B"H
Es gibt derzeit nicht viel fuer die Presse zum Auschlachten und so konzentriert sich alles auf den Fall Moshe Katzav, der sich momentan eine riesige Schlammschlacht mit seiner Ankaegerin Mitlonnenet Aleph (Anklaegerin A) liefert.
Beide gaben Live - Interviews. Getrennt versteht sich.
Sie erzaehlte Pikantes und er stand trottelig samt Ehegattin Gila vor seinem Haus in Kiryat Malachi und weinte fast in die Kameras. Er sei unschuldig und Gila nickte immer fleissig.
Die Israelis blieben unbeeindruckt und ueber 70 % wollen ihn vor Gericht sehen. In der Presse lautet sein Titel nur noch "der Sexualtaeter".
In Kuerze entscheidet der Oberste Gerichtshof, ob sein Deal mit der Staatsanwaltschaft rechtswidrig war oder nicht. Demzufolge gebe Katzav zwar die sexuelle Belaestigung zu, nicht aber zwei Vergewaltigungen. Zu einem Prozess wuerde es nicht kommen.
Alltägliches Leben in Jerusalem - Sarkastische Stories - Witziges und Ernstes -------- Copyright All rights reserved - 2006 - 2012 ---- All Texts are written by Miriam Woelke.
Sonntag, 8. Juli 2007
Uriel Wachsman bei der Armee
B"H
Die Nachricht, die mich heute am meisten bewegte war, dass der Bruder von Nachschon Wachsman, Uriel, in der Armee in einer Kampfeinheit dient. Vor wenigen Tagen wurde er zum Gefreiten ernannt.
Als Nachschon Wachsman von der Hamas erschossen wurde, war Uriel gerade einmal acht Jahre alt.
Im Okt. 1994 war der Soldat Nachschon Wachsman von der Hamas entfuehrt und spaeter bei einer Rettungsaktion hingerichtet worden. Der damalige Premier Yitzchak Rabin tat alles nur Moegliche, um Wachsman freizubekommen. Tausende von Menschen beteten an der Kotel (Klagemauer) fuer ein gutes Ende.
An einem Freitag, kurz vor Shabbateinbruch, begann die Rettungsaktion der israel. Armee. Man hatte einen Tipp ueber den Aufenthaltsort bekommen. Die Aktion schlug fehl und Nachschon Wachsman wurde erschossen.
Ebenso kam ein weiterer Offizier, Nir Poraz, ums Leben.
Diese beiden Toten loesen bis heute ein Trauma in Israel aus. Hoffen wir, dass es mit Gilad Shalit besser ausgeht.
Die Nachricht, die mich heute am meisten bewegte war, dass der Bruder von Nachschon Wachsman, Uriel, in der Armee in einer Kampfeinheit dient. Vor wenigen Tagen wurde er zum Gefreiten ernannt.
Als Nachschon Wachsman von der Hamas erschossen wurde, war Uriel gerade einmal acht Jahre alt.
Im Okt. 1994 war der Soldat Nachschon Wachsman von der Hamas entfuehrt und spaeter bei einer Rettungsaktion hingerichtet worden. Der damalige Premier Yitzchak Rabin tat alles nur Moegliche, um Wachsman freizubekommen. Tausende von Menschen beteten an der Kotel (Klagemauer) fuer ein gutes Ende.
An einem Freitag, kurz vor Shabbateinbruch, begann die Rettungsaktion der israel. Armee. Man hatte einen Tipp ueber den Aufenthaltsort bekommen. Die Aktion schlug fehl und Nachschon Wachsman wurde erschossen.
Ebenso kam ein weiterer Offizier, Nir Poraz, ums Leben.
Diese beiden Toten loesen bis heute ein Trauma in Israel aus. Hoffen wir, dass es mit Gilad Shalit besser ausgeht.
Freitag, 6. Juli 2007
Die Stuermung Sderots
B"H
Sderot kennen wir fast nur der Kassam - Raketen aus Gaza wegen. An diesem Wochenden aber erfreut sich Sderot ganz ploetzlich wirtschaftlicher Beliebtheit.
Die Stadt hat zum billigen Wochenende eingeladen. Alle Supermaerkte verkaufen massenhaft herabgesetzte Produkte inclusive den fehlenden Challot (Shabbatbroten).
In Sderot erwartet man vor allem heute einen RUN auf die lokalen Geschaefte. Unzaehlige Israelis aus allen Landesteilen haben sich angekuendigt. Sogar extra Busse werden eingesetzt.
Die Sderoter Geschaeftsleute sehen zwar einen leichten geschaeftlichen Gewinn, doch freuen sie sich vielmehr ueber die landesweite Solidaritaet mit der Stadt.
Ob aus Gaza jemand zum Einkaufsbummel kommt, ist zu bezweifeln.
Sderot kennen wir fast nur der Kassam - Raketen aus Gaza wegen. An diesem Wochenden aber erfreut sich Sderot ganz ploetzlich wirtschaftlicher Beliebtheit.
Die Stadt hat zum billigen Wochenende eingeladen. Alle Supermaerkte verkaufen massenhaft herabgesetzte Produkte inclusive den fehlenden Challot (Shabbatbroten).
In Sderot erwartet man vor allem heute einen RUN auf die lokalen Geschaefte. Unzaehlige Israelis aus allen Landesteilen haben sich angekuendigt. Sogar extra Busse werden eingesetzt.
Die Sderoter Geschaeftsleute sehen zwar einen leichten geschaeftlichen Gewinn, doch freuen sie sich vielmehr ueber die landesweite Solidaritaet mit der Stadt.
Ob aus Gaza jemand zum Einkaufsbummel kommt, ist zu bezweifeln.
Keine Challot fuer Shabbat
B"H
Unzaehlige israelische Haushalte stehen an diesem Shabbat ohne die traditionellen Challot (Shabbatbrote) da. Grund ist ein Streit zwischen den Grossbaeckereien BERMAN und ANGEL mit der Regierung.
Beide israelische Grossbaeckereien wollen den Brotpreis um 8,3 % erhoehen, doch die Regierung lehnt das strikt ab. Seit gestern haben Berman und Angel aus Protest ihre Weissbrotproduktion eingestellt.
In Israel werden die Preise von Grundnahrungsmitteln (Brot, Milch) staatlich geregelt. Die Grossbaeckereien sagen jedoch, dass weltweit der Weizenpreis gestiegen seien und sie nur noch auf Verluste fahren. Der staatlich geregelte Preis wuerde die Unkosten nicht mehr decken, geschweige denn Gewinne erzielen.
Betroffen sind an diesem Shabbat vor allem der arme Teil der Bevoelkerung. Dort sind die Leute auf die billigen Weissbrote angewiesen und koennen nicht einmal eben so in eine andere Baeckerei gehen, wo das Brot doppelt so teuer ist.
In unserer Baeckerei ist alles beim Alten. Da wir nur hochwertige Produkte herstellen, liegen die Preise eh schon weit ueber dem Durchschnitt und wer es sich nicht leisten kann, der geht gegenueber zum Machane Yehudah Markt einkaufen, wo es 30 Pitabrote (Pitot) fuer 10 Shekel (2 Euro) gibt.
Unzaehlige israelische Haushalte stehen an diesem Shabbat ohne die traditionellen Challot (Shabbatbrote) da. Grund ist ein Streit zwischen den Grossbaeckereien BERMAN und ANGEL mit der Regierung.
Beide israelische Grossbaeckereien wollen den Brotpreis um 8,3 % erhoehen, doch die Regierung lehnt das strikt ab. Seit gestern haben Berman und Angel aus Protest ihre Weissbrotproduktion eingestellt.
In Israel werden die Preise von Grundnahrungsmitteln (Brot, Milch) staatlich geregelt. Die Grossbaeckereien sagen jedoch, dass weltweit der Weizenpreis gestiegen seien und sie nur noch auf Verluste fahren. Der staatlich geregelte Preis wuerde die Unkosten nicht mehr decken, geschweige denn Gewinne erzielen.
Betroffen sind an diesem Shabbat vor allem der arme Teil der Bevoelkerung. Dort sind die Leute auf die billigen Weissbrote angewiesen und koennen nicht einmal eben so in eine andere Baeckerei gehen, wo das Brot doppelt so teuer ist.
In unserer Baeckerei ist alles beim Alten. Da wir nur hochwertige Produkte herstellen, liegen die Preise eh schon weit ueber dem Durchschnitt und wer es sich nicht leisten kann, der geht gegenueber zum Machane Yehudah Markt einkaufen, wo es 30 Pitabrote (Pitot) fuer 10 Shekel (2 Euro) gibt.
Vorgezogene Wahlen ?
B"H
Am 3. September finden die sogenannten Primaries in Benjamin Netanyahus LIKUD - Partei statt. Es ist so gut wie sicher, dass er die Mehrheit der Stimmen der Likud - Mitglieder erhalten wird, um als LIKUD - Ministerpraesidentskandidat ins Rennen zu gehen (fuer die kommenden Knesset - Wahlen).
Sein interner Konkurrent Silvan Shalom ist weit abgeschlagen und macht eh eine blasse Figur.
Nun haben sich Oppositionsfuehrer Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak von der Arbeiterpartei zusammengetan und einen Pakt unterzeichnet. Im Maerz 2008 sollen Neuwahlen fuer die Knesset stattfinden und Olmert soll endlich gestuerzt werden.
Bei Olmerts Kadima - Partei ist man entsprechend sauer ueber die Attacke.
Mal sehen, ob wir im Maerz wieder zu den Wahlurnen muessen. Ich jedenfalls haette nichts dagegen einzuwenden.
Am 3. September finden die sogenannten Primaries in Benjamin Netanyahus LIKUD - Partei statt. Es ist so gut wie sicher, dass er die Mehrheit der Stimmen der Likud - Mitglieder erhalten wird, um als LIKUD - Ministerpraesidentskandidat ins Rennen zu gehen (fuer die kommenden Knesset - Wahlen).
Sein interner Konkurrent Silvan Shalom ist weit abgeschlagen und macht eh eine blasse Figur.
Nun haben sich Oppositionsfuehrer Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak von der Arbeiterpartei zusammengetan und einen Pakt unterzeichnet. Im Maerz 2008 sollen Neuwahlen fuer die Knesset stattfinden und Olmert soll endlich gestuerzt werden.
Bei Olmerts Kadima - Partei ist man entsprechend sauer ueber die Attacke.
Mal sehen, ob wir im Maerz wieder zu den Wahlurnen muessen. Ich jedenfalls haette nichts dagegen einzuwenden.
Donnerstag, 5. Juli 2007
Juedische Religion
B"H
Alle jene, die fuer mehr Beitraege ueber die jued. Religion gestimmt haben, koennen auf meinem relig. Blog http://hamantaschen.blogspot.com/ vorbeischauen.
Alle jene, die fuer mehr Beitraege ueber die jued. Religion gestimmt haben, koennen auf meinem relig. Blog http://hamantaschen.blogspot.com/ vorbeischauen.
Neue Verwirrungen
B"H
Seit kurzem mache ich mich etwas rar mit politischen Berichten. Der Grund ist ganz einfach, dass es von israelischer Seite aus wenig zu berichten gibt. Gut, ich haette erzaehlen koennen, dass die Armee in der Woche eine Trainingswoche auf dem Golan hatte. Um einem eventuellen syrischen Angriff nicht erfahrungslos gegenueber zustehen, uebten saemtliche israel. Kampfeinheiten einen solchen etwaigen Angriff.
Und wie schon bekannt sein duerfte, ueben Kampfflugzeuge Langfluege inclusive Auftanken in der Luft. Man weiss ja nie, was einmal mit dem Iran wird.
Die Politik und Olmert fochten in den letzten Tagen ihre eigenen internen Kaempfe aus. Ohne vorher geuebt zu haben allerdings. Und genauso schauen jetzt mal wieder mehr die Ergebnisse aus.
Da darf sich seit gestern ausgerechnet Chaim Ramon "Vize von Olmert" nennen. Der intrigante Chaim Ramon, der noch vor wenigen Monaten vor Gericht stand, weil er, wie Katzav, sexueller Belaestigungen von Mitarbeiterinnen, bezichtigt worden war. Es gab einen Freispruch, an dem ich persoenlich etwas zweifele. Aber sagen wir einmal, Ramon ist frei von jeglicher Schuld, hat er dann das Recht, sich wieder als Minister aufstellen zu lassen ?
Die Mehrheit der israel. Bevoelkerung sagt NEIN. Auch, weil er sich nicht gerade grosser Beliebtheit erfreut. Und das nicht erst seit seinem Prozess.
Inwieweit sollte ein Politiker Zivilcourage zeigen und von sich aus abdanken und sich eine neue Karriere suchen ? Genau das haette Chaim Ramon tun muessen. Stattdessen schleimt er nun durch Olmerts Office und darf sich wieder wichtig nennen. Aussenministerin Zipi Livni und der neue Verteidigungsminister Ehud Barak waren gegen eine Ernennung Ramons und neue Regierungskrisen sind schon vorprogrammiert.
Die Schlagzeilen lauten heute, dass Gila Katzav, die Ehegattin Moshe Katzavs, zu 100 % zu ihrem Mann haelt und nicht an die Anschuldigungen der Mitlonnenet Aleph, der Anklaegerin, glaubt. Aleph haette sich alles nur ausgedacht, um eine Intrige gegen ihren Ehegatten zu spinnen.
Ich weiss nicht, ob Gila Katzav uns leid tun soll oder nicht. Entweder will sie um allen Preis ihre "Ehe" retten oder sie glaubt ihrem Mann wirklich. Wie es in ihrem Inneren ausschaut, moechte ich lieber nicht wissen. Vielleicht rennt sie schon heimlich zum Psychologen.
Seit kurzem mache ich mich etwas rar mit politischen Berichten. Der Grund ist ganz einfach, dass es von israelischer Seite aus wenig zu berichten gibt. Gut, ich haette erzaehlen koennen, dass die Armee in der Woche eine Trainingswoche auf dem Golan hatte. Um einem eventuellen syrischen Angriff nicht erfahrungslos gegenueber zustehen, uebten saemtliche israel. Kampfeinheiten einen solchen etwaigen Angriff.
Und wie schon bekannt sein duerfte, ueben Kampfflugzeuge Langfluege inclusive Auftanken in der Luft. Man weiss ja nie, was einmal mit dem Iran wird.
Die Politik und Olmert fochten in den letzten Tagen ihre eigenen internen Kaempfe aus. Ohne vorher geuebt zu haben allerdings. Und genauso schauen jetzt mal wieder mehr die Ergebnisse aus.
Da darf sich seit gestern ausgerechnet Chaim Ramon "Vize von Olmert" nennen. Der intrigante Chaim Ramon, der noch vor wenigen Monaten vor Gericht stand, weil er, wie Katzav, sexueller Belaestigungen von Mitarbeiterinnen, bezichtigt worden war. Es gab einen Freispruch, an dem ich persoenlich etwas zweifele. Aber sagen wir einmal, Ramon ist frei von jeglicher Schuld, hat er dann das Recht, sich wieder als Minister aufstellen zu lassen ?
Die Mehrheit der israel. Bevoelkerung sagt NEIN. Auch, weil er sich nicht gerade grosser Beliebtheit erfreut. Und das nicht erst seit seinem Prozess.
Inwieweit sollte ein Politiker Zivilcourage zeigen und von sich aus abdanken und sich eine neue Karriere suchen ? Genau das haette Chaim Ramon tun muessen. Stattdessen schleimt er nun durch Olmerts Office und darf sich wieder wichtig nennen. Aussenministerin Zipi Livni und der neue Verteidigungsminister Ehud Barak waren gegen eine Ernennung Ramons und neue Regierungskrisen sind schon vorprogrammiert.
Die Schlagzeilen lauten heute, dass Gila Katzav, die Ehegattin Moshe Katzavs, zu 100 % zu ihrem Mann haelt und nicht an die Anschuldigungen der Mitlonnenet Aleph, der Anklaegerin, glaubt. Aleph haette sich alles nur ausgedacht, um eine Intrige gegen ihren Ehegatten zu spinnen.
Ich weiss nicht, ob Gila Katzav uns leid tun soll oder nicht. Entweder will sie um allen Preis ihre "Ehe" retten oder sie glaubt ihrem Mann wirklich. Wie es in ihrem Inneren ausschaut, moechte ich lieber nicht wissen. Vielleicht rennt sie schon heimlich zum Psychologen.
Mittwoch, 4. Juli 2007
Zum Thema deutsche Staatsbuergerschaft
B"H
DA ICH DAS THEMA FUER SEHR WICHTIG HALTE UND DIESER BEITRAG VON EINIGEN BETROFFENEN VIELLEICHT NOCH NICHT GELESEN WURDE, STELLE ICH IHN AN DIESER STELLE NOCHMALS EIN !!!
Die Jeanne schrieb auf ihrem Blog einen kurzen Beitrag zum Thema deutsch - jued. Einwanderer nach Israel.
Fuer mich stellte sich die damit verbundene Problematik schon vor zehn Jahren. In deutschen Gesetzen ist verankert, dass ein deutscher Staatsbuerger, der eine andere Staatsbuergerschaft beantragt, automatisch seine deutsche verliert. Soweit mir bekannt ist, wurde das entsprechende Gesetz im Jahre 1919 verfasst.
In der Praxis schaut das so aus:
Macht ein juedischer Deutscher Aliyah nach Israel, muss er sich schnell entscheiden, welche Staatsbuergerschaft er haben bzw. behalten will. Geht er auf das israel. Innenministerium und beantragt seinen israel. Personalausweis, so wird er von den Angestellten darauf aufmerksam gemacht, dass er, falls er ein fuer Ausnahmefaelle vorgesehenes Formular nicht ausfuellt, er seine deutsche Staatbuergerschaft verlieren wird.
Zu kompliziert ?
Ein deutscher Neueinwanderer kann seinen israel. Personalausweis beantragen und dabei gleichzeitig ein Formular ausfuellen, indem er auf die israel. Staatsbuergerschaft verzichtet. Daraus folgt, dass er zwar einen Personalausweis, jedoch keinen israel. Pass bekommt und nicht berechtigt ist, an Knessetwahlen teilzunehmen. In dem Fall kann er seine deutsche Staatsbuergerschaft behalten.
Unterschreibt er das Formular nicht, bekommt er die volle israel. Staatsbuergerschaft und verliert dadurch seine deutsche.
Bis vor kurzem war es so, dass alle Bundeslaender, ausser Bayern, ihren Buergern, die nach Israel ausgewandert waren, die deutsche Staatsbuergerschaft nicht wegnahmen. Anscheinend hat sich nun alles geaendert. Laut Jeanne stellt die dt. Botschaft in Tel Aviv keine dt. Paesse mehr an Neueinwanderer aus.
Ehrlich gesagt ist mir die ganze deutsche Einwandererpolitik zu kompliziert. Da bekommt ein russischer oder rumaenischer Zuwanderer nach Deutschland sofort einen deutschen Pass. Selbst dann, wenn er kein Wort Deutsch spricht und seine dt. Abstammung mehr als zweifelhaft ist. Und uns, die in Deutschland geboren wurden, die Sprache sprechen und dort arbeiteten, nimmt man die Staatsbuergerschaft weg.
Andere Laender machen nicht solch einen Krampf mit Leuten, die im Besitz mehrerer Paesse sind. In den USA ist es offiziell verboten, doch amerikan. Neueinwanderer nach Israel behalten ihre Staatsbuergerschaft. Genauso Englaender, Schweizer, Franzosen und und und. Wer ausser Deutschland noch solch ein Problem daraus macht, ist Suedafrika.
Vor meiner Einwanderung habe ich daran gedacht, dass Formular zu unterschreiben, habe aber den Gedanken wieder verworfen. Die Kehrseite ist naemlich, dass viele israel. Arbeitgeber eine israel. Staatsbuergerschaft von Neueinwanderern verlangen. Dies gilt vor allem fuer diejenigen, die auf Aemtern arbeiten wollen.
Fuer mich war das nicht der Grund mich fuer die israel. Staatsbuergerschaft zu entscheiden. Ich bin eher der Meinung, dass wenn ich in ein Land auswandere, ich mich dazugehoerig fuehlen will. Die israel. Staatsbuergerschaft war mir einfach wichtig.
Uebrigens bin ich fuer viele trotzdem Deutsche. Und das ganz ohne deutschen Pass. Seine Herkunft kann man eben nicht so einfach mal ablegen.
DA ICH DAS THEMA FUER SEHR WICHTIG HALTE UND DIESER BEITRAG VON EINIGEN BETROFFENEN VIELLEICHT NOCH NICHT GELESEN WURDE, STELLE ICH IHN AN DIESER STELLE NOCHMALS EIN !!!
Die Jeanne schrieb auf ihrem Blog einen kurzen Beitrag zum Thema deutsch - jued. Einwanderer nach Israel.
Fuer mich stellte sich die damit verbundene Problematik schon vor zehn Jahren. In deutschen Gesetzen ist verankert, dass ein deutscher Staatsbuerger, der eine andere Staatsbuergerschaft beantragt, automatisch seine deutsche verliert. Soweit mir bekannt ist, wurde das entsprechende Gesetz im Jahre 1919 verfasst.
In der Praxis schaut das so aus:
Macht ein juedischer Deutscher Aliyah nach Israel, muss er sich schnell entscheiden, welche Staatsbuergerschaft er haben bzw. behalten will. Geht er auf das israel. Innenministerium und beantragt seinen israel. Personalausweis, so wird er von den Angestellten darauf aufmerksam gemacht, dass er, falls er ein fuer Ausnahmefaelle vorgesehenes Formular nicht ausfuellt, er seine deutsche Staatbuergerschaft verlieren wird.
Zu kompliziert ?
Ein deutscher Neueinwanderer kann seinen israel. Personalausweis beantragen und dabei gleichzeitig ein Formular ausfuellen, indem er auf die israel. Staatsbuergerschaft verzichtet. Daraus folgt, dass er zwar einen Personalausweis, jedoch keinen israel. Pass bekommt und nicht berechtigt ist, an Knessetwahlen teilzunehmen. In dem Fall kann er seine deutsche Staatsbuergerschaft behalten.
Unterschreibt er das Formular nicht, bekommt er die volle israel. Staatsbuergerschaft und verliert dadurch seine deutsche.
Bis vor kurzem war es so, dass alle Bundeslaender, ausser Bayern, ihren Buergern, die nach Israel ausgewandert waren, die deutsche Staatsbuergerschaft nicht wegnahmen. Anscheinend hat sich nun alles geaendert. Laut Jeanne stellt die dt. Botschaft in Tel Aviv keine dt. Paesse mehr an Neueinwanderer aus.
Ehrlich gesagt ist mir die ganze deutsche Einwandererpolitik zu kompliziert. Da bekommt ein russischer oder rumaenischer Zuwanderer nach Deutschland sofort einen deutschen Pass. Selbst dann, wenn er kein Wort Deutsch spricht und seine dt. Abstammung mehr als zweifelhaft ist. Und uns, die in Deutschland geboren wurden, die Sprache sprechen und dort arbeiteten, nimmt man die Staatsbuergerschaft weg.
Andere Laender machen nicht solch einen Krampf mit Leuten, die im Besitz mehrerer Paesse sind. In den USA ist es offiziell verboten, doch amerikan. Neueinwanderer nach Israel behalten ihre Staatsbuergerschaft. Genauso Englaender, Schweizer, Franzosen und und und. Wer ausser Deutschland noch solch ein Problem daraus macht, ist Suedafrika.
Vor meiner Einwanderung habe ich daran gedacht, dass Formular zu unterschreiben, habe aber den Gedanken wieder verworfen. Die Kehrseite ist naemlich, dass viele israel. Arbeitgeber eine israel. Staatsbuergerschaft von Neueinwanderern verlangen. Dies gilt vor allem fuer diejenigen, die auf Aemtern arbeiten wollen.
Fuer mich war das nicht der Grund mich fuer die israel. Staatsbuergerschaft zu entscheiden. Ich bin eher der Meinung, dass wenn ich in ein Land auswandere, ich mich dazugehoerig fuehlen will. Die israel. Staatsbuergerschaft war mir einfach wichtig.
Uebrigens bin ich fuer viele trotzdem Deutsche. Und das ganz ohne deutschen Pass. Seine Herkunft kann man eben nicht so einfach mal ablegen.
Alles wegen Beit Shemesh
B"H
Und da sage nochmal jemand, in Jerusalem sei nichts los. Selbst ich verkuendete das in meinem gestrigen Beitrag und ging danach zu Rabbi Mordechai Machlis, der ein Essen aufgrund der Yahrzeit (Todestag) seiner verstorbenen Mutter gab.
Auf dem Rueckweg, gegen 22.30 Uhr, durchquerte ich, zusammen mit einer Freundin, den ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim. Schon von weitem sahen wir Rauch aufsteigen und die Polizei hatte bereits alles abgesperrt. Fussgaenger, wie wir, durften jedoch passieren. Die Muelltonnen brannten wieder einmal und ich fragte einen Polizisten, wogegen die Haredim denn diesmal protestieren. Genervt fragte er mich zurueck, ob man denn in diesem Teil der Stadt ueberhaupt einen Grund zum Demonstrieren brauche. Eine daneben stehende Polizistin meinte, dass sie den Grund nicht kenne, doch man wuerde sich darum kuemmern. Nun das "Kuemmern" dauerte dann etwas laenger, denn die Muelltonnen gingen erst so richtig in Flammen auf.
Die gesamte Shivtei Israel - Street war blockiert. Brennende Tonnen lagen ueberall herum. Sogar die riesigen Metallcontainer wurden umgekippt und angezuendet. Die haredischen Passanten gingen unbeteiligt vorbei. Von den Balkonen ringsherum schauten sich die Anwohner das Spektakel an.
Eine Gruppe Breslover Chassidim stand auf der Strasse und das sogleich eintreffende TV - Kamerateam des Privatsenders HOT rannte auf sie zu. Noe, sie wuessten nicht, wer den Muell angezuendet haette. Sie seien es jedenfalls nicht gewesen.
Ach ja, der Grund seien die ewigen Provokationen der Polizei.
Welche Polizei, die ist doch gar nicht hier, bohrte der Reporter weiter.
Nee, aber manchmal schon, so die Breslover.
Jetzt sagt doch schon den Grund, nervte der Reporter in seiner kurzen hellbraunen Hose und den knallroten Crocs.
Wissen wir nicht, gaben die Breslover zurueck.
Der Reporter versuchte es auf die witzige Tour, blieb aber auf der Strecke. Die Breslover lachten nur und hatten keine Lust, Fragen zu beantworten und im TV zu erscheinen.
Die HOT - Leute entschlossen sich, wenigstens die brennenden Tonnen zu filmen und zogen davon.
Wenige Minuten spaeter wollten meine Freundin und ich auch das Weite suchen als wir den einen Breslover, der mit der Presse gesprochen hatten, trafen. Es grinste uns an und ich fragte ihn, was denn nun der Grund fuer die Demo gewesen sei.
Na, wegen Beit Shemesh halt, sagte er uns.
Was wegen Beit Shemesh, fragte ich.
Und dann erklaerte er uns, dass bei den Demos in Beit Shemesh gegen die Gay Parade einige Haredim verhaftet worden waren. Da sie sich immer noch in Haft befinden, fand gestern eine neue Demo in Beit Shemesh statt, bei der erneut Haredim verhaftet worden waren. Aus Protest wurden daraufhin in Mea Shearim die vollen Muelltonnen angezuendet.
Aber wer das nun genau war, weiss er natuerlich nicht.
Sprachs, stieg samt Frau und Sohn in sein Auto und fuhr davon.
Vielleicht in Richtung Beit Shemesh…
Anmerkung: Beit Shemesh ist eine Stadt, die ca. 20 km von Jerusalem entfernt liegt. Sie ist total IN, denn die Mieten sind guenstig und die High - Tech Branche hat sich angesiedelt. Also sind auch Jobs vorhanden.
Viele haredische Gruppen haben ihr eigenes Ramat Beit Shemesh errichtet und sich dort angesiedelt, was oft zu Krawalle mit der nichtreligioesen Bevoelkerung fuehrt.
Und da sage nochmal jemand, in Jerusalem sei nichts los. Selbst ich verkuendete das in meinem gestrigen Beitrag und ging danach zu Rabbi Mordechai Machlis, der ein Essen aufgrund der Yahrzeit (Todestag) seiner verstorbenen Mutter gab.
Auf dem Rueckweg, gegen 22.30 Uhr, durchquerte ich, zusammen mit einer Freundin, den ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim. Schon von weitem sahen wir Rauch aufsteigen und die Polizei hatte bereits alles abgesperrt. Fussgaenger, wie wir, durften jedoch passieren. Die Muelltonnen brannten wieder einmal und ich fragte einen Polizisten, wogegen die Haredim denn diesmal protestieren. Genervt fragte er mich zurueck, ob man denn in diesem Teil der Stadt ueberhaupt einen Grund zum Demonstrieren brauche. Eine daneben stehende Polizistin meinte, dass sie den Grund nicht kenne, doch man wuerde sich darum kuemmern. Nun das "Kuemmern" dauerte dann etwas laenger, denn die Muelltonnen gingen erst so richtig in Flammen auf.
Die gesamte Shivtei Israel - Street war blockiert. Brennende Tonnen lagen ueberall herum. Sogar die riesigen Metallcontainer wurden umgekippt und angezuendet. Die haredischen Passanten gingen unbeteiligt vorbei. Von den Balkonen ringsherum schauten sich die Anwohner das Spektakel an.
Eine Gruppe Breslover Chassidim stand auf der Strasse und das sogleich eintreffende TV - Kamerateam des Privatsenders HOT rannte auf sie zu. Noe, sie wuessten nicht, wer den Muell angezuendet haette. Sie seien es jedenfalls nicht gewesen.
Ach ja, der Grund seien die ewigen Provokationen der Polizei.
Welche Polizei, die ist doch gar nicht hier, bohrte der Reporter weiter.
Nee, aber manchmal schon, so die Breslover.
Jetzt sagt doch schon den Grund, nervte der Reporter in seiner kurzen hellbraunen Hose und den knallroten Crocs.
Wissen wir nicht, gaben die Breslover zurueck.
Der Reporter versuchte es auf die witzige Tour, blieb aber auf der Strecke. Die Breslover lachten nur und hatten keine Lust, Fragen zu beantworten und im TV zu erscheinen.
Die HOT - Leute entschlossen sich, wenigstens die brennenden Tonnen zu filmen und zogen davon.
Wenige Minuten spaeter wollten meine Freundin und ich auch das Weite suchen als wir den einen Breslover, der mit der Presse gesprochen hatten, trafen. Es grinste uns an und ich fragte ihn, was denn nun der Grund fuer die Demo gewesen sei.
Na, wegen Beit Shemesh halt, sagte er uns.
Was wegen Beit Shemesh, fragte ich.
Und dann erklaerte er uns, dass bei den Demos in Beit Shemesh gegen die Gay Parade einige Haredim verhaftet worden waren. Da sie sich immer noch in Haft befinden, fand gestern eine neue Demo in Beit Shemesh statt, bei der erneut Haredim verhaftet worden waren. Aus Protest wurden daraufhin in Mea Shearim die vollen Muelltonnen angezuendet.
Aber wer das nun genau war, weiss er natuerlich nicht.
Sprachs, stieg samt Frau und Sohn in sein Auto und fuhr davon.
Vielleicht in Richtung Beit Shemesh…
Anmerkung: Beit Shemesh ist eine Stadt, die ca. 20 km von Jerusalem entfernt liegt. Sie ist total IN, denn die Mieten sind guenstig und die High - Tech Branche hat sich angesiedelt. Also sind auch Jobs vorhanden.
Viele haredische Gruppen haben ihr eigenes Ramat Beit Shemesh errichtet und sich dort angesiedelt, was oft zu Krawalle mit der nichtreligioesen Bevoelkerung fuehrt.
Grossstadtflair
B"H
Zwar ist Jerusalem schon eine Weltstadt, doch demnaechst bekommen wir richtiges Grossstadtflair. Ganz wie in London oder Paris.
Unsere Stadtbusse sollen naemlich die ganze Nacht ueber durchfahren. Besser gesagt, es werden vor allem fuer die Aussenbezirke (Givat Zeev, Talpiot, Pisgat Zeev etc.) extra Buslinien eingesetzt. Zumindest gibt es dann weniger Hektik die regulaeren Busse, die bisher nur bis Mitternacht fahren, zu verpassen. Auch teure Taxifahrten bleiben uns erspart.
Zwar ist Jerusalem schon eine Weltstadt, doch demnaechst bekommen wir richtiges Grossstadtflair. Ganz wie in London oder Paris.
Unsere Stadtbusse sollen naemlich die ganze Nacht ueber durchfahren. Besser gesagt, es werden vor allem fuer die Aussenbezirke (Givat Zeev, Talpiot, Pisgat Zeev etc.) extra Buslinien eingesetzt. Zumindest gibt es dann weniger Hektik die regulaeren Busse, die bisher nur bis Mitternacht fahren, zu verpassen. Auch teure Taxifahrten bleiben uns erspart.
Dienstag, 3. Juli 2007
Nichts
B"H
Der heutige Fastentag zum 17. des juedischen Monat Tammuz geht in wenigen Minuten zuende. Der Fastentag ist auch mit einer der Gruende, warum gerade in Jerusalem heute tote Hose war. Gibt es einen relig. - jued. Feiertag, dann ist Jerusalem dicht, denn wir verfuegen neben der haredischen Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv ueber die groesste Bevoelkerungsdichte der Religioesen.
Es wurde zwar gearbeitet und alle Geschaefte waren offen, denn es handelt sich "nur" um einen rabbinischen und 12 - stuendigen Fastentag, doch sah man wesentlich weniger Leute als sonst. Selbst bei uns in der Baeckerei war frueh Schluss und die Kundschaft unten im Laden war auch nicht besonders zahlreich.
Bei der Hitze sitzen alle daheim, schlafen und warten auf das Fastenende.
Rabbi Mordechai Machlis gibt heute heute Abend ein Essen zum Andenken an den Jahrestag des Todes seiner Mutter. Im Judentum ist es ueblich, dass an solch einem Jahrestag ein Essen gegeben wird, ueber den Verstorbenen Stories erzaehlt werden und so dessen Seele etwas hoeher aufsteigt.
Ich gehe gleich zu den Machlises und bin daher etwas kurz angebunden. Da kommt mir der ruhige Tag heute gerade recht. Es tut sich fast naemlich gar nichts. Kaum News und die Leute sitzen beim Essen.
Vielleicht solltet Ihr Euch auch etwas Gutes zum Essen machen, den Abend geniessen und nicht nur vor dem PC sitzen.:-)
Der heutige Fastentag zum 17. des juedischen Monat Tammuz geht in wenigen Minuten zuende. Der Fastentag ist auch mit einer der Gruende, warum gerade in Jerusalem heute tote Hose war. Gibt es einen relig. - jued. Feiertag, dann ist Jerusalem dicht, denn wir verfuegen neben der haredischen Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv ueber die groesste Bevoelkerungsdichte der Religioesen.
Es wurde zwar gearbeitet und alle Geschaefte waren offen, denn es handelt sich "nur" um einen rabbinischen und 12 - stuendigen Fastentag, doch sah man wesentlich weniger Leute als sonst. Selbst bei uns in der Baeckerei war frueh Schluss und die Kundschaft unten im Laden war auch nicht besonders zahlreich.
Bei der Hitze sitzen alle daheim, schlafen und warten auf das Fastenende.
Rabbi Mordechai Machlis gibt heute heute Abend ein Essen zum Andenken an den Jahrestag des Todes seiner Mutter. Im Judentum ist es ueblich, dass an solch einem Jahrestag ein Essen gegeben wird, ueber den Verstorbenen Stories erzaehlt werden und so dessen Seele etwas hoeher aufsteigt.
Ich gehe gleich zu den Machlises und bin daher etwas kurz angebunden. Da kommt mir der ruhige Tag heute gerade recht. Es tut sich fast naemlich gar nichts. Kaum News und die Leute sitzen beim Essen.
Vielleicht solltet Ihr Euch auch etwas Gutes zum Essen machen, den Abend geniessen und nicht nur vor dem PC sitzen.:-)
Montag, 2. Juli 2007
Erinnerungen
B"H
Landesweit finden heute Gedenkveranstaltungen zum Gedenken an die gefallenen Soldaten im letzten Libanon - Krieg statt. Genau ein Jahr ist das schon her und zur Stunde laeuft die groesste der heutigen Veranstaltungen. Die am Jerusalemer Herzl - Berg. Alles, was Rang und Namen hat, ist dort.
Der Herzl - Berg befindet sich neben dem Holocaust - Museum Yad Vashem und ist eigentlich ein riesiger Friedhof. Politiker und Soldaten sind dort begraben. Noch vor mehr als zehn Jahren war es mein Traum, auch einmal dort begraben zu werden. Wer will das nicht, denn die Landschaft ist unglaublich schoen.
Im Tode geniesst man weniger die Landschaft, aber dennoch traeumte ich immer von einem Begraebnis dort. Damit wird es wahrscheinlich nichts, denn entweder muss man als Soldat fallen oder ein beruehmter israelischer Politiker sein, um dort begraben zu werden. Allerdings gibt es Ausnahmen. Der im Nov. 1995 erschossene Premier Yitzchak Rabin liegt dort nebst Gattin Lea begraben. Und Lea Rabin ist eine der Ausnahmen.
Ich bin mir nie sicher, was eigentlich schlimmer ist. Im Krieg oder bei einem Bombenattentat verletzt zu werden oder nicht doch lieber zu sterben. Vergangene Woche las ich in der Zeitung, dass ein israelischer Soldat bei einem Einsatz in der palaestinensischen Stadt Nablus (Shechem) auf eine Mine trat und beide Beine sowie den halben rechten Arm verlor. Ich weiss nicht, ob der Soldat mittlerweile schon aus seinem Koma erwacht ist.
Genauso geschah es im Libanon - Krieg. Viele Soldaten verloren ihre Beine oder sind anderweitig verstuemmelt. Das gleiche passierte Zivilisten bei Terroranschlaegen.
Am Freitag las ich in derselben Zeitung von einem palaestinensischen Jungen, der mit einer Plastikwaffe spielte. Israelische Soldaten dachten, er kaeme mit einer richtigen Waffe auf sie zu und schossen ihm ins Bein. Seine untere Beinhaelfte musste daraufhin amputiert werden.
Weiter las ich in der heutigen Zeitung, dass eine eingewanderte Russin bei einem Katyusha - Angriff auf Haifa im letzten Jahr ein Bein verlor. Ihre Reaktion war ermutigend, wie ich fand. Sie haette die Hoffnung nicht aufgegeben und sobald sie eine Prothese habe und aus der REHA entlassen werde, sei es ihr groesster Wunsch, wieder mit ihrem Mann wandern zu gehen.
Ich weiss nicht, wie ich reagieren wuerde, denn ich bin ein freiheitsliebender Mensch und kann mir nicht vorstellen, an einen Rollstuhl gebunden zu sein. Leider hoert man in der Presse nur selten von den Opfern und wie sie ihre neuen Lebenssituation bewaeltigen.
Einmal kam ich in den Waschsalon, wo sich zwei philippinische Gastarbeiter befanden. Der Arm des jungen Mannes war in einen dicken Verband gehuellt genauso wie seine Stirn. Ich wunderte mich nur, da es mitten im Sommer war. Er ging mit der Waesche hinaus und ich blieb allein mit seiner Freundin, die noch Waesche faltete.
Sie schaute mich an und fragte, ob ich mich nicht wundere, warum ihr Freund so komisch ausschaue.
Ja, sagte ich und sie meinte: "Bus Nummer 9".
Die Linie 9 war wenige Monate zuvor explodiert.
Landesweit finden heute Gedenkveranstaltungen zum Gedenken an die gefallenen Soldaten im letzten Libanon - Krieg statt. Genau ein Jahr ist das schon her und zur Stunde laeuft die groesste der heutigen Veranstaltungen. Die am Jerusalemer Herzl - Berg. Alles, was Rang und Namen hat, ist dort.
Der Herzl - Berg befindet sich neben dem Holocaust - Museum Yad Vashem und ist eigentlich ein riesiger Friedhof. Politiker und Soldaten sind dort begraben. Noch vor mehr als zehn Jahren war es mein Traum, auch einmal dort begraben zu werden. Wer will das nicht, denn die Landschaft ist unglaublich schoen.
Im Tode geniesst man weniger die Landschaft, aber dennoch traeumte ich immer von einem Begraebnis dort. Damit wird es wahrscheinlich nichts, denn entweder muss man als Soldat fallen oder ein beruehmter israelischer Politiker sein, um dort begraben zu werden. Allerdings gibt es Ausnahmen. Der im Nov. 1995 erschossene Premier Yitzchak Rabin liegt dort nebst Gattin Lea begraben. Und Lea Rabin ist eine der Ausnahmen.
Ich bin mir nie sicher, was eigentlich schlimmer ist. Im Krieg oder bei einem Bombenattentat verletzt zu werden oder nicht doch lieber zu sterben. Vergangene Woche las ich in der Zeitung, dass ein israelischer Soldat bei einem Einsatz in der palaestinensischen Stadt Nablus (Shechem) auf eine Mine trat und beide Beine sowie den halben rechten Arm verlor. Ich weiss nicht, ob der Soldat mittlerweile schon aus seinem Koma erwacht ist.
Genauso geschah es im Libanon - Krieg. Viele Soldaten verloren ihre Beine oder sind anderweitig verstuemmelt. Das gleiche passierte Zivilisten bei Terroranschlaegen.
Am Freitag las ich in derselben Zeitung von einem palaestinensischen Jungen, der mit einer Plastikwaffe spielte. Israelische Soldaten dachten, er kaeme mit einer richtigen Waffe auf sie zu und schossen ihm ins Bein. Seine untere Beinhaelfte musste daraufhin amputiert werden.
Weiter las ich in der heutigen Zeitung, dass eine eingewanderte Russin bei einem Katyusha - Angriff auf Haifa im letzten Jahr ein Bein verlor. Ihre Reaktion war ermutigend, wie ich fand. Sie haette die Hoffnung nicht aufgegeben und sobald sie eine Prothese habe und aus der REHA entlassen werde, sei es ihr groesster Wunsch, wieder mit ihrem Mann wandern zu gehen.
Ich weiss nicht, wie ich reagieren wuerde, denn ich bin ein freiheitsliebender Mensch und kann mir nicht vorstellen, an einen Rollstuhl gebunden zu sein. Leider hoert man in der Presse nur selten von den Opfern und wie sie ihre neuen Lebenssituation bewaeltigen.
Einmal kam ich in den Waschsalon, wo sich zwei philippinische Gastarbeiter befanden. Der Arm des jungen Mannes war in einen dicken Verband gehuellt genauso wie seine Stirn. Ich wunderte mich nur, da es mitten im Sommer war. Er ging mit der Waesche hinaus und ich blieb allein mit seiner Freundin, die noch Waesche faltete.
Sie schaute mich an und fragte, ob ich mich nicht wundere, warum ihr Freund so komisch ausschaue.
Ja, sagte ich und sie meinte: "Bus Nummer 9".
Die Linie 9 war wenige Monate zuvor explodiert.
Sonntag, 1. Juli 2007
Bo ' i
B"H
Der in Israel sehr populaere Musiker Idan Raichel mit seinem jahrelangen Dauerhit Bo 'i. Idan Raichel ist bekannt fuer seine aethiopischen Musikeinfluesse. Diesen Hit hoert man auch ueberall als Handy - Klingelton.
Der in Israel sehr populaere Musiker Idan Raichel mit seinem jahrelangen Dauerhit Bo 'i. Idan Raichel ist bekannt fuer seine aethiopischen Musikeinfluesse. Diesen Hit hoert man auch ueberall als Handy - Klingelton.
Soziale Brennpunkte
B"H
Was hoeren die Menschen im Ausland anderes ueber Jerusalem als Politik und Terror ? Aber Jerusalem ist nicht nur Politik und Religion, sondern die Stadt wird von mehr als 500.000 Menschen bewohnt, von denen fast jeder aus einer anderen Kultur stammt. Unsere Stadt besteht nicht nur aus Moslems und Juden, aus Ost - oder Westjerusalem, sondern bei uns hat jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter und seine eigenen Einwohnern. Waehrend sich die Reichen immer mehr in die Stadtteile Neve Nov oder nach Malcha absetzen, waechst der Anteil der benachteiligten Bevoelkerungsschicht staendig.
Wie ich schon zuvor einmal berichtete, werden vor allem die Stadtteile Katamonim und Kiryat Menachem (ebenso Teile von vom benachbarten Kiryat Yovel) von der aermeren Bevoelkerung bewohnt. Soziale Brennpunkte gibt es vor allem in Katamonim, in der Bar Yochai Strasse. Diese liegt gleich hinter dem Teddy - Fussballstadion. Touristen kennen die Gegend kaum und verirren sich, wenn ueberhaupt, in das Einkaufsparadies Canyon Malcha. Gegenueber der Mall siedelte sich vor etwas weniger als zehn Jahren der Technology - Park an und neben ihm finden wir die Villen der Reichen. Alle nur moeglichen Gegensaetze an einem Fleck.
Der Technology - Park duempelt vor sich hin, denn viele Firmen sind, der hohen Mieten wegen, abgewandert. In einem anderen Stadtteil entstand der neue Technology - Park Har Chotzvim. Das Gelaende ist weitlaeufiger und die Mieten sind verhaeltnismaessig preiswert. Wer sich zu den lokalen High - Tech - Groessen zaehlt, der ist in Har Chotzvim, nicht weit von der Bar Ilan Street, auf dem Weg nach Ramot.
Auch die Malcha Mall sah schon bessere Zeiten. Im laufe der vergangenen Jahre haben ihr die neuen Malls in Talpiot und im Aussenbezirk Pisgat Zeev den Rang abgelaufen. Dagegen ist das Teddy - Stadion gegenueber immer gut besucht. Natuerlich wenn Beitar spielt. Aber der Fussball hat Sommerpause und so ist es ruhig geworden.
Nicht ganz, denn am letzten Sonntag (24.06.2007) geschah ein Mord nebenan in der Bar Yochai Nummer 15.
Aus einer WG, bestehend aus drei russischen Maennern, wurden zwei Leichen geborgen. Erschossen vom dritten Mitbewohner, der mit der Pistole neben den Leichen hockte.
Bei den beiden Toten handelt es sich um Valery (50) und Wladimir (37). Valery arbeitete als Wachmann und Wladimir hatte gerade eine sechs - monatige Alkoholentziehungskur hinter sich gebracht. Seit kurzem stand er wieder mitten Leben. Er fand einen Job und konnte endlich die Alimente an seine geschiedene Frau Yelena und an seine Tochter zahlen. Noch am vergangenen Shabbat war Wladimir bei Yelena gewesen, um die Alimente abzuliefern. Es ginge ihm sehr gut, erzaehlte er begeistert. Yelena freute sich fuer ihn, dass er endlich Fuss gefasst hatte. Doch schon am naechsten Tag war alles vorbei. Wladimir und Valery waren von ihrem 23 - jaehrigen Mitbewohner Aleksej erschossen worden. Es heisst, dass Aleksej psychische Probleme hat. Er sagte der Polizei nur, dass die zwei anderen ihn bedrohten hatten und er sich wehrte. Die Polizei ermittelt noch.
Die Nachbarn sind sauer, denn ausser Drogenhandel und Prostitution gab es zum Glueck noch nie einen Mord. Als die Polizei in der Bar Yochai Nummer 15 eintraf, hatten sich die Schaulustigen schon versammelt. Nein, traurig ueber den Tod der beiden Russen seien sie nicht. Ueberhaupt solle sich die Stadtverwaltung endlich einmal um diesen Brennpunkt kuemmern. Das sei ja schliesslich nicht auszuhalten. Nur besoffene Russen und zugekiffte Aethiopier.In unserem Stadtteil wohnen keine Ashkenazim und so ist das dem Buergermeister doch alles egal. Wir koennen hier in unserem Muell verrotten. So diskutierten die aufgebrachten Nachbarn marokkanischer Herkunft.
Ein zweiter aktueller Brennpunkt tut sich gerade im Bezirk Ir Ganim, im Stadtteil Kiryat Menachem auf. Dort leben derzeit 350 aethiopische Familien und da deren Kinder nicht unbedingt Teil der Gesellschaft sind, versuchen sie ihre Anerkennung auf andere Art und Weise zu bekommen. Die Kriminalitaet blueht.
Die Nachbarn wollen das alles nicht mehr hinnehmen und bombardieren das Rathaus mit Anrufen. Ir Ganim soll keine zweite Bronx werden.
Was hoeren die Menschen im Ausland anderes ueber Jerusalem als Politik und Terror ? Aber Jerusalem ist nicht nur Politik und Religion, sondern die Stadt wird von mehr als 500.000 Menschen bewohnt, von denen fast jeder aus einer anderen Kultur stammt. Unsere Stadt besteht nicht nur aus Moslems und Juden, aus Ost - oder Westjerusalem, sondern bei uns hat jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter und seine eigenen Einwohnern. Waehrend sich die Reichen immer mehr in die Stadtteile Neve Nov oder nach Malcha absetzen, waechst der Anteil der benachteiligten Bevoelkerungsschicht staendig.
Wie ich schon zuvor einmal berichtete, werden vor allem die Stadtteile Katamonim und Kiryat Menachem (ebenso Teile von vom benachbarten Kiryat Yovel) von der aermeren Bevoelkerung bewohnt. Soziale Brennpunkte gibt es vor allem in Katamonim, in der Bar Yochai Strasse. Diese liegt gleich hinter dem Teddy - Fussballstadion. Touristen kennen die Gegend kaum und verirren sich, wenn ueberhaupt, in das Einkaufsparadies Canyon Malcha. Gegenueber der Mall siedelte sich vor etwas weniger als zehn Jahren der Technology - Park an und neben ihm finden wir die Villen der Reichen. Alle nur moeglichen Gegensaetze an einem Fleck.
Der Technology - Park duempelt vor sich hin, denn viele Firmen sind, der hohen Mieten wegen, abgewandert. In einem anderen Stadtteil entstand der neue Technology - Park Har Chotzvim. Das Gelaende ist weitlaeufiger und die Mieten sind verhaeltnismaessig preiswert. Wer sich zu den lokalen High - Tech - Groessen zaehlt, der ist in Har Chotzvim, nicht weit von der Bar Ilan Street, auf dem Weg nach Ramot.
Auch die Malcha Mall sah schon bessere Zeiten. Im laufe der vergangenen Jahre haben ihr die neuen Malls in Talpiot und im Aussenbezirk Pisgat Zeev den Rang abgelaufen. Dagegen ist das Teddy - Stadion gegenueber immer gut besucht. Natuerlich wenn Beitar spielt. Aber der Fussball hat Sommerpause und so ist es ruhig geworden.
Nicht ganz, denn am letzten Sonntag (24.06.2007) geschah ein Mord nebenan in der Bar Yochai Nummer 15.
Aus einer WG, bestehend aus drei russischen Maennern, wurden zwei Leichen geborgen. Erschossen vom dritten Mitbewohner, der mit der Pistole neben den Leichen hockte.
Bei den beiden Toten handelt es sich um Valery (50) und Wladimir (37). Valery arbeitete als Wachmann und Wladimir hatte gerade eine sechs - monatige Alkoholentziehungskur hinter sich gebracht. Seit kurzem stand er wieder mitten Leben. Er fand einen Job und konnte endlich die Alimente an seine geschiedene Frau Yelena und an seine Tochter zahlen. Noch am vergangenen Shabbat war Wladimir bei Yelena gewesen, um die Alimente abzuliefern. Es ginge ihm sehr gut, erzaehlte er begeistert. Yelena freute sich fuer ihn, dass er endlich Fuss gefasst hatte. Doch schon am naechsten Tag war alles vorbei. Wladimir und Valery waren von ihrem 23 - jaehrigen Mitbewohner Aleksej erschossen worden. Es heisst, dass Aleksej psychische Probleme hat. Er sagte der Polizei nur, dass die zwei anderen ihn bedrohten hatten und er sich wehrte. Die Polizei ermittelt noch.
Die Nachbarn sind sauer, denn ausser Drogenhandel und Prostitution gab es zum Glueck noch nie einen Mord. Als die Polizei in der Bar Yochai Nummer 15 eintraf, hatten sich die Schaulustigen schon versammelt. Nein, traurig ueber den Tod der beiden Russen seien sie nicht. Ueberhaupt solle sich die Stadtverwaltung endlich einmal um diesen Brennpunkt kuemmern. Das sei ja schliesslich nicht auszuhalten. Nur besoffene Russen und zugekiffte Aethiopier.In unserem Stadtteil wohnen keine Ashkenazim und so ist das dem Buergermeister doch alles egal. Wir koennen hier in unserem Muell verrotten. So diskutierten die aufgebrachten Nachbarn marokkanischer Herkunft.
Ein zweiter aktueller Brennpunkt tut sich gerade im Bezirk Ir Ganim, im Stadtteil Kiryat Menachem auf. Dort leben derzeit 350 aethiopische Familien und da deren Kinder nicht unbedingt Teil der Gesellschaft sind, versuchen sie ihre Anerkennung auf andere Art und Weise zu bekommen. Die Kriminalitaet blueht.
Die Nachbarn wollen das alles nicht mehr hinnehmen und bombardieren das Rathaus mit Anrufen. Ir Ganim soll keine zweite Bronx werden.
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