Montag, 1. Februar 2010

Februar 5770 / 2010

B"H

Es gibt Juden, die beginnen schon vor Purim allmählich mit dem Organisieren ihres Haushaltes. Alljährlich feiern wir Purim genau einen Monat vor Pessach und spätestens nach Purim beginnt bei vielen die Hast. Auch ich achte dann beim Einkauf darauf, dass die Lebensmittel einen Hechscher (Koscherzertifikat) mit dem Stempelvermerk "Kascher le'Pessach - Koscher für Pessach" versehen sind. Dies gilt ebenso für Getränke wie für Hundefutter.

An Pessach ist Juden der Genuss von jeglichen Getreideprodukten (Weizen, Hafer, Roggen, Gerste oder Spelt) untersagt. Dies umfasst nicht nur Kuchen oder Brot, sondern Nudeln und Bier. Abgesehen davon enthalten ungeahnt viele Produkte das verbotene Chametz (Getreide). Eben auch das Hundefutter.

Nach Purim beginnt das Großreinemachen daheim, um das Chametz zu entfernen. Zuvor aber feiern wir in diesem Jahr (5770) Purim und das findet am Sonntag, dem 28. Februar 2010 in allen Orten außer Jerusalem statt. Jerusalem selbst feiert "Schuschan Purim", was einen Tag später, also am Abend des 28. Februar beginnt und am 1. März seinen Höhepunkt findet. Deswegen wird Purim in den kommenden Wochen ein Thema sein; auch auf meinem relig. Hamantaschen - Blog.

Kommentare:

  1. Shalom,

    auch in Prag wird Purim am 15. Adar gefeiert, das ist vielen nicht bekannt.
    Es gibt auch noch andere Orte wo Purim zu dem Zeitpunkt gefeiert wird, muss ich aber etwas suchen bis ich die finde. Prag wusste ich noch spontan.

    Kol Tuv

    Joshua

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  2. B"H

    Um hoechst genau zu sein:

    Im Talmud Traktat Megillah lautet es, dass in Staedten, die zur Zeit Yehoshuas (der Nachfolger Moshes) ein Stadtmauer hatten, wird Purim am 15. und nicht am 14. Adar gefeiert.
    Dies leitet sich daher ab, dass die Juden ausserhalb der persischen Hauptstadt Schuschan noch gegen die Hamangefolgschaft weiterkaempften.
    Die Frage ist, ob man nicht von der Zeit eine Stadt mit Mauer in Israel haette auswaehlen sollen. Zum spaeteren Purim - Fest meine ich.

    Die Antwort lautet:
    Dass zu der Zeit keine richtige Stadt in Israel existierte, da die Juden groesstenteils in der Diaspora lebten.

    Von Prag das wusste ich nicht. In Israel wird Schuschan Purim am 15. Adar auch in Safed und ich glaube auch in Tiberias gefeiert.

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  3. Sehr gut, ich setz dann noch mal einen drauf, Mishna Megillah 2a:

    "MISHNAH. THE MEGILLAH IS READ ON THE ELEVENTH, THE TWELFTH, THE
    THIRTEENTH, THE FOURTEENTH, AND THE FIFTEENTH [OF ADAR], NEVER EARLIER
    AND NEVER LATER. CITIES WHICH HAVE BEEN WALLED SINCE THE DAYS OF
    JOSHUA SON OF NUN READ ON THE FIFTEENTH; VILLAGES AND LARGE TOWNS
    READ ON THE FOURTEENTH. THE VILLAGES, HOWEVER, MAY [SOMETIMES] PUSH THE READING FORWARD TO THE COURT DAY."

    Also 11, 12, 13, oder 14 Adar und 15. Adar als spätestes Datum. Das Standard-Datum ist der 14. Adar.
    Der 15. Adar nur für Städte mit Stadtmauern die eben schon zur Zeit Yehoshuas standen.

    Court-Day ist entweder der Montag (yom sheni) oder der Donnerstag (yom chamishi), da wird ja auch aus der Sefer Torah gelesen.

    Was ist an Purim noch zu beachten?
    Können ja mal sammeln.

    Joshua

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  4. warum muss denn hundefutter koscher sein?

    der hund ist doch kein jude!

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  5. B"H

    der hund ist doch kein jude!

    Das ist die beste Begruendung !!!!! Und sie stimmt natuerlich.

    Allerdings ist es so, dass es einem Juden nicht nur verboten ist, dass verbotene Getreide an Pessach zu verzehren, sondern, darueber hinaus, es auch noch im Haus oder ueberhaupt in seinem Besitz zu haben.

    Somit muesste der Hund sein Futter vom Herrchen abkaufen und alleiniger Besitzer werden.:-)
    Hunde taeten sicher gerne der alleinige Besitzer ueber ihr Futter sein, doch mit dem Geld hapert es etwas.:-)))


    @ Joshua

    Ich verfasste in den letzten zwei Jahren einiges auf Hamantaschen und werde alles erneut in den Blog stellen. Auch viel Neues kommt hinzu.

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  6. Solche Fragen wie von Anonym kommen auf mich immer anklagend rüber, ich weiss nicht warum.
    Genauso wenn Nichtjuden fragen warum wir Shabbat halten oder ob wir nicht etwas weniger observant sein könnten, letzteres wurden wir letzte Woche gefragt.

    Kann sein das ich da vielleicht etwas sensibel bin aber ich kenne mich selbst in deren Religion besser aus als so mancher Pastor.
    OK, das hört sich jetzt angeberisch an aber das ist leider Fakt.

    Ich mag einfach diese Warum-Fragen nicht. Man erklärt es lang und breit und am Ende fragen sie warum man nicht an jeshu glaubt.

    Schön wenn wieder was zu Purim kommt, das lerne ich aktuell auch noch nebenbei.

    Joshua

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  7. B"H

    Ich finde die Frage von Anonym vollkommen berechtigt und setze niemandem ein perfektes Wissen im Judentum voraus. Dazu sind meine Sites ja da, dass die Leser Fragen stellen und etwas erklaert bekommen.

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