Samstag, 19. November 2011

Leserfrage: Aliyah 50 +


Downtown Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Soll ein Jude Aliyah nach Israel machen, wenn er bereits älter als 50 Jahre  jung ist ? Diese Frage googelte ein Blogleser und vom relig. Blickpunkt kann ich keinem Juden vom Auswandern nach Israel abgeraten werden.  Die gelebte Realität hingegen schaut etwas anders aus. 

Grundsätzlich gebe ich jedem deutschen, österreichischen oder schweizer Juden, der nach Israel auswandern möchte, den Rat, nicht ganz ohne finanzielle Mittel anzukommen. Einiges an Erspartem sollte vorhanden sein, denn die Zuwendungen des Staates sind nicht gerade berauschend. Ein kleines Kapital mitzubringen wäre ratsam, damit der Neueinwanderer nicht nach kurzer Zeit mittellos und auf der Straße dasteht. 

Mit Einwanderern aus den USA oder Kanada vergleiche ich die deutschen Juden nicht, denn die Anglo – Länder unterliegen einer Einwanderungsorganisation mit dem Namen “Nefesh be’Nefesh” und von dort aus erfahren jene Einwanderer riesige finanzielle Mittel. Auf deutsche Juden trifft das “Nefesh be’Nefesh” Programm nicht zu und es darf munter ums Überleben gekämpft werden. 

Wer im fortgeschrittenen Alter Aliyah macht, sollte erst recht einiges an finanziellen Mitteln dabei haben, denn die Jobsituation schaut in Israel genau so aus wie in Deutschland. Ältere Semester sind schwer vermittelbar. Ferner muss eben jene Einwandererkategorie beachten, dass eventuell die Kinder und Enkel vermisst werden und das Gejammere diverser Leute kennen wir hier alle. Darüber sollte sich jeder vor der Aliyah im Klaren sein, dass Kinder und Enkel nicht mehr regelmässig besucht werden und der Kontakt vorwiegend via Skype oder Facebook besteht. 

Links:


Die Aliyah der Grossmutter S.D.

Tel Aviv: Wohnraum der Massen


Wohnraum in Tel Aviv ist knapp und noch dazu teuer. Es wird zusammengequetscht, wo es nur geht, wie hier in der HaAliyah Street.

Photo: Miriam Woelke

Ramschmarkt in Tel Aviv

B”H 

Wer in Tel Aviv ist und dringend ein paar superbillige Klamotten sucht, der findet an der King George, Höhe Shenkin – Allenby, einen Ramschmarkt, auf dem die schlimmsten Klamotten “Made in China” angeboten werden. Zwischen King George und Tschernichowsky findet sich einfach alles. Von der Jogginghose bis zum Bikini. Wer Glück hat, kann sogar ein Schnäppchen machen, doch meist leiert der Stoff des T – Shirts nach dem ersten Waschen aus. 

Übrigens ist der Markt täglich geöffnet und gehört zum Stadtbild. 






Photos: Miriam Woelke

Der Regen geht weiter

B”H 

Auch am Schabbat war das Wetter kalt und regnerisch. Es goss in Strömen und mehrere Male fiel bei uns im Haus der Strom aus. Typisch für Israel im Winterwetter. Am Freitag kam ich kurz vor Schabbat von der Arbeit heim und fand meine Nachbarn beim reparieren eines verstopften Abflussrohres. Alles wurde so “toll” repariert, dass der “Abfluss” in meiner Dusche landete und dann fiel auch schon wieder der Strom aus. 


Einer der Nachbarn, ein Russe, reparierte Stromkabel und Abflussrohr, doch heute fiel wieder der Strom aus. Kein Wunder, denn vielerorts hängen in Israel die Stromkabel lose von den Häuserwänden und da braucht der Regen nicht lange, um alles lahmzulegen. Man achte auf dem oberen Photo auf all die aussenliegenden Kabel am Haus.

Freitag, 18. November 2011

NETANYAHU: "Dann importieren wir halt Ärzte aus Indien !"

B”H 

Der Ärztekampf gegen das israelische Finanzministerium geht weiter und kein Ende ist in Sicht. Das Thema nimmt die heutigen Schlagzeilen der israelischen Presse ein und morgen abend, nach dem Schabbat, werde ich etwas mehr darüber berichten. Im Grunde genommen existieren zwei festgefahrene Positionen und so viel zu berichten gibt es daher nicht. Das Finanzministerium, ein Konsortium aus Wohlgefälligkeiten untereinander, Intrigen und subversive Machenschaften gegen rebellierende Ärzte, die Personalaufstockung, mehr Geld und weniger Überstunden einfordern. 

Benjamin Netanyahu hat den Bezug zum Volk schon lange verloren und lebt in seiner eigenen kleinen Welt der Wirtschaftsbosse und Spekulanten. Gestern drohte er, dass wenn die Ärzte nicht parieren, er indische Ärzte einfliegen lässt, die bei israelischen Zeitarbeitsfirmen beschäftigt sein werden. 

Wenn das eigene Volk nicht spurt, kommen halt die Inder ! Darauf erübrigt sich jeder Kommentar und man darf gespannt sein, wohin unser Land wandelt. Vermutlich nach Indien ! 



Die heutige Titelseit der israelischen Tageszeitung YEDIOT ACHARONOT:
NETANYAHU: BRINGT ÄRZTE AUS INDIEN !

"Mechinat Keshet Yehuda" - Religiöse Vorbereitung auf die Armee

B”H 

Nationalreligiöse Vorbereitungsprogramme auf die Armee Wer als Jude die Aliyah nach Israel plant, unter zwanzig Jahre alt ist und sich als orthodoxer Mitzwoteinhalter (Schomer Mitzwot) sieht, für den stellt das nationalrelig. Movement Vorbereitungsprogramme auf die Armee bereit: 



Donnerstag, 17. November 2011

Steckt in der Mehrheit der Deutschen ein rassistischer Kern ?

B”H 

Auf irgendeiner deutschen Site las ich dieser Tage, dass in der Mehrheit der Deutschen ein rassistischer Kern steckt. Deutschlands linke Presse vermutet hinter jedem Rechten einen brutalen Neonazi, der Ausländer zusammenballert. 

Meine persönliche Meinung ist, dass unzählige Deutsche es einfach satt haben, sich bei jeder kleinen Kritik als “Rassisten” beschimpfen lassen zu müssen. Die überwiegend links eingestellte Presse im Land gibt die Marschroute vor, die da lautet 

“Wir sind total liberal und haben nichts gegen Ausländer und Schwule !” 

Bei solchen Bemerkungen werden Andersdenkende sofort ausgegrenzt und trauen sich gar nicht mehr, den Mund aufzumachen. 

Die Leute, die ich an dieser Stelle beschreibe, sind beileibe keine Neonazis, sondern der kleine Mann von nebenan, der da keine Moscheen im Land haben will und sich die Gesellschaft der 90iger oder 80iger zurückwünscht. Der große Teil der Gesellschaft sucht sicher keinen Pierre Vogel und Sympathisanten, doch ein demokratisches Land ohne Teppiche auf der Straße. Und genau das betrachtet die dortige Presse als Gefahr. Dass Deutschland gar nicht so liberal ist, wie es alle glauben sollen, sondern immer noch auf konservative Werte besteht. 

Betreibt die Presse ihre Liberaldemagogie weiter wie gehabt, dann sehe ich noch viel mehr Deutsche ausrasten. Keine Neonazis, sondern all die kleinen Breiviks, die Ärger und Frust in sich reinfressen und irgendwann platzen.

Israel: Die Macht der illegalen Afrikaner

B”H

Die Infiltrierung von Afrikanern könnte Israel in einen zu 30% moslemischen Staat verwandeln.
An der Aussage ist nichts Übertriebenes, denn unser Premierminister ist bester Freund der nationalen Wirtschaftsbosse. Und gerade die Wirtschaft ist es, welche die illegal eingeschleusten Afrikaner in Brot nimmt. Die Hotelindustrie sowie das Gaststättengewerbe. Wenn die Wirtschaft nicht dermassen auf ihre billigen Arbeitskräfte bestehen würde, wäre unsere Regierung schon längst gegen illegal einreisen Afrikaner vorgegangen. Anscheinend jedoch will Netanyahu das gar nicht und wöchentlich kommen ca. 620 weitere Afrikaner nach Israel

Nicht, dass sie sich assimilieren wollen. Nein ! Vielmehr bauen sie in einigen Stadtteilen ihr eigenes Afrika nach ihren Regeln auf. Sie Eilat oder mehrere Stadtteile von Tel Aviv, welche schon fest in afrikanischer Hand sind (Neve She’anan, Schechunat HaTikwah oder Ezra). Immer dort, wo die Afrikaner einziehen, entsteht ein neuer Slum. 




Afrikaner im Levinsky Park am Zentralen Busbahnhof warten auf Tagelöhnerjobs.


 


Photos: Miriam Woelke

Vorschau auf ein neues Holocaust Music Video



 Sämtliche Informationen zum neuen Film HIER !

Tel Aviv steht unter Wasser



B”H  

Aufgrund der heftigen Regenfälle innerhalb der letzten 24 Stunden sind große Teile von Tel Aviv (Ramat Aviv sowie der Süden der Stadt) komplett überschwemmt. Ferner liegen Teile von Kfar Saba und Bat Yam unter Wasser. Jerusalem hat es offenbar weniger erwischt, doch die gesamte Küstenregion schwimmt. Dabei ist der Höhepunkt noch gar nicht erreicht und soll erst am Schabbat eintreffen: Starke Regenfälle, Sturmböen und sinkende Temperaturen. 

Wer Tel Aviv kennt, der weiss um die Misere der fehlenden Gullis. Das Wasser kann nirgendwo abfliessen und die Straßen schwimmen davon. Das Ergebnis ist eine riesen Überschwemmung im Süden der Stadt, denn der liegt niedriger und das Wasser fliesst nur so hinunter. 

Derzeit regnet es in Tel Aviv. Die Höchsttemperatur heute liegt bei 20 Grad Celsius. In der Nacht erwarten uns nur 13 Grad Celsius. In Jerusalem ist es deutlich kälter mit 8 – 15 Grad Celsius.

Mittwoch, 16. November 2011

Aliyah nach Zfat (Safed)


B”H 

Zfat (Safed) und Tiberias liegen bekanntlich in Nordisrael und vor genau einem Jahr zog ich aktiv in Erwägung, mich in einem der beiden Orte niederzulassen. Einfach weg aus dem hektischen israelischen Kernland und raus aufs Land. 
Die Entfernung zwischen Tiberias und Zfat beläuft sich auf eine ca. einstündige Busfahrt und von beiden Orten kann aus man den jeweiligen anderen in der Ferne sehen. Beides sind Kleinstädte, doch Tiberias besitzt gegenüber Zfat ein regelrechtes “Großstadtflair”, obwohl das viel zu übertrieben klingen mag. Beide Orte sind Käffer, doch in Zfat ist, außer der grandiosen Landschaft sowie der Altstadt, tote Hose. Nach Zfat kommt man, um die Aussicht und die Spiritualität zu geniessen, denn im Mittelalter war die Stadt einmal die Hochburg der Kabbalah. Bis heute zeugt der berühmte jüdische Friedhof davon, auf welchem zahlreiche Kabbalisten beerdigt liegen. 



Kabbalisten auf dem Friedhof von Zfat: Rabbi Yitzchak Luria, Rabbi Moshe Cordovero, Rabbi Shlomo HaLevi Alkabetz oder Rabbi Yosef Karo.


Bei vorwiegend amerikanischen Juden, die Aliyah nach Israel machen, kristallisiert sich immer mehr eine ganz bestimmte Art Typ heraus. Ziemlich spirituell und fast hippiemässig. Entweder sie, Neureligiöse der Breslover Chassidim oder Chabad Chassidim passen ganz besonders nach Zfat und die Stadt zieht derlei Leutchen magisch an. Kein Wunder also, dass immer mehr dieser spirituellen Amerikaner in Zfat leben wollen, wenn sie denn schon nach Israel einwandern. Ruhe und Abgeschiedenheit an einem kleinen Ort inmitten des einstigen pulsierenden Kabbalahlebens. 

Die Anglo – Gemeinde von Zfat hat viele Mitglieder und sie ist eine sehr aufgeschlossene und herzliche religiöse Gemeinde. Zusammen mit den einheimischen Israelis bilden sie die Einwohnerschaft und in der Umgebung ist Zfat bekannt als die Stadt der etwas “Durchgeknallten”. Eben aufgrund vieler “Pseudo – Spiritualität” suchenden. 

Seit etwas mehr als einem Jahr herrscht geradezu ein amerikanischer Neueinwanderer - Run auf die Stadt Zfat, der ganz klar die Immobilien – und Mietpreise in die Höhe drängt und israelische Einheimische zu oft das Nachsehen haben. Dasselbe Schauspiel gibt es schon in Tel Aviv und Jerusalem, wo Tausende jüdischer ausländischer Investoren Immobilien erstehen, die sie im Endeffekt gar nicht nutzen. Außer an Pessach oder Sukkot lassen sie sich nicht blicken und machen so ganze Gegenden zu Geisterstädten. Beispiel: Die Villen vor dem Jaffa Tor in Jerusalem. Erstanden vorweglich von reichen Amerikanern für mehrere Millionen Dollar, doch die neuen Besitzer wohnen in den USA und schauen nur alle Jubeljahre einmal in ihrer neuen Wohnung vorbei. Das ganze Jahr über steht die Immobilie leer und die Jerusalemer Bevölkerung kann bei der chronischen Wohnungsnot sehen wo sie bleibt. Die Stadtverwaltung plant jetzt, derlei ausländische investoren zu bestrafen, indem sie eine extra Steuer einführt, sobald eine Immobilie überwiegend leersteht und nicht vermietet wird. 

Um auf Zfat zurückzukommen: Hier spielt sich dasselbe Schaupsiel ab und Israelis haben auf dem zu teuer gewordenen Wohnungsmarkt wieder einmal das Nachsehen. Was die anrollenden amerikanischen Neueinwanderer jedoch außer acht zu lassen scheint: Zfat und Umgebung bieten keinerlei Arbeitsplätze und die meisten Bewohner sind entweder beim Sozialamt oder erhalten Arbeitslosenunterstützung. Was soll man in Zfat arbeiten, wenn es nichts gibt ? Wie soll ich mich dort finanzieren ? 

Natürlich haben israelische Vermieter den Braten längst gerochen und vermieten nur allzu gern an betuchte amerikanische Neueinwanderer. Die Neuankömmlinge merken sehr schnell, dass die Suche nach einem Job in der Sackgasse enden wird und haben so ihre eigenen Ideen entwickelt: Viele geben spirituelle Vorträge, obwohl sie gar keine bis wenig Ahnung haben. Hauptsache der Rubel rollt. 

Andere wiederum vermieten Gästezimmer. Wer sich bei jenen Amerikanern einmietet, vorsicht, denn das wird teuer. Dann gibt es jene, die plötzlich auf Kunst machen und ihre Bilder an Touristen verkaufen. Der neueste Coup ist, ein internationals Maklerbüro aufzumachen und Immobilien zu verscherbeln. All die Neuankömmlinge verändern den Charakter der kleinen beschaulichen Stadt und mittlerweile herrscht nur noch das Geld. Schade, dass die Stadt so umgemodelt und ausgebeutet wird. Noch dazu von Leuten, die neu im Land sind und Israelis, die hier geboren wurden und in den Kriegen kämpften, das Nachsehen haben. 

 
 


Copyright / Photos: Miriam Woelke


Eingewanderte Amerikaner in Zfat machen den Reibach bei ihren eigenen ankommenden Landsleute. Das habe ich selber miterlebt und finde nur allein die Vorstellung daran furchtbar.


Link:

Zfat Stories 

Die beliebtesten Vornamen in Israel

B”H 

Folgende Vornamen erfreuen sich der größten Beliebtheit: 

Mädchen: Noa, Shira, Maya, Tamar, Talia und Noia. 

Jungen: Noam, Itai, Uri, Yehonatan, Daniel, David und Ariel. 

Innerhalb der religiösen Gesellschaft sieht es etwas anders aus, denn hier werden viele Neugeborene nach den jüdischen Vorvätern und Mütter (Avraham, Sarah, Rivka (Rebekka), Lea, Yitzchak oder Yaakov) benannt. Meistens spielen hier biblische Namen die Hauptrolle und weniger moderne Namen wie Sharon, Noa Maya oder Shira.

Israel: 1300 neue Arbeitslose seit dem Sommer

B”H 

Innerhalb der vergangenen vier Monate entliess die israelische Wirtschaft 1300 Angestellte. Für Europa mag das minimal klingen, in einem kleinen Land wie Israel hingegen wirken sich schon ein paar Hundert neue Arbeitslose fatal aus. 

Unter den 1300 neuen Arbeitslosen befinden sich ebenso 200 Angestellte der israelischen Fluggesellschaft ELAL, die sowohl Personal als auch Fluglinien abbaut. In der gestrigen Ausgabe der israelischen Wirtschaftszeitung “THE MARKER” las ich, dass selbst die Lufthansa in diesen Wochen ca. 50 Israelflüge wegen Nichtauslastung streicht. 

In Israel hat der Winter in vollem Maße eingesetzt. Kalt, Regen und Sturm. Da kann der Tourist genau so gut zuhause bleiben, anstatt hier nur im Hotel oder Hostel zu sitzen. 

Für die kommenden Monate erwartet man in Israel weitere Entlassungen. Allein 1000 Angestellte will PARTNER COMMUNICATIONS loswerden.

Regen & Sturm

B”H 

Kalt, starke Windböen bis zu 60km / Std. und Regen – so die heutigen Wetteraussichten für Israel. Derweil regnet es schon in Tel Aviv.