Samstag, 31. März 2012

Hostels ausgebucht

B"H

Wer dieser Tage in Tel Aviv oder in Jerusalem ohne Vorreservierung ein Zimmer / Bett in einem Hostel sucht, kann Unerwartetes erleben, denn jetzt vor Pessach und den christlichen Feiertagen ist alles voll Touristen und restlos ausgebucht. Um am Strand zu pennen, ist es des nachts allerdings noch zu kalt.

Illegale Afrikaner in Tel Aviv

B"H

Das Abschiebegespenst geht einmal wieder um und hoffentlich wird die Abschiebung baldigst real verwirklicht. Es kann nicht sein, dass allmonatlich Hunderte / Tausende neue Afrikaner illegale nach Israel kommen und sich immer weiter ausbreiten. Niemand unternimmt etwas, denn die israelische Wirtschaft profitiert von den billigen Arbeitskräften. 

In Tel Aviv wird die Lage gefährlicher, denn immer mehr Afrikaner steigen auf die schiefe Bahn um. Smartphone – Klau, Prostitution und Drogen. Bisher waren die Afrikaner in ihrem Ghetto am Zentralen Busbahnhof zu finden, doch mittlerweile hängen sie in Gruppen am Strand oder am Dizengoff Center herum. Ich kenne Leute, die abends schon gar nicht mehr allein an den Strand gehen wollen. Hinzu kommt, dass die Touristen zu Tausenden im Anmarsch sind und Strandtouristen werden leichte Opfer für den Diebstahl der Afrikaner. 

Link: 

Demonstration gegen 40,000 illegaler Afrikaner in Tel Aviv

Der alter Busbahnhof von Tel Aviv 

Vom Busbahnhof bis Yad Harutzim


Hier ein paar aktuelle Photo von heute abend. Tel Aviv am alten Busbahnhof.
 
 
 
Afrikaner im Lewinsky Park



Afrika in Tel Aviv





Copyright: Miriam Woelke

Freitag, 30. März 2012

Der Iran und Terroristen stehen hinter dem "March to Jerusalem"

B"H 

Überraschen tut es nicht zu hören, dass der Iran und einschlägige palästinensische Terroristen wie Marwan Barghouti hinter dem Global "March to Jerusalem" stehen, der an diesem Wochenende stattfindet. Die Syrer wollen zu Tausenden die Grenze nach Israel stürmen. Als ob das Land nichts Wichtigeres zu tun hat. 

Die arabische Welt betreibt seit Monaten einen riesigen Wirbel um den Marsch und die israelische Hasbarah hängt kläglich hinterher. Auf Youtube klickte ich auf ein Video, was äußerlich recht gut aussah, doch bei kurzer Nachforschung zu einer Site führte, die ebenso israelfeindlich wie arabische Sites. Nämlich eine fundamentalistisch - christliche Site. Fundamentalisten wie die Evangelikalen geben sich israelfreundlich und hetzen wie wild gegen Muslim; im Grunde genommen sind gerade derlei fanatische Christen wie Freikirchler nicht besser als israelfeindliche Moslems.

Donnerstag, 29. März 2012

Mietalltag in Tel Aviv


Downtown Ramat Gan bei Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B"H

"Vergesst heute nacht bloß nicht das Umstellen der Uhren auf die Sommerzeit. Eine Stunde vor. "
So jedenfalls hiess heute der meistgehörte Satz bei mir auf der Arbeit. Immerhin müssen wir morgen früh pünktlich zum Dienst antreten.

Seit ein paar Wochen werden bei uns wieder vermehrt Studenten zur Aushilfe beschäftigt. Oder eben jene Jungakademiker, die Filmwissenschaften studiert haben und sich, wie es so schön heisst, auf dem Arbeitsmarkt noch nicht zurecht finden. Ein solcher Filmwissenschaftler arbeitet seit kurzem bei uns. Er zieht seine eigenen Filmprojekte durch, doch schliesslich muss er die Miete in seiner WG zahlen. Tel Aviv ist bekanntlich irrsinnig teuer, doch die beste Stadt für Film und Presse. Unsere neue BWL – Studentin meinte, sie hätte überall arbeiten können, denn Studentenjobs gebe es viele in der Stadt. An einem Eisstand hatte sie für 24 Schekel pro Stunde (ca. 4,80 Euro) ein Jobangebot, doch der Job bei uns mache sich besser im Lebenslauf.:-)

Auf einer deutschen Website beantworte ich gelegentlich Fragen zum Thema ISRAEL & JUDENTUM. Die Anfragen werden mir vom Webbetreiber auf die e – mail Adresse gesandt und heute gab es wieder neue Fragen. Manche sind sehr interessant, aber die Mehrheit der Fragen klingt fast immer gleich: In Israel leben. Wie und wieviel Miete ? Und das von Leuten, die noch nie zuvor hier im Land waren und es somit gar nicht kennen.

Wie bereits Tausende Male erwähnt: Die Mieten in und sogar schon um Tel Aviv sind teuer. Der Preis mag für einen Westeuropäer gar nicht einmal so schlimm klingen, doch wer einige Zeit lang in Tel Aviv lebt und arbeitet, der muss ganz schön klotzen, um die Rechnungen zu zahlen. Und, leben will man ja auch noch. Mietkaution zwei oder drei Monate im voraus sind auch in Israel üblich. Touristen werden bei der Wohnungssuche teilweise abgezockt und in Tel Aviv haben sich daher einige Vermieter ganz auf Touristen eingeschossen. Ferner ist es üblich, dem Vermieter zwölf unterschriebene Bankschecks auszuhändigen, damit er monatlich die Miete eintreiben kann. In Israel werden Wohnungen gewöhnlich auf ein Jahr vermietet und danach wird umgezogen oder der Mietvertrag verlängert. Eine Verlängerung bringt in den meisten Fällen auch gleich eine Mieterhöhung mit sich.

Eine weitere Frage an mich lautete, dass man gehört habe, Vermieter ändern je nach Belieben die Miete. Das stimmt nicht ganz, denn immerhin hat der Vermieter einen Vertrag in der Hand. Vor wenigen Jahren noch wurden die Mieten in Dollar bezahlt und damals wurde allmonatlich der entsprechende Schekel – Gegenwert errechnet und die Miete überwiesen. Stieg der US - $, so stieg auch die Miete des jeweiligen Monats. Seit ein paar Jahren werden die Mieten jedoch in Schekel angegeben, denn der Dollar war immer tiefer eingebrochen.

Weiterhin kann es sein, dass der Vermieter den Mietvertrag bei einem Anwalt festlegen läßt und der Mieter zu dem Termin ein oder zwei Zeugen mitanschleppen muss, die unterschreiben, dass sie im Notfall für die Miete einspringen. Ich habe so etwas nie gemacht und trotzdem stets eine Wohnung gefunden. Der Markt aber ist umkämpft und mittlerweile werden auch schon einmal Kontoauszüge oder Arbeitsverträge zur Einsicht verlangt. 

Eine Kundin von uns fand letzte Woche nach dreimonatiger Suche einen Platz in einer Tel Aviver WG. 2000 Schekel (ca. 400 Euro) Miete und eine weitere Mitbewohnerin. In Downtown Tel Aviv, Nachalat Binjamin. Ein guter Preis für die Lage. Kaution wird verlangt und die Kundin war bereits am Rechnen, wie sie das alles zusammenkriegt. Während ihrer Wohnungssuche lebte sie in einem Hostel und will sich nun vorerst eine Second Hand Matratze anschaffen, denn aufgrund der Kaution und den Nebenkosten kann sie sich momentan noch kein Bett leisten. Aber immerhin raus aus dem Hostel. 

Wer in Tel Aviv oder Jerusalem eine Bleibe sucht, der braucht einiges an Geld und Geduld. Oft erscheint die Miete gar nicht so hoch, doch die Frage nach den Nebenkosten darf nie ausbleiben. Wasser, Strom, Gas, Telefonanschluss, Va’ad Bayit (Hausmeisterdienste) sowie die berüchtigte Arnona (Stadt – und Grundsteuer). Die Arnona variiert von Stadtteil zu Stadtteil und macht oft eine richtigen Batzen der Nebenkosten aus. Mehrere Hundert Schekel pro Monat. Was die Bewohner von Herzliya und Ra’anana an Arnona zahlen, will ich erst lieber gar nicht wissen. Zur Grundmiete dürft Ihr also teilweise nochmals 1000 Schekel (200 Euro) Nebenkosten hinzurechnen. Zumindest jeden zweiten Monat. Ganz zu schweigen davon, wenn einmal etwas kaputt geht. 

Was die Jobsuche in Israel betrifft: Die Beherrschung der hebräischen Sprache ist extrem wichtig ! Aber nicht nur das zählt, denn ein Arbeitgeber achtet besonders auf die Chemie des Kandidaten. Er muss in den Betrieb passen, sonst wird das nichts. Dieses "Hineinpassen" kam mir bisher in Israel immer viel wichtiger vor als jemals zuvor in Deutschland. Israelis haben ein Gespür dafür, wenn etwas nicht stimmt und so werden Kandidaten allein aus dem Grund abgelehnt. Man passe halt hier nicht her und solle es lieber anderweitig probieren. 

In vielen Jobs hat man als Neuling einen schweren Stand und die Mentalität ist vollkommen anders als in Deutschland. Oft gehen die Kollegen aufeinander los, beschimpfen sich aufs Schlimmste und es fliegen die Fetzen. Die dumme Anmache darf man nie allzu ernst nehmen und muss lernen, damit umzugehen. Dies gilt besonders dann, wenn jemand, wie ich, mit israelischer Kundschaft zu tun hat und Tausenden Wortgefechten ausgeliefert ist. Nicht jeder bleibt dabei cool und schluckt das eiskalt herunter. Bei mir geht  mittlerweile alles hier rein und da raus. 

Was ich damit sagen will ist, dass alles Geld oder Bildung nichts bringt, wenn Ihr nicht in den Betrieb passt oder an der Mentalität scheitert. Letzteres ziehen die Leute nie in Betracht und wenn es dann soweit ist, kriegen sie die Krise und hauen wieder ab nach Deutschland.

Der arabische Marsch auf Jerusalem

B"H 

In seiner Geschichte sah Jerusalem schon so einiges und ab und an gelang es fremden Armeen die Stadt einzunehmen. Auf Zeit, denn immer wieder verschwanden Völker im Verlaufe der Geschichte. Die Babylonier, Griechen und Römer verschwanden. Später die Kreuzritter und wie in den Propheten vorhergesagt, kehrten die Juden zurück nach Israel. 

Seit einigen Jahren behaupten Palästinenser, Juden hätten niemals zuvor in Jerusalem gelebt und die zwei Tempel seien eine reine Erfindung. Erst im letzten Jahrhundert siedelten sich die ersten Juden in Israel an und nahmen den Palästinensern (damals gab es noch gar keine Palästinenser, sondern sie nannten sich Araber) das Land weg. Was das Judentum sowie jüd. Stätten in Israel betrifft, so ist es von palästinensischer Seite aus recht neu, dies zu verleugnen. Noch bis in die 50iger oder 60iger Jahre hinein war Rachels Grab nahe Bethlehem eben Rachels Grab und keine zionistische Lüge. Genau so wie das Grab der Rachel (der ersten Frau des talmudischen Rabbi Akivah) in Tiberias. 

Ab morgen wollen Palästinenser und Araber einen "Marsch auf Jerusalem" starten und in Israel wird Sicherheitsstufe Nummer 1 herrschen. Insbesondere an den Grenzen zum Libanon, zu Jordanien und Syrien. Wobei die Syrer momentan ihre eigenen Probleme haben. 

Alles nur Show oder ein ernstzunehmendes Event ? Ich kann mir vorstellen, dass es die Jerusalemer gelassen nehmen, denn morgen abend beginnt der Schabbat und in einer Woche Pessach.

Pessach - Vorbereitungen in Mea Shearim (Jerusalem)


Mittwoch, 28. März 2012

Pessach kommt

B”H 

Nächste Woche, am Freitag abend, beginnt der siebentägige jüdische Feiertag PESSACH. Kurz umschrieben wird an dem Feiertag der Auszug der Juden aus Ägypten gefeiert. Am Freitag abend ist einer der Höhepunkte, denn dann wird die traditionelle Pessach – Seder abgehalten. Die Seder umfasst einen vorgeschriebenen Ablauf, inklusive dem Lesen der Haggadah (dem Auszug aus Ägypten und die Erinnerung an die Sklaverei im Land der Pharaonen). Gegessen wird auch und das nicht zu knapp. 

Ich habe dazu ein paar Leute eingeladen und weiss noch gar nicht, wie ich das alles schaffen soll, denn ich muss am Freitag bis nachmittags arbeiten. Dann noch schnell Essen vorbereiten und mit dem Pessachputz habe ich noch gar nicht angefangen. Das kommt erst Mitte der nächsten Woche. 

Viele Leute lassen sich zur Seder einladen, doch ich finde, dass ab einem gewissen Alter jeder etwas Eigenes starten sollte, anstatt sich nur an den gedeckten Tisch anderer zu setzen. Mit Freunden halte ich es so, dass wir in jedem Jahr abwechselnd die Seder ausrichten. 

Wer in Tel Aviv noch einen Sederplatz sucht, Chabad (Lubawitsch) veranstaltet öffentliche Seder genau so wie einige orthodoxe Synagogen. Insbesondere in der Stadtmitte sowie bei Chabad in Ramat Aviv.

Straßenszene in Ramat Gan (bei Tel Aviv)


Photo: Miriam Woelke

Gab es bei BIG BROTHER Pharmazeutika ?

B"H

In Israel rankt sich momentan ein kleiner Skandal um die populäre Reality Show "Ha’Ach HaGadol – BIG BROTHER". Angeblich sollen mindestens sechs ehemalige Mitwirkende beeinflussende Medikamente erhalten haben, um so das Rating (die Quote) zu steigern. Derzeit schiessen beide Seiten aufeinander: Ein Kandidat klagt auf Schadenersatz und die Big Brother Produktion verklagt ihn auf Vertragsbruch, denn es wurden Interna an die Öffentlichkeit gebracht. 

Big Brother, THE VOICE sowie "Kochav Nolad – die israelische Version des deutschen DSDS" erfreuen sich ungeheurer Beliebtheit im Land. Ich verfolge die beiden Shows ganz selten einmal, muss allerdings zugegeben, dass ich das deutsche DSDS ab und an schaue. Es ist total erschreckend, was junge Leute heutzutage auf sich nehmen, um ein paar Wochen lang im Rampenlicht zu stehen. Wie ein Luca oder Hamed plötzlich meinen, die größten Musiker überhaupt zu sein. Offenbar wird einem in der DSDS Villa völlig der reale Boden unter den Füssen weggezogen. 

Weiterer Link zum Thema:

http://www.haaretz.com/print-edition/news/health-ministry-to-probe-big-brother-psychiatric-drug-use-1.417414

Sha’ul Mofaz besiegt Zipi Livni

B"H

Die einst von Premierminister Ariel Sharon gegründete KADIMA – Partei zog gestern ihre internen Primaries durch. Sämtliche Parteimitglieder waren aufgerufen, den nächsten Vorsitzenden und damit Premierkandidaten für die kommenden Knessetwahlen zu bestimmen. Die beiden großen Konkurrenten, die bisherige Parteivorsitzende Zipi Livni, und Ex – Oberbefehlshaber sowie Ex – Verteidigungsminister Sha’ul Mofaz, kämpften jeweils bis zum Schluss um die Stimmen der Parteigenossen und hatten eigens Call Center eingerichtet, von denen aus die Mitglieder angerufen und zum Wahlgang aufgerufen wurden. Schon kurz nach der Schliessung der Kadima – Wahllokale zeichnete sich eine kleine Sensation ab: Zipi lag hinten und Erzfeind Sha’ul zog davon. Am Ende siegte Mofaz, was bedeutet, dass e seine neue Kadima – Partei geben wird. Kein Häufchen Friedenstauben und liberales Haudrauf - Gewinsel mehr. Sha’ul Mofaz kennt sich bestens in der Verteidigung unseres Landes aus und er wird kaum allem Palästinensergelaber nachgeben wie Zipi Livni.


Sha'ul Mofaz, der neue KADIMA Vorsitzende

Mofaz ist Realist und wird sich dreimal überlegen, Landabgaben an die Palästinenser festzulegen. Der große Nachteil: In der Verteidigung mag er top sein, doch von mehr hat Sha’ul Mofaz wenig Ahnung. Vor allem nicht von der Wirtschaft. Mit Sha’ul Mofaz an der Spitze wird die KADIMA für Netanyahu und den LIKUD zu einer ernsthaften Konkurrenz bei den nächsten Knessetwahlen. Allein schon deshalb, weil Mofaz nicht so links ist wie Zipi Livni und als Experte auf dem Verteidigungssektor gilt.



Mit dem im Iran geborenen Mofaz findet die KADIMA zu ihrer Männerdomäne zurück, in welcher Zipi Livni, auch aufgrund ihres Verhaltens, stets als Fremdkörper galt. Netanyahu hingegen könnte wieder neue Hoffnung auf eine große Koalition wittern, denn mit Mofaz läßt sich ggf. besser verhandeln als mit der Zicke Zipi, die niemals darüber hinwegkam, bei den letzten Knessetwahlen von Netanyahu besiegt worden zu sein.

Dienstag, 27. März 2012

Pessacheinkauf

B”H

Jetzt vor den anstehenden Pessachfeiertagen (beginnend am 6. April) ziehen die Lebensmittelpreise wieder tüchtig an. Teuer ist es eh, doch kurz vor den Feiertagen will jeder Geschäftsinhaber noch einmal besonders zuschlagen und verdienen. Ob Fisch, Fleisch oder Wein, uns erwartet ein teurer Festschmaus.




 Photos: Miriam Woelke

Die Supermarktkette MEGA, hier die Filiale Dizengoff Street / Ecke Pinsker, ist schon voll auf Pessach getrimmt. Viele Lebensmittel sind bereits "koscher für Pessach", bedeutet, ohne jegliches verbotene Getreide wie Weizen, Hafer, Roggen, Spelt oder Gerste. Die Pessachregale sind gekennzeichnet und die Preise steigen mit der Koscherumstellung.:-)

Die Zukunft der Zeitung MA'ARIV ist unsicher

B"H

MA’ARIV ?

Wer liest heute noch diese Zeitung bzw. deren Online News ?

Seit Jahren bieten YNET (Yediot Acharonot), Tapuz oder Walla weit mehr Nachrichten und die kostenlose Tageszeitung ISRAEL HAYOM übernahm, noch vor YEDIOT ACHARONOT, den Zeitungsmarkt. Seither kleckert Ma’ariv halt so hinterher und oft merkt man gar nicht, dass sie eigentlich noch da ist.

Im letzten Quartal des Jahres 2011 fuhr die Ma’ariv einen erneuten Verlust ein und niemand weiss so richtig, wie es weitergehen soll. Ob es überhaupt noch weitergeht oder das Blatt eingemottet wird. Die Online News sind auch in Israel das Aus vieler regulärer Tageszeitungen und wer im Internet nicht aktuell und bunt mitmischt, bleibt einsam und verlassen hintenan. Die israelische Presselandschaft wird sich verändern bzw. hat dies teilweise schon getan. Kaum mehr ein Journalist ohne eigenen Blog, denn die großen Medien wie Ma’ariv oder Yediot verfolgen alle eine Agenda. Wer aber will heute noch Agenda lesen, wenn woanders Aktuelles und Kontroverses angesagt ist ?




Verlagshaus der Ma'ariv in Tel Aviv: Ecke Yitzchak Sadeh / Carlebach Street. Die Carlebach Street ist nach dem deutschen Begründer der Ma'ariv, Azriel Carlebach, benannt.

Photos: Miriam Woelke

"Shampoo Hitler" in der Türkei

B"H 

Eine türkische Kosmetikfirma entdeckte Adolf Hitler als Werbestar. Ich kann mir vorstellen, dass das in der Türkei sehr gut ankommt, denn innerhalb der letzten Jahre entpuppte sich das Land und seine Bewohner als extrem antisemitisch, was jedoch heutzutage bequemerweise lieber "Anti – Israelismus" genannt wird. 

Video mit deutschen Untertitlen

Montag, 26. März 2012

Sommerzeit 2012 in Israel

B”H 

In dieser Woche werden in Israel die Uhren auf Sommerzeit getrimmt. Von Donnerstag auf Freitag haben wir demzufolge eine Stunde weniger Schlaf, denn des nachts werden die Uhren eine Stunde vorgestellt.

Israels Hotelindustrie bietet 1500 befristete Jobs

B"H 

Für die sieben Pessachfeiertage (vom abend des 6. April bis zum Abend des 13. April 2012) sucht die israelische Hotel – und Gaststättenindustrie mindestens 1500 Aushilfskräfte. Kellner, Wachpersonal, Küchenhilfen, etc. Allerdings wird dabei eher an arbeitslose Israelis gedacht als an jobsuchende Touristen. 

Wer arbeitslos ist, kann sich an sein lokales Arbeitsamt wenden, denn die Ämter planen arbeitslos gemeldete Israelis in den Jobs einzusetzen und hoffen gleichzeitig, dass sich daraus eventuell feste Stellen ergeben.

Jobs in der Branche werden jedoch mies bezahlt und bringen viel Stress mit sich. 

Neu und Alt in Ramat Gan





B"H 

Ende der 90iger Jahre lebte ich für einige Zeit in der Stadt Ramat Gan. Tel Aviv und Ramat Gan liegen quasi fast zusammen und sind mancherorts nur durch eine Brücke voneinander getrennt. Bis in die 90iger behielt Ramat Gan sein “altes” Flair, doch kurz darauf begannen die Bürotürme zu spriessen. Wer heute das alte Flair der Stadt sucht, der gehe zur Bialik Street. Zwischen Bialik und der Herzl Street befindet sich ein kleiner Square (siehe Photo unten) mit Bänken und kleinen Imbissbuden. Der Haupttreffpunkt vieler Bewohner und zugleich Mittelpunkt der Stadt.


Photos: Miriam Woelke

Bild des Tages


Gesehen in Ramat Gan (bei Tel Aviv)

Photo: Miriam Woelke

Pessach Vorbereitungen

B"H

Neben der Arbeit bin ich momentan recht busy mit den Vorbereitungen zum Pessach, welches Ende der kommenden Woche beginnt. Dazu war ich heute morgen gleich im haredischen (ultra - orthodoxen) Teil der Stadt Bnei Brak (bei Tel Aviv) einkaufen. Hierzu etwas mehr im Verlauf des Tages. Ferner sind Kommentare aufgelaufen, die ich heute noch freischalte und beantworte.

Sonntag, 25. März 2012

Billig übernachten in Jerusalem

B"H

Bis vor kurzem noch zog es die meisten Jerusalem – Touristen in die billigen Hostels der Altstadt. Bis auf ein kostenloses jüdisches Hostel befinden sich alle weiteren Altstadthostels entweder in christlicher oder arabischer Hand. Arabische Hostels wie HEBRON, PALM HOSTEL oder das PETRA HOSTEL bieten Unterkünfte für wenig Geld. Dafür jedoch zumeist recht heruntergekommen und verdreckt, wenn man den Kommentarten einiger Hostel Sites glauben will. 

Im ehemaligen staatlichen DAVIDKA HOSTEL eröffnete vor ca. einem Jahr das AVRAHAM HOSTEL. Ein paar junge Israelis sind die Hausherren und nebst Schlafmöglichkeiten bietet das Avraham Hostel Trips und Kurse aller Art. Man hört fast nur Gutes von dem Hostel und ich werde es mir in der nächsten Zeit einmal selber ansehen. 

Eines aber ist jetzt schon sicher: Ein modernes Hostel wie das Avraham werdet Ihr in Tel Aviv nicht finden ! 

Wo ist das Avraham Hostel ?

In Jerusalem nahe des Machane Yehudah Marktes. Kreuzung HaNevi'im / Jaffa Road. 

Jerusalem ist voller Spannungen

B"H

Wäre ich Millionär, würde ich mir glatt zwei Wohnungen mieten. Eine in Jerusalem und eine zweite in Tel Aviv. Da ich nun aber nicht so reich bin, muss ich eine Entscheidung fallen, wo ich demnächst leben will.

Neulich erst verkündete ich, dass mein Plan, nach Jerusalem zurückzuziehen, steht. Meine Freunde in Jerusalem freuen sich, doch jetzt beginnen meine Tel Aviver Freunde auf mich einzureden, ich solle in der Stadt oder wenigstens in Ramat Gan oder Bnei Brak bleiben.

"Jerusalem ? Was willst Du denn da ? Das ist doch eine tote Stadt, ohne Action und voller Haredim (ultra – orthodoxer Juden)”.

So zumindest lautet die Sichtweise der Tel Aviver.

Jerusalem ist die heilige Stadt und die Haredim stören mich nicht, denn vor mehreren Jahren war ich selber einer von ihnen und kenne daher die haredische Gesellschaft zur Genüge.

Nach mehr als zehn Jahren Jerusalem bin ich mir bewusst, dass der größte Unterschied zwischen Tel Aviv und der heiligen Stadt in der Mentalität der Bewohner liegt. Jerusalem liegt einem schwer im Magen, denn das Leben dort ist mental nicht einfach. Die Stadt ächzt nur so vor Spannungen. Nicht nur politisch, sondern vielmehr gesellschaftlich. Die Jerusalemer besitzen die Eigenschaft stets misstrauisch zu sein. Sobald jemand nicht ins Gefüge der manchmal engstirnigen Denkweise passt, wird er mit Argusaugen beobachtet. Tel Aviv dagegen gibt seinen Bewohnern eine Menge freier Luft zum atmen. Ein Paradies für Künstler und Lebenskünstler.

Unbestreitbar ist aber auch, dass in Tel Aviv manchmal zu viel Freiheit herrscht und mich viele Dinge nerven. Darunter, dass Homosexuelle offen Hand in Hand durch die Stadt gehen. In Jerusalem wäre das unmöglich. Was bleibt einem da anderes übrig als derlei Perversitäten zu ignorieren und sich stattdessen auf die positiven Seiten zu konzentrieren ? Andererseits bietet Tel Aviv ungemein viele Stories für Autoren, denn nirgendwo im Land findet man dermassen unterschiedliche Menschen.

Ich habe heute einige Zeit lang über mein Dilemma nachgedacht und bin froh, noch etwas Zeit zu haben, Entscheidungen zu fällen.

Samstag, 24. März 2012

Jerusalem: "Obdachloser in der Ben Yehudah Street"

B"H 

Ort: Jerusalem, Ben Yehudah Fußgängerzone in der Innenstadt 

Warum sich die Passanten nicht um den auf der Straße liegenden Mann kümmern ? 

Auf den ersten Blick mag der Mann wie ein Obdachloser wirken, doch in Städten wie Tel Aviv oder Jerusalem ist dieser Anblick nicht gerade selten. Meist handelt es sich um Alkoholiker, die ihren Rausch ausschlafen oder um vollgedopte Junkies.

Donnerstag, 22. März 2012

Israelische Eliteeinheit gegen die Tunnel der Hamas


Jerusalem im Twilight


Photo: Miriam Woelke

"Shelf Life" - Ein israelischer Kurzfilm



A homework assignment for Bezalel school of arts and design, second year. Creators: Vania Heymann, Dana Pinto & Miriam Novoplansky

Hinter den Kulissen des Photojournalismus

B"H

Keine Frage: Schon der kleinste Hobbyphotograph bemerkt schnell, wie er sich positionieren muss, um seinen Photos mehr Ausdruck zu verleihen. Wie ergeht es dann erst Photojournalisten, die ihre Bilder hinterher zum Verkauf anbieten ? Je sensationeller, desto besser und vor allem "gewinnbringender". Dass dabei die Wahrheit oft auf der Strecke bleibt, wen stört das im Nachhinein ?

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-03/fs-ruben-salvadori-2


Ein passender Kommentar zum Artikel auf "ZEIT ONLINE" lautet:

Ich freue mich schon auf die Bilderserie zu den schreibenden Kollegen in Jerusalem. Sitzend am Telefon. Stehend mit Schreibblock in einer Seitenstraße, weit ab der Straßenschlacht. Langweilig und realitätsverzerrend? Richtig! Aber so sieht deren Arbeit nun mal aus.

Diese Aussage könnte treffender nicht sein. Fast alle in Deutschland publizierenden Journalisten, inkl. Deutsch - Israelis, die, u.a., für den SPIEGEL berichten, waren nie selber vor Ort, sondern schreiben von der israelischen Presse ab. Irgendetwas Zusammengeklaubtes, was wiederverwertet, für Geld verkauft und gedruckt wird. Nebenher werden vom selbsternannten Journalisten Bücher über den Nahen Osten veröffentlicht. Dabei war nie einer von denen am Krisenherd, sondern daheim in Tel Aviv oder  Jerusalem mit der Kaffeetasse vor dem Laptop. 
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Einen Dank an den Leser, der mir den Artikel von ZEIT ONLINE zusandte !

Nach Jerusalem


Nachlaot in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Der Blog heisst “Leben in Jerusalem” und innerhalb der nächsten Monate wird der Name dem Blog wieder gerecht werden, denn ich ziehe eben dorthin wieder zurück: Nach Jerusalem. 

Irgendwie kommt man halt nie ganz los von der Stadt, obwohl es mir in Tel Aviv gefällt. Vielleicht aber suche ich ein wenig Abwechslung vom Stress des letzten Jahres, vielleicht vermisse ich meine Freunde in Jerusalem, die Luft, den Machane Yehudah Markt sowie alltäglichen Wahnsinn der Stadt.:-)

Reisewarnungen

B”H 

Am Abend des 6. April beginnt das diesjährige Pessach (Passover) und die Hälfte unseres Landes hat darauffolgend eine ganze Woche frei und geniesst die restlichen Pessach – Feiertage. Außer mir und einigen anderen, die da arbeiten müssen. 

In Tel Aviv verspürt man es weniger, in Jerusalem hingegen herrscht jetzt schon reger Pessach - Trubel. Putzen, einkaufen, Wein für die traditionelle Seder besorgen und und und. Jene Israelis, denen der Pessach – Putz zuviel wird und die eh dem Trubel drumherum entkommen wollen, reisen für die Zeit ins Ausland. Früher war das oftmals die Türkei, doch das Erdogan – Land wurde Feindesland. 

Wahrscheinlich stehen in diesem Jahr wieder London und Paris ganz oben auf der Reiseliste. Doch sind Israelis wirklich sicher im Ausland ? Warnungen werden schon jetzt geäußert. Vor allem aufgrund der Ereignisse in Toulouse. Vielleicht wird nicht unbedingt jeder tätlich angegriffen, doch dumme Sprüche kommen sicher ab und zu. 

Für mich gibt es nichts Schöneres als Pessach in Israel zu verbringen und nicht irgendwo in der Diaspora. Zumindest einmal während der Pessach – Woche nach Jerusalem fahren, in die Altstadt, den Pessach – Trubel anschauen und all die Aktivitäten und Festivitäten. Das bringt wesentlich mehr Feiertagsstimmung als wenn ich mir in London den Buckingham Palace anschaue. 

Warnungen hin oder her, auch in diesem Jahr werden wieder tausende Israelis an Pessach verreisen.

Über was Israelis nicht sprechen wollen


Heutige Zivilschutzübung

B"H 

Nehmen wir einmal an, Israel bombardiere die iranischen Atomeinrichtungen. Was dann ? Hat der Iran nicht in letzter Zeit Israel mit einem verheerenden Gegenschlag gedroht ? Immer wieder vernehmen wir, dass die nuklearen Einrichtungen des Iran zerstört werden sollen, aber wer kann uns wirklich garantieren, dass solch ein Militäreinsatz 100%ig von Erfolg gekrönt sein wird ? Wäre ich Achmadinejad, hätte ich längst all meine geheimen Einrichtungen verlegt. Wenn es sein muss, alles auf unterirdischer Basis. 

Genau deswegen stelle ich die Frage in den Raum, denn kein einziger Politiker oder General ist in der Lage, einen Erfolg zu garantieren. Was wäre, wenn die Einrichtungen zwar zerstört werden, doch Achmadinejad ganz woanders im Untergrund weiter an seinem Bömbchen bastelt ? Und was, wenn nach einem israelischen und / oder amerikanischen Angriff, der Iran auf sofortige Gegenoffensive macht ? Auf Tel Aviv oder weitere israelische Städte. 

Heute morgen startete Israels Zivilschutz (Pikud HaOref) eine großangelegte Übung und am Morgen hörte ich die Sirenen. Trotz aller Übungen sollten wir die aktuelle Lage nicht vergessen, die uns da sagt, dass eigentlich kaum jemand auf einen Militärschlag auf unser Land vorbereitet ist. Fast jedes Haus verfügt über einen Bunker, doch seit dem Libanonkrieg hat sich wenig getan. Die Mehrheit der öffentlichen Bunker ist in heruntergekommenen Zustand und vollgepackt mit Müll. 

Eine Stadt wie Tel Aviv ist dicht besiedelt und die Gebäude stehen aus Platzmangel oftmals so dicht nebeneinander, dass ich meinen Nachbarn auf den Teller schauen kann


Dichtbesiedeltes Israel: Ramat Gan (nahe Tel Aviv)

Photo: Miriam Woelke

Allgemein versuchen Presse und Politiker stets der Frage auszuweichen, was denn passiere, wenn der Iran tatsächlich zurückschlage. Die Realität sieht leider so aus, dass niemand eine Antwort auf die Frage parat hält. Es gibt wohl kaum exakte Informationen über das Waffenarsenal von Achmadinejad oder wie eine Gegenoffensive genau aussieht. Einerseits betreiben viele israelischer Politiker Panikmache, andererseits aber fühlen sich die Israelis sicher, denn sie verweisen auf unsere starke Armee. 

Um ehrlich zu sein: Ich fühle mich überhaupt nicht so sicher. Startet der Iran keine Gegenoffensive, so können wir davon ausgehen, dass Achmadinejad die Hizbollah sowie die Hamas anhält, Israel zu bombardieren. Wie ich bereits unzählige Male sagte: Wir sollten uns vielleicht besser auf unsere direkten Nachbarn konzentrieren als nur auf den Iran fixiert zu sein.

Mittwoch, 21. März 2012

Neuer Film zeigt die oberste Priorität der Israelis: INNOVATION

  
B"H

Neben den Amerikanern ist Israel eines der innovativsten Länder der Erde. Als Hauptstadt dieser Innovation wird gerne Tel Aviv angeführt, doch stehen viele andere Landesteile nicht mehr nach. In Beersheva tut sich viel genau so wie im Norden oder Jerusalem. 

Gestern abend, zum Beispiel, zeigte das israelische TV einen Bericht über in Nazareth lebende Araber (Christen und Moslems), die zwar auf israelischen Unis studierten, doch hinterher keine Jobs bei israelischen Firmen fanden. Die Jungakademiker kehrten zurück nach Nazareth, einer Stadt, die zur Hälfte aus Juden und Arabern besteht, und gründeten allmählich ihre eigenen Firmen. Ob Hightech, in der Landwirtschaft oder Forschung. 

Kommt ein neues iPad oder irgendetwas Technologieverbundenes auf den Markt, so stürzen sich Israelis fast als Allererstes darauf. Die Neugier nach dem Fortschritt und etwas zu tun läßt einen nicht los. Etwas Neues und Ideen verwirklichen. Sich nicht selber zu sagen: "Ach, lassen wir das mal, das bringt doch eh nichts" oder sich sonst irgendwie von den Gedanken abbringen zu lassen. 

Eine enorme Hilfe bei dieser Innovationsfähigkeit ist die israelische Denkweise. Nicht nur angepasst herumlaufen und duckmäusern, sondern aufstehen und seine Meinung vertreten. Nicht jeder mag diesen Innovationsdrang besitzen, doch die, die ihn haben, bringen unser Land auf wirtschaftliche Erfolgsspur.

Dienstag, 20. März 2012

Bagel mit Geschmack



 Hier könnt Ihr Hebräisch und Jiddisch zur selben Zeit lernen. Bagele mit Geschmack.:-)))

187,000 neue Wohnungen für Israel


B"H 

Die Wohnungsnot will kein Ende nehmen. Aktuell beschloss die Regierung den Bau von 187,000 neuen Wohneinheiten im Land. Ziel ist es, diese Wohnungen billig zu vermieten, aber wer glaubt daran. Bauunternehmer werfen bereits ihre Aasgeieraugen auf die zu erstellenden Objekte aus und im Nachhinein wird sich bezüglich der Preise gar nichts tun. Immobilienexperten warnen eh, dass die Mieten allgemein nicht fallen, sondern weiterhin ansteigen. Besonders im Küstenbereich kann man eine Zwei – Zimmer – Wohnung unter 3000 Schekel (ca. 600 Euro) vergessen. Tel Aviv, Herzliya, Hod HaSharon und Ra’anana verlangen 3500 Schekel (700 Euro) Miete für zwei Zimmer. Dagegen belaufen sich die Mieten in Jerusalem geradezu angenehm, denn dort sind Zwei – Zimmer – Wohnungen noch für ca. 2500 (500 Euro) zu haben. 

Neben dem Mord an vier Juden im französischen Toulouse sind es dann auch die steigenden Mieten und Immobilienpreise, die die israelischen Schlagzeilen beherrschen.

Nach Mord in Frankreich: "Befinden sich Diaspora - Juden in Alarmbereitschaft ?"

B”H

Ich denke, dass der Mord an vier Juden in Frankreich alle Juden in der Diaspora in Alarmbereitschaft versetzen sollte. So toll sicher scheint es ja nun doch nicht zu sein, um sich in der Diaspora, trotz aller wirtschaftlichen Bequemlichkeiten, wohlzufühlen. Israel ist immer eine Alternative, aber davon wollen nicht gerade viele Diaspora – Juden hören und machen sich lieber selber etwas vor, indem sie sich einreden, das werde schon alles. Die Polizei sei ja da und "uns geht es doch wirtschaftlich besser als in Israel". 

Wer genau das sagt, der braucht sich nicht groß beschweren, wenn er hinterher doch angegriffen wird.

Montag, 19. März 2012

Gespenstisch

B"H

Geradezu gespenstisch wirken im Dunkeln die Bäume in der Nevi'im Street in Tel Aviv


Photo: Miriam Woelke

Israel: "Unverheiratete Paare und die Gesetzeslage"



B"H

Mein Anwalt ist Partner einer größeren Kanzlei, deren oberster Boss heute eine TV Aufzeichnung machte. Das Thema war äußerst interessant und schockierend zugleich. Da ich im Wartebereich sass, bekam ich alles mit und möchte an dieser Stelle ein wohl eher unbekanntes Gesetzesthema ansprechen.

Von Freunden aus Kanada weiss ich, dass es eben in Kanada (zumindest im Staat British Colombia) ein Gesetz gibt, nachdem ein offiziell unverheiratetes Paar in bestimmten Situationen dennoch als "verheiratet" gilt. Nämlich wenn einer der beiden Partner stirbt und der andere plötzlich legal als Erbe eintritt.

Ich hörte von einem Fall, wo eine Frau starb und der Nachbar plötzlich erben wollte, weil er die Frau ab und an besucht hatte und er meinte, dass damit eine gewisse Zweisamkeit entstanden war. Der Fall geht gerade vor Gericht und der Nachbar hat Chancen zu erben. In Kanada ist also immer Vorsicht geboten, wenn ein unverheiratetes Paar mehr als ein Jahr zusammenlebt.

Dass dasselbe in Israel zutrifft, dürfte selbst den meisten Israelis unbekannt sein. So jedenfalls heute der Anwalt vor der TV Kamera. Heutzutage ziehen viele Israelis in eine gemeinsame Wohnung und wollen ausprobieren, ob die Beziehung klappt und sie später eventuell einmal heiraten. Egal, welchen alters, jeder sollte wissen, dass wer mehr als vier oder fünf Monate in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebt, vor dem Gericht als "verheiratet" gilt. Zumindest in gewissen Situationen.

Beispiel:

Verstirbt eine der beiden Parteien, so wird der Partner, wenn auch nicht verheiratet, zum Erben. Kommt, u.a., der Freund bei einem Armeeeinsatz ums Leben, würde die Freundin dessen Geld erben. Gesetz dem Fall, dass beide zusammenlebten.

Ferner kann es passieren, dass wenn sich ein unverheiratetes Paar nach einiger Zeit trennt, eine Partei sogar Alimente einklagen kann. Dies allerdings nur auf bestimmte Zeit, wie, beispielsweise, drei Monate. Wer also mit seinem Partner zusammenzieht und vorerst nicht heiratet, der sollte zumindest vorher zu einem Anwalt gehen und die Gesetzeslage abklären. Zum Beispiel, in dem er ein Testament macht oder schriftlich eventuelle Ansprüche des Partners ausschliesst. Auf alle Fälle vorher genau erkundigen, um nicht hinterher als die ausgenommene Weihnachtsgans dazustehen. Bei Geld sollte Liebe nicht blind machen !

Sonntag, 18. März 2012

Apostille in Israel

B"H 

Morgen muss ich wieder einmal zum Notar zwecks Apostille für Deutschland. Wie ich soweit vernahm, dürfen anerkannte Notare Apostillen ausstellen und nicht nur das israelische Außenministerium oder die örtlichen Gerichte. Ob das alles so stimmt, wird sich morgen herausstellen.

Tel Aviv: Afrikaner klauen Smartphones und Geld

B"H 

Ein Arbeitskollege berichtete mir heute, dass ein Angestellter einer benachbarten Bankfiliale in der Nähe des alten Tel Aviver Busbahnhofes von Afrikaner zusammengekloppt und beraubt wurde. Der Angestellte befand sich in der Gegend des alten Busbahnhofes als er plötzlich von drei oder vier Afrikaner umzingelt und verprügelt wurde. Die Afrikaner wollten sein Smartphone sowie alles Bargeld. Mit ihrer Beute suchten sie das Weite. 


 Am alten Tel Aviver Busbahnhof: Eldorado der Junkies und illegalen Afrikaner.

Photo: Miriam Woelke

Daher meine Warnung: Lauft weder am alten noch in der Gegend des neuen Busbahnhofes offen mit Smartphones herum ! Seit einiger Zeit schon häufen sich die Überfälle von Afrikanern auf Israelis, wobei Smartphones zur beliebtesten Beute gehören.

Hamas gegen ADIDAS

B"H

Am vergangenen Freitag fand in Jerusalem der Stadtmarathon 2012 statt und schon hagelt es wieder einmal Kritik von der Hamas. Die Palästinenser sehen eine, wie sie es im Nazijargon nennen, "JUDAISIERUNG" Jerusalems, kommen. Aus diesem Grund planen sie Ende des Monats einen Marsch auf Jerusalem zu provozieren. 

Dieser Tage jedoch geht es um den Marathon, bei dem der Sportartikelhersteller ADIDAS aus Herzogenaurach kräftig mit bei der Sache war. Immerhin hat ADIDAS Verkaufsfilialen in Jerusalem sowie in Tel Aviv. Die Hamas dagegen meinte: "Unterstützt die Al Aksa Moschee auf dem Tempelberg und boykottiert ADIDAS !" 

Mehr zum Thema HIER !

Der alte Busbahnhof von Tel Aviv

B"H

Gehe ich am alten Busbahnhof von Tel Aviv vorbei, kommen stets Erinnerungen hoch, denn vor meinen Augen sehe ich den Ort in seiner Blütezeit. Der alte Zentrale Busbahnhof, einer der ersten Orte, den ich bei meinem ersten Israelbesuch im Jahre 1987 zu sehen bekam. Kein malerischer Ort, sondern dreckig, nach Urin stinkend und Tausende herumeilende Menschen. Man befand sich dort, um schnell in einen Bus zu steigen und dann nichts wie weg. Kein schöner Ort, aber gleichzeitig Tel Aviv Flair pur. 

In den 90iger Jahren wurde der neue Busbahnhof eingeweiht. Nur ein paar Meter weiter. Ein häßlicher Betonklotz, in dem sich sogleich Junkies und Obdachlose niederliessen. Heute steht die Hälfte der Geschäfte im neuen Busbahnhof leer, aber wer billig einkaufen will, kann dies im ersten Stock bzw. Untergeschoss zu. Zu manchen Tageszeiten befinden sich jedoch mehr Afrikaner und Gastarbeiter von den Philippinen im Busbahnhof als Israelis. 

Der alte Busbahnhof wirkt verlassen und war noch bis vor kurzem eingezäunt, damit die dort schlafenden Junkie vertrieben werden. Irgendwie weiss die Stadt nichts mit dem Gelände anzufangen und in Zukunft schwant mir bereits ein weiterer Büroturm. Bis jetzt jedenfalls zogen die Junkies wieder ein und selbst tagsüber lebt dort die Prostitution.


Die alten Haltestellen existieren noch.



Treffpunkt illegaler Afrikaner und im Hintergrund ein Junkie auf dem Boden liegend. 




 


Junkies und eine billige Essensausgabe am ehemaligen Verwaltungsgebäude der Busgesellschaft EGGED 



Und hier stehen besagte gewerbliche Damen.



Nebendran in der Salomon Street: Prostitution, illegale Afrikaner mit ihren Pubs und philippinische Gastarbeiter. Der Slum von Tel Aviv und kein Besucher sollte sich nach 23.00 Uhr dort blicken lassen.

Photos: Miriam Woelke

Samstag, 17. März 2012

Leserfrage: "Wohnungsangebote und Suche in Israel"

B"H

Der absolute Oberhammer ist ein in der Tageszeitung MA’ARIV aufgeführtes Wohnungsangebot in der Tel Aviver Innenstadt:

Raschi Street, 67qm², 3. Stock, inkl. 2 Balkone für sage und schreibe 5800 Schekel (ca. 1160 Euro) im Monat zu vermieten.

Welche Nebenkosten im Mietpreis mit einbezogen sind, wird nicht angegeben. Ich sage nur: Wer die Wohnung nimmt, ist selber schuld !

Weiter:

2 – Zimmer im Stadtteil Florentin (60qm²), teilmöbliert, für 4600 Schekel (ca. 920 Euro).

Dagegen gibt es im weniger begehrten Stadtteil Yad Eliyahu eine 4 – Zimmer – Wohnung (100qm²), noch für 4500 Schekel (ca. 900 Euro).

Früher gab es erschwingliche Wohnungen in der Schechunat HaTikwah, doch dort hausen momentan Hunderte illegaler Afrikaner und wer will jetzt noch in den Stadtteil, wenn die Gefahr besteht, dass Afrikaner einem auf dem nächtlichen Heimweg eine drüberbraten, um an Smartphone, Geld oder beides zu kommen ? Laut Buki Na’e, einstiger Crime Journalist und jetzt Reiseführer durch Tel Aviv – Süd, bilden die Tausende um den Busbahnhof hausenden Afrikaner ein höheres Gewaltpotential als eventuelle Raketen (aus Gaza) auf Tel Aviv. 

Viele Blogleser stellen mir immer wieder dieselbe Frage, die da lautet: 

Wie finde ich eine Wohnung oder WG in Tel Aviv oder Jerusalem ? 

Es ist kaum zu verlangen, dass jeder Ausländer die Fähigkeit besitzt, sich auf hebräischen Apartment Sites umzuschauen. Allerdings ist es gerade dort, wo man normalerweise Wohnungen und WGs findet. Wohnungsangebote in englischer Sprache existieren, doch werden dort horrende Mieten verlangt. Was also tun ? 

Sich aus dem Ausland eine Wohnung in Israel zu mieten, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Man sollte schon vor Ort sein und sich auf die Suche begeben. Die Vermieter wollen den Bewerben sehen und der Bewerber will ja schliesslich auch wissen, wo er ggf. einzieht. Das gleiche Prinzip bei WGs: Dort gibt es immer ein Treffen mit allen Bewohnern und jeder muss zustimmen. Aus der Ferne funktioniert so etwas nie. 

Neben dem Internet besteht die Möglichkeit, dass in Israel so beliebte VITAMIN B anzuwenden. Warum nicht beim Kioskbesitzer oder im Café einmal nachfragen, ob die Bedienung etwas weiss ? Häufig läuft alles über Mundpropaganda. Weiterhin kommt es darauf an, zu welcher Jahreszeit jemand eine Bleibe sucht. Israelische Vermieter geben normalerweise 1 – Jahresverträge aus und nach Ablauf der Zeit wird entweder auf ein weiteres Jahr verlängert oder umgezogen. Die Mehrheit der Jahresverträge läuft in den Sommermonaten Juni, Juli, August aus und von daher ist es zu der Zeit schwieriger, eine Wohnung zu finden. Eben weil einfach alle auf der Suche sind. Ab Oktober wird es wieder einfacher. 

Wer sich eine Wohnung anschaut, sollte sich nicht scheuen, alles zu durchleuchten. Klospülung, Wasserhahn, Lichtschalter, alles ausprobieren, sonst fällt man leicht herein und erlebt beim Einzug unangenehme Überraschungen. Mietzahlungen, Kaution und Nebenkosten müssen genauestens abgesteckt werden. Wer zahlt was und an wen gehen Gas – Strom – und Wasserrechnungen ? Gehen diese per Post an den Vermieter, welcher Euch lediglich die Höhe der zu zahlenden Summe mitteilt, dann besteht darauf, die Rechnung zu sehen. Nicht, dass er Euch einen vom Pferd erzählt. 

Bei WGs müsst ihr aufpassen, dass einige der Mitbewohner nicht ständig ihre Freunde übernachten lassen und diese duschen oder telefonieren; ganz zu schweigen von der Waschmaschine und den Stromkosten. Ansonsten dürft ihr für all die zusätzlichen Gäste die Kosten mittragen. 

Keiner sollte sich scheuen, nachzufragen, denn dann wissen Vermieter und Mitbewohner im voraus, dass kein Freier einzieht. 

Ein Israeli will alles sein, bloß kein FREIER = Jemand, der alles mit sich machen läßt und ausgenutzt wird.