B"H
Wenigstens will ich allen Lesern Schabbat Schalom wünschen, wenn ich schon nicht zum anderweitigen Schreiben gekommen bin.
Auf mich wartet ein vollgepacktes Wochenende im ultra - orthod. Mea Shearim und ich habe mir viel vorgenommen.
Die chassidische Gruppe Toldot Aharon feiert Schabbat Chatan, denn ein Enkel des Rebben heiratet nächste Woche.
Schabbat Schalom an alle !!!
Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Freitag, 22. Februar 2008
Donnerstag, 21. Februar 2008
Ins Ausland ohne Wiederkehr ?
B"H
Innerhalb der letzten Jahre hörte ich es oft: "Wir ziehen für einige Zeit ins Ausland. Ein, zwei Jahre oder so, schauen uns um, aber wir kommen wieder. Nur keine Sorge."
Wie oft habe ich diesen Satz vernommen und jedesmal schlagen bei mir die Alarmglocken. Zuviele sah ich gehen und nie wiederkommen. Es scheint als dass sie sich eher selber Mut machen mit dem "wir kommen ja wieder". Mut und Rechtfertigung zugleich.
Jedes Jahre verlassen viele Israelis das Land, um ihr Glück anderweitig zu suchen. Als Gründe werden Krieg, Terror, Arbeitslosigkeit, Familie und was sonst noch alles vorgeschoben. Der einzig wahre Grund ist jedoch die Bequemlichkeit des Auslandes. In den meisten Fällen geht es um Geld und Karriere. Im Ausland gibt es halt mehr Möglichkeiten.
Eine neue Studie ergab jetzt, dass sich die im Ausland befindenden Israelis immer mehr von ihrer israelischen Identität entfernen. Was bei der ersten Generation noch etwas weniger der Fall ist, beginnt mit der zweiten Generation, den Kindern. Letztere legen auch weniger Wert darauf, sich einen israel. bzw. jüdischen Partner zu suchen, sondern haben sich fast völlig mit dem "neuen" Land identifiziert.
Viele Israelis fragen mich nach Deutschland. Zugegeben, die Religiösen weniger und wenn, dann geht es nur um relig. Belange wie koscheres Essen oder so. Im allgemeinen interessiert gerade Deutschland die Religiösen nicht.
Weniger Religiöse oder sekuläre Israelis interessieren sich aus mehreren Gründen für Deutschland. Sind da alle Nazis ? Gibt es nur Russen in den jüdischen Gemeinden ? Wieviel verdient man in Deutschland und wie sind die Leute ?
Nicht wenige würden nach Deutschland ziehen und wenn ich auf den etwaigen Antisemitismus zu sprechen komme, dann wiegeln sie ab. "Ach was, wie gehen arbeiten, verdienen unser Geld, kaufen ein und der Rest drumherum ist uns doch egal." Auf meine Anmerkung, dass man schliesslich nicht nur arbeite und kaufe, sondern mehr zum Leben gehört, zucken viele nur mit der Schulter.
Deutschland wird respektiert.
Die Fußballnationalmannschaft wird respektiert, aber nicht geliebt. Bei einem Endspiel ist man immer auf der Seite Brasiliens und nicht auf der deutschen. Die Deutschen spielen wie Maschinen. Kalt und unsympathisch, aber spielen können sie, das muss man ihnen lassen.
Deutsche Produkte werden geliebt. Sie sind zwar teurer, aber brechen nicht nach zwei Stunden auseinander, wie die Waschmaschine "Made in Israel".
Die deutsche Mentalität gilt als humorlos, aber immer pünktlich und am schuften. "Jawoll".
Deutschland steht bei den auswandernden Israelis nicht unbedingt auf Platz 1. Vielmehr sind dies die USA, Kanada oder Australien. Dies ist jobbedingt und außerdem gibt es in den drei Ländern schon viele israelische Gemeinden und Israelis lieben es zu glucken. Treffen sie aufeinander, sind sie nicht mehr zu trennen. Da wird über die Armee, das Land und die Falafel debattiert. Ob New York, Los Angeles, Sydney, Toronto oder Miami, Israel ist überall.
Sollte ich einmal das Bedürfnis haben, wegziehen zu wollen, dann käme New York mit seinem Ultra - Stadtteil Boro Park in Frage und kaum etwas anderes. Vielleicht noch New Jersey.
Die genannte Studie kritisierte die Bereitwilligkeit vieler Israelis, sich im Ausland nahtlos anzupassen. Da gebe es einen Feind, der Umwelt heißt. Diese Umwelt will Anpassung und keine Mitmenschen, die da komischen relig. Ritualen nachgehen und nach koscherem Essen lechtzen. Und keien israel. Mentalität, bitte.
Um all den Problemen aus dem Wege zu gehen, wird aus den Israelis ein Mutant der neuen "Heimat". Ja, nicht zu sehr anecken, sondern immer brav gute Mine machen. Ein akutes aktuelles Problem ist natürlich auch der neue Anti - Israelismus und ein Israeli kommt nicht selten in Bedrängnis, politisch angegriffen zu werden. Und dann auch noch von Leuten, die von Israel gar keine Ahnung haben.
In New York oder Toronto mag das anders sein, aber Israeli in Deutschland bedeutet fast immer seine Identität in einer jüdischen Gemeinde bewahren zu wollen. Dort trifft man sich und kann sich austauschen. Verlässt man das Gemeindegebäude und steht draußen auf der Straße, wird einem sofort klar, dass man wieder im Ausland ist.
Wer so leben kann oder will, dem wünsche ich alles Gute. Für mich wäre es nichts mehr.
Kein Wunder, dass nächtliche israel. Radiosendungen unzählige Anrufe aus dem Ausland erhalten. "Ja, es geht uns gut, aber wir vermissen halt Israel. Nichts auf der Welt ist so wie Israel."
Und die Foren von im Ausland lebender Israelis spriessen wie Pilze aus dem Boden. Man liebt es, sich auszutauschen und neue Kandidaten wollen über das Leben im Ausland mehr erfahren. Aber für Israel gibt es halt keinen Ersatz, trotz Internet.
Innerhalb der letzten Jahre hörte ich es oft: "Wir ziehen für einige Zeit ins Ausland. Ein, zwei Jahre oder so, schauen uns um, aber wir kommen wieder. Nur keine Sorge."
Wie oft habe ich diesen Satz vernommen und jedesmal schlagen bei mir die Alarmglocken. Zuviele sah ich gehen und nie wiederkommen. Es scheint als dass sie sich eher selber Mut machen mit dem "wir kommen ja wieder". Mut und Rechtfertigung zugleich.
Jedes Jahre verlassen viele Israelis das Land, um ihr Glück anderweitig zu suchen. Als Gründe werden Krieg, Terror, Arbeitslosigkeit, Familie und was sonst noch alles vorgeschoben. Der einzig wahre Grund ist jedoch die Bequemlichkeit des Auslandes. In den meisten Fällen geht es um Geld und Karriere. Im Ausland gibt es halt mehr Möglichkeiten.
Eine neue Studie ergab jetzt, dass sich die im Ausland befindenden Israelis immer mehr von ihrer israelischen Identität entfernen. Was bei der ersten Generation noch etwas weniger der Fall ist, beginnt mit der zweiten Generation, den Kindern. Letztere legen auch weniger Wert darauf, sich einen israel. bzw. jüdischen Partner zu suchen, sondern haben sich fast völlig mit dem "neuen" Land identifiziert.
Viele Israelis fragen mich nach Deutschland. Zugegeben, die Religiösen weniger und wenn, dann geht es nur um relig. Belange wie koscheres Essen oder so. Im allgemeinen interessiert gerade Deutschland die Religiösen nicht.
Weniger Religiöse oder sekuläre Israelis interessieren sich aus mehreren Gründen für Deutschland. Sind da alle Nazis ? Gibt es nur Russen in den jüdischen Gemeinden ? Wieviel verdient man in Deutschland und wie sind die Leute ?
Nicht wenige würden nach Deutschland ziehen und wenn ich auf den etwaigen Antisemitismus zu sprechen komme, dann wiegeln sie ab. "Ach was, wie gehen arbeiten, verdienen unser Geld, kaufen ein und der Rest drumherum ist uns doch egal." Auf meine Anmerkung, dass man schliesslich nicht nur arbeite und kaufe, sondern mehr zum Leben gehört, zucken viele nur mit der Schulter.
Deutschland wird respektiert.
Die Fußballnationalmannschaft wird respektiert, aber nicht geliebt. Bei einem Endspiel ist man immer auf der Seite Brasiliens und nicht auf der deutschen. Die Deutschen spielen wie Maschinen. Kalt und unsympathisch, aber spielen können sie, das muss man ihnen lassen.
Deutsche Produkte werden geliebt. Sie sind zwar teurer, aber brechen nicht nach zwei Stunden auseinander, wie die Waschmaschine "Made in Israel".
Die deutsche Mentalität gilt als humorlos, aber immer pünktlich und am schuften. "Jawoll".
Deutschland steht bei den auswandernden Israelis nicht unbedingt auf Platz 1. Vielmehr sind dies die USA, Kanada oder Australien. Dies ist jobbedingt und außerdem gibt es in den drei Ländern schon viele israelische Gemeinden und Israelis lieben es zu glucken. Treffen sie aufeinander, sind sie nicht mehr zu trennen. Da wird über die Armee, das Land und die Falafel debattiert. Ob New York, Los Angeles, Sydney, Toronto oder Miami, Israel ist überall.
Sollte ich einmal das Bedürfnis haben, wegziehen zu wollen, dann käme New York mit seinem Ultra - Stadtteil Boro Park in Frage und kaum etwas anderes. Vielleicht noch New Jersey.
Die genannte Studie kritisierte die Bereitwilligkeit vieler Israelis, sich im Ausland nahtlos anzupassen. Da gebe es einen Feind, der Umwelt heißt. Diese Umwelt will Anpassung und keine Mitmenschen, die da komischen relig. Ritualen nachgehen und nach koscherem Essen lechtzen. Und keien israel. Mentalität, bitte.
Um all den Problemen aus dem Wege zu gehen, wird aus den Israelis ein Mutant der neuen "Heimat". Ja, nicht zu sehr anecken, sondern immer brav gute Mine machen. Ein akutes aktuelles Problem ist natürlich auch der neue Anti - Israelismus und ein Israeli kommt nicht selten in Bedrängnis, politisch angegriffen zu werden. Und dann auch noch von Leuten, die von Israel gar keine Ahnung haben.
In New York oder Toronto mag das anders sein, aber Israeli in Deutschland bedeutet fast immer seine Identität in einer jüdischen Gemeinde bewahren zu wollen. Dort trifft man sich und kann sich austauschen. Verlässt man das Gemeindegebäude und steht draußen auf der Straße, wird einem sofort klar, dass man wieder im Ausland ist.
Wer so leben kann oder will, dem wünsche ich alles Gute. Für mich wäre es nichts mehr.
Kein Wunder, dass nächtliche israel. Radiosendungen unzählige Anrufe aus dem Ausland erhalten. "Ja, es geht uns gut, aber wir vermissen halt Israel. Nichts auf der Welt ist so wie Israel."
Und die Foren von im Ausland lebender Israelis spriessen wie Pilze aus dem Boden. Man liebt es, sich auszutauschen und neue Kandidaten wollen über das Leben im Ausland mehr erfahren. Aber für Israel gibt es halt keinen Ersatz, trotz Internet.
Mittwoch, 20. Februar 2008
Offene Gesellschaft
B"H
Nachdem es gestern gefallenen Schnee einregnete, schmolz dieser schnell dahin. Schon am Nachmittag waren alle Straßen von ganz allein geräumt. Der Dauerregen aber hielt an und ließ die Hochzeit, auf welche ich abends eingeladen war, fast untergehen.
Man hatte mir geraten nicht unbedingt pünktlich bei einer Hochzeit anzukommen, was ich gestern abend auch nicht tat. Ich kam später und hatte nichts verpaßt. In der Großen Synagoge in der King George schlugen sich die mehreren Hundert Gäste unentwegt am Bufett herum. Freunde berichteten kurz nach meiner Ankunft, es gebe Hühnerschnitzel und Salate als Vorspeise. Bevor wir am Bufett überhaupt erst ankamen, umarmte mich die Mutter des Bräutigams, während der Vater und Sohn emsig nach der Ketubah (dem Hochzeitsvertrag) suchten. Die Ketubah war einfach nicht mehr auffindbar und alle herumstehenden Koffer wurden akribisch auseinander genommen. Die junge Braut sass wenige Meter entfernt. Eine Bekannte meinte, wir sollen alle zu ihr gehen und einen Segen empfangen. Einen Segen von der Braut und alle unsere Wünsche gehen in Erfüllung.
Irgendwie stiegen wir dann aber doch nicht über die umgeschütteten Koffer zur Braut, sondern begaben uns proletarisch in Richtung Bufett. Dort fragte mich eine ältere Amerikanerin, wieso ich da so rumstehe. Ich gehöre wohl nicht zu den Gästen. Sprachs und schaute mich misstrauisch an. Erst verstand ich nicht, was sie meinte, aber als sie einfach fortfuhr mit "Naja, macht ja nichts, ich bin auch einfach nur so gekommen", ging mir ein Licht auf. Als sie sah, dass ich doch zu den Eingeladenen gehörte, verschwand sie schnell.
Rabbi Mordechai Machlis hatte zur Hochzeit seines Sohnes Moshe geladen und alle kamen. Geladen oder nicht, Juden und Nichtjuden, der Rabbi hatte es geschafft, alle anzuziehen. Zum Schluß waren garantiert 1000 Leute anwesend.
Als die Ketubah endlich gefunden wurde, war es schon 1,5 Stunde über die angekündigte Chuppah (Baldachin) - Zeit. Um 19.00 Uhr hätte das Brautpaar unter der Chuppah stehen müssen und nun war es 20.30 Uhr als es losging. Das Paar war es dann auch, welches darauf bestand, die Chuppah draußen aufzubauen, denn die gesamte Zeremonie sollte unter dem Sternenhimmel stattfinden.
Alles bewegte sich mit Schirm bewaffnet nach draußen, wo die Chuppah schon mächtig ins Schwanken kam. Die Leute drängten und der Regen ließ das Wasser nur so von den Chuppahleinen tropfen. Nach ein paar Minuten stand das Brautpaar nicht nur unter der Chuppah, sondern auch unter zwei Regenschirmen. Nach ca. 20 Minuten war alles vorbei und dann ging es zum Bufett. Nicht zum vorherigen, sondern zu einer riesen Feier im Erdgeschoss.
Für meine Begriffe waren zuviele Leute da, was die ganze Feier etwas unpersönlich erscheinen ließ.
Schnell hatten meine Freunde und ich einen Tisch gefunden und okkupierten ihn standhaft. Genau das war nicht einfach, bei der Menschenmenge. In der Saalmitte stand eine weiße Trennwand (Mechitzah), die Männlein und Weiblein aus Anstandsgründen voneinander trennte. Nicht immer jedoch wurde der Anstand eingehalten.
Das Essen kam per Kellnerin und eine Flasche Wein wurde auch gleich geköpft. Unsere Runde begann feuchtfröhlich, ging aber irgendwie verloren. Nach dem ersten Gang wollten sich schon viele entfernen.
Mit einer Freundin blieb ich bis zum zweiten Gang und ob ein dritter folgte, haben wir nicht mehr mitbekommen. Beim Hinausgehen machte sie Photos vom Brautpaar samt Families und ich stand wieder nur da. Wenigstens kam die Frau nicht mehr auf mich zu, um mich zu verdächtigen, dass ich mich ja wohl nur eingeschlichen habe.
Stattdessen erblickte ich einen Bekannter, der bei der staatlichen Radiostation Reshet Aleph arbeitet. Emisg zog er ein Tonbandgerät aus der Tasche, um mich zu interviewen. Aufgrund des Weines verstand ich erst einmal nur Bahnhof, doch er drehte an ein paar Knöpfen und fragte, warum soviele Leute zu den Machlis - Hochzeit gekommen sind. Nun wird mein Gestammel irgendwann auf Reshet Aleph zu hören sein.
Umstehende Gäste schauten auf und fragten sich, ob sie mich kennen. Wenn einer interviewt wird, dann muß das jemand Wichtiges sein. Der Radio - Bekannte war weg und ich stand da mit ein paar Typen, die mich nun auch etwas fragen wollten. Was, habe ich nicht mehr vernommen, denn ich machte klar, dass ich doch jetzt dringend gehen müsse.
Photos gibt es demnächst zu bestaunen.
Bleibt nur noch, dem jungen Paar Cheftzi und Moshe Machlis "MAZAL TOV" zu wünschen !!!
Nachdem es gestern gefallenen Schnee einregnete, schmolz dieser schnell dahin. Schon am Nachmittag waren alle Straßen von ganz allein geräumt. Der Dauerregen aber hielt an und ließ die Hochzeit, auf welche ich abends eingeladen war, fast untergehen.
Man hatte mir geraten nicht unbedingt pünktlich bei einer Hochzeit anzukommen, was ich gestern abend auch nicht tat. Ich kam später und hatte nichts verpaßt. In der Großen Synagoge in der King George schlugen sich die mehreren Hundert Gäste unentwegt am Bufett herum. Freunde berichteten kurz nach meiner Ankunft, es gebe Hühnerschnitzel und Salate als Vorspeise. Bevor wir am Bufett überhaupt erst ankamen, umarmte mich die Mutter des Bräutigams, während der Vater und Sohn emsig nach der Ketubah (dem Hochzeitsvertrag) suchten. Die Ketubah war einfach nicht mehr auffindbar und alle herumstehenden Koffer wurden akribisch auseinander genommen. Die junge Braut sass wenige Meter entfernt. Eine Bekannte meinte, wir sollen alle zu ihr gehen und einen Segen empfangen. Einen Segen von der Braut und alle unsere Wünsche gehen in Erfüllung.
Irgendwie stiegen wir dann aber doch nicht über die umgeschütteten Koffer zur Braut, sondern begaben uns proletarisch in Richtung Bufett. Dort fragte mich eine ältere Amerikanerin, wieso ich da so rumstehe. Ich gehöre wohl nicht zu den Gästen. Sprachs und schaute mich misstrauisch an. Erst verstand ich nicht, was sie meinte, aber als sie einfach fortfuhr mit "Naja, macht ja nichts, ich bin auch einfach nur so gekommen", ging mir ein Licht auf. Als sie sah, dass ich doch zu den Eingeladenen gehörte, verschwand sie schnell.
Rabbi Mordechai Machlis hatte zur Hochzeit seines Sohnes Moshe geladen und alle kamen. Geladen oder nicht, Juden und Nichtjuden, der Rabbi hatte es geschafft, alle anzuziehen. Zum Schluß waren garantiert 1000 Leute anwesend.
Als die Ketubah endlich gefunden wurde, war es schon 1,5 Stunde über die angekündigte Chuppah (Baldachin) - Zeit. Um 19.00 Uhr hätte das Brautpaar unter der Chuppah stehen müssen und nun war es 20.30 Uhr als es losging. Das Paar war es dann auch, welches darauf bestand, die Chuppah draußen aufzubauen, denn die gesamte Zeremonie sollte unter dem Sternenhimmel stattfinden.
Alles bewegte sich mit Schirm bewaffnet nach draußen, wo die Chuppah schon mächtig ins Schwanken kam. Die Leute drängten und der Regen ließ das Wasser nur so von den Chuppahleinen tropfen. Nach ein paar Minuten stand das Brautpaar nicht nur unter der Chuppah, sondern auch unter zwei Regenschirmen. Nach ca. 20 Minuten war alles vorbei und dann ging es zum Bufett. Nicht zum vorherigen, sondern zu einer riesen Feier im Erdgeschoss.
Für meine Begriffe waren zuviele Leute da, was die ganze Feier etwas unpersönlich erscheinen ließ.
Schnell hatten meine Freunde und ich einen Tisch gefunden und okkupierten ihn standhaft. Genau das war nicht einfach, bei der Menschenmenge. In der Saalmitte stand eine weiße Trennwand (Mechitzah), die Männlein und Weiblein aus Anstandsgründen voneinander trennte. Nicht immer jedoch wurde der Anstand eingehalten.
Das Essen kam per Kellnerin und eine Flasche Wein wurde auch gleich geköpft. Unsere Runde begann feuchtfröhlich, ging aber irgendwie verloren. Nach dem ersten Gang wollten sich schon viele entfernen.
Mit einer Freundin blieb ich bis zum zweiten Gang und ob ein dritter folgte, haben wir nicht mehr mitbekommen. Beim Hinausgehen machte sie Photos vom Brautpaar samt Families und ich stand wieder nur da. Wenigstens kam die Frau nicht mehr auf mich zu, um mich zu verdächtigen, dass ich mich ja wohl nur eingeschlichen habe.
Stattdessen erblickte ich einen Bekannter, der bei der staatlichen Radiostation Reshet Aleph arbeitet. Emisg zog er ein Tonbandgerät aus der Tasche, um mich zu interviewen. Aufgrund des Weines verstand ich erst einmal nur Bahnhof, doch er drehte an ein paar Knöpfen und fragte, warum soviele Leute zu den Machlis - Hochzeit gekommen sind. Nun wird mein Gestammel irgendwann auf Reshet Aleph zu hören sein.
Umstehende Gäste schauten auf und fragten sich, ob sie mich kennen. Wenn einer interviewt wird, dann muß das jemand Wichtiges sein. Der Radio - Bekannte war weg und ich stand da mit ein paar Typen, die mich nun auch etwas fragen wollten. Was, habe ich nicht mehr vernommen, denn ich machte klar, dass ich doch jetzt dringend gehen müsse.
Photos gibt es demnächst zu bestaunen.
Bleibt nur noch, dem jungen Paar Cheftzi und Moshe Machlis "MAZAL TOV" zu wünschen !!!
Dienstag, 19. Februar 2008
Massenpanik
B"H
Und es ist wieder soweit: In der letzten Nacht hat es geschneit und der Schnee steht ein paar Zentimeter hoch.
Seit dem frühen Morgen schneit es vereinzelt oder es regnet. Der Schnee ist zu Matsch geworden und schmilzt vor sich hin.
Bei solch Wetter bekommen Israelis und selbst die an Schnee gewöhnten Jerusalemer ihre Panikattacken und gehen einfach nicht aus dem Haus. Wenn es schneit, geht kein Kind zur Schule, niemand zur Arbeit und alle Läden bleiben geschlossen. Ein idiotisches Verhalten, was damit begründet wird, dass es ja eh nur einmal im Jahr schneie. Wenn überhaupt.
Nachdem vor drei Wochen schon Schnee fiel und alles zwei Tage aussetzte und geschlossen blieb, war für heute wieder Schnee angesagt. Gestern wurde im Radio dazu aufgerufen, zur Arbeit zu gehen, denn keiner soll einfach tagelang daheim hocken und nichts tun.

Photo: Haaretz
Früh fuhren auch die Busse, was ein Zeichen ist, dass alles mehr oder weniger normal weitergeht. Die Vorlesungen der Hebrew University beginnen um 12.00 Uhr und die Campusse sind geöffnet. Auch an den Schulen wird unterrichtet.
Wer dieses Verhalten nicht gewohnt ist und aus dem Ausland kommt, der wundert sich immer wieder. Wie kann jemand bei ein bißchen Schnee einfach daheim bleiben ? Wenn es in Israel schneit, ist das ganze Land lahmgelegt.
Vielleicht sollte man sich daran gewöhnen, rechtzeitig die Strassen und die Gehsteige zu räumen, anstatt neben der Heizung zu sitzen.
Wer dennoch heute nicht hinausgeht, viel Spaß daheim.
Und es ist wieder soweit: In der letzten Nacht hat es geschneit und der Schnee steht ein paar Zentimeter hoch.
Seit dem frühen Morgen schneit es vereinzelt oder es regnet. Der Schnee ist zu Matsch geworden und schmilzt vor sich hin.
Bei solch Wetter bekommen Israelis und selbst die an Schnee gewöhnten Jerusalemer ihre Panikattacken und gehen einfach nicht aus dem Haus. Wenn es schneit, geht kein Kind zur Schule, niemand zur Arbeit und alle Läden bleiben geschlossen. Ein idiotisches Verhalten, was damit begründet wird, dass es ja eh nur einmal im Jahr schneie. Wenn überhaupt.
Nachdem vor drei Wochen schon Schnee fiel und alles zwei Tage aussetzte und geschlossen blieb, war für heute wieder Schnee angesagt. Gestern wurde im Radio dazu aufgerufen, zur Arbeit zu gehen, denn keiner soll einfach tagelang daheim hocken und nichts tun.

Photo: Haaretz
Früh fuhren auch die Busse, was ein Zeichen ist, dass alles mehr oder weniger normal weitergeht. Die Vorlesungen der Hebrew University beginnen um 12.00 Uhr und die Campusse sind geöffnet. Auch an den Schulen wird unterrichtet.
Wer dieses Verhalten nicht gewohnt ist und aus dem Ausland kommt, der wundert sich immer wieder. Wie kann jemand bei ein bißchen Schnee einfach daheim bleiben ? Wenn es in Israel schneit, ist das ganze Land lahmgelegt.
Vielleicht sollte man sich daran gewöhnen, rechtzeitig die Strassen und die Gehsteige zu räumen, anstatt neben der Heizung zu sitzen.
Wer dennoch heute nicht hinausgeht, viel Spaß daheim.
Montag, 18. Februar 2008
Johannes Heesters ausgebuht
B"H
Der 104 - jährige Johannes Heesters gab ein Konzert in Amsterdam und draußen vor der Konzerthalle tobte eine Demo mit Buhrufen gegen ihn.
In Deutschland ist Heesters der Superstar, in Holland dagegen ist er der Nazi - Kolloborateur. Die Holländer vergassen Heesters Naziflirts nichts, obwohl der Sänger nach dem Krieg sein Verhalten mehr als nur einmal bedauerte.
Bei derlei Entschuldigungen frage ich mich immer, wie ernst die wohl gemeint sind. Das Liebäugeln mit den Nazis diente eh der Karriere, denn da wollten Heesters & Co. nicht hinten anstehen.
Und genau wie bei Herbert von Karajan, Heinz Rühmann und weiteren Schauspielern, regte sich kein Deutscher nach dem Kriege auf, dass diese Herren auch in der Bundesrepublik wieder am Wirken waren. Diesesmal ganz im Sinne der Demokratie, versteht sich. Wäre der Krieg anders ausgegangen, dann hätten sie ohne Frage auch weiterhin unter der Hakenkreuzflagge gearbeitet. Ganz wie es beliebt.
Der 104 - jährige Johannes Heesters gab ein Konzert in Amsterdam und draußen vor der Konzerthalle tobte eine Demo mit Buhrufen gegen ihn.
In Deutschland ist Heesters der Superstar, in Holland dagegen ist er der Nazi - Kolloborateur. Die Holländer vergassen Heesters Naziflirts nichts, obwohl der Sänger nach dem Krieg sein Verhalten mehr als nur einmal bedauerte.
Bei derlei Entschuldigungen frage ich mich immer, wie ernst die wohl gemeint sind. Das Liebäugeln mit den Nazis diente eh der Karriere, denn da wollten Heesters & Co. nicht hinten anstehen.
Und genau wie bei Herbert von Karajan, Heinz Rühmann und weiteren Schauspielern, regte sich kein Deutscher nach dem Kriege auf, dass diese Herren auch in der Bundesrepublik wieder am Wirken waren. Diesesmal ganz im Sinne der Demokratie, versteht sich. Wäre der Krieg anders ausgegangen, dann hätten sie ohne Frage auch weiterhin unter der Hakenkreuzflagge gearbeitet. Ganz wie es beliebt.
Wetterwechsel
B"H
Kalt, stürmisch und regnerisch - so zeigt sich gerade das Jerusalemer Wetter. Bis heute Abend soll die Temperatur von 11 auf 0 Grad absinken und Schnee ist auch zu erwarten. Falls Letzteres wirklich eintrifft, ist morgen wieder mit einem Urlaubstag zu rechnen. Leider.
Kalt, stürmisch und regnerisch - so zeigt sich gerade das Jerusalemer Wetter. Bis heute Abend soll die Temperatur von 11 auf 0 Grad absinken und Schnee ist auch zu erwarten. Falls Letzteres wirklich eintrifft, ist morgen wieder mit einem Urlaubstag zu rechnen. Leider.
Back to the Bakery
B"H
Mein Nachfolger in der Bäckerei stellte sich als Desaster heraus und vor ein paar Tagen bat man mich zur Rückkehr. Erst dachte ich, dass ich davon verschont bleibe, denn ich stellte höhere Gehaltsanforderungen und unser Boss ist knauserig. Anstatt mehr zu zahlen, holt er sich lieber billige Kräfte, die er nach ein paar Wochen wieder schmeisst.
Heute kam eine e - mail. Höheres Gehalt bewilligt und ich kann sofort anfangen !!!
Auch das noch.
Zumindest konnte ich die Arbeitszeit auf zweimal pro Woche herunterdrücken, denn ich arbeite schon in einem anderen Job.
Der große Nachteil steht erst noch an: Seitdem ich aus der Bäckerei weg war, trat eine erfolgreiche Diät ein und ich befinde mich wieder auf meinem Idealgewicht. Nun droht erneut die Gefahr des Kuchenessens und der Kalorien !!!!
Mein Nachfolger in der Bäckerei stellte sich als Desaster heraus und vor ein paar Tagen bat man mich zur Rückkehr. Erst dachte ich, dass ich davon verschont bleibe, denn ich stellte höhere Gehaltsanforderungen und unser Boss ist knauserig. Anstatt mehr zu zahlen, holt er sich lieber billige Kräfte, die er nach ein paar Wochen wieder schmeisst.
Heute kam eine e - mail. Höheres Gehalt bewilligt und ich kann sofort anfangen !!!
Auch das noch.
Zumindest konnte ich die Arbeitszeit auf zweimal pro Woche herunterdrücken, denn ich arbeite schon in einem anderen Job.
Der große Nachteil steht erst noch an: Seitdem ich aus der Bäckerei weg war, trat eine erfolgreiche Diät ein und ich befinde mich wieder auf meinem Idealgewicht. Nun droht erneut die Gefahr des Kuchenessens und der Kalorien !!!!
Immobilienmarkt: Sderot
B"H
Es gibt nichts, was es nicht gibt:
Derzeit gilt Sderot bei vielen lokalen und ausländischen Immobilieninvestoren als IN.
Trotz Kassam - Dauerraketenhagel aus Gaza werden in der Stadt Immobilien gehandelt. Derzeit ist der Preis auf dem Nullpunkt und wer sich ein Schnäppchen sichern will, der greift ausgerechnet jetzt zu.
Es gibt nichts, was es nicht gibt:
Derzeit gilt Sderot bei vielen lokalen und ausländischen Immobilieninvestoren als IN.
Trotz Kassam - Dauerraketenhagel aus Gaza werden in der Stadt Immobilien gehandelt. Derzeit ist der Preis auf dem Nullpunkt und wer sich ein Schnäppchen sichern will, der greift ausgerechnet jetzt zu.
Sonntag, 17. Februar 2008
Drastische Reduzierung von Gastarbeitern
B"H
Immer wieder kommt die Frage neu auf:
Kann ich als Ausländer in Israel arbeiten ?
Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wieviele Male ich schon darüber berichtet habe. Obwohl die Antworten fast immer negativ ausfallen, wollen sich nicht wenige Touristen in Israel einen Job suchen und im Lande bleiben.
Was vor mehr als zehn Jahren manchmal sogar die Regel war, gilt heute nicht mehr. Damals kamen Touristen aus England, den USA, Frankreich, etc. nach Israel, schliefen in billigen Hostels und bekamen irgendwo auf dem Bau oder woanders Handlangerjobs. Seitdem Israel den Fehler beging, sich Tausende rumänische, philippinische oder chinesische Gastarbeiter ins Land zu holen, nahm alles überhand. Betrunkene Rumänen säumten die Nissim Behar Street in Nachlaoth, am Machane Yehudah sassen die Chinesen in Gruppen herum und die Philippinos gründeten ihre Kirchen. Dinge, die den Israelis negativ aufstiessen. Man wollte nicht so enden wie Deutschland. Israel ist ein kleines Land mit einer jüdischen Identität.
Aber nicht nur die Juden regten sich auf. Auch die Palästinenser wollten die fremden Gastarbeiter nicht sehen. Sahen sie doch in ihnen eine Jobkonkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Billige Chinesen nahmen den Palästinensern die Jobs auf dem Bau weg. Irgendwann hatte dann auch die Regierung die Nase voll und rief die Ausländerpolizei ins Leben. Seitdem wurde rigoros abgeschoben. Dies war nicht allzu schwer, denn Tausende Ausländer waren illegal in Israel unterwegs. Razzien des nachts ? Keine Seltenheit.
Von ehemaligen 50.000 philippinischen Altenpflegekräften sind gerade mal 10.000 übrig geblieben. Auch die Landwirtschaftshelfer mußten bis auf einen Bruchteil nach Thailand zurückkehren. Israel will ohne Gastarbeiter auskommen und in den folgenden Jahren sollen möglichst alle nach Hause geschickt werden. Die Palästinenser kehren, soweit erforderlich, in ihre alten Jobs zurück und den Rest sollen Israelis übernehmen.
Nicht anders ist es im Gaststättengewerbe. Ausländische Köche dürfen zwar für eine geraume Zeit im Land arbeiten und Kurse an Israelis erteilen, nach spätestens einem Jahr müssen sie jedoch das Land wieder verlassen.
Für den Rucksacktouristen ist es ganz unmöglich geworden, einen Job zu finden. Wer will, der kann es auf illegalem Wege versuchen, muß aber einkalkulieren, entweder nur ausgenutzt zu werden oder gar nichts zu bekommen. Einfach so zum Arbeitsministerium nach Arbeitserlaubnis fragen und losjobben gibt es nicht. Arbeitserlaubnisse werden nur in speziellen Ausnahmefällen erteilt, was normalerweise voraussetzt, dass jemand einen Job hat und der Arbeitgeber nachweisen muß, keinen Israeli für diese Position gefunden zu haben. Und monatelang in Hostels wohnen ist auch vorbei. Die Ausländerpolizei fährt nach wie vor ihre Razzien.
Was ich nicht ganz begreife ist, warum Touristen ausgerechnet in Israel arbeiten wollen ? Wir sind ein kleines Land ohne ein großes Jobangebot. Was fasziniert Leute so, dass sie hier jobben wollen ? Und leider planen die dann auch gleichzeitig einfach zu bleiben. Illegal, denn jüdisch sind sie nicht.
Immer wieder kommt die Frage neu auf:
Kann ich als Ausländer in Israel arbeiten ?
Ich kann gar nicht mehr aufzählen, wieviele Male ich schon darüber berichtet habe. Obwohl die Antworten fast immer negativ ausfallen, wollen sich nicht wenige Touristen in Israel einen Job suchen und im Lande bleiben.
Was vor mehr als zehn Jahren manchmal sogar die Regel war, gilt heute nicht mehr. Damals kamen Touristen aus England, den USA, Frankreich, etc. nach Israel, schliefen in billigen Hostels und bekamen irgendwo auf dem Bau oder woanders Handlangerjobs. Seitdem Israel den Fehler beging, sich Tausende rumänische, philippinische oder chinesische Gastarbeiter ins Land zu holen, nahm alles überhand. Betrunkene Rumänen säumten die Nissim Behar Street in Nachlaoth, am Machane Yehudah sassen die Chinesen in Gruppen herum und die Philippinos gründeten ihre Kirchen. Dinge, die den Israelis negativ aufstiessen. Man wollte nicht so enden wie Deutschland. Israel ist ein kleines Land mit einer jüdischen Identität.
Aber nicht nur die Juden regten sich auf. Auch die Palästinenser wollten die fremden Gastarbeiter nicht sehen. Sahen sie doch in ihnen eine Jobkonkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Billige Chinesen nahmen den Palästinensern die Jobs auf dem Bau weg. Irgendwann hatte dann auch die Regierung die Nase voll und rief die Ausländerpolizei ins Leben. Seitdem wurde rigoros abgeschoben. Dies war nicht allzu schwer, denn Tausende Ausländer waren illegal in Israel unterwegs. Razzien des nachts ? Keine Seltenheit.
Von ehemaligen 50.000 philippinischen Altenpflegekräften sind gerade mal 10.000 übrig geblieben. Auch die Landwirtschaftshelfer mußten bis auf einen Bruchteil nach Thailand zurückkehren. Israel will ohne Gastarbeiter auskommen und in den folgenden Jahren sollen möglichst alle nach Hause geschickt werden. Die Palästinenser kehren, soweit erforderlich, in ihre alten Jobs zurück und den Rest sollen Israelis übernehmen.
Nicht anders ist es im Gaststättengewerbe. Ausländische Köche dürfen zwar für eine geraume Zeit im Land arbeiten und Kurse an Israelis erteilen, nach spätestens einem Jahr müssen sie jedoch das Land wieder verlassen.
Für den Rucksacktouristen ist es ganz unmöglich geworden, einen Job zu finden. Wer will, der kann es auf illegalem Wege versuchen, muß aber einkalkulieren, entweder nur ausgenutzt zu werden oder gar nichts zu bekommen. Einfach so zum Arbeitsministerium nach Arbeitserlaubnis fragen und losjobben gibt es nicht. Arbeitserlaubnisse werden nur in speziellen Ausnahmefällen erteilt, was normalerweise voraussetzt, dass jemand einen Job hat und der Arbeitgeber nachweisen muß, keinen Israeli für diese Position gefunden zu haben. Und monatelang in Hostels wohnen ist auch vorbei. Die Ausländerpolizei fährt nach wie vor ihre Razzien.
Was ich nicht ganz begreife ist, warum Touristen ausgerechnet in Israel arbeiten wollen ? Wir sind ein kleines Land ohne ein großes Jobangebot. Was fasziniert Leute so, dass sie hier jobben wollen ? Und leider planen die dann auch gleichzeitig einfach zu bleiben. Illegal, denn jüdisch sind sie nicht.
Freitag, 15. Februar 2008
Kälteeinbruch steht bevor
B"H
Und wieder plant die Jerusalemer Stadtverwaltung, am Sonntag alle Obdachlosen von den Strassen einzusammeln, um ihnen zeitweilige warme Unterkünfte zu geben.
Sonntag kehrt der Winter zurück. Bitterkalt soll es werden. Bis -4 Grad in Jerusalem und schneien soll es auch.
Ich hasse Schnee, aber noch mehr stört mich, wenn aufgrund des Schnees alles geschlossen ist und keine Busse fahren, weil Israelis nicht mit Schnee umzugehen wissen.
Sollte wirklich viel Schnee fallen, ist der Tag ein Urlaubstag und niemand geht arbeiten.
Und wieder plant die Jerusalemer Stadtverwaltung, am Sonntag alle Obdachlosen von den Strassen einzusammeln, um ihnen zeitweilige warme Unterkünfte zu geben.
Sonntag kehrt der Winter zurück. Bitterkalt soll es werden. Bis -4 Grad in Jerusalem und schneien soll es auch.
Ich hasse Schnee, aber noch mehr stört mich, wenn aufgrund des Schnees alles geschlossen ist und keine Busse fahren, weil Israelis nicht mit Schnee umzugehen wissen.
Sollte wirklich viel Schnee fallen, ist der Tag ein Urlaubstag und niemand geht arbeiten.
Oscher Twito wacht auf
B"H
Seine Eltern und Geschwister waren die Ersten, die Oscher Twito sah, nachdem er aus seinem künstlichen Koma erwachte.
Geschwächt und noch reichlich benommen, erkannte er alle sofort wieder. Den einzigen Satz, den er herausbrachte war, dass er Schmerzen im Bein habe.
Seine Eltern sagten der Presse, dass sie ihrem Sohn noch nichts von der Amputation des unteren linken Beines erzählt haben. Er wäre noch zu benommen gewesen und sie wollen es ihm allmählich schonend beibringen. Sollte er jedoch direkt fragen, was passiert ist, dann erzählen es sie ihm ohne Umschweife sofort.
Währenddessen besteht gute Hoffnung, dass sein rechtes Bein gerettet werden kann. Seine Eltern waren heilfroh, dass er aufwachte und normal reagierte.
Seine Eltern und Geschwister waren die Ersten, die Oscher Twito sah, nachdem er aus seinem künstlichen Koma erwachte.
Geschwächt und noch reichlich benommen, erkannte er alle sofort wieder. Den einzigen Satz, den er herausbrachte war, dass er Schmerzen im Bein habe.
Seine Eltern sagten der Presse, dass sie ihrem Sohn noch nichts von der Amputation des unteren linken Beines erzählt haben. Er wäre noch zu benommen gewesen und sie wollen es ihm allmählich schonend beibringen. Sollte er jedoch direkt fragen, was passiert ist, dann erzählen es sie ihm ohne Umschweife sofort.
Währenddessen besteht gute Hoffnung, dass sein rechtes Bein gerettet werden kann. Seine Eltern waren heilfroh, dass er aufwachte und normal reagierte.
Donnerstag, 14. Februar 2008
Oscher Twito
B"H
Der achtjährige Oscher Twito, der zusammen mit seinem 19 - jährigen Bruder Rami bei einem Kassam - Raketenangriff auf die Negevstadt Sderot schwer verletzt wurde, soll heute aus dem Koma erwachen.
Oschers Beine wurden bei der Kassam - Explosion schwer verletzt und das linke Bein mußte amputiert werden. Heute nun beginnen die Ärzte mit der Reduzierung der Betäubungsmittel und Oscher soll allmählich wieder ins Leben zurückgeholt werden und eigenständig atmen.
Das Schlimmste steht jedoch noch bevor: Seine Eltern müssen ihm beibringen, dass er ein Bein verlor.

Mutter Iris sagte, dass die Ärzte sie gut vorbereitet haben, wie sie mit Oscher reden sollen und dass er nach dem Erwachen von Schmerzen geplagt sein wird. Die Mutter will ihrem Sohn Hoffnung machen, denn in der Zwischenzeit erhielt sie Besuch anderer Kinder, die wie Oscher Glieder bei Terrorattentaten verloren.
Der achtjährige Oscher Twito, der zusammen mit seinem 19 - jährigen Bruder Rami bei einem Kassam - Raketenangriff auf die Negevstadt Sderot schwer verletzt wurde, soll heute aus dem Koma erwachen.
Oschers Beine wurden bei der Kassam - Explosion schwer verletzt und das linke Bein mußte amputiert werden. Heute nun beginnen die Ärzte mit der Reduzierung der Betäubungsmittel und Oscher soll allmählich wieder ins Leben zurückgeholt werden und eigenständig atmen.
Das Schlimmste steht jedoch noch bevor: Seine Eltern müssen ihm beibringen, dass er ein Bein verlor.

Mutter Iris sagte, dass die Ärzte sie gut vorbereitet haben, wie sie mit Oscher reden sollen und dass er nach dem Erwachen von Schmerzen geplagt sein wird. Die Mutter will ihrem Sohn Hoffnung machen, denn in der Zwischenzeit erhielt sie Besuch anderer Kinder, die wie Oscher Glieder bei Terrorattentaten verloren.
Selbstverteidigung oder Terror ?
B"H
"Die Welt ist soviel besser ohne ihn", so hieß es seitens der amerikanischen Regierung über die Hinrichtung des libanesischen Terroristen Imad Mughniyah.
Die Aussage ist richtig, denn war Mughniyah einer DER Drahtzieher des weltweiten Terrorismus. Nun stellen alle die Frage, wer verantwortlich war, dass er in Damaskus in die Luft flog. Ganz klar wird Israel und sein Mossad als Drahtzieher gesehen, doch nicht nur Israel hatte ihn auf der Abschußliste. Hier im Land hüllt sich die Regierung übrigens in Schweigen.
Wie zu erwarten, schreit die arabische Welt auf und sieht in Mughniyahs Exekution einen terroristischen Akt der Zionisten.
Als Mughniyah jedoch wild in Action war und andere Leute umbrachte, regte sich niemand auf, denn das war fair, gerechtfertigt und Mughniyah galt als Held. Geht es widerum so jemandem einmal selber an den Kragen, dann ist das Geschrei groß.
Die extremistischen moslemischen Terroristen stellen sich in der heimischen Presse in Pose und stellen ihren "Mut" zur Schau. Kommt aber der Gegner mit einer Waffe auf sie zu, dann sind sie meistens schnell auf der Flucht. Andere umbringen geht in Ordnung, doch selber sind sie die größten Feiglinge.
In Gaza ist man aufgewacht und zittert vor weiteren israel. Einsätzen führende Hamas - Leute zu exekutieren.
Ist dies wirklich der einzige Weg ?
Anscheinend ja, denn seltsamerweise ist nach solchen Vorfällen etwas Ruhe, da die selbsternannten Führer sind mit einer Verstecksuche beschäftigt. So traut sich auch Scheich Hassan Nasrallah nicht zur Beerdigung Mughniyahs. Wo bleiben da die großen Helden ?
Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass wieder einmal jüdische Einrichtungen in aller Welt und Israel einem haßerfüllten Rachezug islamischer Terroristen unterliegen könnten. In den kommenden Wochen werden die Sicherheitsvorkehrungen vor jüdischen Einrichtungen erhöht.
"Die Welt ist soviel besser ohne ihn", so hieß es seitens der amerikanischen Regierung über die Hinrichtung des libanesischen Terroristen Imad Mughniyah.
Die Aussage ist richtig, denn war Mughniyah einer DER Drahtzieher des weltweiten Terrorismus. Nun stellen alle die Frage, wer verantwortlich war, dass er in Damaskus in die Luft flog. Ganz klar wird Israel und sein Mossad als Drahtzieher gesehen, doch nicht nur Israel hatte ihn auf der Abschußliste. Hier im Land hüllt sich die Regierung übrigens in Schweigen.
Wie zu erwarten, schreit die arabische Welt auf und sieht in Mughniyahs Exekution einen terroristischen Akt der Zionisten.
Als Mughniyah jedoch wild in Action war und andere Leute umbrachte, regte sich niemand auf, denn das war fair, gerechtfertigt und Mughniyah galt als Held. Geht es widerum so jemandem einmal selber an den Kragen, dann ist das Geschrei groß.
Die extremistischen moslemischen Terroristen stellen sich in der heimischen Presse in Pose und stellen ihren "Mut" zur Schau. Kommt aber der Gegner mit einer Waffe auf sie zu, dann sind sie meistens schnell auf der Flucht. Andere umbringen geht in Ordnung, doch selber sind sie die größten Feiglinge.
In Gaza ist man aufgewacht und zittert vor weiteren israel. Einsätzen führende Hamas - Leute zu exekutieren.
Ist dies wirklich der einzige Weg ?
Anscheinend ja, denn seltsamerweise ist nach solchen Vorfällen etwas Ruhe, da die selbsternannten Führer sind mit einer Verstecksuche beschäftigt. So traut sich auch Scheich Hassan Nasrallah nicht zur Beerdigung Mughniyahs. Wo bleiben da die großen Helden ?
Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass wieder einmal jüdische Einrichtungen in aller Welt und Israel einem haßerfüllten Rachezug islamischer Terroristen unterliegen könnten. In den kommenden Wochen werden die Sicherheitsvorkehrungen vor jüdischen Einrichtungen erhöht.
11 Jahre
B"H
Dieser Tage finden in Israel Gedenkveranstaltungen zum "Asson HaMassokim" statt.
Genau elf Jahre ist es her, dass zwei Militärhubschrauber zusammenstiessen und dabei 73 israel. Soldaten ums Leben kamen. Die zwei Hubschrauber waren dabei, jene 73 Soldaten zum Einsatz an die Libanesische Grenze zu fliegen, da diese Einheit eine Wachablösung war. Doch die Hubschrauber stiessen zusammen, stürzten ab und alle Soldaten verbrannten.
Viele Jahre gab es ein ständiges Hin und Her zwischen dem Verteidigungsministerium und den Eltern der toten Soldaten. Offiziell wollte man dem tragischen Ereignis einen anderen Namen geben und selbst eine Gedenkstätte wurde verweigert. Erst bauten die Eltern ihr eigenes Memorial auf und nun hat der russisch - israel. Milliardär Arkadi Gaydamak eine offzielle Gedenkstätte am Ort des Geschehens gestiftet.
Als das Unglück geschah, befand ich mich gerade in einer Yeshiva (relig. Schule) und ich erinnere mich gut, wie überaus geschockt man in Israel war. Stündlich wurden in den Nachrichten alle Namen der toten Soldaten in den Radionachrichtensendungen verlesen. Als ich im Bus saß, regte sich ein Fahrgast auf, dass der Busfahrer gefälligst den Sender wechseln oder das Radio ganz abschalten solle. Der Busfahrer weigerte sich.
Nun gedachten Verteidigungsminister Ehud Barak und die Generäle der Tragödie vor elf Jahren.
Israeli Airforce
Liste der umgekommenen Soldaten
Dieser Tage finden in Israel Gedenkveranstaltungen zum "Asson HaMassokim" statt.
Genau elf Jahre ist es her, dass zwei Militärhubschrauber zusammenstiessen und dabei 73 israel. Soldaten ums Leben kamen. Die zwei Hubschrauber waren dabei, jene 73 Soldaten zum Einsatz an die Libanesische Grenze zu fliegen, da diese Einheit eine Wachablösung war. Doch die Hubschrauber stiessen zusammen, stürzten ab und alle Soldaten verbrannten.
Viele Jahre gab es ein ständiges Hin und Her zwischen dem Verteidigungsministerium und den Eltern der toten Soldaten. Offiziell wollte man dem tragischen Ereignis einen anderen Namen geben und selbst eine Gedenkstätte wurde verweigert. Erst bauten die Eltern ihr eigenes Memorial auf und nun hat der russisch - israel. Milliardär Arkadi Gaydamak eine offzielle Gedenkstätte am Ort des Geschehens gestiftet.
Als das Unglück geschah, befand ich mich gerade in einer Yeshiva (relig. Schule) und ich erinnere mich gut, wie überaus geschockt man in Israel war. Stündlich wurden in den Nachrichten alle Namen der toten Soldaten in den Radionachrichtensendungen verlesen. Als ich im Bus saß, regte sich ein Fahrgast auf, dass der Busfahrer gefälligst den Sender wechseln oder das Radio ganz abschalten solle. Der Busfahrer weigerte sich.
Nun gedachten Verteidigungsminister Ehud Barak und die Generäle der Tragödie vor elf Jahren.
Israeli Airforce
Liste der umgekommenen Soldaten
Mittwoch, 13. Februar 2008
Abriß einer Legende
B"H
Wer wie ich einmal in Ramat Gan (neben Tel Aviv)wohnte oder noch wohnt, der kann den Nostalgieschmerz nachvollziehen.
Gestern nämlich wurde das im Jahre 1934 gebaute ELITE - Gebäude abgerissen, denn demnächst soll an gleicher Stelle ein weiteres monströses Hochhaus entstehen. Luxusapartments, Shops und Büros.
ELITE steht für die ehemalige deutsch - jüdische Familie Federmann, die nach ihrer Flucht vor den Nazis in Israel die größte Schokoladenfabrik eröffnete. Es gibt heute niemanden in Israel, der die ELITE - Produkte nicht kennt.
Wie oft ging ich an der Fabrik in Ramat Gan vorbei und stets roch es nach frischer Schokolade ? Insgesamt ist Ramat Gan nicht mehr das, was es einmal war. Die Gegenden um die Arlozorov oder Bialik bestimmt eher, doch die Hauptstrasse Jabotinsky durchläuft immer mehr Veränderungen.
Wer sich einmal die Mühe macht, von Tel Aviv nach Ramat Gan zu laufen, der wird zuerst vom Anblick häßlicher Hochhäuser empfangen. Vom nahegelegenen Busbahnhof Arlozorov ist das Laufen bequem und es dauert nur wenige Minuten. Die Brücke über den verdreckten Yarkon - Fluß überquert und schon steht man links vor der Diamantenbörse und dem dahinter gebauten City - Tower Hotel. Tagsüber herrscht wilder Trubel in der Börsengegend, doch des nachts sind die dunklen Wege und Nischen verlassen und es blühen Prostitution und Drogenhandel.
Geht man wenige Meter weiter die Ramat Ganer Jabotinsky hinauf, so steht man auch schon vor weiteren riesigen Hochhäusern. Erst vor wenigen Jahren fertiggestellt, beherbergen sie Büros und Penthouse - Apartments. Die sich im Untergeschoß befindenden Cafes sind weniger zu empfehlen. Der Wucherpreise wegen.
Wer es billiger und ebenso romantischer will, der gehe die Jabotinsky hinauf Richtung Bnei Brak. Dort sieht der Besucher dann das eigentliche Ramat Gan. Wer will, der sollte weiter oben rechts in die Herzl abbiegen. Dort gibt es mehrere kleine Parkanlagen und viele Bäckereien.
Ramat Gan erweckt den Anschein, der Billigableger von Tel Aviv zu sein. Eine Art Vorort. Dies stimmt schon seit vielen Jahren nicht mehr und teilweise haben die Mieten in Ramat Gan Tel Aviver Verhältnisse erreicht.
Wem es irgendwann zu langweilig wird, der findet in der Jabotinsky unzählige Bushaltestellen mit vielen Buslinien zurück nach Tel Aviv. Wer nicht genug bekommt, der kann die ewige Jabotinsky bis Bnei Brak hinauflaufen, was gleich an Ramat Gan anschließt. Und immer geradeaus durchquert er das überwiegend haredische (ultra - orthod.) Bnei Brak und findet sich irgendwann in der Industriestadt Petach Tikwa wieder. Viel gibt es in den Städten nicht zu sehen, aber wer ein wenig reales israelisches Leben schnuppern will, der sollte den längeren Marsch wagen. Wer keine Lust auf ewiges Gelaufe hat, kann sich in die Linie 51 setzen und entweder bis Petach Tikwa fahren oder in die entgegengesetzte Richtung zum Zentralen Busbahnhof in Tel Aviv.
Mir jedenfalls wird es beim nächsten Ramat Gan - Besuch komisch vorkommen, an der Stadteinfahrt keine ELITE - Schokoladenfabrik mehr vorzufinden. Schon vor einiger Zeit ist das Unternehmen selbst in einen Neubau nach Petach Tikwa gezogen, aber das alte rumpelige Gebäude war DAS eigentliche Wahrzeichen von Ramat Gan. Seit gestern existiert es nicht mehr.
Blick auf Ramat Gan von Tel Aviv aus

Das historische ELITE an der Stadteinfahrt

Rechts im Bild das neue geplante Hochhaus

Die hässliche Skyline von Ramat Gan
Wer wie ich einmal in Ramat Gan (neben Tel Aviv)wohnte oder noch wohnt, der kann den Nostalgieschmerz nachvollziehen.
Gestern nämlich wurde das im Jahre 1934 gebaute ELITE - Gebäude abgerissen, denn demnächst soll an gleicher Stelle ein weiteres monströses Hochhaus entstehen. Luxusapartments, Shops und Büros.
ELITE steht für die ehemalige deutsch - jüdische Familie Federmann, die nach ihrer Flucht vor den Nazis in Israel die größte Schokoladenfabrik eröffnete. Es gibt heute niemanden in Israel, der die ELITE - Produkte nicht kennt.
Wie oft ging ich an der Fabrik in Ramat Gan vorbei und stets roch es nach frischer Schokolade ? Insgesamt ist Ramat Gan nicht mehr das, was es einmal war. Die Gegenden um die Arlozorov oder Bialik bestimmt eher, doch die Hauptstrasse Jabotinsky durchläuft immer mehr Veränderungen.
Wer sich einmal die Mühe macht, von Tel Aviv nach Ramat Gan zu laufen, der wird zuerst vom Anblick häßlicher Hochhäuser empfangen. Vom nahegelegenen Busbahnhof Arlozorov ist das Laufen bequem und es dauert nur wenige Minuten. Die Brücke über den verdreckten Yarkon - Fluß überquert und schon steht man links vor der Diamantenbörse und dem dahinter gebauten City - Tower Hotel. Tagsüber herrscht wilder Trubel in der Börsengegend, doch des nachts sind die dunklen Wege und Nischen verlassen und es blühen Prostitution und Drogenhandel.
Geht man wenige Meter weiter die Ramat Ganer Jabotinsky hinauf, so steht man auch schon vor weiteren riesigen Hochhäusern. Erst vor wenigen Jahren fertiggestellt, beherbergen sie Büros und Penthouse - Apartments. Die sich im Untergeschoß befindenden Cafes sind weniger zu empfehlen. Der Wucherpreise wegen.
Wer es billiger und ebenso romantischer will, der gehe die Jabotinsky hinauf Richtung Bnei Brak. Dort sieht der Besucher dann das eigentliche Ramat Gan. Wer will, der sollte weiter oben rechts in die Herzl abbiegen. Dort gibt es mehrere kleine Parkanlagen und viele Bäckereien.
Ramat Gan erweckt den Anschein, der Billigableger von Tel Aviv zu sein. Eine Art Vorort. Dies stimmt schon seit vielen Jahren nicht mehr und teilweise haben die Mieten in Ramat Gan Tel Aviver Verhältnisse erreicht.
Wem es irgendwann zu langweilig wird, der findet in der Jabotinsky unzählige Bushaltestellen mit vielen Buslinien zurück nach Tel Aviv. Wer nicht genug bekommt, der kann die ewige Jabotinsky bis Bnei Brak hinauflaufen, was gleich an Ramat Gan anschließt. Und immer geradeaus durchquert er das überwiegend haredische (ultra - orthod.) Bnei Brak und findet sich irgendwann in der Industriestadt Petach Tikwa wieder. Viel gibt es in den Städten nicht zu sehen, aber wer ein wenig reales israelisches Leben schnuppern will, der sollte den längeren Marsch wagen. Wer keine Lust auf ewiges Gelaufe hat, kann sich in die Linie 51 setzen und entweder bis Petach Tikwa fahren oder in die entgegengesetzte Richtung zum Zentralen Busbahnhof in Tel Aviv.
Mir jedenfalls wird es beim nächsten Ramat Gan - Besuch komisch vorkommen, an der Stadteinfahrt keine ELITE - Schokoladenfabrik mehr vorzufinden. Schon vor einiger Zeit ist das Unternehmen selbst in einen Neubau nach Petach Tikwa gezogen, aber das alte rumpelige Gebäude war DAS eigentliche Wahrzeichen von Ramat Gan. Seit gestern existiert es nicht mehr.
Blick auf Ramat Gan von Tel Aviv aus

Das historische ELITE an der Stadteinfahrt

Rechts im Bild das neue geplante Hochhaus

Die hässliche Skyline von Ramat Gan
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