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Samstag, 25. August 2012

HA’MASHGICHIM - המשגיחים

  

B"H

Zur Zeit sorgt endlich einmal wieder ein einheimischer Film für israelische Kinofurore: "HA’MASHGICHIM – Die SUPERVISOR / ÜBERWACHER". Ein super Film, welcher einen kleinen Teil der israelischen Gesellschaft brilliant wiederspiegelt. 

Avi (Avraham), Kobi (Yaakov) und Yaniv sind die besten Freunde und wohnen in einem kleinen Stadtteil von Bat Yam (südlich von Tel Aviv). In Israel ist die SCHECHUNAH (der Stadtteil) besonders wichtig und vielerorts besitzt jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter, seine eigenen Bewohner sowie Eigenarten. Noch dazu ist die Stadt Bat Yam, u.a., geprägt von vielen Neureligiösen. Insbesondere Chabadnikim (Lubawitscher Chassidim), Shassnikim von der relig. – sephardischen Knessetpartei oder dem Neureligiösen – Movement der Breslover Chassidim (das Movement hat nichts zu tun mit den originalen Breslover Chassidim aus Mea Shearim / Jerusalem, die keine neuen Mitglieder akzeptieren und eine geschlossene Gruppe sind). 

Die Dreierclique sorgt für Ordnung in der Schechunah. Russen, die am Schabbat laute Musik aufdrehen und sich mit Wodka zuziehen, werden niedergemacht. Das Mädchen Miri mit ihrer lockeren Bekleidung wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich im Stadtteil anständig anzuziehen hat. Kurz darauf verliebt sich Avi in Miri, die am Ende doch noch mit ihm in die Synagoge geht und eigentlich gar nicht so säkuler ist, wie sie sich anfangs gab. Nur mit einer Gruppe Araber aus Jaffa gibt es Ärger und alles endet in einem Krieg mit einem Schwerverletzten aus. 

In eine andere Sprache übersetzen darf man den Film nicht, denn sonst geht der Witz und die dargestellte Schechunah – Mentalität baden. Untertitel ja, Synchronisation nein ! 

"Ha’Mashgichim" kommt in den Kinos hierzulande sehr gut an und als ich mir den Film vor ein paar Tagen anschaute, fühlte ich mir direkt in die Schechunah von Bat Yam versetzt. Ein Film über ganz normale Menschen, auf die man in Israel fast überall treffen kann.

Der Trailer




Wie wurde der Film gedreht ?


Donnerstag, 12. Januar 2012

Artikel zum aktuellen gelebten Judentum

B”H 

Zur aktuellen israelischen Politik gibt es sehr viel zu sagen und ich komme in der nächsten Zeit noch darauf zurück. Heute jedoch beschränkte ich meine Artikel auf mehr relig. Themen, wie auf HAMANTASCHEN einzusehen (einzulesen) ist: 




An der Jerusalemer Klagemauer

Photo: Miriam Woelke

Samstag, 16. Juli 2011

Wer die Leute mit dem “Wachtturm” ins Haus läßt

B”H

In Strandnähe erblickte ich heute ein dickes Buch, was schon von Weitem nach Bibel aussah. Ich nahm das Buch in die Hand und stellte fest, dass es sich tatächlich um eine Bibelausgabe handelte. Doch hatten hier christliche Missionare ihre Hand im Spiel, die einmal wieder ihr Zeug auslegten, um eine erneute Judenmission zu starten oder handelte es sich um eine jüdische Ausgabe der Thora ? Die Antwort darauf war nicht leicht zu finden, denn die Bibel war aus Russisch. Auf der allerersten Seite fand ich dann doch noch die Antwort auf Englisch, die da lautete: 

“Watchtower Bible”. 

Also waren hier diesmal die Zeugen J. mit ihrer “Wachtturm – Doktrin” am Werk und ich entsorgte die “Bibel” im nächstbesten Mülleimer.

Von mir aus kann jeder glauben, was er will, solange er keine Judenmission betreibt. Mit den Zeugen J. hingegen verhält es sich so, dass ich in der Vergangenheit viele bitterböse Kommentare von ihnen erhielt, denn ich zitierte die israelische Anti – Missionsorganisation “Yad Le’Achim” in Bezug auf die Zeugen Jehovas und ihren Antisemitismus.

Daraufhin musste ich den Zeugen erst einmal verklickern, dass nicht ich den Artikel schrieb, sondern “Yad Le’Achim”. Aber das ist eigentlich irrelevant, denn die Tatsache des Antisemitismus der Zeugen wird dadurch nicht aus der Welt geschafft.

Neulich dann sandte mir ein Zeuge ein paar e – mails und ich versuchte eine Diskussion mit ihm aufzubauen, was sich als unmöglich herausstellte und ich letztendlich nur “Wachtturm – Zitate” als Antwort bekam. Immerhin machte er mich wütend darauf aufmerksam, dass die Zeugen in Deutschland offiziell eine Religionsgemeinschaft seien und keine Sekte.

Vor wenigen Tagen stiess ich durch Zufall auf eine äußerst informative Site über die Zeugen J. Offenbar verfasst von einem Aussteiger, denn der Verfasser der Artikel kennt sich aus. Unter anderem weist er auf das Vokabular der Zeugen hin und dass sich dies stets ändere. Ich habe noch nicht die Zeit gefunden, alle Artikel zu lesen, doch sind jene Inhalte, die ich soweit las, sehr interessant und versetzen den Außenstehenden in die Gedankenwelt der Zeugen. Was sie beabsichtigen, wenn sie plötzlich bei fremden Leuten vor der Türe stehen und wie sie auf Mitgliederfang gehen.

Der Verfasser der Site weist ebenso daraufhin, dass die Zeugen keineswegs die Bedingungen einer Sekte erfüllen, denn, so der Verfasser, betreiben sie keinerlei Gehirnwäsche. Ich bin mir nicht sicher, ob man das so stehenlassen kann, denn immerhin bewegen sie den Interessenten bei den Bibelabenden in eine Richtung der Abhängigkeit, da nur ein Mitglied der Zeugen J. vor dem “bevorstehenden Weltuntergang gerettet wird”.

Ich beschloss, einen Artikel vorzubereiten und da kam heute die Sache mit dem Buch gerade recht. 

Was jeder unbedingt lesen sollte: 




Dienstag, 28. Juni 2011

Zur gestrigen Verhaftung von RABBI DOV LIOR

B”H

Rabbi Dov Lior, (links im Bild) der Oberrabbiner von Hebron und dem nahegelegenen Kiryat Arba, ist nicht so kontrovers, wie seine Wikipedia beschreiben mag. Wenn, dann erweckt er eher das Unverständnis vieler säkulerer Israelis; bei der religiösen Bevölkerung hingegen ist Rabbi Lior hoch angesehen.

Gestern (Montag) wurde Rabbi Dov Lior von der israelischen Polizei verhaftet und wenig später wieder freigelassen. Hintergrund der Verhaftung ist Rabbi Liors Weigerung, bei der Polizei vorzusprechen und sich zu seiner Billigung des von Rabbi Yitzchak Shapira verfassten Buches “Torat HaMelech” zu äußern. 

Benjamin Netanyahu gab bekannt, dass Rabbi Dov Lior nicht über dem Gesetz stehe und zur Vernehmung hätte erscheinen müssen. Die religiöse Gesellschaft Israels, darunter auch die zwei Oberrabbiner Jonah Metzger (aschkenazisch) und Shlomo Amar (sephardisch), schlugen Alarm und verurteilten die Verhaftung des Rabbiners.


Seit ca. einem Jahr wettern Teile der Säkuleren, und hierbei besonders die linke Szene, gegen das Buch “Torat HaMelech” des Rabbi Yitzchak Shapira. 

“Verboten gehöre das und alle Befürworter sollen hinter Gitter !” – so die linke Meinungsmache. Presse und Schabak (innerer Geheimdienst) schossen sich dermassen auf ein Buch ein, welches sie eigentlich nie gelesen hatten und schon gar nicht halachisch begriffen. Es stimmt, dass einige Passagen des Buches kontrovers sein können, doch sollte man den halachischen Hintergrund betrachten und sich eingehend mit dem Thema beschäftigen, anstatt wie Oppositionsführerin Zipi Livni wie ein Elefant im Porzellanladen herumzustampfen, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht.

Im Jahre 2009 veröffentlichte der israelische Rabbiner Yitzchak Shapira das Buch “Torat HaMelech”, worin unter anderem die Aussage erscheint, dass Juden das Recht haben, Nichtjuden zu töten, wenn diese eine Gefahr für Juden darstellen. Israels linke Medienwelt sowie die Weltpresse jedoch keiften Slogans hinaus wie “Juden dürfen Nichtjuden umbringen !” Der wahre Hintergrund der Aussage wurde weder erklärt noch die jüdische Halacha verstanden, geschweige denn danach gefragt. “Juden dürfen Nichtjuden umbringen !” Allein der Satz sollte Schlagzeilen bringen. Um die ursprüngliche Aussage kümmern sich doch die Leser gar nicht.

Genau so wird Meinungsmache gegen religiöse Juden betrieben. Bei Netanyahu läuft das nicht viel anders, denn er will mit Abu Mazen wieder an einem Verhandlungstisch sitzen und ausgerechnet dann kommen ihm derlei Aussagen in die Quere. Da will man Härte beweisen, obwohl Abu Mazen weitere Verhandlungen momentan eh ablehnt.

Es ist klar, dass Rabbi Dov Lior nicht über dem Gesetz steht und zur Vorladung hätte erscheinen sollen. Dennoch findet hier wieder einmal eine Hetzjagd gegen nationalrelig. Juden und die Siedlerbewegung statt. Eine Frage aber bleibt offen. Und die sollte sich jeder stellen, der meint, er hätte jetzt auch etwas zum Fall “Torat HaMelech” zu sagen: Wer hat das Buch wirklich gelesen und verstanden ?

Mittwoch, 15. Juni 2011

Arabische Magie in "Shams al Ma'arif"

B”H

Meine Arabischkenntnisse beschränken sich auf ein paar Wörter und Floskeln, obwohl mir jetzt ein Arbeitskollege, welcher der Sprache mächtig ist, angeboten hat, mir mehr Arabisch beizubringen. Der Vater des Kollegen war Moslem und der Kollege selbst wuchs in Russland auf. Später lebte er in den USA und nun in Israel. Daher spricht er fliessend Russisch, Arabisch, Englisch und Hebräisch.

Neulich fragte er mich, ob ich denn schon einmal von dem in Arabisch verfassten Buch “Shams al Ma’arif” gehört hätte. Hatte ich nicht und besagter Kollege begann mir sofort zu beschreiben, dass es sich dabei um ein mystisches mittelalterliches Buch handele, aufgrunddessen in der Vergangenheit Tausende von Menschen gestorben sind.

Der Inhalt des Buches sei nicht ganz klar, denn es handele sich um eine Art Arabisch, die kaum jemand verstehe. Verdrehte Wörter, die keinen Sinn ergeben und wo sich beim Lesen plötzlich Gegenstände bewegen. Wer das Buch bzw. die Wörter einfach nur so liest, befände sich in Todesgefahr.

Ob ich das nun glaube oder nicht ist unerheblich. Dennoch fand ich im Internet mehrere Downloads des Buches, was mich dann letztendlich doch stutzig machte. 

Es ist unbestreitbar, dass auch andere Religionen außerhalb des Judentums ihre Mystik und Magie besitzen. So der Islam und die Christen haben ihre christliche Kabbalah. Allerdings sollte ein Jude sich mit der eigenen Religion beschäftigen, anstatt Esotherisches und Mystisches woanders zu suchen. Genau so wahrscheinlich wie ein Moslem im Islam.

Interessant von “Shams al Ma’arif” zu erfahren, war es jedoch schon, denn so wird einem bewusst, was sich in anderen Religionen abspielt.

Donnerstag, 17. März 2011

"Konvertiten" zum Judentum mit gekauftem Zertifikat erhalten keine Aliyah

B”H

Der sephardische Oberrabbiner (im Amt neben dem aschkenazischen Oberrabbiner Jonah Metzger), Rabbi Shlomo Amar, gab zu, dass das Rabbanut (Oberrabbinat) über eine Namensliste jener Rabbiner verfügt, welche im Ausland (z.B. den USA oder Europa) Giurzertifikate an Konvertiten zum Judentum verkaufen.

Diese kriminellen Umtriebe einiger Rabbiner im Ausland genauso wie in Israel ist schwer beizukommen, denn oftmals gibt es keine Zeugen. Jene Leute, die aussagen könnten, beissen sich nicht selber in den eigenen Schwanz, denn schliesslich haben sie, in vielen Fällen, selbst ihr Konversionszertifikat käuflich erstanden und haben keinen regulären vorgeschriebenen Konversionskurs durchlaufen.

Ich selber machte die Erfahrung in einer deutschen Gemeinde in Fürth, wo der damalige Rabbiner unverhohlen seinen kriminellen Aktivitäten nachging. In Israel war er schon aufgefallen und versuchte nun sein Glück im Ausland. In Deutschland zumindest werden derlei Rabbiner noch mit einem hohen Gemeindeposten (siehe "Gemeinde Stuttgart) belohnt. Hauptsache der Schein bleibt gewahrt.




Rabbi Shlomo Amar setzte sich mit Ministern der israelischen Regierung zusammen und gemeinsam will man dafür sorgen, dass Konvertiten zum Judentum, deren Zertifikat eine Unterschrift eines der aufgelisteten kriminellen Rabbiner trägt, keine Aliyah nach Israel gewährt bekommen.

Zwar fand diese Prozedur des Rabbinats schon in der Vergangenheit statt, jetzt aber soll sich vermehrt um solche “Rabbiner” gekümmert werden. Eine späte Einsicht ! Es wäre vorteilhafter, die Namensliste zu veröffentlichen, um aufzuzeigen, dass es sich bei den Personen um Kriminelle und keine Rabbiner handelt.

Montag, 17. Januar 2011

Ein Palästinenser konvertiert zum Judentum

B”H

Wer als Moslem zu einer anderen Religion konvertiert, ist dem Tode geweiht , denn seine ehemaligen Glaubensbrüder, die Moslems, können ihm jederzeit legal die Kehle durchschneiden. 

Ein Palästinenser sass 12 Jahre lang in einem israelischen Gefängnis, wo er zum Judentum konvertierte. Aus Bosman wurde Yaniv (Ben David). Als seine Zeit im Knast ablief, lieferte ihn die israelische Polizei einfach an einem Checkpoint zur palästinensischen Autonomiebehörde ab und liess ihn dort allein. Die TV – Kamera des zweiten israelischen TV – Kanal begleitete Yaniv, der nun als relig. Jude nicht mehr in die Autonomiegebiete zurück kann. Dort würde er keine zehn Minuten überleben.

Yaniv weiss nicht, wohin er soll und betet. Schliesslich holt das TV einen General sowie ein paar Soldaten, die sich um Yaniv kümmern und letztendlich mitnehmen. Zuerst in eine Yeshiva (relig. Schule) in einer israelischen Siedlung. Am Ende wird eine Lösung für ihn gefunden und er kommt in eine Jerusalemer Yeshiva. 

Am Checkpoint sagt Yaniv: Es heisst, dass Juden sich um Konvertiten kümmern sollen. Wo aber kümmert sich jemand um mich ?

Das Video ist in hebräischer Sprache, doch sehr gut anzusehen !

Sonntag, 2. Januar 2011

Wie ernährt man sich richtig ? – Die mittelalterlichen Weisheiten des RAMBAM und heute, Teil 1

B”H


Unser Seminar in der nordisraelischen Stadt Zfat ist zuende und die meisten Teilnehmer sind längst abgereist. Was wir an Inhalten, Ernährung, Judentum und Spiritualität mitnehmen, bleibt nun uns überlassen, doch bin ich mir sicher, dass jeder Seminarteilnehmer etwa mitnimmt und nicht leer davon zieht. Allein die Stadt Zfat steht im Judentum für jüdische Spiritualität und viele Juden, die hierher kommen, suchen einfach nur sich selbst. Wir suchten und fanden das Seminar der richtigen Ernährung im relig. Hostel ASCENT. 

Allein der RAMBAM (Maimonides, Rabbi Moshe ben Maimon, 1135 – 1204) zieht viele Menschen an und in der vergangenen Woche feierten wir ebenso die Yahrzeit (den Todesgedenktag) von ihm. Wie berichtet, war der Rambam nicht nur Rabbiner, sondern ebenso Physiker, Astronom und vor allem Arzt. Als Arzt seiner Zeit weit voraus befasste der Rambam mehrere Bücher zu den Themen “Ernährung, sportliche Aktivitäten für den Körper. Allein gesunder Ernährung ist keine Garantie für Gesundheit ! Ferner muss der Mensch emotional ausgeglichen sein. 


Der Arzt Dr. Gil Shachar aus Haifa (links im Bild) hielt die Vorträge und merkte an, dass die richtige Ernährung kein Teil des heutigen Medizinstudiums sei. Vielmehr habe er sich all seine Kenntnisse selber beigebracht. Er studierte die Schriften des Rambam genauso wie heutige Ernährungsliteratur. Zu sagen sei, dass der Rambam seinerzeit schon Kenntnisse erlangte, welche die heutige Wissenschaft erst in letzter Zeit veröffentlichte. Zwar lag der Rambam nicht immer richtig, größtenteils jedoch schon.

Ein Mensch sollte essen, um sich zu sättigen und zu stärken. Solange essen, bis ihn das Hungergefühl verlässt. Lediglich den Magen füllen, aber dies nicht übermässig. Wenn der Magen zu voll ist, kann die Magensäure das Essen weniger erreichen und somit weniger verdauen. Das Vitamin B12 wird als allerletztes verdaut, wobei der Fleischkonsum keine Garantie dafür ist, dass unser Körper ausreichend B12 erhält. 

Der Magen sollte stets ¼ leer bleiben, denn zuviel Nahrung, zuviel ungesunde Nahrung und zuviel Nahrung in der falschen Reihenfolge sind ungesund. Das Resultat können Krankheiten sein. Sogar die Ärzte bestätigen, dass der Verzehr kleiner Mengen ungesunder Nahrung besser ist als das sich übermässige Vollstopfen mit gesunder Nahrung. Der Körper halt kleinere Mengen von Gift aus und baut dies ab. Am vorteilhaftesten ist es, immer etwas hungrig zu bleiben; vor übermässigem Essen in einem leicht hungrigen Zustand kann man sich schützen, indem sich die Gedanken nicht ums Essen drehen, sondern um andere Themen. 



Schon die Rabbiner im Jerusalemer Talmud lehrten, dass von 100 Menschen allein 99 streben, weil sie etwas falsch machen und nicht weil es G – tt gerade so will. Zu den Fehlern der Menschheit gehören falsches Essen und das sich einer übermässigen Hitze aussetzen. 

Um sich vor zuviel Essen auf einmal zu schützen, sollte sich jeder nu rein Gericht bei der Mahlzeit servieren. Bei mehreren Gerichten erwachen die Geschmackssinne und dann kann man sich oft nicht mehr halten und muss probieren. Dies jedoch gilt nur für gekochte Gerichte und nicht für Salate !

Jedes Gericht, was wir zu uns nehmen, wird in einer bestimmten Art im Magen verdaut. Zuviele unterschiedliche Gerichte auf einmal wirken sich auf den Magen negative aus. Der Magen verdaut jedes einzelne Gericht in einer bestimmten Reihenfolge und all das führt zum Chaos, wenn sich jemand zuviel auf einmal hineinstopft. Zum Beispiel die leichtere Nahrung vor der schwer verdaulichen. Dann kommt es im Darm zum Stau und eventuelle Giftstoffe aus dem Essen werden nicht abgesondernt, sondern gehen ins Blut über. Dies geschieht dann, wenn leicht verdauliches Essen nach dem schwerverdaulichen im in den Magen kommt und verdaut werden muss. Das leicht verdauliche Essen rottet dann teilweise vor sich hin, denn das schwerverdauliche Essen wird in dem Fall zuerst “verarbeitet”. Jede Nahrung benötigt bestimmte Arten / Mengen von Säure, um verdaut zu werden und wenn etwas nicht völlig verdaut wird, kann es zur Giftstoffübertragung ins Blut kommen. Ferner werden bei zuviel unterschiedlichem Essen die Vitamine aus dem Essen nicht richtig abgebaut und verdaut. 

Deswegen sollte jeder Mensch mit einer leichten Mahlzeit beginnen. Somit wird das leicht verdauliche Essen verdaut,bevor das schwerer verdauliche folgt. So, zum Beispiel, sollten Früchte stets VOR der richtigen Mahlzeit gegessen werden und nicht hinterher als Dessert ! Birnen, Weintrauben oder Feigen müssen immer vor dem eigentlichen Mahl verzehrt werden und nie hinterher. Ausserdem sollte etwa zwanzig Minuten gewartet werden bis es nach dem Früchteverzehr zur richtigen Mahlzeit kommt. Diese Zeitspanne gibt dem Magen Gelegenheit, alles zu verdauen udn sich zu leeren. Die Verdauung von Fleisch dagegen dauert ca. sechs Stunden und die von Huhn ca. drei Stunden. 

Werden die Früchte erst nach der Hauptmahlzeit eingenommen, kommt es im Darm zum Stau und der Zucker sowie die Vitamine der Früchte sind verloren. Was bleibt sind lediglich Kalorien. Bestimmte Früchte wie Avocados, Kokosnuss, Oliven, Mandeln oder Nüsse können auch während einer Hauptmahlzeit verzehrt werden. Wassermelone hingegen sollte immer allein bzw. separate gegessen werden. 

Weitere Tipps: Joghurt sollte niemals Früchte enthalten und getrocknete Früchte sollten nicht in Mengen gegessen werden. Auch das Trinken während des Essens sollte eingeschränkt werden. 

Essen bedeutet FREUDE und wenn jemand ißt, dann nicht in gestresstem, traurigem, besorgten oder depressiven Zustand. Schon das kabbalistische Buch “Shnei Luchot HaBrit” lehrt, dass “Freude die Seele heilt”. Überhaupt verbraucht ein depressiver Mensch mehr Energie als ein nicht depressiver Mensch.
Wer essen will, der setze sich hin, mache seinen Kopf frei und erfreue sich am Essen. Was auch immer er zu Essen hat. 

Schon der Rambam sagte, dass nach einem Abendessen 3 – 4 Stunden gewartet werden soll, bevor der Gang ins Bett erfolgt. Die Eingeweide arbeiten in der Nacht nicht und daher wird auch nichts verdaut. Das Essen also steckt im Magen fest und die toxischen Gifte gelangen ins Blut.

Wer vor dem Zubettgehen etwas ißt, der ist anfällig für Verstopfung, Verdauungsprobleme aller Art, Sodbrennen und weiterhin beschädigt er sein Immunsystem. Zusätzlich nimmt der Mensch zu und wird müde. Wer schlafen geht, der sollte dies mit leerem Magen tun oder einen Tee ohne Zucker trinken. 


Photos: Miriam Woelke

Freitag, 31. Dezember 2010

Die richtige Ernährung gemäss des RAMBAM

B”H

Während die Mehrheit der Welt heute Sylvester feiert, wird in Israel etwas auf Sparflamme gekocht, denn im Judentum wird dieses neue “bürgerliche” Jahr nicht begangen. Ich spreche jetzt nicht von jenen Israelis, die dennoch eine Party schmeissen, weil sie das Gefühl haben, sie müssen bei allem, was die Welt tut, dabei sein. Allgemein wird jedoch im Judentum dieser Tage kein Neujahr gefeiert.
Ich befinde mich momentan im nordisraelischen Zfat, der einstigen Stadt der Kabbalisten. Im Hostel ASCENT (geleitet von der chassidischen Gruppe Chabad) nehme ich mit ein paar anderen Leuten an einem Seminar teil:

“Ernährung und Heilung gemäss der Schriften des RAMBAM" (Maimonides, 1135 – 1204).

Rabbi Moshe ben Maimon wurde in Spanien geboren, flüchtete aber wegen der einfallenden islamischen Fundamentalisten “Almohad” und landete am Ende in Kairo. Zur damaligen Zeit wurde er nicht nur bekannt als Rabbiner, sondern ebenso als Arzt.
Was der Rambam an Heilmethoden beschrieb, gilt teilweise auch heute noch. Oder anders gesagt: Was der Rambam schon wusste oder erahnte, fand die modern Wissenschaft oftmals erst viel später heraus. 

Dieser Tage also haben wir  ein Seminar und mir wurde schon schon nach den gestrigen ersten zwei Vorträgen des Dr. Gil Shachar fest, dass ich alles im Leben falsch mache und mich falsch ernähre. Nicht direkt falsch, doch kommt es zusätzlich darauf an, wann man was ißt und nicht nur was der Mensch zu sich nimmt. 

Hier ein paar Photos vom gestrigen Seminarbeginn. Aber nicht, dass jetzt alle denken, es sei besonders religiös ! Vielmehr läuft alles ganz normal ab, auch wenn es manchmal nicht den Anschein erweckt.


  
Rabbi Mordechai (Big Mo) Siev bei der Begrüssung. 



Rabbi Yerachmiel Tilles (am Tischende mit weissem Bart) gibt eine kurze relig. Einführung.



Dr. Gil Shachar, der Leiter des Seminares.



Beim "spirituellen" Konzert mit einem Breslover Chassid um Mitternacht.





Wider aller Gesundheit gab es dann beim Konzert doch noch Bier, Junk Food, Plastikkuchen und Oliven.

Sobald ich Zeit habe, verfasse ich einen ausführlichen Bericht zu den Seminarinhalten. 

Photos: Miriam Woelke

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Jüdische Programme Jerusalem - Zfat und allgemeine der Tourismus

B”H

Dieser Tage weile ich einige Zeit im nordisraelischen Zfat (ca. eine Stunde Busfahrt von Tiberias entfernt). Im Gegensatz zu Tiberias bedeutet Zfat jeweils kühleres Wetter. Genauso wie der Temperaturunterschied Tel Aviv – Jerusalem. In den Bergen ist es kühl und im Verlauf des Tages soll der Regen wiederkommen.
Neben der Arbeit lernte ich ein paar neue interessante Charaktäre kennen. Aus der Schweiz sowie einige Israelis. Was alle irgendwie verbindet ist der Traum nach Zfat zu ziehen. “Sei doch toll hier und die Landschaft erst”, meinte eine Deutsch – Schweizerin zu mir. 

In Jerusalem lernt man auf jüdisch – relig. Ebene Unmengen von Leuten kennen. Da ich unterrichte, bin ich eh kaum davor gefeit. Der Unterschied zu den relig. Programmen in Zfat ist, dass die Kleinstadt einen eng aneinanderquetscht und kaum jemand in der Menge untergeht. Dabei kommen die Leute aus weitaus anderen Gründen nach Zfat als nach Jerusalem. 

Die Hauptstadt gilt als Treffpunkt im Judentum und wer als Jude anreist, der schaut sich natürlich in der Altstadt sowie an der Klagemauer (Kotel) um. Junge Juden, insbesondere Anglos, werden neugierig und schreiben sich für einige Wochen oder Monate in relig. Programme ein. Um das eigene Judentum zu entdecken, sozusagen. Jüdische Touristen sind im Großen und Ganzen froh, wenn sie einige Zeit aufzubringen in der Lage sind und Details zum Judentum lernen. Nicht gleich “Mach dies und das ist verboten”, sondern vorwiegend erst einmal was es bedeutet Jude zu sein. Jüdische Philosophie und Konzepte, den wer das nicht verinnerlicht, geht in der Stereotype verloren und meint, die Religion bestehe aus irgendwelche warren Gesetzen. 

Diaspora – Juden jeglichen alters schauen sich in Jerusalem nach Einrichtungen um, wo sie mehr erfahren und jüdische Konzepte lernen. Viele von ihnen nahmen in ihren Heimatländern an Kursen in ihrer Gemeinde teil. Andere kommen mit gewissen Vorkenntnissen von Chabad oder schlimmstenfalls dem Kabbalah Center. 

Es kommt darauf an, zu welchem Programm / Kurs der Interessent sich in Jerusalem entscheidet. Nicht alle Vorträge sind auf die Chabad – Philosophie zugeschnitten und setzen eine andere Denkweise voraus. Dies in Bezug auf chassidische Inhalte. Richtig schlimm wird es, wenn die Juden vom Kabbalah Center kommen und ihre dort angeeigneten wirren Konzepte vertreten, aber von ihrer Religion gar nichts wissen. Was nützt es mir, wenn ich an einem hebräischen Buchstaben herummeditiere, aber nicht weiss, wie ich beten soll ?

Wer Höheres oder Spirituelleres sucht, der landet ganz sicher irgendwann in der alten Stadt der mittelalterlichen Kabbalisten. Sprich, in Zfat. 
Wird aber hier nur herumgeschwebt und Kabbalah gepredigt ? Nein ! 
Vielmehr sollte jeder lernen und erkennen, wo er im Leben in der Religion steht. Natürlich bietet das kleine Zfat mit ca. 25,000 Einwohnern eine perfekte Atmosphäre hierfür, denn es findet keine Massenabfertigung statt wie in Jerusalem. Dennoch ist Zfat nicht für jedermann und viele bevorzugen Jerusalem und die dort angebotenen Themen. Andere kommen extra aus den USA angereist, um sich selbst in Zfat zu finden. Jüdische Geschäftsleute oder sogar Schauspieler. Einen Monat oder weniger ausspannen und ein Programm in Zfat besuchen, um neue Kraft zu bekommen. Dies haben auch in letzter Zeit vermehrt Israelis erkannt und strömen zum Schabbat herbei. Religiöse, Säkulere, alles ist vertreten. Leider nur ist die Stadt anderen Touristen immer noch viel zu unbekannt als dass sie sich hierher verirren täten. Dabei bietet gerade die Altstadt von Zfat jedem Touristen ein romantisches Schauspiel. Nicht immer muss es nur Kabbalah sein …



Zfat: Touristenattraktion für alle - Der Künstlermarkt.







Photos: Miriam Woelke

Dienstag, 21. Dezember 2010

Konversion zum Judentum im Detail

B"H

Wer in Israel zum Judentum konvertieren will, der folge diesem Link


und schreibe mir keine privaten Anfragen mehr ! 

Wer den Schritt ernsthaft vorhat, der findet seinen Weg und fragt nicht herum, wie und wo er am besten um die in Israel bestehenden Gesetze herumkommt !

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Wer will arabische Nachbarn im Haus ?

B"H

Einige Rabbiner verschiedener orthodoxer Ausrichtungen unterschrieben einen Erlass gegen jüdische Hausbesitzer, die da bereitwillig an einen Araber vermieten oder verkaufen. Die Welt lästert los, doch immer mehr verlieren israelische Politiker ihren jüdischen Identitätsdrang und ziehen in die gleiche Sparte der weltlichen Toleranz und "liberalen" Assimilation. Doch die Welt liebt auch weiterhin weder Juden noch Peres oder Netanyahu !

http://hamantaschen.blogspot.com/2010/12/rabbiner-entscheiden-keine-immobilien.html

Montag, 6. Dezember 2010

G - tt, Meschiach und die Brandkatastrophe vom Carmel

B"H

Einer meiner englischen Blogleser sandte mir das folgende Statement des Breslover Rabbiners Lazer Brody:


SUNDAY, 05 DECEMBER 2010

The Haifa Fire While the devastating forest fire on the outskirts of Haifa still blazes, a pointless national witch hunt is going on. Energies herewould be much better applied to soul-searching, teshuva, and learning emuna. We here at the Beams aren't going to participate of the finger-pointing festival. Nor shall we cry in lament like the secular media who says, "if we can't put out a forest fire, how can we defend ourselves?" We never did defend ourselves - it was Hashem that pulled us out of every fire; this is personal experience talking... We teach in the principles of emuna that everything Hashem does is for the very best. Everyone asks, how can 42 losses of life and thousands of acres of charred forests be for the best? The answer is in the following Midrash (Shir Hashirim 2:5, elaboratingon the passage, K'shoshana bane ha chuchim): Right before Moshiach comes, Hashem will burn the outskirts of Haifa.

http://lazerbrody.typepad.com/lazer_beams/2010/12/the-haifa-fire.html




Ich kommentiere das Statement jetzt nicht, sondern werfe lieber selber einen Blick in die besagte Midrasch, sobald ich sie in die Hand bekommen. Allerdings entspricht es der Richtigkeit, dass G - tt entscheidet, ob Israel auf der Siegerstrasse steht oder verliert. Und ER ist es ebenso, der Kriege entscheidet, wie wir aus der Thora von den Kriegen Moshes sowie jenen von Joshua sehen !




Link zum Thema:


Rabbi Ovadiah Yosef und seine Aussagen

Sonntag, 5. Dezember 2010

Falsche Gerüchte über die Aussagen des Rabbi Ovadiah Yosef

B"H

Auf einigen Sites sah ich falsche Zitierungen des ehemaligen sephardischen Oberrabbiners Ovadiah Yosef und möchte dies richtigstellen, bevor sämtliche Leute wieder meinen, alles besser zu wissen und ihren Senf dazu geben zu müssen:


Rabbi Ovadiah Yosef sagte nicht, dass das Feuer auf dem Carmel als Strafe ausbrach, weil nicht alle Juden den Schabbat einhalten. Was er sagte war, dass es verboten ist, am Schabbat ein Feuer zu löschen. Deswegen hätten die Feuerwehrleute am Schabbat ihre Arbeit einstellen müssen und auf G - tt vertrauen sollen.

Ich persönlich meine dazu, dass gerade jetzt an Chanukkah die Chashmonaim und zeigen, dass wir BETEN und AGIEREN sollen. Sobald wir aktiv werden, hilft uns G - tt und nicht, wenn wir nur dasitzen und nichts tun.

Es mag sein, dass die Gemara (rabbinische Diskussionen im Talmud) Beispiel für andere Reaktionen liefern und Rabbi Yosef diese so auslegte; ich aber bin für das Handeln und denke, es war ein Fall der "Pikuach Nefesh" gegeben, um Leben zu retten.

Zusatz:
Damit gebe ich dem Rabbi Recht, denn es ist ein jüdisches Konzept, dass G - tt allein das Universum regiert.
Rabbi Yosef sagte, dass nichts aus lauter Zufall geschieht und alles von G - tt ausgeht.


Würden die Juden Teschuva (Rückkehr zu G - tt) machen, wende sich alles zum Guten und wir können uneingeschränkt mit Seiner Hilfe rechnen.

Sonntag, 28. November 2010

Rabbi Israel Weiss und seine Erinnerungen


Photo: inn.co.il

B"H

Der ehemalige oberste Militärrabbiner der israelischen Armee, Rabbi Israel Weiss, schrieb ein Buch und zog Bilanz.
In seinem Buch greift Rabbi Weiss den ehemaligen Premier Ariel Sharon sowie den damaligen Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Dan Chalutz, mächtig wegen der Räumung Gush Katifs im Gazastreifen an. Ferner tut es Rabbi Weiss leid, sich für eine Räumung eingesetzt zu haben, aber Chalutz habe ihm nicht die ganze Wahrheit über das Ausmass gesagt.

Am Freitag veröffentlichte die Tageszeitung "Yediot Acharonot" ein Interview mit Rabbi Israel Weiss. Dieser beschrieb im Interview sowie im Buch auch, dass er vielen Eltern getöteter Soldaten nicht die volle Wahrheit darüber sagen konnte, welche Körperteile sich wirklich im zu bestattenden Sarg befanden. Zum Beispiel fragte ihn eine Mutter, nachdem ein Panzerwagen am einstigen "Zir Philadelphi" (Grenze nach Ägypten) im Jahre 2004 auf eine Tonne Sprengstoff fuhr und explodierte, ob die Überreste ihres Sohnes im Sarg so aussehen, wie die Opfer nach einem Bombenanschlag. Rabbi Weiss antwortete ihr darauf, dass die Bombenopfer im Bus von einer Detonationsmenge von 10 - 15kg Sprengstoff getötet werden; ihr Sohn aber befand sich in einem Panzerwagen, der da auf eine ganze Tonne Sprengstoff fuhr. Die Frau schwieg und wusste Bescheid.

Manchmal konnte nur ein Finger beerdigt werden. Hautfetzen die sich im Sarg befanden und mehr nicht. Nach der Explosion eben jenes Panzerwagen gab es fast gar nichts zu bestatten, denn die Körper der toten Soldaten hatten sich so gut wie pulverisiert. Ihre Kameraden suchten den "Zir" nach Körperteilen ab, was in Israel eine riesige Diskussion hervorrief.  

Auch jetzt kam Kritik, denn alte Wunden würde der Rabbiner mit seinem Buch aufstossen. Rabbi Weiss aber sieht in dem Bericht eine Notwendigkeit und niemand dürfe den Hinterbliebenen die Wahrheit verschweigen.



IDF - Soldaten suchen nach der Überresten ihrer toten Kameraden (2004).



Link:

Dienstag, 16. November 2010

Rapper Shyne entdeckt sein Judentum

B"H

Ich muss offen gestehen, dass ich absolut keine Ahnung von Rap habe. Ganz einfach, weil ich die Musikrichtung nicht mag. Auch habe ich noch niemals von einem farbigen amerikanischen Rapper namens SHYNE gehört. Die säkulere israelische Presse aber hat ausgerechnet Shyne als Schlagzeile entdeckt. Der Grund ist, dass Shyne seine Rapper Klamotten vorerst ablegte, sein Judentum entdeckte und derzeit in einer Yeshiva der Belzer Chassidim in Jerusalem lernt.

Eines jedoch fiel mir bei den Pressemitteilungen auf:
Auf einem Photo, welches die Tageszeitung "Yediot Acharonot" heute veröffentlicht, trägt Shyne die chassidische Kleidung der Belzer Chassidim. Sogar die hohen Socken und die halblangen Hosen hat Shyne als neues Outfit auserkoren. Yediot's englisch Website
Ynet hingegen zeigt Shyne in der Kleidung aus dem alten Yishuv Jerusalem. Genau gesagt, waren es jemenitische Juden, welche diese Art der Kleidung zuerst trugen. Heute allerdings sieht man kaum mehr Jemeniten in der Kleidung, dafür aber alte Yerushalmi Juden aus dem Jerusalemer ultra - orthodoxen Stadtteil Mea Shearim oder Chassidim der Gruppen Toldot Aharon, Shomrei Emnuim oder Toldot Avraham Yitzchak. Karliner Chassidim tragen derlei Kleidung nur am Schabbat sowie an den Feiertagen.

Damit nehme ich an, dass Shyne zu jener Gruppe der Neureligiösen (Baale'i Teshuva) gehört, die sich unbedingt in die chassidische Gesellschaft zwängen wollen, ohne einen genauen Plan zu haben. Heute gehöre ich zum alten Yishuv, morgen zu Breslov, dann mal ein kurzer Sprung zu Chabad um irgendwann doch lieber bei Satmar zu enden. Zwischendurch kommt Boyan an die Reihe, dann Belz und danach vielleicht wieder Breslov.

Ich kenne einige verwirrte Baale'i Teshuva, die sich letztendlich nirgendwo zurecht finden und ewig die Ideologie wechseln. Shyne scheint in diese Kategorie zu passen. Doch rechnen wir ihm eine gewisse Achtung an, denn er hat es schon schwer genug. Baale's Teshuva haben es nicht leicht bei den in die chassidische Gruppe hineingeborenen Chassidim. Bei Shyne kommt noch seine Hautfarbe dazu. Nicht, dass alles auf Rassismus basiert, doch eingefleischte Chassidim verheiraten ihre Kinder nicht mit jemandem, der anders ist. Mit jemandem, der nicht in die Gruppe hineingeboren wurde. Mit jemandem, der einfach kein polnisches, ukrainisches, ungarisches oder rumänisches chassidisches Original ist.
Dazu nehme ich in meinen relig. Blogs ausreichend Stellung !

Mich persönlich regen derlei Leute auf, die heute hier sind und morgen dort. Sie gehen mir einfach auf die Nerven und kommen daher wie "sie sind fester Bestandteil einer chassidischen Gruppe". Fakt ist, dass die Neurelig. eben das niemals sein werden. Da können sie sich noch soviel einreden. Ferner meine ich, dass niemand, und lerne er als Anfänger bei Satmar, Belz, Breslov, Chabad oder Toldot Aharon, unverzüglich seine Kleidung wechseln muss. Zuerst wird gelernt und solange niemand offizielles Mitglied einer chassidischen Gruppe ist, brauche ich mich als Neueinsteiger mit der Kleidung nicht verrückt machen.

Warten wir einmal ab, wie lange Shyne es aushält …






Shyne in traditioneller Kleidung der alten Yerushalmi Chassidim.

Montag, 15. November 2010

Sternenkonstellationen im Norden

B"H

Nach dem Schabbat in Zfat (Nordisrael) hing ich noch einen Tag dran, denn ein bekannter Rabbiner kam in die Kleinstadt und hielt eine Rede. Dazu morgen mehr, doch will ich an jene Leute, die den Chabad Rabbiner Rabbi Yitzchak Ginzburgh nur als "Rassisten" abstempeln, die Andeutung richten, dass bei seinem heutigen Vortrag nicht ein einziges Mal das Wort "Araber" fiel. Es sei denn er sagte es doch als ich gerade einmal kurz auf dem 00 war. 

Mehr zu dem kabbalistischen Vortrag des Rabbi Yitzchak Ginzburgh morgen auf Hamantaschen ! Vorab: Der Rabbi definierte die 12 kabbalistischen Sinne eines Menschen und verglich deren Bedeutung mit den Definitionen zu den Monaten des jued. Kalender. 

Es ist November und in Israel ist nach wie vor nichts von einem hereinbrechenden Winter zu spueren. Im Gegenteil; heute brannte die Sonne bei ca. 30 Grad vom Himmel. 
Bekleidungsgeschaefte klagen ueber den fehlenden Umsatz, denn man hatte die Sommerklamotten schon ins Lager gepackt, um die Winterpullover in die Regale zu legen. Und jetzt das milde Klima. Niemand kauft die Pullover und alle schreien nach mehr T - Shirts. So erging es mir selbst vor ein paar Tagen, doch der Haendler meinte, er habe nur Pullover und dicke Jacken. Was aber soll ich mit einer dicken Winterjacke bei 31 Grad Celsius in Tiberias ?

Was mir noch niemals so extrem auffiel: Wer in Zfat gegen 2.00 oder 3.00 Uhr in der Nacht aufwacht und aus dem Fenster in den Himmel schaut, der kann Zeuge eines fantastischen Schauspiels werden. Die Sternenkonstellationen sind dermassen klar zu erkennen und beim ersten Hinschauen glaubt der Betrachter, die Sterne haengen fast ueber seinem Dach, so nahe erscheint alles. In Tiberias war mir dies noch nie aufgefallen und vielleicht sind die Konstellationen so klar und nahe nur weiter oben im Norden zu erkennen und nicht in Downtown Tiberias, denn die Innenstadt liegt immerhin 200m unter Normalnull.

Montag, 8. November 2010

Was es bedeuten kann, in Israel ein Konvertit zum Judentum zu sein

B"H

Eine sehr realistische Perspektive zur "Konversion zum Judentum und dem Leben in Israel danach" beschreibt eine Freundin von mir in ihrem Blog "Frumlife". Der Blog ist in englischer Sprache, doch sehr informativ gestaltet.  

Wie sieht das Leben der Konvertiten nach dem Giur aus und welche, manchmal versteckten, sozialen Probleme erwarten sie bei einem Leben in Israel ? 
Und ... auf was muss sich ein Konvertit gefasst machen ? 
Auf das Loslassen seiner alten Religion, zum Beispiel. Das allein stellt oftmals ein schwieriges Problem dar.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Leserkritik an der "Jüdischen Allgemeinen"

B"H

Da ein aktueller Text veröffentlicht worden ist und die "Jüdische Allgemeine Zeitung" bisher keine Stellung bezüglich meiner Kritik eines anderweitigen Artikels nahm, will ich hier einige Fehler des aktuellen Artikels über Rabbi Mordechai Machlis berichtigen.

Seit fast dreissig Jahren veranstalten Rabbi Mordechai Machlis samt Gattin Henny und deren 14 Kinder (die Hälfte davon ist bereits unter der Haube) allwöchentliche Schabbatessen. Die einzige Pause, die sich die Familie gönnt, ist zu Pessach. Grundsätzlich darf jeder ohne Anmeldung dazustossen; Christen dürfen ebenso erscheinen, doch sollte sie auf jegliche Missionsversuche verzichten !

Seit mehreren Jahre pflege ich ein recht inniges Verhaeltnis zu den Machlises, obwohl ich längst nicht mehr jeden Schabbat erscheine. Auch zu den Schiurim (relig. Vorträge) des Rabbis zweimal pro Woche habe ich leider keine Zeit mehr.


Jede Woche geben die Machlises unsagbare Summen an Geld für ihre Schabbatot aus und es ist kein Geheimnis, dass sie in finanziellen Schwierigkeiten sind. Eingeweihte wissen davon und seit einiger Zeit haben die Machlises ein paar Websites für Spenden eingerichtet. Eine dritte Site wurde, mehr oder weniger illegal, eingerichtet und die Spenden kommen nicht den Machlises zugute, sondern ein paar Parasiten, die sich im Namen der Machlises bereichern wollen.

Hier die regulären Machlis - Homepages:


http://www.machlis.org/


http://www.themachliscampaign.com/


Und hier meine Kritik zum Artikel am Artikel der Jüdischen Allgemeinen:

- Die Machlis - Essen dienen keinem jüdischen Heiratsmarkt, denn relig. heiratswillige Juden lernen sich auf anderem Wege kennen. Wer Interesse an einem solchen Schidduch hegt, der spreche mit Henny Machlis. Henny weiss fast immer Rat.:-)))

- Der älteste Machlis Sohn Moshe hilft schon lange nicht mehr bei den Essen, sondern vielmehr dürfte es sich hier um den zweitältesten Sohn Joshua gehandelt haben.

- Am Schabbat darf sehr wohl abgewaschen werden, doch ziehen die Machlises aufgrund der Menschenmasse Plastik vor ! Wer dienstags zum Machlis - Vortrag geht, findet ebenso Plastikgeschirr vor.

- Rabbi Mordechai Machlis samt Familie kann kein Deutsch und hält seine Reden abwechselnd auf Hebräisch und seinem gewohnten Brooklyn English ! Der Rabbi erzählte mir einmal, dass er ein wenig Jiddisch verstehe, aber das sei recht dürftig.

Ferner machten mich Freunde, denen ich von dem Artikel berichtete, darauf aufmerksam, dass jetzt hoffentlich nicht wieder sämtliche Christen Auftrieb erhalten und bei den Machlises ihre Mission unternehmen. Ausserdem seien die Machlises kein kostenloses Restaurant, wo man sich eben mal so vollfresse.
Letzteres zu erwähnen wird mir der Rabbi übelnehmen, denn, seiner Auffassung nach, kann jeder kommen und er macht keine Unterschiede. Trotzdem sollte erwähnt werden, dass er Juden vorzieht.
Sorry, Rabbi, I went against the rules !!! :-)

Zu guter Letzt hätte ich mir von der Artikelverfasserin ein persönliches Interview mit den Machlises gewünscht und keinen spekulativen Gästebericht !

Mir wurde hiermit klar, warum ich die Namen anderer, besonders ultra - orthodoxer, Familien, die ebenso zum Schabbat einladen, lieber verschweige.

Dienstag, 14. September 2010

Orthodoxe Rabbiner gegen die Armee - Konversionen

B"H

Es mag sich wieder einmal chaotisch anhören, doch in Israel ist bekanntlich fast alles möglich: Da wurden innerhalb der letzten Jahrzehnte mehr als 4000 nichtjüdische israelische Soldaten / innen innerhalb der Armee zum Judentum konvertiert und ca. 800 befinden sich momentan im Konversions (Giur) - Prozess, doch das israelische Oberrabbinat samt der zwei Oberrabbiner Metzger und Amar stellt sich quer. All jene, welche in der Armee zum Judentum konvertierten, sind anscheinend gar keine Juden.

Und wieder einmal steht das Giur - Thema zur Debatte. Ein Thema, bei welchem in Israel kaum mehr jemand durchsteigt. Eines allerdings steht fest: 

Eine Konversion zum Judentum muss orthodox erfolgen, wobei der Kandidat im Moment seiner Konversion vor dem Beit Din (Rabbinischem Gericht) eine ernsthafte Absicht haben muss. Auf meinem Hamantaschen - Blog habe ich in der Vergangenheit mehrere Male den Talmudischen Standpunkt beschrieben. Nämlich wann eine Konversion zum Judentum Gültigkeit besitzt.
Kabbalistische Literatur legt noch einen drauf: Ein Giur ist nur dann erfolgt, wenn der Kandidat eine "jüdische Seele" erhielt und dieses wiederum findet nur dann statt, wenn der Kandidat die Thoramitzwot hält.

All dem stimme ich uneingeschränkt zu und ich wunderte mich seit Jahren, dass die israelische Armee "Ex und Hopp Konversionen" durchführt. Junge Russen, Äthiopier oder wer auch immer, machten in der Armee einen Schnelldurchlauf und jahrelang war ich der Meinung, dass der Giur außerhalb der Armee eh nicht anerkannt wird. Die Anzahl der Gerim stieg drastisch an und anscheinend unterschrieben Rabbiner des Oberrabbinates diverse Konversionsurkunden. Jedoch ohne Zustimmung der israelischen Oberrabbiner oder sonstiger führenden Rabbiner des Oberrabbinates.

Das Verfahren ist kompliziert und eine detaillierte Ausführung erspare ich mir an dieser Stelle. Nur soviel: Armeekonvertiten werden nicht anerkannt und sind keine Juden.

Gestern abend kam es auf dem haredischen (ultra - orthodoxen) Radiosender "Kol ba'Ramah" zum Eklat. Der nationalrelig. Knessetabgeordnete Zevulon Orlev sagte, die Gerim der Armee haben ihre Konversion verdient, denn schliesslich dienen sie in der Armee. Alles habe seine Richtigkeit und Punkt.
Nach Orlev kam der haredische Rabbiner Nachum Eisenstein zu Wort. Rabbi Eisenstein ist mir persönlich bekannt, denn aufgrund meiner Beschwerde bezüglich eines in Deutschland tätigen Rabbis, begann Eisenstein nachzuforschen. Rabbi Nachum Eisenstein ist ein absoluter Spezialist auf dem Gebiet der falschen Konversionen zum Judentum und jagt jeden Rabbi, welcher derlei Konversionen durchführt, gnadenlos. 

Im Interview auf "Kol ba'Ramah" sagte Rabbi Eisenstein, dass der Dienst an der Waffe nichts mit der Religion zu tun habe. "Toll, dass diese Nichtjuden in der Armee dienen, aber eine Armee mache niemanden zum Juden. Dazu gehören Thora und Mitzwot".

Ferner gab Rabbi Eisenstein dem abgesetzten Rabbiner Druckmann die Schuld an all den falschen Konvertiten in unserem Land. Druckmann nahm all jene Kandidaten, welche das Oberrabbinat nicht wollte und schleppte sie durch den Kurs. Das Resultat sei, dass die absolute Mehrheit der Druckmann - Kandidaten gar kein Interesse am Judentum hege, sondern nur in Israel leben wolle.
Zum Thema "Druckmann und Machenschaften" gab es vor einigen Monaten ein Interview mit Rabbi Druckmann selbst in der Zeitung zu lesen. Weiterhin beschuldigte Rabbi Eisenstein die Jerusalemer Organisation "Itim", welche sich für Konvertiten beim Innenministerium einsetzt. Mir persönlich wurde berichtet, dass "Itim" lediglich aus einem winzigen Office bestehe, in welchem ein pressesüchtiger Rabbi herrsche.

Eines sollte festgehalten werden:
Die Armee ist kein Platz für die Konversion zum Judentum ! Dies stellte letztendlich sogar der Oberste Israelische Gerichtshof fest und erklärte all jene Konvertiten zu Nichtjuden. Was die Armee hervorbrachte war ein Sammelsurium falscher Konvertiten, die "dazugehören" wollen, doch trotz Giur keine Juden sind, da ihnen die Thora nichts bedeutet. Ein Giurzertifikat allein macht einen noch lange nicht zum Juden !