Sonntag, 13. Mai 2012

Die Sozialdemos kehren zurück

B"H 

Israels extreme Linke demonstriert gern gegen die Regierung. Dies aber nur im Sommer bei schönem Wetter. Im kalten Winter dagegen läßt man "sozial lieber sozial" sein und bleibt daheim im Warmen. 

Nach meiner derzeitigen Wohnungssucherfahrung kann ich sagen, dass es möglich ist, in Tel Aviv und Umgebung eine günstige Wohnung zu finden. Selbst im begehrten Stadtteil Florentin gibt es Angebote unter 3000 Schekel (ca. 600 Euro). Hinzu kommt, dass normalerweise in Tel Aviv die Gehälter höher liegen als, z.B., in Jerusalem. 

Nicht unbedingt die Mieten sind an allem schuld. Warum wird nicht stattdessen einmal vor den teuren Supermarktketten AM:PM, MEGA oder SUPERSAL demonstriert. Lebenmittel kommen mich in Tel Aviv wesentlich teurer als in Jerusalem oder anderswo. 


Die Zeltdemo der extremen Linken gegen soziale Ungerechtigkeit am Tel Aviver Rothschild Boulevard im vergangenen Sommer.



Photos: Miriam Woelke

Kommentare:

  1. Gibt es nicht so etwas wie große Discount-Supermärkte in Israel? z.b. so ähnlich wie Aldi oder Lidl?

    Irgendwo muss es doch sowas geben, immerhin würden die Besitzer sich dumm und dämlich verdienen, da mit Sicherheit sehr viele Israelis sofort dort einkaufen würden, denke ich.

    Ich kenne nur Shufersal, und die Preise dort waren wirklich ein Wahnsinn.

    Man kann sagen: ungefähr doppelt so teuer wie in Europa.

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  2. B"H

    Gibt es nur bedingt und wenn, dann nicht so guenstig wie der ALDI zu meiner Zeit (bis Juni 2000). Die billigste Supermarktkette Israels ist definitiv RAMI LEVI, doch ist sie nicht ueberall zu finden. In Tel Aviv, soweit ich weiss, lediglich in der Ayalon Shopping Mall und da muesste ich ewig mit dem Bus fahren.

    Ziehe ich in etwa zwei Wochen nach Jerusalem um, habe ich es wesentlich einfacher, denn allein dort kenne ich zwei RAMI LEVI Niederlassungen: In Talpiot und in der Canfei Nesharim Street.

    Hinzu kommen Ketten wie KIMAT CHINAM (Fast Umsonst) und CHETZI CHINAM (Halb umsonst). Wer sich anstaendig kleidet (kein Mini oder so), der kann auch in relig. Ketten wie bei den Vishnitzer Chassidim oder anderswo einkaufen. Einen richtigen ALDI aber gibt es nicht.

    Vor Jahren hatte ich schon die Idee entwickelt, einen Billigladen aufzumachen, doch israel. Freunde meinten, das treibe die Konkurrenz auf die Palme und man wuerde mir den Laden kaputt schlagen. Tatsache ist, dass niemand billigere Alternativen entwickelt und sich alles auf Rami Levi verlaesst, der da Haehnchen schon mal zu 99 Agorot (ca. 20 Cent) raushaut.

    Von den Lebensmittelpreise her ist Jerusalem wesentlich guenstiger als Tel Aviv !!!

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