Montag, 25. Juni 2012

Israel, Ägypten und die neue Realität

B"H

Da hält der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi (Muslim Brotherhood) seine erste Rede und die deutsche Presse scheint vielerseits begeistert. Hat Mursi nicht verkündet, er wolle internationale Verträge einhalten, Israel respektieren und die Menschenrechte in seinem Land wahren ? Außerdem suche er doch eine große Koalition und Netanyahu habe sich respektvoll geäußert.

Mit derlei Worten berichten SPIEGEL & Co. nur die halbe Wahrheit, denn 1. wird erst die Zukunft zeigen, wie ernst es Mursi tatsächlich meint und 2. weiss Israel ganz genau, dass ab heute eine andere Realität gilt und wir nicht so blauäugig in die "Brotherhood – Falle" tappen können wie die deutsche Presse.

Link:



Die arabische Welt und die Nazis
 
 

Sonntag, 24. Juni 2012

Jerusalem im Stau




Photos: Miriam Woelke

Israels Hightech Jobs

B"H 

Israel hat viele Arbeitslose, doch die Mehrheit von ihnen kann man oft nicht gebrauchen. Entweder sind die Leute zu unqualifiziert oder die Arbeitsmoral läßt dermassen zu wünschen übrig, dass man lieber gleich ganz auf Neueinstellungen verzichtet. 

Tel Aviv ist und bleibt das Hightech – Zentrum der Nation, obwohl Jerusalem nachzuziehen versucht. Die Küstenstadt jedoch verfügt über junge und ältere Macher, was Jerusalem nicht selten fehlt. Tel Aviv verlangt dem Bewohner Action ab. Schon allein, um sich finanziell über Wasser zu halten. Klotzen, klotzen, klotzen … so das Motto der Stadt. Hightech – Leute lassen sich nieder und gründen oftmals lieber ihre eigenen Start – ups mit individuell erarbeiteten Ideen, anstatt für andere Firmen zu schuften. Nicht jeder ist der absolute Computerspezialist, doch wer Ideen entwickelt, der ringt darum, diese umzusetzen. Freak mit Ambitionen zu sein, reicht dann, wenn die Finanzierung stimmt. 

Unzählige israelische Start – ups werden nicht umsonst von amerikanischen Firmen aufgekauft. Aktuelles Beispiel, das Tel Aviver Start – up FACE.COM, welches vom Giganten Facebook einverleibt worden ist. Dieser Erfolg eben macht es so reizvoll, sich selber etwas aufzubauen, anstatt bei anderen nu rein Rädchen im Getriebe zu sein. 

Weitere Infos zur Hightech - Branche in Tel Aviv

Neubauten (in Jerusalem)


Die Jaffa Road in Downtown Jerusalem verändert weiter ihr Gesicht. Neben dem neuen Gebäude des Kaufhauses "Hamaschbir" am Zionsplatz (Kikar Zion) wurden nun auch nebenan (ehemals MIKE's PLACE) mehrere Stockwerke auf eines der alten Häuser gesetzt.





Neulich las ich in den deutschen Medien, dass in Deutschland vielfach nur noch Luxuswohnungen gebaut werden. Ein Trend, den es in Israel schon einige Jahre gibt und vor allem Tel Aviv und Jerusalem betrifft. Luxuswohnungen für wohlhabende amerikanische und französische Investoren, die lediglich ihre Wohnungen an den hohen jüdischen Feiertagen beziehen. Den Rest des Jahres leben sie in ihren Heimatländern.

Immobilienfirmen habe sich auf die Reichen spezialisiert und vergessen dabei gern die weniger betuchte heimische Bevölkerung, die da um erschwingliche Wohnungen kämpfen muss. Die reichen Ausländer mögen investieren, doch sind sie kaum in ihren Wohnungen anzutreffen und machen auf diese Weise einige Viertel zu wahren Geistervierteln. Geschäftsinhaber klagen, dass die Umsätze ausbleiben, denn die neuen Bewohner sind nie da und andere Leute sehen keinen Grund mehr, überhaupt in die Gegend zu kommen.

Insgesamt geht der Trend momentan etwas herunter, denn selbst die Luxusschuppen finden immer weniger Abnehmer. Und so stehen fast ganze Häuserzüge, wie an der Jerusalemer Keren Hayesod, oder der King George / Ecke Strauss, leer.


Neuen Luxuswohnungen in der Rav Kook Street nahe der Jaffa Road

Photos: Miriam Woelke

Donnerstag, 21. Juni 2012

Israelis nicht willkommen bei seltsamer afrikanischer Zeremonie






Photos: Miriam Woelke
B"H

Circa 200 in Tel Aviv lebende christliche Afrikaner (jene, die illegal nach Israel einreisen) hielten am Dienstag abend eine eher seltsame Zeremonie im Lewinsky Park (Downtown Tel Aviv) ab. Israelis waren definitiv nicht willkommen und auf meine Frage, was denn gefeiert werde, verweigerte man mir die Antwort. Irgendwie fand ich dann doch heraus, dass es hier offenbar um einen Gedenkgottesdienst ging. 

Außer mir standen noch drei weitere Israelis herum, doch wir waren die einzigen Weissen und fühlten uns so ziemlich unerwünscht in unserer Stadt. Die Polizei, die gleich nebenan eine Polizeistation betreit, liess sich nicht blicken.

Rami Levi verhandelt mit MEGA

B"H  

Rami Levi, Inhaber der offenbar billigsten Supermarktkette gleichen Namens, verhandelt mit dem Supermarktriesen MEGA. Rami Levi setzte sich zum Ziel, ca. 40 "Mega Bul" – Filialen in sein Unternehmen einzuverleiben. Wobei Mega bestehen bleibt, jedoch nur noch unter dem Namen "Mega ba’Ir". Momentan sollen offizielle Stellen über den potentiellen Deal entscheiden, denn mit 40 weiteren Filialen steigt Rami Levi zu einem Discounter – Riesen in Israel auf. Der Deal benötigt daher eine Genehmigung. 

Seitdem es Rami Levi mit seinen ALDI – ähnlichen Discounterpreisen gibt, strömen die Israelis nur so in seine derzeitigen 24 Filialen. Ob in Jerusalem oder Ramat Gan, vielerorts sind die Supermärkte des Rami Levi vertreten und das belebt das Geschäft der Konkurrenz. Mit Rami Levi in der Nachbarschaft sind die großen Ketten wie "Shufersal" oder eben MEGA zu drastischen Preisreduzierungen gezwungen, denn Israelis lieben es billig und laufen dorthin, wo ihre Forderungen Erfüllung finden. 

Der Höhepunkt des Preiskrieges wurde vor wenigen Jahren erreicht als Rami Levi Hähnchen für 1 Schekel (ca. 20 Cent) anbot. Der Normalpreis eines frischen ungekochten Huhnes liegt bei ca. 30 Schekel (ca. 6 Euro) und mit seinem Angebot zog Levi massenhaft Kundschaft an. Das Resultat war, dass teurere Supermarktketten nachziehen mussten, damit deren Kundschaft nicht auf und davon läuft. 

Tatsächlich ist Rami Levi mit das Günstigste, was es in Israel gibt und wer solch einen Discounter in der Nähe hat, der strömt hinein. Auch ich tue das, obwohl ich meistens immer noch den Machane Yehudah Markt vorziehe. Wenn es jedoch um Kaffee, Nudeln oder Konservendosen geht, mache ich mich auf zu Rami Levi. Meinen geliebten Turkish Coffee erhalten ich nirgendwo anders billiger. Zum Mega sei zu sagen, dass die Kette vor Jahren einmal gut und günstig anfing, doch dann immer teurer wurde. Oft gibt es preislich kaum mehr einen Unterschied zwischen dem teuren "Shufersal" und Mega. Der lachende Dritte ist natürlich Rami Levi.

Morgens um 5.00 Uhr: Sonnenaufgang in Jerusalem


Photo: Miriam Woelke

FJORDMAN über WIKIPEDIA

B"H

Der bekannte FJORDMAN (Peder Jensen) über WIKIPEDIA

Mittwoch, 20. Juni 2012

Jerusalems Stadtteil TALPIYOT und der Sumpf christlicher Missionare

B"H

Wer in einer Stadt wohnt, der sollte sich aufmachen, sie kennenzulernen und nicht in seinem eigenen kleinen Stadtteilghetto hockenbleiben. Jerusalem hat sich seit den 90iger Jahren spürbar verändert und sogar die einstige schmutzige Industriezone Talpiyot mauserte sich schon vor langer Zeit zum Shopping – und Ausgehzentrum. Wie, u.a., die Pierre König und die Haoman Street. 








Ausblick auf andere Teile Jerusalems

Photos: Miriam Woelke


Alles ganz toll und ich mag Talipyot sowie die umliegenden Stadtteile sehr gern. Wenn man von der German Colony oder dem benachbarten Katamon absieht, zu denen ich keinen Bezug habe. 

Was jedoch stört, sind zahlreiche christliche Missionare, die sich gerade in einigen der Stadtteile niederliessen. Nehmen wir das arabische Dorf Abu Tur an der Derech Hebron Road. Dort leben Araber und Christen. Zwar heisst es seitens diverser Leute, in Abu Tur leben auch Juden. Doch Fehlanzeige. Stattdessen bewegen sich in Abu Tur christliche Missionare. Insbesondere der Gruppe "Christian Friends of Israel", welche ganze Häuser mieten. 

Auch im Stadtteil Arnona, neben Talpiyot und Baka, hagelt es christliche Missionare aus aller Welt. Wohnungen werden angemietet und von dort aus operiert. Ganz zu schweigen von der missionarischen "International Christian Embassy" in Katamon. Obwohl die besagten Stadtteile einen hohen Anteil jüdisch – religiöser Bevölkerung haben, so zieht es dennoch auch sogenannte Pseudo -– Juden, vorwiegend falsche Konvertiten zum Judentum, in die Gegenden. Allein deswegen sind die Stadtteile zum Sumpf der Missionare sowie christlich - fundamentalistischer Sympathisanten geworden.

20 Raketen aus Gaza seit Dienstag

B"H

Eine Tatsache, mit welcher wir Bewohner außerhalb der Gaza – Beschusszone kaum etwas anfangen können: Seit Tagen wird der Süden Israels erneut mit Raketen, abgefeuert aus dem Gazastreifen, traktiert. Die Welt schert sich nicht, doch der berühmte Vergleich erweist sich abermals als richtig: 

Wäre es umgekehrt und Israel beschiesse Gaza, täten die UNO und der so besorgte Westen ausrasten und sämtliche Sanktionen gegen Israel ausrufen. So aber sind es nur die Bewohner Israels, die zusehen können, wo sie bleiben. 

Längst habe ich mir abgewöhnt, dieses Verhalten groß zu kommentieren und zu erklären. Ich lebe in Israel und bin heilfroh darüber, mich im Ausland nicht mit anti – israelischer Propaganda füttern zu lassen. 

Mehr Details zur aktuellen Lage HIER !

Dienstag, 19. Juni 2012

Tel Aviv - Kontraste: Wohnung hier, Obdachlos da


Wohnungen besserverdienenden Mittelschicht


Besonders in Tel Aviv und Jerusalem pflegen viele Israelis an jedem zur Verfügung stehenden Ort zu nächtigen. Hauseingänge, Treppenhäuser, draußen im Freien, am Strand oder auf der berühmten Parkbank – überall finden sich Leute, die sich keine feste Bleibe leisten können.



Street Life wie hier in der Tel Aviver Dizengoff Street


Photos: Miriam Woelke

Links:


Straßenszene in Tel Aviv


Downtown Tel Aviv heute morgen: Heiss und stickig, aber nicht mehr so heiss wie in den vergangenen Tagen.

Photo: Miriam Woelke

Montag, 18. Juni 2012

Blick aus dem Fenster




Sonnenuntergang in meiner Nachbarschaft



Photos: Miriam Woelke
B"H

Ab morgen nun soll es sich endlich ein wenig abkühlen. Nach fast einer Woche Treibhaustemperaturen bis zu fast 40 Grad Celsius. Ich hörte, dass Jerusalem heute noch mehr unter der Hitze litt als Tel Aviv und das will was heissen. Apropos Tel Aviv: Da fahre ich morgen ganz früh hin, denn ich habe einiges zu regeln. 

Was mich am meisten an diesen heissen Sommertagen stört, dass sind die Mücken. Des nachts summt es über mir und das treibt einen zur Weissglut. Was ich gegen Mückenstichjuckreize empfehlen kann, sind entweder FENISTIL oder TEEBAUMÖL. Beides hilft sehr effektiv und allein FENISTIL scheint sich in Israel hoher Popularität zu erfreuen.

Wegen der großen Hitze ist den Leuten nicht nach viel Actionzumute, sondern man schleppt sich eher so durch und scheint wie gelähmt. Der Elan ist futsch und ich erkenne mich selber nicht mehr wieder. Hoffen wir, dass das Sommerthermometer morgen auf die saisonal üblichen 28 – 30 Grad herunterfährt.