Donnerstag, 5. April 2012

Leserfrage: "Komme ich an Ostern in die Jerusalemer Altstadt ?"

B"H

Da das Thema dieser Tage sicherlich viele christliche Touristen angeht, hier eine Leserfrage an mich:

Ich fliege nach Tel Aviv um in Jerusalem im Youth Hostel zu wohnen. habe eine dringende Fragen an Dich, denn ich erhielt bisher keine Antworten. Nicht im Internet und auch nicht von der Shuttlebusgesellschaft, der ich eine Email geschrieben hatte.

Komme ich an Ostern überhaupt in die Altstadt? Einige Quellen besagen man würde nicht durchgelassen. Doch wo soll ich dann wohnen? Ohne Geld, ich habe das Hostel gebucht?

Du kommst immer in die Jerusalemer Altstadt und brauchst diesbezüglich keinerlei Bedenken zu haben !!! 

Was allerdings am Ostersonntag geschieht ist der Umzug der armenischen Christen und aus diesem Grund wird die Gegend um das Jaffa Tor für ca. zwei Stunden gesperrt. Es kann sein, dass die Armenier ebenso einen kleinen Umzug am Ostersamstag haben, aber da bin ich mir nicht sicher. 

Ostersonntag findet der Umzug gegen Mittag statt und dürfte so um ca. 15.00 Uhr enden. Dies allerdings nur um das Jaffa Tor herum. Die Absperrung geschieht, u.a., um Attentate zu verhindern. 

Viel Spass ansonsten und kriege keine Panik, wenn Du von Tausenden Pilgern eingequetscht wirst, die ihr Ostern auch in der Altstadt verbringen. Und lass Dich nicht im Arabischen Viertel unnötig abzocken. Die arabischen Haendler lügen Dir das Blaue vom Himmel herunter, nur weil sie ihre ware loswerden wollen.

Grad – Raketen auf Eilat

B"H 

Das israelische Urlaubsparadies Eilat sah sich in der vergangenen Nacht einem Raketenangriff ausgesetzt. Mindestens zwei Grad – Raketen gingen auf die Stadt nieder. Vermutlich abgeschossen aus dem ägyptischen Sinai, welcher als Al Khaida – Stützpunkt dient. 

Mehr bei ARUTZ 7


Hier ging eine der Raketen nieder.

Mittwoch, 4. April 2012

Der SS - Mann Günter Grass

B"H 

Es ist schon erstaunlich, wie sehr unser Land andere Leute, die noch niemals in Israel waren, geschweige denn lebten, zu Meinungen hinreisst. Die Meinungen der Dilettanten, die eben meinen, sich in die Öffentlichkeit schlagen zu müssen, wenn sie denn schon nichts anderes zu sagen haben. 

Die Gier nach Publicity macht auch vor dem Waffen – SS Mann Günter Grass nicht halt, der sich vorbehält, Israel anzuklagen, ohne Details zu kennen. 

Mich überrascht das nicht und ob Grass etwas sagt oder im Keller kippt die bekannte Schaufel um, wen interessiert das ? Was erstaunt, ist der Zeitpunkt, den Grass wählte: Wenige Tage vor Beginn des jüdischen Pessach (Passover) Festes. Einem Feiertag, der schon zu Zeiten des Mittelalters antisemitische Stimmungen hervorrief. 

Mit seinem Gedicht reiht sich Grass nun in die Riege der Israelhasser ein, doch wir alle wissen, wie die Ägypter und Pharao endeten. Ein Grund mehr, am Sederabend (Freitag abend) die Haggadah zu lesen. 

Links:


Leserfrage: "Blutverzehr bei Juden"

Es gibt keine Schlagzeilen

Die heutige Titelseite der israelischen Tageszeitung ISRAEL HAYOM

B"H

Die heutige Schlagzeile ist, dass es keine Schlagzeile gibt. Das Land befindet sich im Pessach – Wahn, denn der siebentägige jüdische Feiertag beginnt übermorgen abend. "Wie putze ich die Wohnung am besten koscher für Pessach" und "wo kauft man die günstigsten Lebensmittel zum Fest" ? Diese Fragen stehen an vorderster Front. 

800 – 1000 Schekel (ca. 160 – 200 Euro) geben die Israelis allein für die Seder am Freitag abend aus. An gutem Essen soll es nicht mangeln. Wer es sich denn leisten kann, denn Tausende sind auf die kostenlosen Essenspakete jüdischer Hilfsorganisationen angewiesen. 

ISRAEL HAYOM jedenfalls macht auf seinem Titelblatt Werbung für die Schabbat – bzw. Feiertagsausgabe am Freitag. Ein Interview mit dem Oberbefehlshaber der Armee im Norden des Landes steht an. Dazu Interviews mit Politiker und Show Sternchen. 

Ab Sonntag befindet sich das Land offiziell für eine Woche im Urlaubsrausch.

Am neuen Busbahnhof von Tel Aviv

B"H

Schandfleck, Drogen, Gastarbeiter, Prostituierte, sozialer Brennpunkt und der gesellschaftlich tiefste Punkt in Tel Aviv. Herzlich Willkommen am neuen Busbahnhof der Stadt. Nicht weit von seinem alten Vorgänger und mitten im sozialen Brennpunkt. 




Der Busbahnhof rechts im Bild







Und gegenüber im Lewinsky Park warten illegale Afrikaner allmorgentlich auf Tagelöhnerjobs.

Dienstag, 3. April 2012

Photos von der EICHMANN - Ausstellung in Tel Aviv

B"H

Ungewöhnlich viele Leser suchen dieser Tage Infos zum Massenmörder Adolf Eichmann. Im Februar dieses Jahres besuchte ich die Eichmann – Ausstellung im Diaspora Museum in Ramat Aviv (im Norden von Tel Aviv). Der Mossad gab zum ersten Mal Dokumente zur Verhaftung Eichmanns frei. Hier stellte ich einige Photos der Ausstellung ins Netz: 

Leserfrage: "Wie werde ich Kibbutz – Volontär ?"

B"H 

Der Sommer naht und damit auch die Ferienzeit. Junge Leute beginnen Pläne zu schmieden und bei vielen kommt die Idee auf, einmal in einem Kibbutz als Volontär zu arbeiten. Eine Leserin stellte mir dazu folgende Fragen: 

wo bewerbe ich mich am besten? muss man dafür irgendetwas bezahlen um als volunteer zu arbeiten? oder bekommt man für seine arbeit, schlafplatz, essen und taschengeld?4

Allgemein verfasste ich im vergangenen Okotober einen aktuellen Text zum Thema:


Das Kibbutz Program Center in Tel Aviv verlangt einiges an Gebühren, doch jeder, der sich einschreibt, erhält auch einen Platz in einem Kibbutz. Es kommt drauf an, wann der Bewerber nach Israel kommt, denn die Kibbutzim suchen saisonal Volontäre und nicht immer kann man sich individuell einen Kibbutz aussuchen. Was vielleicht hilfreich wäre ist, wenn der Bewerber zumindest sagen könnte, ob er in den Norden oder Süden des Landes will.

Buslinien in Jerusalem


Endlos - Verkehr in der Agrippas Street am Machane Yehudah Markt

Photo: Miriam Woelke
B"H

Die Stadtverwaltung Jerusalem stellte ein Handbuch des Busnetzes der Stadt zusammen. Hier findet ihr die lokalen EGGED Buslinien aufgelistet:

Montag, 2. April 2012

Photos aus Jerusalem (April 2012)

B"H


Der Frühling ist da. 



Jaffa Road am Machane Yehudah Markt.





Im haredischen (ultra - orthodoxen) Stadtteil Ge'ulah.





Die endlose Weite der Jaffa Road in der Innenstadt. Vom Busbahnhof bis hinunter in die Altstadt.

Copyright / Photos: Miriam Woelke

Jerusalem vor Pessach

B"H 

Politik ist mir momentan sowas von egal, denn in unserem Leben dreht sich diese Woche alles um das am Freitag abend beginnende siebentägige Pessach (Passover). Hintergrund es jüdischen Feiertages ist der Auszug der Juden aus Ägypten. Am Freitag abend, zu Festbeginn, wird die traditionelle Pessach Seder abgehalten, bei der es darum geht, das Andenken an den Auszug zu bewahren. Es wird die Haggadah gelesen; ein Buch, welches bestimmte Gebet, Segen, Stories und Lieder enthält. Circa in der Mitte wird dann riesig aufgetischt und natürlich werden mächtig Mazzot verspeist. 

Hier ein paar Photos der Pessach – Vorbereitungen in Jerusalem: 

Sonntag, 1. April 2012

Volontärsleben im Kibbutz EN GEV

B"H

Ein deutscher TV - Report über zwei deutsche Volontärinnen im Kibbutz EN GEV am See Genezareth (Kinneret). 




Der Kibbutz lebt vom Fischfang und Tourismus. Volontäre müssen dort meistens die Gästehäuser putzen.

Wer auch einmal in einen Kibbutz will, hier ein paar aktuelle hilfreiche Infos vom KIBBUTZ PROGRAM CENTER in Tel Aviv. Im Oktober vergangenen Jahres machte ich ein Interview mit der Leiterin AYA SAGI. 

http://lebeninjerusalem.blogspot.com/2011/10/das-kibbutz-programme-center-in-tel.html

Kathleen Reiter gewinnt THE VOICE (Israel)

B"H 

Kathleen Reiter, Neueinwanderin aus Kanada, gewinnt den israelischen THE VOICE Contest. In der Jury sind, u.a., zu sehen: Sarit Hadad und Rami Kleinstein.

Nach Jerusalem

B"H 

Für ein paar Stunden werde ich morgen in Jerusalem sein. Einige Feiertagseinkäufe erledigen, ein paar Leute treffen und danach mit der Kamera etwas Pessach – Stimmung einfangen. 
 


Betzalel Street in Nachlaot / Jerusalem



Photos: Miriam Woelke

Sand aus der Wüste

B"H 

Man gut, dass ich noch keine Fenster geputzt habe; jetzt, nur wenige Tage vor Pessach. Laut dem aktuellen Wetterbericht strömt Luft vollgepackt mit Wüstensand heran. Aus der Negev kommend und nach Norden ziehend. Der Wettertyp im Fernsehen meinte, wir sollen lieber heute nacht unsere Fenster schliessen. Vor allem Asthmakranke. 

Morgen früh wachen wir alle so ziemlich sandig auf. Schlamm auf den Fenstern und Autoscheiben. Und ich wollte heute noch Wäsche raushängen …:-)

Preisanstiege und die Angst des Benjamin Netanyahu

B"H 

Der Benzinpreis stieg auf fast 8 Schekel (1,60 Euro) pro Liter an und Premier Netanyahu verkündete stolz, er habe sein Bestes getan, eine weitere Verteuerung zu verhindern. Immerhin sei doch dafür der Strompreis etwas gesunken. Ja, das stimmt, doch der Strompreis liegt eh schon weit über dem Erträglichen. Wann der öffentliche Nahverkehr seine Preise ansteigen läßt, ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann schlägt die Busgesellschaft EGGED wieder so richtig zu. 

Fast 10 Schekel (2 Euro) für einen Liter Benzin grenzt an Wahnsinn. Der Iran wird als Hauptschuldiger vorgeschoben, doch bei einer Demo in Tel Aviv am gestrigen Abend sahen Aktivisten Netanyahu als eine größere Gefahr für unser Land als Achmadinejad. Keine Frage, Bibi Netanyahu steht auf der Seite von Wirtschaft und Kapital. Da glänzt er und zeigt sich gerne mit reichen Unternehmern. Mit der Mittelschicht und ärmeren Israelis hat er es nicht so und vermeidet sich zu zeigen. Wirtschaftskongresse JA, soziale Brennpunkte NEIN. Während sich die Regierung auf die Opposition und den Iran konzentriert, brodelt es einmal wieder im Volk und die extreme Linke sieht ihre neue Chance aufkommen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass, wenn das Wetter so warm bleibt, demnächst neue Zeltdemos entstehen. Ein neues Rothschild Boulevard Syndrom, das hätte Netanyahu jetzt gerade noch gefehlt. 
 



Photos: Miriam Woelke
 
Israelis (mich eingeschlossen) sind teilweise selber schuld an der Preismisere. Obwohl die meisten es sich nicht leisten können, zahlen sie. Wuchermieten bei viel zu geringen Einkommen. Die Nebenkosten fressen einen fast auf und dazu kommen die viel zu teuren Lebensmittel. Ganz zu schweigen davon, wenn man einmal ausgehen will. Kino, Restaurants, Bars … das kostet. Zuerst denkt ein Jeder, er kann all das bewältigen, indem er mehr arbeitet, aber die viele Arbeit geht auf Kosten der Freizeit und der Gesundheit. Viele, die ich kenne, verzichten mittlerweile auf zusätzliche Arbeitsstunden und ziehen ihr Privatleben vor. Selbst dann, wenn sie sich dadurch weniger leisten können. 

Link:

Die Demo am Rothschild Boulevard und der Blick hinter die Kulissen