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Sonntag, 20. Mai 2012

Photos vom YOM YERUSHALAYIM

B"H  

Jerusalem feierte heute JERUSALEMTAG – YOM YERUSHALAYIM, doch irgendwie wollte die Stimmung nicht so recht aufkommen. Vielleicht sahen andere mehr, doch mir fiel nur das eine Event auf: Der alljährliche MARCH OF THE FLAGS der meist nationalreligiösen Jugend. In Deutschland würde man sagen: "Die fundamentalistische Siedlerjugend". Dahinter aber verbirgt sich viel mehr als nur einseitige Propaganda.

Die nationalreligiöse Jugend wird auf den relig. Zionismus getrimmt und nicht unbedingt auf die Ideologien des säkuleren Theodor Herzl. Im Vordergrund stehen die Werte der Thora. Das Land Israel gehört den Juden und wurde diesen von G – tt gegeben. Punkt. 

Obwohl nicht nur Theodor Herzl einen Judenstaat herbeisehnte, so ist er es, der am meisten für die Existenz des späteren Staates Israel gefeiert wird. Herzl aber wollte einen säkuleren Judenstaat ohne die jüdische Religion und mit einer deutschen Landessprache. Der zweite große Zionist war der "Ahad Ha’am", welcher einen Judenstaat mit jüdischen Werten wollte. Leider wird von ihm viel zu wenig berichtet.

Der YOM YERUSHALAYIM aber hat nichts mit der Staatsgründung zu tun, sondern steht für die Befreiung Jerusalems im Juni 1967. Bis dahin nämlich war die Stadt geteilt. Ein Teil gehörte zu Israel und den zweiten hielten die Jordanier besetzt. Palästinenser gab es bis dahin noch gar nicht und man nannte sich ARABER.

Viele Teile der israelischen Gesellschaft erinnern sich heute kaum mehr an die Bedeutung des Sieges im Sechs – Tage – Krieg gegen die angreifenden arabischen Nachbarländer. Die nationalrelig. Jugend hingegen feiert diesen, für Jerusalem so wichtigen Tag, ausgiebig. 

Hier ein paar Bilder vom heutigen Spätnachmittag in Jerusalem:



Da die Parade des MARCH OF THE FLAGS religiös ist, wird dementsprechend auch nach Männlein und Weiblein getrennt. Nein, keine fanatische ultra – orthodoxen Juden, sondern ganz einfach ein wenig Anstand im Gedränge. Die Jungs tanzen und feiern für sich und so tun es die nationalrelig. Mädels. 

Die gelben Trikots bedeuten "Ordner".



 Die Jungs hingegen versammelten sich ein paar Hundert Meter entfernt vor der Grossen Synagoge von Jerusalem.










 


Copyright / Photos: Miriam Woelke

Freitag, 18. November 2011

"Mechinat Keshet Yehuda" - Religiöse Vorbereitung auf die Armee

B”H 

Nationalreligiöse Vorbereitungsprogramme auf die Armee Wer als Jude die Aliyah nach Israel plant, unter zwanzig Jahre alt ist und sich als orthodoxer Mitzwoteinhalter (Schomer Mitzwot) sieht, für den stellt das nationalrelig. Movement Vorbereitungsprogramme auf die Armee bereit: 



Dienstag, 28. Juni 2011

Zur gestrigen Verhaftung von RABBI DOV LIOR

B”H

Rabbi Dov Lior, (links im Bild) der Oberrabbiner von Hebron und dem nahegelegenen Kiryat Arba, ist nicht so kontrovers, wie seine Wikipedia beschreiben mag. Wenn, dann erweckt er eher das Unverständnis vieler säkulerer Israelis; bei der religiösen Bevölkerung hingegen ist Rabbi Lior hoch angesehen.

Gestern (Montag) wurde Rabbi Dov Lior von der israelischen Polizei verhaftet und wenig später wieder freigelassen. Hintergrund der Verhaftung ist Rabbi Liors Weigerung, bei der Polizei vorzusprechen und sich zu seiner Billigung des von Rabbi Yitzchak Shapira verfassten Buches “Torat HaMelech” zu äußern. 

Benjamin Netanyahu gab bekannt, dass Rabbi Dov Lior nicht über dem Gesetz stehe und zur Vernehmung hätte erscheinen müssen. Die religiöse Gesellschaft Israels, darunter auch die zwei Oberrabbiner Jonah Metzger (aschkenazisch) und Shlomo Amar (sephardisch), schlugen Alarm und verurteilten die Verhaftung des Rabbiners.


Seit ca. einem Jahr wettern Teile der Säkuleren, und hierbei besonders die linke Szene, gegen das Buch “Torat HaMelech” des Rabbi Yitzchak Shapira

“Verboten gehöre das und alle Befürworter sollen hinter Gitter !” – so die linke Meinungsmache. Presse und Schabak (innerer Geheimdienst) schossen sich dermassen auf ein Buch ein, welches sie eigentlich nie gelesen hatten und schon gar nicht halachisch begriffen. Es stimmt, dass einige Passagen des Buches kontrovers sein können, doch sollte man den halachischen Hintergrund betrachten und sich eingehend mit dem Thema beschäftigen, anstatt wie Oppositionsführerin Zipi Livni wie ein Elefant im Porzellanladen herumzustampfen, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht.

Im Jahre 2009 veröffentlichte der israelische Rabbiner Yitzchak Shapira das Buch “Torat HaMelech”, worin unter anderem die Aussage erscheint, dass Juden das Recht haben, Nichtjuden zu töten, wenn diese eine Gefahr für Juden darstellen. Israels linke Medienwelt sowie die Weltpresse jedoch keiften Slogans hinaus wie “Juden dürfen Nichtjuden umbringen !” Der wahre Hintergrund der Aussage wurde weder erklärt noch die jüdische Halacha verstanden, geschweige denn danach gefragt. “Juden dürfen Nichtjuden umbringen !” Allein der Satz sollte Schlagzeilen bringen. Um die ursprüngliche Aussage kümmern sich doch die Leser gar nicht.

Genau so wird Meinungsmache gegen religiöse Juden betrieben. Bei Netanyahu läuft das nicht viel anders, denn er will mit Abu Mazen wieder an einem Verhandlungstisch sitzen und ausgerechnet dann kommen ihm derlei Aussagen in die Quere. Da will man Härte beweisen, obwohl Abu Mazen weitere Verhandlungen momentan eh ablehnt.

Es ist klar, dass Rabbi Dov Lior nicht über dem Gesetz steht und zur Vorladung hätte erscheinen sollen. Dennoch findet hier wieder einmal eine Hetzjagd gegen nationalrelig. Juden und die Siedlerbewegung statt. Eine Frage aber bleibt offen. Und die sollte sich jeder stellen, der meint, er hätte jetzt auch etwas zum Fall “Torat HaMelech” zu sagen: Wer hat das Buch wirklich gelesen und verstanden ?

Samstag, 7. Mai 2011

Die jüdische Orthodoxie und der Holocaust, Teil 2


 Photo: Miriam Woelke

B”H

Nach dem Holocaust waren viele Juden froh, endlich einen eigenen Staat zugesprochen zu bekommen. Im Jahre 1948 war es soweit und Theodor Herzls Traum wurde Wirklichkeit. 

Mein Leben lang war ich froh über die Existenz des Staates Israel. Hätte unser Land schon zur Zeit des Dritten Reiches existiert, wäre sicherlich vieles anders verlaufen und sechs Millionen Juden wären wohl kaum umgekommen. 

Juden in der Galut (Diaspora) sind vielerseits große Verfechter Israels, können jedoch genau so viel Schaden anrichten. Insbesondere dann, wenn sie ihre eigenen Theorien verbreiten, welche mit dem Alltag in Israel absolut nichts zu tun haben.

Meine Israel”karriere” begann ich im Jahre 1987 als ich zum ersten Mal ins Land kam. Und wie soviele andere als Kibbutzvolontär. Eben mal so in den Semesterferien um das Land zu sehen und billig durchzukommen. Viele Kibbutzvolontäre kommen in der Annahme, man lerne aus dem Kibbutz heraus das Land Israel kennen. Ein Trugschluss und den bekam ich zu spüren als ich im Jahre 1995 nach Tel Aviv zog. Hinaus aus der behütenden Kibbutzblase und hinein in den Alltag des Großstadtdschungels.

Immer noch war ich pro – Israel eingestellt, doch die Ansichten sollten sich etwas verändern. 
Ich lernte viel über die israelische Geschichte und Gesellschaft und heute folge ich ganz sicher nicht mehr irgendwelchen blinden Idealen. Wer die hebräische Sprache spricht, sich in den hebräischen Medien informiert, hebräische Literatur liest und auch sonst alles in der Landessprache tut, erhält den originalen Eindruck des Landes. Meinungen, welche die anderssprachige Presse übergeht, denn jene Journalisten bekommen von diesem Part der Realität selten etwas mit.

Natürlich publiziert unsere Presse dieser Tage hunderte von Soldatenstories zum morgen abend beginnenden "Yom Hazikaron – Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Terroropfer". Sonntag abend wird es abends um 20.00 Uhr einen zweiminütigen Sirenenton geben genauso wie am Montag morgen um 11.00 Uhr. Viele Israelis betrachten den “Yom Hazikaron” als emotional wesentlich stärker als den “Yom Hashoah” am vergangenen Montag. Warum ? Weil Israel eine Armee ist. Kaum jemand war nicht Soldat gewesen und kann sich nicht damit identifizieren. Darüber hinaus aber glorifizieren viele Soldaten ihr Soldatendasein nicht und dafür gibt es Gründe, wie ich dieser Tage zu berichten plane.

Wer in Israel lebt und die hebräische Presse verfolgt, dem wird schnell bewusst, was sich wirklich in unserem Land abspielt. Wer mit wem in der Knesset verbandelt ist, welcher israelische Wirtschaftsmagnat welchen Einfluss auf die Politik nimmt, welche Anwälte und Richter hohen Einfluss nehmen, die Rolle der Künstler, des Obersten Gerichtshofes und warum wer oberster Richter wird und warum ein anderer scheitert. Die negative Seite der nationalreligiösen Bewegung, warum deren Rabbiner etwas verkünden und dann vor ihrer Meinung fliehen. Die Geschichte David Ben Gurions, die gestohlenen jemenitischen Kinder oder warum Ben Gurion samt Yitzchak Rabin ihre eigenen Landsleute an die Briten verpfiffen.

Heutzutage feiert die israelische Mehrheit den "Yom Ha'azma'ut - Unabhängigkeitstag" (Beginn am Montag abend - Dienstag) wie die Amerikaner ihren 4. Juli: Mit Grillparties im Garten oder in Parks. Der israelische Unabhängigkeitstag wurde schon längst zum nationalen “Mangal “Grill” Tag”. Natürlich gibt es auch Shows wie die militärische Flugshow über dem Strand von Tel Aviv oder das Riesenevent auf dem Kikar Rabin in Tel Aviv am Montag abend. Alles live fürs heimische TV. Nicht zu vergessen den ebenso live ausgestrahlten “Bible Contest” am Dienstag morgen. Jerusalems Sacher Park wird am Dienstag mit Grills überlaufen genau so wie der Tel Aviver Hayarkon Park.  

Obwohl ich für den derzeitigen Staat Israel bin, weiss ich doch, dass das nicht alles ist. Der Meschiach ist noch nicht da, aber immerhin haben die Juden nun einen Platz auf Erden, wo sie ohne Antisemitismus zu leben in der Lage sind. Irgendwie aber feiert jedes Grüppchen seinen Unabhängigkeitstag allein. Die Nationalreligiösen tun dies am Montag abend in der Großen Synagoge zu Jerusalem. Mit Service, Chor und dem traditionellen HALLEL – Gebet. Danach bewegt sich die Elite ins Untergeschoss zum geladenen Essen. 

Die Neturei Karta fackelt traditionell die israelische Flagge ab. Photographiert von der zionistischen Presse, welche die Neturei Karta sich nicht scheut, zu informieren. Public Relation muss sein !

Aber nicht jeder ultra – orthodoxer Jude ist gegen den Staat Israel, wie ich schon oft beschrieben habe und noch mehrmals tun werde ! 

Der derzeitige Staat Israel – JA, aber mit dem Bewusstsein, dass dies nicht unsere letztendliche Aufgabe bzw. unser Ziel ist, wie uns die Thora sowie der Talmud lehren. 

Wer den 63. Unabhängigkeitstag feiern will, der muss nach Tel Aviv kommen. Die Jerusalemer wissen in der Beziehung nicht zu feiern und die Party am Zion Square fällt stets recht dürftig aus. In Tel Aviv hingegen beginnt das große Feiertagsevent am Montag abend nach 20.00 Uhr. Am Dienstag werden das Ben Gurion House sowie das Gebäude in der Sderot Rothschild, in welchem Ben Gurion den Staat Israel ausrief, kostenlos zugänglich sein.

Sonntag, 6. März 2011

Die ORTHODOX UNION zum MERCAZ HARAV MASSAKER

B"H

Heute und morgen feiern Juden den Beginn des neuen jüdischen Monat ADAR BETH. In diesem Jahr 5771 haben wir ein Schaltjahr und aus diesem Grund wird ein zweiter Monat Adar an den ersten angehängt. In ca. zwei Wochen feiern wir Purim.

Trotz all der Adar - Freude gedenken wir am heutigen Sonntag jedoch ebenso an die Opfer des Attentates in der MERCAZ HARAV YESHIVA in Jerusalem vor drei Jahren. Die Jerusalemer ORTHODOX UNION bat mich den von ihr publizierten Artikel zum Thema in die Blogs zu stellen. 


Samstag, 5. März 2011

Gedenken an den palästinensischen Terror in der MERCAZ HARAV YESHIVA

B"H

Vor drei Jahren, am Rosh Chodesh ADAR, Beginn des jüdischen Monat Adar, oder nach dem weltlichen Kalender am 6. März 2008, verübte ein palästinensischer Terrorist ein Attentat auf die Jerusalemer Yeshiva (relig. Schule) Mercaz HaRav im Stadtteil Kiryat Moshe. Die Angehörigen der Opfer, Yeshivat Mercaz HaRav und die gesamte jüdische Welt erinnern an diesen schwarzen Tag der Yeshiva.

Dieses Video erregte vor einem Jahr ganz Israel. Nachdem es wenige Tage nach dem Attentat Tagen auf Youtube erschien, fuhr es schon nach wenigen Stunden mehr als 15.000 Hits ein. Das Video zeigt den Polizeinotruf aus der Yeshiva Mercaz HaRav, in welcher Anfang März 2008 acht Studenten von einem palästinensischen Terroristen erschossen worden sind. Einigen Studenten gelang es, sich vor am Attentäter zu verstecken und per Handy die Polizei anzurufen.



In Erinnerung an die Opfer



Link:


Arutz 7 zum Memorial Service in der vergangenen Woche 

The Mercaz HaRav Massaker

Montag, 28. Februar 2011

Das nationalreligiöse Siedler Movement und seine christlichen Spendengelder

B”H

“Money makes the world go round” – Nicht nur für Haredim (ultra - orthodoxe Juden) wie Dudi Zilberschlag oder Yehudah Meshi Zahav , doch insbesondere für die nationalreligiöse Siedlerbewegung. Auf der Suche nach Material zum Angriff der israelischen Polizei auf die Gilad Farm, fand ich dieses


und noch mehr
http://www.blessingisrael.com/

Nicht nur Netanyahu spielt Ghaddafi, doch die nationalreligiösen Siedler aus der Schomron (Samaria) begaben sich schon vor langer Zeit in die Hände radikaler christlicher Fanatiker wie, zum Beispiel, den evangelikalen Christen.

“Jüdische Ideologien JA, aber verwirklicht mit christlichen Missionsgeldern von Extremchristen, welche Juden missionieren und somit auszurotten beabsichtigen !”

Freitag, 11. Februar 2011

Schabbat Schalom


Gesehen in Tel Aviv.

Photo: Miriam Woelke

B”H

Benjamin Netanyahu kam gestern nach Tel Aviv und schon wurden einige Straße flugs abgesperrt. Unter anderem hielt der Premier eine Rede zur Armutslage der Nation und versprach, Preise zu senken. So den gerade eben erst angezogenen Benzinpreis von 7 Schekel pro Liter. Als seine Rede in den Abendnachrichten nochmals im TV lief, glaubte ihm kein Mensch und alles zeterte, unsere Politiker seinen eh alle gleich und wirtschaften in die eigene Tasche. 

Die Sonne ist zurück und somit steigt der Launepegel. Gestern hing alles grau in grau und ergoss sich der höchste Regenanteil des Tel Aviv. Straßen waren überflutet und um einige davon zu überqueren, machte fast ein Boot erforderlich.

Die wichtigste Meldung von gestern war jedoch der geplante Prozeß gegen den nationalreligiösen Rabbiner Motti (Mordechai) Elon. Elon hätte, meines Erachtens nach, schon lange vom öffentlichen Parkett gezogen werden sollen, aber Teile der nationalrelig. Szene standen immer zu ihm. Die Anklage lautet, Elon habe sich an minderjährigen Studenten sexuell vergangen und auch im Fall ELON sehen wir (wie schon bei Ex – Präsident Moshe Katzav), dass die Gattin zu ihrem Mann hält. Motti Elons homosexuelle Neigungen waren bekannt und der zweite israelische TV – Kanal liess sich in den Nachrichten ausgiebig darüber aus. Inklusive Bilder wie eindringlich Elon seine Schüler umarmt und betätschelt. Die nationalrelig. Szene jedoch hält an ihrer Show fest, anstatt sich ernsthafte Gedanken über ihre Zukunft zu machen und zu fragen, was schief läuft.

“Schabbat Schalom” an alle Leser !

Freitag, 5. März 2010

Vorurteil Nummer EINS gegenüber Mea Shearim

B"H

Das weit verbreiteste Vorurteil über den bekanntesten, doch lange nicht einzigen, Jerusalemer ultra - orthodoxen Stadtteil MEA SHEARIM (übersetzt: 100 Tore) lautet, dass die dort lebenden Haredim (Ultra - Orthodoxe) ALLES Antizionisten seien.

Wenn ich solch eine Behauptung von Touristen, Journalisten oder selbst unwissenden Israelis höre, dann geht mir jedesmal die Hutschnur hoch.
Die erste Frage sollte sein, was eigentlich ANTIZIONISMUS ist und was genau er beinhaltet.

Die zweite Frage sollte sein, aus welchen Gruppierungen sich der Stadtteil zusammensetzt. Nicht alle Gruppen / Ausrichtungen sind gleich und innerhalb Mea Shearims befinden sich viele kleine Hinterhöfe, die nochmals ihre eigene Welt bilden. Der berühmteste dürfte der "Batei Hungarin - Ungarische Häuser" sein. Ein Hof, der sich weit ausstreckt und in dem viele Neturei Karta, Toldot Aharon, Brisk oder Satmar Anhänger leben. Wer mehr dazu erfahren will, der schaue in meinen chassidischen Blog !

In Mea Shearim gibt es alles. Wilde Extremisten, Angepasste (an welche Richtung auch immer), chassidische Gruppen, die Geld vom Staat Israel bekommen und an den Knessetwahlen teilnehmen, chassidische Ausrichtungen sowie die litvisch - haredischer Brisker, die kein Geld vom Staat Israel annehmen. Zum Beispiel lehnen die Toldot Avraham Yitzchak, die Toldot Aharon oder die chassidische Gruppe Dushinsky jegliche finanzielle Hilfe vom Staat Israel ab. Dafür zahlen sie einen hohen Preis, denn sie müssen sich ausschliesslich von Spenden finanzieren. Diese wiederum erfolgen nur von Juden ! Und zwar von Juden, die den Schabbat halten und absolut religiös leben.

Manche Besucher meinen, eben mal so eine knappe Stunde durch Mea Shearim zu laufen und dann kennen sie sich super aus. Grundsätzlich kann ein Tourist das tun, doch sollte er sich, mehr oder weniger auf der Hauptstrasse bewegen und nicht in die Hinterhöfe oder den Markt gehen. Falls ja, dann überaus anständig gekleidet. Männer mit langen Hosen, langärmligen Hemden oder Jacke und Kipa. Frauen im langen Rock und langärmlig. Christliche Missionare sind unerwünscht und werden schnell hinausgeworfen.

Einfach nur so in den Hinterhöfen umschauen, ohne festes Ziel, empfehle ich nicht. Vor allem nicht am Schabbat. Frauen sollten keine Männer ansprechen und Männer keine Frauen. Kinder sollte man überhaupt nicht ansprechen, denn dann wird man automatisch für einen christlichen Missionar gehalten, der sich an die Kinder heranmacht. Mea Shearim hat da so seine Erfahrungen.

Durchgehen, kurz in der Hauptstrasse umschauen und dabei sollte es der Tourist belassen. Die Synagogen sollten nur von HALACHISCHEN Juden besucht werden. Hier wird nachgefragt, wer derjenige ist, der da die Synagoge betritt.

Aber nicht nur Touristen können auf Probleme stossen, sondern auch israelische Nationalreligiöse. Zionistisch - religiöse Juden a la Siedler etc. Zwar werden die Siedler als wichtig angesehen, doch gab es innerhalb des vergangenen Jahres häufig Probleme mit nationalreligiösen (Mizruchnikim) jungen Leuten, welche am Schabbat Mea Shearim besuchten. Hierbei vor allem mit den Mädchen, die da in Synagogen rannten, sich in einer riesen Schar niederliessen, gar nicht wussten, bei welcher chassidischen Gruppe sie sich befanden, zu singen begannen und die Mitglieder der Toldot Aharon sowie der Toldot Avraham Yitzchak dumm anmachten. Sie fingen an mit den Antizionisten zu streiten; keine Ahnung, was das ist, aber ihr Gelaber von sich gaben. Das Resultat war, dass die Toldot Avraham Yitzchak Frauen schon lange nicht mehr mit jungen nationalrelig. Besucherinnen kommunizieren und die Toldot Aharon mehr Wert auf haredische Besucher oder sogar säkulere Juden legen als auf die Nationalreligiösen.

Auf alle Fälle sollte man nicht nach Mea Shearim kommen, und die Bewohner mit irgendwelcher Meinungsmache "beglücken". Gespräche ergeben sich mit Besuchern nur unter gewissen Umständen. Meist oberflächlich, es sei denn, man wird zu einem Schabbat eingeladen und macht Bekanntschaften. Aber auch hier bevorzugen die Bewohner haredische Studenten und keine Nichtjuden oder Nationalreligiösen. Man kann zwar einmal hier und dort eingeladen werden, doch Dushinsky, Brisk, Satmar, Toldot Aharon, etc. bevorzugen haredische Besucher. Karlin - Stolin ist offener und einige Chassidim machen etwas auf Outreach. Bei anderen Gruppen hingegen geht es etwas strenger zu. Teilweise aus schlechten Erfahrungen heraus.

Was weniger bekannt ist, ist die gewaltige "Chesed - Hilfsbereichtschafts - Welle", die durch die haredische Gesellschaft rollt. Dem Stadtteil fehlt es gewiss nicht an Armut und überall sind Suppenküchen oder finanzielle Hilfsorganisationen zu finden.



Suppenküche bei "Linat HaChesed" im Markt von Mea Shearim. Die Suppenküche wird von den chassidischen Gruppen Breslov und Toldot Avraham Yitzchak geleitet und ich betreibe derweil etwas Fundraising für die Organisation. 10,000 Essenspakete wurden an Bedürftige an Purim ausgegeben und jetzt steht Pessach unmittelbar vor der Türe.



Ausgabe von Schabbatbroten (Challot) an Bedürftige



Kleiderausgabe



Die Suppenküche



Das Fertigmachen von Essenspaketen



Essenausgabe

Mittwoch, 17. Februar 2010

Ist Rabbi Mordechai Elon ein Perverser ?

B"H

Ist der in israelisch - nationalreligiösen Kreisen überaus bekannte Rabbiner Mordechai (Motti) Elon pervers und hat er tatsächlich einige seiner Yeshivastudenten sexuell belästigt ?
Anzunehmen, denn es gibt durchaus Beweise. Darunter mindestens zehn Zeugenaussagen ehemaliger Studenten. Diese sollen vom Rabbi während einiger privater Treffen sexuell belästigt worden sein.

Anschuldigungen dieser Art gegen Rabbi Mordechai Elon sind nicht neu, denn schon seit dem Jahre 2006 befasst sich ein internes nationalrelig. Forum (Kommittee) mit dem Fall. Das Forum war es dann auch, welches Elon riet, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mordechai Elon stammt aus einer in Israel bekannten Familie. Sein Bruder Benny Elon ist Knessetabgeordneter der nationalrelig. Partei und deren Vater Menachem Elon war Richter am Obersten Israelischen Gerichtshof. Der beschuldigte Rabbiner war, u.a., Leiter der Yeshiva "Yeshivat HaKotel" an der Klagemauer. Dort sah ich ihn viele Male am Erev Schabbat (Freitag abend) mit seinen Studenten vor der Klagemauer tanzen.

Vor sieben Jahren kam es schon einmal zu einem ähnlichen Skandal in nationalrelig. Rabbinerkreisen, nur ging es hier nicht im Homosexualität, sondern um sexuelle Belästigung von Frauen. Rabbi Shlomo Aviner, der Oberrabbiner von Beit El, war ins Visier geraten. Und das schon seit Längerem, denn den Anklägern lagen lange vor dem Bekanntwerden der Affäre eindeutige Zeugenaussagen mehrerer Frauen vor.

Wenn es darum geht, den Finger hämisch auf ihre haredischen (ultra - orthodoxen) "Kollegen" zu richten, sind die Nationalreligiösen immer stets und gern bei der Sache. Missstände in den eigenen Kreisen werden jedoch sorgsam vertuscht. So auch die Anschuldigungen im Fall Aviner. Mehr als zehn Rabbiner unterschrieben sofort einen Rückhalt für den Rav aus Beit El. Ohne zu wissen, worum es bei den Anschuldigungen genau ging. Die nationalrelig. Presse schwieg aus angst vor Repressalien seitens ihrer Rabbiner. Die anklagenden Frauen wurden als "Lügnerinnen" abgestempelt.

Wenige Jahre vor Aviner war der ehemalige aschkenasische Oberrabbiner Israel Lau ins Visier der Ankläger geraten. Nicht nur wegen nichtversteuerter Geldeinnahmen, sondern ebenso wegen sexueller Belästigung von Frauen. Im Fall Lau kam nie Spezifisches an die Öffentlichkeit, sondern einige Eingeweihte behalten alles für sich.
Als Lau vor wenigen Jahren als Präsidentschaftskandidat aufwartete, teilten ihm einige Politiker unverhohlen mit, dass, wenn er seine Kandidatur nicht unverzüglich zurückziehe, man seine düsteren sexuellen Sünden an die Öffentlichkeit trage. Gleich darauf gab Lau bekannt, er trete zurück. Man gab ihm den Posten als Oberrabbiner von Tel Aviv und ab sofort soll er die Klappe halten. Schön sein Buch verkaufen, im Ausland Blabla - Reden halten, aber in Israel gefälligst den Mund halten, sonst …

Nach dem Skandal um Rabbi Shlomo Aviner richteten die Nationalreligiösen ein internes Forum ein, welches die Aufgabe hat, derlei Fälle zu untersuchen. Rabbi Mordechai Elon steht seit Jahren auf deren schwarzer Liste und nun machte das Forum den Fall publik. Angeblich weil der Rabbi gegen die Auflagen verstiess und plötzlich wieder als privater Problemberater fungierte. Eben bei jenen Gesprächen machte sich Elon, lt. Zeugenaussagen, an die Studenten heran. Dies ging bis zum Herunterlassen des Schlüpfers.

Der Rabbi selbst lehnt alle Vorwürfe gegen ihn entschieden zurück und die Wahrheit werde noch ans Licht kommen. Eine Intrige laufe da gegen ihn. Warten wir ab, wie morgen das nationalrelig. Wochenblatt "Be'Sheva" reagiert. Ob Elon überhaupt erwähnt oder lieber alles unter den nationalrelig. Teppich gekehrt wird.

In Israel ist der Fall Elon neben den gefälschten Pässen bezüglich der Exekution eines führenden Hamas - Oberen in Dubai DAS Thema. Und wieder einmal wird diskutiert, wie in relig. Kreisen mit Homosexuellen umzugehen sei.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Wiener Chabad - Schaliach von Moslem angegriffen




Rabbi Dov Gruzman

B"H

Chabad berichtet, dass ihr Schalich (Abgesandter) in Wien am Samstag abend von einem Moslem angegriffen worden ist. Rabbi Dov Gruzman wollte am Stefenfaltz Platz die Chanukkah - Kerzen zünden als ein Mann auf ihn zutrat und auf den Rabbi einschlug. Als Rabbi Gruzman sich gegen den Angreifer wehrte, biss dieser ihm in den Finger.

Bei dem Angreifer handelte es sich um einen Moslem, der kurz darauf von der Polizei festgenommen worden ist. Gruzman berichtete dem israelisch - nationalrelig. Nachrichtensender ARUTZ 7, dass der Mann schon zuvor auffiel, denn er rannte auf die Veranstaltung zu und verfluchte die Juden.

Ich schliesse mich einem der ARUTZ 7 Kommentare an, der da besagt, dass die israelische Regierung sowie gewisse Teile der Nationalreligiösen. nicht aufhören können, sich zu entschuldigen, dass da eventuell einige Siedler eine Moschee angefackelt haben sollen; wenn es aber zu solchen Vorfällen wie bei Rabbi Gruzman kommt, reagiert darauf kein Mensch. Dann plötzlich heißt es, dass in der Diaspora lebende Juden halt mit derlei Attacken fertigwerden müssen.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Demophotos aus Jerusalem

B"H

Die nationalrelig. Siedlerbewegung gegen Netanyahus Baustopp ! 
Gestern abend wurde dagegen am Kikar Paris (Keren HaYesod) / Ecke Supersal / Gaza Street demonstriert. Hier die Photos einer Freundin.







 

Mittwoch, 18. November 2009

Anarchie in der Westbank

B"H

Bibi Netanyahu, Verteidigungsminister Barak sowie die linke israelische Journalistenriege schreien einmal wieder mehr nach der Verbannung der Nationalreligiösen. Obwohl gerade die in der israelischen Armee einen immensen Beitrag leisten, weigern sie sich standhaft, jüdische Siedlungen zu räumen. Nicht nur sie, sondern genauso säkulere Soldaten.
Netanyahu greift hart durch und droht allen Verweigerern mit dem Militärknast. Die ersten dieser Art aus den Einheiten "Shimshon" und "Nachshon" sitzen schon ein.

Israel ist das einzige Land der Erde, welches Juden räumen lässt und sich der Premierminister nlediglich darum sorgt, welchen tollen Eindruck er auf die Welt macht.



Die "Nachshon" Kompanie wehrt sich Siedler hinauszuwerfen.