Dienstag, 6. Mai 2008

Yom HaZikaron - יום הזכרון

B"H

"Yom HaZikaron - Der Tag zur Erinnerung an die gefallenen israelischen Soldaten und Terroropfer"
ist ein ganz besonderes israelisches Ereignis. Ich bin mir nicht sicher, ob man im Ausland richtig nachfühlen kann, was an diesem Tage in unserem Land vorgeht. Welche Stimmungen aufkommen und wie der Tag bewältigt wird.

Der diesjährige "Yom HaZikaron" beginnt in wenigen Stunden (heute Abend). Eingeleitet wird er mit einem zweiminütigen landesweiten Sirenenton um 20.00 Uhr. Und wieder einmal stehen wir dazu still und jeder ist mit seinen Gedanken allein.

An der Klagemauer (Kotel) wird um 20.00 Uhr die offizielle Zeremonie abgehalten. Viele wichtige Politiker, wie Verteidigungsminister Ehud Barak, werden anwesend sein und Reden halten. Dann stehen sie da vor den trauernden Hinterbliebenen und jeder sucht nach Worten.

Der "Yom HaZikaron" läßt uns jedesmal unsere Hilflosigkeit fühlen. In einer Tageszeitung las ich heute, was Israelis als typisch israelisch ansehen. Nämlich "die Hoffnung".
Die Hoffnung, dass sich irgendwann alles zum Guten wendet und nichts umsonst war. Mögen Kriege oder Terrorattentate kommen, wir hoffen weiter. Das ist die typisch jüdische Art, Katastrophen zu bewältigen, um in die Zukunft schauen zu können. Und genau das ist der Grund, warum morgen abend an den "Yom HaZikaron" gleich der "Yom HaAtzma'ut - Unabhängigkeitstag" anschliesst. Von der Trauer schalten wir innerhalb einer Sekunde auf Euphorie. Das ist das merkmal der Jahrtausende alten jüdischen Geschichte und spiegelt unser Dasein wieder.

Yom HaZikaron, ein so bedrückender Tag. Im Radio und TV erfahren wir von den Einzelschicksalen gefallener Soldaten.
22.438 Einzelschicksale sind es insgesamt seit der Staatsgründung.

Morgen früh erklingen nochmals landesweit die Sirenen und jede Schule oder Uni wird der Opfer gedenken.

Aber wie immer werden wir die Hoffnung wieder im Hinterkopf mit dabei haben.

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