Samstag, 3. September 2011

Chinesische Bauarbeiter in Israel

B”H 

Heutzutage interessieren sich Israelis nicht mehr für harte Arbeit und die Hände werden nur ungern schmutzig gemacht. Trotz hoher Arbeitslosigkeit und teilweise mässigen Gehältern sind sich anscheinend viele zu schade, auf dem Bau zu arbeiten. Dabei werden gerade Bauarbeiter händeringend gesucht. 

Eine Analyse ergab, dass Israelis lieber in Büros arbeiten oder lieber gar nichts arbeiten anstatt sich als Bauarbeiter zu bewerben. Nicht nur Juden sind hier gemeint, sondern genau so Araber. Wie also lösen israelische Bauunternehmer ihre Personlaprobleme ? Zuerst begannen sie, die Gehälter drastisch anzuheben, doch das half wenig. Viele Betriebe stellen ganz einfach ausländische Gastarbeiter ein. Chinesen, zum Beispiel. Die schaffen, was das Zeug hält, mucken nicht auf und beschweren sich nicht. Im Gegensatz zu Israelis. 



Die Tageszeitung MAARIV brachte in ihrer Schabbatausgabe einen Artikel über drei chinesische Bauarbeiter, denen vom Arbeitgeber die vollen sozialen Leistungen garantiert werden. Und ... jeder von ihnen verdient fast 17,000 Schekel (ca. 3500 Euro) pro Monat. Mehr als fast die Hälfte aller Israel kann von solch einem Gehalt nur träumen und ich frage mich, wieso nicht alle Arbeitslosen sofort auf den Bau stürmen. Die Chinesen dagegen sparen ihr Geld und wollen nach ein paar Jahren wieder heimkehren, wo sie sich in China mit dem Geld leicht eine neue Existenz aufbauen können.

Kommentare:

  1. Hier ist die Politik gefragt, die dieses ermoeglicht.
    Die genannten Loehne halte ich fuer uebertrieben. Ein Betonbauer/Einschaler in Netanya ,Ir Jamim, (arbeitet nach eigener Aussage als Vorarbeiter) der 60 h die Woche arbeiet erhaelt knapp 10.000 NIS - muss aber fuer Unterkunft und Nebenkosten (im Bretterverschlag auf der Baustelle) eine Abgabe von 4500 NIS an den Arbeitgeber abtreten. Damit kommt das ganze moderner Sklaverei schon recht nahe... Das dort ein williger Israeli fuer 17.000 NIS Arbeit finden wuerde kann ich mir nicht vorstellen und es klingt etwas nach der Ausrede der Bauherren die gerne mehr Chinesen einstellen wuerden. - Gleiches passiert auch in Deutschland mit den Ernehelfern.. da die faulen Deutschen nicht fuer 6 Euro/h Spargel ernten wollen, braucht man die fleissigen Polen etc. - (nun Russen)

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  2. Hier in D läßt sich auf dem Bau läßt gut Geld verdienen, WENN man ein gelernter Arbeiter ist, betongießer, Maurer, Stukatuer, Elektriker usw!
    Als ungelernter gibt es dagegen keine Reichtümer zu gewinnen... und egal ob gelernt oder ungelernt, Bau ist ein echter Knochenjob.

    Denke das wird in Israel nicht anderes sein.

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  3. B"H

    In Israel gibt es die traditionellen handwerklichen Lehren nicht und auch keine direkte Berufsschule, geschweige denn Meisterpruefungen. Wer in einer Baeckerei anfaengt, der kriegt die Arbeit gezeigt und nach einiger Zeit ist er dann halt Baecker. Wer auf dem Bau jobbt und dort einige Zeit verbringt, ist halt Maurer oder Betonbauer etc.

    Die Chinesen, um die es in dem Artikel ging, leben in einer angemieteten Bleibe in Ramat Gan. Jeder habe sein Zimmer, so die Interviewten. Als Beweis brachte die Zeitung eine Kopie der Lohnabrechnung. Ob das genau stimmt, kann ich natuerlich nicht verfolgen, allerdings weiss ich, dass Bauarbeiter ungewoehnlich viel verdienen. Neue Arbeiter lassen sich aber dennoch kaum finden, da viele Israelis (nicht alle) eh keine Lust auf Bau oder Dreck haben. Bisher war die Mehrheit der Bauarbeiter Palaestinenser, aber bei denen besteht das Problem, dass sie einen Tag erscheinen und dann wieder nicht. Je nachdem wie viele Checkpoints geoeffnet sind oder ob ihnen die Einreise wieder einmal verweigert wird. Aus welchen Gruenden auch immer.

    Ausserdem sind die Chinesen billiger und nerven nicht herum, wenn ihnen etwas nicht passt. Die kommen arbeiten und machen alles, was man ihnen sagt. Egal, ob 8 oder 12 Stunden am Tag. Extreme Ausnutzung und jene Interviewten haben eigentlich grosses Glueck, wenn ihnen wirklich die Sozialabgaben gezahlt werden.

    Moshavim, Kibbutzim und alle anderen Bauern jammern hierzulande genau so, dass es ihnen an Erntehelfern fehle. Israelis wuerden nur rummotzen, einen auf Big Boss machen und ansonsten am Handy haengen und nichts tun. Teilweise gebe ich den Bauern damit Recht.:-)))

    Viele Israelis haben echt keinen Bock auf Arbeit und wenn, dann darf nichts Schweres anfallen. Es gibt kaum einen, den das mehr nervt als mich, denn ich muss mit sowas zusammenarbeiten. :-)

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  4. Gebe Dir recht, die Arbeitsmoral und das Gehabe vieler Israelis nervt unheimlich, das ist eine andere Geschichte und da koennen die Chinesen sicherlich noch als Vorbild dienen.

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  5. B"H

    Naja, die Chinesen denken ans Geld und machen alles, was man ihnen sagt. Die Philippinas und Nepalesen, welche vorweglich in der privaten Altenpflege arbeiten, sind da wesentlich frecher.

    Einen Israeli zu finden, der gut und effizient arbeitet, ist gar nicht mal so einfach. :-) Was sich alles so vorstellen kommt, ist kaum zu glauben. Und dann wollen die meisten immer nur sitzen, im Internet surfen, Kaffeetrinken und sich so wenig wie moeglich bewegen. Aber wehe, der Gehaltsscheck kommt nicht puenktlich ...

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