Montag, 31. Januar 2011

Freund verloren

B”H

Ägypten hin oder her, mich beschäftigt seit gestern etwas ganz anderes privater Natur. Ich fand heraus, das eine meiner besten Freundinnen, die vor nur ganz wenigen Jahren zum Judentum konvertierte und wir, ihr Bekanntenkreis, voll und ganz hinter ihr standen, sich als Messianic entpuppte. Bedeutet, dass sie aus einem falschen Anlass zum Judentum konvertierte, aber dennoch den christlichen Glauben beibehält.Und zwar in fanatischer Form.

War ich geschockt ? Nein, denn ein gewisser Verdacht bestand bei mir immer. Gestern dann kam die bittere Wahrheit, die da schlimmer war als alle Vermutungen. Dass der Bekanntenkreis jetzt dumm dasteht, stört mich wenig; was mir jedoch zu schaffen macht, ist die Frechheit mit der sie ehrliche Freundschaften ausnutzte. Daran habe ich zu kauen und wer mir nochmal als anscheinend so gläubiger Christ daher kommt und zum Judentum konvertieren will, braucht sich nicht wundern, einen Tritt in den Hintern zu bekommen. Ungeschoren kommt die betreffende Person auch in diesem aktuellen Fall nicht davon. 

______________________________




Zwischenzeitlich hatte ich eine lange Telefondiskussion mit meiner Freundin und stellte sie zur Rede. Das Resultat ist, dass wir uns zu einem persönlichen Gespräch treffen. Ferner gestand sie, keinen anderen Job gefunden zu haben als bei der messianischen Firma. Sie erledige die Buchhaltung und es gebe noch mehr orthodoxe Juden, die ihren Job machen und sich nicht mit der Theologie der Firma beschäftigen. Die Firma schweigt sich über ihre Theologie aus und jeder geht nach der Arbeit seine Wege.

Da ich die Lebensumstände der Freundin kenne, muss ich ihr das so glauben. Oder wie ein befreundeter Rabbiner mir gerade sagte: Man respektiere, aber sei wachsam.

Kommentare:

  1. Shalom,

    so schlimm und trauig es ist, was will man in so einem Fall tun?

    Diese Person war sozusagen gehirngewaschen, kein Mensch wird durch das Lesen des "NT" christ oder durch das Lesen des Korans muslim.

    Sein Giur ist damit hinfällig, seine israelische Staatsbürgerschaft wohl nicht, die wird ja kaum israelischen (nicht jüdischen!) Neonazis aberkannt.

    Hat er versucht euch/Dich irgendwie von seinen Ansichten zu überzeugen? Wie hat er denn nach dem Giur gelebt?
    Als Rabbiner würde ich bei einem Giur immer noch mal nachfragen was die Person von jeshu hält und ob er meint das er der Mashiach ist/war.

    Wie kam das denn raus der Messianic war? Gehen die nicht in eigenen "Synagogen"?

    Bleibt die Frage was man jetzt tun soll.

    Joshua

    AntwortenLöschen
  2. B"H
    ich hoffe sehr, dass die Konvertitin nicht L. heisst, oder?

    LG
    esther

    AntwortenLöschen
  3. B"H

    Grundsaetzlich ist die Firma, in der meine Freundin arbeitet, ein rein christlich - messianische Unternehmen. Meine Freundin sagte mir am Telefon, ich wisse nach all dem Research mehr ueber die Firma als sie selber.

    Die Firma missioniert nicht, doch hat ansonsten eine sehr aehnliche Auffassung, dass Juden in Israel leben muessen, um ein zweites Kommen des J. hervorzurufen.

    Am Telefon legte ich meiner Freundin erst einmal dar, dass es fuer die Ankunft des Meschiach nicht notwendig sei, dass alle Juden in Israel leben. Ferner kommen nach seiner Ankunft die Juden nach Israel, wobei es hier Diskussionen darueber gibt, wer genau dann als Jude aus der Diaspora nach Israel zieht und welche Juden in der Diaspora wohnen bleiben.

    Mit einem normalen Giur ist es nicht getan, denn wer das Judentum lernen will, der muss auch weiterlernen. Und das intensiv und nicht einmal pro Woche wischiwaschi.

    Normalerweise lassen israel. Konversionskurse Konversionskandidaten Papiere unterschrieben wie: Dass man nicht an J. glaubt und das er ein Mamser (Bastard) war, da Maria aussereheliche Beziehungen zu einemm roemischen Soldaten hatte.

    So in der Art jedenfalls.

    Ich sage nur eines: Schreibt mir noch einmal so ein komischer Christ, drehe ich ihn durch die Mangel, denn ich habe die Schnauze voll mit dem christlichen Geseusel.

    AntwortenLöschen
  4. Ich habe das so verstanden das Deine Freundin christin ist und nicht nur bei einer christlichen Firma arbeitet.

    Gut, arbeitet sie da, was solls.

    Ich würde mich ihr gegenüber nicht anders verhalten als sonst. Sie müsste ja auf irgendeine Weise mit dem missionieren beginnen wenn sie es wollte und das merkt man dann schon.

    Joshua

    AntwortenLöschen
  5. B"H

    Nein, sie ist juedisch und keine Christin mehr. Ich sagte ihr, dass sie mit dem Feuer spiele, selbst wenn sie bei der christlich gepraegten Firma nur die Buchfuehrung mache.

    Missionieren tut sie gewiss nicht, doch ist der Wissensstand im Juedischen nicht besonders ausreichend nach einem Konversionskurs und so sind derlei Leute anfaellig fuer christliches Blabla bzw. Falschauslegungen der Thora sowie den Propheten. Ich habe am Telefon einiges zurechtruecken muessen.

    AntwortenLöschen
  6. "Normalerweise lassen israel. Konversionskurse Konversionskandidaten Papiere unterschrieben wie: Dass man nicht an J. glaubt und das er ein Mamser (Bastard) war, da Maria aussereheliche Beziehungen zu einemm roemischen Soldaten hatte. "

    Noch niemals habe ich sowas gehört und ich kenne Leute die Giur in Israel gemacht haben. Wer lässt Leute sowas unterschreiben?

    Wer oder was jeshu war ist für uns an sich bedeutungslos.

    Ich würde mich garnicht so über christen aufregen, lass die doch einfach machen. Damit meine ich jetzt nur diejenigen die dich anschreiben und nicht solche die in Israel missionieren wollen.

    Die beste Waffe gegen solche Leute ist ihr eigenes "NT".

    Ohne es arrogant zu meinen, aber solche Leute würde ich auslachen.

    AntwortenLöschen
  7. B"H

    Derlei Unterschriftenprozedur ist heutzutage nichts Seltenes in Israel, denn es gibt soviele falsche Konvertiten. Dann diejenigen, die nach dem Giur einwandern, das Geld abkassieren und sich danach wieder vom Acker machen. Alles auf unsere Steuergelder.

    Allgemein verstehe ich meine Blogs als juedisch und ich bin es leid mir christliche kirchliche Kommentare anzuhoeren.

    Jeder hat das Recht, Fragen zu stellen, doch mir staendig mit Zitaten aus dem NT daherzukommen, nervt. Derlei Mails loesche ich fast alle oder verweise sie an Anti - Missionssites.

    AntwortenLöschen