Donnerstag, 24. November 2011

TAGLIT (BIRTHRIGHT): Der perfekte Weg zur Aliyah ?


B”H 

Junge Juden bis zu einem bestimmten Alter haben die Möglichkeit, sich bei der internationalen Organisation “Birthright” (Hebräisch: TAGLIT) anzumelden, um auf diese Weise zwei bis drei Wochen Israel kostenlos zu geniessen. Inklusive Sterne – Hotels und Gruppentrips. Sinn und Zweck von “Birthright” ist es, so vielen jungen Juden wie möglich das Land Israel nahezubringen und ggf. zur Aliyah (Auswanderung nach Israel) zu animieren. In den meisten Fällen gelingt dies nicht, denn die Jugendlichen kehren zu ihren Eltern zurück, gehen auf das College oder die Uni und richten ihr Leben im jeweiligen Diaspora – Land aus. Der Israeltrip war toll und bleibt unvergessen, doch leben will man nicht gerade im Heiligen Land. Da bleiben jüdische Heranwachsende lieber im eigenen Land, wo es bequem ist, Jobs vorhanden sind und das Leben in geregelten sowie vertrauten Bahnen verläuft. 

Viele Israelis betrachten die Einrichtung “Birthright”, die vorwiegend von aussen gesponsort wird, als reine Geldverschwendung. Im eigenen Land leben Tausende Jugendliche unter dem Existenzminimum und dann rauschen Jugendliche aus der Diaspora an und machen im 5 – Sterne – Hotel Highlife. Ist das fair ? Warum nicht das Geld in die heimische Jugend stecken anstatt in ausländische Jugendliche, für die der Trip eh nur ein Abendteuerurlaub darstellt und die danach auf “Nimmer Wiedersehen” verschwinden ? 

Zahlreiche Israelis beschweren sich darüber zu Recht. Genau so übrigens wie über Neueinwanderer, die hierherkommen, ihre finanziellen Rechte abkassieren und, wenn das Geld aufgebraucht ist, in ihre Heimatländer zurückkehren. 

“Birthright” darf mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Was mich jedoch an der Organisation stört ist, dass hier auch Jugendliche akzeptiert werden, die aus einer Intermarriage stammen. Beispiel: Der jüdische Vater heiratete eine nichtjüdische Frau und demnach sind die daraus hervorgehenden Kinder keine Juden mehr. Es gibt Eltern, die ihre Kinder auf derlei Trips schicken, damit sie ggf. einen jüdischen Freund bzw. Freundin finden. Erschreckend ist, dass schlimmstenfalls das Kind mit einem nichtjüdischen Partner zurückkehrt. Und das ausgerechnet aufgrund von “Birthright”.

Kommentare:

  1. Was mir angesichts der Taglit Reisen nur noch ein zynisches Lächeln abgerungen hat, ist die in der englischsprachigen Wikipedia Seite zu dieser Organisation zu findende Behauptung, dass ein Teil des Geldes von der deutschen Regierung stamme. Es handelt sich um die Mittel, die an die Jewish Claims Conference überwiesen werden, um jüdische KZ-Opfer und Zwangsarbeiter zu entschädigen. Irgendwelche Fragfen?

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  2. B"H

    Die Quelle, die Wikipedia fuer diese Behauptung nennt, besagt nichts von deutschen Geldern. Taglit finanziert sich vorwiegend von Bronfman, der israelischen Regieung sowie Sheldon Adelson.

    Insgesamt ist Taglit ziemlich erfolgreich in der Hinsicht, dass jungen Juden ermoeglicht wird, nach Israel zu reisen. Ob es im Endeffekt der Aliyah nutzt, bleibt dahingestellt.

    Wenn man die Deutschen im Dritten Reich das von den Juden gestohlene Vermoegen auch so erfolgreich sozial eingesetzt haetten ...

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