Sonntag, 29. Januar 2012

Strom wird um 6,6% teurer

B”H 

Wieder einmal wird der Strom teurer. Und das noch schnell im ersten Quartal im März. Dann dürfen wir 6,6% mehr zahlen, aber das ist noch längst nicht alles: Bis Ende 2014 wird sich der Strompreis stufenweise insgesamt um 31% erhöhen. 

Israels Strompreise liegen eh verhältnismässig hoch und jetzt benutzt die Elektrizätsgesellschaft “Chevrat HaChashmal” die Gaskrise mit Ägypten als Grund für die erneuten Erhöhungen. Dabei sollte “Chevrat HaChashmal” lieber einmal sämtliche ihrer Angestellten zur Kasse bitten. Wer nämlich für den landesweiten Stromversorger arbeitet, egal of Putzfrau oder Manager, erhält seinen Strom daheim umsonst. Die ganze Familie darf soviel Strom verbrauchen, wie sie will; alles auf Rechnung der Bevölkerung, die nicht bei den Stromwerken angestellt ist. Das dürfte es auf der ganzen Welt nur einmal geben. Abschaffen traut sich das System niemand, denn die Stromwerke drohten an, dass falls die Angestellten, wie andere Bürger auch, Stromgeld zahlen müssen, sie streiken und den Stromhahn ganz abdrehen. 

“Chevrat HaChashmal” – ein unlogisches und nutzloses Monopol Israels.

Kommentare:

  1. Mich würde es mal interessieren, was der Strom im Land überhaupt kostet. Läuft das ähnlich wie in der BRD: Miete für den Kasten und pro Kw?

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  2. @Miriam:

    Warum nutzt eigentlich Israel nicht das riesige Potenzial an Solarenergie?

    Im Negev wäre da doch mehr als ausreichend Platz für soetwas oder etwa nicht?

    PS: Monopolstellungen sind immer schlecht. Doch wie siehts eigentlich aus mit den Gewerkschaften in Israel? Haben die etwas zu sagen? z.B. Histadrut?

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  3. Shalom,
    das ist wirklich unfassbar, das grenzt ja schon an Korruption, jeder der bei den Stadtwerken arbeitet bekommt Strom umsonst.
    So eine Geschäftspraxis ist asozial und schadet der Gesellschaft.
    Ich kanns nicht fassen, da arbeitet eine "billige Putze" bei den Stadtwerken und ihre ganze Bagage bekommt Strom gratis. OK, sowas macht sich gut für einen Shiduch. ;)

    Ich kann mich noch gut an dieses Teemonopol erinnern oder das Monopol für Buchverkauf. Das sind alles sinnlose Überbleibsel aus der Mandatszeit, genau wie Teile der israelischen Rechtsprechung.

    In Israel muss sich in JEDER Hinsicht noch einiges tun um einen westlichen Standard zu erreichen.

    Joshua

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  4. B"H

    Miete fuer den Kasten ? Keine Ahnung. Aber ansonsten kommt hier auch ein Stromableser und alles wird per KW berechnet. Die Grundgebuehr liegt allerdings bereits recht hoch. In Deutschland war mir nie aufgefallen, dass ich auch Miete fuer den Kasten zahlte. Hm ...

    Die Elektrizitaetswerke besitzen eine Monopolstellung, mit der sich niemand gerne anlegen will. Wer weiss, wer von all den hohen Wirtschaftsbossen mit wem verquickt ist. Israel ist ein kleines Land und jeder kennt jeden. Wuerde mich nicht wundern, wenn da eine Kraehe der anderen kein Auge aushacken will.

    Die Solarenergie wird ja genutzt und viele Haeuser besitzen auf dem Dach eine Solaranlage (Dud Shemesh). Im Sommer spart das schon an Kosten und im Winter stellt man halt den Boiler an. Wobei gute Boiler nach 15 Minuten heisses Wasser liefern, andere erst nach 1 Stunde oder mehr. Und dann ist die Wassermenge begrenzt, denn der Boiler fasst nur begrenzte Wassermengen. Stell Dir das einmal bei einer Familie vor, wenn jeder unter die Dusche will. Ich kenne das noch aus Yeshivazeiten, wo jeder kaum fuenf Minuten Zeit hatte und dann schrei schon der Naechste.:-)))

    Wer eine Wohnung sucht, sollte stets nach einem "Dud Shemesh" fragen und sich erkundigen, wie und ob er funktioniert.

    In Israel herrscht nun mal das Teammonopol. Alle hassen es, aber dagegen angehen tut niemand. Wuerde momentan eh nichts nutzen.:-)))

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  5. Hi Miriam,

    dein Beitag stoesst bei deutschen Lesern auf Unglaube und das
    nicht ganz zu Unrecht.. Wer bei Chavat Hcaschmal / IEC arbeitet, bekommt noch lange keinen Strom "umsonst".

    Alle "zeitweise" Beschaeftigten (bis zu 15 Jahre's Zeit-vertraege) bekommen keinen Strom, nicht einmal eine Verguenstigung. Nach 15 Jahren laeuft der Vertrag aus - sie
    gehen fuer 1 Jahr stempeln und bekommen einen neuen Vertrag - wieder ohne Frei-Strom. Eine Festanstellung (Quiut) haben und bekommen die wenigsten, schon gar keine Putzfrauen - die kommen ausschliesslich von externen Firmen und haben nicht einmal ein Recht auf die Firmenkantine. Die wirklich Festangestellten bekommen als Bestandteil des Grundgehalts ein Kontingent an "Strom", dafuer ist aber das Grundgehalt entsprechend bescheiden. Alles was ueber das Kontingent hinaus verbraucht wird muss bezahlt werden.

    Der Strommarkt in Israel ist mit dem deutschen nicht zu vergleichen, da Neubauten verhindert & verschoben werden und die KW fast immer am Limit operieren. Der Preis ist an den Brennstoff gebunden.. und Brennstoffe gibts in Israel = keine. Die Gasversorgung aus dem Nachbarland ist unterbrochen und als Notloesung werden die Turbinen anstatt mit Gas, mit Diesel betrieben was das Produkt 150% teuerer in der Erzeugung macht.

    Lg
    Steric

    P.S. Ich bezahle auch meinen Strom und bin von der Erhoehung betroffen..

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  6. B"H

    Klar, erhalten Zeitarbeiter oder anderweitige Zeitangestellte derlei Verguenstigungen nicht. Und nicht jede Putzfrau ist bei der Chevrah direkt angestellt. Obwohl es Festanstellungen durchaus gibt. Gerade jetzt diskutiert die Presse, wie viel Gehalt Zeitarbeitskraefte erhalten, wenn Ministerien sich durchringen, einige von ihnen fest einzustellen. Dies betrifft allerdings nur die Reinigungskraefte.

    Ich kenne eine Familien, die bei der Chevrat HaChashmal arbeitet und die erhalten, neben reichlich Gehalt, immer noch den Strom frei Haus. Immer wieder beginnt die Diskussion neu, ob die Angestellten nicht zahlen sollen, doch dann drehen die Angestellten den Spiess um und drohen mit Streik.

    Darueber hinaus herrscht bei der Chevrat HaChashmal dasselbe Prinzip wie bei den Kupot Cholim: Zu hohe Gehaelter, Bereicherungen und uebertrieben hohe Pensionen. Aber das ist nicht neu und wird immer wieder neu diskutiert und vertagt.

    http://www.ynet.co.il/articles/0,7340,L-3811171,00.html

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