Donnerstag, 14. Oktober 2010

Schabbat Schalom


Der TABOR Berg zwischen Afula und Tiberias. Der Ort direkt am Hand ist entweder arabisch oder gehört den Drusen.

Photo: Miriam Woelke


B"H

Eine Woche in der Peripherie des Nordens und schon ist Jerusalem vergessen. Die Leute aus der Bäckerei riefen einmal an, um HALLO zu sagen. Des Weiteren mit ein paar Jerusalemer Freunden telefoniert und ansonsten nimmt das Leben schon fast seinen neuen Lauf. Allerdings muss ich am Sonntag nochmals auf zwei Wochen zurück nach Jerusalem.

Diese gesamte Woche war voll Action und nebenbei sammelte ich so einiges an Material für weitere Artikel. Neue Leute lernte ich kennen und bemerkte, dass recht viele von ihnen aus den Städten im Landesinneren kamen und eine Zukunft im Norden planen.

Am Montag abend sass ich im besten und vielleicht teuersten Hotel von Tiberias, denn ich sammelte Material über Lotte Eisenberg; eine deutsche Immigrantin aus den 30iger Jahren, welche im Jahre 1946 das erste Hotel in Tiberias zu leiten begann. Das heutige Hotel "Rimonim Galei Kinneret" liess mich in die hauseigene Ausstellung, um zu photographieren. Danach durfte ich in dem halben Luxusschuppen auf der Aussenveranda am See Genezareth sitzen und einen Kaffee schlürfen. Hätte ich die 1800 Schekel (ca. 360 Euro) flüssig, dann würde ich garantiert in dem Hotel nächtigen.

Am darauffolgenden Tag war ich im Hotel "Dona Grazia". Ebenso in Tiberias und diesmal in der Dona Grazia - Ausstellung. Jene portugiesische Dame, die im 16. Jahrhundert zu dem wurde, was heute die Jewish Agency repräsentiert. Nämlich den Zionismus.

Das Hotel "Dona Grazia" veranstaltet ab dem 15. November vier Tage lang ein Dona Grazia - Festival. Aber dazu mehr in der nächsten Woche. Zur Dona Grazia (1510 - 1569), jener reichen Dame, die den türkischen Sultan dazu überredete, den Juden zur Zeit der Inquisition die Stadt Tiberias zu überlassen. Dona Grazia hatte sogar eine eigene Industrie geplant. Leider starb sie vor Vollendung ihres Planes, die europ. Judenheit vor der Inquisition zu retten und nach Israel zurück zu bringen.

Lotte Eisenberg, die deutsche Immigrantin aus Königsberg / Ostpreussen war ebenso vom Zionismus eingenommen und als Hitler an die Macht kam, suchte sie das Weite.

Gestern dann nächtigte ich durch Zufall im "Hotel Tel Aviv" in Zfat. Die schlechteste Herberge, in der ich jemals war.
Das Chabad Hostel "Ascent" kaufte vor einigen Monaten das Hotel auf und versucht momentan genügend Spenden aufzutrieben, um beide Gebäude auszubauen und miteinander zu verbinden. Zur Zeit jedoch ist das "Tel Aviv Hotel" eine Katastrophe und ich erwähne an dieser Stelle nur eines: All die fremden Haare, die sich in der Bettwäsche befanden. Furchtbar !

Vielleicht sollte ich damit beginnen, einen Hotel - bzw. Herbergenführer zu schreiben.:-)

Morgen früh habe ich unten in Tiberias noch ein paar weitere Termine, danach geht es zurück nach Zfat (nicht ins "Tel Aviv Hotel") und am Sonntag zurück nach Jerusalem. Ab Montag laufen meine Blogs wieder normal weiter.

"Schabbat Schalom" an alle Leser !

Kommentare:

  1. Hallo Miriam,
    über Lotte Eisenberg findest Du bei Google Books einige Eintrage. Vielleicht hilft das Dir weiter.
    Gruß
    Uli

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  2. B"H

    Ja, das habe ich auch schon gesehen. Danke fuer den Tipp !!!!

    Im Hotel habe sie eine Photoausstellung mit noch nicht veroeffentlichten Photos und man konnte mir einige Fragen beantworten. Wann Lotte jedoch lebte und starb, erfuhr ich aus dem Internet.

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