Dienstag, 27. Juli 2010

Zur Duisburger Love Parade

B"H

MOONBATTERY bringt einen brillianten Kommentar zur Duisburger Love Parade:

http://www.moonbattery.com/archives/2010/07/19-killed-at-lo.html#comments

Die KIKARISTEN - הכיכריסטים

B"H

Jerusalem - Innenstadt - Zion Square von allen Seiten









Photos: Miriam Woelke


B"H

Alles in Jerusalem ist so toll und wenn ich als Tourist durch die Innenstadt schlendere, ist mein Leben fast perfekt.
 
Diese Aussage muss von einem Touristen stammen, denn die Jerusalemer betrachten ihre Stadt als alles andere als perfekt. Arbeitslosigkeit, steigende Mieten und Lebenshaltungskosten, Verkehrschaos aufgrund des Straßenbahnbaus, hoffnungslose Rathausbürokratie sowie eine ansteigende Kriminalitätsrate. So schlägt sich jede israelische Stadt mit ihren Lokalproblemchen herum.

Besonders die Jugendkriminalität nimmt, wie schon vor einigen Monaten berichtet, immer mehr zu. Drogen, Suff, Gewalt gegen andere und und und. Die Liste ist lang und macht auch vor der Heiligen Stadt nicht halt. Auch nicht, dass minderjährige Teens von daheim abhauen oder gleich ganz von den Eltern rausgeschmissen werden, die mit der Erziehung nicht mehr fertig werden. Das Jugendamt reagiert nicht immer schnell und ehe man sich versieht, stehen die Kids auf der Straße.

Der Zionsplatz (Kikar Zion) inmitten der Jaffa Road ist bekannt für seine Tag - und - Nacht - Transformationen. Kikar Zion, die nähere Umgebung wie Yoel Solomon Street oder der Unabhängigkeitspark weiter unten, sist das Territorium der "Kikaristen" (benannt nach dem Kikar Zion). Hier treffen sich abgefackelte Homeless Teenager und ziehen sich entweder Drogen oder Alk rein. Jeder einzelne von ihnen mit seiner eigenen Geschichte. No Future, von daheim rausgeworfen, bei Freunden oder im Park pennen … Tagsüber sieht man sie seltener, doch gegen abend beginnen sie ihre Session auf den Stufen zur Bank Hapoalim am Zion Square.

"Hey, haste mal ne Zigarette oder n'paar Schekel ?"

Die Kikaristen haben ihre eigene Gemeinde, ihre eigenen Foren, Blogs und ihre eigene Facebook Group. Ausgemachter Feind ist die Polizei und das gerade zu dieser Zeit, denn vor erst vor wenigen Wochen starben zwei Kikaristen (das Mädchen Lee Vatkin aus super guten Wohlstandselternhaus) an vermurksten Drogen. Einsam lagen ihre Leichen in der Jerusalemer Ussischkin Street und der Vater von Lee alarmierte die Polizei. Zwei tote Drogenkikaristen. Die Eltern von Lee fragen sich, was sie falsch gemacht haben bei der Erziehung ihrer Tochter und die Kikaristen - Community ist geschockt. Ein dritter Kikarist starb ebenfalls, doch die Gemeinde lebt weiter.

Jugendamt, Sozialarbeiter, Lokalpresse … alles versucht die Kikaristen zu analysieren und in Schubladen zu packen. Drugies, eh nix zu machen. Die wollen sich ja nicht helfen lassen.

Bei vielen Kikaristen mag das der Fall sein. Eine Patentrezept gibt es nicht und so mancher Jugendlicher (wie Lee Vatkin) fühlt sich von der Community wahnsinnig angezogen. Schmeisst die Schule, haut von daheim ab und verbringt die Nächte am Kikar oder im nahegelegenen Park. Eltern suchen dort des nachts nach ihren Kindern und die Sozialarbeiter nach einer Lösung. Eine extra Anlaufstelle wurde von der Stadtverwaltung eingerichtet (in der Jaffa Road).

Wer des nachts die Jerusalemer Innenstadt durchschreitet, den erwartet ein weniger romantisches Bild, sondern die Realität waltet bis ca. 5.30 Uhr morgens. Sobald es hell wird, wandelt sich das Bild und der Alltag zieht auf. Mit ihm verschwinden die Kikaristen bis zum Sonnenuntergang des neuen Tages.

Ist BORIS BECKER Jude ?

B"H


Auf HAMANTASCHEN berichte ich in einer Serie von prominenten Juden bzw. jenen Promis, bei denen viele Menschen annehmen, dass diese Juden sein könnten.

Heute ist Ex - Tennis Profi BORIS BECKER dran:

Gedenken an die Opfer von palästinensischen Selbstmordattentätern


Derlei Gedenktafeln finden wir an vielen Orten in Tel Aviv, Jerusalem oder an anderen Orten im Land. Tafeln mit den Namen der Opfer von palästinensischen Selbstmordattentätern. Diese Gedenktafel erinnert ein ein Attentat im Jahre 1996 vor dem Tel Aviver Dizengoff Center.

Photo: Miriam Woelke


HIER eine Liste aller Attentate !

Montag, 26. Juli 2010

Was Israel bewegt

B"H

Was mich bewegt, ist dass ich gerade mein gestohlenes Handy unbeschadet zurück bekam. Einer der zwei Diebe kehrte tatsächlich an den Tatort zurück und wurde von einem der Angestellten erkannt. Man zeigte ihm die Aufnahmen der Security Camera und er gab den Handy - Diebstahl unumwunden zu. Dann folgte etwas, was so typisch für Israel ist: Die Angestellten verlangten die Herausgabe meines Handys. Der Dieb willigte ein und gab ferner seinen Namen und seine Passnummer. Das Handy fischte er aus einem Koffer voller Diebesgut und dann machte er sich aus dem Staube.

Der zweite Deal, den ich bezüglich eines Diebstahles erlebe, denn die Polizei unternimmt in solchen Fällen gar nichts. Der Dieb ist wieder unterwegs. Passt auf Eure Sachen auf, aber dieser Rat gilt immer und nicht nur, eil ein Kolumbianer in Tel Aviv sein Unwesen treibt.

Die Polizei hat derzeit andere Probleme, denn ein Ex - Gatte namens Itai Ben Dror erstach am letzten Shabbat seine drei kleinen Kinder. Ein Vater, der sich an seiner Ex - Frau rächen wollte, weil sie sich hatte scheiden lassen. Ein eiskalt geplanter Mord und Israel ist entsetzt. Ben Dror macht nun auf unzurechnungsfähig und die Mutter der Kinder, Lilach Shem Tov, kündigte in umständlicherweise ihren baldigen Selbstmord an. Sie wolle bei ihren toten Kindern sein und auf sie aufpassen.

Immer wieder bringen Ex - Gatten ihre geschiedenen Frauen um und das, obwohl die Frauen zuvor bei der Polizei Anzeige wegen Drohungen seitens des Ex - Mannes aufgaben. Zuletzt geschehen vor ca. zwei Wochen in Rishon LeZion, wo ein Äthiopier seine geschiedene Frau im Treppenhaus vor den Augen ihres kleinen Kindes erstach.

Zumeist sind die Täter Äthiopier oder Russen. Auch Ben Dror ist in Russland geboren, wurde aber als Kind von israelischen Eltern adoptiert. Diese Angaben sind keine Entschuldigung a la "richtige Israelis" tun soetwas nicht, sondern lediglich eine Feststellung.

Alle Details zum Mord an den Kindern HIER


Und ich bin nach all dem Stress wegen des Handys wieder auf dem Weg (von Tel Aviv) zur Arbeit in Jerusalem...

Bild des Tages


Parkwächterhäusle in Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

Sonntag, 25. Juli 2010

Die Diebe meines geklauten Handys wurden ertappt

B"H

Immer kommt es anders als man denkt. Die allgemeine Surprise - Phase im israelischen Alltag.

Heute mittag erreichte mich die Nachricht, dass die zwei Diebe meines Handys mit einem vollen Koffer Diebesgut auf frischer Tat ertappt worden sind. Nun muss ich morgen früh schnell nach Tel Aviv fahren, um mein Handy zu identifizieren; falls es sich im Koffer befindet und nicht schon verramscht worden ist.

Wurden die Diebe von der Polizei festgenommen ?
Nein, sondern man fing sie an dem Ort, an dem sie mich beklauten. Sie kamen an den Tatort zurück und da war man gerüstet. Dank der Photos der Security Cameras bei meinem Vorfall.

Da es sich um kolumbianische Touristen handelt und die Polizei eh nichts unternimmt, außer eventuell abschieben, stellte man sie am Tatort zur Rede und sie gaben alles zu. Außer meinem Handy, (falls es, wie gesagt, noch in der Beute liegt) bekomme ich den Preis für mein neues Handy, welches ich nach dem Diebstahl kaufte, von den Dieben ersetzt.

Ich weiss nicht, was genau der Tatort mit den zwei Dieben ausmachte; jedenfalls gab es eine Abmachung. Die Diebe gaben alles zu, liessen den Koffer da, zahlten Bares und durften dafür gehen. Allerdings nicht, ohne ihre Pässe zu zeigen. Passnummern wurden notiert (hoffentlich keine gestohlenen) und so will man versuchen, zumindest einiges an die Beklauten zurückzugeben. Die genaue Prozedur erfahre ich erst morgen.

Also, aufgepasst: Die Diebe sind unterwegs in Tel Aviv und die Photos werde ich noch veröffentlichen. Zwei Kolumbianer, ca. 45 - 55 Jahre alt, nicht gerade schlank, Baseball Kappen auf dem Kopf und sie sind nicht gunbedingt von der intellektuellen Sorte.

Mein Rat:

Passt auf Eure Sachen auf und schafft Euch, wenn notwendig, einen Pouch an ! Lasst nirgendwo Wertgegenstände liegen. Selbst dann nicht, wenn Ihr nur kurz aufs Klo Händewaschen geht. Tel Aviv ist momentan voll von unachtsamen Touristen und da haben es Diebe im Gedränge oder am Strand leicht.

Back to Jerusalem ?

B"H

Momentan spiele ich mit dem Gedanken, wieder nach Jerusalem zu ziehen. Genau genommen bin ich eh niemals weggezogen. Auch nicht vor mehr als zwei Jahren als ich mich offiziell nach Tel Aviv abseilte.

Eine Wohnung ist nicht das unbedingte Problem, denn ich kenne einige Leute. Trotzdem brauche ich für den eventuellen Umzug noch ein bis zwei Monate und, ganz verlassen werde ich Tel Aviv nun auch wieder nicht, denn mindestens einmal pro Woche habe ich dort zu tun.

Einmal Yerushalmi - immer Yerushalmi ? Auf mich trifft das sicherlich zu. Wenn einem die einseitige Yerushalmi - Mentalität einmal wieder mächtig auf die Nerven geht, sollte das "Sich Abseilen" gelernt sein.:-)

Das ISRAEL MUSEUM in neuem Glanz



B"H

Aufgrund von Umbauarbeiten war das Israel Museum (Jerusalem) seit Ewigkeiten nur teilweise geöffnet. Diese Woche aber soll es wieder richtig losgehen und das Museum wird im neuen Glanz eröffnet.

Doch was sehe ich auf der Website ?
Mit der Neueröffnung zogen offensichtlich die Eintrittspreise drastisch an. Statt 40 Schekel (ca. 8 Euro) zahlt ein Erwachsener nun 48 Schekel (ca. 10 Euro). Für den israelischen Durchschnittsbürger ein Wahnsinnspreis. Dennoch werde ich mir in den nächsten Wochen einmal einen Besuch antun und darüber berichten !

Bilder aus dem Tel Aviver Stadtteil "Schechunat HaTikwah"

B"H


Willkommen in Schechunat HaTikwah / Tel Aviv !

Nicht allzu viele Touristen verirren sich in den von sephardischen Juden geprägten Stadtteil nicht weit vom Zentralen Busbahnhof.







Der lokale Markt. Sauberer und billiger als der Tel Aviver Carmel - Markt in der Innenstadt.


















Photos: Miriam Woelke

Freitag, 23. Juli 2010

Schabbat Schalom


Photo: Miriam Woelke


B"H

Was unternimmt die Tel Aviv Jugend in den ewig andauernden Sommerferien ? Sie geht ins Dizengoff Center oder in die Azrieli Shopping Mall. Mac Donald's steht ganz oben auf der Liste.
Nachdem ich das alles gestern nachmittag ein wenig miterlebte, muss ich sagen: Die Religiösen haben auf vielen Gebieten Recht. Teile der säkuleren Jugend sind echt abgefahren mit ihren Hippie - oder was auch immer Klamotten. Selbst in Jerusalem ist mir bisher soetwas noch nicht begegnet. Und das einmal abgesehen von der Religion.

Nein, es kommt nicht der Spruch "Zu meiner Jugendzeit war alles anders". Was ich jedoch gewohnt bin sind Jugendliche mit einer Identität und Idealen. Allerdings fragte ich mich gestern beim Anblick der Jugendlichen in den Tel Aviv Malls, was da für ein Ideal außer Mac Donald's, Handy oder Klamotten dahinter steht. Kein Wunder, dass viele Tel Aviver bereit sind, die Siedlungen einfach an die Palästinenser abzugeben, denn das Land Israel scheint nicht unbedingt auf der Dizengoff Center Prioritätenliste zu stehen.

Mord und Totschlag in den Tageszeitungen. Gewaltakte ausgeführt von Jugendlichen nehmen auch in unserem Land stetig zu. Die Gesellschaft verroht und korrupte kriminelle Knessetabgeordnete sowie Ex - Premier Ehud Olmert oder Ex - Präsident Moshe Katzav geben keine Ideale weiter. Es sei denn, jemand will im Knast landen.

Vielleicht schaffe ich es in der nächsten Woche endlich einmal zum "Gilad Shalit - Zelt" zu kommen und ein paar Bilder zu schiessen. Glück ist dabei von Nöten, denn Noam und Avivah Shalit sind häufig außer Zelt, denn sie gehen ständig auf Promi - Tour. Prominente treffen und dann eine Presseshow abziehen. Hat all das eine Freilassung ihres Sohnes gefördert ? Nein !

Israel ist voller Touristen und die Abzocke scheint mächtig zu blühen. Unsere Tourismusindustrie kann sich nicht beschweren und billige Handlanger zum Zimmerputzen in den Hotels (siehe in Eilat) finden sich neuerdings auch: 
Die illegal eingeschleusten Afrikaner.
Da Eilat von ihnen überflutet wurde und kaum mehr Jobs zu vergeben sind, reisen die Afrikaner nun nach Ashdod und bieten da ihre Dienste am. Die Bewohner von Ashdod sind nicht gerade begeistert, morgens einem Haufen illegaler Afrikaner zu begegnen, die sich da in der Stadt ausbreiten wollen. Jerusalem bleibt weitgehend verschont, denn in der Hauptstadt sind die Leute nicht so liberal und die Polizei erst recht nicht.

An Gesellschaftsthemen fehlt es mit nie und ich kann gar nicht alles auflisten, was sich in Israel abspielt. Um all den Müll nicht ständig vor Augen haben zu müssen, seilt sich jeder lieber in sein Privatleben ab. Und das tue auch ich an diesem Schabbat in Jerusalem.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !


Link zum Thema:

Die Rolle der SS - Frauen im Holocaust

B"H

Wendy Lower verfasst eine neue Studie zur Rolle der "TÄTERIN im HOLOCAUST". Immer werde das Augenmerk nur auf die männlichen Nazi - KZ - Täter geworfen, aber die weiblichen Täterinnen bleiben im Hintergrund. Wendy Lower untersuchte, was Frauen dazu trieb, zu einer SS - Mörderin zu werden.



Weiterer Link zum Thema: