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Sonntag, 23. September 2012

Jerusalem by Night






Die wieder aufgebaute HURVAH - Synagoge in der jüdischen Altstadt





In der Edelmeile MAMILLA MALL zwischen Jaffa Tor / Altstadt und Jaffa Road.



Um 2.00 Uhr nachts in der Jaffa Road. Was hier nach toller Action und Ausgelassenheit aussieht, kann trügen, denn des nachts treiben sich um die Jaffa Road die sogenannten KIKARISTEN herum. 



 Photos: Miriam Woelke

Samstag, 25. August 2012

HA’MASHGICHIM - המשגיחים

  

B"H

Zur Zeit sorgt endlich einmal wieder ein einheimischer Film für israelische Kinofurore: "HA’MASHGICHIM – Die SUPERVISOR / ÜBERWACHER". Ein super Film, welcher einen kleinen Teil der israelischen Gesellschaft brilliant wiederspiegelt. 

Avi (Avraham), Kobi (Yaakov) und Yaniv sind die besten Freunde und wohnen in einem kleinen Stadtteil von Bat Yam (südlich von Tel Aviv). In Israel ist die SCHECHUNAH (der Stadtteil) besonders wichtig und vielerorts besitzt jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter, seine eigenen Bewohner sowie Eigenarten. Noch dazu ist die Stadt Bat Yam, u.a., geprägt von vielen Neureligiösen. Insbesondere Chabadnikim (Lubawitscher Chassidim), Shassnikim von der relig. – sephardischen Knessetpartei oder dem Neureligiösen – Movement der Breslover Chassidim (das Movement hat nichts zu tun mit den originalen Breslover Chassidim aus Mea Shearim / Jerusalem, die keine neuen Mitglieder akzeptieren und eine geschlossene Gruppe sind). 

Die Dreierclique sorgt für Ordnung in der Schechunah. Russen, die am Schabbat laute Musik aufdrehen und sich mit Wodka zuziehen, werden niedergemacht. Das Mädchen Miri mit ihrer lockeren Bekleidung wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich im Stadtteil anständig anzuziehen hat. Kurz darauf verliebt sich Avi in Miri, die am Ende doch noch mit ihm in die Synagoge geht und eigentlich gar nicht so säkuler ist, wie sie sich anfangs gab. Nur mit einer Gruppe Araber aus Jaffa gibt es Ärger und alles endet in einem Krieg mit einem Schwerverletzten aus. 

In eine andere Sprache übersetzen darf man den Film nicht, denn sonst geht der Witz und die dargestellte Schechunah – Mentalität baden. Untertitel ja, Synchronisation nein ! 

"Ha’Mashgichim" kommt in den Kinos hierzulande sehr gut an und als ich mir den Film vor ein paar Tagen anschaute, fühlte ich mir direkt in die Schechunah von Bat Yam versetzt. Ein Film über ganz normale Menschen, auf die man in Israel fast überall treffen kann.

Der Trailer




Wie wurde der Film gedreht ?


Dienstag, 24. Juli 2012

Ärztegespräch

B"H 

Als ich vor zwei Wochen eine Nacht im Krankenhaus verweilen musste, wurde ich Zeuge der folgenden Szene: 

Zwei Ärzte betraten einen der Räume der Notaufnahme des Jerusalemer Sha’arei Zedek Hospitals und kümmerten sich um eine mir gegenüber liegende ältere Frau. Ich weiss nicht, was sie hatte, aber die beiden Ärzte beschlossen, ihr einen Katheter zu legen. 


Sha'arei Zedek Medical Center in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke

Ein Wagen mit medizinischem Equipment wurde hereingeschoben und zwei Krankenschwestern trafen die Vorbereitungen. Währenddessen fachsimpelten die zwei Ärzte weiter, wobei der offenbar leitende Arzt dem zweiten anerkennend auf die Schulter klopfte: "Gut gemacht", sagte er. Der so geehrte Arzt freute sich total, was man ihm offen ansah. 

Der leitende Arzt war ein haredischer (ultra – orthodoxer) Jude und derjenige, dem er auf die Schulter klopfte, war ein palästinensischer Arzt. So arbeiten viele Juden und Palästinenser in Israel zusammen und die beschriebene Szene ist ganz gewiss keine Ausnahme in unserem Land.

Donnerstag, 1. März 2012

Israel: Die Arbeitslosigkeit sank

B"H 

Es gibt auch gute Nachrichten: 

Prozentual ist die Anzahl der Arbeitslosen im letzten Quartal des Jahres 2011 zurückgegangen oder hat sich vielerorts zumindest stabilisiert. In Tel Aviv war die Arbeitslosenquote so niedrig wie kaum jemals zuvor. Trotzdem darf nicht außer Acht gelassen werden, unter welchen Bedingungen viele Arbeitnehmer jobben. Zu wenig Geld und kaum kann die Miete gezahlt werden. 

Leider wird bei dieser Meldung nicht das Alter der Arbeitslosen angegeben, denn ich erlebe es immer wieder, wenn ältere Leute (über 50) auf dem Arbeitsmarkt als unvermittelbar gelten und durch das gesellschaftliche Raster sausen.

Dienstag, 14. Februar 2012

Im gesellschaftlichen freien Fall

B”H 

Ehrlich gesagt, verspüre ich nicht immer den Drank, auf Bombenanschläge, die atomare Bedrohung aus dem Iran oder überhaupt die Politik einzugehen. Was heute gesagt wird, kann morgen in der israelischen schnelllebigen Welt schon wieder völlig irrelevant sein. Während Pro – Israel Blogger pausenlos Hasbarah (Erklärung) betreiben, steht für mich der gelebte Alltag im Vordergrund. Da bin ich zuhause, genau so wie die Mehrheit aller Israelis: "Was mache ich morgen und wie wird es auf der Arbeit ? Ist viel zu tun oder kann ich eher Feierabend machen, um den Tag noch zu geniessen ?" Momentan bin ich erkältet und daher eh froh, früher ins Bett zu kommen. 

Neulich erst unterhielt ich mich auf der Arbeit mit einem Kollegen, der vor sechs oder sieben Jahren aus der Ukraine eingewandert ist. Fast Vierzig Jahre alt und voll in der russischen Mentalität verankert, die einen nicht nach links oder rechts schauen läßt, sondern stur gerade aus. Alles Neue brauchen wir nicht und was bisher gut war, kann jetzt nicht schlecht sein. Nur russisches TV konsumieren und selbst sein Facebook ist russisch. 

Wir unterhielten uns über einen weiteren Russen, der täglich bei uns vorbei kommt, um unsere Firmenmülltonnen zu zerlegen. Flaschen, Essenreste, ggf. alte Shirts, was sich eben so findet, das sammelt der Russe ein. Mein Kollege legte bei unserer Diskussion sofort die russische Seite dar: Die israelische Regierung sei schuld an der Armut. Da werden Neueinwanderer ins Land geholt und dann abrupt fallen gelassen. So in der Art: “Ihr seit jetzt da und dann macht mal !” 

Als ich ihm entgegnete, dass jeder Einwanderer oder überhaupt jeder Bürger mehr Eigeninitiative an den Tag legen muss, wurde russischerweise alles bestritten. Anscheinend warten russische Neueinwanderer immer noch auf den Arm der Regierung, die ihnen sofort einen Job zuschustert und ihr Leben regelt. Israel aber ist kein Kolchos, sondern Kapitalismus pur. Wer nicht allein losrennt, bleibt ebenso allein auf der Strecke. 

Ganz in der Nähe meines Arbeitsplatzes befindet sich eine Art Obdachlosenunterkunft. Niemand kann sich vorstellen, wie viele Leute täglich bei uns vorsprechen und nach dem Weg dorthin fragen. Zwanzig Schekel (ca. 4,50 Euro) soll eine Übernachtung kosten. Ob es dort Essen gibt oder auch Frauen aufgenommen werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Vorwiegend ältere männliche Israelis fragen nach dem Weg zur Unterkunft. Die billigste Art, in Tel Aviv zu nächtigen, ohne sich an den Strand legen zu müssen. 

Geschiedene Männer, die zwar Familie haben, doch die Angehörigen sie nicht aufnehmen wollen. Ein ehemaliger Soldat, der an einem Trauma leidet, irgendwie seinen Verstand verlor, eine hohe Rente von der Armee bekommt, doch trotzdem ohne feste Bleibe dasteht. Alkoholiker, Junkies, Leute, die jeden Tag Mülltonnen durchforsten und so manchen Müll weiterverkaufen. Und sei es auf dem Flohmarkt in Jaffa. 

Kurz gesagt, in Israel muss jeder sehen, wie er über die Runden kommt und allein das steht im Vordergrund. Was interessiert Otto Normalverbraucher der Iran, wenn morgen nur eine Scheibe trocken Brot auf dem Teller liegt ? 


Ramsch auf dem Flohmarkt von Jaffa. Obwohl der Flohmarkt an sich ein beliebtes Touristenziel darstellt, findet sich ein Unmenge von Kitsch und Weggeworfenem.


 Photos: Miriam Woelke

Samstag, 4. Februar 2012

Die Kluft zwischen Arm und Reich in Israel


Tel Aviv, nahe des Zentralen Busbahnhofes. Keine Gegend der Betuchten.

Photo: Miriam Woelke
B"H

Lasst mich eines vorweg sagen: “Geld allein macht nicht glücklich !” Und das sage ich aus meiner persönlichen Erfahrung heraus. Was Geld tut ist, Sicherheit geben. Ich brauche nicht darüber zu grübeln wie ich meine nächste Miete oder überhaupt anfallende Rechnungen bezahle. Allerdings gehören zum wahren Glück wesentlich andere Faktoren als Geld. Gesundheit oder Familie, zum Beispiel genau so wie gute Freunde. 

Eben weil Geld nicht alles ist im Leben, setze ich mein Augenmerkt auf andere Prioritäten, wenn es auch beruhigt, ausreichendes Cash im Portemonnaie zu tragen. Seit meiner Yeshivazeit (relig. Schule) im Jerusalem der späten 90iger habe ich gelernt, dass tolle Klamotten nicht alles sind. Seitdem ist es mir wichtig, zu lernen. Thora, Talmud, jüdische Philosophie, Geschichte … kurz gesagt, alles, was mir in die Hände fällt. Während der Yeshiva schaute ich nicht auf meine Klamotte, sondern meine Gedanken bewegten sich um jüdische Lerninhalte. Ich hätte nie gedacht, dass einem jegliches Materielle dermassen egal sein kann. 

Viele Israelis zeigen gerne was sie haben. Wenn sie es denn haben. Als ich in Deutschland bei einer Großbank arbeitete, machte ich die Erfahrung, dass oftmals diejenigen sich im “Luxus” wälzten, die sich das eigentlich gar nicht leisten konnten. Vor allem junge Leute ab 18 fielen in die Schuldenfalle. Plötzlich musste alles auf einmal her: Führerschein, Auto, eigene Wohnung, tolle Möbel, etc. In Israel leben unzählige junge Leute, die daheim ausziehen, in WGs. Eigene Wohnungen bleiben vorerst ein Traum, denn die Mieten liegen zu hoch und eine alleinige Finanzierung funktioniert nicht. Vielleicht später einmal, wenn das Einkommen stimmt und eine eventueller Ehepartner ein zweites Einkommen beisteuert.


Aus Alt mach Neu: Gestern abgefackeltes Haus, heute Luxusschuppen. Das Haus steht in Tel Aviv, Hayarkon Street.

Photo: Miriam Woelke

Auf der anderen Seite stiegen innerhalb der israelischen Gesellschaft viele Neureiche auf. Die Eltern rafften alles zusammen und die Kinder erben. Unser Land kennt keine Erbschaftssteuer und da fallen den Erben höhere Summen zu als deutschen Erben, zum Beispiel. In Deutschland kassiert das Finanzamt bei der Erbschaftssteuer nicht schlecht ab. Wer im Hightech – Gewerbe, im Immobilienbereich oder im Management arbeitet, hat die Chancen, gute Summen zu erwirtschaften. Staatsbediensteten geht es ebenfalls nicht schlecht, obwohl stets gejammert wird. Wer hierzulande eine höhere Angestelltenposition ergattert, kann es zu etwas bringen und sich selbst in einer guten Tel Aviver Gegend eine Bleibe leisten. Dazu braucht niemand das noble Ramat Aviv im Norden der Stadt, sondern Tel Aviv kennt genügend anderweitige betuchtere Stadtteile. Beispiel: Yehudah HaMaccabi. 

Insgesamt gilt fast jede Wohnung in Tel Aviv als Luxus, denn in der Küstenstadt sind die Mieten extrem teuer. Hinzu kommt die hohe Grundsteuer “Arnona”, welche in Israel der Mieter und nicht der Vermieter zahlt. Ich kann also in Jerusalem, Tel Aviv, Hod HaSharon oder Ra’anana eine günstige Wohnung ergattern, doch dann schickt mit die Stadtverwaltung die “Arnona” Rechnung und alles geht den Bach hinunter. Dann ist mein Geld trotzdem weg. Und Herzliya, Ra’anana, Hod HaSharon oder Netanya gelten nun einmal als teuer in allen Belangen. Verdiene ich dort nicht genug, schaut es schlecht aus. 

Auf der anderen Seite glitzert der Reichtum in gerade diesen Städten. Allein in Ra’anana durch die Haupt – und Shopping Street Achuza zu laufen, kann zum Spiessrutenlauf werden, wenn ich kein Geld habe. Wo dann einkaufen und wie nicht der reichen Glitzerwelt verfallen ? Die Wohlhabenden kaufen und sitzen in den teuren Cafes und ich muss in den billigsten Super und meinen türkischen Kaffee daheim schlürfen. Obwohl ich nicht am Hungertuch nage, würde ich mich niemals in derlei Orten niederlassen. Und wenn ich allein die Mieten von Ra’anana und Kfar Saba mit Tel Aviv vergleiche, merke ich, dass es kaum Unterschiede gibt. Da kann ich gleich in Tel Aviv bleiben und falle nicht so auf, wenn ich nichts habe. In Ra’anana hingegen fällt man auf, denn die Stadt verlangt Konsum. 

In Jerusalem sieht man sie weniger: Die dicken Jeeps der Reichen. Für mich enthält Jerusalem nach wie vor den Geruch eines abgefackelten Wagens der Siedler bereit. Da fühle ich mich wohl und da kommen Eriennerungen auf. Die Welt der Reichen in Tel Aviv und alles nördlich davon (Ra’anana, Kfar Saba oder Herzliya) sagt mir nichts und wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, wird feststellen, dass ich mehr Photos aus dem armen Tel Aviv – Süd einstelle als aus dem reichen Tel Aviv – Nord. Das ist nicht meine Welt, obwohl mein Portemonnaie nicht leer ist. 


So lebt der Durchschnittsisraeli. Jedenfalls in Tel Aviv.

Photo: Miriam Woelke

Wenn in der Oper oder im Nationaltheater “HaBimah” mit den Klunkern gewackelt wird, fühle ich mich fehl am Platze. Vielleicht auch, weil ich genau weiss, wieviele Menschen in Tel Aviv obdachlos sind und sich gerade jetzt im Winter in billigen Bleiben wie Hostels einmieten. Ihren morgentlichen Kaffee trinken sie in günstigen Cafes. Für ca. 12 Schekel (2,50 Euro) die Tasse. Da kann man lange sitzen und sich aufwärmen. Ich kenne das Elend, denn ich arbeite in der Innenstadt. Lebensläufe von zahlreichen männlichen Israelis, die im Alter von 50 Jahren plötzlich auf der Straße stehen. Geschieden und die Frau behielt die Wohnung. 

Drogensüchtige (Narkomanim), obdachlose Frauen und all die Hunderte Tel Aviver, welche tagtäglich die großen grünen Mülltonnen am Straßenrand nach Pfandflaschen, Klamotten oder Essensresten durchsuchen. Bewohner der Stadt, die ihre Mieten zahlen können, nicht auf der Straße stehen, aber kaum etwas zum Essen auf dem Teller haben. Auf der Straßezu stehen, ist das, was alle vermeiden wollen. 

In vielen Wohnzimmern erstrahlen abends nagelneue breite TV – Bildschirme und man selber steht draußen und weiss nicht wohin. Nirgendwo liegt die Kluft zwischen Arm und Reich höher als an der Küste und der Absturz von ganz oben nach ganz unten dauert auch in Israel nicht lange.



Luxusvillen der Reichen von Ra'anana

Photo: Miriam Woelke

Natürlich sind nicht alle, die in Ra’anana oder Herzliya wohnen, reich. In ausgerechnet diesen Orten ohne Geld dazustehen, ist jedoch umso schwerer. Allein weil man ständig mit dem Kapital konfrontiert wird. 

Link:

Donnerstag, 22. Dezember 2011

"Auf der Flucht" - Von Liebesbeziehungen zwischen Arabern und Juden

B”H  

Beide schleichen herum, sind meistens daheim und wenn sie einmal gemeinsam ausgehen, dann schubst er sie herum. Vorgestern flog sie fast mehr in den Bus als dass sie normal einstieg.

“Ich dachte mir schon, dass die Beiden vor irgendetwas auf der Flucht sind, so sprach mich vorgestern eine Kundin an. Nur wusste ich nie, vor was genau sie flüchten”.

Vor was genau, dass ist uns bekannt, doch niemand verliert ein Wort darüber. Sie sind Kunden und der Rest geht uns nichts an. Oder vielleicht doch ? 

Solange die junge Frau sich nicht gegen den an ihr herumzerrenden Freund aufbäumt, was sollen wir da schon unternehmen ? Sie etwa in die nächste Ecke ziehen und ihr ins Gewissen reden ?

Irgendwie kommt sie mir so vor als habe sie gar keine richtige Meinung. Sie sucht jemanden, der ihr sagt, wo es langgeht. Das ist offenbar ihr Charakter, denn sonst würde die Beziehung niemals funktionieren. Sie tut das, was er sagt, hat keine Freunde, verlässt nur mit ihm das Haus und wenn er redet, unterbricht sie ihn nicht.

Als er sie vorgestern zuerst auf die Straße und dann den Bus schubste, schauten uns andere Kunden verduzt an. “Was das denn war und soll ?” so in der Art. Als wir eine kurze Antwort gaben, kam die Reaktion “Na, Prost Mahlzeit !”

Er ist Araber, sie Jüdin aus nationalreligiösem Hause. Beide sind Anfang Zwanzig und von daheim abgehauen. Seine Eltern wollen keine Jüdin in der Familie und wie ihre Familie reagierte, kann sich jeder selber ausmalen. Als israelische Jüdin eine Beziehung zu einem Araber eingehen und ihn eventuell sogar noch heiraten, lässt die Frau auf jene Gesellschaftsschiene sinken, die da “Abschaum” heisst. Verräter am eigenen Volk und plötzlich sehen auch die Behörden in der Frau ein wandelndes Nichts.

Ich sage bewusst FRAUEN, denn nur ganz wenige jüdische Männer heiraten einmal eine Muslima. Eine hohe Anzahl von jüdischen Israelinnen lässt sich jedoch bereitwillig mit Arabern ein und die Gründe werden hierzulande stets gern analysiert: Junge Frauen aus der Unterschicht wollen der finanziellen Misere ihrer Eltern entkommen und ziehen mit jungen Arabern mit, die ihnen kostspielige Geschenke machen. Das kommt an und in dem Moment vergisst die junge Frau jegliche Ideologien. Hauptsache ein neues Handy und weg von daheim, wo im Kühlschrank Ebbe herrscht und der Vater arbeitslos auf der Couch liegt. Ist die Geschenkphase erst einmal vorbei und das Mädchen daheim rausgeflogen und zur Familie des arabischen Freundes abgehauen, kommt nicht selten das wahre Gesicht zum Vorschein. Die Frauen werden eingesperrt, es gibt Prügel und oft wird YAD LE’ACHIM eingeschaltet, um die Frauen zurück in die jüdische Gesellschaft zurückzuholen.


Links:



Montag, 28. November 2011

November 2011: 2464 Afrikaner kamen auf illegalem Weg nach Israel


Afrikanische Junkies am alten Tel Aviver Busbahnhof

Photo: Miriam Woelke

B”H  

Die Zahlen sind erschreckend und viele viele Male berichtete ich in diesem Blog über die Anzahl der illegalen Afrikaner in Israel. Über die ägyptische Grenze eingeschleust und danach verteilen sich die Illegalen auf Eilat und Tel Aviv. Drei Stadtteile in Tel Aviv – Süd wurden mittlerweile zu sozialen Brennpunkten, denn die Afrikaner befinden sich fast in der Mehrzahl. Afrika mitten in Tel Aviv und die Kriminalität nahm drastisch zu. So rate ich davon ab, nach 23.00 Uhr in der Gegend vom neuen sowie alten Busbahnhof zufuss unterwegs zu sein. 

Allein in diesem Monat November wurden 2464 weitere Afrikaner illegal eingeschleust. Zumeist von ägyptischen Beduinen, die dafür horrende Preise von den Schwarzafrikanern abkassieren. Seit Januar dieses Jahres kamen insgesamt 13,410 illegale Afrikaner nach Israel. Die Mehrheit von ihnen stammt aus ritrea sowie dem Sudan. Erst einmal angekommen, verliert sich ihre Spur, denn sie taucht bei Bekannten unter und mit zehn oder zwanzig hausen die Leuten in kleinen Apartments. Gearbeitet wird Schwarz und nebenbei geklaut und mit Drogen gedealt. In Tel Aviv haben die Afrikaner ihren eigenen Handy – und Fahrradmarkt. Alles Diebesgut und weiterverkauft wird an die eigenen Landsleute. Kaum sieht man einen Afrikaner, der kein teures Fahrrad fährt und nicht mit einem Smartphone herumfuchtelt. 

Israelis benutzen sie zum Arbeiten und danach werden die Afrikaner in ihre Ghettos zurückgeschickt. Mit ihnen etwas zu tun haben will niemand und die Illegalen selbst bauten ihre eigene afrikanische Unterwelt um den Zentralen Busbahnhof auf. Sie wollen nichts von Israel außer Geld und Israel will nicht von ihnen. Wenn Deutschland denen morgen Asyl anbietet, sind sie alle weg und machen sich in Europa breit. Doch Europa hat eigene Probleme und machte die Pforten dicht. 

Der Bericht von Ma’ariv Online (leider nur in hebräischer Sprache)

Weitere Links:


Zwischen Junkies und illegalen Afrikanern

Dienstag, 22. November 2011

Der ewige Neueinwanderer

B”H 

Vor ca. zwei Wochen traf ich mich mit einem deutschen Blogleser hier in Tel Aviv. Und eben jener Leser, der auf Besuch in unserem Land weilte, konnte es kaum glauben, dass ich mich nicht in deutschen Kreise bewege. Er, so gab er an, kenne total viele Deutsche in Israel und wenn ich wolle, könne er mir ein paar Namen nennen. 
Ich wollte nicht. 

Was ich ehrlich gesagt nicht verstehe ist, dass ich mich nach ca. 15 Jahren Israel immer noch als Neueinwanderer fühlen soll. Als wir auf das Thema zu sprechen kam, erzählte ich meinem Gegenüber folgende Story: 

Nach meiner offiziellen Einwanderung im Juni 2000, nahm ich an einem weiteren Hebräischkurs teil. Eigentlich ging es weniger um gesprochenes Hebräisch, denn dem waren wir Kursteilnehmer längst mächtig, da wir bereits Jahre zuvor in Israel gelebt hatten. 

Einer der Kursteilnehmer schlug jeden Morgen vor der Lehrerin sein Wörterbuch auf und konzentrierte sich nur noch auf die dortigen Vokabeln. Eines Tages fragte ihn die Lehrerin, was er da mache, immer das Wörterbuch aufschlagen. Glaube er etwa, alle Israelis stehen morgens auf und blättern ihrer Hebräischvokabeln wegen im Wörterbuch ? Der Wortschatz komme, früher oder später, von allein. Nur keine Bange ! 

Und was soll das hier überhaupt mit “Neueinwanderer” und so ? Neueinwanderer sind gerade angekommene neue Bewohner eines Landes und nicht wir, die da schon zwischen 3 – 7 Jahren im Land leben. Neueinwanderer bin ich drei Wochen und danach Israeli. 

Das Land tut seinen Assimilationsschlund auf und schluckt mich hinein. Dann befinde ich mich in der Tretmühle “Israel”. Spätestens dann, wenn meine Euros (damals noch DM) dahinschwinden und ich nur noch Schekel im Portemonnaie habe. Dann, wenn mein Bankkonto schrumpft und ich um den Lebensunterhalt kämpfe. Ab dem Zeitpunkt bin ich so richtig Israeli, denn die Neueinwanderer steigen gerade auf dem Flughafen die Gangway hinunter, damit auch sie in drei weiteren Wochen verschluckt werden. 

Ich bin nicht in Israel geboren und irgendwann einmal eingewandert. So definiere ich mich und die Umwelt auch. Ich habe einen Akzent im Hebräischen, spreche nicht so super fliessen wie ein gebürtiger Israeli und habe halt etwas andere Macken. Genau wie jeder andere, der einmal einwanderte. Nicht mehr und nicht weniger. 

Gebürtige Israelis sehen in mir jemanden, der im Ausland aufwuchs und ansonsten ist das kein Thema. Weder auf der Arbeit noch im Freundeskreis. Unsere Gesprächsthemen belaufen sich auf das JETZT, auf unser Privatleben, die Arbeit, eben alles Alltägliche. Deswegen ist es mir fremd und ich finde es furchtbar, wenn einige Einwanderer die ewige “Neueinwanderer – Chose” abziehen. Neueinwanderer – Das war einmal, doch danach folgt Alltag und Eingliederung. Ich will vorwärts kommen im Leben und mich weiterentwickeln und nicht auf dem ewigen Neueinwandererstatus stehenbleiben und jammern.

Donnerstag, 17. November 2011

Israel: Die Macht der illegalen Afrikaner

B”H

Die Infiltrierung von Afrikanern könnte Israel in einen zu 30% moslemischen Staat verwandeln.
An der Aussage ist nichts Übertriebenes, denn unser Premierminister ist bester Freund der nationalen Wirtschaftsbosse. Und gerade die Wirtschaft ist es, welche die illegal eingeschleusten Afrikaner in Brot nimmt. Die Hotelindustrie sowie das Gaststättengewerbe. Wenn die Wirtschaft nicht dermassen auf ihre billigen Arbeitskräfte bestehen würde, wäre unsere Regierung schon längst gegen illegal einreisen Afrikaner vorgegangen. Anscheinend jedoch will Netanyahu das gar nicht und wöchentlich kommen ca. 620 weitere Afrikaner nach Israel. 

Nicht, dass sie sich assimilieren wollen. Nein ! Vielmehr bauen sie in einigen Stadtteilen ihr eigenes Afrika nach ihren Regeln auf. Sie Eilat oder mehrere Stadtteile von Tel Aviv, welche schon fest in afrikanischer Hand sind (Neve She’anan, Schechunat HaTikwah oder Ezra). Immer dort, wo die Afrikaner einziehen, entsteht ein neuer Slum. 




Afrikaner im Levinsky Park am Zentralen Busbahnhof warten auf Tagelöhnerjobs.


 


Photos: Miriam Woelke

Montag, 31. Oktober 2011

Ex – Skinhead Byron Widner entfernte seine Hate Tattoos

B”H

Der bekannte amerikanische Neonazi Byron Widner heiratete im Jahre 2006 und kurz darauf setzte sein Umdenkprozess ein. Einstmals strammer Neonazi mit unendlichen vielen Hate Tattoos am ganzen Körper, wollte er sich zumindest die Tätowierungen am Kopf per Laser entfernen lassen. Nach seinem Ausstieg erhielt er jahrelang anonyme Drohanrufe alter Gesinnungsgenossen, doch der Ausstieg hat sich für Byron gelohnt. Nach einer schlimmen Kindheit und all dem Selbsthass macht er heute keine Afrikaner oder Juden mehr für sein private Misere verantwortlich.



Wie Byron Widner in dem Interview richtig sagt: Man kann mit seiner Vergangenheit abschliessen, doch nicht mit seinen Tattoos, denn die erinnern einen immer wieder neu. Genau das sage ich mir auch, wenn Männlein oder Weiblein sich den Namen eines Gatten oder Freundes eintätowieren lassen. Was, wenn die Beziehung irgendwann zerbricht und sogar im Trennungskrieg endet ? Dann kann ein Tattoo schnell zu einem Fluch werden. 

Weitere Details:


Donnerstag, 20. Oktober 2011

Die vergessenen Gefallenen: Chanan Barak & Pavel Slutzker

B”H 

Gilad Shalit – Das ist alles, was wir hören. Von der Presse und vor allem von den Eltern Avivah und Noam Shalit. Seit fünf Jahren traktiert uns Noam Shalit mit dem Namen seines Sohnes Gilad. Dessen Schicksal und das wir als Israelis die verdammte Pflicht haben, uns Gilad anzunehmen. Koste es, was es wolle. 

Aber genau dieses “Koste es, was es wolle” stößt nicht wenigen Leuten negativ auf. Vor allem den Hinterbliebenen der Terroropfer, die sich verraten fühlen. Einer ganz anderen Gruppe ergeht es ähnlich und die Familie Shalit deutete kein einziges Mal deren Namen an. 

Niemals und die Namen und Personen werden bis heute ignoriert. So als haben sie nie existiert. Einzig und allein “Gilad” vernahmen wir aus dem Mund der Eltern. 

Als am frühen Morgen des 25. Juni 2006 palästinensische Terroristen aus Gaza durch einen Tunnel auf israelisches Gebiet vordrangen und einen Kampf mit einer Soldateneinheit begann, stand nicht nur Gilad Shalit dort. Vier Soldaten wurden verletzt und zwei kamen bei dem Einsatz ums Leben. Gilad Shalit, wie bekannt, wurde von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt. 

 
 Photo rechts : Pavel Slutzker z"l


Der Panzer, in welchem Gilad Shalit sass, wird heute nur allzu gerne als “der Panzer von Gilad” betitelt. Eine falsche Annnahme, denn der Offizier des Panzers war Leutnant Chanan Barak (20) aus der Negevstadt Arad. Er wurde von den palästinensischen Terroristen getötet genau wie der Fahrer des Panzers, Feldwebel Pavel Slutzker (20). 


Die Mutter von Chanan Barak würde sehr gerne mit Gilad Shalit reden, um zu erfahren, wie genau ihr Sohn ums Leben gekommen ist. Ich hege meine Zweifel, ob Noam Shalit, der in den letzten Jahren ein unbeschreiblichen Medienrummel fabrizierte, ein Treffen erlauben wird. 


Photo links: Chanan Barak z"l


Die Tageszeitung “Israel Hayom” bot uns gestern die gigantische Schlagzeile “HELD” zusammen mit einem Photo von Gilad Shalit auf der Titelseite. Nach fünf Jahren Kidnapping heimzukommen, macht einen nicht gleich zum Helden und jeder, der Gilad auch nur anschaut, erkennt, dass Shalit aus keinem Heldenmaterial gestrickt ist. 

In der Tagezeitung HAARETZ findet sich ein lesenwerter Artikel zum Vorgehen der Shalit – Familie und die in Vergessenheit geratenen Opfer des Panzers: Pavel Slutzker und Chanan Barak. 

Samstag, 15. Oktober 2011

Israel und seine aschkenazisch - weisse Werbung


Werbeposter in Tel Aviv

Photo: Ma'ariv

B”H 

Seit jeher wird in Israel aschkenazisch geworben und sephardische Juden sind in Werbespots oder auf Werbeplakaten eher die große Ausnahme. Laut einem TV – Bericht, den ich neulich sah, bilden hiesige Werbeagenturen Produktwerbungen auf aschkenazisch – weiss aussehenden Werbedarsteller. Nach wie vor gilt in unserem Land, dass Juden aus Europa oder Amerika erfolgreicher sind als Juden aus Marokko, dem Jemen, Kurdistan, Tunesien, dem Iran oder Irak. Im so übertrieben liberal – denkenden Deutschland mag man diese Einstellung als “Rassismus” werten, wobei dann aber die Tatsache, dass sephardische Juden die Aschkenazen selbst so sehen, bei der Argumentation sicherlich weggelassen wird. 

Sephardische Juden schielen nicht selten auf das Aschkenazentum, was da viel mehr Uni – Studenten, Akademiker und Wohlhabende hervorbringt. Beispiel: Man gehe ins reiche Ramat Aviv oder selbst nach Hod Hasharon und suche sephardische Juden. 

In israelischen Werbespots spielen folgende Faktoren eine immense Rolle: 

1. Soll das Leben erfolgreicher Menschen dargestellt werden. Hierzu gehören, wie erwähnt, weisse aschkenazische Juden. Ein tiefsitzendes gesellschaftliches Image. 

2. Laut Werbebranche wird eine erfolgreiche Werbefamilie in einem Spot mit ihrem Wohnort dargestellt. Und dieser Ort lautet RISHON LE’ZION. Eine Stadt südlich von Tel Aviv gelegen und bekannt dafür, dass sich immer mehr Akademiker gerade dort eine Wohnung zulegen, da Tel Aviv zu teuer geworden ist. Rishon transformiert seit längerer Zeit zu einem Schickimicki – Club. Zumindest einige neu entstandene Stadtteile. 

3. Die heimische Armee spielt bei der Werbung ebenso eine Rolle, denn sie vermittelt das Image des Beschützertums. Noch dazu, wo sich fast ein Jeder mit der Armee identifizieren kann, da er / sie selbst Soldat gewesen ist. 

4. Darüber hinaus legt die Mehrheit der Israelis einen hohen Wert auf das Gefühl, dass früher alles besser war. Man sucht die Erinnerung an eine heile Vergangenheit. An seine Kindheit, zum Beispiel. Fast jedes Kind ist mit dem Hüttenkäse von Tnuva aufgewachen. Mit BAMBA von Osem, dem MILKY (Schokoladenpudding mit Sahnehäubchen im Becher) oder dem Junk Food BISSLI. 

Kurz gesagt, die Bevölkerung sucht das Altbewährte aus der Vergangenheit, denn jeder hat so seine Erinnerungen an ein bestimmtes Produkt verbunden mit einem Moment in seinem Leben. Ferner ruft der altbewährte Hüttenkäse (einmal abgesehen von den derzeitigen hohen Preisen dafür) das im Land geliebte Gefühl “Ba’Bayit – Zuhause” hervor. Daheim sitzen, die Türe zumachen und ganz zuhause zu sein. Man selbst mit einer Tasse israelischem Nescafe von ELIT in der Hand. 

Die “Israeliyut – Israelischkeit” ist das, was in der heimischen Werbung am meisten ankommt.

Mittwoch, 31. August 2011

Israels wohlhabende Barbie Puppen



B”H

Morgen ist es wieder soweit und die israelischen Medien ziehen jedes Jahr das Thema erneut heran. Ich wette, dass nirgendwo anders auf der Welt der erste Tag des neuen Schuljahres so thematisiert wird wie hierzulande. 

Die Sommerferien beginnen üblicherweise Ende Juni und der erste Schultag ist in jedem Jahr der 1. September. Religiöse Schulen sind von diesen Terminen weitgehend ausgenommen, denn für sie gelten andere Ferientermine und die Sommerferien fallen wesentlich kürzer aus.

Auch heute abend waren die TV – Nachrichten wieder voll mit dem morgigen Schulbeginn. Wie viel das die Eltern alles kostet. Neue Schulbücher, Hefte, Ranzen und und und. Zu meiner Schulzeit bin ich mindestens zwei Jahre mit demselben Ranzen unterwegs gewesen, doch hierzulande muss schon jedes Jahr ein neuer Rucksack für die Schule gekauft werden. Das gehört zum guten Ton und die Schüler achten dabei auch noch auf Markenprodukte.

Und jedes Jahr wieder zum 1. September geht es auch um Prestige. Neue Klamotten wollen die Schüler zum ersten Schultag. Wobei ich hier weitgehend von säkuleren und weniger von relig. Schülern ausgehe. In der säkuleren Schulwelt sind Markenklamotten und alles drum herum extrem wichtig und wer nicht viel Geld hat, muss halt sehen, wie er zurecht kommt. 

Viele wohlhabende Schüler gehen in die Schulen in ihren eigenen Stadtteilen wie in Tel Aviv – Nord und dort rechnet nicht jeder Schüler mit jedem Schekel, denn die Eltern haben's ja. Woanders sieht es nicht so rosig aus, aber die weniger betuchten Kinder, welche in ihren Stadtteilen zur Schule gehen, stehen somit nicht unter dem Klamottendruck von Tel Aviv – Nord. 


Vor ein paar Tagen brachte eine Nachrichtensendung einen schockierenden Bericht, der selbst die Journalisten vom Hocker riss. Da gehen doch glatt Kinder aus reichem Haus kurz vor dem 1. September zum Beauty Shop, um sich ein neues Styling zwecks Schulbeginn zu verpassen. Markenklamotten reichen nicht mehr; jetzt muss selbst ein neues Hair Styling und Make - up her.

Jene Kids machten auf mich einen recht armseligen Eindruck mit ihrem Leben, in dem sich alles nur ums Aussehen dreht. Künstliche Ideologien, selbst wenn das Kopferl recht leer ist. In dem Moment fragte ich mich nur, wie denn die Zukunft unseres Landes mit solchen dummen Barbie Dolls aussehen wird. Wie gut, dass die Barbie simmer noch in der Minderheit sind, denn zuviel BLOND könnte das Land nicht verarbeiten.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Ist Israel ein Apartheid – Staat, Teil 3


 Die drei Akirov - Tower in Tel Aviv.

Photo: Miriam Woelke
B"H




Herrschen in Israel Apartheid und Rassismus ? Ja, klar, denn glaubt Ihr, einer von uns wäre imstande, in einen der drei noblen Tel Aviver “Akirov Tower” zu ziehen ?

Selbst wer soviel Geld hat und noch dazu den Va’ad Beit (Hausmeisterdienst) von sage und schreibe 4000 Schekel (ca. 800 Euro) pro Monat bezahlen kann, ist noch lange nicht bei seinen Nachbarn willkommen. Immer mehr dieser Luxustower machen auf Auswahlverfahren und nicht jeder Meier oder Müller darf einfach so einziehen. Offiziell lautet es, dass man sich so vor kriminellen Mafianachbarn schützen wolle, aber seien wir ehrlich: Äthiopier, sephardische Juden oder etwas Minderbemittelte haben in den Luxuspalästen genau so wenig Chancen, denn die Turm - Elite will keine Unterschicht oder alles, was danach riecht. 

Samstag, 16. Juli 2011

Wer die Leute mit dem “Wachtturm” ins Haus läßt

B”H

In Strandnähe erblickte ich heute ein dickes Buch, was schon von Weitem nach Bibel aussah. Ich nahm das Buch in die Hand und stellte fest, dass es sich tatächlich um eine Bibelausgabe handelte. Doch hatten hier christliche Missionare ihre Hand im Spiel, die einmal wieder ihr Zeug auslegten, um eine erneute Judenmission zu starten oder handelte es sich um eine jüdische Ausgabe der Thora ? Die Antwort darauf war nicht leicht zu finden, denn die Bibel war aus Russisch. Auf der allerersten Seite fand ich dann doch noch die Antwort auf Englisch, die da lautete: 

“Watchtower Bible”. 

Also waren hier diesmal die Zeugen J. mit ihrer “Wachtturm – Doktrin” am Werk und ich entsorgte die “Bibel” im nächstbesten Mülleimer.

Von mir aus kann jeder glauben, was er will, solange er keine Judenmission betreibt. Mit den Zeugen J. hingegen verhält es sich so, dass ich in der Vergangenheit viele bitterböse Kommentare von ihnen erhielt, denn ich zitierte die israelische Anti – Missionsorganisation “Yad Le’Achim” in Bezug auf die Zeugen Jehovas und ihren Antisemitismus.

Daraufhin musste ich den Zeugen erst einmal verklickern, dass nicht ich den Artikel schrieb, sondern “Yad Le’Achim”. Aber das ist eigentlich irrelevant, denn die Tatsache des Antisemitismus der Zeugen wird dadurch nicht aus der Welt geschafft.

Neulich dann sandte mir ein Zeuge ein paar e – mails und ich versuchte eine Diskussion mit ihm aufzubauen, was sich als unmöglich herausstellte und ich letztendlich nur “Wachtturm – Zitate” als Antwort bekam. Immerhin machte er mich wütend darauf aufmerksam, dass die Zeugen in Deutschland offiziell eine Religionsgemeinschaft seien und keine Sekte.

Vor wenigen Tagen stiess ich durch Zufall auf eine äußerst informative Site über die Zeugen J. Offenbar verfasst von einem Aussteiger, denn der Verfasser der Artikel kennt sich aus. Unter anderem weist er auf das Vokabular der Zeugen hin und dass sich dies stets ändere. Ich habe noch nicht die Zeit gefunden, alle Artikel zu lesen, doch sind jene Inhalte, die ich soweit las, sehr interessant und versetzen den Außenstehenden in die Gedankenwelt der Zeugen. Was sie beabsichtigen, wenn sie plötzlich bei fremden Leuten vor der Türe stehen und wie sie auf Mitgliederfang gehen.

Der Verfasser der Site weist ebenso daraufhin, dass die Zeugen keineswegs die Bedingungen einer Sekte erfüllen, denn, so der Verfasser, betreiben sie keinerlei Gehirnwäsche. Ich bin mir nicht sicher, ob man das so stehenlassen kann, denn immerhin bewegen sie den Interessenten bei den Bibelabenden in eine Richtung der Abhängigkeit, da nur ein Mitglied der Zeugen J. vor dem “bevorstehenden Weltuntergang gerettet wird”.

Ich beschloss, einen Artikel vorzubereiten und da kam heute die Sache mit dem Buch gerade recht. 

Was jeder unbedingt lesen sollte: 




Freitag, 15. Juli 2011

Mehrheit der Israelis befürwortet das neue Boykott – Gesetz

B”H

Laut einer aktuellen Umfrage der linksgerichteten israelischen Tageszeitung “Yediot Acharonot” befürwortet eine Bevölkerungsmehrheit von 53 % das neue Boykott – Gesetz. Lediglich 43 % sprechen sich dagegen aus.

Sonntag, 12. Juni 2011

Psychologische Hilfe für jüdische Homosexuelle

B”H

Am vergangenen Freitag fand in Tel Aviv eine weitere “Gay Parade” statt. Ein Bericht von mir dazu HIER !

Ein regelmässiger Kommentraschreiber auf meinem englischen Blog, ein Chabadnik, gab mir den Hinweis, dass die chassidische Gruppe Chabad (Lubawitsch) schon seit geraumer Zeit dabei ist, Homosexualität als eine Krankheit zu betrachten, von welcher man geheilt werden kann. Offizielle Hilfe für jüdische Homosexuelle bietet die Chabad – Organisation “JONAH” an. Siehe die Erfolge von JONAH:

Samstag, 7. Mai 2011

Die jüdische Orthodoxie und der Holocaust, Teil 2


 Photo: Miriam Woelke

B”H

Nach dem Holocaust waren viele Juden froh, endlich einen eigenen Staat zugesprochen zu bekommen. Im Jahre 1948 war es soweit und Theodor Herzls Traum wurde Wirklichkeit. 

Mein Leben lang war ich froh über die Existenz des Staates Israel. Hätte unser Land schon zur Zeit des Dritten Reiches existiert, wäre sicherlich vieles anders verlaufen und sechs Millionen Juden wären wohl kaum umgekommen. 

Juden in der Galut (Diaspora) sind vielerseits große Verfechter Israels, können jedoch genau so viel Schaden anrichten. Insbesondere dann, wenn sie ihre eigenen Theorien verbreiten, welche mit dem Alltag in Israel absolut nichts zu tun haben.

Meine Israel”karriere” begann ich im Jahre 1987 als ich zum ersten Mal ins Land kam. Und wie soviele andere als Kibbutzvolontär. Eben mal so in den Semesterferien um das Land zu sehen und billig durchzukommen. Viele Kibbutzvolontäre kommen in der Annahme, man lerne aus dem Kibbutz heraus das Land Israel kennen. Ein Trugschluss und den bekam ich zu spüren als ich im Jahre 1995 nach Tel Aviv zog. Hinaus aus der behütenden Kibbutzblase und hinein in den Alltag des Großstadtdschungels.

Immer noch war ich pro – Israel eingestellt, doch die Ansichten sollten sich etwas verändern. 
Ich lernte viel über die israelische Geschichte und Gesellschaft und heute folge ich ganz sicher nicht mehr irgendwelchen blinden Idealen. Wer die hebräische Sprache spricht, sich in den hebräischen Medien informiert, hebräische Literatur liest und auch sonst alles in der Landessprache tut, erhält den originalen Eindruck des Landes. Meinungen, welche die anderssprachige Presse übergeht, denn jene Journalisten bekommen von diesem Part der Realität selten etwas mit.

Natürlich publiziert unsere Presse dieser Tage hunderte von Soldatenstories zum morgen abend beginnenden "Yom Hazikaron – Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Terroropfer". Sonntag abend wird es abends um 20.00 Uhr einen zweiminütigen Sirenenton geben genauso wie am Montag morgen um 11.00 Uhr. Viele Israelis betrachten den “Yom Hazikaron” als emotional wesentlich stärker als den “Yom Hashoah” am vergangenen Montag. Warum ? Weil Israel eine Armee ist. Kaum jemand war nicht Soldat gewesen und kann sich nicht damit identifizieren. Darüber hinaus aber glorifizieren viele Soldaten ihr Soldatendasein nicht und dafür gibt es Gründe, wie ich dieser Tage zu berichten plane.

Wer in Israel lebt und die hebräische Presse verfolgt, dem wird schnell bewusst, was sich wirklich in unserem Land abspielt. Wer mit wem in der Knesset verbandelt ist, welcher israelische Wirtschaftsmagnat welchen Einfluss auf die Politik nimmt, welche Anwälte und Richter hohen Einfluss nehmen, die Rolle der Künstler, des Obersten Gerichtshofes und warum wer oberster Richter wird und warum ein anderer scheitert. Die negative Seite der nationalreligiösen Bewegung, warum deren Rabbiner etwas verkünden und dann vor ihrer Meinung fliehen. Die Geschichte David Ben Gurions, die gestohlenen jemenitischen Kinder oder warum Ben Gurion samt Yitzchak Rabin ihre eigenen Landsleute an die Briten verpfiffen.

Heutzutage feiert die israelische Mehrheit den "Yom Ha'azma'ut - Unabhängigkeitstag" (Beginn am Montag abend - Dienstag) wie die Amerikaner ihren 4. Juli: Mit Grillparties im Garten oder in Parks. Der israelische Unabhängigkeitstag wurde schon längst zum nationalen “Mangal “Grill” Tag”. Natürlich gibt es auch Shows wie die militärische Flugshow über dem Strand von Tel Aviv oder das Riesenevent auf dem Kikar Rabin in Tel Aviv am Montag abend. Alles live fürs heimische TV. Nicht zu vergessen den ebenso live ausgestrahlten “Bible Contest” am Dienstag morgen. Jerusalems Sacher Park wird am Dienstag mit Grills überlaufen genau so wie der Tel Aviver Hayarkon Park.  

Obwohl ich für den derzeitigen Staat Israel bin, weiss ich doch, dass das nicht alles ist. Der Meschiach ist noch nicht da, aber immerhin haben die Juden nun einen Platz auf Erden, wo sie ohne Antisemitismus zu leben in der Lage sind. Irgendwie aber feiert jedes Grüppchen seinen Unabhängigkeitstag allein. Die Nationalreligiösen tun dies am Montag abend in der Großen Synagoge zu Jerusalem. Mit Service, Chor und dem traditionellen HALLEL – Gebet. Danach bewegt sich die Elite ins Untergeschoss zum geladenen Essen. 

Die Neturei Karta fackelt traditionell die israelische Flagge ab. Photographiert von der zionistischen Presse, welche die Neturei Karta sich nicht scheut, zu informieren. Public Relation muss sein !

Aber nicht jeder ultra – orthodoxer Jude ist gegen den Staat Israel, wie ich schon oft beschrieben habe und noch mehrmals tun werde ! 

Der derzeitige Staat Israel – JA, aber mit dem Bewusstsein, dass dies nicht unsere letztendliche Aufgabe bzw. unser Ziel ist, wie uns die Thora sowie der Talmud lehren. 

Wer den 63. Unabhängigkeitstag feiern will, der muss nach Tel Aviv kommen. Die Jerusalemer wissen in der Beziehung nicht zu feiern und die Party am Zion Square fällt stets recht dürftig aus. In Tel Aviv hingegen beginnt das große Feiertagsevent am Montag abend nach 20.00 Uhr. Am Dienstag werden das Ben Gurion House sowie das Gebäude in der Sderot Rothschild, in welchem Ben Gurion den Staat Israel ausrief, kostenlos zugänglich sein.