Dienstag, 20. März 2012

187,000 neue Wohnungen für Israel


B"H 

Die Wohnungsnot will kein Ende nehmen. Aktuell beschloss die Regierung den Bau von 187,000 neuen Wohneinheiten im Land. Ziel ist es, diese Wohnungen billig zu vermieten, aber wer glaubt daran. Bauunternehmer werfen bereits ihre Aasgeieraugen auf die zu erstellenden Objekte aus und im Nachhinein wird sich bezüglich der Preise gar nichts tun. Immobilienexperten warnen eh, dass die Mieten allgemein nicht fallen, sondern weiterhin ansteigen. Besonders im Küstenbereich kann man eine Zwei – Zimmer – Wohnung unter 3000 Schekel (ca. 600 Euro) vergessen. Tel Aviv, Herzliya, Hod HaSharon und Ra’anana verlangen 3500 Schekel (700 Euro) Miete für zwei Zimmer. Dagegen belaufen sich die Mieten in Jerusalem geradezu angenehm, denn dort sind Zwei – Zimmer – Wohnungen noch für ca. 2500 (500 Euro) zu haben. 

Neben dem Mord an vier Juden im französischen Toulouse sind es dann auch die steigenden Mieten und Immobilienpreise, die die israelischen Schlagzeilen beherrschen.

Kommentare:

  1. @Miriam:

    Existiert in Israel soetwas wie staatlich geförderte Wohnungen?

    Also so wie z.b. in Deutschland der "soziale Wohnungsbau" bzw. der "Gemeindebau" in Österreich?

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  2. B"H

    Es existiert ein staatlicher Wohnungsbau genannt "Schikun". Ein Ministerium dafuer gibt es auch: Misrad HaSchikun. Wenn Du in Jerusalem wohnst, dann steig in die Buslinie 18 und fahre in beide Richtungen zu den jeweiligen Endstationen. Einmal in die Bar Yochai Street (nahe Canyon Malcha) sowie in die Stern Street in Kiryat Yovel (HaNurit Street). Da siehst Du, zum Beispiel, den Jerusalemer Schikun, der da furchtbar ist. Die schlimmsten Gegenden der Stadt und die Armut draengt sich in einem sozialen Brennpunkt zusammen.

    Wer einen Antrag auf eine Sozialwohnung stellt, der muss, ggf. in Jerusalem oder Tel Aviv bis zu 10 Jahre warten, denn die Listen sind lang und Drogensuechtige, alleinerziehende Muetter oder Alkoholiker werden bevorzugt.

    Du solltest Dich allerdings in der Bar Yochai Street nicht unbedingt nach 22.00 Uhr allein auf der Strasse bewegen.:-)

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  3. Also das klingt schon etwas heftig.

    Was passiert aber mit Leuten, die unfreiwillig durch das soziale Raster fallen (z.b. schwer krank, arbeitsunfähig, Arbeitsunfall, verwitwet) ? Landen die dann auf der Straße?

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  4. B"H

    Das kommt sicher auf den jeweiligen Einzelfall an. Bei verwitwet oder arbeitsunfaehig wuerde ich mir keine zu grossen Hoffnungen machen, bei chronischer Krankheit wie Krebs vielleicht schon.

    Was das Ministerium gerne tut ist, die Leute in die Sozialwohnungen der Peripherie zu schicken. Nach Mitzpe Ramon, Dimona oder Arad, zum Beispiel. In der Pampa, wo es keine Arbeit gibt und kaum jemand hin will.

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