Israel als Rechtfertigung der eigenen nazistischen Vergangenheit ?B"H
Zu unserer Zeit ist es manchmal recht schwierig, den
Antisemitismus vom
Israelhaß zu unterscheiden oder zu definieren. Vielleicht gibt ja
dieser Artikel, den ich vor ca. einem Monat verfasste, mehr Aufschluß auf eine befriedigendere Antwort.
In der heutigen Schabbatausgabe der israel. Tageszeitung MAARIV finden wir in einer der Beilagen einen Kommentar des aus London schreibenden Nadav Eyal.
Seit Beginn des derzeitigen Krieges in Gaza gab es allein in Frankreich 55 antisemitische Übergriffe. In aller Welt finden Demonstrationen gegen Israel statt.
Nur nebenbei gefragt: Wo blieben eigentlich die weltweiten Demos als die Negevstadt Sderot acht Jahre lang mit Kassam – Raketen aus Gaza beschossen wurde ? War da ein Aufschrei gegen palästinensische Hamas – Terroristen zu hören ? Wo war die Welt als eine Kassam - Rakete neben dem achtjährigen
Oscher Twito einschlug und dieser dabei ein Bein verlor ? Warum gibt es immer nur Demonstrationen gegen Israel und kaum welche gegen den islamischen Terrorismus ? Warum wird gegen ein kleines Land, welches seine Existenz sichern will und sich gegen kriminelle Gewaltakte wehrt, demonstriert ? Und inwieweit unterscheidet man im Ausland überhaupt zwischen Juden und Israelis ?
Nicht Jude ist Israeli, sondern logischerweise nur derjenige, mit israelischem Paß, so wie ich. Müsste ich daher bei einem derzeitigen eventuellen Deutschlandbesuch mit der doppelten Antisemitismuskeule rechnen ? Wem darf ich denn im Ausland noch sagen, dass ich aus Israel komme oder Jude bin ?
Fragen die einen nur nachdenklich stimmen können, nach all dem was im Tausendjährigen Reich geschehen ist. "Nie wieder", hieß es in all den Jahren danach und heutzutage kommen genaus wieder jene alten, fast Streicher – Stürmerartigen Ressentiments wieder auf.
Da gibt es, wie Nadav Eyal schreibt, denjenigen Antisemtiten, der alles auf die Juden schiebt. Egal was, an allem sind die Juden schuld. Ist doch ganz klar, oder ?
Auch bei der derzeitigen Weltwirtschaftskrise müssen wir wieder herhalten und wenn dann noch so jemand wie Madoff daherkommt, wird der Antisemit auch noch bestätigt. "Siehste, das sind doch die Juden !"
Eine weitere Antisemitismus – Kategorie sieht Eyal in fanatischen Islamisten, die auch aufgrund des Gaza – Krieges auf andere Bevölkerungsteile überspringt. "Schaut Euch an, Leute. Ihr werdet unbewusst zum Antisemiten, meint aber zu glauben, Israel sei ja an allem schuld".
Den relativ neuen Antisemiten finden wir innerhalb der linken Szene. Da will man gegen das Unrecht auf der Welt kämpfen, verbrüdert sich allerdings gleichzeitig, gewollt oder ungewollt, mit dem islamischen Terrorismus. Aber sind wir das in Deutschland nicht eigentlich schon von der RAF gewohnt ? Was war mit den Fischers und Arafat ?
Seitdem sich Moslems immer mehr in allen Teilen der Welt ausbreiten, erheizen diese die Stimmungen in ihren neuen Heimatländern. Da hat ein christlicher Deutscher oder Schweizer einen muslimischen Freund und was der so erzählt, das muss schon seine Richtigkeit haben. Und Juden bzw. Israelis sind eh unsympathisch, fanatisch relig. und irgendwie seltsam fremd.
Angeheizt aber werden die Diskussionen genauso von einer links eingestellten Presse (TAZ) oder anderweitigen Presseorganen, die da meinen, so objektiv zu sein. Jahrelang schon pflanzen die die Saat, die nun aufzugehen scheint, sind sich jedoch keiner Schuld bewusst.
Aber auch in Israel meinen einige Linke gegen den Krieg in Gaza demonstrieren zu müssen. Bei solchen Leuten frage ich mich stets, wieso sie nicht nach Gaza oder Ramallah ziehen und sich dort niederlassen ? Zumindest war eine
Talli Fachimah ehrlich, denn sie wollte (oder will noch) in Ramallah oder Schechem (Nablus) leben. Hier allerdings läßt sie unsere Staatsgewalt nicht ausreisen. Wieso eigentlich nicht ? Soll sie gehen, wenn es ihr in Israel nicht passt.
In Deutschland mögen sich Deutsche und Türken oft nicht gerade freundlich begegnen. Seit dem Gaza – Krieg jedoch haben viele von ihnen einen gemeinsamen Feind: nämlich Israel.
In
Duisburg wurde das der ganzen Welt besonders gut vor Augen gehalten.
Bleiben diejenigen, die sich da nicht dem Antisemitismus hingeben und verstanden haben, dass Israel kein Kriegstreiber ist, sondern seine Einwohner verteidigt. Aber waren diejenigen, die sich dem Antisemitismus nicht anschlossen, schon immer in der Minderheit ?
Von Beginn an wurden die Juden in der Weltgeschichte klassifiziert. Antisemitismus setzte schon zur Zeit Avrahams ein als dieser noch in Ur Kasdim (im heutigen Irak) lebte und begann, nur EINEN G – tt anzubeten und nicht all die Götzen und König Nimrod um ihn herum. Wohin die Juden auch kamen, immer wieder wurden sie als "anders" angesehen. Vielfach ihrer Religion und Riten wegen. Aufgrund ihrer Sprache und auch ihrer Sitten, sich nicht unbedingt zu assimilieren.
Überraschen tut also der Antisemitismus keinesfalls, denn es wird ihn, bis zur Ankunft des Meschiach, auch weiterhin geben.
Fragt sich nur, wie sich so gute anständige Demokraten wieder dem alten Antisemitismus hingeben konnten, wo sie doch meinen, aus den Verbrechen des Dritten Reiches gelernt zu haben.