Freitag, 12. Februar 2010

Schabbat Schalom


Purim kommt betsimmt: Ende Februar


B"H


Erst war es zu kalt, jetzt ist es für die Jahreszeit zu warm; aber immer noch angenehmer als die Kälte. Die Sonne scheint und alles strömt hinaus. Besonders auf den Jerusalemer Machane Yehudah Markt zu den Schabbateinkäufen. In Tel Aviv wird heute und morgen am Strand Hochbetrieb herrschen. Die Jerusalemer dagegen gehen in die Parks und lassen sich häuslich nieder. Mit oder ohne Grill - je nachdem wie und ob jemand der Schabbat einhält.




Photo: Das Straßenbahndepot am French Hill in Jerusalem


Und in der kommenden Woche soll es soweit sein. Ganz offiziell wird die neue Straßenbahn ein paar Runden drehen. Zur Probe mit Bürgermeister und so, aber immerhin. Seit Jahren werden die Schienen verlegt und die Jerusalemer Straßen gleichen einem Chaos. Immer noch Chaosbrennpunkt: Die Innenstadt bzw. die Jaffa Road um den Zion Square. Mittlerweile erwischte es den "Kikar Davidka" am Klal Center, gleich vor dem Machane Yehudah Markt. Gleis - und Denkmalbau. Das ist zuviel für den Platz und wer ihn als Fussgänger überwinden will, der begebe sich auf die Seite des Klal Centers, denn gegenüber steigt er über Stock und Stein samt Umwege.

Was dieser Tage voll nervt: Viele Israelis benutzen keine Taschentücher und wenn ihre Nase läuft, ziehen sie ihren Rotz so richtig hoch. Egal wo. Und wenn es Stunden dauert, ein Taschentuch wird nicht aus der Tasche gezogen, sondern lieber laut durch die Nase geschnieft.
Obwohl es an Taschentüchern wahrlich nicht mangelt.

Um die Politik und all das Drumherum habe ich mich heute noch nicht geschert. Mein Tageszeitungskauf wird sich unüblicherweise auf die "Yediot Acharont" beschränken, denn die Wochenendausgabe meiner Stammzeitung "Maariv" las ich gestern schon.
"Yediot" kündigte ein Interview mit einem der Enkel des ehemaligen Premiers Menachem Begin an. War Großvater Begin ein ausgesprochener Hartliner, zeigt sich der interviewte Enkel als Hippie - Ökofreak und macht anscheinend auf "Null Bock" und "Es hat alles keinen Sinn". Ein attraktives Futter für den Klatsch in der linken "Yediot Acharonot". Man muss ja was zum Ablästern haben, denn Sarah Netanyahu erwirkte einen Pressebann bis zu ihrer Gerichtsverhandlung. Nichts geht mehr an die Nation heraus; von wegen ihre Ex - Putze Lilian Peretz verklagt sie auf 300,000 Schekel (ca. 60,000 Euro) und so.
Über Wochen zog die israelische Presse über Sarah her und auf der Site der "Jüdischen Allgemeinen" las ich von Millionenklage. Nu, das ist falsch, denn Lilian Peretz will lediglich 600,000 Schekel und keine Millionen. Ob sie die bekommt bleibt eh dahingestellt, denn mehrere Jahre befand sie sich in den Diensten der Netanyahus und klagte nicht.
Damit Sarah nicht noch mehr zur "Hexe der Nation" wird, bewirkte sie einen Pressebann.

Ob Hexe oder Politik, die Israelis suchen ihr Privatleben und ihr Vergnügen. Wer kann sich schon die ganze Zeit über mit all den negativen Dingen wie Antisemitismus in der Welt, dem Atomiran, Terroristen oder Raub, Mord und Vergewaltigung befassen ?
Liegen wir im Park oder am Strand und schlagen die Zeitung auf, trieft es genug heraus. Da glotzt man lieber auf den Grill oder auf ein paar romantische Blühten.

"Schabbat Schalom" an alle Leser und das Ihr auch tolles Wetter haben werdet wie wir in Jerusalem !




Kommentare:

  1. B"H
    das fot zeigt psgaat zeev und nicht givaat zarvatit !!!!!
    gruesse
    itzchak

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Bis Du Dir sicher ?
    Das Depot liegt naemlich gleich hinter dem Givat HaZarfatit ...

    AntwortenLöschen
  3. Doch, Miriam, du hast schon Recht. Es ist French Hill.
    Ich weiss es nämlich drum so genau, weil unsere Kinder dort gewohnt haben und ich regelmässig dort vorbeifahre,wenn ich nach Binyamin fahre.

    AntwortenLöschen