Freitag, 13. Januar 2012

Rabbi Shmuel Boteach und die Christen

B”H

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass leider viele orthodoxe Rabbiner christlichen Geldspenden hinterherlaufen. In den eigenen Reihen und Gemeinden finden sie keine oder ihnen selbst unzureichende Anerkennung und da wird sich den spendenfreudigen fanatischen Christen zugewandt. Der amerikanische Markt der evangelikalen Christen ist mit Millionen von Dollarn gesegnet und wer da als orthodoxer Jude ein christenfreundliches Buch herausbringt, der landet einen Bestseller. Das israelische Beispiel dafür ist die fragwürdige Gestalt des Rabbi Shlomo Riskin, der nur mehr bei Christen einen Blumenpott gewinnen kann, doch nicht auf dem orthodoxen Sektor.

In einer deutsch – jüdischen Gemeinde durfte ich die Anbiederei eines Rabbis live miterleben. Nichtjuden waren bei ihm höchst willkommen, denn die hörten zu, verehrten ihn und hinterfragten nichts. Bis heute hat sich der Stuttgarter Rabbiner (einstmals Fürth) nicht geändert und suhlt sich gern im Licht der High Society. 

Den aktuelle Fall der Anbiederung stellt, wieder einmal, Rabbi Shmuel Boteach dar. Früher war er Mitglied der chassidischen Gruppe Chabad, doch da hat man ihn längst entfernt. In den 90igern soll er sogar vom damals noch lebenden Rebben eigenhändig hinausbefördert worden sein. 

Wenn einem die orthodoxe Judenheit nicht mehr so zuhören will, wird ein christenfreundliches Buch namens “Kosher J(esus)” verfasst und schon steigen die Umsätze. Boteach wie Riskin spielen mit dem Feuer, denn Profite verlangen ja bekanntlich auch Tribute. Und irgendwann kommen dann die Evangelikalen sowie andere und fordern diese ein.

Kommentare:

  1. Shalom,

    regulär ist es völlig richtig was Shmuel Boteach über Yeshu schreibt. Yeshu war ein jüdischer Patriot der nichts aber auch garnichts mit dem Christentum zu tun hatte was man heute kennt, das hat erst Paulus geschaffen.
    Es stimmt auch das jeder Jude von sich behaupten kann der Messias zu sein, niemand wird ihn dafür anklagen.
    Sicher war Y. nicht der Messias, das hat er selbst am Kreuz erkannt, nur Y. blieb eben Zeit seines Lebens Jude.

    Auch dieser Satz stimmt: "Once we see J outside the anti-Jewish textual additions of the Gospels’ redactors, Jews can finally re-embrace him as a fallen patriot and beloved son"

    Man muss in den "Evangelien" zwischen den Zeilen lesen, dann zeichnet sich der wirkliche Yeshu ab und den kann man eben nur als Jude erkennen.

    Yeshu selbst wollte rein garnichts mit Nichtjuden zu tun haben und hat die Römer mit Schweinen verglichen, das passt nicht zu dem J. der Christen.

    Ob man mit heutigen Christen was zu tun haben sollte wenn es um Geldspenden usw. geht, das steht auf einem anderen Blatt, ich bin dagegen weil man sich schnell von diesen Leuten instrumentalisieren lässt.

    Sei gesund.

    Joshua

    AntwortenLöschen
  2. B"H

    Ich weiss nicht, wie Christen deren unveroeffentlichte Schriften nennen, doch gab es vor 2000 Jahren eben jene Schriften mit weiteren Details zu J.'s Leben und dieser Veroeffntlichung wollte die fruehe Kirche verhindert wissen.

    Im Judentum ist J. jemand, der in vielen Dingen gegen die Thora handelte und wird alles andere als verehrt. Unter anderem soll er die Kabbalah negativ benutzt haben, um sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

    Ich denke, dass viele Christen entsetzt waeren, heute auf den wahren J. zu treffen, der da naemlich ziemlich weltfremd und herrisch handelte. Selbst seine eigene Familie wollte ihn nicht.

    AntwortenLöschen
  3. Insgesamt gab es rund 50 Berichte die zur Verfügung standen, genommen wurden die "vier Evangelien". Die anderen Berichte zeigen einen sehr viel menschlicheren Yeshu, der hat nicht in das Bild der Kirche gepasst.

    Natürlich wird Yeshu nicht verehrt und das er Gebote gebrochen hat, ist auch nur aufgrund der christlichen Schriften bewiesen. Genau DAS meint Boteach ja, das WIR uns ein Bild von dem Mann machen das auf diesen Evangelien beruht.
    Im Vordergrund war Yeshu nicht gerade, ansonsten würde man bei Philo oder Josephus davon lesen. Er war einer von vielen Predigern damals die sich für dem Messias gehalten haben, leider haben bisher alle versagt.

    Das sage ich Christen auch immer wenn man offen redet. "Meint ihr der würde mit euch an einem Tisch essen, mit euch in die Kirche gehen oder eure Feste feiern? Der würde euch nichtmal angucken!"

    Für uns Juden ist das was Yeshu gesagt hat nicht massgeblich. Was er jüdisches gesagt hat, ist nicht neu für uns und was er Neues gesagt hat, ist nicht jüdisch.
    Ohnehin findet man nur sehr bruchstückhaft Aussagen von J. in den "Evangelien".

    Joshua

    AntwortenLöschen
  4. B"H

    Schreibt Boteach auch, dass Maria (Miriam) eine Affaere mit dem roemischen Soldaten Pandera hatte, aus der J., etwas ungewollt, hervorging ? :-)

    Ansonsten sehe ich keinerlei Veranlassung, warum Juden (wie Boteah offenbar meint) sich mit J. auseinandersetzen sollen.

    AntwortenLöschen
  5. Warum sollten sich Juden nicht mit J. auseinandersetzen, dass ist das beste Mittel gegen Missionierung. Damit meine ich nicht den "christlichen J" sondern den jüdischen J, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.
    Wenn ich mit solchen Leuten geredet habe, waren diese Leute immer sehr überrascht das ein Jude sich so gut mit dem sog. NT auskennt. Man kann den Missionaren so ihre eigenen Schrifen "um die Ohren schlagen". Guck mal wieviel Wissen Jehudah Ha-Levi vom Christentum oder dem Islam hatte, der kannte deren Schriften auch gut und hat diese sogar im Kuzari zitiert um sie zu widerlegen.

    Kein geistig gesunder Mensch wird Christ wenn er das "NT" oder Moslem wenn er den Koran liest.

    Letztendlich muss das jeder selbst wissen und vielleich vorher mit seinem Rav absprechen.

    Joshua

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. B"H

      Zuerst einmal ist es nicht die Aufgabe eines jeden Juden, sich mit christlichen Missionaren auseinanderzusetzen. Allgemein vertritt die Orthodoxie den Standpunkt, dass sich nur jene mit dem NT beschaeftigen sollen, die sich mit dem Judentum bestens auskennen und so die Luegen des NT besser erkennen und einzuordnen wissen. Was nuetzt es, wenn sich ein Jude, der sich mit seiner eigenen Religion nicht auskennt, beginnt, dass NT zu lesen ? Hinterher glaubt er noch an die Falschaussagen und kann das eine nicht mehr vom anderen unterscheiden.

      Löschen