Montag, 3. Januar 2011

Judentum steht für mehr als Opferrolle

B”H

Gut, dass endlich einmal ein Zentralratsvorsitzender bemerkt, dass Judentum aus mehr als aus einer Opferrolle besteht. Anscheinend verpasste das deutsche Judentum diese Einsicht nach dem Holocaust. Jedenfalls solange, bis sich engagierte Rabbiner niederliessen und vor allem jungen Juden etwas über das Judentum lehrten. Jüdische Identität, Halacha, Thora und nicht nur das Einheitsgeseusel jener Rabbiner, die lediglich kommen, um Ruhm und Geld abzukassieren. 

Obwohl ich nicht immer der ganz grosse Chabad – Freund bin und vieles zu kritisieren habe, so ist es dennoch das chassidische Chabad – Movement, welches in Deutschland auf jüdischer Seite etwas bewegt. Fast alle anderen orthodoxen Rabbiner wollen Pöstchen wahren und nicht beim Vorstand anecken. Somit bleibt die Thora nicht nur im Holocaust stecken, sondern ebenso in vielen Gemeindevorständen.

Kommentare:

  1. Shalom,

    deutsches Judentum gibt es nicht, selbst vor der Shoah gab es nur kleine Inseln deutschen Judentums, zB Isaak Breuer.

    Rabbinern sind in Deutschland die Hände gebunden wenn der jeweilige Vorstand nicht mitspielt.
    Die wenigsten Vorstände sind jüdisch und es werden Gemeinden künstlich aufrecht gehalten die man schon vor Jahrzehnten hätte zumachen sollen.
    Gemeinden mit 1000 Mitgliedern gehören dichtgemacht und nicht für die Städte und Kommunen aufrechterhalten. Ist die Gemeinde noch dazu in russischer Hand, kann man es komplett vergessen. Jüngere, religiöse Mitglieder wandern ohnehin in Grossgemeinden ab.

    Chabad schafft eine Art künstliche Insel des Judentums, mehr nicht, zu wirklichem, dauerhaften Kiruv sind Chabadniks allgemein kaum fähig.
    Paar nette Parties, das wars meist schon.

    Ausserdem, die jüngeren Gemeindemitglieder sprechen fliessend Deutsch, Rabbiner die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, braucht man nicht.

    Kol Tuv

    Joshua

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  2. B"H

    In meiner Ex - Gemeinde war es eher umgekehrt: Wer nicht Russisch konnte, war OUT. Diejenigen, die Deutsch konnten, kann ich mit dem Finger an einer Hand abzaehlen. Interessiert am Lernen waren die Russen aber, nur der Rabbiner hatte weder Interesse noch Zeit fuer sie, denn er hockte lieber mit Buergermeister, christlichen Sponsoren oder dem bayerischen Innenminister zusammen, um sich einen Namen zu machen.

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  3. Ist richtig was Du schreibst, vor ein paar Jahren war es auch so, kein Russisch und man war raus.

    Die über 5jährigen sprechen nahezu alle fast akzentfreies Deutsch und sind integriert.

    Die grossen Gemeinde haben dafür gesorgt das nicht zuviele russische Einwanderer Mitglieder wurden, die kleinen Gemeinden haben jetzt einen Russenanteil von Minimum 95%, die Gemeinden sind meist unregierbar.
    G-ttesdienste finden nur als Alibifunktion statt, Hauptanteil ist "russischer Heimatverein" inklusive Veteranenclub!

    Wir haben das Glück einen extrem engagierten Rabbiner zu haben, er spricht auch Russisch und Deutsch, sehr nett.

    Ich glaube das Rumgehocke bei Bürgermeister und Konsorten hat sich etwas gegeben, kam wohl verständlicherweise nicht so gut an.

    Eine Gemeinde steht und fällt mit dem Vorstand, einige Gemeinden haben das tatsächlich gelernt.
    was nutzt es sich eine riesige, teure Synagoge hinzustellen wenn es nur eine Kiddush- bzw. Kaddischgemeinde ist?

    Laila Tov

    Joshua

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  4. B"H

    Wenn ich so lese, wie sich einige kleine dt. - jued. Gemeinden so ihre riesigen Synagogen leisten, frage ich mich auch WOFUER. Was nuetzt der grosse Bau, wenn keine Juden da sind ?

    In unserer Gemeinde kamen die Russen entweder vor oder nach dem Shoppen am Schabbat. Mit Einkaufstueten oder nach dem Kiddusch (wenn alles weggefressen - im wahrsten Sinne des Wortes) ging es hinueber in den Supermarkt.

    Im Gemeinderaum gab es einen Fernseher mit Kabelanschluss und es wurde ausschliesslich alles auf russisch geschaut. Man kam sich vor wie in Moskau.

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  5. Prestige! Ausserdem schmücken sich Städte gerne mit Synagogen um so ihre Stadt aufzuwerten, nebenbei spielt dümmlicher Philosemitismus sicherlich auch eine Rolle.
    Juden kümmern nicht, Hauptsache der Bau steht.

    Korrekt, das war bei uns auch so, die kamen mit Taschen zur Gemeinde. Man hätte auf dem flohmarkt eher eine Minjan haben können als um 9 Uhr am Shabbat in der Synagoge.

    Richtig, früher sind die Russen über den Kiddush hergefallen, auch die Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Ich merke das wenn ich Montags oder Donnerstags in der Synagoge bin, mindestens 20 Personen, viele mit Teffilin und beim Kiddush gehts gesittet zu, Sprache ist Deutsch.

    Mit dem TV das kenne ich auch, Satellit auf dem Dach und während Kabbalat Shabbat (!!!!) haben einige oben TV geguckt! Die Gemeinde hatte keinen Rabbiner und dem Vorstand war es gleichgültig. Zitat: "Wir sind Demokratie! "

    Gab da noch ganz andere "Hits", teilweise musste man wirklich lachen. Wie gesagt, das ist jetzt über 10 Jahre her!

    Komisch, in solche Gemeinden kommt kein Chabad, immer schön an Grossgemeinden heften wo ohnehin alles einigermassen gut läuft.

    Hab ich damals einen von Chabad drauf angesprochen, Antwort: "Da gibt es Juden??" Peinlich!

    Eine Gemeinde muss 100% koscher und torahtreu geführt werden, das nehmen Leute ernst.

    Joshua

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  6. B"H

    Die Chabad - Politik erlaubt es nur, sich als Shaliach dort niederzulassen, wo sich halachische Juden befinden. In meiner frueheren Gemeinde Fuerth wollte sich Chabad erst gar nicht niederlassen. So sagte mir der Verantwortliche fuer die Shlichim im Headquarter in Crown Heights.

    Mittlerweile entsandte Chabad einen Shaliach nach Nuernberg, doch wie es da laeuft, weiss ich nicht. Nuernberg ist normalerweise reform und hat eine einzige Reformsynagoge. Mit dem Vorsitzenden steht ein Pseudo - Jude an der Spitze, dessen Mutter reform konvertierte. Aber in Deutschland geht halt vieles durch.:-))))))

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