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Mittwoch, 14. November 2012

Mogelpackung a la Israel

B"H

Mogelpackungen sind international und auch in Israel schummelt uns die Wirtschaft alles Mögliche unter. 

Ich liebe Käse und dabei ganz besonders Camembert. Doch Camembert ist in Israel wahnsinnig teuer und die allerkleinste Ausgabe kommt fast auf 20 Schekel (ca. 4 Euro).

Beim israelischen Gegenpart zum deutschen ALDI, Rami Levi, erstand ich heute früh meinen Lieblingscamembert, sah jedoch erst daheim, dass auch hier der Preis erneut um zwei Schekel (ca. 40 Cent) angestiegen war. Ich weiss, dass die Packung größenmässig nicht dem eigentlichen Produkt entspricht, doch hier für alle, die es nicht wissen:



Dennoch schmeckt der Camembert und der Geschmack lässt einen den hohen Preis fast vergessen.:-)



Photos: Miriam Woelke

Link:

Der Betrug am Essen in israelischen Restaurants

Sonntag, 28. Oktober 2012

Preiserhöhungen am 1. November

B"H 

Nicht vergessen: 

Ab dem 1. November ziehen die israelischen Lebensmittelpreise wieder einmal kräftig an. Von Milchprodukten bis hin zur Coca Cola gehen die Preise ein paar Prozent hinauf. Selbst der Milchprodukteproduzent TARA läßt, zusammen mit der Konkurrenz von TNUVA und STRAUSS (Cottage Cheese), die Preise steigen. 

Und dabei wurde TARA vor einiger Zeit vom Coca Cola Konzern aufgekauft. Wer hätte gedacht, dass TARA damit zu Coca Cola gehört ?

Sonntag, 7. Oktober 2012

Weitere Preissteigerungen nach Sukkot


Am letzten Freitag auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt. 
In Jerusalem ist meine Freitagszeremonie stets dieselbe: Morgens geht es zum Obst – und Gemüseeinkauf auf den Machane Yehudah Markt. Danach heim und es wird für den Schabbat gekocht und geputzt.

Photo: Miriam Woelke
B"H


Vielleicht können es einige nicht mehr hören, doch am morgigen Sonntag ist schon wieder ein jüdischer Feiertag. Abends beginnen die Feste SCHMINI ATZERET und SIMCHAT THORA, welche den Abschluß des Sukkot (Laubhüttenfest) bilden. Zwar sind sie nicht mehr Bestandteil des Sukkot, sondern eigenständige Feiertage, doch der Einfachheit halber sage ich einmal, dass mit den beiden Festen das Sukkot in Israel am Montag abend offiziell sein Ende findet. In der Diaspora wird dies erst Dienstag abend der Fall sein.

Der morgige Sonntag jedoch gleicht erst einmal wieder einem Freitag. Geschäfte und Restaurants sind bis nachmittags geöffnet und gegen 16.00 Uhr dürften auch die Egged Busse ihren Verkehr einstellen. Ab Montag abend 18.00 Uhr ist alles vorbei und der Alltag kehrt wieder ein. Der nächste jüdische Feiertag erfolgt erst wieder im Dezember mit CHANUKKAH.

Ab Dienstag sind alle Ministerien und die Stadtverwaltungen geöffnet.

Nach Sukkot sowie im November werden erneute drastische Preissteigerungen erwartet. Coca Cola will seine israelischen Preise um fast 6 % anziehen und auch Obst und Gemüse stehen Teuerungsraten bevor. Der Lebensmittelproduzent OSEM will mitziehen und verteuert Israels beliebtes Junk Food BAMBA. Weiter im  "Teuerungsgespräch" befinden sich auch einmal wieder die Milchprodukte und wir können uns schon einmal auf noch höhere Lebensmittelpreise "freuen".

Donnerstag, 13. September 2012

Israelis leben auf Pump

B"H 

Wie jedesmal zum Jahresausklang werden dieser Tage verschiedene aktuelle Statistiken bezüglich unseres Landes veröffentlicht. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Zwar kaufen Israelis sehr gerne ein, aber der Mehrheit fehlt das Geld. Immer mehr Landsleute driften ins Overdraft (Dispokredit) ab und ganze 52 % sogar chronisch. Kaufen auf Pump, in vielen Läden per Kreditkarte und dann auch nicht die ganze Summe auf einmal, sondern in monatlichen Raten. Deswegen braucht sich in Israel niemand zu schämen, weil all das zum stinknormalen Alltag mit dazugehört. 

Laut einer Statistik reicht bei 38 % der Israelis das monatliche Einkommen nicht bis zum Monatsende und man ist demzufolge gezwungen, neue Schulden zu machen. 

Das halbe Land lebt im Overdraft, doch es wird weiter munter eingekauft. Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch nicht im im Sonntag abend beginnenden  neuen Jahr 5773. 



Die Shopping Lust der Israelis. Die Bilder zeigen die Malcha Mall in Jerusalem.

Photos: Miriam Woelke

Montag, 10. September 2012

Israel ist teuer und wird noch teurer

B"H 

Dieser Bericht soll keineswegs den Eindruck der Jammerei erwecken. Schliesslich sind wir hierzulande massive Preissteigerungen in aller Regelmässigkeit gewohnt. Trotzdem muss ich einmal wieder verkünden, dass deutsche Preise immer noch niedriger liegen als jene in Israel. Und damit meine ich insbesondere Lebensmittel aller Art sowie Restaurants. 


Photo: Miriam Woelke


Die Titelseite der heutigen YEDIOT ACHARONOT Zeitungsausgabe (siehe oben) verheisst auch für die kommenden Wochen nicht besonders viel Gutes. Jetzt schon liegt die Gemüsepreise im kaum mehr erschwinglichen Bereich. Bei einem Kilo Tomaten ist man jetzt mit umgerechnet 2,5 Euro (ca. 10 – 12 Schekel) dabei. 

Bezüglich der hohen Lebenshaltungskosten in Israel schrieb mir heute ein Leser: 

"Die hohen Preise haben mich sehr überrascht. Wenn man mal nicht Falafel essen sondern ein normales Restaurant besuchen wollte, dann musste man schon tief in die Tasche greifen. Auch der Kiosk um die Ecke, hat für Cola und andere Getränke immer einen ordentlichen Schein verlangt. Für mich als "Touri" war es ok, für einen Israeli, der anscheinend ja nur 60 Prozent des deutschen Gehalts verdient - oder weniger - ist es aber sicherlich immer ein hartes Stück Arbeit, um mit den Preisen zurecht zu kommen". 

Wer sich als Tourist in Tel Aviv in eine der vielen AM:PM Filialen bewegt, der wird unwillkürlich ausgenommen. Nicht nur er, denn es gibt genügend Israelis, die dort auch einkaufen, weil viele nach der Arbeit zu faul sind, zu einem billigeren Supermarkt zu laufen. Der AM:PM liegt bequem um die Ecke und man denkt sich, dass man ja nur das Nötigste einkaufe und dementsprechend nicht soviel Geld zum Fenster hinauswirft. Spätestens an der Kasse aber kommt das Erwachen. 

Wer durch Israel reist, der sollte Einheimische nach günstigen Einkaufsmöglichkeiten fragen. Wenn es geht, jedoch keine Araber in Euren Hostels / Hotels, denn die schicken Euch zu ihren Freunden, von denen sie hinterher auch noch Provision kassieren. 

Was Ihr auf alle Fälle vermeiden solltet: 

In keinen Tante – Emma – Läden (dem sogenannten MAKOLET) einzukaufen. Sucht Euch einen Supermarkt wie MEGA, SHUFERSAL oder den ALDI Israels: RAMI LEVY.

Donnerstag, 16. August 2012

Preiserhöhungen vor den Feiertagen


Aus der heutigen Ausgabe der israelischen Tageszeitung ISRAEL HAYOM

Photo: Miriam Woelke

B"H 

Wir kennen das ja alle schon: Pünktlich zu den hohen jüdischen Feiertagen im September / Anfang Oktober, werden in Israel wieder einmal die Preise erhöht. Als ob wir nicht schon genug für unser täglich Dasein ausgeben. Neben dem Spritpreis erhöhen sich gleichzeitig die Preise der Milchprodukte, Hühnchen wird auch teurer genau so wie Eier, Obst und Gemüse. 

Die Regierung beschloss gerade eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 17% und da die Erhöhung mit dem 1. September in Kraft tritt, erhöhen sich damit fast alle Preise. Lange habe ich es aufgegeben mir vor Augen zu halten, was ich in Deutschland für Klopapier, Käse, Fisch oder Wurst zahlte. Wenn ich die deutschen Preise mit den israelischen vergleiche, verfalle ich automatisch in die Depression und um dem vorzubeugen, stelle ich mir lieber gar nichts mehr vor. In Deutschland wird gejammert, dass alles so teuer ist. Israelis jammern noch schlimmer, doch haben sie auch mehr Grund dazu. Prozentual verdienen wir viel weniger, zahlen jedoch enorme Summe für Lebensmittel. Ganz schlimm wird es vor den Feiertagen, denn dann wollen die Händler so richtig Kasse machen.

Mittwoch, 15. August 2012

Wirtschaftsstandort Jerusalem


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Jerusalem hat ein Standortproblem. Das ist nicht neu, doch wurde in einer Lokalzeitung vom letzten Freitag ein Interview mit einem Forum gebracht und der Frage nachgegangen, warum dieses Standortproblem nicht aus der Welt geschafft werden kann. Warum die Jugend vorwiegend nach Tel Aviv abwandert und warum Jerusalem kein Hightech – Eldora werden kann. 

Das Forum schien die passende Antwort zu haben: Es fehle an Boden. Wo, bitteschön, sollen sich denn große Unternehmen niederlassen, wenn es a) an Bebauungsfläche fehlt und b) die gewerblichen Mieten viel zu hoch liegen ? Da biete die Küste oder selbst der Norden mehr Platz und Bebauungsfläche. Außerdem werde Jerusalem sein Stigma nicht los: Dass die Stadt Provinz und kleinbürgerlich sei. 

So also die Antwort und wir alle wissen, dass etwas Wahres daran ist. Nutzungsflächen sind rar und deswegen werden kaum Fabriken gebaut. Die Folge ist, dass Arbeitspläze fehlen, die wiederum in Tel Aviv vorhanden sind. Industriegebiete wie Talpiyot oder Beit HaTfus reichen bei weitem nicht aus. Auf dem Arbeitsmarkt auf der Strecke bleiben vor allem Neueinwanderer, die die Sprache nicht beherrschen und Probleme haben, sich der israelischen Mentalität anzupassen. Allein aus diesem Grund ist die Armut unter den Neueinwanderern prozentual häufiger verbreitet als bei geborenen Israelis. 



Industriegebiet Talpiyot in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke


Werfen wir auch gleich noch einen Blick auf den aktuellen Immobilienmarkt der Stadt Jerusalem:

So wurde eine Zwei – Zimmer – Wohnung im IN – Viertel German Colony, 48 qm, für, sage und schreibe, 1,280,000 Mio Schekel (ca. 256,000 Euro) verkauft. Im weniger betuchten Stadtteil Kiryat Yovel dagegen wechselte eine Vier – Zimmer – Wohnung für gerade zu läppische 1,320,000 Schekel (ca. 264,000 Euro) den Besitzer. 

Wer kauft sich auch in der German Colony, wenn er es sich nicht leisten kann ? :-)))
Das Statement soll jedoch nicht davon ablenken, dass auch in Jerusalem mittlerweile übertriebene Wohnungspreise eingefordert werden. Egal, ob bei der Miete oder beim Kauf einer Immobilie.

Sonntag, 12. August 2012

Schulbeginn in Israel und der Untergang der heimischen DO - IT - YOURSELF

B"H 

Aller Gerüchte bezüglich eines israelischen Angriffs auf den Iran zum Trotz, beschränke ich mich lieber aufs Wesentliche. Sprich, den gelebten Alltag. Taktisch gesehen, glaube ich kaum, dass unsere Regierung einen etwaigen Angriff auf die Atomeinrichtungen des Iran munter im voraus bekannt gibt. Frei nach dem Motto: "Wir kommen dann mal in drei Stundem zum Bombardement vorbei !" :-) 

Wer dazu noch die israelische Presse und das momentane Sommerloch kennt, der kann sich eh vorstellen, dass mal wieder mehr spekuliert anstatt mit Fakten aufgewartet wird. Fakten nämlich kennt außerhalb des Kabinetts niemand, aber man muss ja der Leserschaft etwas bieten. Aus diesem Grund mache ich mir im Hinblick auf den Iran keinen großen Kopf und beteilige mich an keiner Panikmache. Dagegen fahre ich einmal wieder mehr ein wirtschaftlich – gesellschaftliches Thema auf: 

Am 27. August beginnen in Israel die regulären Schulen mit dem neuen Schuljahr. Religiöse Schulen beginnen eine Woche vorher mit dem Unterricht, doch, insgesamt betrachtet, gehen die Sommerferien dem Ende entgegen. Wer dieser Tage in Supermärkte oder anderweitige Discounter aller Art einkaufen geht, der wird nur so mit Schulkram überhäuft. Sonderangebote über Sonderangebote und alles unübersehbar meist auf Paletten aufgeschlichtet. Vom Anspitzer, zum Radiergummi, zum Heft bis hin zum Ordner … zum baldigen Schulbeginn geht der Billig – Run auf die Schulwaren los. 

Ich betreibe hier keine Office Depot Werbung, obwohl dies auf den ersten Blick so erscheinen mag. Zugegeben, die israelische Schreibwarenkette Office Depot fährt heute mit einer riesen Werbeaktion in der größten Tageszeitung des Landes, ISRAEL HAYOM, auf. Vieles wird zum sagenhaften Preis von nur einem Schekel (ca. 20 Cent) angeboten. Stifte, Textmarker, etc. Alles zum Schulbeginn halt. 

Worauf ich im Fall OFFICE DEPOT jedoch eingehen will, ist die massenhafte Schliessung zahlreicher Filialen. Zuletzt die der eher heruntergekommen aussehenden Office Depot Filiale im ehemaligen Jerusalemer Kaufhaus Ha'Mashbir. Das Kaufhaus selbst ist von der King George längst in ein neues Gebäude an der Jaffa Road / Zion Square umgezogen. Im alten Gebäude an der King George dagegen zogen mehrere israelischen Ketten wie der Drogerieriese SUPERPHARM ein. Im oberen Stockwerk befand sich bis vor kurzem Office Depot, doch das gehört jetzt zur Vergangenheit. 



Die heutige OFFICE DEPOT Werbung in der ISRAEL HAYOM Tageszeitung

Photo: Miriam Woelke

Immer mehr Office Depot Filialen schliessen und demselben Schicksal sieht der israelische "Obi" mit dem hiesigen Namen ACE entgegen. Die heimische Presse lästert, dass beide Ketten (Depot & ACE) offenbar ihren wichtigsten Konkurrenten IKEA übersehen oder besser, ignoriert haben. Die zwei israelischen IKEA – Niederlassungen befinden sich zwar weit weg. Einmal in Netanyah und die zweite Niederlassung in Rishon Le'Zion. Dennoch zieht es die Israelis lieber zu den Schweden als ins heimische ACE oder Office Depot. Neulich kaufte ich mir bei ACE ein Regal und der Service war unter aller Sau. ACE wirbt mit dem Slogan "Kaufen und daheim zusammenbauen". Kein Problem und ich baue fast alles selbst und schliesse auch einmal eine Lampe an. Mit dem Regal aber gabs Probleme, denn in der Packung waren die falschen Schrauben und da nützte das beste Do – It – Yourself - Gewerkel nichts mehr. Umtauschen wollte mir der russische Servicetyp die falschen Schrauben nicht und so musste ich nochmals neue Schrauben kaufen. Niemals wieder ACE, so schwor ich mir. Und wenn, dann ggf. nur im Notfall. 

Israelische Firmen verschlafen nicht selten den Anschluss und sobald ein günstigerer Kandidat mit besserem Service aufwartet, kann sich diese Ignoranz als Schuss nach hinten erweisen. Zu viele israelische Firmen sind sich ihrer Sache zu sicher und meinen, die Kundschaft hänge von ihnen ab. In einem Markt, in dem sich die internationale Konkurrenz immer mehr durchbeisst (Beispiel: IKEA, H&M oder die Suppen und Saucen von KNORR), wird es immer schwerer, auf seiner eigenen Sturheit zu bestehen. Wenn IKEA eine Filiale in Jerusalem eröffnen täte, so wäre das für Tausende potenzieller Kunden von Vorteil, für israelische Do – It – Yourself Märkte jedoch der Ruin. Aber ich nehme einmal an, dass es für einen Riesen wie IKEA nicht so einfach ist, in Jerusalem ausreichend Verkaufsfläche zu finden.

Montag, 9. Juli 2012

Banken, Mieten, Obdachlosigkeit

B"H

Es hat nichts mit den immer wiederkehrenden Demos der extremen Linken zu tun: Obdachlosigkeit war und ist in Israel ein nicht zu übersehendes soziales Problem. Viele Menschen bleiben in der Gesellschaft ganz einfach auf der Strecke und das aus vielerlei Gründen. Zum einen ist der Anteil der Neueinwanderer unter den Obdachlosen extrem hoch. Hierbei insbesondere russische Alkoholiker und Junkies jeden Alters und Geschlechts. Hinzu kommen geborene Israelis, die aufgrund von Arbeitslosigkeit und / oder Scheidung ganz unten landeten. All die sozialen Probleme sind nicht viel anders als in Europa oder überall auf der Welt.

Jobs, von deren Gehalt man nicht leben kann. Zeitarbeitsfirmen, welche die Arbeiter ausnutzen. Kredithaie, Wohnungsnot und und und. In Israel ist all das massenhaft zu finden und man braucht sich nicht lange umzuschauen. Ich kenne viele Leute aus allen möglichen Schichten und ignoriere deswegen das soziale Problem nicht weg. Meine Zeit in Tel Aviv hat mit dazu beigetragen, dass ich die israelische Gesellschaft von oben bis unten kennen gelernt habe und die meisten Leute bereits von Weitem identifizieren kann. Das gehörte in Tel Aviv zum Job, denn in unserem "Etablissement" konnten wir nicht jeden hineinlassen. Junkies, Koksis und Krawallmacher, die auf den ersten Blick furchtbar freundlich wirken, blieben grundsätzlich draußen. Was am allerschlimmsten ist, sind Leute, die sich arrogant geben und einen in Endlosdiskussionen verwickeln wollen. Auch das habe ich gelernt, sofort zu unterbinden und das setzt sich bis hier im Blog fort.

Trotzdem gibt es viele arme Schweine, die ganz unten ankamen, aber aufgrund des sozialen Systems gar keine Chance mehr auf eine Verbesserung ihrer Lage haben. Eine feste Bleibe – das zumindest sollte das Recht eines jeden Menschen sein, doch mittlerweile ist es unbeschreiblich schwer geworden, eine Wohnung zu finden. Selbst WG – Plätze sind nicht einfach mal so zu ergattern, wie ich aus eigener Vergangenheit weiss.

Nicht nur, dass sich die Wohnungssuche als schwierig erweist, nein, die Vermieter wollen heutzutage Sicherheiten. In Tel Aviv ist eine Kaution von 5000 Schekel (1000 Euro) nur allzu normal. In Jerusalem dagegen wollen die Vermieter zwölf vordatierte Schecks für die monatliche Miete. Neben den Kreditkarten gehören Schecks in Israel zum Alltag und die Mieten werden zumeist per Bankscheck gezahlt. Bedeutet, man übergibt dem Vermieter die Mietschecks für ein Jahr im voraus, denn normalerweise laufen hierzulande die Mietverträge auf ein Jahr. Danach wird entweder verlängert oder ausgezogen. 

An jedem ersten des Monats geht der Vermieter mit dem Scheck zur Bank und löst ihn ein. Ferner verlangen heute viele Vermieter einen sogenannten "Sicherheitsscheck" von mehreren 1000en von Schekeln. Nicht, um ihn einzulösen, sondern zur Sicherheit, falls nach dem Auszug Schäden entdeckt werden. Darüber hinaus muss man ein oder zwei Zeugen (israelische Staatsbürger) zur Unterschrift des Mietvertrages dabeihaben. Die Zeugen unterschreiben auch und verpflichten sich damit, ggf. ausstehende Mieten zu tragen. Ich miete derzeit eine 2 – Zimmer – Wohnung mit Balkon und meine Vermieterin hätte niemals akzeptiert, Schecks anderer Leute, sprich der Zeugen, anzunehmen. Das macht keinen guten Eindruck und ein Mieter sollte schon seine eigenen Schecks vorweisen. Aber dazu muss die Bank mitspielen und wer nicht liquide ist, dem werden auch keine Schecks ausgestellt.

Und damit sind wir wieder beim Thema: Wie will jemand unter diesen Bedingungen eine Bleibe finden, wenn er eigentlich kaum Geld hat ? Ich kenne in Tel Aviv viele Leute, die ihr Gehalt vom Arbeitgeber Cash ausgezahlt kriegen. Der Boss weigert sich, das Gehalt auf ein Konto zu überweisen, denn das kostet ihn extra Gebühren. Deswegen wird in Cash oder per Verrechnungsscheck gezahlt, was sich negativ für den Arbeitnehmer auswirkt. Besitzt er ein Bankkonto, so wird er dort so behandelt als habe er keine festen Einkünfte; sprich, er besitzt kein Anrecht auf eine Kreditkarte. Und das in einem Land, wo viele Rechnungen per Kreditkarte gezahlt werden. Erhält der Arbeitgeber seinen Lohn per Verrechnungsscheck, kann er bei seiner Bank beantragen, diese monatlichen Buchungen als Gehaltsscheck anzuerkennen. 

Kurz zur gesetzlichen Lage: Ein israelischer Arbeitgeber ist verpflichtet, seinen Angestellten bis spätestens zum 10. des Monats zu bezahlen. Wer allerdings erst sein Geld tatsächlich am 10. erhält, kann den Charakter seines Arbeitgebers erkennen, denn Letzterer nutzt ihn aus und kassiert dafür saftig noch Zinsen. 

Kurz gesagt, die finanziellen Lagen einzelner Israelis sind alles andere als leicht und wer Aliyah macht, der muss das gesamte System in sekundenschnelle erlernen. 







Obdachlosenbetten im Freien

Gesehen im Jerusalemer Stadtteil Kiryat Moshe

Photo: Miriam Woelke

Donnerstag, 21. Juni 2012

Rami Levi verhandelt mit MEGA

B"H  

Rami Levi, Inhaber der offenbar billigsten Supermarktkette gleichen Namens, verhandelt mit dem Supermarktriesen MEGA. Rami Levi setzte sich zum Ziel, ca. 40 "Mega Bul" – Filialen in sein Unternehmen einzuverleiben. Wobei Mega bestehen bleibt, jedoch nur noch unter dem Namen "Mega ba’Ir". Momentan sollen offizielle Stellen über den potentiellen Deal entscheiden, denn mit 40 weiteren Filialen steigt Rami Levi zu einem Discounter – Riesen in Israel auf. Der Deal benötigt daher eine Genehmigung. 

Seitdem es Rami Levi mit seinen ALDI – ähnlichen Discounterpreisen gibt, strömen die Israelis nur so in seine derzeitigen 24 Filialen. Ob in Jerusalem oder Ramat Gan, vielerorts sind die Supermärkte des Rami Levi vertreten und das belebt das Geschäft der Konkurrenz. Mit Rami Levi in der Nachbarschaft sind die großen Ketten wie "Shufersal" oder eben MEGA zu drastischen Preisreduzierungen gezwungen, denn Israelis lieben es billig und laufen dorthin, wo ihre Forderungen Erfüllung finden. 

Der Höhepunkt des Preiskrieges wurde vor wenigen Jahren erreicht als Rami Levi Hähnchen für 1 Schekel (ca. 20 Cent) anbot. Der Normalpreis eines frischen ungekochten Huhnes liegt bei ca. 30 Schekel (ca. 6 Euro) und mit seinem Angebot zog Levi massenhaft Kundschaft an. Das Resultat war, dass teurere Supermarktketten nachziehen mussten, damit deren Kundschaft nicht auf und davon läuft. 

Tatsächlich ist Rami Levi mit das Günstigste, was es in Israel gibt und wer solch einen Discounter in der Nähe hat, der strömt hinein. Auch ich tue das, obwohl ich meistens immer noch den Machane Yehudah Markt vorziehe. Wenn es jedoch um Kaffee, Nudeln oder Konservendosen geht, mache ich mich auf zu Rami Levi. Meinen geliebten Turkish Coffee erhalten ich nirgendwo anders billiger. Zum Mega sei zu sagen, dass die Kette vor Jahren einmal gut und günstig anfing, doch dann immer teurer wurde. Oft gibt es preislich kaum mehr einen Unterschied zwischen dem teuren "Shufersal" und Mega. Der lachende Dritte ist natürlich Rami Levi.

Dienstag, 22. Mai 2012

Israelische Mehrwertsteuer steigt auf 17%

B"H 

Die israelischen Tageszeitungen vermittelten heute zwei unterschiedliche Nachrichten. Mehrheitlich war von einer Erhöhung der Mehrwertsteuer im Jahr 2013 die Rede. Und zwar zahlen wir dann 17% anstatt bisher 16%. 

Wirtschaftsblätter hingegen berichten, dass das Finanzministerium eine dementsprechende Erhöhung gern zum 1. Juli dieses Jahres sehen würde. Als ob wir nicht eh schon genügend zahlen. Der Staat aber braucht wieder einmal Geld und da sind wir Verbraucher dran. 

Geldmässig bin ich froh, nicht mehr in Tel Aviv zu leben. Was ich dort für Geld an Lebensmitteln zum Fenster rausgeschmissen habe … sagenhaft. Jerusalem und Nordisrael (wo ich mich ein momentan paar Tage auf Urlaub befinde) machen einem erst deutlich, wie übertrieben teuer Tel Aviv eigentlich ist.

Samstag, 12. Mai 2012

KIKA und der Pleitegeier

B"H 

In Österreich mag KIKA erfolgreich sein, in der israelischen Niederlassung hingegen zieht momentan der Pleitegeier ein. 200 Angestellte der Niederlassung in Netanya haben ihr April – Gehalt nocht nicht erhalten und demonstrierten. Allein im Jahr 2011 fuhr KIKA 44 Mio Schekel (ca. 8,800,000 Euro) Verluste ein. 

Ich war noch niemals bei KIKA, doch ist allein der Standort Netanya nicht unbedingt erste Wahl, weil eben IKEA dort ansässig ist. Israelis lieben es gut und billig und die zwei IKEA – Filialen im Land (Netanya und Rishon Le’Zion) machen massenhaft Umsatz. Als vor ca. zwei Jahren KIKA eröffnete, da rannten die Israelis den Österreichern die Bude ein. Die Ware mag toll sein, doch erwartet man Preise wie bei IKEA und keinen Luxus.


 KIKA  Niederlassung in Netanya

Als ausländisches Unternehmen in Israel Fuss zu fassen ist alles andere als leicht. Kinderschokolade, Nestle Kaffee oder Mac Donald’s mögen recht erfolgreich laufen. Daneben noch H & M oder eben IKEA. Dennoch gibt es genügend Beispiele renommierter Unternehmen, die nach kurzer Zeit wieder dicht machten wie, u.a., Teile der PIZZA HUT, Hard Rock Café, Dunkin Donuts, Kentucky Fried Chicken, Starbucks, etc. Wer als ausländischer Anbieter nach Israel kommt, der sollte Qualität zu günstigen Preisen bieten und keine Luxusware. Mit Nahrungsmitteln sei ebenso vorsicht geboten, denn der Nahe Osten hat seine eigenen Geschmacksrichtungen.

Sonntag, 1. April 2012

Preisanstiege und die Angst des Benjamin Netanyahu

B"H 

Der Benzinpreis stieg auf fast 8 Schekel (1,60 Euro) pro Liter an und Premier Netanyahu verkündete stolz, er habe sein Bestes getan, eine weitere Verteuerung zu verhindern. Immerhin sei doch dafür der Strompreis etwas gesunken. Ja, das stimmt, doch der Strompreis liegt eh schon weit über dem Erträglichen. Wann der öffentliche Nahverkehr seine Preise ansteigen läßt, ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann schlägt die Busgesellschaft EGGED wieder so richtig zu. 

Fast 10 Schekel (2 Euro) für einen Liter Benzin grenzt an Wahnsinn. Der Iran wird als Hauptschuldiger vorgeschoben, doch bei einer Demo in Tel Aviv am gestrigen Abend sahen Aktivisten Netanyahu als eine größere Gefahr für unser Land als Achmadinejad. Keine Frage, Bibi Netanyahu steht auf der Seite von Wirtschaft und Kapital. Da glänzt er und zeigt sich gerne mit reichen Unternehmern. Mit der Mittelschicht und ärmeren Israelis hat er es nicht so und vermeidet sich zu zeigen. Wirtschaftskongresse JA, soziale Brennpunkte NEIN. Während sich die Regierung auf die Opposition und den Iran konzentriert, brodelt es einmal wieder im Volk und die extreme Linke sieht ihre neue Chance aufkommen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass, wenn das Wetter so warm bleibt, demnächst neue Zeltdemos entstehen. Ein neues Rothschild Boulevard Syndrom, das hätte Netanyahu jetzt gerade noch gefehlt. 
 



Photos: Miriam Woelke
 
Israelis (mich eingeschlossen) sind teilweise selber schuld an der Preismisere. Obwohl die meisten es sich nicht leisten können, zahlen sie. Wuchermieten bei viel zu geringen Einkommen. Die Nebenkosten fressen einen fast auf und dazu kommen die viel zu teuren Lebensmittel. Ganz zu schweigen davon, wenn man einmal ausgehen will. Kino, Restaurants, Bars … das kostet. Zuerst denkt ein Jeder, er kann all das bewältigen, indem er mehr arbeitet, aber die viele Arbeit geht auf Kosten der Freizeit und der Gesundheit. Viele, die ich kenne, verzichten mittlerweile auf zusätzliche Arbeitsstunden und ziehen ihr Privatleben vor. Selbst dann, wenn sie sich dadurch weniger leisten können. 

Link:

Die Demo am Rothschild Boulevard und der Blick hinter die Kulissen

Dienstag, 27. März 2012

Pessacheinkauf

B”H

Jetzt vor den anstehenden Pessachfeiertagen (beginnend am 6. April) ziehen die Lebensmittelpreise wieder tüchtig an. Teuer ist es eh, doch kurz vor den Feiertagen will jeder Geschäftsinhaber noch einmal besonders zuschlagen und verdienen. Ob Fisch, Fleisch oder Wein, uns erwartet ein teurer Festschmaus.




 Photos: Miriam Woelke

Die Supermarktkette MEGA, hier die Filiale Dizengoff Street / Ecke Pinsker, ist schon voll auf Pessach getrimmt. Viele Lebensmittel sind bereits "koscher für Pessach", bedeutet, ohne jegliches verbotene Getreide wie Weizen, Hafer, Roggen, Spelt oder Gerste. Die Pessachregale sind gekennzeichnet und die Preise steigen mit der Koscherumstellung.:-)

Mittwoch, 21. März 2012

Neuer Film zeigt die oberste Priorität der Israelis: INNOVATION

  
B"H

Neben den Amerikanern ist Israel eines der innovativsten Länder der Erde. Als Hauptstadt dieser Innovation wird gerne Tel Aviv angeführt, doch stehen viele andere Landesteile nicht mehr nach. In Beersheva tut sich viel genau so wie im Norden oder Jerusalem. 

Gestern abend, zum Beispiel, zeigte das israelische TV einen Bericht über in Nazareth lebende Araber (Christen und Moslems), die zwar auf israelischen Unis studierten, doch hinterher keine Jobs bei israelischen Firmen fanden. Die Jungakademiker kehrten zurück nach Nazareth, einer Stadt, die zur Hälfte aus Juden und Arabern besteht, und gründeten allmählich ihre eigenen Firmen. Ob Hightech, in der Landwirtschaft oder Forschung. 

Kommt ein neues iPad oder irgendetwas Technologieverbundenes auf den Markt, so stürzen sich Israelis fast als Allererstes darauf. Die Neugier nach dem Fortschritt und etwas zu tun läßt einen nicht los. Etwas Neues und Ideen verwirklichen. Sich nicht selber zu sagen: "Ach, lassen wir das mal, das bringt doch eh nichts" oder sich sonst irgendwie von den Gedanken abbringen zu lassen. 

Eine enorme Hilfe bei dieser Innovationsfähigkeit ist die israelische Denkweise. Nicht nur angepasst herumlaufen und duckmäusern, sondern aufstehen und seine Meinung vertreten. Nicht jeder mag diesen Innovationsdrang besitzen, doch die, die ihn haben, bringen unser Land auf wirtschaftliche Erfolgsspur.

Sonntag, 18. März 2012

Hamas gegen ADIDAS

B"H

Am vergangenen Freitag fand in Jerusalem der Stadtmarathon 2012 statt und schon hagelt es wieder einmal Kritik von der Hamas. Die Palästinenser sehen eine, wie sie es im Nazijargon nennen, "JUDAISIERUNG" Jerusalems, kommen. Aus diesem Grund planen sie Ende des Monats einen Marsch auf Jerusalem zu provozieren. 

Dieser Tage jedoch geht es um den Marathon, bei dem der Sportartikelhersteller ADIDAS aus Herzogenaurach kräftig mit bei der Sache war. Immerhin hat ADIDAS Verkaufsfilialen in Jerusalem sowie in Tel Aviv. Die Hamas dagegen meinte: "Unterstützt die Al Aksa Moschee auf dem Tempelberg und boykottiert ADIDAS !" 

Mehr zum Thema HIER !

Donnerstag, 15. März 2012

"Shufersal" steht vor neuen Entlassungen

B"H

Eine Nachricht, die etwas untergeht und weitgehend nur von der israelischen Wirtschaftspresse erwähnt wird: Die bekannte Supermarktkette Shufersal (Supersal) will noch in diesem Jahr mehr als 100 weitere Mitarbeiter entlassen. Schon im Vorjahr 2011 entliess Shufersal ca. 500 Angestellte. Verweisen tut die Kette auf landesweit immerhin 12,400 Angestellte, doch Neueinstellungen werden nicht erfolgen. Kostengründe, denn die Supermarktkette ist gezwungen, Preise herabzusetzen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. 

Allgemein ist der Shufersal teuer und vielleicht mit dem deutschen Coop, Tengelmann oder Edeka zu vergleichen. Milchprodukte oder abgepackte Wurst sind teilweise wesentlich teurer als bei der Tel Aviver Kette AM:PM, welche 24 Stunden lang die Woche geöffnet hat. Und das will schon etwas heissen, teurer als der AM:PM zu sein. 

Bei den immer noch mehr als 10,000 Angestellten ist einmal wieder mehr zu beachten, dass ein Großteil lediglich auf Mindestlohntarif arbeitet und sich somit keine großen Gehaltssprünge erlauben kann. Nach wie vor befindet sich der Supersal in den Händen des israelischen Milliardär und Wirtschaftsmogul Nochi Dankner, der immer wieder versucht, die Supermarktkette abzustossen. Dankner ist, u.a., bekannt für seinen Kauf der israelischen Tageszeitung "Ma’ariv". Ferner gehört er zu den reichsten Männern des Landes und steht auf Platz 18 der israel. Liste der Reichen.

Samstag, 3. März 2012

Ein Autor verdient in Israel nichts mehr

B"H

Israelische Autoren nagen am Hungertuch, wenn sie nicht gerade ihre Verkäufe auch im Ausland vornehmen. Der Discounter “Zomet HaSefarim – Die Bücherkreuzung” verscherbelt einmal wieder billig Bücher. Zwar nicht die Auserlesensten, aber 5 Bücher für 50 Schekel (ca. 10 Euro) … Wahnsinn ! 

Link:






Gesehen im Dizengoff  Center / Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, 26. Februar 2012

Schlagzeilen in Israel - 26. Februar 2012

B"H

Nach all den Geschehnissen a la "Neuer Intifada" oder dem "Fast – Lynch" zweier israelischer Soldaten durch Palästinenser in Haifa, Israels Fernsehnachrichten zeigten heute abend andere Prioritäten. Die Nummer 1 Berichterstattung bezog sich auf die anstehende Benzinpreiserhöhung an diesem Donnerstag (1. März). Ganze 8 Schekel (ca. 1,60 Euro) soll der Liter Sprit dann kosten. Die massive Preiserhöhung wird mit dem Iran gerechtfertigt, doch lt. TV – Berichten verdient der israelische Fiskus ganz schön mit. Nicht alles ist nur Achmadinejads Schuld.:-)

Die zweite und dritte große Nachricht betraf den heutigen Streik der Hafenarbeiter sowie die Schließung der Konservendosenfabrik "Pri HaGalil" im nordisraelischen Chatzor HaGlilit bei Zfat (Safed). PRI HAGALIL ist jedem Israeli, der im Supermarkt Konservendosen mit Bohnen, Erben oder Karotten einkauft, ein Begriff. Sicherlich sind derlei Konservendosen hierzulande extrem teuer und PRI HAGALIL musste harte Konkurrenz der billigeren Supermarktangebote hinnehmen. Wenn der MEGA Markt oder "Shufersal" ihre eigenen Konserven unter ihrem Namen wesentlich günstiger verkaufen. A la"No Name" Produkte. 

Der Streit um die PRI HAGALIL Fabrik in Chazor währt schon mindestens zwei Jahre. Damals wollte die Fabrikleitung das Unternehmen schliessen, denn es drohte die Insolvenz. Dazu muss man sich die Gegend um den kleinen Ort Chazor bei Rosh Pina und Zfat vorstellen. Absolute Pampa und keinerlei Arbeitsplätze weit und breit. Wo sollen die PRI HAGALIL Arbeiter dann hin ?

Die Regierung versprach finanzielle Hilfe und eben die ist bis heute nicht eingetroffen. Deswegen schloss das Management die Fabrik am Freitag und liess heute keine Arbeiter hinein. Stattdessen versammelte sich die Belegschaft draußen vor verschlossenen Toren und forderte eine Lösung. Ansonsten stehen die Leute auf der Straße; und das ohne Einkommen. Während das Management die Schuld auf die Regierung schiebt, tun sich, lt. TV – Berichten, ganz andere Abgründe auf: Nicht die Regierung sei an allem schuld, sondern insgeheim plane das PRI HAGALIL Management die Verlegung der Produktion nach Nahariya, wo die dortige Stadtverwaltung günstigere Steuern versprach. Mit dem Hintergedanken, mehr Arbeitsplätze in Nahariya anzusiedeln. 

Arbeitskampf bei PRI HAGALIL in der Vergangenheit 


Schliesst PRI HAGALIL in Chatzor HaGlilit, steht eine weitere Region im Norden des Landes ohne Jobs da, denn im benachbarten Zfat, Tiberias oder Rosh Pina sind die Jobs selber rar.

Montag, 20. Februar 2012

Neuer Bann gegen STRAUSS – Süßigkeiten

B”H 

Wieso habe ich immer das Gefühl mein Geld unnötig auszugeben ? Für einen läppischen Kaugummi oder eine Flasche Cola zahlen wir in Israel mehr als das Ausland ? 

Zahlreiche israelische Nahrungsmittelhersteller versuchen ihr Glück auch auf dem internationalen Markt und dort bieten sie dann ihre Produkte zu einem Bruchteil dessen an, was der israelische Verbraucher dafür ausgibt. Der israelische Unternehmensriese STRAUSS (vergleichbar mit der schweizer Nestle AG) verkauft seine Schokoriegel im Ausland wesentlich billiger als in Israel. Deswegen steht ein neuer Bann ins Haus:  

STRAUSS – Produkte meiden ! 

Heute stellten sich ein paar Mütter mit Protestplakaten vor die STRAUSS – Zentrale, doch die Konzernleitung liess vermelden, dass die Aufsichtsratsvorsitzende Ofra Strauss sich momentan im Ausland aufhält. Kurz gesagt, der Konzern kehrt sich einen feuchten Kehricht um an den angekündigten landesweiten Bann. Ein Fehler, denn in wenigen Wochen ist Purim und gerade in dieser Zeit werden massenhaft Süssigkeiten umgesetzt. STRAUSS jedoch kontert, dass man ja die Preise schon um ein Vielfaches herabgesetzt habe. Fragt sich bloß, wo ? 

An alle Kunden im Ausland, die israelische Produkte einkaufen: Wer anderweitige koschere Produkte oder Nahrungsmittel mit dem amerikanischen OU (koscher Orthodox Union) findet, der muss sich die STRAUSS Schokolade nicht antun. Wäre mir die Kaschrut egal, Milka oder anderweitige Schokolade ist wesentlich besser als STRAUSS. Um das zu sagen, bezahlt mich Milka leider nicht.:-)))


Die STRAUSS - Unternehmensstruktur