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Donnerstag, 22. November 2012

EGGED Jerusalem ändert erneut Busrouten

B"H

Zum 23. November 2012 ändert EGGED erneut diverse Jerusalemer Busrouten. In den Tageszeitungen finden wir die Ankündigung mit Website, doch die Site gibt noch gar keine aktuellen Infos her. 

Sicher ist, dass sich die Routen von ca. fünf oder sechs Bussen verändern. Darunter offenbar die vielgenutzte Linie 18, woraufhin es bereits Fahrgastproteste hageln soll. 

Sobald ich mehr erfahre, lasse ich es Euch wissen ! 


 Ein altes Photo von mir wiedergenutzt: Jerusalemer Stadtbusse in der Agrippas Street. 

Copyright: Miriam Woelke

Dienstag, 4. September 2012

Das Jerusalemer Straßenbahn – und Busnetz 2012


Die Route der Jerusalemer Straßenbahn. In Zukunft soll es weiter ausgebaut werden.

B"H

Ein kleines Update zu den öffentlichen Transportmitteln in Jerusalem. Innerhalb der letzten paar Monate war es so, dass die Busgesellschaft EGGED die Stadtbusse immer wieder änderte bzw. die Linien fuhren plötzlich auf anderen Strecken.

Hier findet Ihr die Jerusalemer Stadtbusverbindungen:



Zwar gehört die Straßenbahn nicht zu EGGED, sondern wird von der Gesellschaft CITYPASS unterhalten, doch wer ein Busticket kauft, der kann damit in die Straßenbahn umsteigen und wer ein CITYPASS Ticket ersteht, der kann ebenso in einen EGGED Bus steigen. Pro Einzelfahrschein immer nur einmal umsteigen und dies innerhalb einer bestimmten Frist, welche auf dem Ticket aufgedruckt ist !!!
Eine Einzelfahrt in eine Richtung kostet 6,60 Schekel (ca. 1,15 Euro).

Photo: Miriam Woelke

Link:

EGGED Trip Planner

Montag, 27. August 2012

Immer noch der Busunfall

B"H

Bald ist es zwei Monate her, doch die Angelegenheit mit dem Busunfall zieht sich in die Länge. In der vergangenen Woche besuchte ich, wie jede Woche, die 19 – jährige Amerikanerin Jordan, die beim Busunfall vom 9. Juli 2012 schwer verletzt worden war. Dagegen bin ich mit Schnittwunden und einer deftigen Rippenprellung noch gut bei weggekommen.

Mittlerweile ist der viermalige Beckenbruch bei Jordan gut verheilt. Bleiben die Verbrennungen an den Beinen, ausgelöst durch die heissgelaufenen Motoren der zwei Busse, zwischen denen sie klemmte. Vor fast zwei Wochen durchlief sie eine Hauttransplantation im Hadassah – Krankenhaus, doch die Operation wird in ca. einer Woche wiederholt. Jordan meinte zu mir, dass sie trotz all der Schmerzmittel oft vor Schmerzen die Wände hochgeht. Ich dagegen muss wieder einmal zum Orthopäden, denn der Rücken bereitet erneut Probleme. Vom Sitzen aufzustehen und zu gehen fällt mir seltsamerweise wieder schwerer. Auβerdem habe ich in dieser Woche wieder einmal einen Anwaltstermin. Offenbar sind es nur Jordan und ich, die verletzt worden waren und nun per Anwalt mit der EGGED – Versicherung um den Schadenersatz verhandeln.

Falls jemand Lust hat, könnt Ihr Jordan eine Mail schreiben und "Gute Besserung" wünschen. Ich würde die Mails an die e – mail Adresse der Mutter weiterleiten. Jordan’s Mutter verbringt seit fast zwei Monaten ihre Zeit am Krankenbett der Tochter. Mit Laptop und Handy verhandelt sie mit Versicherungen und dem Anwalt. 

Wer sich von der Leserschaft für das Rechtliche interessiert: 

- In Israel besteht bei Verkehrsunfällen keine Schuldfrage. Bedeutet, dass die Versicherung des Verursachers zahlen muss, er selbst jedoch nicht. Die zwei Busfahrer, welche Jordan und mich fast in den Tod fuhren, kommen zwar vor Gericht, den finanziellen Schaden (einschliesslich Krankenwagen, Krankenhauskosten, Arztkosten, Schmerzensgeld und weitere Schäden) jedoch trägt die Versicherung der Busgesellschaft EGGED. 

- Wie lange haben wir, dem Gesetz nach Zeit, Egged zu verklagen ? 

Zuerst hörte ich Gerüchte, welche sechs Wochen veranschlagten. Stimmt aber nicht. Laut meinem Anwalt haben wir für Schadenersatzforderungen bis zu sieben Jahre Zeit.

Montag, 23. Juli 2012

JERUSALEM: "Der EGGED Bus, der rückwärts fuhr"


Am Zentralen Busbahnhof von Jerusalem in der Jaffa Road. Von hier aus fahren die lokalen Linienbusse der staatlichen Busgesellschaft EGGED. Im Busbahnhof fahren die EGGED Busse in sämtliche Orte des Landes.









Auf beiden Fahrseiten befinden sich die Haltestellen in unterschiedliche Richtungen der Stadt. Im Vordergrund, auf der rechten Seite, fahren die Linien aus Richtung Herzl Boulevard kommend in Richtung Innenstadt (Machane Yehudah, King George bis in die Germany Colony oder nach Talpiyot). 

Photos: Miriam Woelke
B"H 

In Israel ist vieles anders und so verwundert es nach einer Eingewöhnungsphase auch niemanden mehr, wenn er vielerorts EGGED (oder in Tel Aviv DAN) Stadtbusse sieht, die nicht an der eigentlichen Bushaltestelle halten, sondern mitten auf der Fahrbahn. Die Busse schwenken erst gar nicht an die Haltestelle ein. Vielfach ist am Jerusalemer Busbahnhof zeitlich gar kein Haltestellenplatz für all die heranströmenden Busse vorhanden. So fahren einige Busse an die Bordsteinkante heran und lassen Fahrgäste ein – und aussteigen. Andere, eher ungeduldige Fahrer, jedoch parken nicht ein, sondern bleiben stattdessen auf der zweiten Fahrbahnspur stehen. Mitten im Verkehr muss sich der Fahrgast zur Bustür quälen. Gesetzlich ist das den Busfahrern untersagt, doch scheren tut sich kaum jemand darum. Man darf sich halt nicht erwischen lassen. 

Es ist genau zwei Wochen her als einigen Fahrgästen, inklusive mir selbst, diese Fahrweise fast zum Verhängnis wurde. Tatort: Die lokalen Haltestellen gegenüber dem Zentralen Bsbahnhof in Jerusalem. 

Ich wartete auf meine Buslinie 74, mit der ich heimfahren wollte. Obwohl ich nicht direkt im Stadtkern lebe, habe ich dennoch mehrere Busse zur Auswahl. Die Linie 75 hatte ich gerade verpasst und so wartete ich auf die nächste mir zur Verfügung stehende Buslinie. Zuerst kam die Linie 18 Richtung Katamon. Die 18 parkte fast vor mir und ich achtete nicht darauf, ob der Fahrer eine Pause einlegte oder auch Leute einstiegen liess. Nach der 18 kam ein weiterer Bus, der weiter oben an einer anderen Haltestelle parkte. Vielleicht die Linie 30. Auch hier achtete ich nicht besonders darauf, denn meine Linie 74 erschien auf der Bildfläche. Aus der Richtung Herzl Boulevard kommend parkte die 74 hinter der 18 und wartete, dass die 18 und der Bus weiter oben die Haltestellen verliessen. 

Bei der Linie 74 handelte es sich um einen der langen neuen Busse. Alle drei Busse waren übrigens "Made in Germany", so die Polizei später. Nach ca. einer halben Minute des Wartens verliess den Fahrer der 74 die Geduld. Er überholte die 18 und blieb mitten auf der Fahrbahn stehen. Bedeutete, dass wir einsteigenden Fahrgäste vor der Linie 18 vorbeilaufen mussten. 

An den weiter oben parkenden Bus dachte in dem Moment kein Mensch, denn der war ja weit weg. Circa zehn Fahrgäste hatten sich vor der offenen Tür der Linie 74 postiert und waren dabei einzusteigen. Ich dachte mir, dass ich mir das kurzweilige Gerangele nicht antue und ging langsam an der 18 vorbei und auf die 74 zu. Plötzlich vernahm ich ein riesen Geschrei hinter mir. Ich drehte mich um, um nachzusehen, was vor sich ging. Soweit kam ich gar nicht mehr, denn ich sah beim Aufblicken den Bus, der viel weiter oben geparkt hatte, auf mich zurollen. Nur noch einen Meter Abstand zwischen ihm und mir. Einen Meter oder weniger. 

Ich stand nur da und dachte, dass kann doch nicht sein. Das nächste, woran ich mich erinnere ist, dass der Bus mich auf die Vorderseite (des Fahrers) der Linie 18 drückte. Ich verspürte einen derartigen Schmerz im Rücken, dass ich für einige Sekunden das Bewusstsein verlor. Als ob jemand mit den Fingern geschnippst hatte, erlang ich das Bewusstsein wieder und befand mich in einer ganz anderen Position. Fast einen Meter weiter auf den Beinen stehend. Aber in eine ganz andere Richtung schauend. 

Was ich zuerst sah, war die (wie ich heute weiss) 19 – jährige Amerikanerin Jordan, welche zwischen der 74 und dem Bus, der mich rammte, eingeklemmt war. Eingeklemmt von den Beinen bis zum Brustkorb. Brust, Kopf und beide Arme hingen heraus und sie versuchte verzweifelt zu atmen. Ihr Körper lag sozusagen weit mehr als 1,5 Meter eingeklemmt in der Luft zwischen zwei Bussen. Es war die schrecklichste Szene, die ich jemals in meinem Leben sah. Ich dachte nur, dass kann doch alles nicht sein. Ich schaute auf die eingeklemmte Amerikanerin und dann nach links in den schmalen Raum zwischen den Linien 18 und 74. Alles voll zerbrochenem Glas. Kein schneidendes scharfes Glas, sondern eher Glaskrümel. Mein erster Gedanke war, der Eingeklemmten zu helfen, doch dann ging nichts mehr. Der Schmerz im Rücken war so stark, dass ich mich entweder setzen musste oder drohte, ohnmächtig umzufallen. Ich setzte mich und dachte nur, dass ich mein Leben nicht im Rollstuhl weiterführen will. 

Irgendwie stand ich wieder auf und wollte nur noch weg. Ich bildete mir ein, dass all das nicht real sei und ich jetzt nach Hause gehe. Die Illusion hielt, bis ich beim Aufstehen mein zerrissenes Shirt und meine blutige Jeans sah. Ich war davon überzeugt, dass meine Wunde am Arm voller Glassplitter war, was sich am Ende, G – tt sei Dank, als falsch herausstellte. Trotzdem hatte ich zwei Löcher im Arm als mich der Bus mitzog. Mein Glück war, dass der Bus nicht direkt auf die 18 knallte, sondern eine Kurve machte und in die 74 rammte. Wäre er in die Linie 18 gerammt, würde ich dies heute nicht mehr schreiben. 

Es gelang mir aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Eher wie ein Zombie und mit einer Illusion im Kopf, die bei Traumata nur allzu normal erscheint. In dem Moment kamen ein paar junge haredische (ultra – orthodoxe) Yeshiva Studenten in den Raum zwischen den Bussen. In den Raum mitten auf der Fahrbahn. Ich sah alles grau und hörte das Stöhnen des Mädchens. Mitten auf der belebten Jaffa Road, wo sich außerhalb unseres grauen unwirklichen Vakuums Geschäfte und Snack Bars aneinanderreihen. Wo normalerweise Freude herrscht, aber diese Freude war für das Mädchen und mich abrupt beendet worden. 

Die Yeshiva Leute schrien auf vor Schock und jemand rief hinaus auf den Gehsteig, man solle dem Busfahrer sagen, sofort den Bus wegzubewegen. Sofort. Die Yeshiva Leute waren in Panik und zugleich zerrissen vom Anblick des Mädchens. Immer mehr Passanten strömten in das Vakuum, um zu sehen, was los ist. So viele, dass ich nicht mehr durchkam und erschöpft sagte: "SUS – Macht Platz !" Dann fiel ich fast auf den Gehsteig und sah nur noch schwarz – weisse Schatten, die wild auf und ab liefen. Schweigend sass ich auf dem Gehsteig, Ein Polizist kam, sah all das Blut und sofort kam ein haredischer (ultra – orthodoxer) Sanitäter der HATZALAH. Er legte mich auf den Gehsteig, schob mir seinen Motorradhelm unter die Beine und schon fühlte ich die Ohnmacht schwinden. Hunderte Leute starrten und ich war fast wahnsinnig vor Rückenschmerzen. Der Hatzalah – Sanitäter warf ein Pad auf meine Wunde und war auch wieder weg. Die Ambulanz kam und ich wurde per Spezialboard auf die Trage gehievt. “Rückentrauma” – so die Ärzte später. Dann dauerte es fast eine Stunde, bis der Krankenwagen abfuhr. 

In Israel ist man Katastrophen gewöhnt und weiss die Lage sofort einzuschätzen. Deswegen wurde ich als leicht verwundet betrachtet, wobei ich vor Schmerzen fast die Decken hochging. Der Weg ins Krankenhaus dauerte nur wenige Minuten. Angekommen ging es sofort in die Notaufnahme, wo ein Orthopädenteam wartete und mit mir sämtliche Übungen abzog. Beine strecken, hochheben, anziehen … ob auch bloß nicht die Wirbelsäule beschädigt war. 

War sie nicht, doch wusste ich nicht, wo vor Schmerzen ich zuerst schreien sollte. Wegen der Beinbewegungen oder der Krankenschwester, die meine blutigen Wunden säuberte. Danach gabs Spritzen gegen die Schmerzen und den Tropf. Die Umbettung tat gut, denn endlich war ich die harte Unterlage los. Nun gings in die Warteschlange zum Röntgen. Zweimal musste ich mit dem Bett im Röntgenraum einparken. 

Mittlerweile kamen zwei Freunde, die ich vom Krankenwagen aus angerufen hatte. Nach drei Stunden ging es zurück zum Orthopäden mit neuen Beinübungen. Diesmal fiel ich ohnmächtig um und eine Krankenschwester parkte mein Bett in ein Mehrbettzimmer hinter einem Vorhang ein. Eine Freundin blieb die ganze Nacht und meine Schmerzen liessen, Dank all der Spritzen nach. Dr. Feelgood sozusagen. 

Das eingeklemmte Mächen musste eine Stunde in ihrer Position ausharren, denn die Feuerwehr schnitt sie aus den beiden Bussen heraus. Beckenbruch, tiefe Schnittwunden der zerbrochenen Fenster an den Beinen und Verbrennungen. Ganz zu schweigen vom Schock. Bis zum Krankenhaus war das Mädchen bei Bewusstsein und noch in der Lage, die Telefonnummer ihrer Eltern in den USA bekanntzugeben. Danach kamen auch für sie die Spritzen und somit die Narkose. 

Gegen Mitternacht kam ein Polizist an mein Bett, der das erste von zwei Protokollen aufnahm. Fragen über Fragen zum Unfallhergang. Vor allem zu den Busfahrern. Gestern hörte ich, dass die Fahrer der Linie 74 und jenes Busses, der das Mädchen und mich rammte, ihre Buslizenz verloren und vor Gericht gestellt werden. Der Fahrer der 74, da er trotz Verbot, mitten auf der Fahrbahn hielt. Der zweite Fahrer wegen gravierender Fehler und die Polizei ermittelte in mehrere Richtungen, warum der Bus rückwärts ins Rollen kam. 

Von der Busgesellschaft EGGED haben wir bis heute nichts gehört und unsere eingeschalteten Anwälte müssen sich an die Versicherungsgesellschaft der Buslinie wenden. Am letzten Donnerstag sass ich erneut in der 74 und als wir den Busbahnhof erreichten, wartete der Fahrer in der Warteschleife. Gestern jedoch sah ich erneut Busfahrer auf der Straße halten. Alles also wie gehabt bis zum nächsten Unfall.

Samstag, 21. Juli 2012

Jerusalemer Verkehrsbrennpunkte


B"H 

Die Innenstadt von Jerusalem wird immer enger. Seitdem vor einem Jahr die Straßenbahn ihren Betrieb aufnahm, strömt fast der gesamte Busverkehr auf dem Weg zwischen King George / HaNevi’im Street / Zentraler Busbahnhof durch die Agrippas am Machane Yehudah Markt, denn die Straßenbahn allein vereinnahmt die Jaffa Road, auf welcher zuvor der Busverkehr floss. Die Agrippas am Machane Yehudah Markt ist jedoch eine schmale Straße, auf welcher der Autoverkehr auch ohne Busse schon seine Probleme hatte, durchzukommen. Am Markt selber wechseln Hunderte oder sogar Tausende Fußgänger bei ihrem Einkauf die Seiten und überqueren die Straße. Mit nur einer Ampel, die sich etwas im Abseits befindet und zwei Zebrastreifen, die mittlerweile so ziemlich an weisser Farbe verloren. 

Tausende Egged – Busse schieben sich im Endlosverkehr die Agrippas Street hinauf und hinunter. Platz zum Ausweichen gibt es im Ernstfall nicht und was, so frage ich mich, wenn es in dieser Enge einmal zu einem Unfall kommt ? Was, wenn ein Bus durchdreht und in die Menge rast ? 

Der Verkehr auf der Agrippas ist ein ernsthaftes Verkehrschaos in Jerusalem und solange keine Katastrophe geschieht, unternimmt die Stadtverwaltung eh nichts. Und somit laufen vorerst Fußgänger und Egged – Busse nebeneinander her. 









Die Photos nahm ich am letzten Donnerstag nachmittag auf.

Photos: Miriam Woelke

Beschreibung eines Unfallhergangs

B"H 

Mittlerweile habe ich einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um die Busgesellschaft EGGED auf Schadenersatz zu verklagen. Wie gewöhnlich wird die Angelegenheit offenbar in einem Vergleich enden, doch mein Anwalt sieht keinerlei Probleme darin, wenn ich über den Unfallhergang berichte. Und genau dies werde ich innerhalb der nächsten Tage tun. 

Wer von Egged Romantik erwartet, der wird enttäuscht. Israelfans sollten wissen, dass es sich um ein knallhartes Geschäft handelt. Doch wer kann schon auf den Bus verzichten, wenn er kein eigenes Fahrzeug besitzt ?


Photo: Miriam Woelke

Dienstag, 17. Juli 2012

Zurück

B"H

Ich hatte einen Bus auf mich zurollen, der mich zwar erwischte und gegen einen zweiten rammte, trotzdem hatte ich super Glück im Unglück und kann froh sein, dass der Bus kurz vor mir einen Turn machte. Der Grund, warum der Egged - Bus rückwärts fuhr, wird noch von der Polizei ermittelt. Kurz gesagt, es war ein grosser Busunfall am Montag der letzten Woche.

Eine junge Touristin wurde von zwei Bussen eingequetscht und ich bin immer noch schockiert, da ich alles mitbekam. Ich scheine viel Stoff zum Schreiben zu haben. Vor allem über die Emotionen, die einen nie wieder loslassen. Dennoch bin ich kein Paniktyp und habe weder herumgeschrien noch bin ich ausgeflippt. Stattdessen habe ich mich mit riesigen Schmerzen aus dem Busschlachtfeld geschleppt, mich auf den Gehsteig gesetzt, wo sofort ein Polizist kam und jemand von der haredischen (ultra - orthodoxen) Hatzalah mir half und die Ambulanz kam.

Rückenprellungen, Schnitt - und Schürfwunden, Laptop zerbrochen und schlimme Erinnerungen. So die Bilanz. Seither nehme ich Schmerzmittel, denn schon ein kleiner Nieser bringt meinen Rücken fast zum Explodieren. Aber es wird schon wieder werden. Sorgen mache ich mir eher um die junge Frau, die eingeklemmt war und ich werde in der kommenden Woche zu ihr ins Krankenhaus fahren.

Auf ein paar Tage bin ich noch beim Arzt zwecks Verbandwechseln in Behandlung. Ausserdem übergebe ich alles einem Anwalt, welcher die Rechtslage mit Egged regeln muss. Auch ermittelt die Polizei noch. Ein riesen Papierkrieg wartet, doch habe ich durch den Unfall sehr viel über mich gelernt. Vor allem, dass man sein Leben mehr geniessen sollte.

Ob all das Geschehen Einfluss auf meine Bloggerei haben wird ? Definitiv. Obwohl ich bereits wieder einen neuen Laptop besitze, werde ich weniger Bloggen. 1 - 2 x pro Woche. Dafür jedoch intensivere Texte. Viel Recherche und Erfahrungen aus Jerusalem. Ich bin kein Mensch, der sich auf alles Negative konzentriert und herummotzt. Der sich über seine israelische Umgebung echauffiert, jammert oder entrüstet herumfuhrwerkt. Es ist gewiss nicht immer leicht in unserem Land und ich kann das momentan garantieren; mit all dem Papierkrieg wegen des Busunfalles. Trotzdem will ich meine kommenden Texte auf das Positive beziehen und nicht nur die israelische Gesellschaft miesmachen, die da so schlimm gar nicht ist. Immerhin schickt einem niemand jeden Tag einen Bus auf den Hals.:-))))

Längere Texte zum Alltag, jedoch nur 1 - 2 x pro Woche, dass erwartet Euch in der Zukunft. Dafür werde ich mehr an meinem Buch arbeiten, um dies schnellstens fertigzustellen. 

Viel war in den Medien nicht zu erfahren, doch hier ein kurzer Artikel zum Busunfall vor dem Zentralen Jerusalemer Busbahnhof am 9. Juli 2012. 

Mittwoch, 27. Juni 2012

Änderungen im Jerusalemer Busverkehr

B"H 

Ab FREITAG (29. Juni) werden die Stadtbuslinien 15a, 15, 10, 9a sowie die Linie 2 ganz abgeschafft. Dagegen verwandelt sich die Buslinie 5a in die 51. Ferner ändern sich bei einigen Buslinien wieder einmal die Routen: 3, 7, 9, 14, 17, 35, 40, 52, 53, 55, 56, 57, 60, 74 + 75. 

Ein paar Linien davon werden neu eingerichtet und fahren, vor allem, durch haredische (ultra – orthodoxe) Stadtviertel wie Har Nof, Ge’ulah, Kiryat Belz oder Sanhedria. 

Um voreiligen falschen Behauptungen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Eine Geschlechtertrennung findet in diesen EGGED – Bussen NICHT statt !!! 

Hallo SPIEGEL,TAZ, FAZ und alle anderen Hasser des ultra – orthodoxen Judentums: KEINE Geschlechtertrennung !!! Das Thema ist in Jerusalem eh lange ad acta gelegt worden. 

Momentan finden sich an fast allen Bushaltestellen der Stadt Jugendliche, die die neuen Fahrpläne verteilen. Auch in englischer Sprache. 

Wer dennoch Fragen hat, der kann kostenlos den Moked *8787 (Kochavit 8787) anrufen !

Bus – und Straßenbahnlinien in Jerusalem

B"H 

 Hier findet Ihr eine komplette Auflistung der Bus - und Straßenbahnlinien Jerusalems 

Dienstag, 21. Februar 2012

Stadtrat von Tel Aviv will Busse am Schabbat

B”H 

Gestern abend beschloss der Tel Aviver Stadtrat die Einführung der Lokalbusse am Schabbat. Bisher war das noch nie der Fall gewesen und die Busse der Gesellschaft DAN hielten die Schabbatruhe ein. Auf Betreiben von Bürgermeister Ron Chulda’i soll sich sie nun ändern. Jetzt muss das Verkehrsministerium entscheiden, ob es dem Plan der Kommune zustimmt. 


Photo: Miriam Woelke

Natürlich ist diese Entscheidung ein weiterer Schritt in Richtung Assimilation. Man mag argumentieren, dass eh viele Cafes der Stadt am Schabbat geöffnet haben, doch die Entscheidung über den Busverkehr wirkt schwerwiegender. Immerhin gab es bisher noch ein kleines Gefühl von Schabbat in der Stadt, was mit den kreischenden Busmotoren völlig verloren gehen wird. Außerdem denke ich insbesondere an jene Busfahrer, die vielleicht am Schabbat arbeiten müssen.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Leserfrage: Wo kauft man die Tickets für die Jerusalemer Straßenbahn ?


 Haltestelle Jaffa Road / Davidka

Photo: Miriam Woelke 
B”H 

Wo kauft man denn nun die Fahrscheine, wenn eine Fahrt mit der neuen Jerusalemer Straßenbahn ansteht ? Beim Fahrer oder woanders ? 

Die Frage stammt von einem Leser meines englischen Blogs, doch will ich die Antwort auch auf diesem Blog erörtern, denn vielleicht stellt sich der ein oder andere Besucher Jerusalems dieselbe Frage. 


 Die Bahn am Kikar Zion (Zion Square) / Jaffa Road

Photo: Miriam Woelke

Die Tickets werden an den Automaten an den jeweiligen Straßenbahnhaltestellen erstanden. Die Automaten arbeiten auf Hebräisch, Englisch und Arabisch. Man klicke also auf Englisch und danach auf Einzelfahrschein. Gesetz den Fall, dass der Fahrgast keine 10er Karte erstehen will. Eine Einzelfahrt kostet 6,60 Schekel (ca. 1,20 Euro). Ob der Fahrschein zum Umsteigen berechtigt, weiss ich allerdings nicht. 

Also auf Einzelfahrt klicken, dann nochmals bestätigen und erst dann öffnet sich der Geldschlitz zum Geldeinwurf. Wer keine kleinen Münzen parat hat, kann mehr einwerfen und erhält sein Wechselgeld vom Automaten. Danach gibt der Automat zwei Fahrscheine frei. Auf dem einen Fahrschein ist das Kaufdatum sowie der Kaufpreis aufgedruckt. Der zweite Fahrschein scheint leer, was aber nicht der Fall ist. 

Nach dem Einsteigen muss eben jenen leer erscheinende Fahrschein im Automaten gestempelt werden. Leuchtet das grüne Licht auf, so war der Prozess erfolgreich. Bitte nicht den Fahrschein mit dem Datum etc. stempeln, denn den nimmt der Stempelautomat der Straßenbahn nicht an und spuckt ihn wieder aus. Genau so erging es mir und dann kam am Montag auch gleich ein Trupp Kontrolleure. Ich sagte, dass dies meine erste Fahrt sei. Meine allererste im August war umsonst, denn kurz nach Einweihung der neuen Straßenbahn durfte zehn Tage umsonst gefahren werden. Der Kontrolleur erklärte mir, ohne groß Aufsehen zu machen, dass System und stempelte meine Karte ab. 

Beim ersten Mal ist alles etwas neu und kompliziert, aber man gewöhnt sich, im Prinzip, schnell an die Prozedur. 


Photo: Miriam Woelke

Sonntag, 9. Oktober 2011

Neue Straßenbahn kommt an

B"H 

Die neue Straßenbahn kommt bei den Jerusalemern definitiv an. Hier ein Photo vom heutigen Tag: Die immer belebte Haltestelle vor dem Zentralen Busbahnhof der Stadt. 


Photo: Miriam Woelke

Mittwoch, 24. August 2011

Montag, 22. August 2011

Meine Fahrt mit der neuen Straßenbahn in Jerusalem

B”H

Heute war es soweit und ich probierte sie aus, die neue Straßenbahn in Jerusalem. Seit Freitag fährt sie und das noch kostenlos für zehn weitere Tage. Und eben weil alles umsonst und noch dazu Sommerferien sind, befindet sich alles auf den Beinen. Palästinenser, Juden, Touristen und selbst ultra – orthodoxe Juden (Haredim), alles ist versammelt und quetscht sich in die Straßenbahn. Es ist etwas geboten in Jerusalem, alles ist friedlich und was ich heute sah, waren zufriedene Gesichter. Sogar ein wenig Stolz auf die Attraktion der Stadt war in den Augen zu lesen. Wenn ich die Situation richtig auffasse, so erweist die Straßenbahn der Stadt auch wirtschaftlich einen großen Dienst. In der Jaffa Road lautet das neue Motto “Cafes und Draußensitzen” statt Abgasgestank und quälende Enge. Heute bekam ich ein internationales Jerusalem zu sehen und es machte Spass herumzulaufen. Natürlich photographierte ich viel und werde die Bilder so nach und nach in die Blogs stellen.

Um den Fahrgästen die neue Straßenbahn zu erklären, stellte die Stadt junge Leute ein, die Fragen beantworten und Fahrpläne austeilen. Auf meine Frage hin, was es denn nach der kostenlosen Einführungsphase kosten werde, gab es keine Antwort, doch ein ehemaliger Bäckereikollege von mir meinte 6,90 Schekel. Zum Vergleich: Derzeit kostet ein Busticket 6,40 Schekel (ca. 1,30 Euro).

Das Gedränge ist derzeit groß und ganze Familien fahren mit und betrachten die Fahrt als Urlaubsattraktion. Tolle Stimmung, aber die Security Guards sind nicht zu übersehen. Man weiss ja nie, ob sich nicht wieder jemand in die Luft sprengt.

Und wie ist sie nun, die neue Straßenbahn ? Ich war begeistert, auch wenn ich, wegen des Andrangs, bei meinen zwei Fahrten keinen Sitzplatz fand. Leise gleitet die Bahn dahin, dennoch braucht sie momentan recht lange, da es an den Haltestellen und Ampeln zu längeren Stillständen kommt.



 Und da kommt sie gerollt.



Am Zentralen Busbahnhof von Jerusalem



Schick und neu: Der Innenraum. Die Anzeigetafel an der Decke gibt die nächste Haltestelle an: Auf Hebräisch, Arabisch und Englisch.






Und man schaue, wie sich die Jaffa Road zu einem richtigen Center mausert.

Copyright / Photos: Miriam Woelke

Sonntag, 21. August 2011

Fahrt mit der Jerusalemer Straßenbahn

B"H

Seit Freitag ist sie offiziell im Einsatz: Jerusalems neue Straßenbahn. 

Morgen will auch ich sie einmal ausprobieren, denn die ersten zwei Wochen sind immerhin umsonst.:-)


Samstag, 20. August 2011

Es ist soweit: Am 19. August 2011 startete die Jerusalemer Straßenbahn !


Die Jerusalemer Strassenbahn

Photo: Miriam Woelke
B”H

Wunder geschehen und das vor allem in Jerusalem !

Nach Ewigkeiten des Baus und all den Querelen um die neue Straßenbahn, soll diese nun seit gestern rollen. Der Fahrpreis innerhalb der ersten zwei Wochen ist umsonst ! Da werde ich doch am Montag, wenn ich in Jerusalem weile, gleich einmal einsteigen. Das heißt: Falls ich überhaupt reinpasse, bei dem Andrang.