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Sonntag, 9. September 2012

Ein arabischer Zionist in der israelischen Armee


Ala Wahib (32)
B"H

Ein lesenswerter Lebenslauf, den die internationale Presse garantiert nicht publiziert, die Wochenendausgabe der israelischen Tageszeitung ISRAEL HAYOM hingegen schon: Der Muslim Ala Wahib aus einem kleinen arabischen Dorf fühlt sich als Zionist, will Israel verteidigen und stieg zum ranghöchsten arabischen Offizier innerhalb der israelischen Armee auf.

In Israel wird nicht immer alles so schwarz und weiss gesehen, wie uns das Ausland zwecks Agendagründe gerne darstellt.

Donnerstag, 9. August 2012

Hannah Nachenberg und das SBARRO Terrorattentat

B"H

Jedes Jahr am 9. August stellt für mich eine spezielle Erinnerung dar. Nicht, weil ich selbst am Ort der Tragödie dar, sondern weil ich gleich in der Nähe wohnte und einige der Betroffenen kenne.

Genau zehn Jahre ist es her und die Terrorattentate sind in Jerusalem nach wie vor allgegenwärtig. Gedenktafeln an vielen Orten und die Innenstadt war in besonderem Masse betroffen. In den Jahren 2001 / 2002 fragten wir Bewohner uns bei jeder Busfahrt, ob der Bus in die Luft fliegen wird. Es war eine gespannte Atmosphäre damals und uns ist bewusst, dass dies jederzeit wieder einkehren kann.

Das SBARRO - Attentat war eine riesige Tragödie und jedes Jahr wieder erinnere ich an diesem 9. August.

Hier die Geschichte eines Opfers des Sbarro - Attentates; dem Schicksal der Hannah Nachenberg.


Freitag abend, Erev Schabbat, im Mai 2001

Mit einer Freundin bin ich bei Rabbi Machlis zum Schabbatessen. Rein zufällig sitzen wir am Tisch mit David Nachenberg und seiner Frau Hannah. Deren kleine Tochter Sarah ist draußen am Rumtollen mit den Machlis - Kindern. Seit einigen Jahren kenne ich David. Noch aus der Zeit, in der er Single war. Er ist amerikanischer Herkunft und heiratete irgendwann Hannah, auch Amerikanerin. Sie trafen sich auf einem Konzert der religiösen Popband "Schlock-Rock". Liebe auf den ersten Blick sozusagen.

Hannah und David erzählten mir von ihren ganzen Problemchen. Nein, in Jerusalem würden sie nicht mehr wohnen, stattdessen seien sie nach Modi'in gezogen. David arbeitete bei Bank Hapoalim in Ramat Gan (heute arbeitet er als Sportlehrer in Modi'in) und Hannah suchte gerade Job. Das ewig überzogene Bankkonto würde nerven, aber sonst gehe es ihnen gut.


9. August 2001

Hannah Nachenberg sitzt mit ihrem Onkel und ihrer Tante samt Tochter Sarah in der Jerusalemer Pizzeria SBARRO. Tante und Onkel sind zu Besuch aus den USA. Gerade wollen sie ihre Pizza essen als es knallt.
Ein palästinensischer Selbstmordattentäter sprengte sich am Eingang des SBARRO in die Luft. Es war am frühen Nachmittag gegen 14.00 Uhr. Hochsommer. Die Pizzeria war gerammelt voll. Um noch mehr Leute in den Tod zu reißen, wartete der Attentäter, bis die Ampel an der Kreuzung King George / Yaffo für die Fussgänger auf grün sprang. Mehrere Hundert Menschen waren in der Nähe. 15 Menschen starben (davon sieben Kinder) und 130 wurden verletzt.

Die Bombe war außer mit Sprengstoff auch mit Nägeln gefüllt. Hannahs Onkel und Tante waren nur leicht verletzt, Tochter Sarah hatte fast keinen Kratzer abbekommen, doch Hannah war vorn über den Tisch gekippt.
Die Tante untersuchte sie nach dem ersten Schock. Fast kein Blut, gar nichts.
Die Ambulanz traf ein. Der erste "Erste Hilfe Helfer", der in das Sbarro rannte, war der Gerer Chassid Moshe Frand. Später wurde er vom damaligen Bürgermeister Ehud Olmert für sein Engagement ausgezeichnet. Er zeigte mir stolz seine Urkunde.

Hannah Nachenberg kam ins Hadassah - Krankenhaus. Dort stellte man fest, dass sie einen Nagel mitten im Herzen hatte. Ihr Mann David wurde sofort verständigt und der wiederum rief Rabbi Machlis an.
Der Nagel wurde aus Hannahs Herzen entfernt, doch sie erlangte bis heute nicht mehr das Bewußtsein.


2009

Hannah Nachenberg liegt nach wie vor bewußtlos in einer Reha - Klinik nahe Tel Aviv. Die Augen geöffnet, doch nichts wahrnehmend. Ihre Tochter Sarah ist in der Zwischenzeit ziemlich gewachsen, doch Bilder malt sie ihrer Mutter immer noch.
David versucht gerade in den USA einen Prozeß gegen eine palästinensische Bank zu führen und hat gute Chancen zu gewinnen.
Er arbeitet als Sportlehrer in Modi'in und schreibt nebenbei Rap - Musik. Neuerdings hat er auch einen Blog. Er textet Rap - Songs über amerikanische jüdische Sportler.

Manchmal kommt Michael, ein britischer Sänger, zu Hannah ans Krankenbett. Singt ihr religiöse jüdische Lieder und Hannah schaut an die Decke. Abwesend. Doch Michael ist sich sicher, etwas Gutes zu tun. Seitdem ein paar christliche Missionare zu Besuch kamen und David Nachenberg überreden wollten, an J. C. zu glauben, damit seine Frau "gerettet" werde, läßt David nur noch jüdische Besucher zu. Die Missionare flogen kurzerhand raus.

Manchmal sehe ich David Nachenberg, der noch immer ab und an zu den Machlises kommt. Allein oder mit Tochter Sarah. Wie es seiner Frau gehe ? Naja, immer das Gleiche halt. Nichts Neues.

Nachtrag: Das SBARRO wechselte vor ein paar Jahren seinen Standort und zog um. Es befindet sich heute in der Yaffo - Straße, gegenüber Cafe Hillel. Im "alten" Sbarro King George / Yaffo ist heute das Cafe Ne'eman.



2011





Die Nachenberg Familie in besseren Zeiten




Link: 

Von Gilad Shalit bis zur Schijveschuurder Familie

Sonntag, 17. Juni 2012

Zum Tod eines Freundes

B"H 

Es ist immer eine heikele Angelegenheit, am Schabbat traurige Geschehnisse zur Sprache zu bringen. Im Judentum wird der Schabbat als ein freudiger Tag betrachtet, an dem sämtliche weltlichen Dinge (Geldsorgen, Geld und Business überhaupt, Vertragsabschlüsse, Arbeit, etc.) ad acta gelegt werden sollten. Nicht vergessen, sondern man beschäftigt sich an den Stunden des Schabbat nicht damit, um eben den Schabbat geniessen zu können. Nach Schabbatende kann sich jeder immer noch genug sorgen bzw. in den Alltag zurückkehren. 

Gestern war ich bei einem Schabbatessen, während dessen Verlauf dennoch ein Todesfall zur Sprache kam. Schon allein aus dem Grund, weil heute abend die Beerdigung stattfindet. Ein Bekannter von mir verstarb in der letzten Woche. Urplötzlich und im Alter von 38 Jahren. Ein gebürtiger amerikanischer Jude, nach Israel eingewandert und er studierte Gesang und Theaterwissenschaften an der Hebrew University in Jerusalem. Er erlangte seinen Abschluss und unterrichtete seit kurzem autistische Kinder anhand von Musiktherapien. 

In der vergangenen Woche wurde er tot in seinem Apartment aufgefunden, wo er offenbar bereits mehrere Tage unentdeckt gelegen hatte. Derjenige, der den Tod meines Bekannten gestern zur Sprache brachte, wusste nicht genau, ob Herzversagen oder Diabetes die Todesursache war. Nach all der Erschütterung über den Tod von Moshe begann jeder der Anwesenden, sich so seine eigenen Gedanken zu machen. Jeder Mensch denkt doch im Grunde an seine eigenen Sorgen, an sein Leben und macht Pläne. Dabei zieht keiner von uns in Betracht, morgen vielleicht gar nicht mehr am Leben zu sein. Geld, Job, Karriere, tolle Wohnung, neues Auto, tollen Urlaub … dies scheinen die Lebensinhalte der meisten Leute zu sein, doch niemand will sich so recht mit dem Gedanken beschäftigen, einmal nicht mehr da zu sein. 

Plötzlich ging uns dies alles durch den Kopf, denn wer hätte gedacht, dass der 38 – jährige sportliche Moshe einfach so stirbt ? In der heutigen Zeit leben viele Menschen allein in ihren Wohnungen und vielleicht sollten wir Freunde und Bekannte einfach des Öfteren anrufen und nach dem Wohlbefinden fragen. Natürlich kann jeder sterben und ewig anrufen und sich erkundigen nützt im Endeffekt auch nichts. Andererseits bewirkt ein Anfruf bei vielen Menschen ein Gefühl der Freude, dass da jemand da ist, der mit einem sprechen will. Manchmal kann ein einziger Anruf eine ganze Welt verändern.

Dienstag, 31. Januar 2012

Der 10. Todestag des Daniel Pearl

B"H

Der am meisten aufgerufene Blogpost meines englischen Blogs ist ein Video der Enthauptung des amerikanischen Journalisten Daniel Pearl im Februar 2002. Dies gilt das ganze Jahr über und nicht nur zu seinem Todestag. Auf Youtube wird lediglich ein Bruchteil dessen gezeigt, was tatsächlich vor genau zehn Jahren in Pakistan geschah. 

Morgen, am 1. Februar 2012, ist es genau zehn Jahre her, dass Daniel Pearl von islamischen Terroristen in Pakistan brutal ermordet worden ist.

Hat sich seit damals wirklich so viel verändert ?



Links:

Daniel Pearl Foundation

Daniel Pearl's Execution

Wer schwache Nerven hat, der sollte das Video lieber nicht anschauen !!!!

http://www.wretch.cc/video/f0806449k&func=single&vid=5836976 


Funktioniert das Video nicht sofort, dann bewegt Euren Cursor darüber !

Samstag, 7. Januar 2012

Das letzte Photo des Patrick Swayze

B”H 

Lisa Niemi, die Witwe des im Jahre 2009 an Krebs verstorbenen Schauspielers Patrick Swayze, stellt momentan ihr Buch “Worth Fighting For – Es lohnt sich zu kämpfen” vor. In dem Buch veröffentlicht Lisa Niemi ein umstrittenes Photo, welches sie selbst wenige Tage vor dem Tod ihres Gatten aufnahm. Sie selber sagt, dass sie sich nicht sicher ist, ob Patrick der Bildveröffentlichung zugestimmt hätte. 

Lisa Niemi Swayze, die Witwe von Patrick Swayze veröffentlicht das letzte Bild von ihrem Mann, bevor er nach einem langen Leiden an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. Das Bild ist Teil einer fotografischen Sammlung, die sie in ihrem neuesten Buch, Worth Fighting For, publiziert.
Über das Buch, sagte Lisa in einem Interview mit USA Today: "In dem Buch ich erinnere mich an die Stimmungen, durch die mein Mann während seiner Krankheit ging. Wochenlang war er manchmal nicht einmal in der Lage, aus dem Bett aufzustehen und plötzlich begannen Perioden intensiver Aktivität, die die ganze Familie überraschten ", sagte die Witwe. 

Die 55-Jährige sagt: “Der Umgang mit der Krankheit war nicht leicht. Ich gestehe, dass meine Gefühle bis zu seinem Tod an ihm hingen, weil er war seit meiner Jugend, die einzige Liebe meines Lebens war." 

Patrick und Lisa waren 33 Jahre lang verheiratet.  

Wer das letzte Photo des Patrick Swayze sehen will, der kann es sich HIER anschauen. Eine sehr tragische und traurige Angelegenheit. 

Mehr Photos aus dem Buch HIER.

Dienstag, 8. November 2011

16. Jahrestag des Mordes an Yitzchak Rabin

B”H 

Wie in jedem Jahr findet auch dieser Tage wieder das offizielle Gedenken an den im November 1995 ermordeten Preminister Yitzchak Rabin statt. Irgendwie aber immer nur auf offizieller Schiene. In der Knesset oder bei einer morgigen Zeremonie an seinem Grab auf dem Jerusalemer Herzl Berg. 

Die Normalo – Bevölkerung interessiert der Rabin – Mord nur noch wenig. Zuviel ist in all den Jahren danach geschehen und nebenbei wird Rabin nun einmal für den katastrophalen Oslo – Vertrag verantwortlich gemacht. Ein sogenanntes Friedensabkommen, was niemals eines war, sondern stattdessen Waffen an die Palästinenser geliefert worden sind, mit denen diese hinterher auf Juden schossen. Die Presse nervt mit Aussagen “Wir dürfen Rabin nicht vergessen”, die Realität dagegen sieht anders aus. 

An diesem Samstag abend (Mozzaei Schabbat) findet auf dem Kikar Rabin in Tel Aviv eine Gedenkveranstaltung statt. Organisiert von der israelischen Linken. Ich gehe erst gar nicht hin, denn es geht weniger ums Gedenken als dass sich diverse Linke wieder einmal selbst in Szene setzen und ihre private Eigenpropaganda ablassen. Wer dennoch interessiert ist, nachfolgend ein paar Links aus dem vorherigen Jahren. Ansonsten kann ich nicht viel Neues berichten, denn es gibt nichts. 

Die Rabin – Familie selbst, Yitzchak Rabins Sohn Yuval, die Tochter Dalia Rabin – Pelosof sowie Enkelin Noah (heute selbst verheiratet mit Kind) sind für die Medien nicht mehr von Belang und spielen keine Rolle im öffentlichen Leben. 

Links:






Gedenkstein an die Ermordung des ehemaligen Premierministers Yitzchak Rabin. An der Stelle hinter dem Rathaus wurde Rabin von Yigal Amir am Abend des 4. Novembers 1995 erschossen. 

Photo: Miriam Woelke 



Der Attentäter Yigal Amir (Photo oben) dagegen erfährt wesentlich mehr Publicity. Die extreme Rechte verbreitet auf privaten Wegen ein T – shirt versehen mit einem Aufdruck, der nach der Freilassung Amirs schreit. Immerhin liess Netanyahu beim “Shalit – Deal” hochrangige palästinensische Mörder frei und da könne genau so ein Yigal Amir freikommen. Aber in dem Falle messe die Politik anscheinend mit zweierlei Maß.


Mit dem T - shirt "Lasst Yigal Amir frei"

Dienstag, 30. August 2011

Von Gilad Shalit bis zur Schijveschuurder Familie

B”H

Wie viele andere Leute in Israel bin ich der Meinung, dass kein so großes Tamtam um den gekidnappten Soldaten Gilad Shalit gemacht werden sollte. Je mehr Aufsehen, desto höher wird der Preis der Hamas.

Wenn ich Shalits Eltern herumkrakeelen sehe, wird mir teilweise schlecht. Immer nur Publicity und eine kleine Basisgruppe aussenden, damit wieder irgendwo demonstriert wird. Die Basisgruppe machte viel kaputt, denn allein die Leute sehen kaputt aus. Emotionales Herumgefuhrwerke und auf die Autos von Politiker kloppend, wenn man sich gerade einmal wieder vor dem Netanyahu Office postiert.
Netanyahu schweigt, denn er hat seine Meinung mehrmals kundgetan: Es gibt keinen Shalit – Handel für den hohen Preis, hochgradige Terroristen freizulassen, die kurz darauf weitere Israelis umbringen.

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichte die Tageszeitung MAARIV in ihrer Schabbatausgabe ein Interview mit den Kindern der Familie Schijveschuurder. Allein der Name “Schijveschuurder” löst in Israel auch nach zehn Jahren noch ein Schaudern aus.

Mordechai Schijveschuurder, 43
Tzira Schijveschuurder, 41
Ra'aya Schijveschuurder, 14
Avraham Yitzhak Schijveschuurder, 4
Hemda Schijveschuurder, 2

Die Eltern Mordechai und Tzira kamen zusammen mit drei ihrer Kinder beim Bombenattentat auf die Pizzeria “Sbarro” um. Das war am 9. August 2001. Bis heute leiden die überlebenden Kinder am Trauma; selbst jene, welche nicht direkt im Sbarro dabei waren. 


Die Schijveschuurders vor dem Attentat. Die Kreise zeigen die später umgekommen Familienmitglieder an. Ein umgekommenes Kind fehlt auf dem Photo.


Die Familie war aus Holland eingewandert. Religiöse Juden, deren Leben nach dem Attentat und dem Verlust von fünf Familienmitgliedern völlig aus der Bahn geriet. Einer der hinterbliebenen Söhne sagte in dem Zeitungsinterview, dass der Organisator des Attentates bei einem früheren Gefangenenaustausch freigekommen war. Was also würde bei noch schlimmeren Mördern herauskommen, die im Falle eines Austauschs für Gilad Shalit freikommen ? Sollen wieder andere Menschen darunter leiden ?

Wäre es daher nicht sinnvoller, die Regierung ihren Verhandlungen nachkommen zu lassen und sich still zu verhalten, um der Hamas nicht noch mehr Grund zu geben, den Shalit Deal unmöglich zu machen ?


Link:

Samstag, 20. August 2011

Hannah Nachenberg: Der 10. Jahrestag

B"H

Jedes Jahr am 9. August stellt für mich eine spezielle Erinnerung dar. Nicht, weil ich selbst am Ort der Tragödie dar, sondern weil ich gleich in der Nähe wohnte und einige der Betroffenen kenne.

Genau zehn Jahre ist es her und die Terrorattentate sind in Jerusalem nach wie vor allgegenwärtig. Gedenktafeln an vielen Orten und die Innenstadt war in besonderem Masse betroffen. In den Jahren 2001 / 2002 fragten wir Bewohner uns bei jeder Busfahrt, ob der Bus in die Luft fliegen wird. Es war eine gespannte Atmosphäre damals und uns ist bewusst, dass dies jederzeit wieder einkehren kann.

Das SBARRO - Attentat war eine riesige Tragödie und jedes Jahr wieder erinnere ich an diesem 9. August.

Hier die Geschichte eines Opfers des Sbarro - Attentates; dem Schicksal der Hannah Nachenberg.


Freitag abend, Erev Schabbat, im Mai 2001

Mit einer Freundin bin ich bei Rabbi Machlis zum Schabbatessen. Rein zufällig sitzen wir am Tisch mit David Nachenberg und seiner Frau Hannah. Deren kleine Tochter Sarah ist draußen am Rumtollen mit den Machlis - Kindern. Seit einigen Jahren kenne ich David. Noch aus der Zeit, in der er Single war. Er ist amerikanischer Herkunft und heiratete irgendwann Hannah, auch Amerikanerin. Sie trafen sich auf einem Konzert der religiösen Popband "Schlock-Rock". Liebe auf den ersten Blick sozusagen.

Hannah und David erzählten mir von ihren ganzen Problemchen. Nein, in Jerusalem würden sie nicht mehr wohnen, stattdessen seien sie nach Modi'in gezogen. David arbeitete bei Bank Hapoalim in Ramat Gan (heute arbeitet er als Sportlehrer in Modi'in) und Hannah suchte gerade Job. Das ewig überzogene Bankkonto würde nerven, aber sonst gehe es ihnen gut.


9. August 2001

Hannah Nachenberg sitzt mit ihrem Onkel und ihrer Tante samt Tochter Sarah in der Jerusalemer Pizzeria SBARRO. Tante und Onkel sind zu Besuch aus den USA. Gerade wollen sie ihre Pizza essen als es knallt.
Ein palästinensischer Selbstmordattentäter sprengte sich am Eingang des SBARRO in die Luft. Es war am frühen Nachmittag gegen 14.00 Uhr. Hochsommer. Die Pizzeria war gerammelt voll. Um noch mehr Leute in den Tod zu reißen, wartete der Attentäter, bis die Ampel an der Kreuzung King George / Yaffo für die Fussgänger auf grün sprang. Mehrere Hundert Menschen waren in der Nähe. 15 Menschen starben (davon sieben Kinder) und 130 wurden verletzt.

Die Bombe war außer mit Sprengstoff auch mit Nägeln gefüllt. Hannahs Onkel und Tante waren nur leicht verletzt, Tochter Sarah hatte fast keinen Kratzer abbekommen, doch Hannah war vorn über den Tisch gekippt.
Die Tante untersuchte sie nach dem ersten Schock. Fast kein Blut, gar nichts.
Die Ambulanz traf ein. Der erste "Erste Hilfe Helfer", der in das Sbarro rannte, war der Gerer Chassid Moshe Frand. Später wurde er vom damaligen Bürgermeister Ehud Olmert für sein Engagement ausgezeichnet. Er zeigte mir stolz seine Urkunde.

Hannah Nachenberg kam ins Hadassah - Krankenhaus. Dort stellte man fest, dass sie einen Nagel mitten im Herzen hatte. Ihr Mann David wurde sofort verständigt und der wiederum rief Rabbi Machlis an.
Der Nagel wurde aus Hannahs Herzen entfernt, doch sie erlangte bis heute nicht mehr das Bewußtsein.


2009

Hannah Nachenberg liegt nach wie vor bewußtlos in einer Reha - Klinik nahe Tel Aviv. Die Augen geöffnet, doch nichts wahrnehmend. Ihre Tochter Sarah ist in der Zwischenzeit ziemlich gewachsen, doch Bilder malt sie ihrer Mutter immer noch.
David versucht gerade in den USA einen Prozeß gegen eine palästinensische Bank zu führen und hat gute Chancen zu gewinnen.
Er arbeitet als Sportlehrer in Modi'in und schreibt nebenbei Rap - Musik. Neuerdings hat er auch einen Blog. Er textet Rap - Songs über amerikanische jüdische Sportler.

Manchmal kommt Michael, ein britischer Sänger, zu Hannah ans Krankenbett. Singt ihr religiöse jüdische Lieder und Hannah schaut an die Decke. Abwesend. Doch Michael ist sich sicher, etwas Gutes zu tun. Seitdem ein paar christliche Missionare zu Besuch kamen und David Nachenberg überreden wollten, an J. C. zu glauben, damit seine Frau "gerettet" werde, läßt David nur noch jüdische Besucher zu. Die Missionare flogen kurzerhand raus.

Manchmal sehe ich David Nachenberg, der noch immer ab und an zu den Machlises kommt. Allein oder mit Tochter Sarah. Wie es seiner Frau gehe ? Naja, immer das Gleiche halt. Nichts Neues.

Nachtrag: Das SBARRO wechselte vor wenigen Jahren seinen Standort und zog um. Es befindet sich heute in der Yaffo - Straße, gegenüber Cafe Hillel. Im "alten" Sbarro King George / Yaffo ist heute das Cafe Ne'eman.



2011

http://www.kerenmalki.org/Sbarro_Five_Years_Later.htm




Die Nachenberg Familie in besseren Zeiten




Dienstag, 16. August 2011

Schimon Peres wurde heute 88 Jahre alt

B”H

Als Nicht – Freund unseres Präsidenten Schimon Peres ist mir sein heutiger Geburtstag lediglich eine kurze Zeile wert. Um ihn zu mögen, habe ich in all den Jahren in Israel zuviel von dem gesehen, was er tatsächlich anstellt und wie arrogant und schroff er sein kann.

Dem zweiten israelischen TV gab er heute ein Interview, bei dem die Interviewerin allein eine ewig lächelnde Farce war. Die Antworten gab es dann von Peres mit Oberlehrerton. Nichts Neues also. 

Mittwoch, 3. August 2011

Der Polizist Shlomi Asulin starb vier Jahre nach Attacke durch Autodieb

B”H

Eine Nachricht, die im Medienwirrwarr völlig untergeht, doch die einen sehr traurig stimmt. Der 31 – jährige Polizist Shlomi Asulin erlag vier Jahre nachdem er von einem Autodieb mit einem Schraubenzieher in den Kopf gestochen worden war, seinen Verletzungen. 

Bei dem Dieb handelt es sich um den Beduinen Rateb Abu - Asa wohnhaft in der Beduinenstadt Aroar. Vor vier Jahren war Abu – Asa mit seinem geklauten Auto nach Rehovot gekommen, um es dort reparieren zu lassen. Der Polizist Asulin ertappte ihn und bei der Festnahme wehrte dich der Dieb auf brutale Weise. Wegen Totschlag wurde er zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Seit dem Angriff lag Asulin im Krankenhaus Tel HaShomer im Koma und kaum jemand von uns mag sich vorstellen, was seine Familie und der Polizist selbst durchmachten. Am allerwenigsten der Angreifer.

Montag, 23. Mai 2011

Leserfrage: Wie hiess der Vater von Benjamin Netanyahu ursprünglich ?

B”H

Ein Leser googelte die Frage, wie denn der Vater von Benjamin Netanyahu ursprünglich hiess ?

Ursprünglich HEIßT sollte es an dieser Stelle lauten, denn Benzion Netanyahu, der Vater des derzeitigen israelischen Premierministers, ist immer noch am Leben. 

Obwohl sein ursprünglicher Familienname bei Wikipedia mit MILEIKOWSKI angegeben ist, so lautete der ursprüngliche Name der Netanyahus einmal MILIKOWSKI.

Zum zehnten Todestag von KOBY MANDELL und YOSEF ISHRAN

B"H

Zum zehnten Todestag von KOBY MANDELL (links im Bild) und YOSEF ISHRAN (Photo unten)

B”H

Im Mai 2001 schwänzten zwei Teenager aus der Siedlung Tekoah (in Gush Etzion, südlich von Jerusalem) die Schule, um einen Ausflug in die umliegende Natur zu unternehmen. Koby (Yaakov) Mandell und sein Freund Yosef Ishran (Ish – Ran) wanderten durch die Judäische Wüste und legten sich nach einiger Zeit in eine Höhle um auszuruhen. Im Schlaf wurden sie von Palästinensern überrascht, welche sie steinigten und mit Messern traktierten. Die Leichen der beiden Jungen waren dermassen entstellt, dass sie nur aufgrund ihres Zahnschemas identifiziert werden konnten.

Nach dem Tod ihres Sohnes gründete das aus den USA stammende Ehepaar Mandell eine Hilfsorganisation unter dem Namen ihres Sohnes.

Der Tod des Koby Mandell und Yosef Ishran bleibt deswegen unvergessen, weil die palästinensischen Täter mit einer unbeschreiblichen Brutalität vorgingen. Kein Einzelfall, wie uns vor wenigen Wochen die ebenso brutale Ermordung der Familie Fogel aus Itamar zeigt.


Yosef Ishran





Link:


Alle Details zum Mord an Koby und Yosef

Montag, 14. Februar 2011

Jerusalem Charaktäre: ELAZAR BRANDT



B"H

Der aus den USA eingewanderte Musiker ELAZAR BRANDT gehört in Jerusalem zum festen Szene - Straßenbild und man sollte ihn in der Ben Yehudah oder Agrippas / Ecke King George auf keinen Fall verpassen.

Samstag, 22. Januar 2011

Zum neunten Todestag von Daniel Pearl

B"H


Am 1. Februar 2002 wurde der jüdisch - amerikanische Journalist Daniel Pearl von radikalen moslemischen Terroristen in Pakistan brutal enthauptet.

Was hat sich seither verändert ? 

Wo befinden wir uns heute in Bezug auf den radikalen moslemischen Terror ? 

Auf Youtube werdet Ihr kein einziges Enthauptungsvideo von Daniel Pearl mehr finden. Alle Inhalte dieser Art sind gelöscht. Ich finde das recht seltsam, denn andererseits stellen Palaestinenser ihre Videos dieser Art auf Youtube ein. 





Links:

Reise nach Pakistan 

Daniel Pearl Foundation

Daniel Pearl's Hinrichtung

Dieses Video ist brutalen Inhaltes und sollte nicht von Kindern angeschaut werden !!!

Donnerstag, 20. Januar 2011

Sonia Peres ist tot

Photo: Ynet


B”H

Sonia Peres, die Ehefrau von Präsident Schimon Peres, verstarb jetzt im Alter von 87 Jahren. Seitdem Schimon Peres Präsident ist, führten die beiden eine eher seltsame Ehe, denn er lebte in der Jerusalemer Präsidentenresidenz und sie in ihrem gemeinsamen Apartment in Ramat Aviv (Tel Aviv). 

Sonia Peres trat nie richtig in die Öffentlichkeit oder machte sich wichtig wie andere Politikerfrauen (z.B. Lea Rabin oder Sarah Netanyahu). Sonia Peres mischte nicht mit und es existiert eine verblüffende Story über sie:

Als ihr Gatte Außenminister war, kam sie zu seinem Ministerium und wollte zu ihrem Mann vorgelassen werden. Die Guards am Eingang des Ministeriums kannten sie nicht und waren verwundert als die ihren Namen vernahmen. Glauben tat man ihr dennoch nicht und hielt sie für eine Verrückte. Erst Schimon Peres selbst konnte den Irrtum aufklären. So unbekannt war Sonia Peres im eigenen Land. Wofür sie aber dennoch bekannt war: Ihre Hilfsbereitschaft für Bedürftige, obwohl sie ihre Taten hier ebenso wenig an die große Glocke hängte.

Sonia Peres verdient hohen Respekt. Allein schon dafür, dass sie sich nie von ihrem Mann scheiden liess, obwohl er für seine außerehelichen Affären gut bekannt ist. 

Link:

Montag, 17. Januar 2011

Ein Palästinenser konvertiert zum Judentum

B”H

Wer als Moslem zu einer anderen Religion konvertiert, ist dem Tode geweiht , denn seine ehemaligen Glaubensbrüder, die Moslems, können ihm jederzeit legal die Kehle durchschneiden. 

Ein Palästinenser sass 12 Jahre lang in einem israelischen Gefängnis, wo er zum Judentum konvertierte. Aus Bosman wurde Yaniv (Ben David). Als seine Zeit im Knast ablief, lieferte ihn die israelische Polizei einfach an einem Checkpoint zur palästinensischen Autonomiebehörde ab und liess ihn dort allein. Die TV – Kamera des zweiten israelischen TV – Kanal begleitete Yaniv, der nun als relig. Jude nicht mehr in die Autonomiegebiete zurück kann. Dort würde er keine zehn Minuten überleben.

Yaniv weiss nicht, wohin er soll und betet. Schliesslich holt das TV einen General sowie ein paar Soldaten, die sich um Yaniv kümmern und letztendlich mitnehmen. Zuerst in eine Yeshiva (relig. Schule) in einer israelischen Siedlung. Am Ende wird eine Lösung für ihn gefunden und er kommt in eine Jerusalemer Yeshiva. 

Am Checkpoint sagt Yaniv: Es heisst, dass Juden sich um Konvertiten kümmern sollen. Wo aber kümmert sich jemand um mich ?

Das Video ist in hebräischer Sprache, doch sehr gut anzusehen !

Sonntag, 28. November 2010

Rabbi Israel Weiss und seine Erinnerungen


Photo: inn.co.il

B"H

Der ehemalige oberste Militärrabbiner der israelischen Armee, Rabbi Israel Weiss, schrieb ein Buch und zog Bilanz.
In seinem Buch greift Rabbi Weiss den ehemaligen Premier Ariel Sharon sowie den damaligen Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Dan Chalutz, mächtig wegen der Räumung Gush Katifs im Gazastreifen an. Ferner tut es Rabbi Weiss leid, sich für eine Räumung eingesetzt zu haben, aber Chalutz habe ihm nicht die ganze Wahrheit über das Ausmass gesagt.

Am Freitag veröffentlichte die Tageszeitung "Yediot Acharonot" ein Interview mit Rabbi Israel Weiss. Dieser beschrieb im Interview sowie im Buch auch, dass er vielen Eltern getöteter Soldaten nicht die volle Wahrheit darüber sagen konnte, welche Körperteile sich wirklich im zu bestattenden Sarg befanden. Zum Beispiel fragte ihn eine Mutter, nachdem ein Panzerwagen am einstigen "Zir Philadelphi" (Grenze nach Ägypten) im Jahre 2004 auf eine Tonne Sprengstoff fuhr und explodierte, ob die Überreste ihres Sohnes im Sarg so aussehen, wie die Opfer nach einem Bombenanschlag. Rabbi Weiss antwortete ihr darauf, dass die Bombenopfer im Bus von einer Detonationsmenge von 10 - 15kg Sprengstoff getötet werden; ihr Sohn aber befand sich in einem Panzerwagen, der da auf eine ganze Tonne Sprengstoff fuhr. Die Frau schwieg und wusste Bescheid.

Manchmal konnte nur ein Finger beerdigt werden. Hautfetzen die sich im Sarg befanden und mehr nicht. Nach der Explosion eben jenes Panzerwagen gab es fast gar nichts zu bestatten, denn die Körper der toten Soldaten hatten sich so gut wie pulverisiert. Ihre Kameraden suchten den "Zir" nach Körperteilen ab, was in Israel eine riesige Diskussion hervorrief.  

Auch jetzt kam Kritik, denn alte Wunden würde der Rabbiner mit seinem Buch aufstossen. Rabbi Weiss aber sieht in dem Bericht eine Notwendigkeit und niemand dürfe den Hinterbliebenen die Wahrheit verschweigen.



IDF - Soldaten suchen nach der Überresten ihrer toten Kameraden (2004).



Link:

Mittwoch, 10. November 2010

Ariel Sharon kehrt heim

B"H

Nach fünf Jahren kehrt Ariel Sharon heim auf seine Privatranch.
Schon vor einigen Jahren verlangte das Krankenhaus in Tel HaShomer von Sharons Söhnen Omri und Gilad, ihren Vater heimzuholen, denn das Krankenhaus benötige sein Bett für anderweitige Patienten. Selbst die Knesset beriet, was zu tun sei, da die Sharon Pflege den Steuerzahler jährlich 1,6 Mio Schekel (ca. 320,000 Euro) koste. Noch in dieser Woche verlässt Sharon das Krankenhaus und wird daheim weitergepflegt.

Vor fünf Jahren erlitt der damalige Premierminister Ariel Sharon einen Hirnschlag, wurde mehrere Male am Kopf operiert, doch erlangte seither nicht mehr das Bewusstsein. Bis heute hat sich sein Zustand nicht verändert, aber Omri und Gilad Sharon hoffen, dass die heimische Umgebung ihm vielleicht helfen wird.

Insgesamt scheint Ariel Sharon in Vergessenheit geraten zu sein. Die Presse sowie die Israelis scheren sich kaum mehr um ihn. Ausserdem erwies sich Sharons Plan des Rückzuges aus dem Gazastreifen als folgenschwerer Fehler.

Montag, 18. Oktober 2010

DONA GRACIA Festival in Tiberias

B"H


Momentan sammele ich alle erdenklichen Informationen zur Person der grossen jüdischen mittelalterlichen Zionistin DONA GRACIA. Die Suche erweist sich als nicht ganz so einfach, denn nur wenig ist bekannt über jene reiche Frau, welche die Juden schon im 16. Jahrhundert nach Israel zurückführen wollte. Das Medaillon (links im Bild) ist die einzig existierende Abbildung von Dona Gracia (1510 - 1569).

Mitte November findet in Tiberias / Nordisrael ein DONA GRACIA FESTIVAL statt und hier die Einzelheiten:


Im Augenblick stelle ich einen Artikel zur Person zusammen und werde ebenso am Festival teilnehmen und darüber berichten. Das "Dona Gracia Hotel" in Tiberias half mir bisher sehr bei der Suche nach Informationen und ich durfte die historische Hotelausstellung photographieren.

Hier ein kurzer Vorgeschmack auf die Photos:




Das "Dona Gracia Hotel" in Tiberias dient zugleich als Hotel sowie als Museum.
Hier ein paar Einblicke in die historisch eingerichtete Hotellobby !



Photos mit freundlicher Erlaubnis vom "Dona Gracia Hotel":
Miriam Woelke

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Die grosse Hoteldame LOTTE EISENBERG

B"H


LOTTE EISENBERG ist eine der grossen deutschen Persönlichkeiten von Tiberias. Ehrlich gesagt sind mir keine weiteren deutsch - jüdischen Persönlichkeiten aus Tiberias bekannt, obwohl Lotte Eisenberg einen deutschstämmigen, in der Umgebung ansässigen Arzt, in ihrem Buch "Meine Gäste, Tiberias und ich" erwähnte.

Und damit sind wir bei den Memoiren der Lotte Eisenberg, die im Jahre 1979 in deutscher Sprache veröffentlich wurden. Hier kann man das 150 - seitige Buch im Internet bestellen:


http://www.antiquariat.de/angebote/GID8044076.html


Ein Geburtsdatum gibt Lotte Eisenberg in ihrem Buch nicht an. Nur soviel, dass sie aus einer wohlhabenden Königsberger Familie stammt und sich schon frühzeitig als Zionistin in das damalige Palästina aufmachte. Dort angekommen, arbeitete sie in unterschiedlichen Jobs. Sowohl als auch in Jerusalem, Rishon LeZion und eben in Tiberias. In Tiberias eröffnete sie ca. in den 40iger Jahren das Hotel "Gale'i Kinneret", welche zur internationalen Grösse wurde. David Ben Gurion war da, Konrad Adenauer war dort und wer nicht.

Lotte Eisenberg war Deutsche und so wurde auch das Hotel geführt. Mitten in Tiberias am See Genezareth (Kinneret) zog europäischer Stil ein. Anfang der 70iger Jahre erkrankte Lotte an einer ernsthaften Augenkrankheit, die zur Erblindung eines Auges führte. Sie gab das Hotelmanagement auf und zog sich in ein Altenheim in Herzliya zurück. Ob sie heute noch am Leben ist, konnte ich soweit leider nicht ausfinding machen. Falls ja, müsste sie mindestens um die 90 Jahre alt sein.

 


Lotte Eisenberg hier mit dem Schauspieler Danny Kaye

Quelle: Just Jane


Lotte Eisenberg war ihrerzeit in Israel eine Berühmtheit, doch auf deutschen Sites fand ich absolut nichts über die einstmals ausgewanderte Jüdin aus Königsberg in Ostpreussen. Dieser kleine Artikel soll daher als Erinnerung dienen !



Das Hotel "Gale'i Kinneret" steht auch heute noch, doch unter dem Namen "Rimonim Galei Kinneret". Es soll eine Ausstellung zur Geschichte des Hotels sowie zu Lotte Eisenberg stattfinden und wenn ich schaffe, werde ich einmal dorthin gehen und ggf. Photos machen.