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Sonntag, 21. Oktober 2012

Katastrophenübungen in Israel


Quelle: Pikud Ha'Oref (Zivilschutz)
B"H 

Israel gleicht heute etwas einem Katastrophengebiet und viele, die es noch nicht wissen, mögen erschrecken, wenn sie überall Ambulanzen, Polizei oder Armee sehen. Aber keine Panik, denn es handelt sich lediglich um eine landesweite Übung. 

Seit Jahren sagen Wissenschaftler für bestimmte Gebiete Israels ein verheerendes Erdbeben voraus und der Ernstfall wird geprobt. Tausende Tote, Verletzte sowie Obdachlose, darum geht der heutige Großeinsatz. 

Morgen fahre ich auf zwei Tage in ein extrem erdbebengefährdetes Gebiet, in welchem es regelmäßig zu Erdstößen kommt und die Kinder in der Schule lernen, wie man sich im Falle eines Bebens zu verhalten hat. Sich nämlich nicht in einem Gebäude aufzuhalten, sondern im Freien. Wer in einem Gebäude ist, der krieche unter den Tisch oder suche Schutz im Treppenhaus. Dies sind so die gröbsten Ratschläge. 

Zwei Tage werde ich in dieser Woche in Nordisrael, vorwiegend in Zfat (Safed) verbringen, und diese Region ist, wie gesagt, ganz besonders gefährdet. Zusammen mit dem Jordantal, Beit She’an und Tiberias. Allein im Mittelalter sowie im 19. Jahrhundert wurde die Kleinstadt Zfat im oberen Galiläa mehrere Male durch Erdbeben zerstört. Doch nicht nur für die Nordregionen wird ein schweres Beben vorhergesagt: Wenn die Katastrophe eintrifft, wird auch Jerusalem betroffen sein. 


Links für den Kriegsfall:

Pikud Ha'Oref in englischer Sprache 

und in deutscher Sprache:


Verhaltensregeln für den Verteidigungfall
 

Verhaltensregeln bei Ertönen der Warnsirene 

Beim Ertönen der Warnsirene oder einer Explosion sind unter Berücksichtigung des zur Verfügung stehenden Zeitraums, die angemessenen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Es ist dabei folgendermaßen vorzugehen: 

In Gebäuden: Sich, je nach zur Verfügung stehendem Zeitraum, in den Luftschutzraum, Luftschutzbunker oder einen Raum ohne Aussenwände begeben und Türen und Fenster schließen. 

Im Freien: Sich, je nach zur Verfügung stehendem Zeitraum, in das nächste Gebäude begeben. Falls man sich in einer nicht bebauten Gegend befindet und es in der Nähe keine Gebäude gibt, legt man sich flach auf den Boden und schützt den Kopf mit den Händen. 

Im Fahrzeug: Auf dem Seitenstreifen oder am Straßenrand anhalten, aus dem Fahrzeug aussteigen und sich in das nächste Gebäude oder den nächsten Unterstand begeben. Falls es in dem zur Verfügung stehenden Zeitraum nicht möglich ist, ein Gebäude oder einen Unterstand zu erreichen, steigt man aus dem Fahrzeug aus, legt sich flach auf den Boden und schützt den Kopf mit den Händen. Falls es nicht möglich ist, aus dem Fahrzeug auszusteigen, hält man am Straßenrand an und wartet 10 Minuten. 

• Falls keine anderen Anweisungen gegeben werden, können die Schutzräume nach 10 Minuten verlassen werden. 

• Achtung! Sich von unbekannten Objekten oder auf dem Boden liegenden Raketen entfernen. In einem solchen Fall, Neugierige zurückdrängen und die Polizei verständigen. 

• Weiterhin die über die Medien ausgestrahlten Anweisungen verfolgen. 

Anweisungen zur Wahl des geschützten Umfelds und zu seiner Vorbereitung: 

Das geschützte Umfeld ist im Verhältnis zu dem Zeitraum auszuwählen, der ab dem Ertönen der Warnsirene oder der Explosion zur Verfügung steht, - folgende Prioritäten sind zu berücksichtigen: 

• Luftschutzraum (geschütztes Umfeld in der Wohnung): oder geschütztes Umfeld auf der Etage stellen die beste Lösung dar. 

• Luftschutzbunker: 

• Luftschutzbunker in einem Mehrfamilienhaus: vorausgesetzt, der Luftschutzbunker befindet sich innerhalb des Gebäudes und es besteht die Möglichkeit, ihn über das Treppenhaus des Gebäudes zu erreichen, unabhängig von der Vorwarnzeit. 

• Öffentlicher Luftschutzbunker: vorausgesetzt, er ist innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraumes zu erreichen, ab Ertönen der Sirene. 

• Falls kein geschütztes Umfeld, Luftschtzraum oder –bunker zur Verfügung stehen, ist ein geschützter Binnenraum zu wählen, mit der geringsten Zahl von Aussenwänden, Fenstern oder sonstigen Öffnungen. 

• Bewohner des obersten Stockwerks, in Gebäuden mit mehr als drei Stockwerken ohne geschütztes Umfeld, Luftschutzraum oder –bunker, gehen zwei Stockwerke herunter und verbleiben im Treppenhaus. 

• Bewohner des obersten Stockwerks, in Gebäuden mit mehr als drei Stockwerken ohne geschütztes Umfeld, Luftschutzraum oder –bunker, gehen ein Stockwerk herunter und verbleiben im Treppenhaus. 

• Erklärung der abgeänderten Anweisungen: 

• In einem dreistöckigen Gebäude ist der mittlere Treppenhaus-abschnitt der bestgeschützte Teil ( das zweite Stockwerk). 

• In einem Gebäude mit mehr als drei Stockwerken ist jeder Treppenhausabschnitt geschützt, mit Ausnahme des Erdgeschosses und der beiden obersten Stockwerke. 

• Zivilpersonen ist es untersagt, sich im Eingangsbereich des Gebäudes aufzuhalten, da bei Raketeneinschlag in der Nähe des Gebäudes bei Zersplittern der Verglasung Verwundungsgefahr besteht. Für weitere Angaben: Internetseite des Zivilschutzes www.oref.org.il , Facebook und das Informationszentrum des Zivilschutztes Telnr. 1207.

Montag, 23. Juli 2012

JERUSALEM: "Der EGGED Bus, der rückwärts fuhr"


Am Zentralen Busbahnhof von Jerusalem in der Jaffa Road. Von hier aus fahren die lokalen Linienbusse der staatlichen Busgesellschaft EGGED. Im Busbahnhof fahren die EGGED Busse in sämtliche Orte des Landes.









Auf beiden Fahrseiten befinden sich die Haltestellen in unterschiedliche Richtungen der Stadt. Im Vordergrund, auf der rechten Seite, fahren die Linien aus Richtung Herzl Boulevard kommend in Richtung Innenstadt (Machane Yehudah, King George bis in die Germany Colony oder nach Talpiyot). 

Photos: Miriam Woelke
B"H 

In Israel ist vieles anders und so verwundert es nach einer Eingewöhnungsphase auch niemanden mehr, wenn er vielerorts EGGED (oder in Tel Aviv DAN) Stadtbusse sieht, die nicht an der eigentlichen Bushaltestelle halten, sondern mitten auf der Fahrbahn. Die Busse schwenken erst gar nicht an die Haltestelle ein. Vielfach ist am Jerusalemer Busbahnhof zeitlich gar kein Haltestellenplatz für all die heranströmenden Busse vorhanden. So fahren einige Busse an die Bordsteinkante heran und lassen Fahrgäste ein – und aussteigen. Andere, eher ungeduldige Fahrer, jedoch parken nicht ein, sondern bleiben stattdessen auf der zweiten Fahrbahnspur stehen. Mitten im Verkehr muss sich der Fahrgast zur Bustür quälen. Gesetzlich ist das den Busfahrern untersagt, doch scheren tut sich kaum jemand darum. Man darf sich halt nicht erwischen lassen. 

Es ist genau zwei Wochen her als einigen Fahrgästen, inklusive mir selbst, diese Fahrweise fast zum Verhängnis wurde. Tatort: Die lokalen Haltestellen gegenüber dem Zentralen Bsbahnhof in Jerusalem. 

Ich wartete auf meine Buslinie 74, mit der ich heimfahren wollte. Obwohl ich nicht direkt im Stadtkern lebe, habe ich dennoch mehrere Busse zur Auswahl. Die Linie 75 hatte ich gerade verpasst und so wartete ich auf die nächste mir zur Verfügung stehende Buslinie. Zuerst kam die Linie 18 Richtung Katamon. Die 18 parkte fast vor mir und ich achtete nicht darauf, ob der Fahrer eine Pause einlegte oder auch Leute einstiegen liess. Nach der 18 kam ein weiterer Bus, der weiter oben an einer anderen Haltestelle parkte. Vielleicht die Linie 30. Auch hier achtete ich nicht besonders darauf, denn meine Linie 74 erschien auf der Bildfläche. Aus der Richtung Herzl Boulevard kommend parkte die 74 hinter der 18 und wartete, dass die 18 und der Bus weiter oben die Haltestellen verliessen. 

Bei der Linie 74 handelte es sich um einen der langen neuen Busse. Alle drei Busse waren übrigens "Made in Germany", so die Polizei später. Nach ca. einer halben Minute des Wartens verliess den Fahrer der 74 die Geduld. Er überholte die 18 und blieb mitten auf der Fahrbahn stehen. Bedeutete, dass wir einsteigenden Fahrgäste vor der Linie 18 vorbeilaufen mussten. 

An den weiter oben parkenden Bus dachte in dem Moment kein Mensch, denn der war ja weit weg. Circa zehn Fahrgäste hatten sich vor der offenen Tür der Linie 74 postiert und waren dabei einzusteigen. Ich dachte mir, dass ich mir das kurzweilige Gerangele nicht antue und ging langsam an der 18 vorbei und auf die 74 zu. Plötzlich vernahm ich ein riesen Geschrei hinter mir. Ich drehte mich um, um nachzusehen, was vor sich ging. Soweit kam ich gar nicht mehr, denn ich sah beim Aufblicken den Bus, der viel weiter oben geparkt hatte, auf mich zurollen. Nur noch einen Meter Abstand zwischen ihm und mir. Einen Meter oder weniger. 

Ich stand nur da und dachte, dass kann doch nicht sein. Das nächste, woran ich mich erinnere ist, dass der Bus mich auf die Vorderseite (des Fahrers) der Linie 18 drückte. Ich verspürte einen derartigen Schmerz im Rücken, dass ich für einige Sekunden das Bewusstsein verlor. Als ob jemand mit den Fingern geschnippst hatte, erlang ich das Bewusstsein wieder und befand mich in einer ganz anderen Position. Fast einen Meter weiter auf den Beinen stehend. Aber in eine ganz andere Richtung schauend. 

Was ich zuerst sah, war die (wie ich heute weiss) 19 – jährige Amerikanerin Jordan, welche zwischen der 74 und dem Bus, der mich rammte, eingeklemmt war. Eingeklemmt von den Beinen bis zum Brustkorb. Brust, Kopf und beide Arme hingen heraus und sie versuchte verzweifelt zu atmen. Ihr Körper lag sozusagen weit mehr als 1,5 Meter eingeklemmt in der Luft zwischen zwei Bussen. Es war die schrecklichste Szene, die ich jemals in meinem Leben sah. Ich dachte nur, dass kann doch alles nicht sein. Ich schaute auf die eingeklemmte Amerikanerin und dann nach links in den schmalen Raum zwischen den Linien 18 und 74. Alles voll zerbrochenem Glas. Kein schneidendes scharfes Glas, sondern eher Glaskrümel. Mein erster Gedanke war, der Eingeklemmten zu helfen, doch dann ging nichts mehr. Der Schmerz im Rücken war so stark, dass ich mich entweder setzen musste oder drohte, ohnmächtig umzufallen. Ich setzte mich und dachte nur, dass ich mein Leben nicht im Rollstuhl weiterführen will. 

Irgendwie stand ich wieder auf und wollte nur noch weg. Ich bildete mir ein, dass all das nicht real sei und ich jetzt nach Hause gehe. Die Illusion hielt, bis ich beim Aufstehen mein zerrissenes Shirt und meine blutige Jeans sah. Ich war davon überzeugt, dass meine Wunde am Arm voller Glassplitter war, was sich am Ende, G – tt sei Dank, als falsch herausstellte. Trotzdem hatte ich zwei Löcher im Arm als mich der Bus mitzog. Mein Glück war, dass der Bus nicht direkt auf die 18 knallte, sondern eine Kurve machte und in die 74 rammte. Wäre er in die Linie 18 gerammt, würde ich dies heute nicht mehr schreiben. 

Es gelang mir aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Eher wie ein Zombie und mit einer Illusion im Kopf, die bei Traumata nur allzu normal erscheint. In dem Moment kamen ein paar junge haredische (ultra – orthodoxe) Yeshiva Studenten in den Raum zwischen den Bussen. In den Raum mitten auf der Fahrbahn. Ich sah alles grau und hörte das Stöhnen des Mädchens. Mitten auf der belebten Jaffa Road, wo sich außerhalb unseres grauen unwirklichen Vakuums Geschäfte und Snack Bars aneinanderreihen. Wo normalerweise Freude herrscht, aber diese Freude war für das Mädchen und mich abrupt beendet worden. 

Die Yeshiva Leute schrien auf vor Schock und jemand rief hinaus auf den Gehsteig, man solle dem Busfahrer sagen, sofort den Bus wegzubewegen. Sofort. Die Yeshiva Leute waren in Panik und zugleich zerrissen vom Anblick des Mädchens. Immer mehr Passanten strömten in das Vakuum, um zu sehen, was los ist. So viele, dass ich nicht mehr durchkam und erschöpft sagte: "SUS – Macht Platz !" Dann fiel ich fast auf den Gehsteig und sah nur noch schwarz – weisse Schatten, die wild auf und ab liefen. Schweigend sass ich auf dem Gehsteig, Ein Polizist kam, sah all das Blut und sofort kam ein haredischer (ultra – orthodoxer) Sanitäter der HATZALAH. Er legte mich auf den Gehsteig, schob mir seinen Motorradhelm unter die Beine und schon fühlte ich die Ohnmacht schwinden. Hunderte Leute starrten und ich war fast wahnsinnig vor Rückenschmerzen. Der Hatzalah – Sanitäter warf ein Pad auf meine Wunde und war auch wieder weg. Die Ambulanz kam und ich wurde per Spezialboard auf die Trage gehievt. “Rückentrauma” – so die Ärzte später. Dann dauerte es fast eine Stunde, bis der Krankenwagen abfuhr. 

In Israel ist man Katastrophen gewöhnt und weiss die Lage sofort einzuschätzen. Deswegen wurde ich als leicht verwundet betrachtet, wobei ich vor Schmerzen fast die Decken hochging. Der Weg ins Krankenhaus dauerte nur wenige Minuten. Angekommen ging es sofort in die Notaufnahme, wo ein Orthopädenteam wartete und mit mir sämtliche Übungen abzog. Beine strecken, hochheben, anziehen … ob auch bloß nicht die Wirbelsäule beschädigt war. 

War sie nicht, doch wusste ich nicht, wo vor Schmerzen ich zuerst schreien sollte. Wegen der Beinbewegungen oder der Krankenschwester, die meine blutigen Wunden säuberte. Danach gabs Spritzen gegen die Schmerzen und den Tropf. Die Umbettung tat gut, denn endlich war ich die harte Unterlage los. Nun gings in die Warteschlange zum Röntgen. Zweimal musste ich mit dem Bett im Röntgenraum einparken. 

Mittlerweile kamen zwei Freunde, die ich vom Krankenwagen aus angerufen hatte. Nach drei Stunden ging es zurück zum Orthopäden mit neuen Beinübungen. Diesmal fiel ich ohnmächtig um und eine Krankenschwester parkte mein Bett in ein Mehrbettzimmer hinter einem Vorhang ein. Eine Freundin blieb die ganze Nacht und meine Schmerzen liessen, Dank all der Spritzen nach. Dr. Feelgood sozusagen. 

Das eingeklemmte Mächen musste eine Stunde in ihrer Position ausharren, denn die Feuerwehr schnitt sie aus den beiden Bussen heraus. Beckenbruch, tiefe Schnittwunden der zerbrochenen Fenster an den Beinen und Verbrennungen. Ganz zu schweigen vom Schock. Bis zum Krankenhaus war das Mädchen bei Bewusstsein und noch in der Lage, die Telefonnummer ihrer Eltern in den USA bekanntzugeben. Danach kamen auch für sie die Spritzen und somit die Narkose. 

Gegen Mitternacht kam ein Polizist an mein Bett, der das erste von zwei Protokollen aufnahm. Fragen über Fragen zum Unfallhergang. Vor allem zu den Busfahrern. Gestern hörte ich, dass die Fahrer der Linie 74 und jenes Busses, der das Mädchen und mich rammte, ihre Buslizenz verloren und vor Gericht gestellt werden. Der Fahrer der 74, da er trotz Verbot, mitten auf der Fahrbahn hielt. Der zweite Fahrer wegen gravierender Fehler und die Polizei ermittelte in mehrere Richtungen, warum der Bus rückwärts ins Rollen kam. 

Von der Busgesellschaft EGGED haben wir bis heute nichts gehört und unsere eingeschalteten Anwälte müssen sich an die Versicherungsgesellschaft der Buslinie wenden. Am letzten Donnerstag sass ich erneut in der 74 und als wir den Busbahnhof erreichten, wartete der Fahrer in der Warteschleife. Gestern jedoch sah ich erneut Busfahrer auf der Straße halten. Alles also wie gehabt bis zum nächsten Unfall.

Sonntag, 22. Juli 2012

UPDATE zum EGGED Busunfall vom 9. Juli 2012


 Sha'arei Zedek Medical Center in Jerusalem

Photo: Miriam Woelke
B"H

Bevor ich hoffentlich morgen einen ausführlichen Bericht über den tragischen Unfall dreier EGGED Busse vor dem Jerusalemer Busbahnhof in den Blog stelle, möchte ich vorab ein kleines, aber dennoch wichtiges Update, veröffentlichen. 

Wie bereits mehrere Male erwähnt, war ich selbst Opfer des Unfalls, wurde verletzt, verbrachte eine Nacht im Krankenhaus und muss nun mit den immer noch bestehenden Schmerzen fertig werden. Allerdings bin ich nichts gegen die fatalen Verletzungen der 19 – jährigen Amerikanerin namens Jordan, die über eine Stunde zwischen zwei Bussen eingeklemmt war und erst von der Feuerwehr aus ihrer Lage herausgeschnitten werden musste. Ein Bericht HIER ! 

Heute besuchte ich Jordan im Krankenhaus, die da immer noch auf der Intensivstation liegt. Mit ihr selber sprach ich bei meinem Besuch nicht, doch ihre Mutter war bereit mich zu treffen. Da ihre Tochter gerade "einmal wieder" im OP lag, lud mich die Mutter für die kommende Woche zu einem Gespräch mit ihrer Tochter ein. Der Heilungsprozess geht voran, wenn auch nur sehr sehr langsam. Unter anderem erlitt Jordan einen Beckenbruch, an dem sie heute operiert wurde.

Ich bin froh, dass ich ins Krankenhaus gefahren bin und mich nach dem Mädchen erkundigt habe. Beim Unfall sah ich sie in ihrer misslichen Lage, konnte ihr jedoch nicht helfen, da ich selbst verletzt worden war. Wie dem auch sei, die israelische Busgesellschaft EGGED benimmt sich in dem ganzen Desaster wie die Axt im Walde. Weder ich noch Jordan und ihre aus den USA eingeflogenen Eltern haben je etwas von EGGED gehört. Kein Brief, keine Mitteilung, gar nichts. Stattdessen sind wir gezwungen, Anwälte einzuschalten, welche mit der EGGED – Versicherung kommunizieren, um Schadensersatzzahlungen für uns herauszuholen. 

Ich hörte, dass zweien der drei Busfahrer die Busfahrerlizenz entzogen worden ist und sich beide Fahrer vor Gericht verantworten müssen. Immerhin hat die Polizei ganze Arbeit geleistet, das Verhalten von EGGED dagegen ist mehr als jämmerlich.

Außerdem wurde der Unfall von der israelischen Presse weitgehend unterdrückt, was ich jedoch auf meinen Blogs etwas ändern will. Der Unfall wurde von mindestens 100 Passanten beobachtet und viele von ihnen fragen sich: WO BLIEB DIE BERICHTERSTATTUNG ? Etwa von EGGED unter den Tisch gekehrt, weil weder Jordan noch ich richtige israelische Familien haben, die ein riesen Theater bei der Presse veranstalten ?

Dienstag, 17. Juli 2012

Zurück

B"H

Ich hatte einen Bus auf mich zurollen, der mich zwar erwischte und gegen einen zweiten rammte, trotzdem hatte ich super Glück im Unglück und kann froh sein, dass der Bus kurz vor mir einen Turn machte. Der Grund, warum der Egged - Bus rückwärts fuhr, wird noch von der Polizei ermittelt. Kurz gesagt, es war ein grosser Busunfall am Montag der letzten Woche.

Eine junge Touristin wurde von zwei Bussen eingequetscht und ich bin immer noch schockiert, da ich alles mitbekam. Ich scheine viel Stoff zum Schreiben zu haben. Vor allem über die Emotionen, die einen nie wieder loslassen. Dennoch bin ich kein Paniktyp und habe weder herumgeschrien noch bin ich ausgeflippt. Stattdessen habe ich mich mit riesigen Schmerzen aus dem Busschlachtfeld geschleppt, mich auf den Gehsteig gesetzt, wo sofort ein Polizist kam und jemand von der haredischen (ultra - orthodoxen) Hatzalah mir half und die Ambulanz kam.

Rückenprellungen, Schnitt - und Schürfwunden, Laptop zerbrochen und schlimme Erinnerungen. So die Bilanz. Seither nehme ich Schmerzmittel, denn schon ein kleiner Nieser bringt meinen Rücken fast zum Explodieren. Aber es wird schon wieder werden. Sorgen mache ich mir eher um die junge Frau, die eingeklemmt war und ich werde in der kommenden Woche zu ihr ins Krankenhaus fahren.

Auf ein paar Tage bin ich noch beim Arzt zwecks Verbandwechseln in Behandlung. Ausserdem übergebe ich alles einem Anwalt, welcher die Rechtslage mit Egged regeln muss. Auch ermittelt die Polizei noch. Ein riesen Papierkrieg wartet, doch habe ich durch den Unfall sehr viel über mich gelernt. Vor allem, dass man sein Leben mehr geniessen sollte.

Ob all das Geschehen Einfluss auf meine Bloggerei haben wird ? Definitiv. Obwohl ich bereits wieder einen neuen Laptop besitze, werde ich weniger Bloggen. 1 - 2 x pro Woche. Dafür jedoch intensivere Texte. Viel Recherche und Erfahrungen aus Jerusalem. Ich bin kein Mensch, der sich auf alles Negative konzentriert und herummotzt. Der sich über seine israelische Umgebung echauffiert, jammert oder entrüstet herumfuhrwerkt. Es ist gewiss nicht immer leicht in unserem Land und ich kann das momentan garantieren; mit all dem Papierkrieg wegen des Busunfalles. Trotzdem will ich meine kommenden Texte auf das Positive beziehen und nicht nur die israelische Gesellschaft miesmachen, die da so schlimm gar nicht ist. Immerhin schickt einem niemand jeden Tag einen Bus auf den Hals.:-))))

Längere Texte zum Alltag, jedoch nur 1 - 2 x pro Woche, dass erwartet Euch in der Zukunft. Dafür werde ich mehr an meinem Buch arbeiten, um dies schnellstens fertigzustellen. 

Viel war in den Medien nicht zu erfahren, doch hier ein kurzer Artikel zum Busunfall vor dem Zentralen Jerusalemer Busbahnhof am 9. Juli 2012. 

Samstag, 12. Mai 2012

Erdbeben

B"H 

Erdbeben in Israel sind wahrlich nichts Ungewöhnliches, denn seit Jahrhunderten plagen sie das Land. Im Mittelalter litt besonders der Norden des Landes an Erdbeben. Die Städte Zfat (Safed), Tiberias und Beit Shean wurden mehrere Male zerstört und auch in Jerusalem kam es ab und an zu Erdstößen. 

Wie ich bereits mehrfach berichtete sagen Wissenschaftler ein verheerendes Erdbeben für Israel voraus. In der nahen Zukunft oder doch erst in 50, 100, 250 oder 500 Jahren ? Das genau zu bestimmen weiss niemand, doch stattfinden soll es. Tausende Tote wird es geben und unermessliche Zerstörungen. Besonders im Norden in Zfat, Tiberias und Beit Shean. Immer wieder kommt es in diesen Gegenden zu leichten Beben und die Bewohner erhalten "Erdbebenunterricht". Wie verhält man sich im Ernstfall ? 

Ferner sollen beim großen Beben betroffen sein: Die gesamte Gegend am Toten Meer sowie Jerusalem. Vor ein paar Monaten erhielten wir auf der Arbeit professionelle Anleitungen vom israelischen Zivilschutz. Die sicherste Zuflucht bei einem Erdbeben sei in einem Gebäude und nicht draußen auf der Straße, wo Trümmer herumfliegen. Ein Treppenhaus biete den sichersten Ort und Fluchtweg. 

Gestern abend kam es in den Städten Tel Aviv, Haifa, Beersheva und Jerusalem erneut zu Beben. Um 21.50 Uhr wackelte die Erde und selbst ich im dritten Stock merkte, dass das Gebäude schwankte. An ein Erdbeben dachte ich jedoch nicht, sondern an einen der Nachbarn, der wieder einmal seine Schränke umstellt und das Mobiliar mit lautem Krach durch die Wohnung zieht. 

Das gestrige Epizentrum lag auf oder bei Zypern, doch die Beben waren bis nach Israel zu spüren.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Das Jahr 2012 aus jüdischer Sicht

B”H 

Zum jüdischen Jahreswechsel dieser Tage stellte ein Leser die Frage, wie denn das Judentum all the Weltuntergangsspekulationen um das Jahr 2012 sieht. Laut der Maya – Vorhersagen, stoppt deren Kalender im Jahr 2012. 

Auf Hamantaschen stellte ich gerade zwei Videos mit den Thora Codes zum Jahr 2012 ein. Falls sich jemand dafür interessiert und warum die Welt nicht untergeht: 

Dienstag, 19. Juli 2011

Verursacher des Brandes am Jerusalemer Herzl Berg verhaftet

B”H

Brandstiftung war es dann letztendlich doch nicht. Ein 50 – jähriger Israeli aus dem Moshav Beit Zayit wurde von der Polizei als Verursacher des Waldbrandes am Jerusalemer Herzl Berg verhaftet. Der Mann hatte die “geniale” Idee gehabt, den Hausmüll auf seinem Hof zu verbrennen und dabei kam es zum Funkenflug.

Israel ist derzeit von der starken Sommerhitze dermassen ausgetrocknet, dass es keine Sekunde braucht, um einen Brand auszulösen.

Montag, 18. Juli 2011

Photos vom gestrigen Jerusalemer Waldbrand


B"H

Noch ist die Ursache des gestrigen Jerusalemer Waldbrandes unbekannt. "Es wird ermittelt", so lautet die offizielle Version.

Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, denn über Israel liegt eine sengende Hitze. 

Photos vom Waldbrand HIER !

Waldbrand in Jerusalem


B”H

Nahe dem Jerusalemer Holocaust Museum YAD VASHEM kam es heute zum Waldbrand. Mittlerweile jedoch heißt es, der Brand sei unter Kontrolle. Brandstiftung sei nicht auszuschliessen und es wird eine polizeiliche Untersuchung geben. An erster Verdachtsstelle stehen insgeheim immer arabische Terroristen.

Schon gestern kam es im Golan, nahe Tiberias, zu Bränden. Bei einem ähnlichen Vorfall im vergangenen Jahr waren es israelische Touristen, welche den Brand aus Fahrlässigkeit verursacht hatten. 


Details bei YNET !

Donnerstag, 31. März 2011

Japans Radioaktivität erreicht Israel

B”H

In der hiesigen Presse fast als Kurznachricht gehalten: 
Die aus dem japanischen Reaktor ausgeströmte Radioaktivität erreichte am Dienstag Israel, soll jedoch von einer so geringen Menge sein, dass keinerlei Gefahr drohe.

Na, denn …

Donnerstag, 20. Januar 2011

Ist Israel bereit für ein Erdbeben ?

B”H

Kaum ein Israeli, der Radio hört, kann den Warnungen entkommen. Wissenschaftler befürchten, dass Teile unseres Landes bald von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht werden. Tausende Tote und unzählige Verletzte und Obdachlose. Das Epizentrum des Bebens soll im Jordantal, in der Stadt Beit She’an, liegen. Nach Vorhersagen werden das Jordantal, Tiberias und Zfat vom Beben betroffen sein. Es kann sein, dass Teile Jerusalems erschüttert werden. Zumindest wird man ein eventuelles Erdbeben im Norden des Landes selbst noch in der Hauptstadt fühlen.

Der Norden Israels war schon immer das Hauptgebiet für Erdbeben. So wurde die Stadt im Laufe der Jahrhunderte des Mittelalters mehrere Male zerstört. Das letzte große Beben fand im Jahre 1837 in Zfat und Tiberias statt. Hunderte Menschen kamen um und in Tiberias fiel die alte Stadtmauer teilweise zusammen.

In der Kleinstadt Zfat jedenfalls führten die Schulen mittlerweile Übungen für die Schüler ein. Wie soll man sich verhalten, wenn plötzlich die Erde bebt ?
Tatsache ist, dass die Anzahl der kleinen Beben (Stärke 3,6 auf der Richterskala) in der letzten Zeit zugenommen hat. Vor ca. drei Wochen, beim letzten Beben, erhielten ein paar Häuser in Beit She’an Risse in ihrem Mauerwerk. Die wenigsten Häuser sind erdbebensicher gebaut, denn das kostet zuviel Geld.


Mehr Details bei Arutz 7 !

Sonntag, 2. Januar 2011

Erdbeben in Nordisrael

B”H

Wieder einmal soll am gestrigen Abend die Erde gebebt haben. In Afulah bis hinüber nach Zfat (Safed). Gespürt habe weder ich etwas noch meine nähere Umgebung.

3,6 auf der Richterskala sind nicht viel, doch sagen Wissenschaftler seit Jahren ein verheerendes Erdbeben für Galiläa, das Jordantal sowie Teile Jerusalems voraus.

In Nordisrael sind selbst schwere Beben keine Seltenheit, denn allein Zfat wurde im laufe der Jahrhunderte mehrere Male zerstört. Das letzte große Beben fan dim Jahr 1837 statt.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Israel und seine Wasserkatastrophe am Kinneret

B"H

Der Kinneret (See Genezareth), Israels einzige Süsswasserquelle, trocknet aus. Die letzten Regengüsse vom Sonntag liessen den Kinneret zwar um 5 cm ansteigen, doch die Lage ist ernst und die wenigen Zentimeter waren nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wir brauchen Regen, Regen und nochmals Regen. Und dieser Regen kommt, laut Talmud Ta'anit, nur von G - tt.

Hier ein paar Bilder zur aktuellen Lage:



Am Kinneret: Normalerweise stellen hier Privatleute ihre Boote ab.
Jetzt aber schaue man, wie das Wasser austrocknet und sich das Ufer ausbreitet.



Im Normalzustand ist das gesamte Ufer mit Wasser bedeckt. Bis hin zu den Mauern am rechten Bildrand.



Photos aufgenommen am 16. Dezember 2010:
Miriam Woelke

Montag, 13. Dezember 2010

Erdbeben in Beit She'an

B"H

Die Schabbatausgabe der Tageszeitung MAARIV legte alles wieder einmal neu auf. Einen Artikel darüber, dass israelische Wissenschaftler innerhalb der nächsten Jahre ein schweres Erdbeben in Israel prognostizieren. 13,000 Tote und über 80,000 Verletzte soll es geben. 10,000 Obdachlose oder kurz gesagt, eine riesige Katastrophe. Zentrum des Bebens soll die Kleinstadt Beit She'an (südlich des See Genezareth) sein.

Erdbeben sind in Israel nichts Ungewöhnliches und in den vergangenen Jahrhunderten gab es viele davon. Die letzten großen Beben fanden im Jahre 1837 in Tiberias und Zfat (Safed) statt. Die nordisraelische Gegend sowie das Jordantal und teilweise Jerusalem sollen im nächsten groß angekündigten Erdbeben eine wesentliche Rolle spielen. Wann genau das sein wird, weiss niemand, doch lange, so heisst es, soll es nicht mehr dauern.

Falls es dazu kommt, sehe ich die Mehrheit der israelischen Häuser eh wie Streichholzschachteln zusammenkrachen. Es wird billig gebaut und die Mehrzahl der Bauarbeiter versteht kaum etwas vom Handwerk. Professionelle Maurer sind Mangelware, denn heutzutage lautet die Devise "Billig, Billig, Billig" und dementsprechend wird alles hochgezogen. Mit einem kleinem Unterschied im Norden, denn da muss jeder Häuslebauer einen Bunker im Haus einrichten.

Was also kann die Lösung sein, ein eventuelles Beben zu überstehen ? Die Anwort darauf kennt niemand und jeder muss halt einmal wieder mehr sehen, wo er bleibt. Beit She'an liegt eine halbe Stunde von Tiberias entfernt. Andere Wissenschaftler sehen das Epizentrum jedoch eher im Jordantal sowie bei Ma'ale Adumim (Jerusalem).

Das letzte Erdbeben vor ca. einem Monat verschlief ich. Ich befand mich in Zfat (Safed) und morgens um 4.30 Uhr soll die Erde gebebt haben. Ein weiteres Beben in Jerusalem vor einigen Jahren, bekam ich genauso wenig mit. Dafür wachte ich im November 1995 frühmorgens auf, weil mein Bett hin und herschaukelte. Das allerdings war weder in Beit She'an noch in Jerusalem, sondern in Ramat Gan (bei Tel Aviv). Einige Sekunden lang bebte so richtig die Erde und unser 2. Stock im Haus. Hilflos steht man da und weiss nicht wohin und was tun. Das Beben von damals reicht mir noch und ich brauche gewiss kein neues mit 7,5 auf der Richterskala.