Freitag, 9. April 2010

Junk Mail von Anat Kamm

B"H

Es ist freitag morgen 8.00 Uhr und schon zu dieser frühen Stunde werde ich auf Facebook zugemüllt mit Solidaritätsaufforderungen für und von Anat Kamm (Kam).

Ich hatte noch gar keine Zeit, mich mit dem Fall näher zu befassen, doch die Tageszeitung zum Wochenende, MAARIV, ist proppevoll mit Artikel zum aktuellen Spionagefall.

Die Ex - Soldatin Anat Kamm, Möchtegern - Journalistin und irgendwie kleine Journalistin beim Online - Magazin WALLA (von dort gerade unbezahlten Urlaub genommen und Walla weist jede Mitwirkung im Spionagefall von sich) klaute während ihrer Wehrzeit 2000 geheime Militärdokumente aus dem Büro (PC) des Oberbefehlshabers der Mitte, Yair Nave. Eifrig übergab Kamm die Dokumente an den HAARETZ - Journalisten Uri Blau und dieser publizierte innerhalb der vergangenen zwei Jahre angebliche Militärgeheimnisse. So geriet er ins Visier des internen Sicherheitsdienstes Shin Beth, wo er verhört worden war und eine Verpflichtung zur Rückgabe der von Anat Kamm erhaltenen Dokumente unterschrieb. Allerdings gab Blau lediglich nur 50 der 2000 geklauten Dokumente zurück. Seit ca. vier Monaten sitzt er in London und traut sich nicht mehr nach Israel.  Anat Kamm sitzt derzeit im Knast.

Hat der Shin Beth zu spät reagiert ? Wenn mir derlei Ereignisse bekannt sind, dann mache ich doch nicht lange rum, sondern handele.
Anat Kamm jedenfalls verursachte dem Journalismus eine noch schlechtere Reputation als eh schon da ist.

Und was nun ? Sollen wir alle mitleidig auf Anat Kamm schauen und ihr Facebook Friend werden ? Wer derlei Spionage betreibt, muss mit Entdeckung rechnen und der Wunsch Journalist zu werden, rechtfertigt nicht, geheime Militärinfos auszuplaudern. Anscheinend jedoch kennen gerade heute, zur Facebook - Zeit, die Menschen keinerlei moralische Grenzen mehr. In den USA wäre Kamm sicherlich noch schlechter dran. Siehe Jonathan Pollard. Wobei Pollard als Person ebenso seltsam gewesen sein soll wie Anat Kamm: Mit Ambitionen zum Möchtergerntum.

Kommentare:

  1. Soweit ich informiert bin, verhält sich die Angelegenheit etwas anders als von dir dargestellt. Und zwar sollen von ihr Unterlagen über Berichte über gezielte Tötungen von Palästinensern durch die IDF veröffentlicht worden sein. Man mag dazu nun stehen wie man will, diese Tötungen wurden vom obersten Israelischen Gericht untersagt.

    Ist nun ein Gesetzesverstoß des Miltärs ein Geheimnis, dass unbedingt der Öffentlichkeit vorenthalten werden muß?

    Dieter L.

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  2. Anat Kamm ist in meinen Augen eine Hoch- und Landesverräterin der schlimmsten Sorte! Sie hat neben ein paar vielleicht illegalen Befehlen vor allem andere militärische Geheimnisse weitergegeben und damit Leben von Israelis gefährdet. Das ist Verrat der schlimmsten Sorte und muss hart bestraft werden. Das ist keine Unterdrückung der Pressefreiheit sondern eine normale stafrechtliche Konsequenz.

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  3. B"H

    @ Dieter

    Das stimmt nicht. Erstens hat Anat kamm nie etwas veroeffentlicht, sondern die geklauten Dokumente auf CD - Rom gepresst und sie an den Haaretz - Journalisten Uri Blau weitergegeben. Das geschah im September 2008.

    Zweitens veroeffentlichte Uri Blau einen Haaretz - Artikel, indem es um den Widerspruch zwischen dem Obersten Israelischen Gerichtshof und der Hinrichtung israelischer Terroristen durch die IFD ging. Weiter veroeffentlichte Uri Blau noch nichts, denn der Schabak kam ihm sofort auf die Schliche.

    Es ist Spionage, Militaergeheimnisse zu klauen, andere Leute und sein Land in Gefahr zu bringen. Aber wie wir wissen, ist Anat kamm eine radikale Linke, die vorher schon auffiel.


    @ David

    Da gebe ich Dir eindeutig Recht. Schlimmer jedoch ist Uri Blau, der nichts herausruecken will und sich versteckt.

    Anat Kamm gab immerhin zu, fahrlaessig gehandelt zu haben und ihre Eltern machen auf Verstaendnis. Doch was Uri Blau beabsichtigt, versteht kein Mensch.

    Mittlerweile steht Haaretz voll unter Beschuss und viele Leser kuendigen ihr Abo. Diese Art von linker Taetigkeit, sprich Landesverrat, geht dann doch zu weit.

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  4. Offiziell wird Anat Kamm nur die Weitergabe von "geheimen" Informationen über Rechtsbrüche innerhalb von Tzahal vorgeworfen. Alles andere sind Gerüchte ohne Quellen.

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  5. B"H

    Hat jemand etwas anderes behauptet ?

    Im Nachhinein jedoch kaeme noch der Landesverrat hinzu und die Spionage ist auch aktuell, obwohl dieser Vorwurf sogar von Yair Nave abgelehnt wird.

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  6. B"H

    Anat Kamm wurde gerade von einem israelischen Gericht zu 4,5 Jahren Gefaengnis verurteilt. Ihr jahrelanger Hausarrest wird nicht als Haftstrafe anerkannt und somit hat die kriminelle Dame noch geschlagene 4,5 Jahre vor sicht.

    Viel zu wenig, wenn man sich die Schwere der Strafe anschaut.

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