Dienstag, 14. Dezember 2010

Das "Zfat - Flair"


Teil der Midrachov (Einkaufsmeile) im nordisraelischen Zfat.


B"H

Fast den gesamten heutigen Tag verbrachte ich in Zfat (Safed). Einem Termin nachgehen, in einer relig. Bibliothek einen Vortrag vorbereiten und danach Freunde treffen.

Es war wahnsinnig kalt. Jedenfalls im Gegensatz zum ca. 30 - 40km südlicher gelegenen Tiberias. "Komm und geniesse unsere saubere frische Luft", so hatte mir eine Bekannte aus Zfat auf Facebook mitgeteilt. In der Tat war die Luft nach all den Regengüssen am Sonntag sauber und durch die Nässe rochen die Tannenzweige besonders stark.

Die "Zfat - Welt" ist eine Welt für sich und es ist schwer, diese einem Aussenstehenden zu verdeutlichen. Die Altstadt ist voll mit ultra - orthodoxen Juden (Haredim) aller Richtungen. Von den chassidischen Gruppen Chabad bis hin zu Vishnitz ist alles dabei. Neureligiöse Breslover Chassidim sind nicht erst seit kurzem bekannt für ihre teilweise durchgeknallte Art. Eine Art, die genau zu Zfat passt.


"Nach sechs Jahren Wohnen in Zfat ist man geistesgestört", so der Spruch, den ich immer wieder von einigen Freunden aus der Kleinstadt höre. "Bei manchen dauert es länger, bei anderen tritt der Wahnzustand schon nach kürzester Zeit in Erscheinung". All das liegt sicherlich an dem relig. kabbalistischen Flair der Stadt. Zfat - Die Stadt der mittelalterlichen Kabbalah und ihrem berühmten Friedhof. Sogar Madonna versuchte hier ein Haus zu bauen, doch man wollte sie nicht, schmiss sie und nun steht der Rohbau da wie ein graues Skelett. Das "Madonna Haus", so wird es genannt, denn hier oben im Norden werden bei Ortsbeschreibungen weniger die Strassennamen verwendet als bestimmte Häuser. A la "Geh erst zum Haus der Stromversorgung, da links um die Ecke und dann geradeaus bis zum Supermarkt sowieso".

Immer noch will man mich überreden, nach Zfat zu ziehen, doch die heutige Kälte tat ihr Übriges. Nein, da bleibe ich lieber im tropischen Tiberias, obwohl ich die haredische Gesellschaft aus Zfat hier unten am See sehr vermisse. Wenn mir denn wirklich nach Zfat ist, setze ich mich in den Veolia Bus in Tiberias (Egged fährt nicht hinauf nch Zfat) und fahre halt eine knappe Stunde. Diese beiden Städte zu vergleichen, ist unmöglich, denn sie beide haben etwas Besonderes Einzigartiges.


Photos: Miriam Woelke

Kommentare:

  1. hm, hilf mir mal bitte, was steht auf dem flippigen Schild auf dem Bild? Ich lerne ja grade Iwrit und die Buchstaben sind mir bekannt und ich vermute der erste und letzte sind je ein Hä, aber die anderen stellen mich vor Rätsel? Das vorletzte ist wohl ein Alef, und davor wohl ein Chaf? *lacht*
    Danke schonmal.

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Das flippige Schild sagt "SCHWARMA" und ein Schwarma ist ein Doener. Ich kann Dich aber troesten, denn viele Schnellimbisse haben ihre eigene Art, das Wort zu buchstabieren.:-)

    AntwortenLöschen