerverletzte Jordan im Hadassah Krankenhaus. 

Als ich vorhin am Dizengoff Brunnen vorbeikam, war ich positiv überrascht. Nach all den Jahren der farblichen Vernachlässigung erstrahlt der Brunnen in neuem Glanz. Zwar bestanden seitens der Stadtverwatung Tel Aviv bis vor einigen Jahren noch die Pläne, dass Hochplateau am Dizengoff Square samt Brunnen abzureissen und den ehemaligen Zustand des Platzes wiederherzustellen. Im Nachhinein jedoch stellate sich heraus, dass die finanziellen Mittel zu einem kompletten Umbau nicht vorhanden sind und so zog man die billigere Variante, den Brunnen zu restaurieren, vor. Schlecht jedenfalls schaut es nicht aus und ich war, wie gesagt, positiv überascht. 







 Photos: Miriam Woelke

Sonntag, 5. August 2012

Billig schlafen in Tel Aviv


Kaffeehauslife in Downtown Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B"H

Man glaubt, es nimmt kein Ende. Als ich bis zum Mai dieses Jahres in Tel Aviv lebte, dachte ich, der unendliche Strom der Touristen reisse nie ab. Selbst in den Wintermonaten wimmelte es nur so von Touristen. Da kommen doch viele mit der Einstellung, der Winter in Israel sei mild und die Temperaturen steigen immer noch auf über 20 Grad. Es gibt sogar Leute, die kommen nur leicht bekleidet angereist. Selbst feste Schuhe geschweige denn eine Jacke sind in ihrem Gepäck nicht zu finden. Und dann kommt die große Überraschung: Die Januar – Februar – Kälte und Nässe hierzulande. Nicht selten wird dann erst einmal, zwecks Winterklamotteneinkauf, losgestürmt. 

Derzeit aber herrscht bis auf Weiteres die Sommerhitze von ca. 30 Grad Celsius täglich. In Jerusalem kühlt es sich meist gegen Abend spürbar ab, doch in Tel Aviv bleibt auch des nachts die tropische Luftfeuchtigkeit erhalten. Wer sich dann in einem der Hostel befindet und keine Klimaanlage oder einen funktionierenden Ventilator neben sich hat, der schaut ziemlich dumm drein, wenn ihm dauerhaft die Wäsche am Leib klebt und er nicht schlafen kann. 

Trotzdem ist Tel Aviv in den Sommermonaten DER heissbegehrte Ferienort in Israel, denn dort spielt sich die Action ab. Sommer, Sonne, Strand, Meer, Bars, Cafes und IN – Treffs. Die Hostels dürften dieser Zeit so gut wie ausgebucht sein, doch, wenn alles gutgeht, werde ich das morgen selbst einmal erkunden. Freunde von mir arbeiten in zwei Hosteln und ich werde einmal die Touristenlage abchecken und darüber berichten. Das Erstaunliche ist immer wieder, dass die Hostel – Kundschaft (egal, woher) alles billig haben will, aber sich dann beschwert, wenn der Schlafplatz einem Middle East Standard entspricht. Alles kann man nicht haben und wer wenig zahlt, bekommt auch im Gegenzug wenig geliefert. 

Falls jemand von Euch Fragen in Bezug auf Tel Aviver Hostel hat, kann er diese gerne stellen. Morgen werde ich voraussichtlich zwei der billigsten und zumeist ausgebuchtesten Hostels besuchen: Das SKY sowie das MOMO's. 



Momo's Hostel in der Bildmitte

Photo: Miriam Woelke

Montag, 23. Juli 2012

Aliyah nach Israel und Job im IT – Bereich ?


Wohnungen im Jerusalemer Stadtteil Rechavia. Allein diese unbedeutend erscheinenden Wohnungen kosten massig an Miete.

Photo: Miriam Woelke

B"H 

Eine Leserfrage, die sicherlich für viele andere Aliyahwillige auch interessant sein dürfte: 

Jemand aus Deutschland spielt mit dem Gedanken, nach Israel auszuwandern. Er ist Anfang 30 und beendete ein Informatikstudium. Hat derjenige gute Aussichten, in Israel einen Job zu finden ? 

Unabhängig von der Antwort möchte ich nochmals betonen, dass nur Juden berechtigt sind, Aliyah nach Israel zu machen. Sonstige Touristen sollten sich davor hüten, einfach so in Israel zu bleiben geschweige denn die Koffer zu packen, mit dem Ziel, sich in Israel niederzulassen und der Rest werde sich schon finden. 

In Israel gelten diesbezüglich strenge Aufenthalts – bzw. Einwanderungsregelungen, die stetig verschärft werden. Ohne Visum wird gnadenlos abgeschoben. Außerdem sollten Leute mit Touristenvisum immer daran denken, dass ihre Rechte eingeschränkt sind. Ob das auf dem Arbeitsmarkt ist oder im Gesundheitswesen. 

Was, wenn Euch etwas passiert, ihr krank werdet und ins Krankenhaus müßt ? Wer übernimmt die Kosten ? Dies beginnt schon allein beim Krankenwagen, der ohne Notarzt fast 500 Schekel (ca. 100 Euro) kostet ? Selbst die israelischen Krankenkassen übernehmen für die Ambulanz nicht immer die Kosten. Es sei denn, man bleibt eine Nacht im Krankenhaus. Aber auch in dem Falle bestehen noch weitere Kritierien. 

Die Top Hitliste in diesem Blog liegt, neben Holocaust – Themen, bei der Einwanderung nach Israel und ich nehme einmal an, dass viele Interessenten Nichtjuden sind. Leute, die sich, aus welchen Gründen auch immer, einfach so in Israel niederlassen wollen und eben das funktioniert in den seltensten Fällen. Anscheinend jedoch denken zu viele Leute, dass sie schon irgendwie alles geregelt kriegen und eine Abschiebung betreffe sie ja eh nicht. Einmal in Israel angekommen, tritt dann ziemlich schnell die Ernüchterung ein, denn alles ist teuer und wie sollen Rechnungen beglichen werden. Wo einen Job finden, wenn die Arbeitgeber keine Touristen mehr einstellen wollen, da dies Probleme mit sich bringt. Allein die Visavergabe kann zum Spiessrutenlauf werden und die Angestellten im Innenministerium sind alles andere als feinfühlig. Schlimmstenfalls bestellen die einen Streifenwagen und laden Euch direkt am Flughafen ab. Soviel zum Leben in Israel ! 

Zurück zur Jobfrage:

Es kommt zuerst darauf an, wo sich der Betreffende im Land niederläßt. Die großen IT – Centers liegen in und um Tel Aviv. Kleinere Bereiche finden sich in Jerusalem, doch im Technology Park am Har Chotzvim (zwischen Sanhedria und Ramot) sind fast nur junge Amerikaner beschäftigt. Und damit sind wir gleich beim großen Problembereich: Eine Menge amerikanischer Juden wandern nach Israel ein und viele kommen aus dem IT – Bereich. Somit werden die zum größten Konkurrenten des deutschen Einwanderungswilligen. 

Ferner werden im IT – Bereich meist super Englischkenntnisse verlangt. Muttersprache Englisch und englische Programmierung. Alle israelischen PCs laufen entweder ausschliesslich in englischer oder hebräischer Sprache. 

Kurz gesagt, der Betreffende kann Glück haben und einen Job finden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch zuerst auf unterer Ebene. Vielleicht sogar nur in einem Call Center (Customer Service). Trotz Studium und BA, MA oder was auch immer, sollte ein Neueinwanderer seine Anforderungen drastisch herunterschrauben. Man fängt nicht selten ganz unten an und wer Beharrlichkeit zeigt, der steigt allmählich auf. 

Ein Geheimtipp der israelischen IT – Branche sind GOOGLE ISRAEL oder INTEL, wo hervorragende Bedingungen herrschen. Doch dort will jeder hin und von daher sollte sich niemand auf einen Job dort verlassen. Die Tel Aviver High Tech Branche heuert und feuert. Heute noch einen tollen Job stehen morgen Kürzungen an und man selber auf der Straße. Deswegen kann ich keine eindeutige Antwort auf die Frage geben, sondern sage lediglich, dass man Glück haben kann; oder halt auch nicht.

Sonntag, 17. Juni 2012

Das Jerusalemer AVRAHAM HOSTEL am Schabbat

B"H 

Das AVRAHAM HOSTEL in Jerusalem gehört zu den besten in Israel. Hostelworld sowie Hostelbookers loben das Hostel bis in den Himmel hinein. 

Als ich im Mai ein paar Tage auf den Einzug in meine neue Wohnung warten musste, checkte ich für die Tage ins Avraham Hostel ein und war begeistert. Ich hatte mir ein Privatzimmer genommen, welches recht groß und geräumig war. Der Preis stimmte und das morgentliche Frühstücksbufett war mehr als reichlich. 

Vielerorts wird über das AVRAHAM HOSTEL berichtet, doch eines, was nie zur Sprache kommt, möchte ich unbedingt erwähnen. Offenbar hat keiner der anderen Berichterstatter je in dem Hostel übernachtet, sondern sich nur mündlich Inhalte erzählen lassen. Ich meinerseits war selber Gast und obwohl das Avraham wirklich super ist, so hat es dennoch seine Problemchen am Schabbat. 

Ein religiöser Jude mag am Schabbat auf ungeahnte Schwierigkeiten stossen. Okay, der Fahrstuhl muss nicht benutzt werden und man kann die Treppen bis hinauf in den 3. Stock erklimmen. Die Eingangstür zum Hostel ist da schon ein bisschen komplizierter, denn die kann von innen nur per Knopfdruck geöffnet werden. Wer von draußen hinein will, der muss nicht selten erst die Rezeption anläuten, welche daraufhin per Buzzer die Tür öffnet. 

Ich erwähne dies nur, damit relig. Juden wissen, was sie so ungefähr zu erwarten haben und sich ggf. darauf vorbereiten, wenn sie denn den Schabbat im Hostel verbringen. Ansonsten bietet das Hostel für den Touristen interessante Ausflüge wie Pub Crawl, eine Altstadttour, Karaoke, Filmeabend oder eine Tour über den benachbarten Machane Yehudah Markt. Einige Ausflüge und hauseigene Kurse (wie israelisch kochen) sind umsonst. Andere hingegen verlangen einen kleinen Unkostenbeitrag.

Montag, 11. Juni 2012

Neues aus dem jüdischen Altstadtviertel in Jerusalem


Besuchermassen beim derzeitigen LIGHT FESTIVAL in der Jerusalemer Altstadt

B"H

Beim Durchqueren der Jerusalemer Altstadt machte ich im jüdischen Viertel ungemein positive Entdeckungen. Gleich neben dem Cardo eröffnete die Jerusalemer Bäckerei – und Kaffeehauskette NE’EMAN. Wer sich all die extrem hohen Fressalienkosten im jüdischen Viertel ersparen will, der kaufe Kaffee und Kuchen bei Ne’eman ! Es wurde höchste Zeit, dass Preiswertes angeboten und nicht nur reine Touristenabzockerei betrieben wird. 

Und was erwartet den Besucher noch ?



Ein neuer Burger Place gleich neben einem neuen Makolet (kleiner Supermarkt). Siehe unteres Photo !



 Und das alles gegenüber der Holy Bagels, vor den Treppen hinunter zur Klagemauer (Kotel).



Photos: Miriam Woelke

Neben dem Burger Place befinden sich weitere Bagel Snacks sowie ein Café. Für Burger und Bagel übernehme ich keine Preisgarantien, doch das Café mittendrin ist nicht besonders teuer. Israelischer Standard, keine Touristenabzocke und mit gutem Kaffee.

Da fehlt nur noch eines: Die Toilette ! 
Das Cafe besitzt eine eigene Toilette, viele weitere die Bagel Etablissements nicht. Dafür naht gleich um die Ecke das kostenlose öffentliche Örtchen oder unten an der Klagemauer die Toiletteneinrichtungen (ebenso kostenlos). Normalerweise sind die Toiletten der jüdischen Altstadt (besonders an der Klagemauer) recht sauber gehalten. Da man jedoch nie weiss, was einen erwartet, empfehle ich, immer etwas Klopapier oder Papier Tissues dabeizuhaben. Für den Fall eines Falles ! :-)

Links:

Das Cardo in der Jerusalemer Altstadt, Teil 1

Das Cardo in der Jerusalemer Altstadt, Teil 2

Samstag, 9. Juni 2012

Nach Abschiebung aus Israel: Einreise mit neuem Pass funktioniert nicht

B"H  

Jahrelang hielt sich unter aus Israel abgeschobenen Touristen hartnäckig das Gerücht, dass wenn man sich im Heimatland einen neuen Pass mit anders klingendem Namen ausstellen läßt, man sofort wieder in der Lage sei, nach Israel zurückzukehren. Doch das funktioniert nicht mehr, wie ich von einem Bekannten erfuhr. 

Touristen, die in Israel ihr Visum nicht verlängern bzw. das Visum um Monate oder sogar Jahre überschreiten und von der Polizei aufgriffen werden, werden in der Regel abgeschoben. Es sei denn, jemand kann glaubwürdig nachweisen, Jude zu sein. Nicht einfach nur so behaupten, wie es unzählige Touristen tun, sondern schriftlich beurkundet belegen. Nichtjuden hingegen werden nach absichtlicher Visaüberschreitung sofort abgeschoben. Bedeutet, in Polizeigewahrsam genommen, um dann am Flughafen in ein Flugzeug des Heimatlandes verfrachtet zu werden. In dem Fall darf der Betroffene mindestens fünf bis zehn Jahre nicht mehr nach Israel einreisen. 

Dann kam irgendwann das Gerücht auf, dass man sich ja nach der Abschiebung im jeweiligen Heimatland entweder einen neuen Pass mit anderer Passnummer ausstellen lassen kann oder seinen Namen eventuell ändert. Vielleicht noch einen Zweitnamen hinzufügt. Dann nämlich sei man in der Lage, die israelischen Grenzkontrollen irrezuführen und wieder einzureisen. 

Wie ich von einem Freund erfuhr, wurde vor ca. 1,5 Jahren ein gemeinsamer Bekannter von uns aufgegriffen und nach England abgeschoben. Sieben oder acht Jahren hatte er sich in Israel ohne Visum aufgehalten. Vor ca. zwei Monaten stand er wieder am Ben Gurion Flughafen. Mit neuem Pass und Namen, denn mittlerweile hatte er den Familiennamen seiner biologischen Eltern angenommen. In seiner Kindheit war er adoptiert worden und trug, zur Zeit der Abschiebung, den Nachnamen seiner Adoptiveltern. Um sich eine sofortige Einreise wieder zu ermöglichen, wechselte der Engländer der Nachnamen aus und hatte auch gleich einen neuen Pass parat. 

Genutzt hat ihm das nicht, denn die Grenzpolizei fand seine wahre Identität heraus und so wurde er vom Flughafen aus abgeschoben. Wie das möglich sein kann ? Entweder anhand von Fingerabdrücken oder von speziellen Codes im Pass.

Montag, 4. Juni 2012

Erhebt Jerusalem eine "Touristensteuer" ?

B"H 

Freitags sind die israelischen Tageszeitungen besonders dick, denn sie beinhalten, u.a, das Wirtschaftsmagazin und viele viele Politzusätze. Einer dieser Infos sind die Lokalnachrichten, die, genau genommen, nur zum Schabbat hin Veröffentlichung finden. Ansonsten berichtet die große Tagespresse landesweit nicht darüber, ob auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt ein neuer Stand aufmachte. 

Am vergangenen Freitag fanden wir im Lokalteil (Zman Yerushalayim) der Zeitung MA’ARIV eine interessante Meldung, die vor allem Jerusalemtouristen angeht: 

Jerusalem ist neben New York, New Dehli oder Vancouver, ist eine Touristenstadt. Allein im Jahre 2011 verzeichneten die lokalen Hotels 3,854,500 Übernachtungen (18% aller Hotelübernachtungen Israels). 

Ausgerechnet die linksgerichtete Meretz - Partei fordert aufgrund des hohen Touristenandrangs eine extra "Touristensteuer" von 1,5%. Diese Steuer werde von den Hotels bei der jeweiligen Übernachtung des Touristen in die Rechnung mit einbezogen. Auf diese Weise könne der Tourismus dazu dienen, dass marode Stadtsäckel aufzufüllen und den Wirtschaftsstandort Jerusalem auszubauen. Immerhin gebe es ja in New York, New Dehli oder dem kanadischen Vancouver auch bereits eine extra Touristensteuer. Warum nicht auch in Jerusalem ? 

Für einen Israeli klingt das nicht schlecht, denn sind wir doch eh alle sauer, weil wir Israelis in Hostels (ob auch in Hotels, weiss ich nicht) oftmals mehr zahlen als Touristen. Als ich neulich einige Tage im Jerusalemer “Avraham Hostel” nächtigte, zahlte ich für mein Einzelzimmer 30 Schekel (ca. 6 Euro) pro Nacht mehr als ein ausländischer Tourist. Begründung: Die israelische Mehrwertsteuer wurde mir auf den ausgeschriebenen Zimmerpreis geknallt. Warum also soll es dann nicht den Touristen auch einmal an den Kragen gehen ?:-)))

Der Stadtrat will den Antrag zur Diskussion stellen und beraten.

Freitag, 18. Mai 2012

Zurück in Jerusalem

B"H

Seit heute früh darf ich mich wieder als Jerusalemer Einwohner bezeichnen. Natürlich muss ich mich erst einmal wieder an die lansamere Jerusalemer Gangart gewöhnen. Alles ruhig angehen und keine Tel Aviv Hektik. :-)

In meine neue Wohnung kann ich erst zum 1. Juni einziehen und bin auf zwei Tage in einem Hostel untergekommen. Falls jemand in Jerusalem ein tolles Hostel sucht, der schaue im "Avraham Hostel" vorbei. Nicht ganz billig wie ich finde. Allerdings zahle ich als Israeli für mein Einzelzimmer mehr als ein Tourist, denn mir wird die Mehrwertsteuer berechnet. 


Die romantische Seite Jerusalems

Photo: Miriam Woelke

Endlich einmal ein Hostel mit normalen Leuten und keine, die randalieren. Das koschere Frühstück ist reichlich und hervorragend. Jeder Gast muss nach dem Essen sein Geschirr selbst abwaschen, was eine recht gute Idee ist. 

Am Sonntag fahre ich auf ein paar Tage nach Zfat in Nordisrael. Urlauben und an einigen relig. Vorträgen teilnehmen, bevor es wieder zurück nach Jerusalem geht und ich die Wohnung beziehe. 

Heute und morgen werde ich den Schabbat zumeist im ultra – orthodoxen Mea Shearim verbringen, wo ich bei Freunden eingeladen bin. 

Schabbat Schalom an alle Leser !

Sonntag, 13. Mai 2012

Ab dem 1. Juni werden die Hostels teurer

B"H 

Die Touristensaison hat längst begonnen und es ist kein Geheimnis, dass Israel nicht über ausreichende Bettenkapazitäten verfügt. In den Sommermonaten Juni, Juli und August haben jene Touristen, die nichts im voraus gebucht haben, das Nachsehen. Zudem ziehen ab dem 1. Juni die Hostelpreise in Tel Aviv mächtig an. 

Die billigsten Hostels der Stadt sind nach wie vor das SKY sowie das MOMO’s. Im SKY steigen die Dormitory Preise auf 95 Schekel pro Nacht (fast 20 Euro) an. Zum Frühstück wird ein schlabberiges Stück Kuchen und ein Kaffee oder Tee serviert. Im MOMO’s nebendran (gleicher Besitzer) wird das Dormitory – Bett auf 100 Schekel (ca. 20 Euro) ansteigen. Privatzimmer wird es kaum mehr unter 300 Schekel (ca. 60 Euro) geben. 

50 oder 60 Euro in Israel bedeuten keinen Komfort nach deutschen Maßstäben, sondern ein Zimmer mit spärlicher Einrichtung und wenn man Glück hat, ist es auch sauber. Die Decke kann einem, unter anderem, schon einmal auf den Kopf knallen, aber wer nur 300 Schekel zahlt, der bekommt die Quittung. In einer Stadt wie Tel Aviv muss man tiefer in den Geldbeutel greifen, um Qualität zu erhalten. Mit 50 oder 60 Euro kann hier niemand einen Blumenpott gewinnen. 


Der Mauerputz auf dem Weg nach unten.:-)

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, 6. Mai 2012

"Ballermann" in Tel Aviv

B"H 

Keine Ahnung, wie es woanders auf der Welt ausschaut, doch wenn in Tel Aviv die Touristen heranströmen, dann suchen viele von ihnen die Gepflogenheiten ihres Heimatlandes. Wenn es um Service, Sauberkeit, Bedienung und überhaupt geht, dann sollte alles wie daheim sein. Ist dem nicht so, kommen nicht selten dumme Sprüche. 

Vor all den Beschwerden sollte sich jeder Tourist erst einmal an die eigene Nase fassen, wie er einen Tisch im Restaurant hinterläßt. Wie checkt er aus einem Hotel / Hostel aus und wie viel Dreck läßt er im Zimmer ? 

Israel liegt im Nahen Osten und dementsprechend ist "Middle East Mentality" angesagt. Die Straßen sind nicht so blitzblank geputzt wie vielleicht in deutschsprachigen europ. Ländern. Die Einheimischen unterhalten sich lauter und emotionaler. Deswegen jedoch muss nicht immer alles als "Streiten" ausgelegt werden. Israelis unterhalten sich nun einmal gerne lauter und der eine versucht den anderen mit Argumenten zu übertrumpfen. 

Ich weiss nicht, wie action – mässig der "Lonely Planet" Tel Aviv anpreist, aber letztendlich sind es nicht wenige Touristen, die hier in der Stadt unangenehm auffallen. Das sage ich in einem Moment, in dem die Touristensaison gerade beginnt und heute abend Touristen durch Gegend am Strand torkeln oder gröhlen. Manchmal hat man abends in dieser Gegend echt das Gefühl am internationalen Ballermann zu sein.

Samstag, 5. Mai 2012

Wenig Romantik am Strand von Tel Aviv

B"H 

Wer die berühmte Strandromantik sucht, der wird sie vermutlich nicht unbedingt in Tel Aviv finden. Ein schmaler Sandstrand mit Betonkulisse im Hintergrund. 

Obwohl der Strand jede Nacht gesäubert wird, liegen Zigarettenkippen zuhauf herum. Tagsüber sind freilaufende Hunde verboten, doch abends gehen viele Herrchen mit ihnen Gassi. Und das macht sich auch im Sand bemerkbar. :-)







Photos: Miriam Woelke