Samstag, 10. Januar 2009

Fahrt von Tel Aviv nach Jerusalem

B"H

Der Samstag abend (Mozzaei Schabbat - Schabbatende) bringt jedes Mal erneut einen speziellen Geruch mit sich. Den Geruch des Alltags; der Auspuffgase, der Hektik, des Menschengewimmel, der Arbeit an sich. Während am Schabbat noch alles, mehr oder weniger, relaxt von Statten ging, geht nun in den gewohnten Alltagstrott über. Auch für mich, die da gerade aus Tel Aviv nach Jerusalem kam, um die Nachtschicht in der Bäckerei zu beginnen.

Aus Tel Aviv wegzukommen, war gar nicht einmal so einfach. Zuerst kam der Lokalbus nicht. Was kam, waren die gelben Sherut - Taxen zum Zentralen Busbahnhof. Vollbesetzt mit ausländischen Gastarbeitern. Man hatte das Gefühl in ein voll besetztes Gefährt auf den Philippinen, Thailand oder Afrika zu schauen. Kaum ein Israeli darin, doch Exotik pur. Als der Linienbus endlich kam, das gleiche Bild: die Philippinen im Bus.

In Tel Aviv herrscht einiges an Alarm, denn neue Terrorakte der Palis werden befürchtet. Der Wächter am Zentralen Busbahnhof hingegen hatte es eilig. Kurz die Tasche auf und durch.

Mit der Rolltreppe schnell hinauf vom vierten in den sechsten Stock und Glück gehabt. Der Bus nach Jerusalem stand schon dort. Abfahrt pünktlich um 19.30 Uhr. Auch hier wieder Philippinas, doch deutlich weniger. Man hatte wieder das Gefühl, in Israel zu sein.

Die ersten Busse nach dem Schabbatausklang sind die bequemsten, denn dann herrschen noch keine Staus auf den Autobahnen. Auf dem Weg nach Jerusalem, welcher normalerweise ca. 50 Minuten dauert, liegen die Stauschwerpunkte vor Sha'ar Chagai und am Sivuv Mozza, der Kurve des Jerusalemer Vorortes Mozza.

Es ging alles gut und wir kamen pünktlich an.
Bei Dunkelheit wird bei den meisten Überlandfahrten das Licht innerhalb des Busses abgestellt und nach wenigen Minuten schlafe ich gewöhnlich ein. Zu sehen gibt es im Dunkeln eh nichts. Am Ben Gurion Flughafen vorbei, irgendwann an der Tankstelle bei Sha'ar Chagai. Genau dort beginnt auch der Übergang vom grünen Flachland in das Gebirge Judäas. Am Moshav Shoresh vorbei nach Abu Gosh, der Kleinstadt christlicher Araber; Telshe Stone, Mozza, Jerusalem.
Halten tut der Bus nur einmal; nämlich an der Kreuzung Harel vor Mozza.

Bei Aussteigen am Jerusalemer schlägt einem sofort die Kälte des Jerusalemer Winters entgegen. Heute und morgen sind es vier Grad Unterschied zu Tel Aviv. Tagsüber herrschen in Jerusalem derzeit 15 Grad in Tel Aviv sind es 19. Nachts sind es in Jerusalem nur 8 Grad, in Tel Aviv immerhin 11.

Die Straßen wimmeln von Yeshiva - Boys und amerikanischen relig. Seminary - Girls. Ein ungewohnter Anblick für Leute von der Küste. Die Eiseskälte vergrault vielen das Ausgehen und was bleibt da als TV schauen oder Radiohören ? Dort aber geht es auch nicht besser zu, denn ein Kriegsbericht folgt dem nächsten. Ich konzentriere mich derweil auf die Backwaren.

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