B"H
Neulich hatte ich es in einem Kommentar zu einem anderen Thema schon einmal angesprochen:
"Der Zentralrat der Juden in Deutschland macht zu leicht aus einer Mücke einen Elefanten".
Was ist jetzt an der Aussage des Christian Wulff antisemitisch, falsch, unangebracht oder was auch immer ?
Ehrlich gesagt, verstehe ich die Aufregung des Zentralrates nicht. Was hat Wulff falsch gemacht ?
Nur, weil er das Wort "Pogrom" aus einem anderen Zusammenhang heraus benutzte, wird ein vollkommen unnötiges Geschrei fabriziert ?
Vielleicht fordert der Zentralrat uns Israelis demnächst ja auch auf, zurückzutreten. Die Siedler beschimpfen die Polizei als Nazis, israelische Jugendliche tun untereinander schon einmal das Gleiche loslassen und von der Knesset fange ich jetzt lieber erst gar nicht an.
Die Palis benutzen das Wort "Pogrom" tagtäglich und die Nazis sind wir, die sie in ein KZ schicken.
Christian Wulff wagte es, das Wort "Pogrom" zu benutzen. So, what ! Man kann es auch übertreiben mit der verletzten Eitelkeit und einer masslosen Kleinkariertheit.
Übrigens ist das "Kasperle - Theater" des Zentralrates in Israel keine einzige Zeile wert.
Das wäre auch noch schöner.
Lobenswert ist dahingegen das Verhalten der Fans von Werder Bremen. Besonders jetzt zum 70. Jahrestag der Reichskristallnacht. Vielleicht sollte man sich eher auf das Positive konzentrieren, anstatt jedem sofort alles nur erdenklich Negative zu unterstellen.
Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Sonntag, 9. November 2008
Samstag, 8. November 2008
Die Positionen sind neu verteilt

Kurz vor der heute abend stattfindenden Gedenkveranstaltung auf dem Kikar Rabin.
Photo: Ynet
B"H
Am 4. November jährte sich die Ermordung des einstigen Ministerpräsidenten Yitzchak Rabin zum 13. Mal.
Am Montag, dem Datum folglich des hebräischen Kalenders, findet eine familiäre Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof des Jerusalemer Herzl - Berges statt, auf dem Rabin beerdigt liegt.
Heute abend nun, am Mozzaei Schabbat (Schabbatausgang) des 8. November, fand die übliche Gedenkveranstaltung für die Masse statt. Ort: Der Kikar Rabin (Rabin Platz) vor dem Tel Aviver Rathaus.
Der Ort, an dem am 4. November 1995 eine große Friedensdemo lief, nach der Rabin vor der Hintertreppe des Rathauses von dem Jurastudenten Yigal Amir erschossen wurde.
Seither wiederholt sich jedesmal die Veranstaltung, nur dass es ums Rabingedenken geht.
Einem Bekannten aus Tel Aviv sagte ich, dass ich auf die Veranstaltung gehe. Nicht, dass ich mit all dem sich dort Abspielenden einverstanden bin. Aber immerhin bin ich neugierig und zweitens will ich darüber im Internet einiges berichten. Mein Bekannter meinte, dass nicht nur alle Teilnehmer fanatische Linke sein werden, die da die Friedenspfeife mit der Hamas rauchen wollen. "Du triffst da auf ganz unterschiedliche Leute", sagte er.
Also machte ich mich auf den Weg.
Fast sommerliches Wetter und der Platz war schon gefüllt (100.000 Besucher) als ich ankam. Kurze Sicherheitskontrollen in den Nebenstraßen und dann sah ich auch schon das, was ich eigentlich erwartet hatte. Hunderte Jugendliche in ihren blauen Uniformen. Die linke Jugendorganisation "Noar Lomed ve'Oved". Nebenbei gab es mit weißen T - Shirts und der Aufschrift "Shalom Achschaf - Peace Now", einen Politstand der linksextremen Meretz - Partei sowie einen weiteren Stand von "Chadash", der arabischen Knessetpartei zu begutachten. Na, wer sagts denn ? Keine Linken, oder was ?
"Peace Now" scheint mit dem Friedensschiff einmal nicht in Gaza angelegt zu haben, sondern man trudelte auf dem Rabin Platz ein. Beim Passieren des arabischen Politstandes überhörte ich das Wort "Kivusch - Besetzung". Die israelische Armee besetzt also und die armen Palis müssen so leiden. Es gibt Momente, in denen man sich Jerualem zurückwünscht und nicht das linke Einheitsgesülze. Meretz - oder arab. Politstände ?
Na, da täten in Jerusalem schnell die Fetzen fliegen.
Nicht wegen irgendwelcher Religiösen, sondern wegen vieler traditioneller Leute. Jerusalem - eine Stadt, in der fast jeder einmal Zeuge eines Terrorattentates war, jemanden darin Verwickeltes kennt oder sonst irgendwie damit zu tun hat. In Jerusalem erzählt man nichts von Solidarität, wenn vielerseits Steine auf Israelis fliegen. Die heile Welt kann man in Tel Aviv vermitteln, aber nicht in einer terrorgebeutelten Stadt wie Jerusalem.
Wer wollte, der konnte von "Peace Now" Propagandaplakate bekommen. Es ging mal wieder gegen die Siedler. Als ob die Siedler etwas mit der Ermordung Rabins zu tun hätten. Aber bei solch einem Event scheinen viele Mittel recht zu sein, nur nicht die Realität.
Die Veranstaltung wurde mit der Rede Rabin, welche er kurz vor seinem Tode eben auf jenem Platz hielt, eingeleitet. Danach folgten abwechselnd je eine Rede und danach ein musikalischer Beitrag. Unter anderem traten Ran Danker und der "Ich bin Superstar" Harel Skadd auf. Die Sängerin Efrat Gosh machte einen total zugedopten Eindruck und wir litten durch ihr Lied, von dem sie selber gar nichts mitzubekommen schien.
Ich hatte mir einen wunderbaren Stehplatz ergattert und konnte alles überblicken. Gleich vor der Haupttribüne, neben dem VIP - Eingang. Dieses Mal ging die Polizei keine Risiken ein; selbst die VIPs und die Presse wurden durchgecheckt. Securitychecks anhand von elektronischen Durchleuchtungen wie am Flughafen oder dem Jerusalemer Zentralen Busbahnhof. Nichts mehr da mit einem Yigal Amir, der unbeobachtet herumstehen konnte.
Die Sprecher des abends waren Präsident Shimon Peres, der Tel Aviver Bürgermeister Ron Chulda'i, Verteidigungsminister Ehud Barak und die frischgewählte Kadima - Vorsitzende Zipi Livni.
Während Peres Rabin hinterherjammerte (seinem großen ehemaligen Konkurrenten) war es der linke Ehud Barak, der eines beim Namen nannte. Ausgerechnet er und niemand der anderen Sprecher verlor auch nur ein einziges Wort darüber. Nämlich das wir vom Frieden weit entfernt sind. Der Iran sowie die Hizbollah bedrohen uns und in Gaza herrscht die Hamas. Und dann sei da auch noch der entführte Soldat Gilad Shalit. Hinter mir schrie jemand Barak entgegen: "Und wieso tust Du nichts, um ihn freizubekommen ?"
Als der Name Gilad Shalits fiel, kam ein riesen Beifall auf. Alle Achtung, dass wenigstens einer es wagte, seinen Mund aufzumachen. Obwohl Ehud Barak sich hinterher in konfusen Siedlerkonspirationen verlor, immerhin brachte er wichtige Punkte zur Sprache. Und diese lauten, dass wir heute, im Gegensatz zur Vergangenheit vor 13 Jahren, völlig woanders stehen. Schon lange wissen wir, dass Rabins Oslo - Abkommen scheiterte. Beim Attentat in der Jerusalemer Yeshiva Mercaz HaRav benutzte der Terrorist eine Waffe, welche durch das Rabin - Abkommen in die Pali - Hände fiel. Überhaupt, wer betrachtet heute noch die ehemaligen oder aktuellen Friedenspläne als real und durchsetzbar. Wer glaubt an den Frieden ? Sind wir nicht viel zu sehr von der Realität gebeutelt ? Jerusalem soll geteilt werden und Zipi Livni ist bereit alles aufzugeben.
Gut, dass Rabin das nicht mehr miterleben muß. War es doch er, der niemals auf den Golan oder Jerusalem verzichten wollte. Und was stellen seine Erben in seinem Namen an ?
Was ist mir Sderot, wo es wieder Kassam - Raketen aus Gaza hagelt ?
Man wundert sich, warum die relig. Bevölkerung nie an der Gedenkveranstaltung teilnimmt.
Eben weil man diese Realitäten tagtäglich vor Augen hat. Nicht, weil sich plötzlich alle mit Yigal Amir identifizieren, sondern weil man einen Gilad Shalit, ein Jerusalem oder ein Sderot wahrnimmt. Weder die Hamas, noch Abu Mazen, noch die Hizbollah lassen sich durch Landabgaben zum Frieden treiben. Wer das heute immer noch glaubt, der hat nichts gelernt und ist einfach dumm. Aber was soll die Linke machen, wenn sie nichts anderes zu bieten hat ?
Zipi Livni begann ihre Rede fast mit einer Entschuldigung. Damals, zur Zeit der Ermordung Rabins, war sie ja noch im Likud und deren damaliger Vorsitzender Benjamin Netanyahu wird bis heute beschuldigt, die Massen zum Mord an Rabin aufgewiegelt zu haben. Eine etwas obskure Anschuldigung.
Zipi meinte, Rabin sei auch ihr Premier gewesen, auch wenn sie ihn nicht gewählt habe. Sie wolle seinen Weg fortführen und ein Land für alle müsse her. Demokratisch, frei und ohne relig. Einflüsse und Rabbiner.
Ob sie das wohl auch dem ehemaligen sephardischen Oberrabbiner und jetzigem geistigen Führer der haredischen SHASS - Partei vor wenigen Tagen so sagte ? Da nämlich kroch sie zu Rabbi Ovadiah Yosef und bedeckte sich sogar ihr verheiratetes Haar; ganz nach jüdischer Halacha. Rabbi Yosef wird interessiert zugehört haben und lacht sich ins Fäustchen, denn Livni braucht ihn für eine Koalition.
Trotz aller berechtigter Trauer um Rabin lieferten die Politiker eine friedliche unrealistische Scheinwelt ab. Der Gipfel kam mit einem amerikanischen Obama - Abgesandten, der da typisch amerikanisch behauptete, dass Rabin Obama geliebt hätte.
Wer um alles in der Welt lud diesen Typen zu der Veranstaltung an ?
Ein Yitzchak Rabin hätte niemals ohne Konditionen mit dem Iran verhandelt, Geld von der Hamas angenommen und Jerusalem geteilt. Was um alles laberte der amerikanische Obama - Idiot daher ?
Viele machten sich dann auch schon auf den Abmarsch, darunter auch ich.
Wer nicht da war, hat nichts verpaßt und im nächsten Jahr werde ich mir die Teilnahme ersparen.
Bleibt noch ein kleiner Nachtrag:
Nicht aus lauter Sensibilität wurde das aktuelle Interview mit dem Rabin - Mörder Yigal Amir vom Kanal 10 sowie dem 2. TV - Kanal gestrichen. Vielmehr ging es darum , dass Amir behauptete, er habe nur einmal auf Rabin geschossen und der Winkel, aus dem der zweite Schuß kam, sei gar nicht seine Position gewesen. Mit anderen Worten, Yigal Amir gab neuen Stoff für die alte Konspirationstheorie, nach der Amir Rabin zwar anschoß, Rabin selber aber kurz darauf auf dem Weg ins Krankenhaus von Shabak - Angestellten (Geheimdienst) erschossen worden war. Bis heute ist der Fall nie ganz geklärt worden.
Und was macht der Lothar in Netanya ?
B"H
In deutschen Zeitungen liest man, dass Lothar Matthäus in Israel Erfolg zu haben scheint. Sein Club "Maccabi Netanya" liegt auf den vorderen Tabellenplätzen der ersten israelischen Liga (Ligat HaAl) und das sagt ja wohl alles.
Vielleicht, doch am gestrigen Freitag veröffentlichte das wöchentliche Tel Aviver Lokalblatt "Ha'Ir" eine ganz andere Betrachtung der Lage.
Nach eigenen Worten hatte Lothar Matthäus den Trainerjob in Netanya angenommen, weil er dem israelischen Fußball etwas beibringen wollte. Kennen tat er ihn zwar nur aus dem TV, doch Lothar wollte, gegen viel Bares, Entwicklungshilfe leisten. Gesagt, getan und Lothar machte sich frisch ans Werk.
Gleich zu Beginn stellte er mit Entsetzen fest, dass viele Profispieler noch nicht einmal den Ball ins Tor hangeln, wenn der ihnen nicht gerade perfekt auf den Fuß fällt. Und Lothar zeigte seine Tricks und fühlte sich so als der "Superg - tt", der hier alles kann. Manchen Spielern machte das durchaus Spaß, denn immerhin lernten sie eine Menge. Andere wiederum kuschten und mischten sich nicht ein.
Mittlerweile aber ist Schluß mit lustig, denn Lothar läßt zu sehr den Superstar heraushängen. Öffentlich fährt er seine Spieler an: "In Europa würde niemand wie Du es zu etwas bringen !"
Er putzt seine Spieler herunter mit dummen besserwisserischen Sprüchen. Hinzu kommt, dass er selber Termine fast platzen läßt. So komme er ständig zu spät, weil sein Flugzeug aus Deutschland nicht pünktlich lande. Fast immer pendelt Lothar unterwegs zwischen Israel und Deutschland und das scheint ihn zu erschöpfen.
"Wer meint, ich hänge da in Deutschland nur faul herum, so geifert Lothar zurück, der irrt gewaltig. Schließlich habe ich dort ein Business und meine Kinder".
Ebenso sind die Spieler sauer darüber, ohne jegliche Erklärung oder Absprache auf die Bank geschickt zu werden. So manch einer beim Maccabi Netanya scheint Lothar Matthäus jedenfalls bald gründlich satt zu haben.
Lothar, das kommt davon, wenn man nur ans Geld denkt und nicht an die Mentalitäten. Wir sind hier nicht im maschinenperfekten Deutschland und wer weiß, wer hier am Ende wem Entwicklungshilfe leistet. Wahrscheinlich eher Netanya an Matthäus als umgekehrt.
Wir werden sehen, wie es weitergeht …
In deutschen Zeitungen liest man, dass Lothar Matthäus in Israel Erfolg zu haben scheint. Sein Club "Maccabi Netanya" liegt auf den vorderen Tabellenplätzen der ersten israelischen Liga (Ligat HaAl) und das sagt ja wohl alles.
Vielleicht, doch am gestrigen Freitag veröffentlichte das wöchentliche Tel Aviver Lokalblatt "Ha'Ir" eine ganz andere Betrachtung der Lage.
Nach eigenen Worten hatte Lothar Matthäus den Trainerjob in Netanya angenommen, weil er dem israelischen Fußball etwas beibringen wollte. Kennen tat er ihn zwar nur aus dem TV, doch Lothar wollte, gegen viel Bares, Entwicklungshilfe leisten. Gesagt, getan und Lothar machte sich frisch ans Werk.
Gleich zu Beginn stellte er mit Entsetzen fest, dass viele Profispieler noch nicht einmal den Ball ins Tor hangeln, wenn der ihnen nicht gerade perfekt auf den Fuß fällt. Und Lothar zeigte seine Tricks und fühlte sich so als der "Superg - tt", der hier alles kann. Manchen Spielern machte das durchaus Spaß, denn immerhin lernten sie eine Menge. Andere wiederum kuschten und mischten sich nicht ein.
Mittlerweile aber ist Schluß mit lustig, denn Lothar läßt zu sehr den Superstar heraushängen. Öffentlich fährt er seine Spieler an: "In Europa würde niemand wie Du es zu etwas bringen !"
Er putzt seine Spieler herunter mit dummen besserwisserischen Sprüchen. Hinzu kommt, dass er selber Termine fast platzen läßt. So komme er ständig zu spät, weil sein Flugzeug aus Deutschland nicht pünktlich lande. Fast immer pendelt Lothar unterwegs zwischen Israel und Deutschland und das scheint ihn zu erschöpfen.
"Wer meint, ich hänge da in Deutschland nur faul herum, so geifert Lothar zurück, der irrt gewaltig. Schließlich habe ich dort ein Business und meine Kinder".
Ebenso sind die Spieler sauer darüber, ohne jegliche Erklärung oder Absprache auf die Bank geschickt zu werden. So manch einer beim Maccabi Netanya scheint Lothar Matthäus jedenfalls bald gründlich satt zu haben.
Lothar, das kommt davon, wenn man nur ans Geld denkt und nicht an die Mentalitäten. Wir sind hier nicht im maschinenperfekten Deutschland und wer weiß, wer hier am Ende wem Entwicklungshilfe leistet. Wahrscheinlich eher Netanya an Matthäus als umgekehrt.
Wir werden sehen, wie es weitergeht …
Freitag, 7. November 2008
Schönes Wochenende & Schabbat Schalom !
B"H
In der Bäckerei habe ich einmal wieder mehr Nachtschicht geschoben und befinde mich kurz vor meiner Heimfahrt nach Tel Aviv. Mit ausschlafen ist jedoch noch nicht viel, denn ich will mich erst einmal an den Strand zum eigens eingerichteten Fitnessstudio begeben. Wer es noch nicht weiß … Am Tel Aviver Strand gibt es kostenlos zur Verfügung stehende Fitnessgeräte und leider musste ich schon feststellen, dass es mit meiner Fitness nicht besonders gut ausschaut. Das will ich jetzt ändern, denn man wird ja auch älter.
Immerhin haben wir tolles Wetter bei Sonne und 27 Grad. Und an diesem Schabbat werde ich ausspannen und nichts Grosses unternehmen. In die Synagoge werde ich mich schon bewegen, aber ansonsten ist Ruhe angesagt.
Vor meiner Nachtschicht gestern abend war ich in Jerusalem Schwarma (Döner) essen. In der Innenstadt und ich musste auch hier feststellen, dass die Schwarmapreise sich im Unendlichen bewegen. Die Billigsten sidn derzeit für 17 Schekel (ca. 3,5 Euro) zu haben. Zuerst lag der Preis bei 12, dann bei 15 und nun bei 17 Schekeln. Die Mehrheit der Shops verlangt sogar schon 19 bzw. 21 Schekel. Und was kriegt man dafür ? Ein trockenes Pitabrot mit drei Gurken, etwas Fleisch und fünf Fritten drin. Falls jemand in Tel Aviv ist, kann ich "Falafel Sheinkin" in Sheinkin Street empfehlen. Die Schwarma sind wahnsinnig teuer, doch eine Falafel oder eine Pita mit einem Omelett drin kosten nur 13 Schekel. Und die Salatbar ist fantastisch.
Bezüglich Obama: Wir haben uns mit dem neuen Leid abgefunden. Wieder will jemand Jerusalem teilen und Obama hat dies schon groß verkündet. Auf FACEBOOK gibt es sogar eine neu eingerichtete Gruppe: "Obama is not my President".
Mitgliederzahl: Steigend. Ich bin auch schon Mitglied.
Aber wen sind wir in Israel nicht alles schon gewohnt ? Viele meinen einmal wieder mehr, der Meschiach sei nicht mehr weit, wenn sich demnächst selbst die USA gegen uns wenden. Okay, schlechte Zeiten sind nichte Neues für uns und besinnen wir uns lieber auf unsere eigene jüdische Identität als irgendwelchen Völkern hinterherzukriechen. Das hat noch nie etwas eingebracht.
Aber jetzt ist erst einmal Wochenende und es heißt "geniessen was das Zeug hält". Und somit wünschen ich dann allen Lesern auch ein tolles Wochenende und Schabbat Schalom. Auch dann, wenn in Europa das Wetter nicht ganz to perfekt sein sollte.
In der Bäckerei habe ich einmal wieder mehr Nachtschicht geschoben und befinde mich kurz vor meiner Heimfahrt nach Tel Aviv. Mit ausschlafen ist jedoch noch nicht viel, denn ich will mich erst einmal an den Strand zum eigens eingerichteten Fitnessstudio begeben. Wer es noch nicht weiß … Am Tel Aviver Strand gibt es kostenlos zur Verfügung stehende Fitnessgeräte und leider musste ich schon feststellen, dass es mit meiner Fitness nicht besonders gut ausschaut. Das will ich jetzt ändern, denn man wird ja auch älter.
Immerhin haben wir tolles Wetter bei Sonne und 27 Grad. Und an diesem Schabbat werde ich ausspannen und nichts Grosses unternehmen. In die Synagoge werde ich mich schon bewegen, aber ansonsten ist Ruhe angesagt.
Vor meiner Nachtschicht gestern abend war ich in Jerusalem Schwarma (Döner) essen. In der Innenstadt und ich musste auch hier feststellen, dass die Schwarmapreise sich im Unendlichen bewegen. Die Billigsten sidn derzeit für 17 Schekel (ca. 3,5 Euro) zu haben. Zuerst lag der Preis bei 12, dann bei 15 und nun bei 17 Schekeln. Die Mehrheit der Shops verlangt sogar schon 19 bzw. 21 Schekel. Und was kriegt man dafür ? Ein trockenes Pitabrot mit drei Gurken, etwas Fleisch und fünf Fritten drin. Falls jemand in Tel Aviv ist, kann ich "Falafel Sheinkin" in Sheinkin Street empfehlen. Die Schwarma sind wahnsinnig teuer, doch eine Falafel oder eine Pita mit einem Omelett drin kosten nur 13 Schekel. Und die Salatbar ist fantastisch.
Bezüglich Obama: Wir haben uns mit dem neuen Leid abgefunden. Wieder will jemand Jerusalem teilen und Obama hat dies schon groß verkündet. Auf FACEBOOK gibt es sogar eine neu eingerichtete Gruppe: "Obama is not my President".
Mitgliederzahl: Steigend. Ich bin auch schon Mitglied.
Aber wen sind wir in Israel nicht alles schon gewohnt ? Viele meinen einmal wieder mehr, der Meschiach sei nicht mehr weit, wenn sich demnächst selbst die USA gegen uns wenden. Okay, schlechte Zeiten sind nichte Neues für uns und besinnen wir uns lieber auf unsere eigene jüdische Identität als irgendwelchen Völkern hinterherzukriechen. Das hat noch nie etwas eingebracht.
Aber jetzt ist erst einmal Wochenende und es heißt "geniessen was das Zeug hält". Und somit wünschen ich dann allen Lesern auch ein tolles Wochenende und Schabbat Schalom. Auch dann, wenn in Europa das Wetter nicht ganz to perfekt sein sollte.
Mittwoch, 5. November 2008
Die "glorreichen" Helden

Der "Kastner - Zug" im Jahre 1944
B"H
Was lernt man nicht alles im Geschichtsunterricht bezüglich der Gründung des Staates Israel ? Die gegen die Briten kämpfenden Haganah / Palmach sowie Irgun / Lechi / Etzel - Truppen werden meist nur oberflächlich angesprochen, denn symbolisieren sie uns irgendwie die glohrreichen Helden aus der Zeit vor der Staatsgründung und des einstigen Britischen Mandats.
Da hatten einige wenige Juden den Holocaust mehr recht als schlecht überlebt und unzählige Opfer bringen müssen und dann ließ man sie noch nicht einmal nach Palästina einreisen. Dort nämlich hockten die Briten, die nur allzu gerne Bündnisse mit den Arabern eingingen und schon aus dem Grunde nicht viele Juden anch Palästina einreisen liessen. Man wollte keine Konflikte schüren und deswegen ging man brutal gegen die jüdischen Widerstandskämpfer vor. Wer sich dafür näher interessiert, der kann das ehemalige britische Gefängnis für Irgun - Kämpfer in Jerusalem, in der Shivtei Israel Street, hinter dem Rathaus, anschauen.
Alle gegen die Briten so denkt man naiverweise. Nein, dem war ganz und gar nicht so, denn Ben Gurions Haganah führte ebenso ihren eigenen Kleinkrieg gegen die Irgun, welche zuletzt vom späteren Ministerpräsidenten Menachem Begin geleitet wurde. Ben Gurion zierte sich nicht mit den Briten gegen die eigenen Landsleute zusammenzuarbeiten und selbst Irgun - Mitglieder kidnappen zu lassen, um sie dann an die Briten auszuliefern.
Eine Folge der Zeitumstände ? Wohl kaum, denn derzeit beschäftige ich mich eingehend mit dem "Kastner Zug", welcher nach der deutschen Invasion Ungarns etwas später mit fast 1700 Juden an Bord Ungarn verließ und über Bergen Belsen in die Schweiz gelangte. Von einem Rudolf Kastner ist da die Rede. Ein Abgesandter der Jewish Agency sowie Parteimitglied in Ben Gurions MAPAI - Partei.
Es gibt unzähliges auszuwertendes Material zum "Kastner Transport". Warum kamen diese 1700 Juden frei und weitere 400.000 Juden wurden nach Auschwitz deportiert ? Warum arrangierten sich die Nazis mit Kastner, obwohl sie europaweit schon Millionen Juden umgebracht hatten ? Was machten da noch die ungarischen Juden aus ? Und das im März 1944 ! Wieso war es dem Juden Kastner erlaubt, in einem Wagen herumzugondeln und Eichmann ständig zu treffen ?
Während all meiner bisherigen Recherchen traf ich auf Material, was die israelischen Staatsgründer, insbesondere David Ben Gurion oder Moshe Sharett nicht gerade glanzhaft erscheinen lassen. Im späteren Prozeß gegen Kastner wurde dieser der Kollaboration mit den Nazis sowie der Mitschuld an der Ermordung von 400.000 ungarischen Juden bezichtigt. Jedenfalls zu Beginn der "Kastner Prozesses" in Jerusalem Mitte der 50iger Jahre erleben wir eine Ben Gurion Regierung, die sich geschlossen hinter Kastner stellte. Dieser war damals Sprecher im Handelsministerium, hatte aber höhere politische Ambitionen.
Kastner log offenbar vor Gericht was das Zeug hielt. In Ungarn habe er mit dem SS - Mann Kurt Becher zusammengearbeitet, dem er während der Nürnberger Prozesse ein Affidavit lieferte. Der SS - Massenmörder Becher kam so unbescholten davon und Kastner hielt den Kontakt zu Becher auch nach dem Kriege aufrecht. In der Zwischenzeit war der SS - Mann Kurt Becher zum Spezi Konrad Adenauers geworden und Adenauer wiederum unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu David Ben Gurion. Kein Wunder also, dass Ben Gurion an einer Weißwäsche Kastners interessiert war. Und was wäre aus Adenauer und seinen Nazifreunden geworden ?
Bei allem bleiben die ungarischen Juden auf der Strecke. Jene 400.000, die innerhalb von ca. 2 - 3 Monaten in Auschwitz vergast worden sind. Aber wen kümmerte diese Tatsache während des "Kastner - Prozesses" im Jahre 1954 und wen kümmert es heute ?
In Israel ist Kastner nach wie vor ein Thema und ich werde immer wieder vermehrt darauf eingehen. Derzeit beschäftige ich mich mit dem Buch "Perfidy" des Hollywood Screenwriter Ben Hecht. Ben Hecht sieht Kastner als Dämon, welcher in seinem Gerichtsurteil zu recht als "seine Seele dem Teufel verkauft zu haben" bezeichnet worden war. Für Hecht sowie später für Hannah Arendt ist Rudolf Kastner das Böse. Ein Jude, der den Nazis half, 400.000 ungarische Juden schnellstens und problemlos nach Auschwitz zu deportieren und zur Belohnung 1700 freibekam.
Dazu gibt es Meinungen, die Kastner als Held und als Opfer seiner Zeit sehen. Er habe sein Bestes gegeben und immerhin kamen 1700 Juden frei.
Was mich jedoch mächtig schockiert, ist die Rolle der Jewish Agency sowie die des David Ben Gurion und anderer Staatsgründer. Leider kommt davon heute nur noch allzu wenig zur Sprache, denn Israel hat andere Probleme. Und zweitens darf nie übersehen werde, dass es die Deutschen waren, welche die Juden ermordeten.
Links:
http://hamantaschen.blogspot.com/2008/10/die-ungarischen-juden-und-der-kastner.html
35 Kassam - Raketen aus Gaza
B"H
Nach einem israelischen Armeeeinsatz in Gaza, in dem es um die Suche nach Terroristen ging, feuerte die Hamas als Gegenreaktion 35 Kassam - Raketen auf israelisches Territorium. Drei Raketen davon gingen in der Stadt Aschkelon nieder.
Ohne jetzt groß die ausländische Presse abgecheckt zu haben - bin ich mir fast sicher, dass die israel. Militäraktion, welche der Terroristensuche galt, im Ausland wieder einmal mehr als "Angriff auf die arme Hamas in Gaza' betrachtet wird.
Wen wundert's noch groß ?
Und finden die 35 Kassam - Raketen eigentlich auch Erwähnung oder ist Israel nur wieder als "Goliath gegen den armen David" ausgemacht ?
Link:
35 Raketen auf Israel
Nach einem israelischen Armeeeinsatz in Gaza, in dem es um die Suche nach Terroristen ging, feuerte die Hamas als Gegenreaktion 35 Kassam - Raketen auf israelisches Territorium. Drei Raketen davon gingen in der Stadt Aschkelon nieder.
Ohne jetzt groß die ausländische Presse abgecheckt zu haben - bin ich mir fast sicher, dass die israel. Militäraktion, welche der Terroristensuche galt, im Ausland wieder einmal mehr als "Angriff auf die arme Hamas in Gaza' betrachtet wird.
Wen wundert's noch groß ?
Und finden die 35 Kassam - Raketen eigentlich auch Erwähnung oder ist Israel nur wieder als "Goliath gegen den armen David" ausgemacht ?
Link:
35 Raketen auf Israel
Hussein Obama gewinnt Wahl
B"H
Nur ganze sieben Jahre nach dem Attentat auf das World Trade Center wählte Amerika einen Präsidenten, der den Zweitnamen "Hussein" führt und moslemischer Herkunft ist. Trotz seiner Behauptungen, heute ein friedvoller Christ zu sein. Falls nicht der Religion wegen, Obama verfügte schon vor der Wahl über einflußreiche arab. Freunde, die da auch seinen Wahlkampf finanzierten.
Selbst mit Abu Mazen sprach Obama sich schon längst aus und stimmte offiziell zu, dass Jerusalem geteilt werden müsse. Derzeit streitet Obama diese Zusage jedoch offiziell ab, obwohl die libanesische Presse an ihren Behauptungen festhält.
Kann so jemand US - Präsident werden ?
Anscheinend JA und die Amerikaner werden sich noch wundern, was auf sie zukommt.
Link:
Israel & Obama
Nur ganze sieben Jahre nach dem Attentat auf das World Trade Center wählte Amerika einen Präsidenten, der den Zweitnamen "Hussein" führt und moslemischer Herkunft ist. Trotz seiner Behauptungen, heute ein friedvoller Christ zu sein. Falls nicht der Religion wegen, Obama verfügte schon vor der Wahl über einflußreiche arab. Freunde, die da auch seinen Wahlkampf finanzierten.
Selbst mit Abu Mazen sprach Obama sich schon längst aus und stimmte offiziell zu, dass Jerusalem geteilt werden müsse. Derzeit streitet Obama diese Zusage jedoch offiziell ab, obwohl die libanesische Presse an ihren Behauptungen festhält.
Kann so jemand US - Präsident werden ?
Anscheinend JA und die Amerikaner werden sich noch wundern, was auf sie zukommt.
Link:
Israel & Obama
Dienstag, 4. November 2008
Mc Cain : Obama
B"H
Das heutige Wahlduell in den Staaten verdrängt in der israelischen Presse alles weitere in die hinteren Teile der Gazetten. Sogar der sonst so aufgebauschte Jahrestag des Mordes an Yitzchak Rabin mußte weichen. Überhaupt wird in jedem Jahr weniger über Rabin berichtet. Israel ist schnelllebig und die News sausen nur so an einem vorbei. Ehe man etwas zu verarbeiten in der Lage ist, folgt schon wieder eine weitere News.
Im Gegensatz zu Europa erfreut sich Barack Obama in Israel keiner sonderlichen Beliebtheit. "Obama gut für die Juden ? Für die Juden oder Israel ?
Uns wundert es nicht, dass Europa in Obama den Superstar sieht, ist er doch links eingestellt. Und Teile Europas sowie Obama gegen Israel ? Was täte uns da noch groß wundern ?
Bei seinem Israelbesuch hielt sich Obama mächtig zurück mit seinen Andeutungen. Seinen Kritikern genauso wie Israel schwant nichts Gutes. Ist Obama nun ein Moslem oder nicht ? Ist sein angebliches Christentum nur eine riesige Show ? Neulich sprach sich sogar Sarkozy gegen ihn aus, denn Obamas Andeutungen bezüglich des Iran seien ja wohl mehr als unreif.
Was geschehen wird, wenn Obama die Wahl gewinnt ?
Wie es schon in einigen US – Bundesstaaten der Fall ist, werden radikale Moslems immer mehr an Einfluß gewinnen. Die Hamas, Hizbollah sowie Al Khaida werden seinen Wahlsieg ohne Zweifel groß feiern.
Wie kann soetwas in Amerika nur sieben Jahre nach dem Attentat auf das World Trade Center passieren ?
Amerika wählt einen Mann, der bereit ist, mit Terrorstaaten ohne jegliche Konditionen Verhandlungen einzugehen. Kapieren werden es die Amerikaner schon noch, aber dann zelebriert der Iran schon längst seine amerikanische Machtübernahme.
Und Israel ?
Mit Mc Cain hätten wir einen stabileren und keinen insgeheim antisemitischen Präsidenten. Jemanden mit Erfahrung, obwohl auch er Eingeständnisse den Palis gegenüber einfordern täte.
"Wie uns das allen auf die Nerven geht, wenn jemand Unwissendes von außen irgendetwas fordert und unsere Regierung das Kriechen beginnt."
Aber eine konditionslose Verhandlungsbereitschaft mit dem Iran und ähnlichen Terrorstaaten ? Und fragt sich eigentlich niemand woher Obama sein hundertfaches Millionenbudget für den Wahlkampf herbekam ?
Das heutige Wahlduell in den Staaten verdrängt in der israelischen Presse alles weitere in die hinteren Teile der Gazetten. Sogar der sonst so aufgebauschte Jahrestag des Mordes an Yitzchak Rabin mußte weichen. Überhaupt wird in jedem Jahr weniger über Rabin berichtet. Israel ist schnelllebig und die News sausen nur so an einem vorbei. Ehe man etwas zu verarbeiten in der Lage ist, folgt schon wieder eine weitere News.
Im Gegensatz zu Europa erfreut sich Barack Obama in Israel keiner sonderlichen Beliebtheit. "Obama gut für die Juden ? Für die Juden oder Israel ?
Uns wundert es nicht, dass Europa in Obama den Superstar sieht, ist er doch links eingestellt. Und Teile Europas sowie Obama gegen Israel ? Was täte uns da noch groß wundern ?
Bei seinem Israelbesuch hielt sich Obama mächtig zurück mit seinen Andeutungen. Seinen Kritikern genauso wie Israel schwant nichts Gutes. Ist Obama nun ein Moslem oder nicht ? Ist sein angebliches Christentum nur eine riesige Show ? Neulich sprach sich sogar Sarkozy gegen ihn aus, denn Obamas Andeutungen bezüglich des Iran seien ja wohl mehr als unreif.
Was geschehen wird, wenn Obama die Wahl gewinnt ?
Wie es schon in einigen US – Bundesstaaten der Fall ist, werden radikale Moslems immer mehr an Einfluß gewinnen. Die Hamas, Hizbollah sowie Al Khaida werden seinen Wahlsieg ohne Zweifel groß feiern.
Wie kann soetwas in Amerika nur sieben Jahre nach dem Attentat auf das World Trade Center passieren ?
Amerika wählt einen Mann, der bereit ist, mit Terrorstaaten ohne jegliche Konditionen Verhandlungen einzugehen. Kapieren werden es die Amerikaner schon noch, aber dann zelebriert der Iran schon längst seine amerikanische Machtübernahme.
Und Israel ?
Mit Mc Cain hätten wir einen stabileren und keinen insgeheim antisemitischen Präsidenten. Jemanden mit Erfahrung, obwohl auch er Eingeständnisse den Palis gegenüber einfordern täte.
"Wie uns das allen auf die Nerven geht, wenn jemand Unwissendes von außen irgendetwas fordert und unsere Regierung das Kriechen beginnt."
Aber eine konditionslose Verhandlungsbereitschaft mit dem Iran und ähnlichen Terrorstaaten ? Und fragt sich eigentlich niemand woher Obama sein hundertfaches Millionenbudget für den Wahlkampf herbekam ?
13 Jahre
B"H
Der Tag der Ermordung des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Yitzchak Rabin jährt sich heute zum 13. Male.
Im ganzen Land finden Gedenkveranstaltungen statt; manche davon werden zu Beginn der kommenden Woche ausgetragen, wenn der Jahrestag auf das Datum des hebräischen Kalenders fällt.
Hier ein paar Details zur Ermordung Rabins:
"Egotrip eines Mörders"
Die grösste offizielle Gedenkveranstaltung Israels findet an diesem Samstag abend (Mozzaei Schabbat), dem 8. November 2008, am Ort des Geschehens statt. Nämlich auf dem "Kikar Rabin" vor dem Tel Aviver Rathaus. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und endet offiziell um 22.30 Uhr.
Ich plane hinzugehen und hoffe, dort nicht nur auf die Linke zu treffen. Wahrscheinlich wird das der Fall sein, dennoch hoffe ich, dass es nicht zu links werden wird.
Weitere Details zu der Gedenkveranstaltung auf dem "Kikar Rabin" gibt es auf FACEBOOK:
http://www.facebook.com/event.php?eid=31618859655
Der Tag der Ermordung des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Yitzchak Rabin jährt sich heute zum 13. Male.
Im ganzen Land finden Gedenkveranstaltungen statt; manche davon werden zu Beginn der kommenden Woche ausgetragen, wenn der Jahrestag auf das Datum des hebräischen Kalenders fällt.
Hier ein paar Details zur Ermordung Rabins:
"Egotrip eines Mörders"
Die grösste offizielle Gedenkveranstaltung Israels findet an diesem Samstag abend (Mozzaei Schabbat), dem 8. November 2008, am Ort des Geschehens statt. Nämlich auf dem "Kikar Rabin" vor dem Tel Aviver Rathaus. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und endet offiziell um 22.30 Uhr.
Ich plane hinzugehen und hoffe, dort nicht nur auf die Linke zu treffen. Wahrscheinlich wird das der Fall sein, dennoch hoffe ich, dass es nicht zu links werden wird.
Weitere Details zu der Gedenkveranstaltung auf dem "Kikar Rabin" gibt es auf FACEBOOK:
http://www.facebook.com/event.php?eid=31618859655
Montag, 3. November 2008
Schieflagen
B"H
Die rechte Siedlerszene ist einmal wieder mehr das Ziel der Kadima - Regierung. Alles, was sich auch nur am rechten Siedlerrand bewegt, wird vom inneren Geheimdienst Shabak eingiebig überwacht. Schließlich drohe da eventuell ein neuer politischer Mord. Haben wir nicht bei Rabin vor genau 13 Jahren die gleiche Prozedur erlebt ?
Bei Kadima und schon viel früher als Ariel Scharon noch als Premier beim Likud weilte, kam immer wieder die neue / alte Hetze gegen Rechts auf. "Wenn wir nichts tun, dann bringen sie uns noch um !"
So wird es insbesondere seit der Vorbereitung der Räumung des Gush Katif der israelischen Bevölkerung eingehämmert.
Und jetzt ist es erneut soweit. Die Farm des "rechtsradikalen" Siedlers Noam Federman (Kach - Partei) wurde geräumt und seine Anhänger bauten munter und vermummt eine neue "Federman's Farm" auf.
Vermummte ? Das kennen wir doch bisher nur von den Palis und der Hamas. Und jetzt auch die Siedler ?
Und was heißt da wieder Siedler ?
Allgemein gibt es relig. sowie säkulere Siedler und bei den relig. sind nicht alle radikal.
Rechts, aber nicht radikal.
Und was ist jetzt wieder rechts oder rechts - radikal ?
Bin ich rechts (-) radikal, wenn ich als relig. Jude die Thora ernst nehme und mir Bauland kaufe, wo es mir gerade passt ?

Die zerstörte Federman Farm
Viele Jahre wurden die Siedler vom Likud und auch von Scharon verhätschelt und als Scharon dann auf seinen Friedens - und Räumtrip kam, degradierte man die Pioniere zu gefährlichen Fundamentalisten, die da nichts Gutes im Schilde führen und weg müssen. Zu spät, denn mittlerweile sind neue Siedlergenerationen aufgewachsen, die sich da nichts von einer Linksregierung sagen lassen. In jedem anderen Land ist das ein demokratisches Recht, doch nicht so in Israel. Jedenfalls nicht immer.
Und gerade aufgrund den Vorfällen auf "Federman's Farm" sowie den Siedlern in Hebron glaubt die Regierung schon wieder an Politmorde. Egal, ob da etwas dran ist, aber allein die Behauptungen in der Presse sollen Verständnis für eine erhöhte Alarmbereitschaft bringen. Und diese Alarmbereitschaft bringt Verhaftungen vom Shabak mit sich.
Zahlreiche Israelis fragen sich seit längerem, in welchem Land wir eigentlich noch leben. Da verhandelt ein Ehud Olmert mit dem Erzfeind Syrien, aber stellt seine eigenen Landsleute kalt.
Frieden muß her. Selbst dann, wenn alles im Krieg endet, aber Israel soll den Golan abgeben. Egal, wir machen das schon.
Heute übrigens reichte die Likud - Abgeordnete Limor Livat Klage gegen Olmert beim israel. Gerichtshof ein. Es könne nicht sein, dass da ein abgetretener Politiker noch Abkommen eingehe, welche die Nachfolgeregierung nicht einhalten will. Das sei ja absurd !
Bei Kadima haben die Palästinenser keinen Grund, sich über irgendetwas zu beschweren. Im Gegensatz zu relig. Juden bekommen relig. Palästinenser alles. Haben sich die einstigen Zionisten, die Staatsgründer und die Holocaust - Überlebenden so ihr eigenes Land vorgestellt ?
Links:
Zeugenbericht von Federman's Farm
Mehr als 550 palästinensische Polizisten in Hebron. Was kommt auf die jüdische Bevölkerung zu ?



Sämtliche Photos: Muqata
Verteidigungsminister Ehud Barak liess Federman's Farm zerstören, aber im gleichen Moment zogen mehr als 550 palästinensische Polizisten in Hebron ein. Offiziell sollen sie auf der Pali - Seite für Ruhe und Ordnung a la Abu Mazen sorgen und eine Machtübernahme der Hamas verhindern. Inoffiziell jedoch stellen sie ein hohes Sicherheitsrisiko für die in Hebron lebenden Juden dar.
Die rechte Siedlerszene ist einmal wieder mehr das Ziel der Kadima - Regierung. Alles, was sich auch nur am rechten Siedlerrand bewegt, wird vom inneren Geheimdienst Shabak eingiebig überwacht. Schließlich drohe da eventuell ein neuer politischer Mord. Haben wir nicht bei Rabin vor genau 13 Jahren die gleiche Prozedur erlebt ?
Bei Kadima und schon viel früher als Ariel Scharon noch als Premier beim Likud weilte, kam immer wieder die neue / alte Hetze gegen Rechts auf. "Wenn wir nichts tun, dann bringen sie uns noch um !"
So wird es insbesondere seit der Vorbereitung der Räumung des Gush Katif der israelischen Bevölkerung eingehämmert.
Und jetzt ist es erneut soweit. Die Farm des "rechtsradikalen" Siedlers Noam Federman (Kach - Partei) wurde geräumt und seine Anhänger bauten munter und vermummt eine neue "Federman's Farm" auf.
Vermummte ? Das kennen wir doch bisher nur von den Palis und der Hamas. Und jetzt auch die Siedler ?
Und was heißt da wieder Siedler ?
Allgemein gibt es relig. sowie säkulere Siedler und bei den relig. sind nicht alle radikal.
Rechts, aber nicht radikal.
Und was ist jetzt wieder rechts oder rechts - radikal ?
Bin ich rechts (-) radikal, wenn ich als relig. Jude die Thora ernst nehme und mir Bauland kaufe, wo es mir gerade passt ?

Die zerstörte Federman Farm
Viele Jahre wurden die Siedler vom Likud und auch von Scharon verhätschelt und als Scharon dann auf seinen Friedens - und Räumtrip kam, degradierte man die Pioniere zu gefährlichen Fundamentalisten, die da nichts Gutes im Schilde führen und weg müssen. Zu spät, denn mittlerweile sind neue Siedlergenerationen aufgewachsen, die sich da nichts von einer Linksregierung sagen lassen. In jedem anderen Land ist das ein demokratisches Recht, doch nicht so in Israel. Jedenfalls nicht immer.
Und gerade aufgrund den Vorfällen auf "Federman's Farm" sowie den Siedlern in Hebron glaubt die Regierung schon wieder an Politmorde. Egal, ob da etwas dran ist, aber allein die Behauptungen in der Presse sollen Verständnis für eine erhöhte Alarmbereitschaft bringen. Und diese Alarmbereitschaft bringt Verhaftungen vom Shabak mit sich.
Zahlreiche Israelis fragen sich seit längerem, in welchem Land wir eigentlich noch leben. Da verhandelt ein Ehud Olmert mit dem Erzfeind Syrien, aber stellt seine eigenen Landsleute kalt.
Frieden muß her. Selbst dann, wenn alles im Krieg endet, aber Israel soll den Golan abgeben. Egal, wir machen das schon.
Heute übrigens reichte die Likud - Abgeordnete Limor Livat Klage gegen Olmert beim israel. Gerichtshof ein. Es könne nicht sein, dass da ein abgetretener Politiker noch Abkommen eingehe, welche die Nachfolgeregierung nicht einhalten will. Das sei ja absurd !
Bei Kadima haben die Palästinenser keinen Grund, sich über irgendetwas zu beschweren. Im Gegensatz zu relig. Juden bekommen relig. Palästinenser alles. Haben sich die einstigen Zionisten, die Staatsgründer und die Holocaust - Überlebenden so ihr eigenes Land vorgestellt ?
Links:
Zeugenbericht von Federman's Farm
Mehr als 550 palästinensische Polizisten in Hebron. Was kommt auf die jüdische Bevölkerung zu ?



Sämtliche Photos: Muqata
Verteidigungsminister Ehud Barak liess Federman's Farm zerstören, aber im gleichen Moment zogen mehr als 550 palästinensische Polizisten in Hebron ein. Offiziell sollen sie auf der Pali - Seite für Ruhe und Ordnung a la Abu Mazen sorgen und eine Machtübernahme der Hamas verhindern. Inoffiziell jedoch stellen sie ein hohes Sicherheitsrisiko für die in Hebron lebenden Juden dar.
Der Angriff auf einen Berliner Rabbiner

Chabad - Rabbi vor antisemitischen Schmierereien
B"H
Der antisemitische Angriff auf einen Berliner am Sonntag sorgt auch in Israel für Schlagzeilen. Zwar nur in kleinen kurzgefassten Artikeln, die aber dennoch auf Ynet sowie in der haredischen (ultra - orthod.) Presse vertreten sind.
Antisemitische Aktivitäten scheinen in Deutschland auf dem Vormarsch zu sein, denn immerhin, so verkündet Ynet, gebe es einen Anstieg von 9 % gegenüber dem Vorjahr.
Vielleicht kann ja jemand den Namen des angegriffenen Rabbiners mitteilen, denn die israelische Presse hält ihn namenlos. Nur soviel wird berichtet, dass der 36 - jährige Rabbi zusammen mit acht seiner Schüler von zwei Männern in einem Mercedes beschimpft worden war. Außerdem warfen die Unbekannten einen Gegenstand in das Auto des Rabbis.
Argumente für und gegen religiöse zionistische Aktivitäten
B"H
Kleine Geschichte des religiösen Zionismus sowie des Antizionismus:
http://hamantaschen.blogspot.com/2008/11/argumente-fr-und-gegen-religise.html
Kleine Geschichte des religiösen Zionismus sowie des Antizionismus:
http://hamantaschen.blogspot.com/2008/11/argumente-fr-und-gegen-religise.html
Sonntag, 2. November 2008
Welcome Back, Benny Begin
B"H
Wenn Charaktäre in der heutigen Politiklandschaft Israels vermisst werden, dann gehört ein Menachem Begin mit Sicherheit dazu.
Menachem Begin war der sechste israeli. Ministerpräsident und verstarb im März 1992. Als ehemaliger IRGUN - Kommandeur und späterer Ministerpräsident war er ein Rightwinger der alten Garde. Besonders in Erinnerung bleibt seine Unerbittlichkeit dem Altkanzler Helmut Schmidt gegenüber. Schmidt, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg diente und Begin, der seine Familie im Holocaust verlor. Für Begin gab es kein Verzeihen.

Menachem Begin
Nach seinem Tode kam sein Sohn Benny Begin in die Politik, verabschiedete sich aber schon wenig später. Jetzt kommt er zurück und steht für Benjamin Netanyahus Likud auf der neuen Wahlliste der Knesset. Mit Benny Begin kommt einwichtiger und was ganz selten geworden ist, ein aufrichtiger Politker zurück auf die Bühne. Und ein Wettern seitens Olmerts Kadima, der Likud gehe alte Irgun - Wege klingt wie ein Hohn. Besser Irgun als Israel zum Abschuss freigeben.

Benny Begin
Link:
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3616291,00.html
Wenn Charaktäre in der heutigen Politiklandschaft Israels vermisst werden, dann gehört ein Menachem Begin mit Sicherheit dazu.
Menachem Begin war der sechste israeli. Ministerpräsident und verstarb im März 1992. Als ehemaliger IRGUN - Kommandeur und späterer Ministerpräsident war er ein Rightwinger der alten Garde. Besonders in Erinnerung bleibt seine Unerbittlichkeit dem Altkanzler Helmut Schmidt gegenüber. Schmidt, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg diente und Begin, der seine Familie im Holocaust verlor. Für Begin gab es kein Verzeihen.

Menachem Begin
Nach seinem Tode kam sein Sohn Benny Begin in die Politik, verabschiedete sich aber schon wenig später. Jetzt kommt er zurück und steht für Benjamin Netanyahus Likud auf der neuen Wahlliste der Knesset. Mit Benny Begin kommt einwichtiger und was ganz selten geworden ist, ein aufrichtiger Politker zurück auf die Bühne. Und ein Wettern seitens Olmerts Kadima, der Likud gehe alte Irgun - Wege klingt wie ein Hohn. Besser Irgun als Israel zum Abschuss freigeben.

Benny Begin
Link:
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3616291,00.html
Egotrip eines Mörders
B"H
Und wieder ist ein Jahr vergangen und die Gedenkfeiern stehen an.
Moment, Gedenkfeiern ?
Wer gedenkt denn heute noch groß dem am 4. November 1995 ermordeten damaligen Ministerpräsidenten Yitzchak Rabin ?
Zur Zeit der Tat war der Mord etwas Unfaßbares. Ein ganzes Land übergab sich der kollektiven Erschütterung und trauerte. Im TV liefen die Bilder der etwas wirren Amir - Familie und die Linken, incl. Leah Rabin, hetzten erbarmungslos gegen die Rechten.
Was aber haben wir aus der damaligen Zeit gelernt ?
Nichts, so scheint es. Die alten Kräche bestehen immer noch, nur Leah Rabin hat das Zeitliche gesegnet. Und wer vermißt sie heute ? Wer spricht von ihr und ihren stillen Gesprächen mit dem toten Yitzchak ?
Kein Mensch mehr.
Seit dem Rabin - Mord unterlief Israel unzähligen inneren Wandeln und selbst wenn erst 13 Jahre vergangen sind, so scheint es doch eine viel längere Zeit zu sein. 100 Jahre mindestens.
Schimon Peres ist jetzt Präsident und der Rest der damaligen Regierung hat sich schon längst verabschiedet.
Am 4. November jährt sich der Todestag des Yitzchak Rabin, wobei das hebräische Datum erst auf den Anfang der kommenden Woche fällt.
Hier ein paar Gedanken vom letzten Jahr:
Erinnerungen an den November 1995
Egotrip eines Mörders
12 (13) Jahre danach
Die zwei israelischen TV - Kanäle ARUTZ 10 und das 2. Programm wollten am Freitag abend ein Interview mit dem Rabin - Mörder Yigal Amir senden, sagten jedoch in letzter Minute ab. Das Interview war tagsüber schon in den Tageszeitungen erschienen und hatte Entsetzen hervorgerufen. Amir habe sich nicht verändert und sei nach wie vor der fundamentalistische Spinner. Und soetwas wolle man dann doch keine Plattform geben.
Und wieder ist ein Jahr vergangen und die Gedenkfeiern stehen an.
Moment, Gedenkfeiern ?
Wer gedenkt denn heute noch groß dem am 4. November 1995 ermordeten damaligen Ministerpräsidenten Yitzchak Rabin ?
Zur Zeit der Tat war der Mord etwas Unfaßbares. Ein ganzes Land übergab sich der kollektiven Erschütterung und trauerte. Im TV liefen die Bilder der etwas wirren Amir - Familie und die Linken, incl. Leah Rabin, hetzten erbarmungslos gegen die Rechten.
Was aber haben wir aus der damaligen Zeit gelernt ?
Nichts, so scheint es. Die alten Kräche bestehen immer noch, nur Leah Rabin hat das Zeitliche gesegnet. Und wer vermißt sie heute ? Wer spricht von ihr und ihren stillen Gesprächen mit dem toten Yitzchak ?
Kein Mensch mehr.
Seit dem Rabin - Mord unterlief Israel unzähligen inneren Wandeln und selbst wenn erst 13 Jahre vergangen sind, so scheint es doch eine viel längere Zeit zu sein. 100 Jahre mindestens.
Schimon Peres ist jetzt Präsident und der Rest der damaligen Regierung hat sich schon längst verabschiedet.
Am 4. November jährt sich der Todestag des Yitzchak Rabin, wobei das hebräische Datum erst auf den Anfang der kommenden Woche fällt.
Hier ein paar Gedanken vom letzten Jahr:
Erinnerungen an den November 1995
Egotrip eines Mörders
12 (13) Jahre danach
Die zwei israelischen TV - Kanäle ARUTZ 10 und das 2. Programm wollten am Freitag abend ein Interview mit dem Rabin - Mörder Yigal Amir senden, sagten jedoch in letzter Minute ab. Das Interview war tagsüber schon in den Tageszeitungen erschienen und hatte Entsetzen hervorgerufen. Amir habe sich nicht verändert und sei nach wie vor der fundamentalistische Spinner. Und soetwas wolle man dann doch keine Plattform geben.
Samstag, 1. November 2008
Helfen um jeden Preis
B"H
Auf keinen Fall möchte ich bei der Beschreibung dieses nur allzu realen Falles in Einzelheiten gehen und deshalb deute ich die Umstände nur wage an.
Irgendwo in Jerusalem lernte ich eine Frau kennen, deren Namen mir eh unbekannt ist. Sie hat zwei kleine Töchter ca. im Alter von elf und sechs Jahren und zusammen befinden sie sich seit sechs Wochen in Jerusalem. Alle samt stammen sie aus Ostdeutschland. Die Mutter der beiden Kindern erzählte mir, dass sie sich sehr ausgiebig mit dem Thema "Holocaust" befasst hat; mir dagegen kommt es jedoch eher so vor als fühle sich da einmal wieder schuldig. So schuldig, dass die Frau in Deutschland offensichtlich alles aufgab, um mit ihren beiden Töchtern nach Israel zu ziehen.
Bei der Familie handelt es sich um Nichtjuden, die mit einem regulären Touristenvisum (gültig für drei Monate ) nach Israel kamen. Sie wolle Holocaust – Überlebenden helfen, so meinte die Frau zu mir. In einem Altenheim einen Job finden und in Israel ein neues Leben beginnen. Der Euro hätte in Deutschland eh alles zum Negativen verändert und ihre deutsche Wasser – und Stromrechnung sei auch um 30 % oder so angestiegen. Sofort machte ich sie darauf aufmerksam, dass die Preise in Israel ja wohl auch nicht gerade niedrig seien. Hohe Lebenshaltungskosten bei oftmals viel geringerem Einkommen. Die Frau jedoch meinte, dass hier alles viel besser ist. Vorerst sei sie mit den Kindern in einem Hostel in der Altstadt untergekommen, wo sie auch putze. Viele Hostels suchen Touristen, die das Hostel putzen und die Bettwäsche wechseln, wofür es dann ein Bett (und manchmal sogar Zimmer) umsonst gibt. Und genau das mache die Frau zur Zeit, wobei sie nebenbei die Altenheime abklappert und Vorstellungsgespräche führt.
Mir tat die Frau unendlich leid. Manche mögen sagen, dass das ja alles der totale Wahnsinn sei. Da kommt sie in ein fremdes Land, spricht nur ein paar Worte Englisch und will sich hier niederlassen. Dabei nimmt sie gleichzeitig die Kinder aus der Schule und alle wohnen nun in irgendeinem Hostel ohne Schule und ohne alles. Was sei das jetzt für eine Mutter, die das ihren kleinen Kindern antue ?
Nichtsdestotrotz tut mir die Frau leid und ich brachte es nicht zustande, ihr die Wahrheit zu sagen. Eine Freundin raunzte mich hinterher an, dass ich verpflichtet gewesen wäre, die Wahrheit zu sagen. Besser als das die Frau hinterher alles von anderen erfährt; und zwar dann, wenn alles zu spät ist.
Und die Wahrheit lautet, dass sie vielleicht sogar einen Job in einem Altenheim finden kann, doch wenn, dann nur befristet. Wie ich mehrmals berichtete, haben Touristen in Israel einen immer schwereren Stand und mit Visaverlängerungen ist kaum noch etwas. Schon allein aus dem Grund wird es die Frau ungemein schwer haben. Dazu kommen die Kinder, die sie nicht einfach eben mal so in einer israelischen Schule anmelden kann, denn diese nehmen nur Juden auf. Fast alle Schulen und nicht nur die relig. Als nichtjüdische Familie gibt es nicht viel Chancen. Irgendwann werden sie wieder heimgeschickt werden und hoffentlich ist dann noch das nötige Geld vorhanden und nicht, dass alles in einem einzigen Desaster endet.
Hätte ich die Frau aufklären sollen ?
Ich wusste einfach nicht wie. Außerdem nehme ich an, dass jeder, der hierher kommt, sich schon von vornherein mit der Lage befasse sollte. Kann man als Nichtjude einfach so in Israel bleiben ? Ich fahre doch auch nicht nach Australien oder so und lasse mich nieder. Dort muß ich ebenso mit Konsequenzen rechnen.
Viele Male erreichten mich schon e – mails von Leuten, die da einfach in der Heimat, vorwiegend Deutschland, alles aufzugeben bereit waren und einfach so nach Israel übersiedeln wollten. Nichtjuden wohlgemerkt und keine Aliyahberechtigten. Dabei weiß ich nicht, warum gerade Israel die Leute so anzieht. Abgesehen von einer rigorosen Visa – und Abschiebepolitik ist Israel kein Land, indem es sich leicht leben läßt. Wer kein Staatsbürger oder Jude ist, bleibt fast immer außen vor. Selbst wenn ein Nichtjude Staatsbürger ist, eines fehlt dennoch und die Leute reden fast immer hinter dem Rücken: "Naja, weißt Du, der oder die ist ja gar kein Jude".
Und mit dem Verhalten meine ich nicht nur die Religiösen, sondern dies erlebte ich schon in allen Gesellschaftsstrukturen. Sogar bei den Palästinensern, die mich dann schon fragten, warum dieser oder jener hier lebt, wenn er gar kein Jude ist.
Wenn ich den Traum vom besseren Leben verwirklichen will, gehe ich dann nicht lieber nach Kanada, in die USA oder nach Australien ? Warum Israel ? Weil es hier aufregender ist ? Weil ich hier vielleicht meine "Holocaust – Schuldgefühle" ausleben kann oder warum ? Übrigens gibt es für denjenigen, der etwas ausleben will, genügend Holocaust – Opfer in New York.
Genauso in Deutschland. Als Ausländer ist es gewiß nicht einfach so leicht, sich dort niederzulassen. Andererseits denken deutsche Touristen, man komme nach Israel und alles gehe seinen geregelten Behördengang und es ginge schon irgendwie. Realität ist, dass in Israel andere Gesetze herrschen als in Deutschland. Nicht nur das man Jude sein sollte, um in eine Schule zu kommen. Hierbei meine ich jetzt nicht diverse christliche Schulen im arabischen Teil der Stadt etc. Nein, auch Gesundheits – sowie Rentenversicherungssystem sind eindeutig auf Staatsbürger bezogen. Und wer keiner ist, hat keine Rechte.
Vielleicht sehe ich besagte Frau in zwei Wochen oder so wieder und vielleicht habe ich ja bis dahin Klarheit, ob ich sie aufklären soll oder nicht.
Auf keinen Fall möchte ich bei der Beschreibung dieses nur allzu realen Falles in Einzelheiten gehen und deshalb deute ich die Umstände nur wage an.
Irgendwo in Jerusalem lernte ich eine Frau kennen, deren Namen mir eh unbekannt ist. Sie hat zwei kleine Töchter ca. im Alter von elf und sechs Jahren und zusammen befinden sie sich seit sechs Wochen in Jerusalem. Alle samt stammen sie aus Ostdeutschland. Die Mutter der beiden Kindern erzählte mir, dass sie sich sehr ausgiebig mit dem Thema "Holocaust" befasst hat; mir dagegen kommt es jedoch eher so vor als fühle sich da einmal wieder schuldig. So schuldig, dass die Frau in Deutschland offensichtlich alles aufgab, um mit ihren beiden Töchtern nach Israel zu ziehen.
Bei der Familie handelt es sich um Nichtjuden, die mit einem regulären Touristenvisum (gültig für drei Monate ) nach Israel kamen. Sie wolle Holocaust – Überlebenden helfen, so meinte die Frau zu mir. In einem Altenheim einen Job finden und in Israel ein neues Leben beginnen. Der Euro hätte in Deutschland eh alles zum Negativen verändert und ihre deutsche Wasser – und Stromrechnung sei auch um 30 % oder so angestiegen. Sofort machte ich sie darauf aufmerksam, dass die Preise in Israel ja wohl auch nicht gerade niedrig seien. Hohe Lebenshaltungskosten bei oftmals viel geringerem Einkommen. Die Frau jedoch meinte, dass hier alles viel besser ist. Vorerst sei sie mit den Kindern in einem Hostel in der Altstadt untergekommen, wo sie auch putze. Viele Hostels suchen Touristen, die das Hostel putzen und die Bettwäsche wechseln, wofür es dann ein Bett (und manchmal sogar Zimmer) umsonst gibt. Und genau das mache die Frau zur Zeit, wobei sie nebenbei die Altenheime abklappert und Vorstellungsgespräche führt.
Mir tat die Frau unendlich leid. Manche mögen sagen, dass das ja alles der totale Wahnsinn sei. Da kommt sie in ein fremdes Land, spricht nur ein paar Worte Englisch und will sich hier niederlassen. Dabei nimmt sie gleichzeitig die Kinder aus der Schule und alle wohnen nun in irgendeinem Hostel ohne Schule und ohne alles. Was sei das jetzt für eine Mutter, die das ihren kleinen Kindern antue ?
Nichtsdestotrotz tut mir die Frau leid und ich brachte es nicht zustande, ihr die Wahrheit zu sagen. Eine Freundin raunzte mich hinterher an, dass ich verpflichtet gewesen wäre, die Wahrheit zu sagen. Besser als das die Frau hinterher alles von anderen erfährt; und zwar dann, wenn alles zu spät ist.
Und die Wahrheit lautet, dass sie vielleicht sogar einen Job in einem Altenheim finden kann, doch wenn, dann nur befristet. Wie ich mehrmals berichtete, haben Touristen in Israel einen immer schwereren Stand und mit Visaverlängerungen ist kaum noch etwas. Schon allein aus dem Grund wird es die Frau ungemein schwer haben. Dazu kommen die Kinder, die sie nicht einfach eben mal so in einer israelischen Schule anmelden kann, denn diese nehmen nur Juden auf. Fast alle Schulen und nicht nur die relig. Als nichtjüdische Familie gibt es nicht viel Chancen. Irgendwann werden sie wieder heimgeschickt werden und hoffentlich ist dann noch das nötige Geld vorhanden und nicht, dass alles in einem einzigen Desaster endet.
Hätte ich die Frau aufklären sollen ?
Ich wusste einfach nicht wie. Außerdem nehme ich an, dass jeder, der hierher kommt, sich schon von vornherein mit der Lage befasse sollte. Kann man als Nichtjude einfach so in Israel bleiben ? Ich fahre doch auch nicht nach Australien oder so und lasse mich nieder. Dort muß ich ebenso mit Konsequenzen rechnen.
Viele Male erreichten mich schon e – mails von Leuten, die da einfach in der Heimat, vorwiegend Deutschland, alles aufzugeben bereit waren und einfach so nach Israel übersiedeln wollten. Nichtjuden wohlgemerkt und keine Aliyahberechtigten. Dabei weiß ich nicht, warum gerade Israel die Leute so anzieht. Abgesehen von einer rigorosen Visa – und Abschiebepolitik ist Israel kein Land, indem es sich leicht leben läßt. Wer kein Staatsbürger oder Jude ist, bleibt fast immer außen vor. Selbst wenn ein Nichtjude Staatsbürger ist, eines fehlt dennoch und die Leute reden fast immer hinter dem Rücken: "Naja, weißt Du, der oder die ist ja gar kein Jude".
Und mit dem Verhalten meine ich nicht nur die Religiösen, sondern dies erlebte ich schon in allen Gesellschaftsstrukturen. Sogar bei den Palästinensern, die mich dann schon fragten, warum dieser oder jener hier lebt, wenn er gar kein Jude ist.
Wenn ich den Traum vom besseren Leben verwirklichen will, gehe ich dann nicht lieber nach Kanada, in die USA oder nach Australien ? Warum Israel ? Weil es hier aufregender ist ? Weil ich hier vielleicht meine "Holocaust – Schuldgefühle" ausleben kann oder warum ? Übrigens gibt es für denjenigen, der etwas ausleben will, genügend Holocaust – Opfer in New York.
Genauso in Deutschland. Als Ausländer ist es gewiß nicht einfach so leicht, sich dort niederzulassen. Andererseits denken deutsche Touristen, man komme nach Israel und alles gehe seinen geregelten Behördengang und es ginge schon irgendwie. Realität ist, dass in Israel andere Gesetze herrschen als in Deutschland. Nicht nur das man Jude sein sollte, um in eine Schule zu kommen. Hierbei meine ich jetzt nicht diverse christliche Schulen im arabischen Teil der Stadt etc. Nein, auch Gesundheits – sowie Rentenversicherungssystem sind eindeutig auf Staatsbürger bezogen. Und wer keiner ist, hat keine Rechte.
Vielleicht sehe ich besagte Frau in zwei Wochen oder so wieder und vielleicht habe ich ja bis dahin Klarheit, ob ich sie aufklären soll oder nicht.
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