Freitag, 14. Mai 2010

Schabbat Schalom




B"H

Der Burger King verlässt Israel ! 
Eine Nachricht, die alle ohne Protest oder Whopper - Sehnsüchte schweigend hinnahmen. Mac Donald's und das israelischere Burger Ranch sind einfach zuviel Konkurrenz. Vor allem Burger Ranch bietet saftige hausgemachte, vor Fett triefende, Pommes (in Israel heissen sie: Chips).

Als ich vor 23 Jahren zum ersten Mal nach Israel kam, war Mac Donald's noch gar nicht vor Ort. Die Fast - Food - Kette liess sich erst in den 90igern nieder, denn der Druck der arabischen Länder (gegen Israel) war zu hoch. Man begnügte sich hierzulande mit dem heimischen "Burger Ranch", schielte jedoch immer auf Mac Donald's, denn das ist richtig amerikanisch und hat einen Namen.

Ich weiss nicht, ob es heute noch der Fall ist: In Deutschland zahlt(e) man für Ketchup und Mayonnaise. Die kleinen Päckchen kosteten je 20 Pfennig, was für einen Amerikaner oder Israeli undenkbar ist. Als ich nach Israel kam und mir die Burger Ranch Bedienung fünf oder sechs Ketchup und zwei Mayonnaise Päckchen auf das Tablett knallte, rechnete ich schonmal durch, was das extra kostet. Als ich ihr das Geld geben wollte, schaute sie mich ungläubig an und meinte, ich solle mein Tablett nehmen und mich setzen.

Nein, in Israel sind Ketchup, Trinkwasser aus einer Vorrichtung oder Mayo umsonst. Trotz der amerikanischen Ketten bevorzugte ich jedoch stets das rustikale Burger Ranch ganz nach israelischem Geschmack. Und anscheinend nicht nur ich, denn der Burger King packt jetzt ein.


Inmitten der Agrippas Street in Jerusalem, nahe dem Machane Yehudah Markt steht das riesige hässliche Gebäude "Shuk - Canyion" mit seinen unzähligen kleinen Läden. Der ursprüngliche Plan der Stadtverwaltung war es, den Machane Yehudah in den Shuk Canyon zu verfrachten. Dort sei alles sauber, moderner und überdacht. Wozu durch die Gassen den Machane Yehudah kriechen, wenn sich dort die Ratten in den Abwasserrohren nebendran aalen ? Doch nichts wurde es mit modern und so, denn die Jerusalemer lieben ihren Machane Yehudah und der Shuk Canyion steht seit Jahren wie ein oller lästiger fremder Klotz da. So scheusslich, dass sich kaum jemand hineintraut.

Wenn ich in Jerusalem weile, gehe ich dort in den Waschsalon, der von einer eingewanderten syrischen Familie geleitet wird. Dann kriege ich jedesmal einen Vortrag zum jüdischen Leben in Syrien und das die Präsidentenfamilie Assad aus antisemitischen Hunden bestehe. Am Mittwoch war ich dort und die Besitzerin verkündete mir eine Kunstaustellung, die gleich um die Ecke, an den anderen Ständen stattfinden sollte. Der Jerusalemer Photograph Yoram Amir stelle seine Jerusalem - Photos aus. Auch in unserer Bäckerei hängen einige "Kunstwerke" von ihm.

Was mich absolut überraschte und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zum Anschauen gehabt: Fast das gesamte Erdgeschoss des Shuk Canyion ist voll mit kleinen Künstlerateliers. Maler, Installationen, Photos oder Videokunst.
Wer weiss davon ?
Kaum ein Mensch; höchstens eingeweihte Kunstliebhaber.
Traurig, denn die dortigen Künstler stecken voll kreativer Idee, was in Jerusalem Mangelware ist. Als Künstler geht man nach Tel Aviv und lässt sich dort aus. Seit einigen Monaten jedoch fördert die Jerusalemer Stadtverwaltung den Shuk Canyion als Atelierstätte und es lohnt sich auf alle Fälle einmal dort umzuschauen. Die Eingänge in den Betonklotz befinden sich in der Agrippas / Ecke Nissim Behar.


Die Schlagzeilen der Tageszeitungen drehen sich heute alle um EIN Thema: 
Das Egged - Busunglück vom gestrigen Nachmittag. Linie 361 von Carmiel nach Akko raste in einen LKW. Ergebnis: Fünf Tote und zahlreiche Schwerverletzte.
Vom Namen her ist der Busfahrer anscheinend Druse, aber das tut wenig zur Sache. Erst drei Monate arbeitete er beim staatlichen EGGED - Busunternehmen und wurde schon zuvor verwarnt, dass er seinen Abstand beim Fahren wahren solle. Dies tat er nicht so krachte es gestern.

Ehrlich gesagt wundert es mich, dass Egged nicht viel mehr Unfälle dieser Art zu vermelden hat. Offenbar haben wir alle dicke Schutzengel auf der Strecke Jerusalem - Tel Aviv. Mit hoher Geschwindigkeit rauschen die Busse die Berge um Jerusalem herunter und manchaml sehe ich mich schon über die Leitplanken fliegen.
Egged wird sicher alles auf den einen Fahrer schieben und sich ansonsten zu drücken versuchen.

Am Nachmittag werde ich einen Egged - Bus besteigen und nach Jerusalem fahren. Die Temperaturen in Israel liegen bei 26 - 30 Grad Celsius und der Tel Aviver Strand füllt sich allmählich. In Jerusalem ziehen die Leute den Machane Yehudah oder die Shopping Malls zwecks Schabbateinkäufe vor.
Im Machane Yehudah selber eröffnete nebem dem "Mousseline" eine zweite Eisdiele namens "Schokoladia". Nicht in einem der Nebengassen wie das Mousseline, sondern so richtig mittendrin im überdachten Hauptgang (Richtung Agrippas, auf der rechten Seite). Preise kenne ich nicht, doch sah ich, dass "Moshiko Schwarma" nebendran nun auch Burger anbietet. Moshiko verkaufte bisher seine Falafel und Schwarma lediglich in der Ben Yehudah Mall zu Preisen, die einen erblassen lassen. Den Touristen aber gefällts, denn sie kennen nicht das preiswerte "Melech HaFalafel" in der King George / Ecke Agrippas. Nicht immer ganz sauber, bietet Melech HaFalafel dennoch günstigere Schwarma und nicht jeder leidet gleich unter Durchfall. Und wer weiss, ob Moshiko so viel sauberer ist, wenn man hört, was die Jerusalemer Gewerbeaufsicht so alles in den lokalen Restaurantküchen findet.

"Schabbat Schalom" an alle Leser und dass sich niemand den Appetit verderben lasse !:-)

Kommentare:

  1. Ganz früher gab es auch noch MacDavid. Den Namen fand ich nicht schlecht, aber das Angebot war doch eher eingeschränkt und die Küche offenbar nicht konkurrenzfähig mit der echten System-Gastronomie.

    Wirklich vermisse ich die amerik. Kette Nathan's. Eine Zeitlang gab es mal in Jerusalem eine Filiale. Ich weiß nicht, warum die verschwunden sind. Jedenfalls war es dort immer voll.

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  2. B"H

    An das MacDavid kann ich mich kaum mehr erinnern. Ist auch schon eine Weile her.

    Was ich in Jerusalem zentral vermisse ist Kentucky Fried Chicken. Die waren einmal nahe an der Ben Yehudah, machten aber angeblich wegen der vielen Anschlaege zu der Zeit (2001 / 2002) dicht. Ich denke eher, sie hatten wenig Kundschaft, denn die Preise lagen oben auf.

    Wer Kentucky Fried Chicken in Jerusalem sucht, der fahre in den Canyon Malcha (Malcha Mall).

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