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Sonntag, 21. Oktober 2012

Vorerst kein Hotel Vierjahreszeiten in Jerusalem

B"H 

In seiner aktuellen Wochenausgabe berichtet das freitags erscheinende Jerusalemer Lokalblatt KOL HA’IR von einem geplanten Hotelbau in Katamon: Der nicht gerade billigen Absteige HOTEL VIERJAHRESZEITEN. 

Bürgermeister Nir Markat setzt auf Wachstum, Moderne sowie den Tourismus und da es manchmal zur Hochsaison an Hotelbetten fehlt, muss ein neues Hotel her. Meiner Ansicht allerdings nach fehlt es eher an erschwinglichen Hotelbetten, denn nicht jeder Tourist steigt eben mal so im King David oder Inbal Hotel ab. 

Wer die Gegend um die Einfahrt der German Colony / Katamon ein wenig kennt, der kann sich vielleicht vorstellen, wo das Vierjahreszeiten ggf. gebaut werden soll. Zwischen dem Bell Park und der Kreuzung Emek Refa’im / Derech Beit Lechem. Dort, wo sich momentan ein Parkplatz befindet und Unkraut wuchert. Immerhin Natur, welche durch ein weiteres Hotel verschandelt werden würde. 





Der geplante Hotelklotz an der Emek Refa'im

Quelle: KOL HA'IR

Photos: Miriam Woelke


Die Bewohner von Katamon sowie der German Colony sind gegen ein Hotel und legten bei der Stadtverwaltung Widerspruch ein. Jetzt wird der geplante Hotelbau erst einmal aufs Eis gelegt, doch die Frage ist, für wie lange. 

Eines ist sicher: Das Luxushotel mit den geplanten 14 Stockwerken zieht betuchte Touristen an, die sich des abends auf in die Emek Refa’im machen. Die beliebte Ausgehgegend ist eh bereits teuer genug und falls weitere reiche Touristen anrollen, werden Cafes und Restaurants für die Einheimischen kaum mehr erschwinglich.

Sonntag, 9. September 2012

Wieder bleiben die Jerusalemer auf der Strecke


An der Stadteinfahrt

B"H

Wer sich in Jerusalem etwas auskennt, der weiss, dass sich nahe der Stadteinfahrt (Ecke Sderot Herzl / Zalman Shazar Boulevard) ein riesiges betongefülltes Loch befindet. Umgeben von einem Zaun und seit Jahren brachgelegte Baustelle wirkt das Loch neben dem Binyane’i Ha’Uma (International Convention Center) wie ein trostloser grauer Schandfleck. Die Stadtverwaltung will dem nun ein Ende bereiten, doch nicht, wie vielleicht angenommen, mit dem Bau erschwinglicher Wohnungen für die Bürger. Vielerorts mag man gehofft haben, dass Bürgermeister Nir Barkat sich endlich einmal aufschwingt und etwas für den stinknormalen Jerusalemer ohne hohes Einkommen tut. Unter anderem für Studenten. Daraus aber wird wohl nichts, denn das große Kapital ruft. Und so plant die Stadtverwaltung offenbar ein weiteres Luxusprojekt: Auf der riesigen Fläche sollen Luxuswohnungen, Hotels sowie exklusive Büroflächen entstehen. Eine Bürgerinitiative will sich wehren, aber bei Barkat siegt leider fast immer das Kapital.



Gegenüber der Brücke ist das Luxusprojekt geplant. 



Anderweitig hochgezogeneLuxusbauten am Jerusalemer International Convention Center (Binyane'i Ha'Uma) nahe der Stadteinfahrt. Hier wird ein Penthouse zu mehreren Mio Schekeln angeboten. Ein Eldorado der Reichen.

Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, 8. August 2012

Jerusalem und die Formel 1

B"H 

Vorgestern las ich in der Tageszeitung YEDIYOT ACHARONOT von einem weiteren wahnsinnigen Vorhaben unseres Bürgermeisters Nir Barkat, der hoffentlich bei den nächsten Kommunalwahlen nicht wiedergewählt wird. Seit seiner Wahl zum Bürgermeister setzt der Hightech – Unternehmer Barkat alles daran, Jerusalem in ein zweites Tel Aviv umzuwandeln. Größer, protziger, besser. 

Da sollte der zweimal wöchentlich stattfindende Kunst – und Handwerksmarkt vom Tel Aviver Stadtteil Nachalat Binyamin in die Jerusalemer Rambam Street geholt werden. Ein Unternehmen, was nun letztendlich doch nicht in der Rambam Street stattfindet, sondern in kleinem Rahmen an jedem Donnerstag an der Kreuzung Agrippas / King George sowie in der Shatz Street (ebenso an der King George). 

Für die Straßenbahn, die genau vor einem Jahr ihren Dienst aufnahm, kann Barkat nichts, denn das Vorhaben wurde von seinen Vorgängern Olmert und Lupolianski durchgesetzt. Wider Erwarten aber erfreut sich die Straßenbahn hoher Beliebtheit und ist immer rappelvoll. Nur mit dem Bezahlen haben es viele Jerusalemer nicht so und fahren lieber schwarz. 



 In der Jaffa Road

Photo: Miriam Woelke


Aktuell werden nahe der Jaffa Road in der Stadtmitte riesige Wohnklötze hochgezogen. Einer ist seit längerer Zeit fertiggestellt, doch bis heute fanden sich kaum Käufer für die angepriesenen Luxuswohnungen. Trotzdem werden nebendran weitere Luxusklitschen gebaut und das alte Flair der Umgebung geht verloren. 



Blick von der Jaffa Road in Richtung Rabbi Kook Street

Und weiter oben in der Jaffa Road:


Der Wohnklotz im Hintergrund steht bis heute fast leer.

Photos: Miriam Woelke


Flair, Rustikales, die olle Jerusalemer Mentalität – all das gehört irgendwie zur Stadt. In Jerusalem kann man Mensch sein, auch wenn kein Geld im Portemonaie ist. Während in Tel Aviv viel Schickimicki angesagt ist, so kann man in Jerusalem immer noch ungezwungen im siebziger Jahre Ramsch herumlaufen. Kaputte Schuhe oder zerschlissene Hose – das stört keinen Menschen, denn die Mehrheit der Bewohner ist wenig betucht und kauft nun einmal ganz billig ein. 

Wer hier einkaufen geht, der wird fast immer gefragt, ob er die Ware auf Abzahlung will. Jeden Monat Hundert Schekel abstottern oder so in der Art. Sei es im Supermarkt oder, wie ich neulich sah, in einem billigen Klamottenladen, wo der Vater seiner Tochter ein paar Hosen und Shirts kaufte und an der Kasse die Ratenzahlung verlangte. Deswegen braucht sich niemand zu schämen, denn wir sind hier nicht im "Beverly Hills" Azrieli Tower von Tel Aviv. 

Kurz gesagt, das Jerusalemer Flair der kleinen Leute ist wichtig. Jetzt aber kommt Nir Barkat daher und wittert das große Geld der Touristen. Man müsse etwas bieten und nicht nur "lahm" mit Klagemauer oder Holocaust Museum daherkommen. Die Leute suchen Action und da muss halt investiert werden. Barkats letzter Abschuss, über den sogar die linke YEDIYOT ACHARONOT lästerte: 

Jerusalem solle ein weiteres Symbol für die Formel 1 werden. Jedes Jahr wolle Barkat ein Formel 1 Rennen rund um die Altstadt steigen lassen. 

Wo, zum Teufel, soll dass denn sein, bei dem chronischen Platzmangel ? fragte ich mich und schwupps lieferte YEDIOT eine kleine Karte. Das Rennen solle an der Karta (Mamilla Mall vor dem Jaffa Gate) beginnen, hinauf zur Cinematheque, über die Derech Chevron hinein in die David Remez, die King David Street ( King David Hotel) hinauf und zurück zur Karta. 

Solch ein idiotischer Einfall ist mir längere Zeit nicht untergekommen und der Bürgermeister hat offensichtlich keine Ahnung von der Formel 1 und den strengen Sicherheitsbestimmungen. Ganz zu schweigen davon, dass all die Straßen neben den Rennwagen, keine Zuschauerplätze mehr zulassen. Ein Rennen ohne Zuschauer. 

Die internationale Rennfahrerelite wird es auch nicht einfach haben, denn es gibt keinen Platz, um einen anderen Wagen zu überholen. Wer als Erster startet, wird wahrscheinlich auch als Erster ins Ziel kommen, denn die Konkurrenz kann ihn gar nicht überholen, es sei denn, man hebt ab und fliegt über den Wagen hinweg. 


Zur Enge in der David Remez Street (zwischen dem alten Bahnhof und dem Chan Theater)







 Photos: Miriam Woelke


Sicherlich soll Jerusalem keine Museumsstadt mit Museumsniveau sein, doch per Hauruck – Verfahren eine ganze Stadt samt Bewohner ändern zu wollen, ist Wahnsinn. Tel Aviv hat seinen Charakter und so hat die Stadt Jerusalem den ihren … und dies gilt es zu akzeptieren. Tel Aviv wird niemals Jerusalem und umgekehrt.

Samstag, 21. Juli 2012

Jerusalemer Verkehrsbrennpunkte


B"H 

Die Innenstadt von Jerusalem wird immer enger. Seitdem vor einem Jahr die Straßenbahn ihren Betrieb aufnahm, strömt fast der gesamte Busverkehr auf dem Weg zwischen King George / HaNevi’im Street / Zentraler Busbahnhof durch die Agrippas am Machane Yehudah Markt, denn die Straßenbahn allein vereinnahmt die Jaffa Road, auf welcher zuvor der Busverkehr floss. Die Agrippas am Machane Yehudah Markt ist jedoch eine schmale Straße, auf welcher der Autoverkehr auch ohne Busse schon seine Probleme hatte, durchzukommen. Am Markt selber wechseln Hunderte oder sogar Tausende Fußgänger bei ihrem Einkauf die Seiten und überqueren die Straße. Mit nur einer Ampel, die sich etwas im Abseits befindet und zwei Zebrastreifen, die mittlerweile so ziemlich an weisser Farbe verloren. 

Tausende Egged – Busse schieben sich im Endlosverkehr die Agrippas Street hinauf und hinunter. Platz zum Ausweichen gibt es im Ernstfall nicht und was, so frage ich mich, wenn es in dieser Enge einmal zu einem Unfall kommt ? Was, wenn ein Bus durchdreht und in die Menge rast ? 

Der Verkehr auf der Agrippas ist ein ernsthaftes Verkehrschaos in Jerusalem und solange keine Katastrophe geschieht, unternimmt die Stadtverwaltung eh nichts. Und somit laufen vorerst Fußgänger und Egged – Busse nebeneinander her. 









Die Photos nahm ich am letzten Donnerstag nachmittag auf.

Photos: Miriam Woelke

Montag, 4. Juni 2012

Erhebt Jerusalem eine "Touristensteuer" ?

B"H 

Freitags sind die israelischen Tageszeitungen besonders dick, denn sie beinhalten, u.a, das Wirtschaftsmagazin und viele viele Politzusätze. Einer dieser Infos sind die Lokalnachrichten, die, genau genommen, nur zum Schabbat hin Veröffentlichung finden. Ansonsten berichtet die große Tagespresse landesweit nicht darüber, ob auf dem Jerusalemer Machane Yehudah Markt ein neuer Stand aufmachte. 

Am vergangenen Freitag fanden wir im Lokalteil (Zman Yerushalayim) der Zeitung MA’ARIV eine interessante Meldung, die vor allem Jerusalemtouristen angeht: 

Jerusalem ist neben New York, New Dehli oder Vancouver, ist eine Touristenstadt. Allein im Jahre 2011 verzeichneten die lokalen Hotels 3,854,500 Übernachtungen (18% aller Hotelübernachtungen Israels). 

Ausgerechnet die linksgerichtete Meretz - Partei fordert aufgrund des hohen Touristenandrangs eine extra "Touristensteuer" von 1,5%. Diese Steuer werde von den Hotels bei der jeweiligen Übernachtung des Touristen in die Rechnung mit einbezogen. Auf diese Weise könne der Tourismus dazu dienen, dass marode Stadtsäckel aufzufüllen und den Wirtschaftsstandort Jerusalem auszubauen. Immerhin gebe es ja in New York, New Dehli oder dem kanadischen Vancouver auch bereits eine extra Touristensteuer. Warum nicht auch in Jerusalem ? 

Für einen Israeli klingt das nicht schlecht, denn sind wir doch eh alle sauer, weil wir Israelis in Hostels (ob auch in Hotels, weiss ich nicht) oftmals mehr zahlen als Touristen. Als ich neulich einige Tage im Jerusalemer “Avraham Hostel” nächtigte, zahlte ich für mein Einzelzimmer 30 Schekel (ca. 6 Euro) pro Nacht mehr als ein ausländischer Tourist. Begründung: Die israelische Mehrwertsteuer wurde mir auf den ausgeschriebenen Zimmerpreis geknallt. Warum also soll es dann nicht den Touristen auch einmal an den Kragen gehen ?:-)))

Der Stadtrat will den Antrag zur Diskussion stellen und beraten.

Samstag, 10. März 2012

Leserfrage: Arnona Jerusalem für Senioren

B"H

Bezüglich einer Leserfrage: Vergünstigungen der Arnona (Grundsteuer) ab 65 Jahre

Ich weiss, dass ab einem gewissen Alter (63 oder 65 ?) diverse Vergünstigungen bestehen. Unter anderem bei Busfahrten. Die Stadt Jerusalem bietet eine Karte für Senioren an. Wie es genau bei der Arnona aussieht, kann ebenso bei der Stadtverwaltung Jerusalem erfragt werden.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Jerusalem stellt sich auf Schnee ein


Jerusalem, Stadtteil Pisgat Ze'ev am 2. Januar 2012

Photo: Miriam Woelke
B”H 

Heute soll es bereits losgehen. Nach einigen Tagen des Sonnenscheins und Temperaturen um die 20 Grad Celsius meldet sich der Winter zurück. Für den Nachmittag und die restlichen Tage der Woche ist Regen vorausgesagt. Dabei nähern sich die Temperaturen am Abend dem Gefrierpunkt. In Tel Aviv mit 8 Grad Celsius (Tageshöchsttemperatur am Freitag bei 11 Grad Celsius) und in Jerusalem werden es des nachts gar nur 3 Grad Celsius. Ferner erwartet Jerusalem Schnee und die Stadtverwaltung stellte schon jetzt Räumfahrzeuge bereit. 

Insgesamt also erwartet uns wieder einmal ein trüber, regnerischer und kalter Wochenausklang.

Mittwoch, 9. November 2011

Wohnungsnot: Das “Haus des Kampfes” in Jerusalem

B”H 

Der Winter ist da. Zumindest den Nachttemperaturen zufolge. Zwar scheint die Sonne und in Tel Aviv herrschen tagsüber 25 Grad (in Jerusalem 19 Grad Celsius), doch am späteren Nachmittag kühlt es gewaltig ab. Dann sind Pullover und Jacke angesagt. 

Wer obdachlos ist, der sollte, meiner Meinung nach, im wettermässig milderen Tel Aviv überwintern und nicht im eiskalten Jerusalem, doch die Jerusalemer Obdachlosen bleiben lieber in der Hauptstadt. Mit Freunden sprach ich darüber, warum das so ist und sie meinten, weil es halt in Jerusalem Suppenkücken gebe. In Tel Aviv hingegen existieren kaum oder nur ganz wenige Armenspeisungen. 

Das Sozialkampf – Movement vom Sommer eröffnete nun in Jerusalem das “Haus des Kampfes”. Irgendwo nebenan von den Büros des “Binyane’i HaUma – International Convention Center”. Der Kampf um eine gerechte Unterbringung der Obdachlosen hat begonnen. Gerade jetzt, wo es kalt ist und der Winter richtig einzieht. Wer kann da schon draußen Platte machen oder in einer Synagoge pennen ? 

Soweit mir bekannt ist, mietet die Stadtverwaltung schon jahrelang diverse Wohnungen an, in denen ehemalige Junkies und Obdachlose untergebracht werden. Ein derartiges Hostel befindet sich sogar im besseren Stadtteil Rehavia. Für die völlig Abgefackelten gibt es das “Hotel Zephania” in Ge’ulah. 

Einmal dachte ich daran hinzugehen und den Leiter zu interviewen, denn ich plante einen Blogartikel über Obdachlose. Ein Bekannter, der sich anscheinend mit dem “Hotel” aus eigener Erfahrung auskennt meinte, dass ich da mal lieber einen Baseballschläger mitnehmen solle, denn das “Zephania” beherbergt den Hardcore der Junkies, Alkoholiker und Ex – Sträflinge. 

Wer Beratung braucht, der kann vielleicht einmal am Binyane’i HaUma vorbeischauen und nach Möglichkeiten für eine Unterbringung fragen. Allerdings wird das “Haus des Kampfes” privat geleitet und nicht von der Stadt Jerusalem selbst.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Photos vom "Jerusalem Light Festival" 2011, Teil 4

B"H

Noch nachgereicht: Die letzten Photos meiner Serien zum Jerusalemer Lichterfestival, welches im vergangenen Monat in der Altstadt stattfand. Die Photos nahm ich bei meinem Besuch am 20. Juni 2011 auf !




Passage vom Moslemischen ins Christliche Altstadtviertel.



Zwischenfall im Christlichen Viertel, wo ein junger Araber randalierte und hier von der israelischen Polizei abgeführt wird. 



Brunnen im Christlichen Altstadtviertel



Auf arabischer Seite sah man dem bunten Festival - Treiben Wasserpfeife rauchend zu.



 Vor der Altstadtmauer


Copyright / Photos: Miriam Woelke

Dienstag, 28. Juni 2011

Photos vom "Jerusalem Light Festival" 2011, Teil 3

B"H

Ein paar weitere Photos zum Jerusalemer Lichterfestival, welches vor einer Woche zuende ging. Die Photos nahm ich bei meinem Besuch am 20. Juni 2011 auf !






Vor der Churvah Synagogue im Jüdischen Viertel



Das Lichterfestival wurde zum Wirtschaftsfaktor. Hier verschiedene Verkaufsstände in der Jüdischen Altstadt.






Im CARDO der Jüdischen Altstadt. Beim CARDO handelt es sich um eine ehemalige römische Shopping Mall vom Damaskus Tor bis hin ins heutige Jüdische Viertel. 



Antike Ausgrabungen im Cardo



Copyright / Photos: Miriam Woelke

Freitag, 24. Juni 2011

Photos vom "Jerusalem Light Festival" 2011, Teil 2

B"H



Hier sind weitere Bilder des am Mittwoch abend zuende gegangenen Jerusalemer Lichterfestivals 2011. Am Montag abend war ich dort und machte die folgenden Photos !


Auch die arabischen Händler in der Altstadt verdienten nicht schlecht am Besucheransturm. Kalte Getränke und Snacks fanden Absatz.



Am "Archeaology Park" neben der Klagemauer.







Etwas schlecht zu erkennen: An einem Gebäude in der Jüdischen Altstadt wurde die Geschichte eines Mannes erzählt. Als Filminstallation an der Hauswand.

Photos: Miriam Woelke

Dienstag, 21. Juni 2011

Jerusalem: Altstadtmauer und Light Festival (2011)


Photo: Miriam Woelke

B”H

Bevor ich mich wieder den ersten Themen, wie der Politik und dem vermeintlichen Alltag widme, stelle ich an dieser Stelle ein romantisches Photo in den Blog. Das Bild zeigt die Jerusalemer Altstadtmauer hinunter in Richtung Jaffa Tor.

Gestern abend blieb ich doch noch bis zum Beginn des “Jerusalem Light Festival” um 20.00 Uhr und sah mir viele Lichtershows in der Altstadt an. Dazu folgen noch viel mehr Photos !

Morgen (Mittwoch) ist der letzte Tag des Lichterfestivals und ein Besuch lohnt sich wirklich. Angeboten werden drei Touren: Die rote (orange) Tour mit Beginn am Jaffa Tor durch die Armenische und Jüdische Altstadt, die blaue Tour durch das Christliche und teilweise Arabische Viertel sowie die grüne Tour mit Beginn am Neutor bis hinunter zum Damaskustor. 


Photo: Miriam Woelke

Montag, 20. Juni 2011

Jerusalem Light Festival 2011

B”H

Da ich heute in Jerusalem weile, ziehe ich in Erwägung, mir heute abend das berühmte Lichterfestival einmal anzusehen. 

Dienstag, 8. März 2011

Yerushalaim Le'lo Hafsakah - Jerusalem ohne Pause


Jerusalems Shopping Mall BEN YEHUDAH STREET by Night.

Photo: Miriam Woelke

B”H

Eine israelische Tageszeitung verkündete gestern die Nachricht, Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat wolle die Stadt innerhalb der kommenden fünf Jahre resolut umkrempeln. Schluss solle sein mit dem “verschlafenen” Jerusalem und stattdessen solle die Stadt ein zweites “Tel Aviv” werden.

Tel Aviv pflegt den Ruf “Ir le’lo Hafsakah – Stadt ohne Pause”. Bedeutet, dass immer etwas geöffnet hat, wie viele Lebensmittelläden, die durchgehend 24 Stunden lang offen sind. Stets sei etwas los und ein Event geboten. Die Tel Aviver sind in der Lage, zwischen unzähligen Events zu wählen. Und das täglich. Jerusalem dagegen liegt um 22.00 Uhr im Bett.


 "YERUSHALAIM LE'LO HAFSAKAH"

 Photo: Miriam Woelke

Das mag alles, mehr oder weniger, richtig sein, doch darf niemand den Fehler begehen, beide Städte über einen Kamm zu scheren, denn sie sind so unterschiedlich wie Feuer und Wasser. Jerusalem hat sein Flair und so hat Tel Aviv seines. Und nebenbei bemerkt, nicht jeder Tel Aviver rennt ununterbrochen von Event zu Event und sucht Action. Wir arbeiten mehr als die Jerusalemer, denn das Leben in der Stadt am Mittelmeer ist unglaublich teuer. Das Ergebnis ist, dass war abends platt und müde sind. Und wer hat schon das Geld, um ständig wegzugehen ?

Ich bin abends auch froh, daheim zu sein und einfach nur mit Freunden zu reden, ein Buch zu lessen oder einen Film anzuschauen. Wozu ins Kino im Dizengoff Center rennen, ca. 40 Schekel (8 Euro) ausgeben, wenn daheim der Kabelanschluss wartet ? Bei 160 Programmen quale ich mich abends kaum mehr ins Kino ? Heute auf dem Carmel markt verkaufte ein Typ illegal DVDs der allerneusten Filme. Das Risiko aber war mir zu groß, denn wer weiss, ob hinterher tatsächlich der Film zu sehen ist.

Jerusalem ist gemächlicher und das inoffizielle Motto lautet “Le’at Le’at – langsam, langsam”. Wo der Tel Aviver rennt und stress, setzt sich der Jerusalem erst einmal zum Kaffee hin. Stressen kann man später immer noch.

Vor ca. einem Jahr hatte Bürgermeister Barkat den überflüssigen Einfall, nahe dem Jerusalemer Binyane’i HaUma ein Kinocenter zu bauen. Das aber gab Stress mit den Haredim (ultra – orthodoxe Juden), denn der Kinokomplex sollte auch am Schabbat geöffnet haben. Nicht nur das: Jerusalem hat mehrere Kinocentern und ein weiteres wäre eh unnötig und erst gar nicht ausgelastet. Das Resultat: Der Plan wurde verworfen.

Jetzt soll mehr Action her und die Zeitung fragte, ob Jerusalem actionmässig Tel Aviv bald den Rang abläuft. Da kann ich nur sagen: Ha Ha Ha ! 
Tel Aviv bleibt Tel Aviv und was hier erlaubt ist, wagt in Jerusalem kaum jemand. Die Frage ist, ob die Jerusalemer weitläufig mitmachen, wenn da Open Air Konzerte am Theater laufen. Würde ich noch in Jerusalem wohnen, wären mit Theater oder das Holyland Hotel in Ramat Sharett viel zu weit weg. Bus nehmen und dann ewig herumgondeln ? Nee. 

Dass, was Barkat mit Jerusalem vorhat, verändert zu sehr den Charakter der Stadt. Wenn ich das heutige Jerusalem mit dem vor 14 Jahren vergleiche, würde ich am liebsten eine Zeitmaschine nehmen und in die Vergangenheit der Stadt düsen. Das heutige Jerusalem sagt mir gar nichts mehr und vieles vom alten Charakter ist schon lange futsch.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Jerusalem, Jaffa Road, Strassenbahn

B"H


Jerusalem, Innenstadt:
Die Jaffa Road jetzt mit Strassenbahnschienen.





Noch fährt sie nicht, die neue Strassenbahn. Das Schienennetz durch die Stadt und in einige Vororte besteht allerdings schon. Ab 2011 soll es eventuell losgehen. Insgesamte ruinierte der Bau der Strassenbahn das Jerusalemer Stadtsäckel !


Hier ein paar Photos der zukünftigen Jerusalemer Strassenbau "Made in Frankreich":





 


 

 
Photos: Miriam Woelke

Sonntag, 29. August 2010

Jerusalem der Kreditkarten


Nur Einlass mit Ticket


B"H

Die Stadtverwaltung Jerusalem wollte den Jugendlichen in den Sommerferien etwas bieten. An diesem Mittwoch beginnt wieder die Schule und so fand am letzten Freitag, drei Stunden vor Schabbateinbruch, ein riesen Event im Sacher Park statt. Mindestens 1000 Jugendliche waren es, die zum Park kamen und auch ich war dort unterwegs. Allerdings rein zufälliger Natur. 

Ich sah das Event und wollte hinein, um ein paar Photos für die Blogs zu machen. Dabei stellte sich heraus, dass nichts umsonst war und zur Kasse gebeten wurde. Okay, dachte ich. Mal sehen, wieviel es kostet, denn immerhin war es nicht mehr lange hin bis zum Schabbat und für ein oder zwei Stunden hatte ich nicht vor, zuviel Geld aus dem Fenster zu werfen. Danach stellte sich heraus, dass die Tickets im Vorfeld per Kreditkarte bestellt werden mussten. Barzahlungen gab es keine, sondern lediglich wurden die jeweiligen Tickets an den ausgestellten Kassenhäuschen abgeholt. Ich schoss einige Photos von aussen und sah Hunderte Jugendliche, die hinein wollten, doch nichts von Kreditkarten gewusst hatten. Vielleicht haben sie keine, vielleicht haben ihre Eltern keine ...

Bürgermeister Nir Barkat sprach und wir Draussengebliebenen fanden dann doch noch etwas Einsicht, nachdem wir uns auf einem Hügel im Park plaziert hatten. Barkat faselte von "Man wolle der säkuleren Jugend etwas bieten, damit nicht alle nach Tel Aviv abwandern".
Meines Erachtens nach ein Hohn, denn wer stand dort vor der Bühne ? Jugendliche mit Kreditkarten ! Wo aber war die gesamte JERUSALEMER JUGEND ? Wäre es nicht eine tolle Geste gewesen, jetzt, knapp zehn Tage vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosh HaShana, ein Event für ALLE zu starten und nicht nur für Auserlesene, die man in Jerusalem "braucht" ?

Der Schabbat brach gegen 18.30 Uhr herein. Die Band "Balkan Beat Box" (mehr recht als schlecht) hörte jedoch erst gegen 18.10 Uhr auf zu spielen. Somit verursachte das städtische Event den Bruch des Schabbat für Polizisten, den städtischen Mülldienst sowie für die Ordner.

Ist es das, was Jerusalem sucht ? Bürgermeister Nir Barkat sollte vielleicht mehr an seine Stadt denken als an Kreditkarten !




Das Motto der Absperrung:
"Wer trinkt, der fährt (Auto) nicht !"




Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, 28. April 2010

Nir Barkat bestreitet Einfrierung des Jerusalemer Wohnungsbaus

B"H

Der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat sprach sich gegen einen Baustopp aufgrund von Barak Hussein Obamas Forderungen aus. Die Kommentare zu dem Artikel auf Ynet besagen, dass wir für derlei Statements auf internationaler Ebene einen Außenminister bzw. einen Premierminister haben.

Was aber, wenn der Premierminister sich bei Obama vor angst fast in die Hose macht ?

Dienstag, 27. April 2010

Zensierte - Unzensierte Nachrichten

B"H


Israel zensiere Nachrichten, so lauten die News in aller Welt. Ja, Israel zensiert, doch aus militärischen Gründen. Zur Sicherheit des Landes sozusagen, denn das steht an erster Prioritätenstelle. Noch vor der Wirtschaft, der Innenpolitik und der Umwelt sowieso. Obwohl wir demnächst richtig gesetzesmässig loslegen und den Müll (siehe Deutschlands Tausend Mülleimer) zerlegen und trennen werden.


Wo aber werden News nicht zensiert ? Ich kann mich noch recht gut an die aktive Zeit der RAF erinnern und was rannte die deutsche Polizei da nicht in sämtliche Einwohnermeldeämter, um Daten zu sammeln. Ohne Datenschutz und zum Wohle der Bundesrepublik Deutschland, Verfassung und blabla. Jedes Land wird sein Militär / Polizei beschützen und versuchen, dem Feind keine Details zuzuspielen.


Anat Kamm ist mittlerweile out und somit aus den Schlagzeilen. In Israel passiert täglich soviel, dass einen die Nachrichtenmasse geradezu erschlägt. Ich habe keine Zeit mich morgens durch die Tageszeitung mit sämtlichen Anklagepunkten des Ehud Olmert, Uri Lupolianski (Ex - Bürgermeister von Jerusalem) oder der Ex - Sekretärin Shula Zaken zu wühlen. Nur tut es mir im Nachhinein dennoch leid, dass man gestern Shula Zaken direkt vom Flug aus Los Angeles in den Knast nach Rishon LeZion beförderte. Wieso nur sie und nicht ihren Ex - Boss Olmert ?


In unserer Bäckerei läuft oben in der Fabrik nur ein einziger Radiosender, von dem man eigentlich annehmen dürfte, dass er der staatlichen Kontrolle (Zensur) widersteht: "Radio Kol Chai" der Chassidut Breslov. Religion ist dort in. Ferner praktische Lebenshilfe, Musik und nicht zuletzt die Nachrichten der relig. Gesellschaft.



Gestern abend wetterte "Radio Kol Chai" über die neuen Anschuldigungen der Polizei mutmasslicher Verdächtiger der "Holyland Affäre". Ein sephardischer Haredi (Ultra - Orthodox) ist daran mächtig beteiligt und der soll Riesensummen an die sephardisch - haredische SHASS - Partei gespendet haben, wovon sonst niemand gewusst haben will. Die Polizei, eh schon anti - relig. und Haredim hassend eingestellt, sieht angeblich ihre Chance gekommen, in dem sie den ehemaligen sepharischen Oberrabbiner Ovadiah Yosef (rechts im Bild) verdächtigt, von den Spenden an seine SHASS - Partei gewusst zu haben. Bestechungsgelder, um das Holyland Projekt bei der Stadtverwaltung durchzuziehen.


"Radio Kol Chai" war entsetzt, dass gerade der in Israel so bekannte und einflussreiche Ovadiah Yosef angegangen wird und startete eine Umfrage, nach welcher 55 % der Anrufer der Meinung waren, dass alle Vorwürfe dahergeholt seien und man nicht darauf eingehen sollte. Die Info mit den Spendengeldern für SHASS gab es jedoch nicht zu hören, sondern nur ein Hoch auf den Rabbi.


Ist das keine Zensur oder nur die Dummheit der Hörer, sich damit zufrieden zu geben und nicht zu hinterfragen ?


Muss ich unbedingt immer alles wissen und bin ich nicht in meiner kleinen Welt rundum glücklich ? In Israel ist die Mehrheit der Politiker korrupt. Na, und ? Das ist nichts Neues und wir sind daran gewöhnt. Immerhin ein Lob auf die Polizei, die nicht aufgibt und immer wieder neu bei Olmert & Konsorten anrückt und Verhöre durchzieht. Schade nur, dass Ariel Sharon nie richtig zur Verantwortung gezogen worden ist. Irgendwie erinnerte gerade er mich an Franz - Josef Strauss und dessen Klüngel. Helmut Kohl auch nicht zu vergessen. Und was machte Strauss mit dem SPIEGEL und der damaligen Affäre wegen Landesverrat ? Dagegen kam HAARETZ noch billig bei weg.



Es kommt halt immer darauf an, wer welchen Kontakt zur Presse entwickelt. YEDIOT ACHARONOT hasst Netanyahu wie die Pest und man kann sich das Journalistenergebnis vorstellen. Die weltweite Presse hält es nicht anders und pro - israelische News sind der SÜDDEUTSCHEN ein Dorn im Auge. Wie also wird dort zensiert ? Pro Pali und die Al Khaida lacht sich ins Fäustchen über die Dämlichkeit (Naivität) der Journalistengarde. Falls man überhaupt von vor Ort berichtet, denn heutzutage steht Googeln hoch im Kurs. Das spart Mühe und Einsatz und letztendlich ist es ja egal, woher der Leser seine News bekommt. Hauptsache wir verdienen und der Absatz stimmt.




Photo: Flick


Gehen wir zu den Blogs über. Zu jenen Unabhängigen, deren Erwähnung hauptberuflichen Journalisten zuwider ist, denn sie stehen für Konkurrenz. Blogger kriechen nicht unbedingt den Politiker in den Hintern und erhalten auf diese Weise ihre vorgefassten Infos wie Presseleute angestellt bei Medienkonzernen mit Agenda.


"Huffington Post"- Anti - Israel und auch hier wird zensiert. Zu Gunsten der Palis. Wobei bei Huffington die Schreiberlinge alle woanders sitzen und jeder mal einen Beitrag tippen darf.


Rechte Blogs, linke Blogs, auch hier wird zensiert. Wir alle zensieren in unseren Hirnen und jeder geht auf gerade das Detail ein, welches ihm in den Kram passt. Blogger mehr als Agendareporter, denn erstere sind frei von Erfolgsdruck (oder Arbeitslosigkeit).


Wer zensiert und wer nicht ? Wir alle pflegen es zu tun. Selbst als Konsument am Kiosk zensiere ich, welche Zeitung ich kaufe. Rechts, links, liberale Mitte. Oder lese ich als strammer SPD - Wähler etwa den "Bayernkurier" ?

Und ein letztes Beispiel von "Radio Kol Chai".
Davon, was uns die heimische Presse ansonsten vorenthält:
Obwohl Netanyahu sich Obamas Forderung, nämlich dem Baustopp in Jerusalem widersetzt, erfahren wir von der Stadtratsopposition, dass in den Stadtteilen Ramat Shlomo sowie Gilo kaum Neubauten angegangen werden. Einerseits verlautet es "Obama kann uns mal gerne haben" und andererseits beginnt Netanyahu schon wieder mit seiner Lieblingsbeschäftigung: dem Kriechen.