Mittwoch, 25. März 2009

Gewalt in Israels Klassenzimmern

B"H

Eine Schuldirektorin aus Kiryat Gat (in der Negev) wurde am Montag vom Vater einer Schülerin verprügelt. Der Vorfall geschah noch dazu in einer relig. Schule, in welcher ein Mädchen aufgefordert worden war, ihre Kleidung wechseln zu gehen und sich anständiger anzuziehen. In relig. Schulen ist dies durchaus üblich und bevor ich mich auf derlei Schule begebe, weiß ich, was mich erwartet. Der Vater des Mädchens wusste das offenbar noch nicht und kam in die Schule, wo er vor Ärger den Kopf der Direktorin dreimal gegen die Wand knallte, bevor diese entkommen konnte.

Aufgrund des Vorfalles begann in israelischen Schulen der Unterricht gestern morgen erst um 9.00 Uhr. Eine Stunde lang befanden sich sämtliche Lehrer im Streik, womit sie nicht nur auf den aktuellen Fall in Kiryat Gat aufmerksam machen wollten. Die Gewalt an israelischen Schulen ist stark am Ansteigen und mehrheitlich betrifft es dabei das "Schüler - Lehrer - Verhältnis". Als Lehrer sei man heutzutage kaum mehr sicher und immer mehr Lehrer werden von ihren Schülern verkloppt. Die Lehrer fordern strenge Maßnahmen vom Bildungsministerium, doch in einerm gestrigen Interview auf dem israelischen Radiokanal von "Reshet Beit" sagte eine Sprecherin des Ministeriums, dass dies keinesfalls Aufgabe der Regierung sei.

Wieder einmal werden sich die Zuständigkeiten zugeschoben und nichts Produktives kam bei dem Interview heraus. Bezüglich des aktuellen deutschen Falles "Winnenden" scheint Gewalt an den Schulen ein weltweites Gesellschaftsphänomen zu sein, zu dem ich noch keine Lösung vernommen habe. Und wenn dann tatsächlich etwas passiert, wird auf Ursachenforschung gegangen und gute Ratschläge erteilt. Solange, bis es zur nächsten Katastrophe kommt und dann geht alles wieder von vorn los.

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