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Montag, 20. August 2012

BALABASTA 2012: "Wie male ich ein Bild ?"


B"H

Ein weiteres Video vom alljährlichen Jerusalemer Sommerfestival BALABASTA auf dem Machane Yehudah Market. Man muss nicht unbedingt auf die BALABASTA, doch es ist ganz angenehm über den Machane Yehudah zu laufen und ein wenig Action zu sehen. Neben Obst und Gemüse stieg vor langem der Trend nach Abwechslungsreicherem und so umfasst der Schuk (arab. Markt) Cafes, Restaurants, Gallerien, Eiscafes oder kleine Boutiquen.

Sonntag, 21. November 2010

Mika Drimer und ihre Keramikkunst



B"H

Ich traf die israelische Keramikkünstlerin Mika Drimer am letzten Pessach (im April) im Tel Aviver "Diaspora Museum - Beth Hatefuzot". Sie stellte einen gedeckten Schabbattisch aus, auf dem alles aus Keramik war. Sogar die Serviertten. Ihr Herstellungsgeheimnis wollte sie uns Betrachtern dann aber lieber doch nicht verraten.:-)

Wer einmal die Gelegenheit hat, in eine der Mika Drimer - Ausstellungen zu gelangen, entweder in Israel oder im Ausland, der sollte die Mühe nicht scheuen und sich ihre Keramikwerke anschauen. 

Montag, 8. November 2010

"Tel Aviv - Ariel" oder "Worum ich die Moslems beneide"

B"H


Vor wenigen Monaten riefen linksradikale israelische "Künstler" (darunter der Schriftsteller David Grossmann) einen Auftrittsboykott gegen die Hauptstadt Samarias, ARIEL, aus. Man trete dort nicht auf, denn die Stadt Ariel liege in der Westbank und befinde sich somit auf palästinensischem Territorium. Darufhin ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung sowohl als auch durch die Knesset. Was der Boykott der Linksradikalen solle ? Ariel sei eine rechtmässige eigenständige Stadt und auch ich berichtete über den Vorfall. Kurz darauf verlief alles im Sande und zahlreiche Künstler fuhren absichtlich nach Ariel, um ihre Solidariät zu zeigen. Darunter der Popsänger Eyal Golan.



Links: David Grossmann

Photo: Telegraph



Von den linksradikalen, vorwiegend aschkenazischen, Künstlern wie A.B. Yehoshua, David Grossmann oder Amoz Oz, wollte niemand etwas wissen. Alle Drei zählen in Israel zur linksradikalen Szene und agieren teilweise gegen ihr eigenes Land. Sie solidarisieren sich mit den Palästinensern und nicht nur ich frage mich, wieso ein Grossmann nicht endlich nach Ramallah oder zu Mister Achmadinejad umzieht. Der Staat Israel scheint ihm nicht genug zu sein und vielleicht liegt ihm daher ein Leben in Teheran näher.


Dieser Tage flammt der Boykott um Ariel erneut auf und sogar die israelische Presse geht an die Decke. Grossmann, Uri Avinery & Co, stellen sich erneut gegen die Bewohner Ariels und gegen die Knesset. Die linken Fundamentalisten sprachen Drohungen aus. Alle Künstler, die im Theater von Ariel auftreten, werden von dem linken Clan boykottiert oder man werde schon sehen, was dann passiere. Es ist als reite David Grossmann sowie anderweitige Schauspieler der Teufel und ich frage mich immer noch, warum Grossmann ncht endlich nach Gaza umzieht und für Al Jazeera arbeitet.


Sogar die Regierung schreitet nun ein und es finden Solidaritätskundgebungen für Ariel statt. Zeitungskommentare einiger Kolumnisten stellen die Frage, was Grossmann & Co, wirklich bewege. Haben die Bewohner Ariels kein Anrecht auf Kultur ?  
Aber geht es hier lediglich um einen Kulturboykott oder nicht eher um Politik ?


Worum ich die Moslems beneide ?
Darum, dass ihre Gesellschaft zusammenhält, auch wenn ein Moslem noch so säkuler sein mag. Religiöse Traditionen und die Kultur zählen, komme was wolle; im Judentum hingegen, und das besonders in Israel, tritt die säkulere Linke sogar auf ihrem eigenen Land herum. Zur Freude der Hamas und Hizbollah - Boss Nasrallah wird sich über die Doofheit eines David Grossmann gehörig ins Fäustchen lachen.




Ariel, die Hauptstadt Samarias.


Der Stadt Ariel jedoch brachte der linke Boykott einen riesen Aufschub und viel Sympathien ein. Das Theater aus Beersheva reist, wie angekündigt, nach Ariel und fährt mehrere Vorstellungen des Stückes "Piaf". Eyal Golan kommt auch wieder und mit ihm viele weitere Künstler samt Kulturminister Limor Livnat (von Netanyahus Likud - Partei).

Vielleicht kann Grossmann ja nach Deutschland fahren und sich da ausjammern. Dort zumindest beehrt man ihn sogar noch mit Preisen. Anstatt sich in den Zeiten vieler Bedrohungen aus dem Libanon, der Hamas oder dem Iran solidarisch zu verhalten, spielt die Linke dem radikalen Islam naiv in die Hände.

Ein Kolumnist machte eine weitere wichtige Aussage:
Die linken Künstler lebten zumeist in ihrer Tel Aviver Blase und wissen gar nicht mehr, was im Rest des Landes vor sich gehe. Aber Tel Aviv allein ist nicht Israel. 
Dies stellte ich auf meinen vielen Reisen durch das Land mehr als fest.

Freitag, 14. Mai 2010

Schabbat Schalom




B"H

Der Burger King verlässt Israel ! 
Eine Nachricht, die alle ohne Protest oder Whopper - Sehnsüchte schweigend hinnahmen. Mac Donald's und das israelischere Burger Ranch sind einfach zuviel Konkurrenz. Vor allem Burger Ranch bietet saftige hausgemachte, vor Fett triefende, Pommes (in Israel heissen sie: Chips).

Als ich vor 23 Jahren zum ersten Mal nach Israel kam, war Mac Donald's noch gar nicht vor Ort. Die Fast - Food - Kette liess sich erst in den 90igern nieder, denn der Druck der arabischen Länder (gegen Israel) war zu hoch. Man begnügte sich hierzulande mit dem heimischen "Burger Ranch", schielte jedoch immer auf Mac Donald's, denn das ist richtig amerikanisch und hat einen Namen.

Ich weiss nicht, ob es heute noch der Fall ist: In Deutschland zahlt(e) man für Ketchup und Mayonnaise. Die kleinen Päckchen kosteten je 20 Pfennig, was für einen Amerikaner oder Israeli undenkbar ist. Als ich nach Israel kam und mir die Burger Ranch Bedienung fünf oder sechs Ketchup und zwei Mayonnaise Päckchen auf das Tablett knallte, rechnete ich schonmal durch, was das extra kostet. Als ich ihr das Geld geben wollte, schaute sie mich ungläubig an und meinte, ich solle mein Tablett nehmen und mich setzen.

Nein, in Israel sind Ketchup, Trinkwasser aus einer Vorrichtung oder Mayo umsonst. Trotz der amerikanischen Ketten bevorzugte ich jedoch stets das rustikale Burger Ranch ganz nach israelischem Geschmack. Und anscheinend nicht nur ich, denn der Burger King packt jetzt ein.


Inmitten der Agrippas Street in Jerusalem, nahe dem Machane Yehudah Markt steht das riesige hässliche Gebäude "Shuk - Canyion" mit seinen unzähligen kleinen Läden. Der ursprüngliche Plan der Stadtverwaltung war es, den Machane Yehudah in den Shuk Canyon zu verfrachten. Dort sei alles sauber, moderner und überdacht. Wozu durch die Gassen den Machane Yehudah kriechen, wenn sich dort die Ratten in den Abwasserrohren nebendran aalen ? Doch nichts wurde es mit modern und so, denn die Jerusalemer lieben ihren Machane Yehudah und der Shuk Canyion steht seit Jahren wie ein oller lästiger fremder Klotz da. So scheusslich, dass sich kaum jemand hineintraut.

Wenn ich in Jerusalem weile, gehe ich dort in den Waschsalon, der von einer eingewanderten syrischen Familie geleitet wird. Dann kriege ich jedesmal einen Vortrag zum jüdischen Leben in Syrien und das die Präsidentenfamilie Assad aus antisemitischen Hunden bestehe. Am Mittwoch war ich dort und die Besitzerin verkündete mir eine Kunstaustellung, die gleich um die Ecke, an den anderen Ständen stattfinden sollte. Der Jerusalemer Photograph Yoram Amir stelle seine Jerusalem - Photos aus. Auch in unserer Bäckerei hängen einige "Kunstwerke" von ihm.

Was mich absolut überraschte und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zum Anschauen gehabt: Fast das gesamte Erdgeschoss des Shuk Canyion ist voll mit kleinen Künstlerateliers. Maler, Installationen, Photos oder Videokunst.
Wer weiss davon ?
Kaum ein Mensch; höchstens eingeweihte Kunstliebhaber.
Traurig, denn die dortigen Künstler stecken voll kreativer Idee, was in Jerusalem Mangelware ist. Als Künstler geht man nach Tel Aviv und lässt sich dort aus. Seit einigen Monaten jedoch fördert die Jerusalemer Stadtverwaltung den Shuk Canyion als Atelierstätte und es lohnt sich auf alle Fälle einmal dort umzuschauen. Die Eingänge in den Betonklotz befinden sich in der Agrippas / Ecke Nissim Behar.


Die Schlagzeilen der Tageszeitungen drehen sich heute alle um EIN Thema: 
Das Egged - Busunglück vom gestrigen Nachmittag. Linie 361 von Carmiel nach Akko raste in einen LKW. Ergebnis: Fünf Tote und zahlreiche Schwerverletzte.
Vom Namen her ist der Busfahrer anscheinend Druse, aber das tut wenig zur Sache. Erst drei Monate arbeitete er beim staatlichen EGGED - Busunternehmen und wurde schon zuvor verwarnt, dass er seinen Abstand beim Fahren wahren solle. Dies tat er nicht so krachte es gestern.

Ehrlich gesagt wundert es mich, dass Egged nicht viel mehr Unfälle dieser Art zu vermelden hat. Offenbar haben wir alle dicke Schutzengel auf der Strecke Jerusalem - Tel Aviv. Mit hoher Geschwindigkeit rauschen die Busse die Berge um Jerusalem herunter und manchaml sehe ich mich schon über die Leitplanken fliegen.
Egged wird sicher alles auf den einen Fahrer schieben und sich ansonsten zu drücken versuchen.

Am Nachmittag werde ich einen Egged - Bus besteigen und nach Jerusalem fahren. Die Temperaturen in Israel liegen bei 26 - 30 Grad Celsius und der Tel Aviver Strand füllt sich allmählich. In Jerusalem ziehen die Leute den Machane Yehudah oder die Shopping Malls zwecks Schabbateinkäufe vor.
Im Machane Yehudah selber eröffnete nebem dem "Mousseline" eine zweite Eisdiele namens "Schokoladia". Nicht in einem der Nebengassen wie das Mousseline, sondern so richtig mittendrin im überdachten Hauptgang (Richtung Agrippas, auf der rechten Seite). Preise kenne ich nicht, doch sah ich, dass "Moshiko Schwarma" nebendran nun auch Burger anbietet. Moshiko verkaufte bisher seine Falafel und Schwarma lediglich in der Ben Yehudah Mall zu Preisen, die einen erblassen lassen. Den Touristen aber gefällts, denn sie kennen nicht das preiswerte "Melech HaFalafel" in der King George / Ecke Agrippas. Nicht immer ganz sauber, bietet Melech HaFalafel dennoch günstigere Schwarma und nicht jeder leidet gleich unter Durchfall. Und wer weiss, ob Moshiko so viel sauberer ist, wenn man hört, was die Jerusalemer Gewerbeaufsicht so alles in den lokalen Restaurantküchen findet.

"Schabbat Schalom" an alle Leser und dass sich niemand den Appetit verderben lasse !:-)

Montag, 2. November 2009

Bild des Tages



B"H

Immer, wenn ich diese Statue in der Dizengoff Street in Downtown Tel Aviv passiere, frage ich mich, was uns derlei Kunst sagen will. Anscheinend bin ich für künstlerische Interpretationen nicht geschaffen.

Donnerstag, 13. August 2009

Tel Aviv Graffiti Cool


Fragt das Tel Aviver Stadtmagazin "Time Out".



Antwort: An kreativen Graffitis sowie Verhalten fehlt es zumindest nicht !

Photos: Tel Aviv Street Art

Mittwoch, 10. Juni 2009

Bild des Tages

Photo: Big Art Mob

Dieses Graffiti kann an einer Wand in der Hayarkon Street / Tel Aviv angeschaut werden. Nicht weit vom Dolphinarium.

Mittwoch, 22. April 2009

YAD VASHEM goes Arabic


B"H

Die neue Site des Jerusalemer Holocaust - Museum YAD VASHEM ist nun auch in Arabisch und Farsi (Iran) einzusehen. Der Grund ist eine Richtigstellung der Behauptungen des iranischen Despoten Achmadinejad.

Mehr Infos:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3704187,00.html

Donnerstag, 30. Oktober 2008

HebrewArt

B"H

Im Web gefunden:

Nur so, weil es eben nicht schlecht ausschaut ausschaut !


Gan Eden - Paradies



Jerusalem



Der Buchstabe ALEPH
HebrewArt

Samstag, 14. Juni 2008

Vom Star zum Star der Straße

B"H

Das Großartige an einer Stadt wie Tel Aviv ist, dass man allein schon aus den Gesichtern der Bewohner sämtliche Stories herauslesen kann. Und falls einmal der seltene Fall eintreten sollte, das dem nicht so ist, so passiert garantiert etwas und noch bessere Inhalte für Stories sind garantiert. Heute trat gleich beides ein, aber ich will mich auf ein Geschehen beschränken.

In Jerusalem ist es die Fußgängerzone Ben Yehudah und in Tel Aviv ist es der Platz vor dem Eingang zum Carmel - Markt. Ecke Allenby / Sheinkin. Der Carmel - Markt allein ist schon sehenswert und mit seiner Größe und Vielfaltigkeit keineswegs zu vergleichen mit dem dazu im Vergleich erscheinenden "Provinzmarkt" Machane Yehudah (Jerusalem). Dafür herrschen jedoch in Jerusalem strengere Sicherheitsvorkehrungen und fast alle Markteineingänge werden bewacht. Am Tel Aviver Carmel - Markt ist dies nur am Freitag vor Schabbatbeginn der Fall.

Auf dem Vorplatz zum Carmel - Markt tummeln sich allerlei Gestalten und Events. So sind die chassidischen Gruppen Chabad oder Breslov fast immer present. Ab Freitag mittag gibt es die richtige Action und viele Sänger oder andere Kulturveranstaltungen sind versammelt. Als ich mittags ankam, begann gerade eine Gruppe junger Leute in einheitlicher flippiger Kleidung eine Trommelvorstellung. Drums und Tambourine. Nicht schlecht, aber es war trotzdem ein Riesenkrach. Schon nach wenigen Sekunden kam die erste wilde Beschwerde von einem älteren Herren, der nebendran auf einer Bank saß und offensichtlich seine Ruhe haben wollte. Der Rentner fuchtelte mit den Armen und alle dachten schon, er wolle den Sprecher der "Band" verkloppen. Jemand ging dazwischen und die Situation endete damit, dass der Rentner ging. Die Bandmitglieder jedoch schauten betroffen drein und es war ihnen unangenehm, dass sich Leute beschwerten. Erst wollte man woanders hingehen, entschloß sich dann aber zu bleiben. Und so wurde weitergetrommelt.

Wenige Meter entfernt saß eine Sängerin und beim ersten Hinsehen dachte ich mir: "Ist sie es oder ist sie es nicht ?" Ich wollte schon die Umherstehenden befragen, aber der Singsang war zu laut und quietschig, denn der Lautsprecher leistete ganze Arbeit. Und dann sah ich ihre Liedermappe auf der in großen krakeligen Buchstaben ihr Name stand.
Aha, sie war es also doch.

In Israel kennt sie fast ein jeder, im Ausland eigentlich niemand. Die Rede ist von Miri Aloni.

Zur kleinen Gedächtnisauffrischung: Miri Aloni war einmal das, was man einen Popstar nennt. Sie hatte ein paar Hits und war recht gut. Ihren ganz großen Auftritt, der sie fast weltberühmt machte, war der gemeinsame Auftritt mit dem damaligen Premierminister Yitzchak Rabin. Wenige Minuten vor seiner Ermordung stand Rabin im November 1995 zusammen mit eben jener Miri Aloni sowie anderen Politikern und Prominenten auf der Bühne vor dem Tel Aviver Rathaus in der Ibn Gavirol und sang den Song "Shir Le'Shalom - Lied für den Frieden". Der Song samt Miri Aloni erlangten dadurch traurige Berühmtheit und wer die Sängerin heute sieht, der denkt automatisch an die damalige Mordnacht zurück.

Kann sein, dass sich Miri Aloni seither nur noch mit dem Rabin - Mord identifiziert sieht und weniger mit ihrer Kunst. Irgendwann kommt für viele Künstler halt einmal die Zeit, in der die Auftrittsangebote ausbleiben. Und dann ? Man muß ja schließlich Geld verdienen und von etwas leben. Also geht man auf die Straße; und so auch Miri Aloni. Aber Miri Aloni ist nicht irgendeine Straßensängerin, die da ihre Schachtel vor sich hinstellt und auf ein paar Schekel wartet. Nein, Miri Aloni war ein Star für den diese Zeiten noch lange nicht vorbei sind und niemals sein werden. Eine Dame ist sie nicht, sondern eher ein introvertierter Hippie mit Starallüren. Sie hockt nicht einfach pietätlos da und trällert. Als Star braucht man natürlich eine Bühne und die baut sie sich auf. Ein blauer Teppich zierte den Fußboden. Kleine bunte Plastikhocker standen herum, die zum Sitzen einladen sollten. Alles war wohl geordnet. Ihr Lautsprecher, ihr Mikro, die Plastikhocker und ihre schwarze Multikulti - Handtasche, die auf einem separaten Hocker plaziert war. Weiße Hose, buntes Shirt, knallige Sonnenbrille, blonde Engelslocken, so ging es dann los. Miri Aloni lieferte ihr Repertoire ab und ich war dabei als sie auch ihr "Shir Le'Shalom" trällerte. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sie ihren Lautsprecher herunterfährt und alles nicht so dröhnt und kreischt. Selten gelang es ihr, die richtige Lautstärke zu finden. Dem Publikum aber war es egal und Frau Aloni machte nicht schlecht Kasse. Wie alt mag sie jetzt sein ? Auf alle Fälle in die Sechzig.

Und dann geschah etwas Unerwartetes. Plötzlich stand sie mitten in einem Lied auf und verließ ihr kleines "Wohnzimmer" mit Teppich und Plastikhockern. Jemand fragte, ob es das gewesen sei. Ohne etwas zu erwidern ging sie an ihm vorbei. Als ob er durchsichtig wäre oder gar nicht existiere. Stattdessen bewegte sich sich wortlos in Richtung Trommelband. Ich fragte besagten Herren, ob sie sich jetzt beschweren ginge. "Nee, sagte der, die geht um einen riesen Auftstand zu machen. Wirst schon sehen."

Und da ging es auch schon los. Miri Aloni, der Star, stauchte die Trommelband zusammen. Im Gegensatz zum Streit mit dem Rentner geriet nun deren Sprecher völlig außer Rand und Band. Doch die Sängerin bewies Standfestigkeit und Haltung. Er, der "dahergelaufene" Trommler, konnte ihr nichts anhaben und Miri Aloni übernahm die Show. Nach einem kurzen Wortgefecht war alles vorüber und die Trommler zogen ab.
Frau Superstar kehrte zurück zu den Plastikhockern und sang weiter als sei nichts gewesen. Sie hatte gesiegt, soviel war klar. Und weiter gings mit dem Singsang aus der einstigen Vergangenheit. Das Publikum dankte es ihr trotz Introvertiertheit.

Und sich über einen "Erfolgsabstieg" schämen ?

Nicht Miri Aloni. Einmal ein Star, immer ein Star.
Selbst vor dem Eingang zum Carmel - Markt.

Dienstag, 22. April 2008

Enttäuschende Light Show

B"H

Vor ca. einer halben Stunde ging die grosse Light Show an der Altstadtmauer, gleich ausserhalb des Jaffa - Tores, zuende. Die Show wird heute noch stündlich bis 23.00 Uhr wiederholt und findet insgesamt bis Donnerstag statt.

Nachdem soviel Wirbel darum gemacht und selbst 35 Shekel (ca. 7 Euro) Eintritt verlangt wurden, war die Show regelrecht enttäuschend. Kann sein, dass andere anders denken, doch nach einer völlig anderen Ankündigung bin ich nun einmal enttäuscht. Ursprünglich sollte die Show ueber der Stadtmauer lichtermässig die Erschaffung der Welt darstellen, aber stattdessen gab es Kriegsbilder aus dem Sechs - Tage - Krieg (1967). Und ich weiss nicht, warum bei der Darstellung der biblischen "Opferung des Yitzchak" Yitzchak immer als kleiner Junge auftreten muss, wenn er eigentlich schon 37 Jahre alt war. Die Stadtverwaltung hätte zumindest in der Show diesen Fehler verhindern müssen.

Aber nichts ist halt perfekt, was soll ich sagen.
Gut besucht war die Veranstaltung mit Tausenden von Menschen jedoch allemal und die Mehrheit stellte sich vor der Absperrung auf und zahlte keinen Pfennig.

Werbeposter der Light Show

Dienstag, 26. Februar 2008

Wer schreibt in Israel ?

B"H

Fast jede deutsche Zeitung, die ich aufschlage, berichtet von den israelischen Schriftstellern Etgar Keret, Amoz Oz, Zuriah Shalev oder David Grossman. Alles Namen von Autoren, die selbstverständlich in Israel bekannt sind. Aber müssen es immer nur die gleichen Namen sein und wer bestimmt die israelische Literaturszene ? Sind alle israelischen Bücher wirklich israelisch ?

Spätestens seit der Ankunft Abertausender russischer Neueinwanderer ist es mehr als amtlich: Die israelische Literaturszene ist alles, nur nicht israelisch. Und das nicht unbedingt erst seit den russischen Neueinwanderern.

Nach dem Holocaust und der Gründung des Staates Israel (1948) haben Neueinwanderer immer geschrieben. Wer sich die drei Literaturkandidaten für den diesjährigen "Israelpreis (wird am Unabhängigkeitstag an Israelis ausgegeben) anschaut, dem wird deutlich, was ich meine. Eine Autorin, in der Ukraine geboren, kam nach dem Holocaust nach Israel und schreibt auf Polnisch. Oder ein anderer ist aus Slovakien. Jeder behielt seine Muttersprache bei und verwendet sie bis heute.

Nein, in Israel gibt es nicht NUR rein israelische Literatur. Russische, amerikanische oder französische Autoren beherrschen genauso den Markt. Letztere sind vielleicht weniger bekannt, aber innerhalb ihrer eigenen Bevölkerungsgruppe sind sie Bestseller.

Die israel. Buchhandlungskette "Steimatzky" macht es einem neuen Autoren nicht leicht. Wer seine Bücher bei Steimatzky über den Ladentisch bringen will, der muß einem bestimmten Buchverlag angehören. Niemals würde die landesweite Ladenkette auch nur ein einziges Buch von einem eigenen Herausgeber in die Regale aufnehmen.
Aber gerade zu heutiger Zeit ist es geradezu Mode geworden, seine Bücher selbst drucken zu lassen und danach zu vertreiben. Wer will schon an fiese Knebelverträge mit Verlagen gebunden sein ? Und wessen Werk wird schon gedruckt ? Also schreiten die Autoren selbst zur Tat und lassen drucken.

Schnell aber wird bemerkt, dass das Klinkenputzen hinterher nichts bringt. Weder bei Steimatzky noch anderen Großbuchhandlungen. Seit geraumer Zeit schlagen die "Freizeitautoren" zurück und man gründete einen eigenen Buchladen im Jerusalemer Stadtteil Baka. Dort darf jeder Hobbyautor sein selbstverfasstes Werk verkaufen und man staune nicht schlecht, es kam schon zu Bestsellern. Wer will sich auch schon ständig durch den lahmen Amoz Oz quälen ?

Das breite Publikum steht anscheinend immer noch auf A.B. Yehoshua, dennoch machen sich mittlerweile neue unbekannte Autoren auf und sie kommen an. Ich selbst beschäftige mich fast nur mit relig. oder historischen Büchern und nicht unbedingt mit der Belletristik. Falls ich aber einmal ein gutes Buch suche, dann stehen Yehoshua oder Grossman sicher nicht auf meiner Liste. Dann nämlich lese ich gerne etwas von neuen auch unbekannten Autoren, denn bei Oz & Co. weiß man eh was kommt.

Wer von den Lesern von der Herausgabe eines eigenen Buch träumt, der schaue hier einmal rein:

http://www.lulu.com/

Montag, 26. November 2007

Düsseldorfer Filmfestival "Jüdische Welten"

B"H

Sonderprogramm zum Filmfestival "Jüdische Welten" 08. bis 13. Dezember 2007



Zum 3. Mal findet die von Erika Rubinstein für die jüdische Gemeinde Düsseldorf kuratierte Filmwoche statt. Von einer Ausnahme abgesehen laufen die Filme erstmals in Deutschland.

Auch dieses Jahr wird es Diskussionen nach den Filmen geben - mit Regisseuren, Schauspielern und Wissenschaftlern. Vor, nach und in den Pausen wird man kleine Köstlichkeiten probieren können. Und sonst trifft man sich, diskutiert und genießt die Zeit.
Gefördert von: American Jewish Joint Distribution Committee, Chais Family Foundation, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen.











Weitere Details erfahrt Ihr hier:http://www.duesseldorf.de/kultur/filmmuseum/aktuelles/aktu_index.shtml

Das Filmangebot schaut sehr vielfaeltig aus und es ist immer besser, sich einen guten Film anzuschauen als draussen in der Kaelte herumzulaufen.

Freitag, 3. August 2007

חוצות היוצר - Chuzot Ha' Iozer

B"H

Wie gewoehnlich findet auch in diesem August die Jerusalemer Kunst - u. Handwerksmesse am Sultans Pool (gleich ausserhalb des Yaffa - Tores) statt. Sie beginnt am 6. August und endet am 18. August.
Geoeffnet ist taeglich von 18.00 - 23.00 Uhr und am Mozzaei Shabbat (Samstag Abend) wird um 20.30 Uhr geoeffnet. Der Eintritt betraegt ca. zwischen 40 - 50 Shekel (10 Euro).

Saftige Preise erwarten einen auch noch nach dem Eintritt, denn man will ja schliesslich auch etwas essen etc. Schoen anzusehen ist es trotzdem und viele israel. Popstars werden auftreten.

Fuer weitere Infos koennt Ihr hier nachschauen:

http://www.jerusalem.muni.il/yotzer/2007/eng/all.htm

Sonntag, 27. Mai 2007

Festivals

B"H

Trotz Sderot geht das Leben weiter und in diesen Tagen beginnen landesweit (ausser in Sderot) Film - u. Musikfestivals.

Hier einige der Interpreten:

Ein in Deutschland unbekannter israel. Kuenstler. Das Projekt von Idan Raichel, der mit verschiedenen Saengern vorwiegend aethiopische Musikrichtungen verfolgt.



Als Shlomo - Artzi - Fan gebe ich seine Lieder gerne weiter

Montag, 21. Mai 2007

Yehuda Poliker

B"H

Bei all den Schreckensmeldungen hat man das Beduerfnis sich auch auf andere Dinge im Leben zu konzentrieren, was sicher eine unserer Staerken in Israel ist. Hier einige sehr populaere Liebessongs aus Israel.

Eines meiner Lieblingslieder vom israelischen Saenger und Liedermacher Yehudah Poliker. In diesem Video singt er zusammen mit dem Saenger Amir Benayoun. Yehudah Poliker sitzt links im Bild mit der Mandoline in der Hand.




Die Ethnix mit ihrem Kultsong TUTIM (Erdbeeren)




DIE beruehmteste Popgruppe innerhalb Israels ist sicher Maschina. Hier ein sarkastischer Song ueber eine Freundin.