Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Donnerstag, 8. April 2010
Nimrod
B"H
Religion spielt in Israel eine Rolle; auch, wenn die allerschlimmsten säkuleren Juden alles abstreiten und nichts mit der Religion zu tun haben wollen. Egal, wann und wo, stets kommt die Frage auf, wie relig. man sei, ob überhaupt und wenn ja, wieviel. Oder sei man letzten Endes doch "nur" traditionell und wenn ja, wieviel und wie weit derjenige gehe.
Ich lernte einmal, dass ein Vorname in Israel einiges über die Herkunft der Person aussagen kann. Besonders in Tel Aviv, wo wir so einigen männlichen Wesen mit dem Vornamen "Nimrod" begegnen. Viele wissen wahrscheinlich, wer genau dieser Nimrod in der Thora war. Ein Todfeind Avrahams und später liess er den Turm zu Bavel (Babylon) bauen, um sein Ziel zu erreichen: G - tt anzugreifen oder gar zu "töten". Der letzte Abschnitt im komplizierten kabbalistischen Buch "Brit Menucha" liefert uns eine Definition wie Nimrod schwarze Magien nutzte, um die Engel auf seine Seite zu bringen.
Wer also ziehe unter diesen Umständen in Erwägung seinen Sohn ausgerechnet Nimrod zu nennen ? Normalerweise kein Jude, doch zahlreiche säkulere Israelis tragen diesen Namen. Vielleicht wollten die Eltern ein Statement darüber abgeben, wie sehr ihnen die Thora egal ist und wie sehr sie aus all den darin enthaltenen Lehren pfeifen.
Der ehemalige Besitzer der israelischen Tageszeitung MAARIV, Ofer Nimrodi, nannte seinen Sohn Nimrod. Nimrod Nimrodi. Was für eine Name ? Gleich die doppelte Portion Ignoranz.:-) Sollte Nimrod Nimrodi einmal relig. werden, stehe sicherlich eine Namensänderung zur Debatte, denn weder ein relig. noch ein traditioneller Jude nennt sich Nimrod.
Der Name "Nimrod" sagt in Israel sehr viel über die eigene Herkunft aus.
Donnerstag, 8. April 2010
B"H
Morgens um 6.10 Uhr sass ich schon im Bus zurück nach Tel Aviv. Die Jerusalemer Bäckerei arbeitet auf Hochtouren und gestern ist die Belegschaft fast umgefallen. Die Kundschaft strömte nach Pessach nur so in den Laden und abends fiel sogar das Geldzählen schwer, denn die Scheine wollten kein Ende nehmen.
Die Milch wurde teurer und ich weiss nicht, ob das überhaupt jemand mitbekam. Selbst das Kilo Mandarinen kostet auf dem Machane Yehudah Markt sage und schreibe 5 - 6,50 Schekel (1 - 1,5 Euro). Meine Angaben in Euro mögen so furchtbar banal klingen; in Israel jedoch sind 6,50 Schekel für ein Kilo Mandarinen ein Wahnsinnspreis.
Dazu gibts einen Skandal frisch angerührt und wieder ist einmal Ehud Olmert involviert. Durch einen Freund, welcher einer der Hauptverdächtigen in einer neuen Korruptionsaffäre ist. Dabei steht Ehud schon wegen eigener Korruption vor Gericht.
Stein des Skandalanstosses ist das "Holyland - Bauprojekt" am Canyon Malcha. Die Luxusgebäude wurden zur Bauzeit vor ca. 6 - 7 Jahren als hässlichste Klitsche Jerusalems bezeichnet.
Die Stadtverwaltung Jerusalem soll Millionen von Schekeln Bestechungsgelder von den Bauherren erhalten haben, damit das Projekt genehmigt wird.
Die Presse stürzt sich heute mit sämtlichen Schlagzeilen auf den neuen Skandal.
Nebenbei geht es auch um den israelischen Oberbefehlshaber Gabi (Gabriel) Aschkenazi, dessen Amtperiode von vier Jahren nicht verlängert werden soll. Wir alle wissen, dass Aschkenazi ein Erzfeind des Verteidigungsministers Ehud Barak und die beiden kaum zusammenarbeiten. Barak will General Yoav Galant als Truppennachfolger.
Morgens um 6.10 Uhr sass ich schon im Bus zurück nach Tel Aviv. Die Jerusalemer Bäckerei arbeitet auf Hochtouren und gestern ist die Belegschaft fast umgefallen. Die Kundschaft strömte nach Pessach nur so in den Laden und abends fiel sogar das Geldzählen schwer, denn die Scheine wollten kein Ende nehmen.
Die Milch wurde teurer und ich weiss nicht, ob das überhaupt jemand mitbekam. Selbst das Kilo Mandarinen kostet auf dem Machane Yehudah Markt sage und schreibe 5 - 6,50 Schekel (1 - 1,5 Euro). Meine Angaben in Euro mögen so furchtbar banal klingen; in Israel jedoch sind 6,50 Schekel für ein Kilo Mandarinen ein Wahnsinnspreis.
Dazu gibts einen Skandal frisch angerührt und wieder ist einmal Ehud Olmert involviert. Durch einen Freund, welcher einer der Hauptverdächtigen in einer neuen Korruptionsaffäre ist. Dabei steht Ehud schon wegen eigener Korruption vor Gericht.
Stein des Skandalanstosses ist das "Holyland - Bauprojekt" am Canyon Malcha. Die Luxusgebäude wurden zur Bauzeit vor ca. 6 - 7 Jahren als hässlichste Klitsche Jerusalems bezeichnet.
Die Stadtverwaltung Jerusalem soll Millionen von Schekeln Bestechungsgelder von den Bauherren erhalten haben, damit das Projekt genehmigt wird.
Die Presse stürzt sich heute mit sämtlichen Schlagzeilen auf den neuen Skandal.
Nebenbei geht es auch um den israelischen Oberbefehlshaber Gabi (Gabriel) Aschkenazi, dessen Amtperiode von vier Jahren nicht verlängert werden soll. Wir alle wissen, dass Aschkenazi ein Erzfeind des Verteidigungsministers Ehud Barak und die beiden kaum zusammenarbeiten. Barak will General Yoav Galant als Truppennachfolger.
Gabi Aschkenazi
Yoav Galant
Wird er der neue Oberbefehlshaber der israelischen Streitkräfte ? Ambitioniert scheint er zu sein.
Politik hin oder her, ich werde versuchen, den heutigen Tag zu geniessen und etwas auszuspannen. Mal sehen, ob mir das gelingt ...
"Auferstanden von den Toten" - Was die deutsche Presse nicht verrät
B"H
Ein Palästinenser soll im März von der israelischen Armee getötet worden sein und dann stellt sich die Story als Ente heraus. Der Pali kam unbeschwert und munter heim und LEBT. Zwischenzeitlich jedoch hatte die internationale Presse die Berichterstattung übernommen und ganz im Dienste der Palästinenser falsch berichtet. Eine Richtigstellung ist womöglich nicht zu erwarten, deswegen HIER ein Link zu HONEST REPORTING !
Soll sich der Mensch nun darüber aufregen oder einfach über die Dummheit der Presse lachen ?
Ein Palästinenser soll im März von der israelischen Armee getötet worden sein und dann stellt sich die Story als Ente heraus. Der Pali kam unbeschwert und munter heim und LEBT. Zwischenzeitlich jedoch hatte die internationale Presse die Berichterstattung übernommen und ganz im Dienste der Palästinenser falsch berichtet. Eine Richtigstellung ist womöglich nicht zu erwarten, deswegen HIER ein Link zu HONEST REPORTING !
Mittwoch, 7. April 2010
Das Herumsiffen deutscher Touristen in Tel Aviv
B"H
Es muss ja nicht jeder von Museum zu Museum zockeln und sich unaufhörlich ernst geben. Ein deutscher Tourist darf sich in Israel ganz normal verhalten und läuft normalerweise nicht ständig im Bußgewand herum. Sicher, es gibt Situationen, in denen ein deutscher Tourist negativ angefahren werden kann oder sich zumindest einiges anhören muss. Von Israelis, deren Vorfahren im KZ umkamen, zum Beispiel. Ein Besuch im Holocaust Museum "Yad Vashem" in Jerusalem ist auch kein leichter Gang und macht betroffen. Mitten in der Ausstellung beginnt sich der Tourist oft zu fragen, wie Deutschland so tief sinken bzw. fast jeder Deutsche sich von Hitler hat einlullen lassen.
In den letzten Monaten traf ich häufig auf deutsche Touristen am Tel Aviver Strand. Weniger aktives Kennenlernen, denn ich sprach nicht mit den Leuten, hörte jedoch ihre Konversationen neben mir im Sand. Und eben diese Konversationen junger nichtjüdischer Deutscher waren für mich teilweise der Hammer.
Vergangene Woche geschah der letzte Vorfall bei dem zwei junge deutsche Frauen (ca. 22 Jahre alt) am Tel Aviver Strand sassen. Ich befand mich in Hörweite als sie einer anderen Touristin aus einem anderen Land erzählten, dass die eine der beiden Deutschen zum Judentum konvertiert worden war. In Deutschland, aber ich weiss nicht ob reform oder orthodox.
Es war der Schabbat an Pessach und die Konvertierte stopfte sich munter mitgebrachte Kekse auf Deutschland in den Mund. Chametz und nicht koscher für Pessach. Nebenbei schrieb sie irgendetwas auf ein Blatt Papier.
Chametz essen an Pessach und schreiben am Schabbat.
Herzlichen Glückwunsch zur Konversion zum Judentum !
Aber darum ging es weniger. Die Konversation der beiden Deutschen sowie der dritten Touristin liefen darauf hinaus, wie ich mich abends auf Kneipentour begebe und einen jüdischen Israeli aufgabele. Die typische "One Night Stand" Diskussion begann. Und das ist es, was mir bei sehr vielen aufgeschnappten Diskussionen deutscher Touristinnen auffällt. Man geht nicht auf Kultursuche oder unbedingt auf Sightseeing, sondern auf Männersuche. Irgendein Jude tuts schon für eine Nacht.
Ich denke weniger, dass es wieder einmal um das so bekannte Philoverhalten geht und das Holocaust - Schuldgefühlt im Sex untergeht. Eher besitzen solche Frauen recht wenig Hirn und benehmen sich daheim auch nicht anders. Muss dieses "auf Tour gehen" dennoch gerade in Israel stattfinden ? Wer wenig im Kopf hat und eh keine Kultur sucht, der solle seinen Sexurlaub in Thailand oder Mallorca ausleben.
Wer ist mir nun lieber ? Jene hirnlosen Sextouristinnen oder jene, die auf Deutsch herumgröhlen ? Wenn es auch nicht nach Adolf gerufen wird, so doch nach dem Kaffee in einem Kaffeehaus und das in Gjjjerrrmanyy alles better is.
Die Sextussen verdienen den Sex mit irgendeinen abgefackelten Strandboy und die Gröhler werden vom Kaffeehauspersonal ignoriert, denn wir sind hier nicht in Gjjjermanyy !
Berlins Vorderasiatisches Museum verlor gegen die Familie eines Auschwitz - Überlebenden
B"H
Auf zwei Seiten berichtet Israels grösste Tageszeitung "Yediot Acharonot" heute über die Entscheidung eines US - Richters. Und diese fiel gegen das Vorderasiatische Museum in Berlin aus.
Der Holocaust - Überlebende Ruven Flamenbaum verstarb vor einiger Zeit und hinterliess seinen Kindern eine goldene assyrische Tafel im Wert von 10 Mio Dollar. Die Tafel hat die Grösse zweier Briefmarken und Ruven Flamenbaum kam in ihren Besitz als er nach dem Krieg Zigaretten an sowjetische Soldaten verkaufte. Einige Soldaten hatten bei der Einnahme Berlins Museumsstücke mitgehen lassen und so auch die assyrische Tafel. Mit ihr wurden die Zigaretten des Ruven Flamenbaum bezahlt, ohne dass jemand den wahren Wert der Tafel kannte. Erst nach dem Tode seines Vaters kontaktierte Israel Flamenbaum das Vorderasiatische Museum und dort wollte man das wertvolle Stück sofort zurückhaben. Ohne Bezahlung.
Die Sache kam vor Gericht und ein Richter entschied, dass die Familie Flamenbaum die Tafel behalten darf. Die Familie sowie auch Yediot Acharonot betrachtet es als eine Schande, dass das Museum, nach all dem, was im Holocaust geschehen ist und Ruven Flamenbaum seine Familie verlor, auf Rückgabe klagte.
Nun denkt die Familie nicht mehr an einen Verkauf und will die Tafel behalten.
Details:
New York Post
Auf zwei Seiten berichtet Israels grösste Tageszeitung "Yediot Acharonot" heute über die Entscheidung eines US - Richters. Und diese fiel gegen das Vorderasiatische Museum in Berlin aus.
Der Holocaust - Überlebende Ruven Flamenbaum verstarb vor einiger Zeit und hinterliess seinen Kindern eine goldene assyrische Tafel im Wert von 10 Mio Dollar. Die Tafel hat die Grösse zweier Briefmarken und Ruven Flamenbaum kam in ihren Besitz als er nach dem Krieg Zigaretten an sowjetische Soldaten verkaufte. Einige Soldaten hatten bei der Einnahme Berlins Museumsstücke mitgehen lassen und so auch die assyrische Tafel. Mit ihr wurden die Zigaretten des Ruven Flamenbaum bezahlt, ohne dass jemand den wahren Wert der Tafel kannte. Erst nach dem Tode seines Vaters kontaktierte Israel Flamenbaum das Vorderasiatische Museum und dort wollte man das wertvolle Stück sofort zurückhaben. Ohne Bezahlung.
Die Sache kam vor Gericht und ein Richter entschied, dass die Familie Flamenbaum die Tafel behalten darf. Die Familie sowie auch Yediot Acharonot betrachtet es als eine Schande, dass das Museum, nach all dem, was im Holocaust geschehen ist und Ruven Flamenbaum seine Familie verlor, auf Rückgabe klagte.
Nun denkt die Familie nicht mehr an einen Verkauf und will die Tafel behalten.
Details:
New York Post
Dienstag, 6. April 2010
Benutzt der israelische Geheimdienst Facebook Daten
B"H
Sucht der israelische Geheimdienst auf Facebook neue Informaten ? Die Hamas sagt JA.
Sucht der israelische Geheimdienst auf Facebook neue Informaten ? Die Hamas sagt JA.
Hinterfragen wir einmal ernsthaft: Wer benutzt Facebook nicht als Infoquelle oder als Selbstdarstellung / Promotion ? Wem aber kann man bei all den Freunden Glauben schenken ? Jeder Geheimdienst oder Terrororganisationen springen auf das Social Networking an und Filtern Infos.
Werfen wir einmal einen Blick auf die pro - israelischen Facebook Groups:
Ständig bekomme ich Group Invitations zugesandt und manchmal werde ich Mitglied oder ich lehne es ab. Ob ich mich im Nachhinein jedoch besonders viel mit der Gruppe auseinandersetze ?
Kaum.
Man klickt auf JA oder NEIN und das war es in vielen Fällen. Die Facebook Freunde nenne ich gewiss nicht alle meine Freunde und überhaupt ist das Social Networking für mich ein Teil der Kommunikation. Wer ernsthafte Daten austauschen will, der tut dies per e - mail und nicht unbedingt per Wall. Dass Leute per Facebook gescannt werden, glaube ich dennoch. Selbst bei fragwürdigem Wahrheitsgehalt.
Von Pessach zum Yom HaSchoah
B"H
Pessach ist vorbei und schon kommt ein neues Thema auf:
In der nächsten Woche begeht Israel seinen nationalen Holocausttag "Yom Haschoah" ! Gedenkveranstaltungen werden vorbereitet und die noch lebenden Überlebenden werden zu Vorträgen geladen.
Neue Enthüllungen zum Fall "Raoul Wallenberg"
B"H
Da hilft ein schwedischer Nichtjude den ungarischen Juden, dem Holocaust zu entkommen und wird später von den Sowjets verhaftet und verschwindet spurlos.
Ich kann nicht sagen, dass ich besonders mit dem Fall "Raoul Wallenberg" vertraut bin, doch was hatten die Sowjets gegen ihn, dass sie ihn verschwinden liessen ?
Jetzt kamen neue Erkenntnisse ans Tageslicht. Nämlich, dass Wallenberg noch mehrere Jahre in sowjetischer Haft gelebt hat und nicht, wie die Sowjets angaben, frühzeitig starb.
Nach wie vor aber stellt sich die Frage:
Was geschah mit Raoul Wallenberg ?
Ed Koch gegen Obama
B"H
Erst machte New Yorks Ex - Bürgermeisterikone Ed Koch riesig Werbung für Barak Hussein Obama und nun fordert Koch Obamas Impeachment (Absetzung). Barak Obama sowie der Hussein in ihm seien ein Feind Israels und niemand tue anscheinend etwas dagegen.
Vielleicht sind ja die Amerikaner zu beschämt zuzugeben, dass sie jemanden zu ihrem Präsidenten wählten, der höchstwahrscheinlich gar nicht in den USA geboren worden ist. Der Staat Hawaii lehnt nach wie vor die Bestätigung ab, Obama sei in dem Bundesstaat geboren.
Wo also ist Obama, der bis heute noch keine Geburtsurkunde vorlegte, geboren ?
Samstag, 3. April 2010
Apriltagebuch
B"H
Pessach geht weiter und das noch bis Montag abend. In der Diaspora bis Dienstag abend. Morgen, Sonntag, ist nur ein halber Tag. Sozusagen wie ein Freitag bevor der Schabbat hereinkommt. Geschäfte und Märkte sind also nur bis nachmittags geöffnet.
Ich werde schon früh nach Jerusalem fahren, denn die Bäckerei backt zwar noch nicht, doch fanden Umbauten statt und einige von uns Sklaven erklärten sich bereit, bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Dafür werden wir von der chaotischen Nachtschicht von Montag auf Dienstag befreit. Chaotisch deswegen, weil die Leute nach Pessach die Bäckereien erstürmen, um endlich wieder Brot einzukaufen.
Gleich nach dem Ausklang von Pessach werde ich sofort heim nach Tel Aviv abreisen, nur um am Dienstag abend wieder in Jerusalem zu schuften.
Dass mit dem siebten Pessachtag in Jerusalem passt mir ansonsten sehr gut, denn in Mea Shearim finden viele Feiern statt und ich bin eingeladen. Ein chaotisches Herumgefahre wird es trotzdem. Tel Aviv, Jerusalem, Tel Aviv …
Ab Dienstag geht in Israel alles wieder seinen gewohnten Gang und Pessach wird vorüber sein. In der nächsten Woche gedenken wir der Holocaust - Opfer und eine Woche darauf wird Unabhängigkeit gefeiert. Dies werde ich allem Anschein nach in Tel Aviv tun, denn in Jerusalem ist diesbezüglich eh nie etwas los.
Die Christen feiern Ostern in der Jerusalemer Altstadt und darüber kann ich absolut nichts berichten, denn ich meide die Altstadt zu der Zeit. Der Papst hat sich einmal wieder mehr in die Nesseln gesetzt, denn der Vatikan bezeichnete die Anschuldigungen gegen Ratzinger als eine Art Judenverfolgung. Die Juden wurden verfolgt und nun unterliege der Papst einem Pogrom. Die Juden in Rom und in Israel sind entsetzt. Da kommt der Wehrmacht Ratzinger daher, beschützt seine pädophilen Bediensteten und macht dann auch noch auf Pogromopfer.
Aber haben wir anderes erwartet ? Die Palästinenser sehen sich ja auch in der Gaskammer. Hoffentlich kriegt der Papst nicht mit, dass in der kommenden Woche in Israel nationaler Holocaust - Tag ist, sonst stellt er noch seine eigene private Trauersirene an.
Immerhin machte uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung und es ist ausgesprochen warm. Fast dreissig Grad heute und der Tel Aviver Strand lief fast über. Mit einem Freund spazierte ich bis nach Yaffo und auf dem Rückweg kreuzten wir das Tel Aviver Kneipen IN Viertel "Florentin". Ohne Kneipe allerdings.
So, und nun noch schnell die letzten Stunden Pessach geniessen.
Allen Lesern noch tolle Feierstunden !
Freitag, 2. April 2010
Schabbat Schalom
B"H
Iran und die Atombombe, die Hamas und neue zu befürchtende Anschläge in Israel. Irgendwie aber erscheinen die News im Hintergrund, denn wir haben Pessachferien und die Israelis sind mehr mit sich selbst beschäftigt. Insbesondere mit den Gedanken, wie das fette Minus auf dem Bankkonto nach den Feiertagen ausgeglichen werden soll. Aber man kann ja nicht nur daheim hocken und sollte zumindest einmal etwas unternehmen.
Pessach ist nun einmal teuer. Man schaue nur auf vier kleine für Pessach koschere Semmeln (in Norddeutschland sagt man "Brötchen"), die da 20 Schekel (ca. 4 Euro) kosten. Eine Abzocke ohnesgleichen.
Der Jerusalemer Machane Yehudah Markt ist koscher, der Tel Aviver Carmel Markt hingegen bietet alles. Dieser Tage auch Brot (Chametz) und ansonsten unkoschere Krabben, Krebse oder Shrimps. Man ist also nicht "gezwungen" koscher zu essen, sondern entscheidet selbst. Spirituell betrachtet bringen wir so unseren von G - tt gegebenen "Freien Willen" zum Ausdruck. Am Krabbenstand werden wir also vor die Wahl gestellt und den Kriechtier - Test bestand ich bisher anstandslos. Wer frisst auch solch ein Viehzeug ?
Jeder hat so seine Erlebnisse nachdem er Aliyah macht. Nach Israel einwandern ist nicht leicht; vor allem dann nicht, wenn nicht viel Geld in der Börse ist und man gezwungen ist, schleunigst einen Job zu finden. Nicht nur blabla Aushilfe oder so, sondern einen richtigen Job, dessen Gehalt einen ernährt. Dieser Tage lernte ich eine Engländerin kennen, die vor zwei Jahren Aliyah machte und seitdem herumhechelt. Zuerst platzte das Verlöbnis auseinander und sie zog aus dem Süden des Landes nach Tel Aviv. Wohin dann erst einmal ? Ohne Job, ohne Unterkunft ? Von Freund zu Bekannten und von Bekannten zu Freunden. So durchleben es wahrscheinlich Hunderte von Israelis. Und damit meine ich nicht nur Neueinwanderer.
So schnell wie möglich einen Job finden, selbst wenn es nur als Bedienung bei "Super Sushi" sein sollte. Besseres wird halt später gesucht. Wer nicht so handelt, der sitzt nicht selten in einem Teufelskreis, denn wie Wohnung finden, wenn keine Kohle da ist ?
Bei der Wohnungssuche mahlt zuerst, wer beim Vermieter Cash auf den Tisch legt. Sagt einer, das Geld treffe erst in zwei Tagen ein, hat er schon verloren. So erging er der Engländerin, die nun endlich ihre feste Bleibe fand.
Israel verlangt dem Neueinwanderer Lebensimprovisation ab. Wer rumsitzt und wartet, der bleibt auf ewig sitzen. Wenn es heißt, "man rufe zurück", weist dies auf "Fehlanzeige" hin. Bloss nicht sitzen udn auf einen Anruf warten, der nie kommt. Unsere Gesellschaft funktioniert nach Codes und wer sie nicht schnellstens kapiert und verinnerlicht, hat das Nachsehen.
Ich könnte ganze Erlebnisbände über Neueinwanderer und im Land Geborene verfassen. Wie man lebt, sich über Wasser hält und mit seiner Umwelt kommuniziert. Es wirkt auffällig, dass die Gesichter der Tel Aviver mehr aussagen als die der Jerusalemer. Das Küstengehetze zeigt eher seine Wirkungen als das Beschauliche in Jerusalem. Das "Le'at, le'at - langsam, langsam gegen "Srisut - Beweglichkeit ohne Ende bzw. auf Zack sein".
Der Schabbat wartet mit 27 Grad Hitze auf uns. Ich blieb letztendlich in Tel Aviv hängen, gehe in die Synagoge sowie zu Freunden. Strand wäre auch nicht schlecht, doch garantiert rappelvoll.
"Schabbat Schalom" an alle Leser !
Tel Aviv mit Gesang von Sarit Hadad
Donnerstag, 1. April 2010
Pessachtrips
Netanya
B"H
Und was macht Pessach ?
Ziemlich busy und ich verbuchte bisher einige Trips. Endlich fühle ich mich nach all der Arbeit in der Bäckerei wieder als menschliches Wesen, welches auch lebt. Aber keine Sorge, die Bäckerei kontaktierte mich schon auf Facebook. Es gibt kein Entkommen !
Die Seder verbrachte ich, wie gesagt, bei den Chabad Meschichisten, doch der Meschiach tauchte dann doch nicht auf. Am nächsten Tag, dem ersten Feiertag, lag ich am Tel Aviver Strand. Gestern dann kam die Kultur an die Reihe. Das "Eretz Israel Museum" sowie das "Diaspora Museum" in Ramat Aviv (im Norden Tel Avivs).
Das "Eretz Israel Museum" empfehle ich nicht unbedingt dringend für einen Besuch. Die zeitweilige Ausstellung über das "Leiden" oder besser gesagt "das harte Leben" in Tel Aviv empfehle ich dann aber doch noch. Von arabischen Pogromen bis hin zu Selbstmordattentate, welche die Stadt erschütterten, ist alles dabei.
Fast neben dem "Eretz Israel Museum" befindet sich das "Palmach Museum", aber ich bin keineswegs der linke Palmach - Haganah Typ, sondern eher mit "Lechi", "Etzel" oder der "Irgun". Und so verzichtete ich auf die Palmach und machte mich auf ins nahegelegene Diaspora Museum, welches mit Haredim (ultra - orthodoxen Juden) vollgestopft war. Die sehenswerteste Ausstellung im Diaspora Museum sind die Miniatursynagogen von vor dem Zweiten Weltkrieg wie die große Warschauer Synagoge oder die des Vilna Gaon in Litauen. Beide Gebäude wurden von den Nazis zerstört.
Weiterhin war die Altneuschul in Prag zu sehen (die Synagoge des Maharal) sowie die Raschi - Synagoge in Deutschland. Ein Brauch, den ich noch nicht kannte, wurde ebenso erwähnt: Nämlich, dass Synagogen in der Karibik ihren Fussboden mit Sand bestreuen. Dies solle den Auszug aus Ägypten, die Wanderung durch die Wüste sowie die Tempelzerstörungen repräsentieren.
Das "Diaspora Museum" lädt, u.a., zu einigen zeitbedingten Ausstellungen ein und auf die israelische Künstlerin Mika Drimer, mit der ich gestern kurz sprach, sowie die Ausstellung über die Visavergabe spanischer Diplomaten im Holocaust werde ich separat eingehen.
Heute war ich im "Tel Aviv Art Museum", aber all die Kunst war dann doch zuviel für mich. Ich bin nicht der Bilder - Gemäldetyp, sondern mehr mit den Installationen. Anscheinend fehlt es mir am Verständnis für Rubens oder Picasso. Wobei Rubens zumindest noch logischer erscheint. Die Bilder von Malern zu dechiffrieren, liegt mir nicht und manch Künstler wie Salvadore Dali kommt mir eh schizophren vor.
Da fuhr ich lieber nach Netanya und begab mich an den Strand. Gerade Netanya ist an Pessach kosherer als Tel Aviv, doch nicht das Mac Donald's am Busbahnhof, wie sich herausstellte. Der Mac offerierte koscheres Essen an Pessach und ich bestellte und aß. Dann kam heraus, dass Mac Donald's zwar koscher für Pessach, aber ansonsten überhaupt nicht koscher ist. Ich hatte eine koschere Burgersemmel, doch hätte ich gleichzeitig einen Milchkaffee bestellen können. All das führte bei einigen Kunden zu Irritationen, denn es wurde ja koscheres Essen zu Pessach angepriesen.
Netanya ist ganz nett, doch langweilig. Nichtsdestotrotz hatte ich eine tolle Zeit mit super Aussicht hinunter zum Strand und auf das Meer. Gleich im Park neben dem "Park Hotel", welches vor einigen Jahren an Pessach Opfer eines Selbstmordattentäters wurde.
Die Sprachen, die ich vernahm, waren russisch, etwas englisch, doch überwiegend französisch. Am Hauptplatz vor dem Strand scheint alles französisch zu sein. Dies Bistros und selbst die Immobilienmaklerbüros.
Nach Stunden wieder in Tel Aviv angekommen, zog es mich zu einer Tasse Kaffee ins AROMA. Vielleicht koscher für Pessach im Azrieli Tower ?
Der Azrieli aber war dermassen mit Menschenmassen überladen, dass ich gar nicht in die Nähe der Theke des Aroma kam. Nebenbei warf ich einen Blick auf das gerade eingeweihte H & M, wo die Leute vor dem Eingang geduldig Schlangestanden. Trotz der Security im Azrieli hat H & M seine eigenen Security Guards engagiert, die eher an SS - Leute erinnern. Dunkele Uniformen und ein Blick, der auf "I shoot you" eingestimmt ist.
Morgen fahre ich über den Schabbat nach Jerusalem und dort finde ich wenigstens einen koschere Aroma Kaffee !
Mossad & Facebook
B"H
Neulich begann ich das Buch "The Volunteer", geschrieben von dem ehemaligen Mossad Agenten "Michael Ross" zu lesen. Der Name des Autors steht lediglich als Synonym und ist keinesfalls sein wahrer Name. Selbst seine Story ist überwiegend falsch. Das Buch kaufte ich nur, weil es billig auf dem Grabbeltisch lag und es offensichtlich sonst niemand wollte. Belletristik sozusagen. Man hat ja sonst am Strand nichts zu tun.
"Michael Ross" wurde in Kanada als Christ geboren, kam als Tourist nach Israel, konvertierte zum Judentum, ging zur Armee, heiratete und irgendwann kontaktierte ihn der Mossad.
Schon allein das klingt wie der typische Touristentraum !
Ob Michael Ross ernsthaft konvertierte, stelle ich in Frage. Eingehen tue ich jetzt nicht weiter darauf, denn ich habe die Stories samt Entschuldigungen solcher Leute satt bis oben hin.
Ross kam zum Mossad und wurde zusammen mit einem anderen Typen in arabische Länder entsandt, um zu spionieren. Internet Kommentare besagen, dass Ross den Mossad nicht um Erlaubnis bat, doch niemand sich überhaupt für seine wirren Darstellungen im Buch interessierte. Kurz gesagt, das Buch ist absoluter Schrott und falls Ihr es irgendwo erblickt, spart Euch lieber Euer Geld !
Ganz schlimm wird es, wenn Ross beschreibt, wie er in den Iran reiste (er war niemals dort !), sich einen Wagen geliehen haben will und in die Nähe atomarer Anlagen fuhr, sich Erdproben in die Schuhe stopfte, um so die Erde in Israel auf Atomspuren untersuchen zu lassen.
Schliesslich verliess "Michael Ross" nach dreizehn Jahren den Mossad, da er nie befördert worden war und sich immer wieder neu als kleiner Sklave wiederfand. Selbst mit seinem Buch erlitt er Schiffbruch.
Das zweite Buch, was ich mir anschaffte, heißt "The Accidental Billionaires" von Ben Mezritch. Das Buch beschreibt die Entstehungsgeschichte von Facebook. Wie Mark Zuckerberg seinen Harvard Freunden die Facebook Idee klaute und später von ihnen verklagt worden ist. Das Buch ist nicht schlecht und immer noch besser als die Mossad Looser Story !
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