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Donnerstag, 26. Juli 2012

Tisha be'Av und Rabbi Yehudah HaLevi


 Eingang zum "Bell Park - Gan HaPa'amon" in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

B"H

Am Samstag abend, wenn der Schabbat endet, geht die jüdische Welt direkt in den Tisha be'Av. TISHA be’AV steht für den 9. Tag im jüdischen Monat Av, in welchem wir uns gerade befinden. Kurz gesagt steht der Tisha be’Av für die Zerstörung beider Jerusalemer Tempel. Einmal durch die Babylonier und später durch die Römer. Ein tragischer Tag für das Judentum, welcher seinen eigentlichen Ausgang in einem vorangegangenen Event hat. Aber dazu heute noch mehr auf meinem Hamantaschen – Blog.

Ursprünglich plante ich einige weitere Artikel, musste das Schreiben aber gestern aufgeben, da ich immer noch an einer beidseitigen Rippenprellung leide. Geprellte Rippen sind alles andere als lustig und gestern war einmal wieder so ein Tag, an dem ich nicht wusste, ob und wie ich sitzen oder liegen sollte. Heute nachmittag habe ich noch zur Physiotherapie und vielleicht hilft das ja ein wenig.:-) 

Eine Freundin von mir verfasste unterdessen einen sehr guten Artikel zum EGGED Busunfall. Eine Beschreibung von einer Außenstehenden, die da doch nicht ganz so außenstehend war:



Tisha be'Av beginnt also am Samstag abend und der Tag zeichnet sich dadurch aus, dass 25 Stunden lang gefastet wird. Allgemein gelten all dieselben Regeln wie am Yom Kippur (Versöhnungstag), nur mit dem Unterschied, dass das öffentliche Leben nicht stillsteht. Es fahren Busse, vielerorts wird gearbeitet und in Tel Aviv merkt man noch nicht einmal, dass Tisha be’Av ist. In Jerusalem hingegen werden am Sonntag zahlreiche Einrichtungen geschlossen sein. Überhaupt bin ich der Meinung, dass nirgendwo auf der Welt der Schmerz um die verlorenen Tempel intensiv gefühlt werden kann als in Jerusalem selbst. In der messianischen Zeit dagegen wird es einen Dritten Tempel geben und der einstige (jetzige) Trauertag Tisha be’Av wird zum Freudentag warden

Am Abend des Tisha be’Av werden sich Tausende Juden an der Klagemauer (Kotel) versammeln und KINOT (ein Buch mit zahlreichen Versen zum Leiden der Juden über die Jahrhunderte hinweg) lesen. Unter anderem beinhalten die Kinot Verse aus der Zeit der Kreuzritter und deren Morde an den Juden Europas sowie Jerusalems. Verse über die Zeit der Inquisition und die Folterungen sowie Morde an den Juden Spaniens und anderswo. 

Kurze Anmerkung: Es gibt KINOT der aschkenasischen Judenheit und jene der sephardischen Juden !!!

Mit einer Freundin nehme ich am Marsch der WOMEN IN GREEN um die Altstadtmauer teil. Danach planen wir, mindestens einen Schiur (relig. Vortrag) zu besuchen. Schiurim finden in der Nacht des Tisha be’Av fast an jeder Jerusalemer Ecke statt. Bereits gestern abend war ich bei meinem allwöchentlichen Schiur, in welchem es normalerweise um die Sichtweise des Rabbi Yehudah HaLevi zum Land Israel geht. Hierbei besonders bezogen auf die Inhalte des Buches HA’KUZARI. 

Gestern abend jedoch hatte Rabbi Chaim Eisen einige Piyutim (Gedichte) von Rabbi Yehudah HaLevi zusammengetragen. In diesen Piyutim beschreibt Rabbi Yehudah die Leiden der jüdischen und moslemischen Bevölkerung Jerusalems beim Einfall der Kreuzritter im Jahre 1099. Rabbi Yehudah war ein Zeitgenosse, wenn er auch zu der Zeit in Spanien lebte. Als die Kreuzritter Jerusalem erreichten, wurden als erstes sämtliche Juden und Moslems umgebracht. Außerdem lasen wir Piyutim über die Massaker von Christen und Moslems an den Juden von Toledo. Nach diesen Pogromen im 12. Jahrhundert beschloss Rabbi Yehudah nach Israel zu ziehen. Ein Leben in der Diaspora sei für einen Juden ein Ding der Unmöglichkeit. Jeder Jude in der Diaspora muss sich innigst danach sehen, nach Israel zurückzukehren und nicht nur ab und an einmal kurz sagen, irgendwann werde er vielleicht einmal dorthin ziehen. 

Diaspora - Juden hören es nie gerne, doch Rabbi Yehudah hatte schon seinerzeit mehr als Recht. Die Mehrheit der Diaspora – Juden ist bis heute nicht bereit, dass bequeme Leben in der Diaspora aufzugeben und nach Israel zu ziehen. Genau wie damals die Juden Babylons, welche eigentlich von Nebuchadnezzar nach der Ersten Tempelzerstörung von Israel nach Babylon verschleppt worden waren, sich es dann aber in der Diaspora gemütlich einrichteten und nicht bereit waren, unter dem Propheten Ezra nach Jerusalem zurückzukehren, um den Tempel wieder aufzubauen.

Dienstag, 20. März 2012

Nach Mord in Frankreich: "Befinden sich Diaspora - Juden in Alarmbereitschaft ?"

B”H

Ich denke, dass der Mord an vier Juden in Frankreich alle Juden in der Diaspora in Alarmbereitschaft versetzen sollte. So toll sicher scheint es ja nun doch nicht zu sein, um sich in der Diaspora, trotz aller wirtschaftlichen Bequemlichkeiten, wohlzufühlen. Israel ist immer eine Alternative, aber davon wollen nicht gerade viele Diaspora – Juden hören und machen sich lieber selber etwas vor, indem sie sich einreden, das werde schon alles. Die Polizei sei ja da und "uns geht es doch wirtschaftlich besser als in Israel". 

Wer genau das sagt, der braucht sich nicht groß beschweren, wenn er hinterher doch angegriffen wird.

Samstag, 10. Dezember 2011

Ein Jude hat das Leben in der Diaspora satt


 Gesehen im Stadtteil Schechunat HaTikwah in Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Israel = Home sweet home ! 

Endlich einmal ein interessanter Artikel verfasst von einem Juden, welcher nicht über die Probleme der Aliyah (Auswanderung nach Israel) jammert, sondern sich auf die Vorteile konzentriert. Denn was geben Diaspora – Juden tatsächlich auf, wenn sie nach Israel ziehen ? Außer einem eventuell gesicherten Einkommen sowie sonstigem Besitz.


Links: 


Bevor Chanukkah zu Weihnachten wird

Donnerstag, 24. November 2011

TAGLIT (BIRTHRIGHT): Der perfekte Weg zur Aliyah ?


B”H 

Junge Juden bis zu einem bestimmten Alter haben die Möglichkeit, sich bei der internationalen Organisation “Birthright” (Hebräisch: TAGLIT) anzumelden, um auf diese Weise zwei bis drei Wochen Israel kostenlos zu geniessen. Inklusive Sterne – Hotels und Gruppentrips. Sinn und Zweck von “Birthright” ist es, so vielen jungen Juden wie möglich das Land Israel nahezubringen und ggf. zur Aliyah (Auswanderung nach Israel) zu animieren. In den meisten Fällen gelingt dies nicht, denn die Jugendlichen kehren zu ihren Eltern zurück, gehen auf das College oder die Uni und richten ihr Leben im jeweiligen Diaspora – Land aus. Der Israeltrip war toll und bleibt unvergessen, doch leben will man nicht gerade im Heiligen Land. Da bleiben jüdische Heranwachsende lieber im eigenen Land, wo es bequem ist, Jobs vorhanden sind und das Leben in geregelten sowie vertrauten Bahnen verläuft. 

Viele Israelis betrachten die Einrichtung “Birthright”, die vorwiegend von aussen gesponsort wird, als reine Geldverschwendung. Im eigenen Land leben Tausende Jugendliche unter dem Existenzminimum und dann rauschen Jugendliche aus der Diaspora an und machen im 5 – Sterne – Hotel Highlife. Ist das fair ? Warum nicht das Geld in die heimische Jugend stecken anstatt in ausländische Jugendliche, für die der Trip eh nur ein Abendteuerurlaub darstellt und die danach auf “Nimmer Wiedersehen” verschwinden ? 

Zahlreiche Israelis beschweren sich darüber zu Recht. Genau so übrigens wie über Neueinwanderer, die hierherkommen, ihre finanziellen Rechte abkassieren und, wenn das Geld aufgebraucht ist, in ihre Heimatländer zurückkehren. 

“Birthright” darf mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Was mich jedoch an der Organisation stört ist, dass hier auch Jugendliche akzeptiert werden, die aus einer Intermarriage stammen. Beispiel: Der jüdische Vater heiratete eine nichtjüdische Frau und demnach sind die daraus hervorgehenden Kinder keine Juden mehr. Es gibt Eltern, die ihre Kinder auf derlei Trips schicken, damit sie ggf. einen jüdischen Freund bzw. Freundin finden. Erschreckend ist, dass schlimmstenfalls das Kind mit einem nichtjüdischen Partner zurückkehrt. Und das ausgerechnet aufgrund von “Birthright”.