Dienstag, 20. September 2011

Kein Jude sollte sich mit Rick Perry einlassen !

B”H

In New York strömt die Politprominenz zusammen, denn Abu Mazen will seinen Stuhl in der UNO. Dies gilt es zu verhindern und das Motto lautet: “Wer für einen UNO Stuhl Palästinas stimmt, unterstützt den palästinensischen Terror !” 

Netanyahu wird die erste Rede vor der UNO halten und trifft sich nebenher ausgiebig mit Barak Hussein Obama. Letzterer will bei der UN – Entscheidung ein Veto einlegen und gleichzeitig Abu Mazen und Netanyahu zurück an den Verhandlungstisch bringen. Große Probleme hat der israelische Premier nicht zu erwarten und Obama wird ihn kaum, wie immer wieder zuvor, ankeifen. Im nächsten Jahr stehen in den USA Wahlen an und deswegen gibt sich Obama bedeckter als sonst. 

Eine Angelegenheit, die sich nebenher anspielt, extrem besorgniserregend ist und heute abend sogar in den israelischen TV News des Kanal 2 zur Sprache kam: Der LIKUD Knessetabgeordnete Danny Danon gibt heute eine Pressekonferenz zusammen mit dem derzeitigen Governeur von Texas, Rick Perry (Bild unten). Der Repubikaner plant sich als Gegenkandidat des Demokraten Obama aufstellen zu lassen. Eines wird dabei gerne übersehen: Rick Perry is ein fanatischer Christ, bedeutet ein Evangelikaler

Jene christlichen Fundamentalisten haben lediglich eines im Sinn: Die Judenmission ! Man bringe Juden aus der Diaspora nach Israel; wenn es sein muss mit Geld. Erst einmal angekommen sollen sie zum Christentum missioniert werden. Die Ideologie der Evangelikalen lautet, dass, wenn alle Juden zu Christen werden, der falsche Meschiach J. zum zweiten Mal erscheint. Es darf nie vergessen werden, dass es keinen einzigen evangelikalen Christen gibt, der keine Juden missionieren will ! Missionieren und so jüdische Seelen zerstören. Damit sind die Evangelikalen keine Freunde Israels, sondern werden zu Feinden, die sich leider zu oft als Wolf im Schafspelz verbergen. Übertriebene und geradezu abartige Hetze gegen den Islam, die Vernichtung der jüdischen Religion im Blickwinkel und die eigenen Vorteile im Sinn. Kein einziger Jude sollte sich mit so jemandem an einen Tisch setzten oder gar einlassen. Leider nimmt die LIKUD Partei nur allzu gern Parteispenden amerikanischer Evangelikaler an. Genau so wie diverse nationalreligiöse Siedlungen, die sich damit christlichern Fanatikern ausliefern, ohne dies direkt zu erahnen. 

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Nachtrag:
HIER das Bekenntnis des Rick Perry

Bild des Tages


Nachlaot / Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Montag, 19. September 2011

Photos aus Ramat Gan

B”H

Wie erwähnt, war ich heute im benachbarten Ramat Gan sowie in Bnei Brak unterwegs. Von Tel Aviv kommend, kann man leicht übersehen, bereits die Stadtgrenze nach Ramat Gan überquert zu haben. Man stelle sich die Städte Nürnberg / Fürth vor, die ebenso direkt ineinander übergehen.

Wer ganz Ramat Gan durchquert, der findet sich bei Überquerung der letzten Kreuzung in den Straßen Bnei Braks wieder. Letztere Stadt ist nicht ausschliesslich haredisch (ultra – orthodox), denn es leben genau so säkulere wie nationalreligiöse Juden dort. Zahlreiche Stadtteile jedoch sind vollkommen haredisch, was der Stadt einen hohen Level an frommem Touch gibt.

Die Sonne brannte vom Himmel und das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana steht an. Die Hitze nervte und erschwerte die Tour, dafür brachten die Gedanken an Rosh Hashana etwas Spiritualität mit ein.

Hier ein paar Photos aus Ramat Gan, dass gewiss nicht nur aus Diamantenbörse und Hochhäusern besteht.


An der Diamantenbörse









Copyright / Photos: Miriam Woelke

"Jewish News 1" – Das neue weltweite pro – israelische TV Programm

B”H 

Als Gegenstück zum anti – israelischen sowie antisemitischen TV – Sender AL JAZEERA beginnt ein pro – israelisches TV - Programm namens "Jewish News 1" am Mittwoch seine weltweiten Sendungen. In acht Sprachen soll gesendet werden, darunter auch auf Deutsch. Am Mittwoch geht es los, doch wie und wann, darüber halte ich Euch auf dem laufenden. 

Bleibt nur zu hoffen, dass der Sender kein Sammelsurium der Linken wird und fanatische Christen, wie die Evangelikalen, nicht mit Geldspenden mitmischen. Denn dann hat der Sender schon verloren !

Trip nach Ramat Gan und Bnei Brak

B"H

Heute war ich einige Stunden lang in den Nachbarstaedten Ramat Gan und Bnei Brak, wobei ich in Bnei Brak viele chassidische Synagogen photographierte und etwas Rosh Hashana - Atmosphäre schnupperte. Am Abend des 28. September beginnt das jüdische Neujahrsfest und an diesem Samstag abend beginnen die Selichot - Gebete der aschkenazischen Judenheit. Von daher schaute ich mich nach einigen Synagogen sowie chassidischen Tischen um, die an diesem Schabbat etwas anbieten. Fündig wurde ich auch.:-)))


Bialik Street in Ramat Gan



Im Stadtteil der chassidischen Gruppe Vishnitz (Kiryat Vishnitz) in Bnei Brak

Photos: Miriam Woelke

Sonntag, 18. September 2011

Tel Aviv Aussichten


Der Neue

B”H 

Wir haben einen Neuen bei uns auf der Arbeit. Nicht gerade groß gewachsen, irgendwie russischer Abstammung, aber mehr Israeli. Jedenfalls spricht er akzentfreies Hebräisch ohne den lästigen russischen Einklang. 

Vor eine Woche erschien er frühmorgens und fragte, ob der Boss schon da sei. Nein, war er nicht und wenn, dann in der sogenannten Hauptfiliale und nicht bei uns. Der Neue meinte, er arbeite ab sofort hier und werde sich dann schon mal umschauen. Das hatte noch keiner gesagt und wir schickten ihn doch letztendlich in die andere Filiale. 

Wenig später stellte sich heraus, dass der Neue unser neuer Vorgesetzter ist. Bis dahin hatten wir keinen Vorgesetzten und es lief alles so vor sich hin. Erfolgreich und keiner fragte nach einem Verantwortlichen, denn wir haben ja den Big Boss. 

Einen Tag später lief der Neue mit Liste und Kugelschreiber durchs Haus und machte Notizen. Was alles geändert werden soll und all unsere kleinen Fehler. Kein Zweifel, der neue Besen will kehren, was, meiner Erfahrung nach, nie lange anhält. Lass ihn mal erst in den alten Trott kommen … 

Heute dann gab der Neue seine ersten Instruktionen, die irgendwie richtig waren, doch da er erst eine Woche bei uns ist und von Praxis und Materie Null Ahnung hat, verlief alles nicht gerade glatt. Diverse Arbeitsgänge, die ca. 20 – 30 Minuten dauern, wurden von ihm mit 5 Minuten eingeplant. Wir erklärten ihm, dass seine erstellten Tabellen nichts mit der Realität zu tun haben und er stand ahnungslos da. Der Hausmeister hätte ihm eh fast den Kragen umgedreht. Kommt da an und will nach einer Woche allen was erzählen. 

Im Grunde genommen ist er ja ganz nett und bemüht sich halt. Beweisen will er sich, denn wer bei uns nichts bringt, wird geschasst. Warum aber müssen sich viele Vorgesetzte freundlich und dennoch distanziert geben ? 

Mal sehen, wie wir alle miteinander klarkommen. Seit einem halben Jahr arbeite ich in dem Job und das eigentlich nebenbei. In letzter Zeit war jedoch soviel zu tun, dass ich Stunden dranhängte. Der Neue wedelte auch gleich mit seiner Liste und glaubt, ich brauche keinen Feierabend mehr. 

In ein paar Monaten werde ich aufhören und mich auf nur ein einziges Projekt konzentrieren, doch kämpfe ich noch mit der Bürokratie. Bis dahin bleibe ich nebenbei in dem Job, denn er bringt einiges an Geld ein. Außerdem lernt man dort eine Menge israelischer Psychologie und wer den Studiengang studiert, findet bei uns die besten Praxisobjekte herumlaufen.:-)))

Straßenszene in Tel Aviv


Zwischen Allenby und Florentin / Tel Aviv

Photo: Miriam Woelke

Abu Mazen, Erdogan und die UNO

B”H 

Warum ich bisher relativ wenig über Erdogan, die UNO - Abstimmung und Abu Mazen berichtet habe und nicht auf Panik mache ?

Weil mich weder das Gezeter des Abu Mazen noch die Drohungen von Erdogan interessieren. Hiermit benehme ich mich so wie fast alle Israelis.

Abu Mazens Unabhängigkeitsankündigungen besitzen eh nicht viel Wert und wenn Erdogan mit einem Israelboykott droht … Na, wer kauft hierzulande schon türkische Waren. Wir boykottieren die türkischen unkoscheren Nudeln im Supermarkt schon ganz allein ! 

Es wird mehr Panikmache aus dem Ausland betrieben als in Israel selbst. Und dann immer wieder von Leuten, die gar nicht hier leben und uns selber nur aus den TV Nachrichten kennen.

Der Boykott gegen TNUVAH

B”H 

Hatten wir doch schon alles, werden sich jetzt sicher einige denken. Richtig und das war vor mehr als zwei Monaten beim Protest gegen die viel zu überhöhten Preise des Hüttenkäse. Deswegen gründete ein Haredi (ultra – orthodoxer Jude) auf Facebook eine Site, die zum Boykott aller Milchprodukte in Israel aufrief. Milch, Käse, Joghurt … wer soll die hohen Preise zahlen ? 

Der Protest zeigte Erfolg und insbesondere TNUVAH, der größte Milchproduktehersteller Israels, setzte die Preise herunter. Ganz langsam und mir scheint, dass sie momentan wieder anziehen. Jedenfalls erlebte ich mein blaues Wunder als ich am letzten Donnerstag beim Shufersal Supermarkt in der Tel Aviver Ben Yehudah Street einkaufte. 

Das ewige Auf und Ab von TNUVAH nervt und jetzt riefen Studenten erneut zum Boykott des Unternehmens auf. Allmorgentlich stellen sich mehrere Studentengruppen vor Supermärkte und erinnern die Kunden an den Verzicht auf TNUVAH. So geschehen in Hod Hasharon, Tel Aviv oder Ra’anana. 

Heute morgen habe auch ich beim Milchholen an den Boykott gedacht und die TNUVAH – Konkurrenz TARA gekauft. Vom Koscherlevel her ist TARA eh vorzuziehen. TNUVAH hingegen jammert bereits über die Einbußen und versucht den Verbraucher zu beeinflussen, indem das Unternehmen von eventuellen Arbeitsplatzverlusten erinnert. Weniger Profite, weniger Arbeitsplätze ! Was aber nützt das, wenn die Produkte eh zu teuer sind und sie niemand kaufen kann ? 



Das neueste LATMA Video (September 2011)

Die israelische Satiregruppe LATMA in Action 


Samstag, 17. September 2011

Natur in Jerusalem


Photo: Miriam Woelke

Arbeitnehmerausbeutung in Israel

B”H 

Nicht nur, dass immer mehr Zeitarbeitsfirmen hierzulande wie Pilze aus dem Boden spriessen; weitere Formen der Ausbeutung auf dem israelischen Arbeitsmarkt sind die sogenannten KABLANIM genau so wie private Unternehmen. Unter was für Bedingungen die Leute in Israel oftmals arbeiten, ist kaum zu fassen. Selbst ein Günter Wallraff wäre da noch überrascht. 

Es exisitieren Tausende so richtig doofer Jobs mit den miesesten Bedingungen und trotzdem finden sich immer wieder Leute, welche diese Jobs annehmen. Nein, die Rede ist nicht von den illegalen Gastarbeitern, sondern von Normalo – Israelis bzw. Neueinwanderern. 

Früher gehörte das Restaurantgewerbe noch zu diesen Ausbeuterjobs, doch die Gehälter der Kellner sind gestiegen. Dazu kommt das Trinkgeld. Die Arbeit ist dennoch hart, aber jeder sagt sich halt, es sei ja alles nur zeitweilig bis sich etwas Neues auftut. Im Hotelgewerbe herrschen teilweise nach wie vor dieselben miesen Bedingungen. Hinzu kommt der ständige Personalwechsel, da viele gleich wieder abhauen. Ein Kommen und Gehen, was selbst das Betriebsklima nicht gerade fördert. 

Wer aber sind die Leute, welche solche Jobs annehmen ? 

Einige Normalos, denn bei ihnen ist wirklich nur alles befristet und es tut sich eine neue Alternative auf. Leute, die länger in den miesen Jobs hängen, haben kaum eine andere Chance auf dem Arbeitsmarkt. Ich kenne einen Typen, Anfang 20, mit einem riesigen Batzen Schulden und von daher immer in Zugzwang alles zurückzahlen zu müssen. Genau auf derlei Bewerber bauen die Anbieter der Ausbeutejobs. Immer findet sich jemand für jede Arbeit und gerade das ist erschreckend.

Bild des Tages


Freitag, 16. September 2011

Bilder aus Neve Zedek / Tel Aviv

B"H 

Photos aus NEVE ZEDEK. Der Stadtteil inmitten von Tel Aviv (am Shalom Tower / Ahad Ha'Am Street) erfreut sich grosser Beliebtheit bei Einheimischen genau so wie bei Touristen. 

 












Copyright / Photos: Miriam Woelke