Dienstag, 30. August 2011

Ausländer auf dem israelischen Immobilienmarkt

B”H

Es ist kein Geheimnis, dass es Israelis nervt. Da kommen ausländische Juden, vorzugsweise aus den USA oder Frankreich, mit ihren Geldscheinen nach Israel und reissen sich die besten Immobilien unter den Nagel. Sobald ein Israeli, der eine Wohnung bzw. ein Haus zu verlaufen hat, hört, dass da ein Jude aus dem Ausland ein Kaufinteresse anmeldet, ist er Feuer und Flamme, denn der Ausländer ist, laut israelischer Denkweise, bereit, mehr Cash auf den Tisch zu blättern. Folglich zahlt der Ausländer einen höheren Preis und ein Israeli geht leer aus, weil er nicht mit dem Angebot mithalten kann.

Und was machen die Ausländer mit ihren neu erstandenen Wohnungen ? Aliyah nach Israel, um sich niederzulassen ? Ganz und gar nicht, denn viele Immobilien stehen solange leer, bis sich Ausländer zum Israelurlaub entschliesst. Oft nur zu den hohen Feiertagen wie Pessach, Rosh Hashana oder Sukkot. Bedeutet, der Ausländer braucht die Wohnung nicht und läßt sie leerstehen, während Tausende Israelis Wohnungen suchen.

Die israelische Wirtschaftszeitung “THE MARKER” veröffentlichte dazu gestern (29. August 2011) ein paar aktuelle Zahlen:

10 % der in Jerusalem und Tel Aviv verkauften Apartments gingen an ausländische Juden, da diese bereit sind, ein Vielfaches an Kaufpreis mehr zu zahlen als Einheimische.

Von 2002 – zum Jahr 2011 erstanden ausländische Juden in Israel mehr als 17,000 Wohnungen.

Die Frage ist “Für was, wenn niemand darin wohnt ?” Franzosen meinen stets, vorbeugen zu müssen, denn komme es hart auf hart mit den Arabern im eigenen Land, habe man immerhin in Israel eine Immobilie, in die geflüchtet werden kann. 

Israelis finden die vielen Ausländer auf dem Immobilienmarkt nicht witzig, denn bedeuten sie doch für uns Einheimische einen riesen Nachteil.

Kommentare:

  1. habe gelesen das man ueber eine Steuer fuer leerstehende Wohnungen nachdenkt.

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  2. B"H

    Waere nicht schlecht, wenn so etwas existierte.:-)))

    Allein in Tel Aviv stehen viele alte Haeuser leer, doch anscheinend scheuen die Eigentuemer die hohen Sanierungskosten. Da wartet man lieber auf einen gutbetuchten Kaeufer, aber die Kaeufer wollen fertige Haeuser und keine renovierungsbeduerftigen Ruinen.

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