Montag, 21. Mai 2012

In Galiläa steht die Zeit fast still

B"H

Politik, Weltgeschehen, Business und all der Stress … das ist etwas für Tel Aviv und Jerusalem, aber gewiss nicht für den Norden Israels. Dort, wo noch alles gemächlich zugeht und Netanyahu, Achmadinejad oder die Reichen Tel Avivs so weit weg erscheinen. 

Ganz so wegdenken, mag man die Probleme dennoch nicht, denn Galiläa ist voller Palästinenser. Vor ca. 1,5 Jahren gab es ausgerechnet in der Kleinstadt Zfat (Safed) Streit zwischen Juden und palästinensischen Studenten der örtlichen kleinen Uni. Zwar vernimmt man von der Uni seit einiger Zeit keine Streitereien mehr, was jedoch nicht bedeutet, dass der Zwist beigelegt ist. Eines steht fest: Die Bewohner von Zfat wollen nicht unbedingt freie Wohnungen an Araber vermietet wissen. Darüber hinaus machen immer wieder arabische Jugendliche jüdische Mädchen an und auch das sorgt in der Umgebung für Ärger. 

Aber nicht nur das “arabische” Problem geistert durch Galiläa. Die Region ist geprägt von einer hohen Arbeitslosenquote, denn die Infrastruktur fehlt. Produktionsbetriebe lassen sich lieber an der Küste nieder und wenn es denn schon der Norden sein muss, dann doch lieber Haifa statt Tiberias, Zfat, Afula oder Beit Shean. 

Insbesondere Tiberias (am See Genezareth) sowie Zfat leben vom Tourismus. Letztere Stadt eher vom jüdischen Tourismus, denn die Stadt war im Mittelalter die Hochburg der jüdischen Kabbalah. Obwohl Zfat mehrere Male von Erdbeben zerstört worden war, finden wir bis heute die Überbleibsel des Mittelalters. Hierbei vor allem den berühmten jüdischen Friedhof. 

Was macht Zfat für nichtjüdische Touristen interessant ? 

Vielleicht die Altstadt, welche an die Toskana erinnert. Das Landschaftsbild, die Aussicht bis hin zum Kinneret (See Genezareth), die frische Luft und nicht das ganze Remmidemmi a la Tiberias, wo die Disco – Boote des nachts über den See dröhnen. Nachtleben ist in Zfat unbekannt und bereits am Spätnachmittag zieht es die Leute in ihr Heim. Ausgehen und so ist nicht, aber dafür herrscht eine Ruhe, die in Tel Aviv unbekannt ist. 

Wer nach Tiberias reist und Zeit mitbringt, der sollte sich unbedingt ein paar Stunden Zeit für das 30km entfernte Zfat mitbringen. Hoch auf dem Berg thront die Stadt über dem Kinneret und selbst im Sommer ist es relativ kühl und nicht tropisch heiss wie in Tiberias. Zfat ist bequem mit dem VEOLIA Bus vom Busbahnhof Tiberias aus zu erreichen. Linie 450 verkehrt fast stündlich und eine Fahrt kostet 15,50 Schekel (ca. 3 Euro). Die Endstation des Busses ist der Busbahnhof Zfat, welcher gleich neben der romantischen Altstadt liegt. Romantische Gassen, ein Künstlerviertel und der Bazar mit Kunst und den berühmten Zfat – Kerzen. Die Altstadt bietet Cafes, Restaurants und Snack Bars. Große Ketten wie Burger King oder AROMA Café kennt Zfat jedoch nicht, sondern da muss der Besucher hinunter nach Tiberias. 


Davon berichtet die Auslandspresse nicht: Das MADONNA - Haus in Zfat. Die "Kabbalah - Dame" wollte sich in der Kabbalah - Stadt ein Haus bauen und mit dem Kabbalah Center gross aufwarten. War aber nichts, denn die Bewohner rannten Sturm. Madonna ist unerwünscht und so blieb nur der Rohbau ihrer geplanten Villa.  



Downtown Zfat












Tourismus & Kunst = Die wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt.



An Kunstgallerien fehlt es gewiss nicht.

Photos: Miriam Woelke

Kommentare:

  1. Zfat klingt verlockend. Da könnte ich in Ruhe den Talmud studieren. Danke für den Hinweis!

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  2. B"H

    Chabad bietet einige Yeshivot, aber dort wird eher Chabad - Ideologie (sprich TANYA) gelehrt. Falls Dir das nichts ausmacht und Du etwas super guenstiges suchst, Rabbi Shalom Pasternak hat eine kleine Yeshiva. Allerdings ist der Meshichist.:-) Seine Yeshiva aber ist umsonst und wohnen kann man dort auch. Allerdings ohne Luxus.:-)

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