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Mittwoch, 14. November 2012

Tel Avivs teuerste Immobilie

Photo & Artikel: Israel Hayom


B"H 

Da meint man immer, dass es nicht mehr schlimmer werden kann, doch dann wird gleich noch einer draufgesetzt: 

In Tel Aviv soll ein richtiger Luxusschuppen gebaut werden. 131 Wohnungen mit einer Quadratmeteranzahl zwischen 70 – 170 werden bis zu 200 Mio Schekel (ca. 40 Mio Euro) kosten. Eine Wohnung wohlgemerkt. Der Klotz wird an der Ecke Dizengoff / Arlozarov gebaut werden und wer etwas auf sich hält, greift zu.:-)

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Herbert Samuel Street am Strand von Tel Aviv sowie der Opera Tower

B"H

Vor den heutigen ca. 40,000 illegalen Afrikaner in Tel Aviv befanden sich Tausende legal sowie illegal arbeitende Chinesen und Rumänen in der Stadt. Um den "Opera Tower" am Strand von Tel Aviv liessen die Rumänen ihre umliegenden Behausungen zu einem Slum verkommen. Man soff, lebte im Dreck und nebendran gab es die Striptease Bars mit einer Wolldecke als Eingangstüre. Dann kam die Abschiebung und die Gegend wandelte sich mit einem Male zur Luxusmeile. Jedenfalls wenn man sich die restaurierten Häuser drumherum ansieht.







Video & Photos: Miriam Woelke

Herbert Samuel Street am Strand von Tel Aviv



B"H

Teilansicht der Herbert Samuel Street am Tel Aviver Strand. Bis noch vor wenigen Jahren galt die Gegend als so ziemlich heruntergekommen, doch mittlerweile wird kräftig renoviert und wie man sich vorstellen kann, ziehen die Mieten an und die Wohnungen werden zum Luxusobjekt.

Sonntag, 9. September 2012

Wieder bleiben die Jerusalemer auf der Strecke


An der Stadteinfahrt

B"H

Wer sich in Jerusalem etwas auskennt, der weiss, dass sich nahe der Stadteinfahrt (Ecke Sderot Herzl / Zalman Shazar Boulevard) ein riesiges betongefülltes Loch befindet. Umgeben von einem Zaun und seit Jahren brachgelegte Baustelle wirkt das Loch neben dem Binyane’i Ha’Uma (International Convention Center) wie ein trostloser grauer Schandfleck. Die Stadtverwaltung will dem nun ein Ende bereiten, doch nicht, wie vielleicht angenommen, mit dem Bau erschwinglicher Wohnungen für die Bürger. Vielerorts mag man gehofft haben, dass Bürgermeister Nir Barkat sich endlich einmal aufschwingt und etwas für den stinknormalen Jerusalemer ohne hohes Einkommen tut. Unter anderem für Studenten. Daraus aber wird wohl nichts, denn das große Kapital ruft. Und so plant die Stadtverwaltung offenbar ein weiteres Luxusprojekt: Auf der riesigen Fläche sollen Luxuswohnungen, Hotels sowie exklusive Büroflächen entstehen. Eine Bürgerinitiative will sich wehren, aber bei Barkat siegt leider fast immer das Kapital.



Gegenüber der Brücke ist das Luxusprojekt geplant. 



Anderweitig hochgezogeneLuxusbauten am Jerusalemer International Convention Center (Binyane'i Ha'Uma) nahe der Stadteinfahrt. Hier wird ein Penthouse zu mehreren Mio Schekeln angeboten. Ein Eldorado der Reichen.

Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, 15. August 2012

Wirtschaftsstandort Jerusalem


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H 

Jerusalem hat ein Standortproblem. Das ist nicht neu, doch wurde in einer Lokalzeitung vom letzten Freitag ein Interview mit einem Forum gebracht und der Frage nachgegangen, warum dieses Standortproblem nicht aus der Welt geschafft werden kann. Warum die Jugend vorwiegend nach Tel Aviv abwandert und warum Jerusalem kein Hightech – Eldora werden kann. 

Das Forum schien die passende Antwort zu haben: Es fehle an Boden. Wo, bitteschön, sollen sich denn große Unternehmen niederlassen, wenn es a) an Bebauungsfläche fehlt und b) die gewerblichen Mieten viel zu hoch liegen ? Da biete die Küste oder selbst der Norden mehr Platz und Bebauungsfläche. Außerdem werde Jerusalem sein Stigma nicht los: Dass die Stadt Provinz und kleinbürgerlich sei. 

So also die Antwort und wir alle wissen, dass etwas Wahres daran ist. Nutzungsflächen sind rar und deswegen werden kaum Fabriken gebaut. Die Folge ist, dass Arbeitspläze fehlen, die wiederum in Tel Aviv vorhanden sind. Industriegebiete wie Talpiyot oder Beit HaTfus reichen bei weitem nicht aus. Auf dem Arbeitsmarkt auf der Strecke bleiben vor allem Neueinwanderer, die die Sprache nicht beherrschen und Probleme haben, sich der israelischen Mentalität anzupassen. Allein aus diesem Grund ist die Armut unter den Neueinwanderern prozentual häufiger verbreitet als bei geborenen Israelis. 



Industriegebiet Talpiyot in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke


Werfen wir auch gleich noch einen Blick auf den aktuellen Immobilienmarkt der Stadt Jerusalem:

So wurde eine Zwei – Zimmer – Wohnung im IN – Viertel German Colony, 48 qm, für, sage und schreibe, 1,280,000 Mio Schekel (ca. 256,000 Euro) verkauft. Im weniger betuchten Stadtteil Kiryat Yovel dagegen wechselte eine Vier – Zimmer – Wohnung für gerade zu läppische 1,320,000 Schekel (ca. 264,000 Euro) den Besitzer. 

Wer kauft sich auch in der German Colony, wenn er es sich nicht leisten kann ? :-)))
Das Statement soll jedoch nicht davon ablenken, dass auch in Jerusalem mittlerweile übertriebene Wohnungspreise eingefordert werden. Egal, ob bei der Miete oder beim Kauf einer Immobilie.

Montag, 9. Juli 2012

Banken, Mieten, Obdachlosigkeit

B"H

Es hat nichts mit den immer wiederkehrenden Demos der extremen Linken zu tun: Obdachlosigkeit war und ist in Israel ein nicht zu übersehendes soziales Problem. Viele Menschen bleiben in der Gesellschaft ganz einfach auf der Strecke und das aus vielerlei Gründen. Zum einen ist der Anteil der Neueinwanderer unter den Obdachlosen extrem hoch. Hierbei insbesondere russische Alkoholiker und Junkies jeden Alters und Geschlechts. Hinzu kommen geborene Israelis, die aufgrund von Arbeitslosigkeit und / oder Scheidung ganz unten landeten. All die sozialen Probleme sind nicht viel anders als in Europa oder überall auf der Welt.

Jobs, von deren Gehalt man nicht leben kann. Zeitarbeitsfirmen, welche die Arbeiter ausnutzen. Kredithaie, Wohnungsnot und und und. In Israel ist all das massenhaft zu finden und man braucht sich nicht lange umzuschauen. Ich kenne viele Leute aus allen möglichen Schichten und ignoriere deswegen das soziale Problem nicht weg. Meine Zeit in Tel Aviv hat mit dazu beigetragen, dass ich die israelische Gesellschaft von oben bis unten kennen gelernt habe und die meisten Leute bereits von Weitem identifizieren kann. Das gehörte in Tel Aviv zum Job, denn in unserem "Etablissement" konnten wir nicht jeden hineinlassen. Junkies, Koksis und Krawallmacher, die auf den ersten Blick furchtbar freundlich wirken, blieben grundsätzlich draußen. Was am allerschlimmsten ist, sind Leute, die sich arrogant geben und einen in Endlosdiskussionen verwickeln wollen. Auch das habe ich gelernt, sofort zu unterbinden und das setzt sich bis hier im Blog fort.

Trotzdem gibt es viele arme Schweine, die ganz unten ankamen, aber aufgrund des sozialen Systems gar keine Chance mehr auf eine Verbesserung ihrer Lage haben. Eine feste Bleibe – das zumindest sollte das Recht eines jeden Menschen sein, doch mittlerweile ist es unbeschreiblich schwer geworden, eine Wohnung zu finden. Selbst WG – Plätze sind nicht einfach mal so zu ergattern, wie ich aus eigener Vergangenheit weiss.

Nicht nur, dass sich die Wohnungssuche als schwierig erweist, nein, die Vermieter wollen heutzutage Sicherheiten. In Tel Aviv ist eine Kaution von 5000 Schekel (1000 Euro) nur allzu normal. In Jerusalem dagegen wollen die Vermieter zwölf vordatierte Schecks für die monatliche Miete. Neben den Kreditkarten gehören Schecks in Israel zum Alltag und die Mieten werden zumeist per Bankscheck gezahlt. Bedeutet, man übergibt dem Vermieter die Mietschecks für ein Jahr im voraus, denn normalerweise laufen hierzulande die Mietverträge auf ein Jahr. Danach wird entweder verlängert oder ausgezogen. 

An jedem ersten des Monats geht der Vermieter mit dem Scheck zur Bank und löst ihn ein. Ferner verlangen heute viele Vermieter einen sogenannten "Sicherheitsscheck" von mehreren 1000en von Schekeln. Nicht, um ihn einzulösen, sondern zur Sicherheit, falls nach dem Auszug Schäden entdeckt werden. Darüber hinaus muss man ein oder zwei Zeugen (israelische Staatsbürger) zur Unterschrift des Mietvertrages dabeihaben. Die Zeugen unterschreiben auch und verpflichten sich damit, ggf. ausstehende Mieten zu tragen. Ich miete derzeit eine 2 – Zimmer – Wohnung mit Balkon und meine Vermieterin hätte niemals akzeptiert, Schecks anderer Leute, sprich der Zeugen, anzunehmen. Das macht keinen guten Eindruck und ein Mieter sollte schon seine eigenen Schecks vorweisen. Aber dazu muss die Bank mitspielen und wer nicht liquide ist, dem werden auch keine Schecks ausgestellt.

Und damit sind wir wieder beim Thema: Wie will jemand unter diesen Bedingungen eine Bleibe finden, wenn er eigentlich kaum Geld hat ? Ich kenne in Tel Aviv viele Leute, die ihr Gehalt vom Arbeitgeber Cash ausgezahlt kriegen. Der Boss weigert sich, das Gehalt auf ein Konto zu überweisen, denn das kostet ihn extra Gebühren. Deswegen wird in Cash oder per Verrechnungsscheck gezahlt, was sich negativ für den Arbeitnehmer auswirkt. Besitzt er ein Bankkonto, so wird er dort so behandelt als habe er keine festen Einkünfte; sprich, er besitzt kein Anrecht auf eine Kreditkarte. Und das in einem Land, wo viele Rechnungen per Kreditkarte gezahlt werden. Erhält der Arbeitgeber seinen Lohn per Verrechnungsscheck, kann er bei seiner Bank beantragen, diese monatlichen Buchungen als Gehaltsscheck anzuerkennen. 

Kurz zur gesetzlichen Lage: Ein israelischer Arbeitgeber ist verpflichtet, seinen Angestellten bis spätestens zum 10. des Monats zu bezahlen. Wer allerdings erst sein Geld tatsächlich am 10. erhält, kann den Charakter seines Arbeitgebers erkennen, denn Letzterer nutzt ihn aus und kassiert dafür saftig noch Zinsen. 

Kurz gesagt, die finanziellen Lagen einzelner Israelis sind alles andere als leicht und wer Aliyah macht, der muss das gesamte System in sekundenschnelle erlernen. 







Obdachlosenbetten im Freien

Gesehen im Jerusalemer Stadtteil Kiryat Moshe

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, 24. Juni 2012

Neubauten (in Jerusalem)


Die Jaffa Road in Downtown Jerusalem verändert weiter ihr Gesicht. Neben dem neuen Gebäude des Kaufhauses "Hamaschbir" am Zionsplatz (Kikar Zion) wurden nun auch nebenan (ehemals MIKE's PLACE) mehrere Stockwerke auf eines der alten Häuser gesetzt.





Neulich las ich in den deutschen Medien, dass in Deutschland vielfach nur noch Luxuswohnungen gebaut werden. Ein Trend, den es in Israel schon einige Jahre gibt und vor allem Tel Aviv und Jerusalem betrifft. Luxuswohnungen für wohlhabende amerikanische und französische Investoren, die lediglich ihre Wohnungen an den hohen jüdischen Feiertagen beziehen. Den Rest des Jahres leben sie in ihren Heimatländern.

Immobilienfirmen habe sich auf die Reichen spezialisiert und vergessen dabei gern die weniger betuchte heimische Bevölkerung, die da um erschwingliche Wohnungen kämpfen muss. Die reichen Ausländer mögen investieren, doch sind sie kaum in ihren Wohnungen anzutreffen und machen auf diese Weise einige Viertel zu wahren Geistervierteln. Geschäftsinhaber klagen, dass die Umsätze ausbleiben, denn die neuen Bewohner sind nie da und andere Leute sehen keinen Grund mehr, überhaupt in die Gegend zu kommen.

Insgesamt geht der Trend momentan etwas herunter, denn selbst die Luxusschuppen finden immer weniger Abnehmer. Und so stehen fast ganze Häuserzüge, wie an der Jerusalemer Keren Hayesod, oder der King George / Ecke Strauss, leer.


Neuen Luxuswohnungen in der Rav Kook Street nahe der Jaffa Road

Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, 23. Mai 2012

Zfat (Safed)

B”H 

Saubere Luft, Natur und Vogelgezwitscher. In Tel Aviv lebend hatte ich gar nicht mehr daran gedacht, dass es Vögel gibt, denn das einzige, was ich vernahm war Straßenlärm und laute Musik. Deswegen sind ein paar Tage Urlaub in Zfat gar nicht einmal so schlecht, obwohl die Stadt allgemein den Ruf hegt, Hippies und Freaks aufzunehmen. All jene durchgeknallten neureligiösen Breslover, Carlebacher und Lubawitscher Chassidim. Wobei die Breslover Sparte der Na Nach Nachman – Chassidim eh in dem Ruft steht, sich vollzukiffen. Dagegen ist Chabad noch super normal. Aber es gibt auch ernsthafte Breslover Chassidim in der Stadt. 

Religion spielt in der Kleinstadt Zfat eine große Rolle, obwohl es gleichzeitig recht viele säkulere Juden gibt. Israelis. Einen hohen Anteil an den relig. Gruppen stellen Neueinwanderer aus den USA. Aber nicht nur Amerikaner, sondern immer mehr israelische Chassidim lassen sich in Zfat nieder. Der niedrigen Mieten wegen und Zfat war halt eine wichtige Stadt der Kabbalah des Mittelalters.

Bis heute spürt man in der Altstadt den Hauch der einstigen großen jüdischen Kabbalisten. Viele amerikanische Leser fragen mich immer wieder nach Zfat aus. Nicht alles ist so romantisch geprägt wie es auf den ersten Blick aussehen mag, denn die Stadt leidet an einer immens hohen Arbeitslosenquote. Keine Jobs und wer einen findet, der kommt meist nicht über das gesetzliche Mindesteinkommen hinaus. Was also nützen relativ niedrige Mieten, wenn man sie aufgrund des fehlenden Einkommens hinterher doch nicht aufbringen kann ? 


In der Altstadt

 
Zfat liegt eingebettet in den Bergen Galiläas. Circa 30 km oberhalb von Tiberias am See Genezareth. Oft wissen die Touristen gar nicht, dass sich hier oben auf dem Berg ein solche Romantik befindet. Die israelische Toskana. Zfat ist auch Künstlerstadt mit einem riesigen Künstlerviertel in der Altstadt. Galerie reiht sich an Galerie und alle warten auf Besucher, die Geld bringen. 

Kein Zweifel, die Stadt ist arm und bis vor wenigen Jahren zog es viele einkommensschwache Israelis in die Stadt. Hier konnte man noch Miete zahlen, was an vielen anderen Orten gar nicht mehr möglich war. In Zfat ist eine Bleibe erschwinglich, obwohl die ansteigende Zahl amerikanischer Neueinwanderer allmählich die Preise kaputtmachen. Israelische Hausbesitzer werden immer gieriger und auch vor Zfat macht der Trend nicht halt. Besonders nicht jetzt, wo die Nachfrage nach Immobilien besonders hoch liegt. 


 Kaufangebote bei einem Makler: Eine 4 - Zimmer - Wohnung in der Altstadt kostet mittlerweile 1 Mio Schekel (ca. 200,000 Euro).

Die israelischen Bewohner sehen die Veränderungen mit Sorge, denn wer kann schon preislich mit den Amerikanern mithalten, wenn viele ihr Einkommen vom Arbeitsamt beziehen ? Ich bin gerne in der Stadt, doch immer nur für eine gewisse Zeit. Kleine Orte sind nichts für mich und in Zfat wird das öffentliche Leben meist abends gegen 18.00 Uhr zusammen mit den Gehsteigen hochgeklappt. Dann ist man daheim und fertig. Kein Kino, kein Pub, kein nichts. Wer abendliche Action sucht, muss ein paar Kilometer weiter nach Rosh Pina. 

Was man als Besucher in Zfat macht ? Sich die Landschaft sowie die Altstadt ansehen. 


Mehrere Male wurde die Stadt in den letzten Jahrhunderten von Erdbeben zerstört und auch heute kommt es immer wieder zu Erdstössen. Die Bewohner erwartet in der Zukunft ein heftiges Erdbeben. So sagen es Wissenschaftler voraus. Die Stadt gibt unterdessen "Erdbeben – Unterricht". Wie verhält man sich im Ernstfall. 

An jedem Mittwoch kommt in der Stadt richtige Action auf, denn dann ist Markttag. In größeren Städten sind Märkte eine feste alltägliche Einrichtung, nicht so in Zfat. Mittwochs kommen die Händler aus der Umgebung und bieten ihre Waren feil. Darunter viele Drusen aus den Bergdörfern auf dem Golan. So viel billiger als im Supermarkt ist der Markt allerdings nicht. Obst, Gemüse, Schmuckkitsch oder Süßigkeiten kiloweise. Daneben machen die Drusen mit ihren Klamottenständen recht gutes Geld. 


 Heute auf dem Markt in Zfat


Wer Zfat besucht, den erwartet Jerusalemer Klima. Im Sommer angenehm kühl, denn die Stadt ist die höchst gelegene des Landes. Im Winter hingegen ist es kälter als in Jerusalem. Bitterkalt und ohne Heizung nicht zu ertragen. 

Copyright / Photos: Miriam Woelke

Montag, 7. Mai 2012

Jerusalem zugebaut

B"H

Jerusalem aus Beton. Wohnraum gilt in Israel als Mangelware und deswegen wird auf engstem Raum gebaut. In einigen Gegenden kann man sogar dem Nachbarn von gegenüber auf den Teller schauen. So dicht wohnen hier viele Menschen aufeinander.


Bild oben: Ein neuer Wohnkomplex mit überwiegend ultra – orthodoxen (haredischen) Bewohnern nicht weit vom Zentralen Busbahnhof entfernt. 

Und gleich nebendran:


Hochhäuser drumherum und in der Mitte soll ein weiterer neuer Luxus – Apartment – Schuppen entstehen. 

Photos: Miriam Woelke

Die Wohnungssuche beginnt

B"H 

Mich nervt so etwas: Websites mit Wohnungsangeboten durchforsten, Vermieter anrufen und sich deren Konditionen anhören, dann die Objekte ansehen. Viele finden das vielleicht immer interessant, ich dagegen hasse die Wohnungssuche. 

Ab Mittwoch bin ich aktiv dabei und schaute heute schon in die aktuellen Angebote. An Letzteren fehlt es weder in Tel Aviv noch in Ramat Gan. 

Was ich suche ? Eine 1 – 2 Zimmer – Wohnung. Allein und keine WG. In Ramat Gan, der Nachbarstadt von Tel Aviv, finden sich derlei Wohnungen noch für 2100 Schekel (ca. 430 Euro) – 3000 Schekel (ca. 600 Euro) aufwärts. Wenn, dann will ich nicht unbedingt mehr als 3000 Schekel zahlen. 2500 Schekel (ca. 500 Euro) wären perfekt. 

Viele Vermieter bieten Kabelanschluss und Teilmöblierung an, aber auf all das kann ich getrost verzichten. Dafür sollten die Hausmeisterdienste und die Arnona (Grundsteuer) im Mietpreis mit enthalten sein. In Israel zahlt der Mieter die Grundsteuer für die Immobilie und nicht, wie sonst überall, der Vermieter bzw. Eigentümer. 

Was mir heute bereits auffiel ? Einige Vermieter akzeptieren die Mietzahlungen nur noch per Kreditkarte oder sie verlangen die Gehaltsabrechnungen der letzten sechs bis neun Monate. Verständlich, denn Israelis sind bei Zahlungen nicht selten im Rückstand. Was aber nützen all die Gehaltsnachweise, wenn jemand morgen gekündigt wird ? Eine Absolutgarantie gibt es nie.

Samstag, 5. Mai 2012

Wohnungssuche im Großraum Tel Aviv

B"H 

Iran, Jordanien, Syrien, Gaza … ehrlich gesagt mache ich mir schon so meine Sorgen, wohin ich ziehen soll. 

Diesen Monat noch werde ich mich ernsthaft auf Wohnungssuche begeben, denn ich will zum 1. Juni umziehen. Eine größere Wohnung muss her und einigermassen erschwinglich soll sie auch sein. In Tel Aviv ist das kaum möglich, obwohl es sicher Ausnahmen gibt. 

Nach weit mehr als einem Jahr in Tel Aviv sehne ich mich jedoch nach etwas mehr Ruhe und weniger Action. Da ich an der Küste bleiben will und außerdem eine religiösere Umgebung suche, kommt das benachbarte Ramat Gan in Frage. Dort sind die Wohnungen, im Großen und Ganzen, etwas günstiger zu haben und die relig. Stadt Bnei Brak grenzt an die Stadt. Tel Aviv, Ramat Gan, Bnei Brak und Petach Tikwah – alles einzelne Städte, doch alle in einem Großraum und Ballungsgebiet gelegen. 



Stadteinfahrt Ramat Gan aus Richtung Tel Aviv



 Trotz aller Moderne, Ramat Gan hat auch viel Provinzielles zu bieten.

Photos: Miriam Woelke

Zweifel kommen bei mir in der Hinsicht auf, dass der Iran und andere arabische Staaten Tel Aviv ganz oben auf ihren Angriffslisten haben. Wohnung einrichten und dann kommt die Bombe ? Irgendwie kann ich nicht so an die Suche gehen bzw. mein Leben leben. Und daher verwerfe ich derlei Gedanken. Klar, wäre Jerusalem eventuell sicherer, denn die Araber werden die Stadt kaum bombadieren. Es könnte ja ein Bömbchen im Felsendom einschlagen und in dem Fall kann man Israel da schlecht die Schuld geben, wenn der Tempelberg bzw. das Arabische Viertel der Altstadt hochgehen. Dennoch, Jerusalem hat eine wesentlich schlechtere Infrastruktur als die Küste und ist darüberhinaus erdbebengefährdet. Wie man es also dreht, eine Gefahr bleibt immer.:-)

Meinen derzeitigen Job habe ich zum Monatsende gekündigt und zwischendrin Urlaub brauche ich auch zwecks intensiver Wohnungssuche und ein paar Behördengängen. Demnach wird alles diesen Monat etwas chaotisch verlaufen, doch ab Juni kehrt hoffentlich Ruhe ein. Auch auf den Blogs wird es ab Juni bergauf gehen und mehr Zeit zum Fragenbeantworten und Posten habe ich dann auch. Zwischendrin steht nebenbei ein kleiner Urlaub an, den ich mir, nach all der Schufterei, redlich verdient habe. Ein paar Tage Nordisrael: Tiberias und Zfat (Safed). Es ist eh wieder einmal an der Zeit, aus Zfat zu berichten wie ich das bereits von November 2010 – Januar 2011 tat. Damals verbrachte ich drei Monate in der Region, stellte aber fest, dass ich dort nicht leben kann. Zuviel Einöde und ich vermisste die Großstadt. 

Wer sich für die Wohnungssuche im Großraum Tel Aviv interessiert, der wird in diesem Monat hier auf diesem Blog garantiert auf seine Kosten kommen, denn ich werde so Einiges zu berichten haben.

Donnerstag, 29. März 2012

Mietalltag in Tel Aviv


Downtown Ramat Gan bei Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B"H

"Vergesst heute nacht bloß nicht das Umstellen der Uhren auf die Sommerzeit. Eine Stunde vor. "
So jedenfalls hiess heute der meistgehörte Satz bei mir auf der Arbeit. Immerhin müssen wir morgen früh pünktlich zum Dienst antreten.

Seit ein paar Wochen werden bei uns wieder vermehrt Studenten zur Aushilfe beschäftigt. Oder eben jene Jungakademiker, die Filmwissenschaften studiert haben und sich, wie es so schön heisst, auf dem Arbeitsmarkt noch nicht zurecht finden. Ein solcher Filmwissenschaftler arbeitet seit kurzem bei uns. Er zieht seine eigenen Filmprojekte durch, doch schliesslich muss er die Miete in seiner WG zahlen. Tel Aviv ist bekanntlich irrsinnig teuer, doch die beste Stadt für Film und Presse. Unsere neue BWL – Studentin meinte, sie hätte überall arbeiten können, denn Studentenjobs gebe es viele in der Stadt. An einem Eisstand hatte sie für 24 Schekel pro Stunde (ca. 4,80 Euro) ein Jobangebot, doch der Job bei uns mache sich besser im Lebenslauf.:-)

Auf einer deutschen Website beantworte ich gelegentlich Fragen zum Thema ISRAEL & JUDENTUM. Die Anfragen werden mir vom Webbetreiber auf die e – mail Adresse gesandt und heute gab es wieder neue Fragen. Manche sind sehr interessant, aber die Mehrheit der Fragen klingt fast immer gleich: In Israel leben. Wie und wieviel Miete ? Und das von Leuten, die noch nie zuvor hier im Land waren und es somit gar nicht kennen.

Wie bereits Tausende Male erwähnt: Die Mieten in und sogar schon um Tel Aviv sind teuer. Der Preis mag für einen Westeuropäer gar nicht einmal so schlimm klingen, doch wer einige Zeit lang in Tel Aviv lebt und arbeitet, der muss ganz schön klotzen, um die Rechnungen zu zahlen. Und, leben will man ja auch noch. Mietkaution zwei oder drei Monate im voraus sind auch in Israel üblich. Touristen werden bei der Wohnungssuche teilweise abgezockt und in Tel Aviv haben sich daher einige Vermieter ganz auf Touristen eingeschossen. Ferner ist es üblich, dem Vermieter zwölf unterschriebene Bankschecks auszuhändigen, damit er monatlich die Miete eintreiben kann. In Israel werden Wohnungen gewöhnlich auf ein Jahr vermietet und danach wird umgezogen oder der Mietvertrag verlängert. Eine Verlängerung bringt in den meisten Fällen auch gleich eine Mieterhöhung mit sich.

Eine weitere Frage an mich lautete, dass man gehört habe, Vermieter ändern je nach Belieben die Miete. Das stimmt nicht ganz, denn immerhin hat der Vermieter einen Vertrag in der Hand. Vor wenigen Jahren noch wurden die Mieten in Dollar bezahlt und damals wurde allmonatlich der entsprechende Schekel – Gegenwert errechnet und die Miete überwiesen. Stieg der US - $, so stieg auch die Miete des jeweiligen Monats. Seit ein paar Jahren werden die Mieten jedoch in Schekel angegeben, denn der Dollar war immer tiefer eingebrochen.

Weiterhin kann es sein, dass der Vermieter den Mietvertrag bei einem Anwalt festlegen läßt und der Mieter zu dem Termin ein oder zwei Zeugen mitanschleppen muss, die unterschreiben, dass sie im Notfall für die Miete einspringen. Ich habe so etwas nie gemacht und trotzdem stets eine Wohnung gefunden. Der Markt aber ist umkämpft und mittlerweile werden auch schon einmal Kontoauszüge oder Arbeitsverträge zur Einsicht verlangt. 

Eine Kundin von uns fand letzte Woche nach dreimonatiger Suche einen Platz in einer Tel Aviver WG. 2000 Schekel (ca. 400 Euro) Miete und eine weitere Mitbewohnerin. In Downtown Tel Aviv, Nachalat Binjamin. Ein guter Preis für die Lage. Kaution wird verlangt und die Kundin war bereits am Rechnen, wie sie das alles zusammenkriegt. Während ihrer Wohnungssuche lebte sie in einem Hostel und will sich nun vorerst eine Second Hand Matratze anschaffen, denn aufgrund der Kaution und den Nebenkosten kann sie sich momentan noch kein Bett leisten. Aber immerhin raus aus dem Hostel. 

Wer in Tel Aviv oder Jerusalem eine Bleibe sucht, der braucht einiges an Geld und Geduld. Oft erscheint die Miete gar nicht so hoch, doch die Frage nach den Nebenkosten darf nie ausbleiben. Wasser, Strom, Gas, Telefonanschluss, Va’ad Bayit (Hausmeisterdienste) sowie die berüchtigte Arnona (Stadt – und Grundsteuer). Die Arnona variiert von Stadtteil zu Stadtteil und macht oft eine richtigen Batzen der Nebenkosten aus. Mehrere Hundert Schekel pro Monat. Was die Bewohner von Herzliya und Ra’anana an Arnona zahlen, will ich erst lieber gar nicht wissen. Zur Grundmiete dürft Ihr also teilweise nochmals 1000 Schekel (200 Euro) Nebenkosten hinzurechnen. Zumindest jeden zweiten Monat. Ganz zu schweigen davon, wenn einmal etwas kaputt geht. 

Was die Jobsuche in Israel betrifft: Die Beherrschung der hebräischen Sprache ist extrem wichtig ! Aber nicht nur das zählt, denn ein Arbeitgeber achtet besonders auf die Chemie des Kandidaten. Er muss in den Betrieb passen, sonst wird das nichts. Dieses "Hineinpassen" kam mir bisher in Israel immer viel wichtiger vor als jemals zuvor in Deutschland. Israelis haben ein Gespür dafür, wenn etwas nicht stimmt und so werden Kandidaten allein aus dem Grund abgelehnt. Man passe halt hier nicht her und solle es lieber anderweitig probieren. 

In vielen Jobs hat man als Neuling einen schweren Stand und die Mentalität ist vollkommen anders als in Deutschland. Oft gehen die Kollegen aufeinander los, beschimpfen sich aufs Schlimmste und es fliegen die Fetzen. Die dumme Anmache darf man nie allzu ernst nehmen und muss lernen, damit umzugehen. Dies gilt besonders dann, wenn jemand, wie ich, mit israelischer Kundschaft zu tun hat und Tausenden Wortgefechten ausgeliefert ist. Nicht jeder bleibt dabei cool und schluckt das eiskalt herunter. Bei mir geht  mittlerweile alles hier rein und da raus. 

Was ich damit sagen will ist, dass alles Geld oder Bildung nichts bringt, wenn Ihr nicht in den Betrieb passt oder an der Mentalität scheitert. Letzteres ziehen die Leute nie in Betracht und wenn es dann soweit ist, kriegen sie die Krise und hauen wieder ab nach Deutschland.

Dienstag, 20. März 2012

187,000 neue Wohnungen für Israel


B"H 

Die Wohnungsnot will kein Ende nehmen. Aktuell beschloss die Regierung den Bau von 187,000 neuen Wohneinheiten im Land. Ziel ist es, diese Wohnungen billig zu vermieten, aber wer glaubt daran. Bauunternehmer werfen bereits ihre Aasgeieraugen auf die zu erstellenden Objekte aus und im Nachhinein wird sich bezüglich der Preise gar nichts tun. Immobilienexperten warnen eh, dass die Mieten allgemein nicht fallen, sondern weiterhin ansteigen. Besonders im Küstenbereich kann man eine Zwei – Zimmer – Wohnung unter 3000 Schekel (ca. 600 Euro) vergessen. Tel Aviv, Herzliya, Hod HaSharon und Ra’anana verlangen 3500 Schekel (700 Euro) Miete für zwei Zimmer. Dagegen belaufen sich die Mieten in Jerusalem geradezu angenehm, denn dort sind Zwei – Zimmer – Wohnungen noch für ca. 2500 (500 Euro) zu haben. 

Neben dem Mord an vier Juden im französischen Toulouse sind es dann auch die steigenden Mieten und Immobilienpreise, die die israelischen Schlagzeilen beherrschen.

Samstag, 17. März 2012

Leserfrage: "Wohnungsangebote und Suche in Israel"

B"H

Der absolute Oberhammer ist ein in der Tageszeitung MA’ARIV aufgeführtes Wohnungsangebot in der Tel Aviver Innenstadt:

Raschi Street, 67qm², 3. Stock, inkl. 2 Balkone für sage und schreibe 5800 Schekel (ca. 1160 Euro) im Monat zu vermieten.

Welche Nebenkosten im Mietpreis mit einbezogen sind, wird nicht angegeben. Ich sage nur: Wer die Wohnung nimmt, ist selber schuld !

Weiter:

2 – Zimmer im Stadtteil Florentin (60qm²), teilmöbliert, für 4600 Schekel (ca. 920 Euro).

Dagegen gibt es im weniger begehrten Stadtteil Yad Eliyahu eine 4 – Zimmer – Wohnung (100qm²), noch für 4500 Schekel (ca. 900 Euro).

Früher gab es erschwingliche Wohnungen in der Schechunat HaTikwah, doch dort hausen momentan Hunderte illegaler Afrikaner und wer will jetzt noch in den Stadtteil, wenn die Gefahr besteht, dass Afrikaner einem auf dem nächtlichen Heimweg eine drüberbraten, um an Smartphone, Geld oder beides zu kommen ? Laut Buki Na’e, einstiger Crime Journalist und jetzt Reiseführer durch Tel Aviv – Süd, bilden die Tausende um den Busbahnhof hausenden Afrikaner ein höheres Gewaltpotential als eventuelle Raketen (aus Gaza) auf Tel Aviv. 

Viele Blogleser stellen mir immer wieder dieselbe Frage, die da lautet: 

Wie finde ich eine Wohnung oder WG in Tel Aviv oder Jerusalem ? 

Es ist kaum zu verlangen, dass jeder Ausländer die Fähigkeit besitzt, sich auf hebräischen Apartment Sites umzuschauen. Allerdings ist es gerade dort, wo man normalerweise Wohnungen und WGs findet. Wohnungsangebote in englischer Sprache existieren, doch werden dort horrende Mieten verlangt. Was also tun ? 

Sich aus dem Ausland eine Wohnung in Israel zu mieten, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Man sollte schon vor Ort sein und sich auf die Suche begeben. Die Vermieter wollen den Bewerben sehen und der Bewerber will ja schliesslich auch wissen, wo er ggf. einzieht. Das gleiche Prinzip bei WGs: Dort gibt es immer ein Treffen mit allen Bewohnern und jeder muss zustimmen. Aus der Ferne funktioniert so etwas nie. 

Neben dem Internet besteht die Möglichkeit, dass in Israel so beliebte VITAMIN B anzuwenden. Warum nicht beim Kioskbesitzer oder im Café einmal nachfragen, ob die Bedienung etwas weiss ? Häufig läuft alles über Mundpropaganda. Weiterhin kommt es darauf an, zu welcher Jahreszeit jemand eine Bleibe sucht. Israelische Vermieter geben normalerweise 1 – Jahresverträge aus und nach Ablauf der Zeit wird entweder auf ein weiteres Jahr verlängert oder umgezogen. Die Mehrheit der Jahresverträge läuft in den Sommermonaten Juni, Juli, August aus und von daher ist es zu der Zeit schwieriger, eine Wohnung zu finden. Eben weil einfach alle auf der Suche sind. Ab Oktober wird es wieder einfacher. 

Wer sich eine Wohnung anschaut, sollte sich nicht scheuen, alles zu durchleuchten. Klospülung, Wasserhahn, Lichtschalter, alles ausprobieren, sonst fällt man leicht herein und erlebt beim Einzug unangenehme Überraschungen. Mietzahlungen, Kaution und Nebenkosten müssen genauestens abgesteckt werden. Wer zahlt was und an wen gehen Gas – Strom – und Wasserrechnungen ? Gehen diese per Post an den Vermieter, welcher Euch lediglich die Höhe der zu zahlenden Summe mitteilt, dann besteht darauf, die Rechnung zu sehen. Nicht, dass er Euch einen vom Pferd erzählt. 

Bei WGs müsst ihr aufpassen, dass einige der Mitbewohner nicht ständig ihre Freunde übernachten lassen und diese duschen oder telefonieren; ganz zu schweigen von der Waschmaschine und den Stromkosten. Ansonsten dürft ihr für all die zusätzlichen Gäste die Kosten mittragen. 

Keiner sollte sich scheuen, nachzufragen, denn dann wissen Vermieter und Mitbewohner im voraus, dass kein Freier einzieht. 

Ein Israeli will alles sein, bloß kein FREIER = Jemand, der alles mit sich machen läßt und ausgenutzt wird.

Donnerstag, 15. März 2012

Wohnungssuche in Israel, Teil ...

B"H 

Nach Pessach will ich beginnen, mir eine größere Wohnung zu suchen, was ARBEIT bedeutet. Mietpreise abchecken, Wohnungsbesichtigungen, sich mit Vermietern herumschlagen und von einem Ort zum anderen zu kutschieren. Womöglich, wie so oft üblich, zum Anwalt und den Mietvertrag klarmachen. 

Bisher habe ich ja noch überlegt, die günstigsten Varianten zu suchen, die kaum in Tel Aviv, sondern in den Außenbezirken zu finden sind. Freunde aus Jerusalem liessen mich ihren Realismus wissen, der da lautet: Alles ist teuer. Egal, wo. 

Um die 3000 Schekel (ca. 600 Euro) Miete für eine Zwei – Zimmer – Wohnung werde ich nirgendwo drumherum kommen. Es sei denn, ich ziehe in die Pampa. 3000 wäre sogar okay, doch einem Vermieter 3500 oder gar 3800 Schekel in den Rachen zu schmeissen, dazu bin ich dann wieder zu geizig. 

Bleibt die Variante KAUF: In kleineren Orten wären Wohnungen günstig zu kaufen und immerhin handelt es sich um eine gute Investition. Wohnungs – oder Häuserkauf ist in Israel Gold wert. Immobilien sind besser als Aktien, sozusagen.:-) 

So festlegen, mit Kauf und so, will ich mich nun aber auch nicht. Also schauen wir mal, was nach Pessach kommt. Bestimmt wird die Wohnungssuche an mehreren Orten gleichzeitig sicher richtig schön aufregend und nervig zugleich.

Samstag, 10. März 2012

Tel Aviv, die Küstengegend und Jerusalem

B"H

Definitiv muss ich mich innerhalb der nächsten Monate um ein größeres Apartment bemühen. Zwei Zimmer mindestens. Die bisherige Wohnung ist viel zu klein geworden und die Umgebung nervt allmählich. Viel zu laut und kein Schabbatgefühl. Die Frage aber ist, wohin soll ich ziehen ?

Tel Aviv ist mehr als teuer und vergleichbar mit Tokio, New York oder Frankfurt. Obwohl ich nicht jeden Schekel umdrehen muss, bin ich dennoch zu geizig, einem Vermieter mein ganzes Geld in den Rachen zu schmeissen. Warum soll ich in Tel Aviv dermassen viel Wuchermiete zahlen, wenn es außerhalb der Stadt günstiger ist ?

Und so gehören Ramat Gan, Givat Shmuel und Petach Tikvah doch wieder zu Alternativen. Alle drei Orte liegen dicht an Tel Aviv, doch sind immer noch etwas günstiger.

Eine Rückkehr nach Jerusalem hingegen kommt nach wie vor nicht in Frage. Jedenfalls zur Zeit nicht. Nach all den Jahren in Jerusalem ist eine kleine Abwechselung nötig. Andere Leute kennen lernen und neue Erfahrungen machen. Trotzdem wäre eine Wohnung nahe dem ultra - orthodoxen Bnei Brak nicht schlecht.:-)

Samstag, 3. März 2012

Aufgeschnappt: Wohnungssuche in Tel Aviv


 Tel Aviv, Kaplan Street

Photo: Miriam Woelke
B"H

Eine Kundin von uns befindet sich seit zwei Monaten auf Wohnungssuche in Tel Aviv. Soweit ich weiss, sucht sie ein 1 – Zimmer – Apartment und muss selbst dafür Katastrophen in Kauf nehmen: Ein Vermieter, zum Beispiel, wollte von ihrer Bank eine Bestätigung, dass sie mindestens 40,000 Schekel (ca. 7900 Euro) auf dem Konto habe und damit solvent sei. 

Ein Witz, denn wer halt als Normalverdienender soviel Geld auf dem Konto ? Ein anderer Vermieter forderte die Miete für sechs Monate im voraus. Fast alle Angebote waren bisher ein Schuss in den Ofen. Entweder war die Wohnung eine Katastrophe oder eben der Vermieter ein Idiot.

Freitag, 2. März 2012

Weniger Miete in einer Siedlung



B"H

Nicht jeder israelische Siedler ist religiös, wie das Beispiel im Video beweist. Allerdings stellt sich das Leben in der Peripherie, inklusive Siedlungen, als finanziell erschwinglicher heraus. Weniger Miete und das Einkommen kann für andere Zwecke genutzt werden. 

Ehrlich gesagt stelle auch ich mir gelegentlich die Frage, ob ich in Tel Aviv bleibe und mir eine größere Wohnung suche, wie ich es vorhabe. Die Sache ist nicht das viele Geld, was ich in die Miete investieren muss, denn Tel Aviv und die gesamte Küstenregion drumherum (Rishon LeZion, Netanya, Herzliya, Ra’anana, Hod Hasharon und selbst Bat Yam, Rehovot sowie Holon) sind unverschämt teuer. Meine Frage beruht eher darauf, ob ich wirklich all das Geld in Miete investieren WILL, wenn ich doch woanders viel billiger leben kann. Gerade eben weil ich auch dabei bin, mich selbständig zu machen. Andererseits liebe ich gerade Tel Aviv, wegen der Vielschichtigkeit der Bewohner.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Jerusalem für Neueinwanderer

Autofahrt durch den teuren Stadtteil KATAMON in Jerusalem



B"H

Anstatt sich auf jene Stadtteile zu konzentrieren, die man sich als Neueinwanderer finanziell leisten kann, fallen die Leute zuerst immer wieder auf die teure German Colony sowie Katamon herein. Da sieht man tolle Häuser und will auch hin. Dass nach ein paar Monaten das Geld ausgeht, Miete und Nebenkosten unbezahlbar werden und Jobs in der Stadt eh rar geworden sind, wird vom Neuankömmling erst einmal verdrängt.  

Was wäre denn einmal mit anderen Jerusalemer Stadtteilen, wo es auch Wohnungen gibt ? Und das sogar billiger. Kiryat Yovel, Pisgat Ze’ev, Neve Yaakov oder Givat Mordechai ?

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Mietpreise in Jerusalem


Photo: Miriam Woelke
B”H   

Jemand aus der Leserschaft erkundigte sich nach den Mietpreisen in Jerusalem und als ich auf einer der beliebtesten israelischen Site (Jobangebote, Wohnungen, Autokauf, etc.) "YAD 2" nachschaute, kam in mir sogleich der Neid hoch. Da werde ich in Tel Aviv für ein 2 – Zimmer – Wohnung mindestens 3000 Schekel (ca. 600 Euro) Miete hinblättern. 3500 (ca. 700 Euro) – 3800 Schekel wären noch besser und da habe ich auch gleich mehr Auswahl an Wohnungen. In Jerusalem hingegen bekomme ich für das gleiche Geld eine 3 – Zimmer – Wohnung. Locker, und das sogar im nationalrelig. Stadtteil Kiryat Moshe, der sonst so teuer ist. Vor allem bei der Arnona (Grundsteuer, die der Mieter selber zahlen muss). 

2 – Zimmer – Wohnungen kosten in Jerusalem von 2400 Schekel (ca. 450 Euro) aufwärts, aber auch hier gilt das Prinzip: Je näher an der Innenstadt, desto höher die Miete. Zu Jerusalem muss man jedoch sagen, dass dort die Einkommen wesentlich niedriger liegen als in Tel Aviv, wo etwas mehr verdient wird. Nicht immer, denn viele viele Israelis erreichen nicht das Durchschnittseinkommen, was gern in statistischen Tabellen veröffentlich wird. 

Grundsätzlich leben viele Tel Aviver in WGs. Und das auch noch im “gesetzteren” Alter, denn wer kann sich die Mieten alleine leisten ? Dafür ist es einfacher als in Jerusalem, Jobs zu finden. Jobmässig herrscht in Jerusalem tote Hose; Tel Aviv ist vollgespickt mit Möglichkeiten, sich zu bewerben. Oftmals schaut der Bewerber einfach selbst kurz im Betrieb vorbei oder ruft einmal durch. 

Wer neu nach Tel Aviv zieht und noch nicht genau weiss, wie und was und nach Perspektiven sucht, der landet häufig erst einmal in den Schichten bei “Super Shushi” oder “Frank’s Würstchen”. In einem Job beim Theater oder in einem Office kopieren. Das sind oftmals so die Anfänge, bis es dann irgendwann bergauf geht. Diese kleinen doofen Jobs aber helfen, Leute kennen zulernen und sich so ein Network aufzubauen. Auf diese Weise erfährt der Neuling viel über die Stadt, Connections und Job – und Wohnungsangebote. 

Ich sitze auch in einem der doofen Jobs, habe demnächst nichts mehr Doofes auf mich zukommen. Eher im Gegenteil, doch nervt mich nun der doofe Job, bei ihnen nicht alles hinzuschmeissen. Man arbeite doch gut zusammen und ob ich nicht wenigstens zeitweise weiterarbeiten will. Zuverlässige neue Mitarbeiter seien rar und jetzt werde ich von allen Seiten genervt, was bis zur Schleimerei der Kollegen führt. 

Geld kann in Tel Aviv jeder gebrauchen, obwohl ich mich dann doch frage, wieso wir hier den Vermietern unser schwer Erarbeitetes so einfach in den Rachen werfen müssen. Hohe Mieten und Lebenshaltungskosten, wohingegen in Jerusalem alles viel billiger ist. Nicht immer “viel”, aber der Unterschied wird im Portemonnaie deutlich. 

Zurück nach Jerusalem möchte ich trotzdem vorerst nicht mehr.