Samstag, 17. September 2011

Arbeitnehmerausbeutung in Israel

B”H 

Nicht nur, dass immer mehr Zeitarbeitsfirmen hierzulande wie Pilze aus dem Boden spriessen; weitere Formen der Ausbeutung auf dem israelischen Arbeitsmarkt sind die sogenannten KABLANIM genau so wie private Unternehmen. Unter was für Bedingungen die Leute in Israel oftmals arbeiten, ist kaum zu fassen. Selbst ein Günter Wallraff wäre da noch überrascht. 

Es exisitieren Tausende so richtig doofer Jobs mit den miesesten Bedingungen und trotzdem finden sich immer wieder Leute, welche diese Jobs annehmen. Nein, die Rede ist nicht von den illegalen Gastarbeitern, sondern von Normalo – Israelis bzw. Neueinwanderern. 

Früher gehörte das Restaurantgewerbe noch zu diesen Ausbeuterjobs, doch die Gehälter der Kellner sind gestiegen. Dazu kommt das Trinkgeld. Die Arbeit ist dennoch hart, aber jeder sagt sich halt, es sei ja alles nur zeitweilig bis sich etwas Neues auftut. Im Hotelgewerbe herrschen teilweise nach wie vor dieselben miesen Bedingungen. Hinzu kommt der ständige Personalwechsel, da viele gleich wieder abhauen. Ein Kommen und Gehen, was selbst das Betriebsklima nicht gerade fördert. 

Wer aber sind die Leute, welche solche Jobs annehmen ? 

Einige Normalos, denn bei ihnen ist wirklich nur alles befristet und es tut sich eine neue Alternative auf. Leute, die länger in den miesen Jobs hängen, haben kaum eine andere Chance auf dem Arbeitsmarkt. Ich kenne einen Typen, Anfang 20, mit einem riesigen Batzen Schulden und von daher immer in Zugzwang alles zurückzahlen zu müssen. Genau auf derlei Bewerber bauen die Anbieter der Ausbeutejobs. Immer findet sich jemand für jede Arbeit und gerade das ist erschreckend.

Kommentare:

  1. Willkommen im Zeitalter der ungezügelten Märkte, welcome to the age of the turbo capitalism^^

    Versteh mich nicht falsch, ich bin Demokrat und loyaler Anhänger der sozialen Marktwirtschaft, aber die Märkte streifen das "sozial" überall ab...leider.

    Kann man nur hoffen das die Bürger bald aufwachen! So gesehen kann man den Zeltprotestern nur die Daumen drücken, das sie was erreichen.

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Wenn einen Kapitalismus mit all seinen Pro & Cons suchst, dann komm nach Israel. Hier wird richtig zugelangt. Gerade jetzt vor dem anstehenden Rosh HaShana in knapp zwei Wochen. Da schnellen die Preise gleich wieder doppelt hoch und die Schlangen vor den Essensausgabestellen fuer Beduerftige werden immer laenger.

    AntwortenLöschen
  3. Ich denke auch, dass das jetzt kein primär israelisches Problem ist. Dementsprechend hilflos sind auch die Versuche, Probleme wie Billigjobs und steigende Preise rein national zu "lösen". Bei diesem eher kurzsichtigen Ansatz hast du immer das Argument einer Gefährdung des jeweiligen nationalen Wirtschaftsstandortes und der Konkurrenzfähigkeit - und die einzelnen Staaten und Nationalökonomien überbieten sich mit immer schlechter bezahlten Jobs sowie massiven Einsparungen im Sozialbereich und Bildungssektor.

    AntwortenLöschen
  4. B"H

    Eine Loesung sehe ich nicht, um all die Billigjobs und Ausbeutungen loszuwerden. In Israel besteht zusaetzlich das Problem, dass auch hier die Grossunternehmen billig produzieren lassen. Und dazu wird schon mal die Produktion nach Jordanien oder in die Tuerkei verlagert.

    Naja, mit der Tuerkei stehen wir momentan auf Kriegsfuss und da schauen sich sicher viele nach einem neuen Billigstandort um.

    AntwortenLöschen