Sonntag, 21. Februar 2010

Purim kommt

B"H

Anfang nächster Woche feiern wir PURIM und schon jetzt kommt langsam Stimmung auf in der Hauptstadt Jerusalem. Die bekannten Präsentkörbe (Mischloach Manot) sind in allen Größen und Preislagen erhältlich und Purim kostet uns wieder massig Geld.

Insbesondere in Jerusalem wird am Montag kommender Woche riesig gefeiert werden. In haredischen (ultra - orthodox.) Stadtteilen jedoch noch mehr als anderswo.

Wer am 1. März als Tourist in Jerusalem weilt:
Die Busse fahren, doch alle öffentliche Gebäude, Ämter, Banken oder Post sind geschlossen.  Dann ist Feiertag in Jerusalem und die Cafes sowie Vergnügungsstätten werden übervoll sein.

Kommentare:

  1. Zu Purim eine etwas dumm klingende, aber ernstgemeinte Frage: Du hast, wenn ich mich recht erinnere, letztes Jahr erwähnt, daß es bei den Chassidim das Gebot gibt, sich an Purim vollaufen zu lassen. Müssen die Männer nun, ehe sie anfangen, sich die fromme Kante geben, vorher eine bestimmte Bracha sagen, z.B. sowas wie "...und uns geboten hast, an Purim nicht nüchtern zu bleiben"? :)

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  2. B"H

    Zuerst einmal:

    Es gibt keine dummen Fragen.:-)))

    Das Gebot, sich an Purim volllaufen zu lassen, haben alle !!! Nicht nur Chassidim.
    Woher das genau kommt, darauf wollte ich noch eingehen und ich hoffe, ich habe genuegend Zeit !!!

    Nee, den Segen gibts nicht. Was man jedoch tut ist, vor dem ersten Schluck den entsprechenden Segen fuer das Getraenk zu sagen.
    Zum Beispiel:
    Der Wein hat einen anderen Segen als Bier, Cola, Milch oder Saefte.
    Dies bezieht sich auch auf den Segen hinterher. Im Judentum sagt man Segen vor und nach dem Essen oder Trinken !!!

    Es gibt jedoch auch Leute, die an Purim nuechtern bleiben. Die Breslover Chassidim, zum Beispiel, die sich eher zurueckziehen und beten.

    Andere wiederum rollen vollgesoffen unter und ueber Tische.

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  3. Shalom,

    Ganz klar, es gibt kein Gebot sich "volllaufen" zu lassen. Ich muss immer noch in der Lage sein meine Mitzwot zu erfüllen, in dem Fall das Nachtgebet Kerias Shema al ha'Mita.

    Viele besaufen sich und wachen im Krankenhaus wieder auf, das ist ein klarer Chillul Hashem und kein Vorbild!

    Was man machen soll ist man soll etwas mehr trinken als sonst, bei mir wäre das ein Glas Alkohol. Ich trinke sonst NUR zu Pessach Wein, sonst nur Mitz Anavim.

    Es gibt den Spruch shikker is ah goy, Juden werden nicht betrunken.

    Etwas trinken Ja, sich "totsaufen" Nein.

    Joshua

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  4. B"H

    Was mit dem Kriat Shema vor dem Zubettgehen ist, weiss ich nicht, doch gibt es das Gebot. Im Talmud heisst es, dass sich jemand so volllaufen lassen muss, dass er den Unterschied zwischen Haman und Mordechai nicht mehr kennt.

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  5. Den Unterschied weiss man immer.

    Du beziehst Dich auf Megillah 7b.

    Wenn jemand weiss das er vulgär oder aggressiv wird darf er schonmal garnicht betrunken werden.

    Mishnah Brurah 695 sagt das man besser nicht betrunken werden soll wenn man dadurch andere Mitzwot verletzt.

    Ich halte mich daran und trinke minmal mehr.

    Joshua

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  6. B"H

    Ganz richtig. Soweit sah ich immer nur Leute groehlen oder ueber bzw. unter den Tisch rollen. Richtig ausfallend wurde niemand.

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  7. >Nee, den Segen gibts nicht. Was man jedoch tut ist, vor dem ersten Schluck den entsprechenden Segen fuer das Getraenk zu sagen.
    Zum Beispiel:
    Der Wein hat einen anderen Segen als Bier, Cola, Milch oder Saefte.

    Das heißt dann wohl, daß man bei einer Sorte bleiben sollte, weil man sonst, z.B. bereits kräftig alkoholisiert mit Bier, den Segen zum Wein nicht mehr richtig sprechen kann? ,-)

    Die Stelle Megillah 7b merke ich mir, die kann ich irgendwann genüßlich einem muslimischen Alkoholgegner unter die Nase reiben. *g*

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  8. B"H

    Der Talmud bezieht sich nur auf Juden und nicht auf Leute anderer Religionen !

    Wenn Du es ganz halachisch willst:

    Nehmen wir an, jemand hat zwei Getraenke vor sich stehen. Wein und Bier. In dem Falle trinkt er zuerst den Wein und spricht den Segen darueber.

    Auf HAMANTASCHEN habe ich es, glaube ich, noch nicht oder kaum erklaert: Im Judentum unterscheiden wir zwischen bestimmten Getreidesorten, Wein, Trauben, Datteln, Feigen und Oliven. Fuer diese Nahrungsmittel gelten spezielle Regeln bzw. Segen. Die Hauptregel lautet, dass wenn man diese Nahrungsmittel vor sich stehen hat, man sie in einer bestimmten Reihenfolge isst.
    Demzufolge kommt der Wein oder auch Traubensaft vor dem Bier.

    Also wird zuerst der Wein getrunken und der Segen zuvor gesagt und danach das Bier mit einem anderen Segen.

    Danach werden zwei unterschiedliche Dankessegen gesagt.

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