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Donnerstag, 1. November 2012

Israelisches Kino: "Fill the Void – Den Platz einnehmen – Me’male et Ha’Chalal"

B"H

Der israelische Film "Fill the Void" hat sich zu einem riesigen nationalen Kinoerfolg entwickelt.



 
Tausende Leute haben den Film bereits angeschaut und heute Abend werde ich mich diesen Massen anschliessen und ins Kino gehen. Soweit kann ich mir noch kein Urteil erlauben, aber nach dem Film werde ich eine kleine Kritik verfassen. 

Worum es in dem Film im Wesentlichen geht ? 
Um die chassidische Gesellschaft: Shira, Tochter aus chassidischem Haus, soll heiraten und der Zukünftige ist auch schon gefunden. Doch da stirbt ihre Schwester Esther bei der Geburt ihres Kindes und die Hochzeit kann, aufgrund der Trauer, nicht stattfinden. Esthers Witwer hat schon eine Frau gefunden, die ihn heiraten will, doch die wohnt in Belgien. Zusammen mit dem neugeborenen Sohn Mordechai will er deshalb nach Belgien umziehen, aber die Mutter von Shira und Esther will auf den kleinen Enkelsohn nicht verzichten und ihn in der Nähe haben. Deswegen kommt man auf die Idee, dass Shira den Platz ihrer verstorbenen Schwester einnimmt und deren Witwer heiratet, damit dieser nicht nach Belgien verzieht. 

Ob Shira dem nachgibt und auf ihre vorherige Liebe und Hochzeit verzichtet, um sich dem Willen der Familie zu beugen ? Das erfahre ich erst heute abend.:-)


Hier findet Ihr mehr Details:



Und hier ist ein kurzer Trailer mit englischen Untertiteln


Sonntag, 30. September 2012

Das Laubhüttenfest SUKKOT beginnt in wenigen Stunden

B"H 

Photo: Miriam Woelke


Am letzten Donnerstag nahm ich an der Einweihung einer neuen Thorarolle im Chabad Haus im Jerusalemer Stadtteil Rehavia teil. Eine tolle Feier, bei der ich viele Photos machte und einige Videos drehte. All das werde ich im laufe dieser Woche in meine Blogs stellen. 

Heute abend beginnt das achttägige Sukkot (Laubhüttenfest) und auch hierzu werde ich von den Events in Jerusalem berichten. Mit vielen Bildern und Videos. 

Sukkot in Jerusalem zu verbringen ist mit das Beste, was einem passieren kann und ich hoffe, anhand der Bilder die hiesigen Stimmungen den Juden in der Diaspora zu vermitteln. 

Auf Benjamin Netanyahus verkorkste Cartoon Skizze ("Bibi Bomb", siehe Sketch aus der heutigen YEDIOT ACHARONOT)), die er bei der UNO hochhielt, muss man nicht unbedingt eingehen. Kurz gesagt, die Welt und Israel lachten sich kaputt über den Donald Duck ähnlichen Bibi Cartoon. 

Am Schabbat hatte ich über Nacht Gäste und gestern abend dann, man höre und staune, zog allmählich der "Winter" ein. Trotz einer Hitze von 33 Grad Celsius begann es zu regnen. Nur ein paar Tropfen, aber es war der erste Regen seit April. Obwohl es immer noch sehr warm und schwül ist, trübt es sich ein und für Sukkot ist noch mehr Regen angesagt. 

Heute ist in Israel nur wieder ein "halber" Tag, denn um 17.00 Uhr beginnt das Laubhüttenfest. Morgen (Montag) ist Feiertag und alles wird geschlossen sein. Ab ca. 18.30 Uhr werden die Busse allerdings wieder fahren und dann geht es so richtig los mit den Sukkotfeiern. Ab Dienstag werde ich über viele Events aus Jerusalem berichten. 



Eine der vielen Hundert Sukkot (Laubhütten) in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

CHAG SAMEACH – SCHÖNE FEIERTAGE ! 

Montag, 19. September 2011

Trip nach Ramat Gan und Bnei Brak

B"H

Heute war ich einige Stunden lang in den Nachbarstaedten Ramat Gan und Bnei Brak, wobei ich in Bnei Brak viele chassidische Synagogen photographierte und etwas Rosh Hashana - Atmosphäre schnupperte. Am Abend des 28. September beginnt das jüdische Neujahrsfest und an diesem Samstag abend beginnen die Selichot - Gebete der aschkenazischen Judenheit. Von daher schaute ich mich nach einigen Synagogen sowie chassidischen Tischen um, die an diesem Schabbat etwas anbieten. Fündig wurde ich auch.:-)))


Bialik Street in Ramat Gan



Im Stadtteil der chassidischen Gruppe Vishnitz (Kiryat Vishnitz) in Bnei Brak

Photos: Miriam Woelke

Montag, 29. August 2011

Der Lubawitscher Rebbe & Rabbi Israel Odesser bei der Zeltdemo auf dem Rothschild Boulevard

B"H

 Einmal eine andere Variante der Zeltdemo am Rothschild Boulevard in Tel Aviv:

http://hamantaschen.blogspot.com/2011/08/der-lubawitscher-rebbe-rabbi-israel.html

Freitag, 12. August 2011

Was steckt hinter der Breslover "Na Nach Nachman Me'Uman" Bewegung ?

B”H

Wer etwas mehr zu einem der zahlreichen Movements der chassidischen Gruppe Breslov wissen will, findet hier viele Informationen:


Wofür stehen die lustigen und immer tanzenden Chassidim der Na Nach Nachman Bewegung ? In Israel steht fest, dass der Anführer Daniel Ambash einen Kult betreibt und noch dazu mit seinen sechs Frauen und fünfzehn Kindern in einem Haus lebt. Jetzt wurde er wegen Ausnutzung der Frauen, Versklavung und sexuellem Missbrauch verhaftet.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Leserfrage: Chassidische Gruppen in Deutschland ?


Straßenszene im ultra - orthodoxen Ge'ulah / Jerusalem
Photo: Miriam Woelke
B”H

In einer e – mail fragte mich ein Leser, ob und wenn ja, welche chassidischen Gruppen in Deutschland ansässig sind. Meine Antwort fiel recht kurz aus: Deutschland war noch niemals das Land der Chassidim. Und das schon lange in der Zeit vor dem Holocaust. Dass man in deutschen Landen nicht unbedingt auf chassidische Gemeinden stößt ist bis heute so geblieben.

Allerdings hat sich, wie schon vorher weltweit, die chassidische Gruppe Chabad (Lubawitsch) in mehreren Chabad Häuser niedergelassen. Wer will, der kann sich bei Chabad Deutschland informieren. Wer dagegen anderweitige Chassidim sehen will, der muss sich nach Wien, Zürich, Antwerpen, London oder Manchester begeben. Oder gar gleich nach New York oder Israel.

Dienstag, 15. Februar 2011

"Na Nach Nachma Nachman Me'uman" - Die Breslover Chassidim unterwegs


Photo: Miriam Woelke

B"H

Touristen wissen mit den offensichtlich "lustigen" Gestalten am Kikar Zion (Zionsplatz) in Jerusalem kaum etwas anzufangen. Ein bestimmter Teil der Breslover Chassidim steht singend und lachend dort oder tanzt wild auf einem Autodach durch die Stadt. Nebenbei werden CDs und Literatur verkauft. 

Was sind das fuer Leute, die da so offen religiös herumflippen ?
Mehr Infos HIER !

Und noch mehr Details HIER !

Und HIER geht es zu einer Sparte des Breslover Movements auf Deutsch. Allerdings repräsentiert die Website längst nicht die gesamte Chassidut Breslov !

Weder gehöre ich der chassidischen Gruppe Breslov noch einer andere Gruppierung an, doch wer nach Israel kommt, der kann jenem Breslover Trend, der von Neureligiösen eingeführt worden ist, kaum entgehen. Wundert Euch daher nicht, wenn chassidisch aussehende Leute öffentlich singen und tanzen.

Mittwoch, 10. November 2010

Wie ultra - orthodoxe Juden den Holocaust sehen

B"H

Vor einiger Zeit verfasste ich einen längeren Artikel zum Thema und möchte dem Inhalt einige kurze Aspekte hinzufügen.

Viele chassidische Gruppen reden bis heute nicht offen über den Holocaust, welcher so vielen Chassidim das Leben kostete. Ich kenne einen Belzer Chassid, der seinen Kindern nichts zum Thema "Holocaust" lehrt. Einmal davon abgesehen, dass der Holocaust des Dritten Reiches eine Katastophe für das jüdische Volk war; nichtsdestotrotz eine Katastrophe unter vielen innerhalb der Geschichte des Volkes. Allzu oft vergessen wir leider allein schon die Zeit der Inquisition und wieviele Juden von der Kirche des Mittelalters gefoltert und schlimmstenfalls hingerichtet worden sind. Der Holocaust des Dritten Reiches unterscheidet sich vielleicht durch seine durchorganisierte Ausführung, insgesamt jedoch steht er für eine Katastrophe unter vielen.

Die Haredim (Ultra - Orthodoxen) gedenken der Holocaustopfer am Halbfastentag 10. Tevet (fällt in diesem Jahr auf den 17. Dezember 2010). Ein Trauertag mit Tradition und, u.a., wird an dem Tag jener toten Juden gedacht, deren Ort der Beerdigung / Ort des Grabes unbekannt ist.

Die chassidische Gesellschaft, einschliesslich Chabad, ignoriert die Shoah keineswegs, aber was sie tut ist, grossen Wert auf religiöse Aspekte zu legen. Es werden keine Holocaust - Gedenkreden geschwungen, sondern es wird sich hingesetzt und Thora gelernt. Dies schon allein aus dem Grund, die Seelen der Toten zu erhöhen, wie die jüdische Tradition besagt. Religiöse Juden gedanken anders und nicht nur an einem einzigen Tag.

Hunderttausende Mitglieder verloren die Chassidim im Holocaust. Danach herrschte allgemeines Entsetzen. Warum liess G - tt soetwas zu ? Hatten die Juden etwas falschgemacht ? Wozu diente der Holocaust und was sollen die Juden daraus lernen ?
Sehr intensive und eindringliche Fragen innerhalb des Kreises der relig. Juden.
War es die Assimilation ? Der aufkommende Zionismus ? Das Reformjudentum ? Was ? Warum mussten die Juden in der organisierten Todesfabrik Trelinka umkommen ?

Bis heute wird die Tradition des Thoralernens aufrecht erhalten. Man konzentriert sich auf relig. Aspekte. Zu leugnen sei trotz allem nicht, dass besonders die haredische Gesellschaft nach dem Holocaust die verlorenen Generationen wettmachen wollte, indem man mehr Kinder gebar.

Ein furchtbares Thema für chassidische Gruppen und bis heute gilt Deutschland teilweise als Abbild des Judenhassers "Amalek". Daran wird sich wenig ändern, denn vor 2000 Jahren sprach schon der Talmud davon (siehe Megillah 6b sowie Yoma 10).

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Weitere Links zum Thema:


- Rabbi Kalonymus Kalman Shapira

Samstag, 16. Oktober 2010

"Eine gute Woche - Shavua Tov"


In der Altstadt von Tiberias.

Photo: Miriam Woelke

B"H

Der Schabbat ist gerade zuende gegangen und morgen früh geht es auf zwei Wochen zurück nach Jerusalem. Meinen Job in der Bäckerei beenden, um ab November umzuziehen.

In der letzten Woche schaute ich mir einige Wohnungen in Tiberias an, will dies aber in der nächsten Zeit noch fortsetzen. Es gibt viele Angebote und, kaum zu glauben, super günstig. Kein Wunder, denn wer will in den Norden ziehen, wenn die Arbeitsangebote nicht gerade auf der Strasse liegen.
Eine 4 - Zimmer - Wohnung gefiel mir besonders. Mietpreis: 1500 Schekel = ca. 300 Euro. Nur frage ich mich, was ich mit den vier Zimmern mache, denn soviel an Habe besitze ich nicht, um den freien Raum auszufüllen.

Hätte ich nicht das Chabad - Hostel in Zfat im voraus gezahlt, dann hätte ich den jetzt ausgeklungenen Schabbat in Tiberias verbracht. Aber naja; litt ich halt noch einmal durch die ausgesprochen starke lokale "Meschiach - Theorie" der Chassidut Chabad. Zfat ist besonders mit Meschichisten durchsetzt. Chabadnikim, die da glauben, der im Juni 1994 verstorbene letzte Rebbe Menachem Mendel Schneerson ist der Meschiach.

Gestern morgen war ich in Tiberias und nachdem ich einige private Dinge erledigt hatte, ging ich ins "Aroma" Cafe, wo ich dann zur grossen Überraschung ein junges Paar aus Jerusalem traf. Kunden unserer Bäckerei, die ebenfalls eine Wohnung in der Umgebung suchen. Unglaublich viele Jerusalemer zieht es raus aus der Stadt, doch denken die meisten halt zuerst an das wirtschaftliche Auskommen und obwohl es recht viele in den Norden zieht, endet die Mehrheit in der Jerusalemer oder Tel Aviver Umgebung, wo ein Jobangebot besteht. Ferner war Achmadinejad gerade im Libanon und dabei auch an der Grenze zu Israel. Die Nordbewohner sind sich sicher, dass der Iran zusammen mit der libanesischen Hizbollah etwas Mieses gegen Israel plant. Noch dazu wo viele Grenzbewohner behaupten, sie haben in der letzten Zeit keine UN - Soldaten, sondern iranische Soldaten aus libanesischer Seite gesehen.
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Ab Montag beginne ich meine Berichte zu Lotte Eisenberg, 1909 - 2000, sowie zur weiteren Persönlichkeit von Tiberias, Dona Grazia, 1510 - 1569.

Mittwoch, 25. August 2010

Neuer Chabad Schaliach in Rehavia oder "Wie entsteht ein neues Chabad Center" ?

B"H

Heute morgen traf ich mich mit dem neuen neuen Schaliach (Abgesandten) der chassidischen Gruppe CHABAD (Lubawitsch) des Jerusalemer Stadtteiles Rehavia und er beantwortete meine Fragen:

Freitag, 6. August 2010

Schabbat Schalom


Gesehen in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke


B"H

Freunden aus Jerusalem Tel Aviv zeigen und ausserdem relaxen. So schaut dieser Schabbat bei mir aus. Das Herumgeschwitze nicht zu vergessen, denn es ist heiss und feucht. Aufgrund der Hitze und einem biologischen Vorgang im Meer, der den Abbau des Abwassers von Tel Aviv unmöglich zu machen scheint, wurden mehrere Strände entlang der Küste geschlossen. In Tel Aviv, unter anderem, der Strand vor dem Hilton Hotel. Ins Wasser gehe ich jedenfalls nicht, denn wer weiss, was da so herumschwimmt,

Die Zeitungen sind voll Trauer, denn sieben Personen starben gestern bei einem Zugunglück nahe Kiryat Gat. Eine Minibusfahrer übersah die Bahnschranke, fuhr auf die Gleise und wurde von einem Zug erfasst. Die im Minibus sitzende Familie Bernstein starb auf der Stelle. Nur der Fahrer sowie ein Familienmitglied überlebten.





Die Bernstein Familie. Nur der Bräutigam überlebte. 
Die Familie stammt aus in Beitar Illit und gehört der chassidischen Gruppe Karlin - Stolin an.




Am 7. September will Noam Shalit, der Vater vom gekidnappten Soldaten Giald Shalit, seine eigene FLOTILLA starten. Von Ashdod soll es nach gaza gehen. Nein, nichts Illegales, denn Noam Shalit ist mit der israelischen Armee in Kontakt. Alles soll im legalen Bereich bleiben, aber man will so nahe an Gaza (Gilad) heran, wie nur möglich.
Auf Zeitungsphotos macht Noam Shalit einen zu allem entschlossenen Eindruck.

Wer dieser Tage sein Tässchen Kaffee in der Kaffeehauskette "The Coffee Bean" (in Israel) geniessen will, der sollte sich etwas beeilen. Die Kette rutschte in die Miesen und zeitweilig wurde der Filiale im Dizengoff Center (Tel Aviv) das Wasser abgestellt, da die Rechnungen nicht bezahlt worden waren. Alles in allem ist "The Coffee Bean" viel zu teuer für den Verbraucher und der Kaffee selber ist auch nicht gerade überragend.

Gestern war ich wieder einmal in Tel Aviv - Süd unterwegs. In Gegenden, die ich nie zuvor gesehen hatte, geschweige denn wusste, das sie existierten. Prostituierte hinter Türen oder draussen sitzend, torkelnde Junkies oder besoffene Afrikaner, die herumgröhlen (nahe Yad Charutzim). Wer meint, die Finn Street sei schlimm, der gebe sich in die umliegenden Gassen.

Die RAINBOW Crocs Filiale in Bugrashov Street / Tel Aviv macht eine Art Schlussverkauf und verkauft Crocs für nur 99 statt der fast üblichen 200 Schekel.

"Schabbat Schalom" an alle Leser und geniesst das "Nicht Tel Aviv Wetter", wenn Ihr Euch woanders befindet !

Donnerstag, 24. Juni 2010

Tanzende Na Na Chassidim in Jerusalem

B"H


Die Na Na - Chassidim ,eine New Age Sparte, der Chassidut Breslov gehört in Jerusalem, Tel Aviv oder andernorts zu keiner Sensation mehr. Immer sind sie da und tanzen mitten auf der Strasse bei "full volume" zu ihren Na Na New Age Techno songs. Gestern rauschten sie wieder einmal durch die Agrippas Street am Jerusalemer Machane Yehudah Markt.



Photo: Miriam Woelke

Dienstag, 30. März 2010

Moadim le'Simcha - Tolle Zwischenfeiertage

B"H

Es ist Pessach und der erste Feiertag ist in Israel gerade zuende gegangen. In der Diaspora ist dies erst morgen abend der Fall. Sonne und warmes Wetter machen den Feiertag doch noch zu einem Ausflugsevent. Schon heute war der Tel Aviver Strand übervoll.

Die Pessach Seder wurde bei Chabad in Ramat Aviv draussen gefeiert und alles erinnerte eher an Sukkot (Laubhüttenfest). Trotz ursprünglich anderer Pläne fuhr ich letztendlich kurz vor Beginn des Feiertages mit dem letzten Bus nach Ramat Aviv; Tel Avivs reicher Norden oder anders gesagt "Ramat Aviv - das Beverly Hills von Tel Aviv".

Seit einiger Zeit hat sich Chabad dort niedergelassen und innerhalb eines Shopping Centers eine Synagoge sowie eine Yeshiva (relig. Schule) errichtet. Man breitet sich aus und die meist säkuleren Ramat Aviver sind nicht gerade begeistert. Beschwerden gab es. Vor allem das sich Chabadnikim vor den Schulen postieren und Jungen Tefillin (Gebetsriemen) anlegen lassen. Eigentlich eine Mitzwah, doch die Eltern ahnen eine Ausbreitung von Chabad oder der Religion überhaupt.

Gestern abend allerdings hatten die Chabadnikim ca. achtzig Sedergäste. Darunter die Mehrheit aus Ramat Aviv; Leute, die ansonsten niemanden zur Pessach Seder hatten und alleine waren. Jenen Leuten ermöglichte Chabad ein tolles Event, genauso wie weltweit die Chabad Schlichim Pessach Seders veranstalteten. Tausende Juden im Ausland bekamen so ihre Seder und koscheres Essen.

Was ich nicht wusste war, dass die Chabadnikim von Ramat Aviv "Meschichisten" sind. Jener Teil von Chabad, der glaubt, dass der siebte und letzte Lubawitscher Rebbe Menachem Mendel Schneerson der Meschiach ist. Und so kam es dann auch bei Abendgebet "Maariv" zu Meschiachrufen "Yichi Adonenu …".

Ich traf relativ früh ein und so half ich Chabad bei den letzten Vorbereitungen. Zumindest bin ich jetzt im Besitz einer "Meschiach Plastiktüte". Einer großen weissen Tüte mit einer gelben "Meschiach Krone" darauf. Und einer "Meschiach Hagaddah" zur Seder gab es auch.:-)

Es war ein tolles Event, nur dauerte es zu lange, denn der Rabbi liess sich ungemein Zeit. Wer Israelis kennt, der weiss, dass sie schnell gelangweilt sind, wenn nichts vorwärts geht. Der Rabbi redete und nach einer Weile knabberten schon die Ersten an den Mazzot. Als gegen Mitternacht das Essen aufgetragen wurde, blieb auch noch eine Fischgräte im Hals eines achtjährigen Jungen stecken und die Mutter keifte hysterisch. Man half und die Gräte flog heraus.
Danach wurde Fleisch und Huhn aufgetragen und ich machte mich langsam auf den Heimweg, der aus 1,5 Stunden Laufen bestand. Gegen kurz vor drei Uhr fiel ich endlich ins Bett, doch mit Chabad Ramat Aviv bleibe ich in Kontakt.

Den Mittwoch und Donnerstag will ich für diverse Ausflüge nutzen; wie alle Israelis auch. Das Land ist auf den Beinen und bei dem idealen sonnigen Wetter werden die Ausflugsziele überlaufen sein. Es gilt, sein Essen mitzubringen oder vorher im Supermarkt einzukaufen, denn an Pessach ist alles doppelt so teuer. Selbst das Eis.

Sonntag, 28. März 2010

Montag, 12. Oktober 2009

Chassidut Breslov auf Deutsch

B"H

Wer sich für chassidische Inhalte interessiert:

Rabbi Shalom Arush, ein Breslover Chassid aus Jerusalem, stellte eine neue interessante Site auf Deutsch ins Net.


Freitag, 9. Oktober 2009

Schabbat Schalom


Photo: YNET

B"H

Jerusalem ist heute voll Spannungen, denn die Palis ziehen ihr Freitagsgebet auf dem Tempelberg ab. Die israelischen Behörden lassen aus Sicherheitsgründen nur Moslems über 50 Jahre zu.
Schon in der Nacht strömten Tausende Polizisten nach Jerusalem, Akko, Ramle, Haifa oder Yaffo, denn die palästinensischen Ausschreitungen können sich in Windeseile im ganzen Land ausbreiten und eine "Mehrfrontenintifada" entfachen. Dies sahen wir bereits in der Vergangenheit und wer da leichtfertigerweise behauptet, dass in Städten wie Yaffo, Haifa oder Ramle Juden und Araber friedlich zusammenleben, der hat keine Ahnung. Heute machen die Palis auf Frieden und sobald etwas geschieht, hängen sie allesamt gegen Israel zusammen.

Während des neulich erst zuende gegangenen Ramadan herrschte absolute Ruhe auf und um den Tempelberg, denn die Palis kooperierten mit der israelischen Polizei. Sobald jedoch das jüdische Fest Sukkot begann, flippten die Palis aus und begannen ihre Krawalle.
Juden in der Altstadt sind ihnen ein absoluter Dorn im Auge. Noch dazu, wo am Sukkot Tausende Juden ins jüdische Viertel gehen und die Kotel (Klagemauer) besuchen. Diesen Anblick ertragen die Palis nicht, denn er erinnert sie wohl zu sehr daran, dass Juden im Land sind und dieses den Juden gehört.

Eine Dritte Intifada ist im Gespräch und die Welt geht schon wieder mit der Pali - Propagandamaschinerie. Israel und die Juden seien schuld an den Ausschreitungen.
Kein Wunder, dass die Welt irgendwie hirngeschädigt zu sein scheint, denn lt. aktuellen Untersuchungen ist bereits heute jeder VIERTE Weltbürger ein MOSLEM ! Europa ist auf dem besten Wege der Islamisierung und wer glaubt, ich übertreibe, der informiere sich vorher eindringlich. Die besten Beispiele bilden England, Frankreich, Spanien und sogar die Islamische Bundesrepublik Deutschland.

In Tel Aviv geht es derzeit wesentlich entspannter zu. Heute nachmittag fahre ich jedoch zum Schabbat ins gespannte Jerusalem.

Allen Leser wünsche ich SCHABBAT SCHALOM und noch zwei weitere Tage ein tolles Sukkot. Ab Sonntag kehrt in Israel wieder der Alltag ein und somit auch Alltag in meinen Blogs.

Montag, 22. September 2008

Auffanglager: Religion

B"H

Eine Freundin meinte einmal zu mir, dass viele, die es im Leben zu nichts bringen, religiös werden, weil sie dann einen Rabbi um sich haben, der ihr Leben ordnet und ihnen sagt, was sie tun und lassen sollen. Manche würden nämlich glatt auf sowas fliegen, damit sie nicht selber gezwungen sind, ihr Hirn zu benutzen.

In gewissem Sinne stimme ich dieser Behauptung zu. Natürlich sind nicht alle, die relig. werden, irgendwelche Looser im täglichen Leben. Trotzdem habe ich vor allem in letzter Zeit Gegenteiliges erlebt. Besonders chassidische Gruppen wie Chabad und Breslov nehmen sozial Gestrandete bei sich auf. In ihren Yeshivot (relig. Schulen) oder in anderweitigen Unterkünften. Sie geben ihnen Essen und zumindest ein Bett oder eine Synagogenbank. Wieviele Sozialfälle in Jerusalems Synagogen übernachten ist unbekannt.

Insbesondere gestrandete Männer werden von Breslov oder Chabad wieder einigermassen aufgepäppelt. Diese Taten sind meines Erachtens nach hoch zu würdigen und alle Achtung jenen, die sich für eben jene Leute einsetzen.

Aber alles hat zwei Seiten und bei beiden Gruppen sind die aufgenommenen Gestrandeten mehr oder weniger verpflichtet, am Ideologieprogramm der jeweiligen Gruppe teilzunehmen. Falls nicht, wartet erneut die Straße.

Aber kann man das Breslov oder Chabad übel nehmen ?
Ehrlich gesagt habe ich keine Antwort darauf. Vielleicht ist es vielen, die in eine soziale Notsituation geraten teilweise egal, Hauptsache sie haben ein Dach über dem Kopf. Dennoch, interessant sind derlei Fälle allemal.

Sonntag, 6. Juli 2008

Bnei Brak und die Vorurteile


Bnei Brak im Vordergrund mit Blick auf die Bürotürme in Ramat Gan



B"H

Nein, es wagen sich nicht viele Touristen in die Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv. Und falls ja, dann handelt es sich vorwiegend um jüd. - relig. Touristen. Verirrt sich tatsächlich ein nichtjüd. Tourist in die Stadt, so geht er bestenfalls die Haupt - und Einkaufsstraße Rabbi Akiva einmal auf und ab und meint, das wars.

Genau das war es eben nicht, denn er wirklich an Bnei Brak und seinen haredischen Bewohnern interessiert ist, der kann und darf sich nicht mit der Rabbi Akiva oder der Jabotinsky (nach Petach Tikwah führend) zufrieden geben.

Wer in Tel Aviv oder Umgebung erzählt, er fahre nach Bnei Brak, der bekommt oft sarkastische Kommentare zu hören. Bnei Brak, was sei denn da außer Haredim (Ultra - Orthod.) ?

Das Vorurteil ist nicht ganz unwahr, doch kann ich dem mit Sicherheit hinzufügen, dass es dort extrem nette hilfsbereite Leute gibt. Außer der riesigen Coca Cola Fabrik Israels. Bnei Brak ist statistisch betrachtet die ärmste Stadt Israels; der Sarkasmus läßt da vielleicht verlauten, dass die hohe Bevölkerungszahl der Haredim meist nicht arbeitet und die Männer auf Yeshivot oder im Kollel (Yeshiva für verheiratete Männer) lernen. Das stimmt, doch gibt es andererseits viele Haredim, die durchaus arbeiten. Aber Bnei Brak wäre nicht Bnei Brak, wenn es trotzdem nicht überleben täte. Und außerdem leben in der Stadt einige ganz wenige Säkulere sowie Nationalreligiöse auch.

Mit den Buslinien 51 oder 54 (relig.) kommt man bequem von Tel Aviv nach Bnei Brak. Beide Linien halten in der ewig langen Jabotinsky Street, die sich von Ramat Gan nach Petach Tikwah schlängelt. Tel Aviv, Ramat Gan, Bnei Brak, Petach Tikwah, das ist die Route. Kurz nach der Einfahrt in Bnei Brak befindet sich rechts die Rabbi Akivah Street. Die Rabbi Akivah ist die Hauptstraße der Stadt und dort bummeln die Haredim. Restaurants, relig. Shops, relig. bzw. anständige Kleidung, dies alles ist dort zu finden. Nichtjüdischen Touristen möchte ich anraten, nur in anständiger Kleidung, Männer mit Kopfbedeckung und Frauen in langem Rock, durch die Straßen zu laufen. In Bnei Brak ist man keine Touristen gewöhnt. Überhaupt reagieren die Bewohner zuerst skeptisch Fremden gegenüber; redet man jedoch ersteinmal mit ihnen, entwickeln sich tolle Gespräche. Mit Englisch aber ist absolut kein Weiterkommen. Hebräisch ist ein Muß oder bestenfalls ein gutes Jiddisch.

Am letzten Freitag, etwas mehr als eine Stunde vor Schabbatbeginn, stand ich in der Rabbi Akivah und wußte nicht unbedingt weiter. Chassidische Synagogen bzw. Tische der jeweiligen Rebben wollte ich besuchen. Nur wo beginnen, wenn man sich nicht auskennt ? Mit einiger Nachfragehilfe fand ich dann schnell das Gebiet, in denen alle in Bnei Brak ansäßigen chassidischen Gruppen versammelt sind und dann brauchte ich nur noch aus dem Vollen zu schöpfen. Alles war da und wenn ich Leute befragte, so gaben die sich hilfsbereit. So zum Beispiel eine Frau der chassidischen Gruppe Vischnitz, die mir ausführlich die Umgebung zum Vischnitzer Stadtteil "Kiryat Vischnitz" erklärte.

Es war positiv, dass sich die Chassidim so dermaßen in nur einem bestimmten Gebiet ansiedelten, denn so brauchte ich nie allzu lange laufen. Ansonsten herrschen in der Stadt die litvischen Juden mit ihren großen Yeshivot "Ponibezh" oder "Chazon Ish".

Einen Besuch Bnei Braks, kann ich demjenigen empfehlen, der sich mit der haredischen Gesellschaft auskennt und Hebräisch sprich. Wer sich ernsthaft für chassidische Gruppen interessiert, der wird überall fündig.

Aber wie gesagt, im Gegensatz zu Mea Shearim in Jerusalem sind die Bnei Braker keine fremden Besucher gewohnt und sind skeptisch ihnen gegenüber. Von daher braucht man etwas mehr Geduld, was sich jedoch hinterher auszahlen kann.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Feuerwerk & Hoffnung

B"H

Das beste Feuerwerk, welches ich jemals in meinem Leben sah, fand gestern abend in Tel Aviv statt. Tausende hatten sich mit Kind und Kegel auf dem "Kikar Rabin - Rabin Square" vesammelt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Gleichzeitig gab es eine gigantisce Laser - Show.

Der einzige, der störte, war der extreme linksgerichtete Bürgermeister Ron Hulda'i, der die Veranstaltung ziemlich auf "Friedensinitiative" getrimmt hatte. Jedenfalls zeigten die Dias auf den Leinwänden genügend Friedensschmalz mit Tauben.

Tel Aviv versteht zu feiern und investierte viel. Die Zuschauer dankten.

Kikar Rabin am gestrigen Abend (Beginn des Independence Day)



Aber nicht nur am Kikar Rabin vor dem Rathaus wurde gefeiert. Die Breslover Chassidim machten nach Mitternacht die Shopping Mall Dizengoff Street unsicher. Wild zur Techno Music tanzend blockierten sie den Verkehr, was jedoch niemanden störte. Es war Party Time und die Zuschauer genossen die Breslov Show.