Montag, 16. April 2007

Bedrueckende Stimmung

B"H

Heute ist Yom HaShoah (Holocaust - Tag) und in Israel bedeutet das jedesmal bedrueckende Stimmung ueberall. Um 10.00 Uhr hatten wir den landesweiten zweiminuetigen Sirenenton, der auch im Radio erklang (vor den 10.00 Uhr Nachrichten).

Die Presse ist voll Holocaust - Stories. Zwei Themen nehmen dabei einen sehr weiten Raum ein. Zum einen, dass 80.000 israelische Holocaust - Ueberlebende unterhalb der Armutsgrenze leben und an die wohl offensichtlich keiner denken wuerde. Mittlerweile aber hiess es aus dem Sozialministerium, dass man in den kommenden Tagen zusammen mit dem Finanzministerium einen Plan ausarbeitet, um den Betroffenen Gelder zukommen zu lassen.
Ein weiteres Thema, welches ausgiebig diskutiert wird ist, wie man den jetzigen und folgenden Generationen das Thema Holocaust weitervermittelt. Dadurch das die Shoah - Ueberlebenden teilweise ueber 80 Jahre alt sind und es in 10 Jahren fast niemanden davon mehr geben wird, ist es manchmal schwer, das Wissen zu vermitteln. Hier sei das Erziehungsminsterium gefordert.

Aus meiner persoenlichen Erfahrungen kann ich bisher sagen, dass israelische Jugendliche sehr wohl an dem Thema interessiert sind. Auch gehoert fuer Schulen und Armee ein Besuch im Yad Vashem zum Pflichtprogramm. Buecher ueber den Holocaust finden nach wie vor sehr guten Absatz. Einer der Gruende mag der weltweite Antisemitismus sein, von dem in Israel viel berichtet wird. u.a. gerade ueber den neuen Bundeswehrskandal, in dem dt. Soldaten Schuesse auf Schwarze simulieren.
Allgemein heisst es, dass aufgrund des letzten Libanon - Krieges der Antisemitismus weltweit gestiegen sei. Sogar in Australien, wie ich gestern im Radio hoerte.

Ein ganz anderes Pressethema heute und ebenso bedrueckend ist die Entscheidung unserer Regierung, den Abschlussbericht der Winograd - Kommission noch nicht zu veroeffentlichen. Aufgabe dieser Kommission war es, ranghohe Politiker und Militaers nach dem Libanon - Krieg zu befragen. Dabei kamen nicht wenige brisante Aussagen zustande, welche nach einer Veroeffentlichung die jetzige Regierung zu Fall bringen koennten. Gestern kam die Sache vor den Obersten Gerichtshof, aber die Regierung will dennoch bis auf weiteres keine Veroeffentlichung erlauben.

Sonntag, 15. April 2007

Geht es Ariel Sharon besser ?

B"H

Ende letzter Woche behauptete Omri Sharon, einer der Soehne des Ex - Premier Ariel Sharon, dass es seinem Vater in der Reha - Klinik besser gehe. Er wuerde seine Augen oeffnen und koenne Handzeichen per Haendedruck geben.
Von den Aerzten wurde diese Aussage nicht bestaetigt. Auf Anfragen an das Jerusalemer Hadassah - Krankenhaus, wo er mehrfach am Kopf operiert worden war, gab man zu bedenken, dass Sharon niemals wieder ein normales Leben fuehren kann, sollte er ueberleben. Ausserdem gab es sofort finanzielle Forderungen an die Regierung. Beim Hadassah - Krankenhaus wuerden noch mehrere Hunderttausend Shekel fuer Sharons Pflege ausstehen, die bisher keiner bezahlte. Anscheinend will die Rechnungen niemand begleichen, so das Krankenhaus.

Obwohl ich seit der Raeumung Gush Katifs und bekanntgewordenen Bestechungsskandalen garantiert nicht mehr zu den Freunden Sharons gehoere, finde ich es erstaunlich, wie schnell man ihn vergessen hat. Ohne ihn waere Ehud Olmert jetzt nicht Premier. Haette Sharon ihn damals nicht in die Knesset geholt, waere Olmert als Jerusalemer Buergermeister bei den naechsten Kommunalwahlen sang und klanglos untergegangen. Die Jerusalemer hatten mehr als genug von ihm, fuehrte er doch die Stadt in die Pleite und war mehr auf Shopping - Tour in New York als in der Ben Yehudah.
Olmert hat sich schnell mit seinem Opportunismus bei Sharon eingeschmeichelt und Regierungsposten erhalten.
Seitdem Sharon im Krankenhaus liegt hat Olmert es noch nie geschafft, ihn zu besuchen. Dieses Verhalten sagt mir viel ueber E. Olmerts Charakter.

Samstag, 14. April 2007

Morgen Abend Yom HaShoah

B"H

Morgen Abend (Sonntag) beginnt in Israel der alljaehrliche Yom HaShoah (Holocaust - Gedenktag). Ab spaetestens 20.00 Uhr werden daher alle Kinos, Restaurants, Discos, Theater etc. geschlossen sein. Die Busse fahren ganz normal.
Im Yad Vahem findet eine zentrale Gedenkveranstaltung statt.

Montag Morgen um 10.00 Uhr erfolgt ein 2 - minuetiger landesweiter Sirenenton. Den ganzen Tag ueber laufen im TV und im Radio Berichte ueber den Holocaust. Der Tag selbst ist immer aeusserst bedrueckend und es herrscht eine kaum zu beschreibende Atmosphaere.

Freitag, 13. April 2007

Die Schande

B"H

Die israelische Tageszeitung MAARIV veroeffentlichte heute einen laengeren Artikel zum Thema Holocaust - Ueberlebende in Israel. Laut dem Artikel gibt es heute in Israel 250.000 Holocaust - Ueberlebende, von denen 80.000 unterhalb der Armutsgrenze leben.

Leider ist es wirklich so, dass erst immer zum nationalen Holocaust Gedenktag (kommende Woche) auf die Probleme der Ueberlebenden eingegangen wird. Tage vorher und am Gedenktag selbst. Gleich danach ist Schluss mit Holocaust und es wird sich auf den nachfolgenden Gedenktag vorbereitet: Der der gefallenen israel. Soldaten und Terroropfer. Dieser Gedenktag findet uebernaechste Woche statt, einen Tag vor dem Unabhaengigkeitstag.

Es ist eine Schande fuer Israel, dass soviele Holocaust - Ueberlebende in ihrem Alter ein Leben in Armut fuehren muessen. Offiziell heisst es, dass der Staat kein Geld hat, um die Organisationen der Ueberlebenden zu unterstuetzen.

Donnerstag, 12. April 2007

Good News

B"H

Zur Abwechslung schreibe ich einmal ueber etwas Positives und lasse die Politik beiseite. Vielleicht nicht ganz, denn Bank Israel koennte einschreiten. Der Dollar ist naemlich gegenueber dem Shekel drastisch gesunken. Gestern stand der Dollar bei 4.10 Shekel und heute bei 4.06 Shekel.
Fuer Israelis ist das eine gute Nachricht, denn wer zur Miete wohnt, der zahlt in Dollar. Heisst, man weiss nie genau, wieviel Miete man im naechsten Monat zahlen wird, denn der Dollar koennte steigen oder sinken. Gerade ist die Miete am sinken.
Auch Rechtsanwaelte werden in Dollar bezahlt genauso wie Urlaubsreisen und Elektrogeraete. Solch einen niedrigen Dollarstand hatten wir seit sechs Jahren nicht mehr und es ist schon erstaunlich wie sehr Israel trotz eigener Waehrung am Dollar haengt.

Die zweite gute und abwechslungsreiche Nachricht ist, dass der israel. Popsaenger Shlomo Artzi vor wenigen Wochen sein neues Album veroeffentlicht hat. Hier ein Ausschnitt mit dem Song "Island".

Mittwoch, 11. April 2007

Holocaust - Gedenktag in Israel

B"H

Kommende Woche wird in Israel den Opfern der Shoah (des Holocausts) gedacht. Fuer einen Tag gibt es dann ueberall nur dieses eine Thema. Sei es in der Presse, im TV, im Radio und vielmals auch im Privatleben.
Morgens stehen der Verkehr und das gesamte oeffentliche Leben fuer zwei Minuten still. Wenn landesweit die Sirenen losgehen, dann halten sogar Autos und Busse an, wie hier auf dem Video zu sehen ist.
Einen Tag vor dem Yom HaShoah werde ich noch naeher darauf eingehen, wie Israelis diesen Tag begehen.

Dienstag, 10. April 2007

Mimuna

B"H

Heute, einen Tag nach dem Pessach - Ende, ging es noch relativ ruhig zu in Jerusalem. Nur keine Eile mit dem Ende des Feiertages. Die Haredim (Ultra - Orthod.) waren auch heute, am 8. Tag von Pessach der nur ausserhalb Israels noch gefeiert wird, weiterhin in Festtagskleidung. Heute abend ist aber wirklich alles vorbei.

Nicht nur die Nichtisraelis feiern den 8. Tag, sondern auch die marrokanischen Juden in Israel. Mimuna nennen sie diesen 8. Tag und feiern ihn ganz gross. Wie ? Mit Barbecue und eingeladenen Politikern.
Gerne lassen sich auch ashkenazische Politiker auf Mimuna - Feiern von der Presse ablichten. Das gibt Pluspunkte bei den Waehlern marrokanischer Herkunft. Ausserdem ist das Essen auf der Mimuna gewiss nicht zu verachten. Alles ist reichlich vorhanden und man knausert nicht wie die ashkenazischen Juden, wo der Teller immer nur halbvoll serviert wird. Zum Spott der Sepharadim.

Die Presse wusste denn auch nach insgesamt sieben Feiertagen noch nichts Rechtes zu berichten. Den Grossteil der Zeitungsseiten fuellte ein eventueller Gefangenenaustausch mit dem gekidnappten israelischen Soldaten Gilad Shalit. Die Hamas will Shalit nur freilassen, wenn Israel bereit ist, in israel. Gefaengnissen einsitzende palaest. Moerder freizulassen. Auf der Hamas - Austauschliste stehen u.a. der Terrorist Marwan Bargouthi und der Moerder des ermordeten israel. Ministers Rechavam Zeevi. Fuer die israel. Seite sind diese Bedingungen fast unerfuellbar. Seitens der Verteidigung und seitens der Bevoelkerung. Olmert zeigte sich enttaeuscht ueber die viel zu hohen Forderungen.
Ein Nachgeben haette fuer Israel fatale Folgen: Die Einladung auch weiterhin israel. Soldaten zu kidnappen um palaest. Terroristen freizupressen.

Die Veroeffentlichung des beruehmten Berichtes der Winograd - Kommission wurde wieder einmal verschoben. Naechsten Sonntag soll es angeblich soweit sein. Dann werden wir alle die Secrets unserer Politiker waehrend des Libanon - Krieges erfahren.

Montag, 9. April 2007

Back to Normal

B"H

Zumindest in Israel ist Pessach gerade zuende gegangen. Endlich koennen wir wieder ganz normal essen, vor allem wir ashkenazischen Juden. Sieben Tage lang waren wir in unseren Essensgewohnheiten sehr eingeschraenkt und bei mir verursacht Pessach jaehrlich eine super Diaet.
In etwas mehr als einer Stunde werden die Leute Schlange vor den Baeckereien stehen. Vor allem vor der groessten Baeckerei - Kette des Landes "ANGEL". Deren Fabrik befindet sich im Jerusalemer Stadtteil Kiryat Moshe und ich moechte nicht wissen, wie dort gerade geschuftet wird, um den Brotbedarf zu decken. Die Mazzot verschwinden ersteinmal und jetzt warten alle auf frisches Brot.

Pessach ist in Israel recht ruhig verlaufen und ab morgen werden wir wieder mit allen weltlichen Nachrichten bombardiert. Auch Olmert wird wieder in seinem Office sitzen. Noch, denn gleich nach Pessach sollen brisante Infos der sogenannten WINOGRAD - Kommission veroeffentlicht werden. Wie verhielt sich die Regierung waehrend des Libanon - Krieges ? Shimon Peres schockte vor Pessach mit seiner Aussage die Oeffentlichkeit, indem er bekanntgab, dass er ja eh gegen den Krieg war, weil unsere Armee voellig unvorbereitet und muede gewesen sei.
Peres' Spielchen sind allgemein bekannt, denn er will neuer Praesident werden und geht Olmert solange auf den Wecker, bis der auch dafuer sorgt, dass der unbeliebte Ego - Shimon Praesident wird. Allgemein erwarten die Israelis aber den Fall Olmerts nach der Veroeffentlichung des Abschlussberichtes der Winograd - Kommission.

Fuer die auslaendischen Touristen in Israel: Ab morgen frueh ist wieder Alltag und alle Ministerien, Verwaltungen, Banken und Post sind wieder ganztags geoeffnet.

Samstag, 7. April 2007

Chaos in der Altstadt

B"H

Obwohl ich mich im Christentum nicht so gut auskenne, dachte ich, dass morgen (Sonntag) der hoechste Osterfeiertag sei. Heute nachmittag aber wurde ich eines Besseren belehrt. Ich hoerte, dass morgens schon saemtliche Tore in die Jerusalemer Altstadt von Polizei und Armee gesperrt waren. Was mich incl. Freunde nicht davon abhielt, nachmittags doch noch zur Kotel (Klagemauer) zu gehen.
Unser Mittagessen verbrachten wir heute mit Bobover Chassidim, die extra aus New York - Boro Park eingeflogen waren. Nach dem Essen entschlossen wir uns gemeinsam zum Besuch an der Kotel.

Als wir am Yaffa - Tor ankamen, herrschte das volle Chaos. Auch hier war immer noch alles abgesperrt und einige Hundert, offensichtlich christl. Pilger, standen vor den Absperrungen.
Wir dachten, dass wir als Juden und ich mit israel. Personalausweis sicher eingelassen werden wuerden, doch nichts war es. Man sagte mir, dass wir aussen um die Stadtmauer gehen und dann ins Zions Tor gehen sollen. Hier am Yaffa - Tor waere kein Einlass.
Innerhalb des Bereiches am Yaffa - Tor standen Tausende christl. Pilger und sahen sich den Marsch der Armenier an. Die spielten wie wild auf ihren Trommeln.
Ein Polizist sagte mir, dass sich Zehntausende Pilger im arab. bzw. christl. Teil der Altstadt befaenden und um eine Massenpanik zu verhindern, waeren die Tore gesperrt worden.
Als wir schliesslich den Umweg zum Zions Tor machten, war auch dort alles abgesperrt. Dennoch, im selben Moment bekam die Armee den Befehl alle Tore freizugeben. Der Armenier - Marsch sei vorbei.
Wir sahen dann weiter entfernt die Armenier zu ihrer Kirche ziehen. Mit wildem Trommelgedroehne und Geschrei.

Seit Jahren finden regelmaessig Schlaegereien zwischen Moenchen der verschiedenen Religionen in der Grabeskirche statt. Es scheint um irgendwelche Vorherrschaften zu gehen. Armenier auf die russ. Orthodoxen, die griech. Orthodoxen auf die Syrer. Das reinste Chaos.
Ein weiterer Hintergrund ist der Verkauf von einigen Gebaeuden vor ca. zwei Jahren. Die griech. - orthod. Kirche brauchte damals dringend Cash, da einer ihrer Buchfuehrer mit Barem auf und davon war. So entschloss sich die Kirche, das PETRA - Hostel, das Imperial - Hotel und viele kleine arab. Shops rund um das Yaffa - Tor an amerik. orthod. Juden zu verkaufen. Die Araber flippten total aus und drohten an, den griech. Patriarchen zu ermorden. Der wurde schleunigst durch einen anderen Patriarchen ersetzt, aber die Gemueter habe sich seither nicht beruhigt. Die Palis hassen nach wie vor die griechisch - orthod. Kirche und es kann immer zu Krawallen kommen.

Ein Bekannter erzaehlte mir, dass heute Nacht irgendeine heilige Kerze in der Grabeskirche gezuendet wird. Alle Leute werden dann zu dieser einen Kerze rennen und ihre eigenen Osterkerzen anzuenden wollen. Dabei wird es erneut zu Chaos kommen. Na, ich liege da im Bett und mir ist das egal.
Morgen werden die christl. Pilger alle abreisen und es herrscht wieder Ruhe.
Ein Polizist versicherte mir heute, dass morgen die Altstadttore nicht mehr gesperrt werden. Na, dann.....

Freitag, 6. April 2007

Delikate Infos

B"H

Diese militaerischen Infos machen vor allem in Israel die Runde. Soldaten nahmen heimlich Filme auf und veroeffentlichten sie auf einer israelischen Video - Site Nun will Zahal das unerlaubte Filmmaterial aus dem Verkehr ziehen, denn auf einigen Videos wuerde man Militaergeheimnisse sehen.
Hier dennoch einige Filme ueber den Einmarsch in den Libanon:








Is no news good news ?

B"H

Schade um das Geld, welches ich heute in den Kauf der israel. Tageszeitung MAARIV investierte. Die Zeitung versucht vergeblich irgendwelche News ans Tageslicht zu zerren.
Die Shabbat - Beilage KOL HAZMAN (die woechentl. kostenlose Jerusalemer Lokalzeitung) ist noch schlimmer. Mindestens 40 Seiten ueber das Thema FALAFEL. Zutaten, die besten Falafel - Staende und Salate. Kol HaZman fliegt also samt Falafel gleich in den Muell.

In Maariv werden Reisetips fuer Pessach gegeben und wir werden informiert, dass auch Ehud Olmert im Norden ein Zimmer gemietet hat und gestern auf Jeep - Tour war. Fuer seine Jeep - Tour musste der israel. Otto Normalverbraucher weichen, denn Olmert ist wichtiger als Moshe Cohen (Otto Normalverbraucher im israel. Slang).
Die einzige News, die wahrscheinlich keine News ist ist, dass die beiden von der Hizbollah gekidnappten Soldaten lt. Hizbollah am Leben sein sollen. Sie wuerden genauso gut behandelt werden, wie der einstmalige Gefangene Elchanan Tennenbaum.
Die Familien von Ehud Goldwasser und Eldad Regev dagegen glauben der Hizbollah kein einziges Wort. Sie verlangen ein Video oder einen Besuch des Roten Kreuzes bei den Gefangenen.
Unsere Regierung scheint sich eh schon lange mit dem Tod der beiden Soldaten abgefunden zu haben und fuehrt offensichtlich keine Verhandlungen mit der Hizbollah.

Ich weiss nicht, wie die Leute zu der Meinung kommen, aber irgendwie scheinen viele, incl. Touristen, einen neuen Krieg fuer diesen Sommer vorherzusehen. Syrien werde sicher angreifen oder die israel. Armee marschiert in Gaza ein, um die staendigen Raketenangriffe auf israel. Negev - Staedte zu beenden. Vor dem letzteren warnte die in Gaza ansaessige Hamas schon; sie haetten neue Abwehrraketen gegen israel. Panzer und weiteres Material, mit dem sie Tel Aviv erreichen koennen.
Aber ich will keinen Pessimismus verbreiten. Am 24. April feiern wir schliesslich unseren Unabhaengigkeitstag. Doch zuvor muessen wir noch einen Trauertag ueberstehen: Den Yom HaShoah - Holocaust - Tag am 16. April.

Donnerstag, 5. April 2007

Flucht aus der Altstadt

B"H

Wenn man schon einmal Urlaub hat, dann kommt automatisch das Gefuehl auf, dass man jetzt auch etwas unternehmen muss. Nicht nur daheim auf dem Balkon sitzen und lesen, sondern etwas Action. Wozu hat man schliesslich frei.
Also machte ich mich aller Warnungen zum Trotz auf in die Altstadt. Schon am Yaffa - Tor, am Eingang zur Altstadt, ging das Gedraenge los, was mir eine erste Warnung haette sein muessen. Ab dem armenischen Teil der Altstadt ging dann nichts mehr. Alle Wege waren voellig verstopft und wer irgendwie weiter kam, der wurde von der Kinderschar der Haredim gestoppt. Kinderwagen ueberall und nichts ging vorwaerts oder rueckwaerts.
Am Cardo, im jued. Teil, angekommen, waren die kleinen Cafes gerammelt voll. Die Religioesen bringen sich meistens ihr Essen von daheim mit und sassen im Cardo auf den Steinenruinen der Roemer. Also waren auch dort die Sitzplaetze vergeben.

Am Square war immer noch der ehemalige sephardische Oberrabbiner, Rabbi Mordechai Eliyahu, mitten in seiner Ansprache. Auch dort Gedraengel. Weiter unten bei Bonkers Bagels und den Souvenir - Shops, vor den Treppen hinunter zur Klagemauer, war dann alles vorbei. Die Leute schubsten sich durch die enge Gasse. In dem kleinen Tante - Emma - Laden (hebrae. Makolet) wollte ich mir ein Eis kaufen, sah aber die lange Warteschlange an der Kasse, und wenn ich mich da mit einem Eis angestellt haette, waere mir nach 3 Minuten alles weggeschmolzen. Kein Eis also.

Das einzige, was ich unternahm war, den Archaeologischen Ausgrabungspark neben der Klagemauer zu besuchen. Dort war es fast leer und man hatte ploetzlich viel Platz zum laufen. Eine tolle Band spielte klassische Musik und die Zuhoerer machten es sich vor der Buehne auf ausgelegten Matratzen bequem. Der Eintrittspreis ist waehrend der Feiertage auf 16 Shekel (ohne Fuehrung und Film) herabgesetzt.
Was mich ueberraschte, waren die Ausgrabungen neben der Klagemauer, an der Stelle der beruehmten Bruecke. Wider Erwarten gab es dort vor dem endgueltigen Bau der neuen Bruecke zum Tempelberg sehr viel auszugraben. Es wurden einige historische Waende sowie Treppen freigelegt.

Nach zwei Stunden Aufenthalt bin ich ziemlich schnell aus der Altstadt gefluechtet. Wer etwas ausserhalb der Altstadt unternehmen will:
Im Israel Museum ist morgen und am Sonntag der Eintritt frei. An beiden Tagen ist aber nur halbtags geoeffnet !!!
Auch das Yad Vashem zu besuchen, waere sicher eine gute Gelegenheit.

Mittwoch, 4. April 2007

Kein Essen aus Mea Shearim

B"H

Enttaeuscht kommen wir gerade aus Mea Shearim (dem ultra - orthod. Stadtteil) zurueck. Wir hatten vor, Wurst einzukaufen, mussten aber leider feststellen, dass alle Geschaefte ueber die Feiertage geschlossen sind. Jetzt muessen wir doch wieder auf den Machane Yehudah Markt zurueck und nach Wurst ohne Kidniot - Zutaten suchen, was nicht einfach ist.

Wer die perfekten Ausflugsziele bei strahlendem Sonnenschein sucht, der sollte in Richtung Altstadt gehen. Dort laufen viele Events und fuer jeden ist etwas dabei. Wird zwar Gedraengel geben, was derzeit nicht zu verhindern ist.
An den Kassen in der City of King David herrscht immer das volle Chaos. Nur nicht einschuechtern lassen vom ueblichen israel. Gebruell.
Israelis sind nun einmal unfaehig, eine Warteschlange zu bilden und es kommt jedesmal aufs Neue zu chaotischen Zustaenden. Wer einmal Israeli - Life pur erleben will, der stelle sich irgendwo an.

Ganz wichtig: Wer in die Altstadt geht, sollte vorher gut essen oder sich selbst etwas mitbringen. Die Preise sind naemlich unverschaemt hoch und alles ist ueberfuellt. Auf dem Square im Juedischen Viertel kann man sich setzen und sein Mitgebrachtes essen.

Montag, 2. April 2007

Countdown

B"H

Heute und morgen soll es regnen, doch ab Mittwoch steigen die Temperaturen an. Sonne bei 21 Grad und am Donnerstag werden wir ganze 27 Grad haben. Das ideale Pessach - Ausflugswetter. Heute muessen wir noch durch das teilweise heiter / bewoelkte Wetter bei 16 Grad leiden.

Der letzte Countdown vor dem heute Abend beginnenden Pessach laeuft. Wie zu erwarten war, sind die Supermaerkte komplett ueberlaufen. So auch der Machane Yehudah Markt und saemtlich Cafes, die an Pessach geoeffnet haben.

Hier einige Kaffeehausadressen in der Innenstadt, wo es koscher fuer Pessach ist:

Rehov Yaffo - Yaffa Road:

1. Cafe Hillel
2. The Coffee Bean
3. Cafe Ne'eman, nur die Filiale Ecke King George / Yaffo ist geoeffnet. Es gibt dort Kekse, Kuchen, Pommes und tolle Pizza. Alles koscher fuer Pessach, doch nach Kidniot (Huelsenfruechten) Produkten fragen, denn manche Pizzas sind mit Mais belegt.
Ich habe gerade zwei Stuecke Champignon - Oliven Pizza gekauft und den horrenden Preis von 14,90 Shekel pro Stueck gezahlt. Eine kleine Portion Pommes kostet um die 10 Shekel.

Da uns Pessach soviel Geld kostet, hat die Verbraucherzentrale bekannt gegeben, dass im naechsten Monat die Verbraucherausgaben wesentlich zurueckgehen werden. Der Grund ist, dass wir alle pleite sein werden.

Unterdessen bereitet sich Jerusalem auf zwei Ereignisse vor. Der arab. und christl. Teil der Altstadt ist voll mit christl. Touristen. Dort wird es zu einem riesen Gedraenge an Ostern kommen. Ich kenne mich mit dem Thema nicht so aus und beruehmt sind immer nur die jaehrlichen Schlaegereien zwischen den russi. - orthod. und griech. - orthod. Moenchen in der Grabeskirche an Ostern. Ich habe keine Ahnung, worum es dabei geht, doch die israel. Polizei muss die Streithaehne immer auseinanderbringen.
Die Armenier laufen an Ostern in einer grossen Prozession durch die Altstadt. Gekleidet in schottischer Nationalkleidung, mit Trommeln und Dudelsaecken.

Wie schon erwaehnt, wird der jued. Teil der Altstadt ab Mittwoch vollkommen ueberlaufen sein. Museen und Shows sind geoeffnet und es ist eine der Mitzwot, an Pessach nach Jerusalem zu kommen. Zu Tempelzeiten kamen alle Juden nach Jerusalem, um das Pessachopfer zu bringen und bei der Seder zu essen.
Donnerstag frueh nach dem Morgengebet findet an der Klagemauer der Segen der Cohanim statt. Weiter unten findet ihr ein Video darueber. Leider gibt es nicht die tolle Atmosphaere wieder, aber naja.