Montag, 31. Januar 2011

Merkel, Merkel, über alles

B"H

Neulich erst überhörte ich hier in Tel Aviv eine Beschwerdendiskussion einiger Amerikaner: Deutsche Touristen hocken sich in Tel Aviv ins Cafe oder an den Strand und tun so als seien sie die Kings. Ein älterer jüdischer Amerikaner meinte, die hätten ja das volle "Deutschland, Deutschland, über alles" -  Verhalten". Wobei er "Deutschland, Deutschland, über alles auf Deutsch sagte. Seine Aussage fiel mir gerade jetzt ein als ich las, dass Angela Merkel in Israel weilt und schon vorzuschreiben begann, dass jetzt Bewegung in den Friedensprozess müsse. "Merkel, Merkel, über alles" und ich sehe, dass der Amerikaner Recht hatte. Kaum aus dem Flugzeug gestiegen und schon geht die arrogante Besserwisserei los.

Bild des Tages


Gesehen in der Allenby Street in Tel Aviv.

Photo: Miriam Woelke

Freund verloren

B”H

Ägypten hin oder her, mich beschäftigt seit gestern etwas ganz anderes privater Natur. Ich fand heraus, das eine meiner besten Freundinnen, die vor nur ganz wenigen Jahren zum Judentum konvertierte und wir, ihr Bekanntenkreis, voll und ganz hinter ihr standen, sich als Messianic entpuppte. Bedeutet, dass sie aus einem falschen Anlass zum Judentum konvertierte, aber dennoch den christlichen Glauben beibehält.Und zwar in fanatischer Form.

War ich geschockt ? Nein, denn ein gewisser Verdacht bestand bei mir immer. Gestern dann kam die bittere Wahrheit, die da schlimmer war als alle Vermutungen. Dass der Bekanntenkreis jetzt dumm dasteht, stört mich wenig; was mir jedoch zu schaffen macht, ist die Frechheit mit der sie ehrliche Freundschaften ausnutzte. Daran habe ich zu kauen und wer mir nochmal als anscheinend so gläubiger Christ daher kommt und zum Judentum konvertieren will, braucht sich nicht wundern, einen Tritt in den Hintern zu bekommen. Ungeschoren kommt die betreffende Person auch in diesem aktuellen Fall nicht davon. 

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Zwischenzeitlich hatte ich eine lange Telefondiskussion mit meiner Freundin und stellte sie zur Rede. Das Resultat ist, dass wir uns zu einem persönlichen Gespräch treffen. Ferner gestand sie, keinen anderen Job gefunden zu haben als bei der messianischen Firma. Sie erledige die Buchhaltung und es gebe noch mehr orthodoxe Juden, die ihren Job machen und sich nicht mit der Theologie der Firma beschäftigen. Die Firma schweigt sich über ihre Theologie aus und jeder geht nach der Arbeit seine Wege.

Da ich die Lebensumstände der Freundin kenne, muss ich ihr das so glauben. Oder wie ein befreundeter Rabbiner mir gerade sagte: Man respektiere, aber sei wachsam.

Sonntag, 30. Januar 2011

Photos vom Tel Aviver Strand bei Sturm

B"H

Im Norden des Landes regnet es bekanntlich mehr als anderswo, aber in Tel Aviv hat es heute auch deftig gegossen. Es ist relativ warm und ich wage mir die Jerusalemer Kälte nicht auszumalen.

Hier ein paar Photos aufgenommen vor ca. einer Stunde am Tel Aviver Strand bei anhaltendem starken Sturm. 






Copyright / Photos: Miriam Woelke

Regen bis Mittwoch


Bis zur Wochenmitte soll es in Israel dauerregnen wie hier vorhin in Tel Aviv.

Photo: Miriam Woelke

Israel in der Nahost - Defensive


Sämtliche Photos vom ägyptischen Volksaufstand bei "Chadrei HaCharedim".


B”H

Netanyahu versetzte die israelische Armee im Süden des Landes in Alarmbereitschaft, denn es belibt weiterhin unklar, was Ägypten und auch uns in Israel erwartet. Ich kann den Drang der Ägypter nach Demokratie sehr gut verstehen, doch bleibt abzuwarten, wer nach dem Aufstand die wahre Macht übernimmt. Islamische Fundamentalisten erlebten innerhalb der letzten Jahre großen Zulauf. Zwar sind es religiöse und säkulere Moslems und alte sowie junge Ägypter, die sich am Volksaufstand beteiligen, doch kann die Lage leicht kippen. Vor allem dann, wenn der Iran kräftig am Machtrad mitdreht.

Hosni Mubarak war ein fester Verbündeter Israels und Amerikas. Seine Armee will derzeit jeglichen Einsatz von Gewalt verhindern, was ansonsten die Lage noch mehr verkomplizieren würde. Es heißt, Barak Hussein Obama habe ihn zur Bewahrung der Ruhe angehalten. Insgesamt aber fragen alle, wo der amerikanische Präsident ist ? Im israelischen TV hieß es gestern abend, dass, sobald im Nahen Osten ein schwerwiegendes Problem aufkommt, Obama abtaucht, denn er will jedes Statement gegen die islamische sowohl als auch arabische Welt vermeiden. Anstatt einem Machtwort kommt von Obama lediglich ein Schweigen a la “Nur nicht die Mitmoslems beleidigen”.

Während die Welt auf Ägypten und Tunesien schaut, sieht sich Israel immer mehr in die Defensive gedrängt. Obwohl Netanyahu am vertrauten Verbündeten festhält, dürfen wir die Realitäten nicht ignorieren: Die Lage in Ägypten bleibt unklar und im Norden installierte die Hizbollah gerade einen Marionettenpremier im Libanon. Fragt sich nur, wann es auch in Jordanien zum Volksaufstand kommt. Und dann sitzt Israel wirklich in der Defensive, während die Welt weiter schweigen wird.

Samstag, 29. Januar 2011

Die Aliyah der Großmutter S.D.


 Zfat (Safed) in Nordisrael

Photo: Miriam Woelke

B”H

Meiner Meinung nach sollten jüdische Großmütter am allerwenigstens eine Aliyah (Einwanderung) nach Israel in Betracht ziehen. Aus persönlicher Erfahrung heraus weiss ich, dass gerade die Großmütter ständig nach ihren Enkeln im Ausland jammern und vor dem Photoalbum auf Facebook kleben. Dann wird die Tochter / Schwiegertochter schwanger und wer das Geld für ein Flugticket nicht parat hat, sieht den neugeborenen Enkeln vielleicht erst nach Monaten oder sogar Jahren. Eine Tatsache, welche viele betagteren Neueinwanderer vorher nicht mit einplanen.

S.D. lernte ich in Zfat kennen. Mit 62 Jahren war sie im vergangenen Spätsommer aus Arizona gekommen, um vor Ort mit der Aliyah – Organisation”Nefesh be’Nefesh” einzuwandern. Nicht alle Neueinwanderer kommen per Aliyahflug nach Israel, sondern reisen hierzulande als Touristen ein und entscheiden sich später aufs Innenministerium zu gehen, um die Aliyah zu beantragen. Bei S.D. war das der Fall, obwohl sie im voraus wusste, dass sie Aliyah machen wollte, um im Norden des Landes, sprich in Zfat, zu leben. Mit dem Papierkram bei Nefesh be’Nefesh verkomplizierte sich einiges, aber dazu später.

Als ich in Zfat war, baute sich eine kleine Clique um mich auf: S.D., ein aus Skandinavien eingewanderter Jude, mehrere Israelis, ein paar weitere Amerikaner und ich. Zusammen waren wir unschlagbar, trotzdem behielt jeder seine eigene Persönlichkeit sowie Freiheiten bei. Waren wir zusammen, tranken wir Kaffee und redeten, redeten, redeten. Zwischendurch jedoch ging jeder von uns seine eigenen Wege. Zusammen aber bewältigten wir viele Dinge und am meisten ist mir jener Schabbat in Erinnerung, an welchem S.D. uns alle einlud.

Insgesamt hatte S.D. großes Glück. Als sie kam, war sie zwar ohne feste Bleibe; bald aber erhielt sie Angebote zum House Sitting. Zwei Amerikaner wollten für ein paar Monate auf Besuch in die Staaten und S.D. sollte auf die zwei Wohnungen in Zfat aufpassen.

S.D. selbst liess zwei erwachsene verheiratete Kinder in Arizona zurück und ich weiss nicht wieviele Enkel. Immer wieder listete sie uns die Namen der Enkelkinder auf und Photos gab es gleich mit dazu. Kam ich einmal bei S.D. vorbei, sass sie oft vor ihrem Laptop. “Sitzt Du schon wieder vor Facebook ?” fragte ich, worauf sie meinte: “Ja, aber nur kurz”. Richtig schlimm wurde es, sobald eines der Enkel Geburtstag feierte. Dann erlebte das Photohochladen auf Facebook Hochkonjunktur. Auf beiden Seiten und nicht nur bei S.D.

Daheim in Arizona hatte S.D. Geld, denn ihre Tochter ist recht wohlhabend. Wovon aber soll eine 62 – jährige Neueinwanderin in Israel leben ? Mit arbeiten ist nichts mehr und die USA zahlten noch keine Rente. Hinzu kommt, dass Nefesh be’Nefesh in einen endlosen Papierkrieg verfiel und S.D. ihre finanziellen Neueinwandererrechte nicht bekam. Kurz gesagt, sie sass auf dem Trockenen und wenige Monate später sagte sie mir ironisch, dass sie gelernt habe, aus allem noch eine Suppe zu kochen. “Ich kann selbst eine Steinsuppe kochen”, wobei sie auf ihre finanziellen Nöte anzielte.

Ihre Tochter weigerte sich beharrlich, ihre Mutter im Ausland finanziell zu unterstützen, doch ab und an sickerte trotzdem etwas Cash durch. Was ich am meisten an S.D. bewunderte, war ihre unermüdliche Zuversicht. Auch relig. Und sie sah grundsätzlich alles positiv, egal was kam. Vor drei Wochen dann rief sie mich an und erzählte, dass sie in die USA zurückfliege. Befristet, wie sie betonte, denn sie habe für April ein Rückflugticket nach Israel. Zuerst aber fliege sie über Paris nach LA. Zwei Tage Disneyland, denn ein Enkelkind feiert Geburtstag. Jetzt bekam ich wieder eine Nachricht: Nefesh be’Nefesh hat sich ausgekriegt mit den Dokumenten und im Aril kommt S.D. zurück auf Aliyah. Mit allen Rechten heim nach Zfat.

Freitag, 28. Januar 2011

Schabbat Schalom


In der aschkenazischen "Yuppie" Stadt Hod HaSharon.

Photo: Miriam Woelke

B”H

Noch strahlt die Sonne über Tel Aviv und es ist 21 Grad Celsius warm. Laut Wettervorhersage soll sich das morgen ändern und es wird kalt. Haufenweise Regen und Sturm bis Mitte nächster Woche. 

Den Schabbat verbringe ich im “sündhaften” Tel Aviv, doch werde ich versuchen, die allgemeinen Sünden unbeachtet zu lassen. 

“Schabbat Schalom” an alle Leser !

Tel Aviv: Vom Busbahnhof bis Yad Harutzim

 

Copyright / Photo: Miriam Woelke

B”H

Schon in den frühen Abendstunden meidet, wer kann, der Normalo Tel Aviver die Gegend um den Zentralen Busbahnhof im Südteil der Stadt. Obwohl die Billiggeschäfte der Gegend noch geöffnet haben, zieht es jeder vor, aus dem Stadtbus direkt in den Busbahnhof zu marschieren und so wenig wie möglich auf die Umgebung zu achten. In den Bus und dann weg von hier. Abends wagt sich kaum mehr jemand von außen in die Stadtteile Neve She’anan und Yad Harutzim. Dann gehört die “Neighbourhood” voll und ganz den Junkies, Prostituierten und meist illegalen Gastarbeitern aus Afrika, Rumänien oder Russland. Es gibt sogar Straßen in der “Hood”, in denen allein ein Weißer auffällt.

Dabei war ich gar nicht spät dran als ich gestern durch Neve She’anan sowie Yad Harutzim lief. Fast zwei Stunden war ich dort und das ist schon etwas, denn zu tun gibt es für mich wenig; es sei denn, ich lasse mich an einem der wenigen israelischen Schwarmastände (Dönerbuden) nieder. “Israelisch” deswegen, da fast die Mehrheit der Geschäfte entweder von Afrikanern betrieben wird oder zumindest fast ausschliesslich afrikanisches Publikum dort verkehrt. 

Nein, dies ist kein rassistischer Bericht, sondern die allabendliche Realität der Umgebung.



Photo: Miriam Woelke


Man muss auf alles gefasst sein: 
Als ich diese Agalah (den kleinen Einkaufswagen) passierte, sprang die Besitzerin fast auf mich drauf, denn sie glaubte, ich wolle ihr ihre Pfandflaschensammlung klauen. Dann verschwand sie in einem Hof und ich schoss das Photo. Ansonsten wird Geld für ein Photo verlangt. Jeder Penner will heute 50 Schekel + Schwarma (Döner) Provision abkassieren.


Normalerweise fangen die Prostituierten erst nach 21.00 Uhr mit der Arbeit an. Bestenfalls um 21.30 Uhr, aber gestern war mal wieder Ausnahme. Es ist Monatsende und da kommt die Kundschaft spärlicher, denn erst zum ersten des Monats wird die Sozialhilfe ausgezahlt. Danach wird bis in den Levinsky Park gegenüber Schlange gestanden. Jedenfalls wenn man den Aussagen der Prostituierten Glauben schenken will.

Aneinandergereihte Türen bilden die Puffs. Preise zwischen 50 – 100 Schekel. Kommt immer darauf an, wen man engagiert. Hinter den Türen sind die fünf Minuten etwas teurer als ein paar Meter entfernt zwischen geschlossenen Obstständen. Fast alle Nutten sind zugedröhnt mit Drogen, denn wer hält die Chaoskundschaft der Gegend aus. Afrikaner im Pulk, Russen oder insgesamt fette schmierige Männer mit verschwitzen Shirts.

Viele der “Damen” geben sich als Hausfrau und tragen keine aufreissende Kleidung. Nicht alle sind jung, sondern bis in die Fünfzig hinein. Zumeist Russinen, doch auch viele Israelinnen. Selbst die Afrikanerinnen entdeckten das schnelle Geld und bieten sich in der mittlerweile afrikanischen Shopping Meile “Finn Street” an. 
Die Pufftüren standen offen, doch um 21.00 Uhr war es der Kundschaft anscheinend noch zu früh. Die Prostituierten unterhielten sich vor den Türen, doch gegenüber traf eine kleine Gruppe israelischer Teenie Girls ein. Allesamt sephardischer Abstammung und aufgetackelt bis sonstwohin. Die populäre Kleiderfarbe war rot zu schwarzen hochhackigen Lackschuhen, die so spitz waren, dass der Freier mit Vorsicht ans Werk gehen sollte.

Die Gruppe trommelte an ein heruntergelassenes Eisengitter, was zu einem Geschäft gehörte. Ein junger Typ, Israeli, liess das Gitter hoch und glotzte die Gruppe an. Als er vernahm, zu wem die Girls wollten, liess er sie ein und das Gitter schloss sich sofort wieder. Das schnelle Geld ist es, was viele israelische Teenies ins Rotlichtmilieu bringt. Man will Klamotten kaufen und auch einmal unbeschwert im Azrieli Tower einkaufen und Kaffee trinken. Tel Aviv ist Konsumstadt und welcher Teenie hat keine Klamotten von Castro auf seine Liste stehen ? Mit dem iPhone will man genauso wedeln. Soll ein junges Mädchen, dass in der Schule weniger begabt ist und wo die Eltern arbeitslos sind, etwa auf das bisschen Leben verzichten und sich wie die Mutter beim Putzen abrackern ? Wer es psychisch nicht aushält, nimmt Drogen und denkt an die Kohle.

Vom Zentralen Busbahnhof bis hinüber zum Bankenviertel Yad Harutzim sind es lediglich ein paar Meter begleitet von kleinen Nebenstraßen. Das Rotlichtviertel und es empfiehlt sich nicht, hier allzu spät zu Fuss herumzulaufen. Kameras sind noch gefährlicher, denn man könnte ein Spitzel der Ausländerpolizei “Oz”sein, die viele Male zwecks Razzia einfällt und dann wird abgeschoben.

Unterwegs fiel mir ein, dass ich meinen Te’udat Zehut (Israel. Personalausweis) daheim vergessen hatte. Im Falle einer Polizeikontrolle in der Gegend drohte also eine Verhaftung, denn das Tragen des Personalausweises ist in Israel gesetzlich verankerte Pflicht.

Zentraler Busbahnhof, zur Linken der kleine Levinsky Park und zwischendrin kiffende Afrikaner. Viele von ihnen sitzen allerdings nicht mehr auf dem Rasen oder auf der Rutsche des Spielplatzes. Seit langem haben sich in der Bnei Brak Street, der Finn sowie der gesamten Gegend afrikanische Pubs etabliert. Illegales Glücksspiel inklusive Wettbüros inbegriffen. Hier ist man unter sich und kein Weißer betritt das Etablissement. Suff, zocken, das TV dröhnt und der Zigarettenqualm kommt wie Fabrikrauch auf die Straße hinaus. 




Yad Harutzim by Night


Photo: Miriam Woelke


Junkies zogen kaum herum und sogar Yad Harutzim war leer. Nachts über gibt es dort kein Geld zu erbetteln, sondern erst wieder am nächsten Morgen, wenn die Banker zur Arbeit anrollen. Eine Philippina schleppte die Mülltüte zur Tonne und ich dachte, der Afrikaner nebendran klatscht ihr eine auf den Hinter als er ihr mit der Zunge entgegen schnalzte. Tat er aber nicht, denn die Philippina war derlei Situationen offenbar gewohnt und machte sich schnell vom afrikanischen Acker.

Die wenigen israelischen Geschäftsinhaber der Finn Street haben sich anscheinend mit den Afrikanern arrangiert, denn schliesslich bilden diese die Hauptkundschaft. Handys gibt es massenhaft zu kaufen, doch irgendwo hier soll der berüchtigte Markt der geklauten Handys sein. Ein illegaler Markt mit Preisen um die 100 – 200 Schekel für teure Handys und auch dort herrschen die Afrikaner.

Mehrere Monate war ich nicht mehr in der Gegend und insgesamt in Tel Aviv, aber was mir sofort auffiel war, dass die Afrikaner aufgerüstet haben. iPhones sowie elektrische Scooter gehören jetzt zur Ausrüstung der im Ausland so bemitleideten illegalen Afrikaner, die Schwarz über die ägyptische Grenze nach Israel strömen.
Wer von unseren Politikern wagt sich im Dunkeln in die Seitenstraßen von Neve She’anan ? Man schaut lieber weg und läßt die tickende soziale Zeitbombe gut sein. Und wer will als Journalist eine Nacht bei den Nutten verbringen, wo es sich doch daheim so bequem googlen läßt ?

Zwischen Junkies, illegalen Afrikanern und Prostituierten

Photo: Miriam Woelke


B”H

“So kurz vor Schabbat und Du bist bei Prostituierten und Afrikanern”, sagte eine Freundin zu mir als sie mich vor ein paar Stunden anrief und ich verkündete, ich sei auf Phototrip am Tel Aviver Busbahnhof. Hunderte Afrikaner waren in der Gegend unterwegs und dazu unzählige Prostituierte. 
Einen genauen Bericht gibt es morgen !

Anscheinend sind nur einige Kunststudenten und ich regelmässig in der Gegend by Night unterwegs. :-)


Links zum Thema:



Donnerstag, 27. Januar 2011

Jerusalem - Tiberias - Tel Aviv


Fast schon ein neues Zuhause: Busbahnhöfe.
Hier im Zentralen Busbahnhof von Tel Aviv. 

Photo: Miriam Woelke
B”H

Meine relig. Blogs oder überhaupt ein Blog brachte mir niemals finanzielle Profite, doch immerhin eine gewisse Reputation. Keine Linke oder Rechte, sondern aufgrund meines relig. englischen Blogs bekam ich häufig Jobangebote, hier und da Vorträge zu geben. Mittlerweile haben sich daraus feste Jobs ergeben und ein hervorragendes Angebot erhielt ich ausgerechnet aus Tel Aviv. Vorgestern war ich nach mehreren Monaten Abwesenheit also einmal wieder in der Stadt. Inmitten der "Zivilisation" nach Monaten im Norden. Neben meinem Termin beim Arbeitgeber traf ich einige Freunde und man tauschte die aktuellen News aus. Wer hat wen geheiratet, wer lebt noch und was machen alle heute. Es gab nicht wenige überraschende News. Wen wunderts ? Tel Aviv ist ein schnelllebiges Pflaster. Ein Bekannter begann ein Psychologiestudium, eine Bekannte heiratete, andere sind umgezogen, aber irgendwie ist immer noch alles beim Alten. Im Nachhinein stellte ich sogar fest, dass ein Bekannter selber einmal in Tiberias lebte.

Was natürlich nervt, sind die langen Busfahrten vom Norden nach Tel Aviv. Am Montag tat ich mir am gleichen Tag beide Strecken an und war fix und fertig. Seit gestern nun bin ich wieder in Tel Aviv und überlege, mir hier eine neue Bleibe zu suchen. Abends dann packte mich das Heimweh in den Norden, denn Freunde von mir feierten Verlobung und ich konnte nicht zur Feier. Mit der Teilnahme an deren Hochzeit am nächsten Dienstag wird es auch nichts.

Das Gezerre hat begonnen. Meine Tel Aviver Freunde sehen ihre Chance gekommen und hacken auf mich ein, ich solle wieder hierbleiben. Aus Jerusalem kommen SMS, ich solle wieder dorthin ziehen und ich stehe irgendwie in der Mitte und vermisse die Chaoten aus Zfat (Safed). 



Downtown Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

Bleibe ich zum Schabbat in Tel Aviv, wird meine Entscheidung sicher auf diese Stadt fallen. Allein wegen dem guten Job. Lasse ich mich nach Jerusalem einladen bzw. zu einem Besuch überreden, weiss ich, was mich erwartet: Mindestens vierundzwanzig Stunden Dauerberieselung ich solle gefälligst wieder nach Jerusalem ziehen. Alles frei nach der Argumentierung, ich könne ja jederzeit den Norden besuchen, doch wohnen soll ich hier (Jerusalem). 

Eines ist sicher: Mein Leben ist niemals langweilig.:-)

Das Photoarchiv des Holocaust Museums YAD VASHEM

Photo: Yoni Kempinski


B"H

Google will dem Jerusalemer Holocaust Museum "Yad va'Shem" helfen, seine Photogallerie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Das Photoarchiv selber könnt Ihr HIER einsehen !

Europa im Jahre 2029

B"H

Alles spricht gerade heute, am 27. Januar, vom internationalen Holocaust - Tag, doch was ist mit der alltäglichen Realität, die sich weltweit abspielt ? FRUMLIFE bringt dazu einen sehr guten Bericht sowie ein beängstigendes Video.

Und wer all das nicht glaubt, darf an dieser Stelle einen Blick in das heutige Mönchengladbach werfen.

25. Januar 2011: "Tag des Zornes in Ägypten"




Wollen wir nur hoffen, dass die Ägypter eine ernsthaft funktionierende Demokratie suchen und keine radikalen Moslems die Macht übernehmen !

Mittwoch, 26. Januar 2011

Sind die Mubaraks aus Ägypten geflohen ?

B”H

Aktuell heisst es, Präsident Hosni Mubarak habe sich aufgrund der Massenproteste in seinem Land mit seiner Familie nach London abgesetzt. Falls das stimmt, muss Israel mit der neuen Lage fertig werden. Die politische Landkarte beginnt sich dramatisch zu verschieben, denn die Terror – Hizbollah setzte im Libanon eine Marionette auf den Stuhl des Premier. Wenn in Ägypten jetzt auch noch die Fundamentalisten an die Macht kommen sollten, entsteht die Frage, ob sich diese an den Friedensvertrag mit Israel halten.

Wenn Hitler das sehen könnte ...


Israelisches Verteidigungsministerium in Tel Aviv.



Breslover Chassidim in Downtown Tel Aviv.



Pulsierendes Leben in Tel Aviv.



Photos: Miriam Woelke

B"H

Schon die Thora sagt uns, dass Juden niemals aussterben werden und der beste Beweis ist, dass es uns trotz allem noch gibt.

27. Januar 20..


B"H

Trotz der morgigen Gedenkveranstaltungen im Jerusalemer Holocaust Museum “Yad Vashem” habe ich stets das Gefühlt, der Gedenktag am 27. Januar gehöre irgendwie in die Diaspora. Hat der Tag etwas mit Israel zu tun ? Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit und allein aus diesem Grund geht der Tag uns alle an. Eines aber ist anders im Gegensatz zum staatlichen israelischen “Yom HaShoah”: Der morgige Gedenktag ist in der Presse weniger present. Ja, es gibt Bericht und dazu mehr am morgigen Donnerstag. Dennoch ist der 27. Januar weniger im Vordergrund israelischer Köpfe. Ein weiterer Grund hierfür mag der eindringliche und emotionale Sirenenton am Yom HaShoah sein. 

Links:


"Po - Lin, Silvers of Memory" - Vergangenes jüdisches Leben in Polen

B"H

Zum morgigen internationalen Holocaust - Tag:


 
Jüdisches Leben in Polen vor dem Holocaust. "Po - Lin, Silvers of Memory" ist der Name einer besonderen internationalen Ausstellung  historischer Photos. Die Dokumentation ist eine deutsch - polinische Co - Produktion bearbeitet von Jolanta Dylewska. "Po - lin".

Alle Infos
HIER !


 

Dienstag, 25. Januar 2011

On the Road in der Zivilisation


Bürogebäude samt Diamantenbörse in Ramat Gan.

Photo: Miriam Woelke

B”H

Eine halbe Weltreise brachte ich heute hinter mich. Von Tiberias nach Tel Aviv und ich erwischte den "falschen" Bus. Anstatt in den Express zu steigen, nahm ich den Egged Bus 841 nach Tel Aviv und bedachte nicht, dass die Linie durch die gesamte Pampa rumpelt: Hadera, Ra’anana, Kfar Saba, Hod HaSharon, Petach Tikwah, Bnei Brak und zu guter Letzt Tel Aviv.

Drei Stunden dauerte der Spass und das passiert mir bestimmt nicht noch einmal. Fast kam ich zu meinem Termin in Tel Aviv zu spät und dieser Tage werde ich eh mehrmals in der Küstenstadt sein.

Al Jazeera, die Hamas & Wikileaks



 Vor dem Damaskustor in Ostjerusalem

Photo: Miriam Woelke

B"H

Panikmache oder Realität ? Vielleicht hat ja das Attentat in Moskau auch in Israel wieder einmal negative Gedanken ausgelöst !

Eines steht jedenfalls fest: “Der Spiegel” & Co. leisten der Hamas in Gaza eine immense Hilfestellung im Kampf gegen Abu Mazen und seiner Fatach. Al Jazeera veröffentlicht die Wikileaks Dokumente, nachdem es Abu Mazen war, der israelische Siedlungen anerkennen wollte und Israel lehnte abgeblich ab. Nun sollte doch allen klar sein, dass es Israel ist, was keinen Frieden will und keineswegs die palästinensische Seite.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit derlei Veröffentlichungen Abu Mazen geschadet haben, denn etwas Besseres kann der feindlichen Hamas kaum passieren. Jetzt kann sie ihn bei den Palästinensern als Verräter darstellen, der da den Israelis hinterher kriecht. Auf israelischer Seite dagegen kann sich Netanyahu freuen, denn die Israelis sehen, wie Ehud Olmert und Zipi Livni unser Land verschachern wollten. Olmert bereitete die Teilung Jerusalems vor und Zipi Livni stimmte sogar der Existenz arabischer Dörfer neben jüdischen zu.


Eingang zum Tempelberg: Nur für Moslems und von der israelischen Polizei bewacht.

Photo: Miriam Woelke


Die Hamas ist in Aufruhr und keift gegen die Fatach. Hinzu kommt, dass im Libanon Chaos herrscht, denn es wird vermutet, dass Hizbollah Scheich Nasrallah das vom Iran finanzierte Zepter in die Hand nimmt und einen Sturm auf Beirut unternimmt. Geprobt haben das seine Terroristentruppen ja schon.

Und zu guter Letzt: Israelische Archäologen buddelten nahe am Tempelberg, ohne das die moslemische Tempelwache Wakf davon wusste. Ob jetzt die Palästinenser wegen des archäologischen Ausgrabungen wieder ausrasten wie vor wenigen Jahren als behauptet wurde, Israel wolle den 
Tempelberg einnehmen ?



Photo: Miriam Woelke


Warum sollte Israel nicht Tempelausgrabungen vornnehmen ? Immerhin standen dort unsere Tempel und die Moslems bauen ständig auf dem Berg. Jüdische Tempelrest aber lassen sie schnell verschwinden, denn das wäre ja ein Hinweis auf die jüdische Existenz in Israel vor mehreren Tausend Jahren. Und laut palästinensischer Propaganda hat es in Jerusalem niemals jüdische Tempel gegeben. Juden lebten auch niemals zuvor im Land und überhaupt gibt es heute gar keine richtigen Juden mehr !
Dass derlei Propaganda selbst Hitler nicht eingefallen ist … Aber vielleicht zieht ja heute “Der Spiegel” mit …


Links:

216,000 Arbeitslose in Israel

B”H

Die Tageszeitung MAARIV berichtet heute von einem Anstieg der israelischen Arbeitslosigkeit in den kommenden drei Monaten. Derzeit sind 216,000 Israelis ohne Job und in den bevorstehenden Wochen werden nochmals 10,000 weitere Arbeitslose in die Statistik einfliessen. Insgesamt liegt die Arbeitslosenquote bei 6,8%. 

Wirtschaftsexperten erwarten innerhalb der nächsten zwei Jahre keinerlei Besserung, sondern eher das Gegenteil. Bis zum Jahre 2008 wird erwartet, dass die Quote auf 8% ansteigt. Prozentual liegt Jerusalem mit einer Arbeitslosenquote von 8,2% ganz vorn. Gefolgt von Haifa mit 6,7% und Tel Aviv mit 5,4%. Hinzu kommt, dass immer mehr Betriebe nur noch Teilzeitjobs anbieten, um Kosten zu sparen.



 Bettelelend am Tel Aviver Busbahnhof.

Photo: Miriam Woelke


Keine rosigen Aussichten also und oft kommt es mir so vor als wenn viele Israelis lieber ihre eigene Kreativität walten lassen, und etwas Eigenes auf die Beine stellen sollten. Nicht jeder kann das, doch in manchen Gegenden des Landes bleibt praktisch kaum mehr eine andere Wahl.

Bild des Tages


Der Rothschild Boulevard in Tel Aviv. 

Photo: Miriam Woelke

Montag, 24. Januar 2011

Arbeiten und doch nichts verdienen


Der Schlitz einer Zedakah (Spende) Box in einer Hauswand.

Photo: Miriam Woelke

B”H

Auf eines sollte der Jobsuchende in Israel stets achten: 
Dass der Arbeitgeber jemand ist, der das Gehalt pünktlich zum vereinbarten Termin zahlt. Zumeist liegt die Gehaltsauszahlung zwischen dem 1. - 10. des Monats.

Ich weiss nicht wieviele Arbeitgeber es gibt, die nicht pünktlich zahlen und ich habe von Bekannten so einige private Dramen vernommen. Da muss man sehen, wie die Miete gezahlt wird. Vorwiegend aus dem Dispokredit. Und wer Familie hat, ist gleich nochmal so schlecht dran.

Viele Unternehmen sind finanziell einfach nicht imstande, den Lohn an die Angestellten auszuzahlen. Im nordisraelischen Zfat schaut es ganz schlimm aus und ich kenne ein Unternehmen, wo die Angestellten jeden Monat jammern, sie hätten ihren Gehaltsscheck noch nicht bekommen. Anfang Januar 2011 gab es diesen einigermassen pünktlich, doch die Bank weigerte sich, die Schecks einzulösen, da der Arbeitgeber so dick im Minus sitzt. Kein Geld, kein Gehalt und die Buchhalter des Arbeitgeber versprachen Hilfe. Woher aber nehmen, wenn nichts da ist ?

Kein Einzelfall in Israel und diese Lage kann einen überall und bei jeder Firma treffen.

Der Park des Ro'i

B"H

Die Eltern des im Jahre 2005 bei einem Verkehrsunfall in Eilat ums Leben gekommenen Ro'i haben sich eine ganz besondere Form der Trauer zugedacht. In einem Park in Tiberias stellten sie das Motorrad ihres Sohnes auf ein Podest. 




Das Unglücksmotorrad des Ro'i. 

Photos: Miriam Woelke

Das YAD VASHEM und die christlichen Spenden

B”H

Am Donnerstag, dem 27. Januar, ist Internationaler Holocaust Gedenktag. Ich plane zu dem Tag einige Artikel, doch hier vorab ein photographischer Rundgang im Jerusalemer Holocaust Museum “Yad Vashem”.

Was am Yad Vashem negative aufstößt ist die Tatsache, dass Tausende von Spendengelder ebenso von fanatischen Christengruppen angenommen werden. Besonders freikirchliche Organisationen wie, u.a., die Evangelikalen, hegen stets missionarische Hintergedanken und sobald sie eine Spende geben, wollen sie sich somit eine Tür in einem bestimmten Bereich verschaffen.

Auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt


Photo: Miriam Woelke

Wie verhalte ich mich in einer Synagoge ?

B"H

Wie verhalte ich mich in einer Synagoge ?

Genau diese Frage wird in meinen Blogs unendliche Male gegoogelt und ich fand, dass es an der Zeit für ein Update ist. Auf Hamantaschen stellte ich deswegen eine aktuelle "Gebrauchsanleitung" zusammen. Wem noch mehr dazu einfällt, kann gerne beisteuern.

Sonntag, 23. Januar 2011

Rattenloch zu vermieten !

B”H

Soll ich aufgeben, in Safed (Zfat) nach einer Wohnung zu suchen ?
Ich hatte viele Zusagen und schaute mir zahlreiche Bleiben an. Was ich jedoch im Nachhinein feststellte war, dass die Leute der Peripherie die schnelle große Kohle schnuppern. Die amerikanischen sowie israelischen Bewohner von Zfat sind momentan so drauf, dass sie jedes Rattenloch für teures Geld vermieten wollen. Schliesslich ist die Nachfrage da. Insbesondere Haredim (ultra – orthodoxe Juden) aus Jerusalem suchen im kabbalistischen Zfat ihre ruhige Zukunft samt frischer Bergluft.

Hinzu kommen all die Neueinwanderer aus den USA und die sind bereit, fast alles zu zahlen. Das wiederum wird richtig schön ausgenutzt. Neulich sah ich eine Zwei – Zimmer – Wohnung, die kein einziges Fenster besass. Die Vermieterin schämte sich noch nicht einmal, so etwas anzubieten und meinte lapidar: “So sei das halt in der Altstadt”.

Das Schlimme war, sie hatte Recht, denn zuvor sah ich eine ähnliche Wohnung. Günstig, teilmöbliert, zwei Zimmer – doch kein Fenster weit und breit.
Es ist wirklich so, dass schlichtweg der letzte Hühnerstall vermietet wird, denn die Mieten steigen. Jedenfalls anderswo im Land und da will auch Zfat mit auf den Wagen aufspringen und so richtig verdienen. Ein Stall zum Preis eines Tel Aviver Apartments. Die Einheimischen kapieren einfach nicht, dass Zfat nicht Tel Aviv ist und die angebotene Bleibe niemand nimmt. Egal, irgendein Doofer wird schon kommen. Am Ende kriegt man alles los und sei es an einen naiven Neueinwanderer, der keine Ahnung hat und ausgenutzt werden kann. 



Dieses Haus steht nicht in Zfat, sondern in Tel Aviv.
Allerdings passte das Aussehen gerade zum Thema !

Photo: Miriam Woelke


Zfat gab ich somit auf. Doch nicht aus dem Grund, sondern weil ich momentan unvorhergesehene Jobangebote bekam und derzeit neu koordinieren muss, wie ich wo hinfahre und was mich das an Zeit kostet.

Die Kälte von Tel Aviv


Photo: Miriam Woelke


B”H

Ein Tourist kann sich in Tel Aviv leicht in seinen Gedanken verirren. Vor allem dann, wenn er aus dem kühlen Europa kommt. Sonne, Meer, tolle und offenbar so tolerante Leute, all die Hochhäuser, internationales Flair und irgendwie alles so wie in New York.

Auf den ersten Blick mag all das stimmen, doch wer sich länger in der Stadt aufhält, Wohnung und Job sucht, dem schlägt zwangsläufig die zweite Seite der Stadt entgegen: Nämlich ihre Gefühlskälte.

Nicht bei jedermann, doch das Tel Aviv Lebenssystem basiert auf dem Rennen nach Geld zwecks Rechnungen zahlen und sich etwas leisten. Zweitens auf der Karriere, denn dazu wird man irgendwie gedroschen.

Es gibt Orte in Israel, an denen merke ich sofort, wenn mein Gegenüber aus Tel Aviv stammt. Allein die Sprache und das ständige hastige Hauruck – Verfahren.
Man kann sich daran gewöhnen und seinen eigenen, weniger karrierebewussten, Bekanntenkreis ausbauen. Stetig aber fallen die Themen zurück auf den Konsum. Und sei es nur das Ausgehen und wohin.



Photo: Miriam Woelke
 
Mich reizt an Tel Aviv die Kreativität sowie die Leute, die mit der Kunst zu tun haben. Damit bin ich bei der Einstellung fast immer richtig gefahren. Zumindest trieb es mich auf diese Weise weniger in die Karriereschuppen. Einmal aber konnte ich dem Café Hillel auf dem noblen Rothschild Boulevard nicht entgehen, denn alle anderen Cafes waren überladen. Nur ein kurzer Kaffee und das wars dann auch. Die Atmosphäre nobel, aber nicht koscher. In der Rothschild stört das wenig und der Besucher sollte wissen, worauf er sich einlässt.

Die Angestelltenprominenz aus den umliegenden Banken und Startups konnten noch nicht einmal in der Mittagspause abschalten und hockten am Rondell, was zugleich als Einlogstation für die Laptops diente. Die Bedienung war nett, doch ich kam mir fehl am Platz vor und ging nach ein paar Minuten. Coffee to Go wäre besser gewesen.

Draußen auf dem Rothschildrasen tummeln sich nicht selten die Junkies. Dann, wenn sie im dicht besiedelten Junkie – und Bankenviertel Yad Haruzim kaum mehr Einnahmen erbetteln.

Die Kälte der Stadt und jeder kann sie auf seine eigene Art erleben …

Thilo Sarrazin: Neun Schlussfolgerungen zur moslemischen Einwanderung

B"H

Das deutsche Sozialhilfesystem (jetzt HARTZ IV oder V genannt) übt eine magische Anziehungskraft auf Leute in armen Ländern an. Man hört "In Deutschland kriegt man auch Geld ohne zu arbeiten ...", das kommt an. Mich selbst fragten dies zahlreiche Russen in Israel.

Ebenso stimme ich Sarrazin im Bezug auf die Einführung der GREEN CARD zu.
Migranten suchen sich stets ein Land aus, welches sich sozial um sie kümmert und das es ihnen relativ einfach macht, dort bleiben zu können. Bedeutet, sie nicht abschiebt. Was normalerweise passiert ist, dass, sobald sie angekommen sind und Geld auf dem Konto haben, sie ihre gesamte Sippe nachzuholen zu gedenken, damit die auch in den Genuss der Sozialrechte kommen. 

Sarrazin hat es gewagt die Wahrheit auszusprechen und wurde aufgrunddessen schnell mundtot gemacht. An der Tatsache jedoch ändert sich deswegen nichts, denn die Realität bleibt bestehen: 
Gut, dass es HARTZ gibt ! Das macht das Leben gleich bequemer !


Samstag, 22. Januar 2011

Zum neunten Todestag von Daniel Pearl

B"H


Am 1. Februar 2002 wurde der jüdisch - amerikanische Journalist Daniel Pearl von radikalen moslemischen Terroristen in Pakistan brutal enthauptet.

Was hat sich seither verändert ? 

Wo befinden wir uns heute in Bezug auf den radikalen moslemischen Terror ? 

Auf Youtube werdet Ihr kein einziges Enthauptungsvideo von Daniel Pearl mehr finden. Alle Inhalte dieser Art sind gelöscht. Ich finde das recht seltsam, denn andererseits stellen Palaestinenser ihre Videos dieser Art auf Youtube ein. 





Links:

Reise nach Pakistan 

Daniel Pearl Foundation

Daniel Pearl's Hinrichtung

Dieses Video ist brutalen Inhaltes und sollte nicht von Kindern angeschaut werden !!!

Statistisches zu LEBEN IN JERUSALEM

B”H

Google Analytics macht fast alles möglich. Selbst die Analyse welcher Blogleser woher kam. 

Die deutschen Leser dieses Blogs kamen der Anzahl nach innerhalb der vergangenen Tage mehrheitlich aus Berlin, Frankfurt, Nürnberg, Köln, Karlsruhe, München, Stuttgart, Heidelberg, Düsseldorf, Hamburg, Dresden, Essen Kassel sowie aus Erfurt.


Insgesamt verzeichnet diese Site in den vergangenen Tagen einen Zugriff aus 91 Orten Deutschlands.

Die Schwyzer klickten aus 39 Orten an. An vorderster Stelle befinden sich Zürich und Luzern.

Die österreichischen Leser stammen aus 14 Orten: Aus Wien, Graz, Pram, Dornbirn, Salzburg und Linz. 


Vielen Dank an alle fürs Anklicken !

Online Nepper

B"H

Ist die Firma GLOBAL DOMAIN INTERNATIONAL nichts weiter als Scam ? 

Obwohl im Internet kaum Kritik aufzufinden ist, bin ich der Frage einmal nachgegangen. 

http://bloggergeld.blogspot.com/2011/01/ist-global-domain-international-nichts.html

Bevor sich jemand diesem Online Unternehmen anschliesst, sollte er sich zumindest im Vorfeld besser informieren und dann ggf. zugreifen und nicht umgekehrt !

Neue Braune Welle

B"H

Erschreckend, wie sich in Deutschland immer mehr Radikale breitmachen. Da sind zum einen die Neonazis (siehe Video) oder radikale moslemische Gruppierungen wie, z.B., unter Pierre Vogel. Was allerdings ebenso nicht unterbewertet werden darf, ist der Antisemitismus / Anti - Israelismus der deutschen Linken.


Freitag, 21. Januar 2011

Schabbat Schalom

B"H

Am 23. Januar 2011 jährt sich der Tag, an dem der jüdisch - amerikanische Journalist Daniel Pearl in Pakistan entführt wurde. Später wurde er von seinen radikal - islamistischen Peinigern hingerichtet. Dies geschah im Jahre 2002, doch der Fall sowie die Hinrichtung sind weltweit unvergessen und momentan findet ein englischsprachiger Run auf mein in den Blog gestelltes Video der Exekution statt. Kein Thema für den Schabbat, doch bitterer Ernst, der auch in unserer Zeit mehr als aktuell ist. 

Es tut mir leid, dass ich mich ausgerechnet damit in den Schabbat verabschiede, doch finde ich, dass wir alle an Daniel Pearl und den heutigen verheerenden Resultaten der Ausbreitung des radikalen Islams unsere Lehren ziehen sollten. 

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Tiberias: Die Hostels & Das Rotlicht

B”H

Es ist schon witzig zu erfahren, dass das Rotlichtmilieu in Tiberias unter anderem von zwei Hostels unterstützt wird. Zum einen das “Panorama” und zum anderen das "Aviv Hostel”. 

Wer in Tiberias einmal eben so auf die Schnelle eine Frau braucht, der wende sich an die dortige Panorama oder Aviv Rezeption, um seinen “Kundendienst” zu erhalten. Nicht nur Gäste, sondern auch lokale Einwohner. 

Ob wohl die Hostels von den von ihnen herbeigerufenen Damen eine fette Provision einstreichen ?

Es ist verboten, Jerusalem zu verlieren !


B"H

Die  Stadtverwaltung schaltet Anzeigen in den Tageszeitungen und richtete eine eigene Website ein. Das Finanzministerium kürzte die staatlichen Gelder für Jerusalem und somit befindet sich die Stadt fast auf dem Trockenen. 

Jerusalem ist nicht Tel Aviv und verfügt nicht wie die Küstenregion über eine herausragende Industrie. Selbstverständlich finden sich zahlreiche Hightech Unternehmen in der Heiligen Staat und wer sich oberflächlich umschaut, entdeckt ziemlich viel Industrie. Bei genauerem Hinschauen allerdings wird gewahr, dass Jerusalem hinterher hinkt. Industriell und finanziell. Freie Jobs liegen nicht gerade auf der Straße und die Gehälter sind gegenüber dem Großraum Tel Aviv wesentlich niedriger. Dabei sind gerade in Jerusalem die Lebenshaltungskostenpreise drastisch angestiegen und mit Tel Aviv zu vergleichen. Das Jerusalemer Kulturangebot ist eingeschränkt und es herrscht keine tolle Action an fast jeder Straßenecke wie in Tel Aviv. 

Nicht nur das fehlende Budget verhindert ein reichhaltiges Angebot, sondern ebenso die Mentalität der Jerusalemer. Die Bewohner ziehen das “sich ausruhen” vor und wer abends um 20.00 Uhr Action in der Innenstadt sucht, der findet nichts. Ein paar Hippie Bongo Trommler und die amerikanische Harfenspielerin. Und selbst die Harfenspielerin sinkt immer tiefer, denn siebrach sich ihr Bein und verlor ihre Privatschüler. Vom dicken Cash sank sie in die Suppenküche und freitags trällert sie samt Yokolele auf dem Machane Yehudah Markt “Where have all the flowers gone ?”

Die sture Jerusalemer Mentalität trägt eine Teilschuld an der Misere der Stadt. Jeder wird verdächtigt und misstrauisch angeglotzt. Und dies jetzt nicht auf Politisches bezogen, sondern auf den stinknormalen Alltag. Manchmal kam ich mir dort vor wie in einem hinterwäldlerischen Kaff in der bayerischen Oberpfalz. Und das sage ich als Nürnberger und sehe die Gemüter der Oberpfälzer dabei hochgehen wie eine Bombe.


Jerusalem ist kein leichtes Pflaster zu regieren, denn zuviel Chaos crasht aufeinander. Wer frei sein will und bummeln, der begibt sich auf die Rothschild oder ins Nachalat Binyamin nach Tel Aviv. Da darf man noch Anarchie zeigen, auch wenn die umliegenden Cafes fast unerschwinglich geworden sind. Es sei denn, man läßt sich in den Ketten “Arcaffe”, “Aroma” oder “Hillel” nieder. Ausgeflipptes kostet Geld, aber gerade am Freitag vormittag geht es in Tel Aviv hoch her. Multikulti – Angebote und ein Lebensgefühl, was in der Enge und der verpesteten Luft Jerusalems fehlt.

Die Stadtverwaltung schielt neidisch auf die Rothschild in Tel Aviv und fasste den Beschluss, die Ben Maimon (Rambam) Street im Stadtteil Rehavia in ein kleines Rothschild – Tel Aviv umzufunktionieren. Aber wielange soll das dauern und wer kommt schon groß nach Rehavia ? Stellt irgendein eigenwilliger Künstler sein Objekt in der Ben Maimon auf, kreischt schon eine spiessige Anwohnerin los. Zwar sind die einstigen spiessigen deutschen Jekken immer seltener in Rehavia zu finden, doch nach wie vor wohnen dort genügend ältere Speisser, die um 20.00 Uhr das Licht ausmachen und ins Bett gehen. 



Jerusalem will seine Ruhe. 


Anstatt sich auf Rehavia zu konzentrieren, sollte die Jaffa Road als Multikulti Beispiel dienen. Die Anwohner sind Remmidemmi gewohnt und ich stelle mir vor, dass die Preis in der Jaffa besser ankommen als die im vornehmeren Rehavia. 

Meine Vorhersage: Bis auf Weiteres wird Jerusalem hinterher hinken und wer Kultur sucht, fährt nach Tel Aviv. 


Tel Aviver Leichtigkeit

Photos: Miriam Woelke