Sonntag, 7. März 2010

Gilad Shalit ist kein Schauspieler

B"H

Israel versucht, seine eigene "Gefangenengeschichte" aufzuarbeiten. Nicht erst seit Ron AradEhud Goldwasser oder Gilad Shalit werden israelische Soldaten von den umliegenden Feindesländern wie dem Libanon oder Syrien gefangengenommen. Vor der Hizbollah oder der Hamas gab es schon die libanesischen Amal - Milizen oder syrische Terrorgruppierungen. Ganz zu schweigen vom Iran.

Schon immer kidnappten Libanon und Syrien gerne Israelis, um so ihre einsitzenden Glaubensgenossen aus israelischen Gefängnisse freizupressen. Nicht selten stimmte die israelische Regierung unverhältnismässigen Deals zu und entliess mehr Feindesgefangene als die Terroristen im Gegenzug boten. Und es soll der Ex - Premier Yitzchak Rabin gewesen sei, der einen Ron Arad - Deal mit dem Terroristen Mutafa Dirani vergeigte, denn er befürchtete ein zu hohes Risiko einzugehen, wenn er zuviele hochkarätige Terroristen freiliesse. Kurz darauf soll Dirani den Gefangenen Arad an den Iran abgetreten haben. Seitdem verliert sich die Spur von Ron Arad.

Seit fast vier Jahren befindet sich Gilad Shalit in den Händen der Hamas und nichts ist entschieden. Stillstand herrscht, denn die Hamas antwortete der israelischen Regierung nicht auf ein Angebot hin. Das israelische TV drehte eine Serie zum Thema "17 Jahre Gefangenschaft in Feindeshand und was geschieht, wenn gekidnappte Soldaten zurück kommen". Mit welchen Traumata müssen sie leben und wie reagiert die vielleicht mittlerweile sogar fremd gewordene Familie auf den Heimgekehrten ?

Entführungen dieser Art werden weitergehen und am Ende ist doch fast immer jeder gekidnappte Soldat auf sich gestellt. Auch nach der Freilassung.

Kommentare:

  1. Im Januar hörte ich einen interessanten Vortrag über Israel, den der ehemalige israel. Botschafter in Deutschland - Avi Primor - hielt. Am Ende konnte man Fragen stellen. Da auch ich viel über das Schicksal des entführten Soldaten Gilad Schalit nachdenke, stellte ich ihm genau die Frage, wie er das weitere Schicksal Schalits sieht und ob man ihn wohl bald freilassen könnte. Die Antwort Avi Primors war sehr überraschend. Zum Einen könne man nicht über 1000 Terroristen (mit "Blut an den Händen") frei lassen, obwohl viele Israelis dafür seien, zum Anderen hätte man fast schon kurz vor Verhandlungsende gestanden. Doch Abbas (!) bäte stets darum, der Hamas, die Gilad Schalit irgendwo festhalten, nicht einen solchen triumphalen Erfolg zuzuspielen. Das würde seine Macht zu sehr untergraben, der Hamas Auftrieb geben, was zur Verunsicherung seiner Stellung bei der Fatah bzw. im Westjordanland führen könnte. --- Solch ein Hintergrund für die Freilassung Gilad Schalits hat mich doch etwas verblüfft. Es scheinen doch mehr geheime Verhandlungen im Hintergrund vor sich zu gehen, als man denkt.
    Margot

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  2. B"H

    Stimmt !

    Abbas will seine Position sichern und bei einer Freilassung all der Terroristen (wobei Marwan Barghouti zur Fatah oder besser, zu Abbas gehoert) waere die Hamas im Vorteil. Die Pali - Bevoelkerung wuerde der Hamas huldigen und der deal taete der Hamas viele Sympathien einbringen. Davor hat Abu Mazen angst.

    Hochkaraetige Terroristen stehen auf der Hamas - Liste und Netanyahu wuerde sie unter Umstaenden freilassen, doch wenn, dann muessen diese Israel verlassen !
    Die Hamas hingegen dringt darauf, dass sich die Terroristen nach ihrer Freilassung auf israelischem Terrotorium frei bewegen duerfen.

    Zudem machen die Eltern der israelischen Terroropfer Stimmung, denn sie waren vor neuen Anschlaegen. Ebenso der Geheimdienst Schabak. Eigentlich alle, aber ohne Zugestaendnisse wird Shalit nicht freikommen.

    Einer auf der Terrorliste beschuldigte Netanyahu vor wenigen Tagen sich mehr um seine Politgegnerin Zipi Livni zu kuemmern als um Shalit. Shalit sei doch egal, aber Hauptsache Netanyahu sichere seine Position und halte die Kadima - Partei fern.

    So ganz unrecht hat der Terrorist da nicht.

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