Freitag, 27. März 2009

Aufregung um die Unabhängigkeitstagsfeiern in Petach Tikwah

B"H

Petach Tikwah ist eine 200,000 Einwohnerstadt nicht weit von Tel Aviv gelegen. Wer von Tel Aviv aus das gleich an die Stadt anschliessende Ramat Gan, sowie das nachfolgende Bnei Brak passiert, der gelangt nach Petach Tikwah. Wer ausgesprochen gut zu Fuss ist, der kann die Städte sogar erlaufen, denn alles liegt an einer Hauptstraße: der Jabotinsky.
Wer dagegen unbedingt einen Bus braucht, kann mit der Linie 51 vom Tel Aviver Zentralen Busbahnhof bequem die Route abfahren.

Petach Tikwah ist, unter anderem, bekannt für seine hohe Anzahl aus Ungarn stammender Bewohner. Nicht wenige davon sind Holocaust - Überlebende und nicht wenige Stadtbewohner sind religiös. Die Stadt ist tolerant, aber dennoch mit einem relig. oder zumindest traditionellen Touch.

Am 29. April feiert Israel seinen diesjährigen 61. Unabhängigkeitstag und jede Stadt organisiert ihre eigenen lokalen Feiern. Was im vergangenen Jahr in Tel Aviv keinerlei Entrüstung auslöste, eben weil Tel Aviv halt nun einmal Tel Aviv ist, führt nun in Petach Tikwah zu massiven Beschwerden.

Der homosexuelle Sänger Ivri Lider soll bei den offiziellen Feiern singen und die relig. Bevölkerung will das verhindern. Und schon befindet sich das Rathaus unter Beschuß. Man hätte bei den Planungen mehr Feingefühl zeigen sollen und keinem schwulen Sänger den Auftritt erlauben dürfen. Die Stadt rechtfertigt sich damit, dass Ivri Lider schließlich immerhin ein bekannter israelischer Sänger sei.

Als ich vor einem Jahr an den Feierlichkeiten in Tel Aviv dabei war und gegen Ende der Auftritt Liders angekündigt wurde, bin ich gegangen. Das wars. Was soll ein relig. Jude mit einem Ivri Lider, der sich mehr als offen über seine Neigungen äußert und alles zur Propaganda nutzt, anfangen ? Soll Lider halt in Tel Aviv singen oder wo immer man ihn akzeptiert.


Ivri Lider

Toleranz kann auch zu weit gehen und in der heutigen Zeit, in Deutschland wahrscheinlich mehr als in Israel, meinen manche, dass Homosexualität ganz normal sei. Es scheint als gehen immer mehr moralische Werte zu Gunsten falschem Mitgefühlt verloren und alles Abnorme darf jederzeit die Oberhand gewinnen.

Ausführliches hier:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3692912,00.html

8 Kommentare:

  1. Warum dieser Hass und diese Intoleranz? Hier geht es um Musik (und sehr gute noch dazu). Haben die Kritiker Angst, dass sie selbst schwul werden, wenn sie Ivris Musik hören? Tatsache ist, dass man nicht schwul oder lesbisch wird oder sich dafür entscheidet, sondern dass man so geboren wird.

    Warum überhaupt die Aufregung von religiöser Seite? Nachdem mit Rita auch eine Frau bei den Feierlichkeiten singen soll, dürfen Religöse ohnehin nicht teilnehmen. Oder war das nur das Vorspiel für die nächste Forderung, dem Auftrittsverbot für Frauen?

    Besonders lächerlich ist die Aussage des Vertreters der nationalreligiösen Partei: 'Independence Day is for everyone...' Wirklich für alle? Offenbar nicht für die schwulen und lesbischen Einwohner von Petah Tikvah.

    Ich verstehe auch Deine ablehnende Haltung nicht, Miriam. Was würdest Du denn tun, wenn Du Kinder hättest und es sich herausstellen sollte, dass eines von Ihnen homosexuell ist? Verstossen?

    Leider ist die Selbstmordrate unter homosexuellen Jugendlichen immer noch viel höher als bei gleichaltrigen heterosexuellen Jugendlichen. Diese Toten sind die Folge der immer noch vorhandenen gesellschaftlichen Diskriminierung und Ächtung. Dank dieser ‚ehrenhaften’ Politiker in Petah Tikvah, die Ivris Auftritt verbieten wollen, kommen vielleicht noch einige Selbstmorde dazu. Gäbe es mehr Menschen wie Ivri Lider, die schwulen und lesbischen Jugendlichen als postive Rollenbilder dienen können, würden auch weniger junge Menschen sterben.

    lg, Gernot

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  2. B"H

    Zuerst einmal lehnen Religioese Homosexualitaet ab, weil es ein biblisches Verbot ist. Bedeutet ein Verbot "Deoraita" und da ich mich zu den Religioesen zaehle, lehne ich diese Veralagung genauso ab. Nicht die Veranlagung an sich, aber die aktive Ausfuehrung.

    Ich weiss nicht, ob die Relig. aus Petach Tikwah alle an den Feiern teilnehmen und wer Rita nicht hoeren will oder doch. Aber Ivri Lider ueberspannt den Bogen, was wohl auch an seinen manchmal pervers klingenden Meinungen in vielen Wochenendausgaben der "Yediot Acharonot" sowohl als auch der "Maariv" zum Vorschein kommt.

    Abgesehen vom biblischen Verbot, meines Erachtens sollten Homosexuelle ihr Leben daheim ausueben und nicht in die Oeffentlichkeit ziehen. Und mit Toleranz hat das nichts zu tun, denn Toleranz kann genauso ueberspannt werden. Ivri Lider ist nicht der beste Saenger Israels und wenn man schon gute Musik hoeren will, haette man genauso gut Yehudah Poliker einladen koennen.

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  3. Hi Miriam,

    Deine Meinung, dass Homosexuelle "ihr Leben daheim ausüben sollten" teile ich sogar (auch in Bezug auf Heterosexuelle). Da ich aber nicht davon ausgehe, dass Ivri Lider auf der Bühne in Petah Tikvah öffentlich Sex haben wird, sollte also nichts gegen den Auftritt sprechen.

    Im übrigen finde ich es lustig, dass Du ausgerechnet Yehudah Poliker als Alternativprogramm vorschlägst. Yehuda Poliker ist nämlich auch schwul, bekennt sich auch öffentlich dazu und macht kein Geheimnis daraus.

    lg, Gernot

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  4. B"H

    Also ich habe noch nicht gehoert, dass Yehudah Poliker schwul ist.
    Vor einiger Zeit schrieb hier jemand einen Kommentar, dass Sarit Hadad lesbisch sein soll. Wer also steht noch auf der Liste ? Shlomo Artzi vielleicht ?

    Ausser von Ivri Lider hoerte ich nichts und falls denn das mit Poliker tatsaechlich stimmen sollte, engagiere man Eyal Golan.

    Ich als relig. Person lehne Homosexualitaet grundwegs ab und wer dies unbedingt in Israel betreiben will, der mache das mit sich privat und mit G - tt aus, aber nicht sich auf einer Buehne anhimmeln lassen und ein wenig Selbstbestaetigung in das verwirrte Hirn zerren.

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  5. In Deutschland scheint es mir so, als ob die viel gepriesene Toleranz in Wirklichkeit nur die Feigheit ist, seinen eigenen Standpunkt öffentlich zu vertreten.
    Wie soll man es sich sonst erklären, dass viele offiziell nichts an Homosexualität auszustetzen haben, aber sich hinter vorgehaltener Hand darüber lustig machen.

    Auch ich lehne Homosexualität aus religiösen Gründen ab. Dies heißt für mich jedoch nur, dass ich das Verhalten des anderen ablehnen, nicht jedoch die Person an sich. Ich wäre einem Schwulen gegenüber genauso bereit ihn bei dem Versuch zu unterstützen, sein Fehlverhalten abzulegen, wie ich es bei jedem anderen Fehlverhalten auch wäre.

    Im Übrigen scheinen die Schwulen hier nach dem Motto zu leben "Wer schreit, gewinnt" und damit haben sie anscheinend Erfolg.

    Dieter

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  6. B"H

    Ich weiss noch, was es fuer ein Geschrei gab als Alfred Biolek and Hape Kerkeling sich vor einigen Jahren outeten. Heute dagegen scheint alles salonfaehig zu sein und man wird angemacht, sobald eine andere Meinung vertreten wird.

    Ich lehne keinen Homosexuellen ab und hier stimme ich Dir zu. Man kann prima miteinander auskommen, muss aber den Neigungen des anderen nicht zustimmen.

    Ich denke, dass dies fuer jeden Betroffenen eine Privatangelegenheit bleiben sollte, aber allgemein ist es in Israel leider fast genauso. Genau genommen nur einmal im Jahr bei der Gay Parade. Und dann vor allem in Jerusalem. Dann erfolgen auch hier laute Schreie und die Homosexuellen pochen auf ihre Rechte.
    Als ob sie nicht schon alle haetten ...

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  7. Nur ist Homosexualität kein Fehlverhalten wie Lügen etc.
    Oh mann.

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  8. B"H

    Was soll ich jetzt dazu sagen ? Dass es auch die Luege drauf ankommt ?

    Fuer mich ist Homosexualitaet ein Fehlverhalten, denn als relig. Mensch schaue ich auf das, was in der Thora steht. Und dort wird die Ausuebung der Homosexualitaet von G - tt abgelehnt.

    Nicht jeder muss mir zustimmen und nicht jeder muss relig. sein.

    In der Kabbalah bezieht sich uebrigens Rabbi Yitzchak Luria auf die Homosexualitaet: Derlei Leute benoetigen eine Behandlung".
    Dies wird sogar vielfach so gehandhabt, denn nicht jeder ist in der Lage, homosexuell zu leben und seinen Trieben nachzugeben. Bei nicht wenigen kommen dadurch seelische Konflikte auf.

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