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Dienstag, 12. Juni 2012

Hass Graffitis im Yad Vashem

B"H

Es erstaunt mich, wie viele Leute nach Einzelheiten zu den gestern aufgetauchten Hass Graffitis im Jerusalemer Holocaust – Museum Yad Vashem googelten. 

Vielerseits steht in der israelischen Presse der Schuldige bereits fest: Super ultra – orthodoxe Juden, die sich einmal wieder antizionistisch äußern. Einige deutsche Nachrichtensites geiferten gleich mit, obwohl sie vom ultra – orthodoxen Judentum absolut keine Ahnung haben. Aber sobald es um Haredim (ultra – orthodoxe Juden) oder Siedler geht, ist die deutsche Presse immer mit ihrer gewohnten Hetze vorne dran. Da wird auch gar kein Unterschied zwischen nationalrelig. und ultra – orthodoxen Juden gemacht. Hauptsache, es geht gegen diese komischen Juden, die da so seltsame Klamotten tragen und noch leben wie vor 500 Jahren. Mit so komischen Ideologien. Thora und halt fundamentalistisch.

Tatsache ist, dass bisher noch kein Täter gefunden worden ist und alle Verdächtigungen auf Spekulationen beruhen. 

Warum diverse ultra – orthodoxe Juden sich gegen den heutigen Staat Israel aussprechen ? Einen kleinen Einblick vermittle ich hier:



Und einer der gefragtesten Artikel auf meinem englischen Blog, doch hier in einer deutschen Version: 



Allerdings warne ich davor, sich aus meinen Inhalten zum Antizionismus etwas herauszupicken und meinen, es zu verstehen. Das Thema ist recht lang und wer dazu mehr wissen will, der kann gerne bei mir oder bei kenntnisreichen Rabbinern nachfragen.  

Samstag, 3. September 2011

Filmbericht zur NETUREI KARTA

B”H 

Auf meinen religiösen “Hamantaschen – Blog” stellte ich einen Filmbericht zur antizionistischen Neturei Karta im ultra – orthodoxen Stadtteil Mea Shearim / Jerusalem. Außer Acht darf aber nicht gelassen werden, dass es in Mea Shearim zwei rivalisierende Neturei Karta gibt. Bei einer, jener größeren Gruppe, um die es im Filmbericht geht, war ich ab und zu in der Synagoge. Ihr “Anführer” Yoel Kroisz (im Video zu sehen) ist bei den Haredim (ultra – orthodoxen Juden) alles andere als beliebt und als Knallkopf verschrien.

Sonntag, 26. Juni 2011

Die NETUREI KARTA und das vereinigte JERUSALEM

B"H

Was das Judentum so furchtbar interessant und meschugge macht ist die Tatsache, dass sich ein jeder Jude gleichzeitig mit unzähligen Strömungen in den eigenen Reihen abgeben muss. Allein das führt nicht selten zu ausgesprochenem Chaos. Israelis sind da weniger zimperlich als Diasporajuden und nehmen nicht alles so tierisch ernst, was so auf jüdischen Tagesordnungen steht. Das zeigen auch wieder einmal die Kommentare auf der haredischen (ultra – orthodoxen) Site zu der nachfolgenden Meldung: Die antizionistische Neturei Karta (von der es ebenso mehrere Ausrichtungen gibt und NICHT nur DIE Neturei Karta) setzt sich einmal wieder in Szene und alles lacht und lästert.

Sämtliche Details zur Neturei Karta (Aramäisch für HÜTER DER STADT) auf Hamantaschen !




Viele Israelis sprechen sich vehement gegen eine Teilung Jerusalems aus, von welcher der eine Teil jüdisch und der andere arabisch sein soll. 77 % der Israelis sollen sich gegen den Barak Hussein Obama Plan entschieden haben, Israel in die Grenzen des Staates vor dem Sechs – Tage – Krieg im Juni 1967 zurückzuversetzen.

Die antizionistische NETUREI KARTA dagegen scheint so ihren eigenen Punkt gegen ein geteiltes Jerusalem klarzustellen. So will man ein ungeteiltes Jerusalem, allerdings ausschliesslich unter palästinensischer Herrschaft.




Liebe Neturei Karta Mitglieder ! 
Und wie lange plant Ihr eine Fortsetzung Eures Lebens unter palästinensischer Herrschaft ? Allein die Geschichte Jerusalems des 20. Jahrhunderts beweist uns, dass mehrere Pogrome gegen Juden stattgefunden haben. Wie, u.a. im Jahre 1919 im ehemaligen jüdischen Viertel außerhalb der Klagemauer. Heute gehört die Gegend zum Arabischen Altstadtviertel, findet aber allmählich zu den einstigen jüdischen Wurzeln zurück.

Samstag, 7. Mai 2011

Die jüdische Orthodoxie und der Holocaust, Teil 2


 Photo: Miriam Woelke

B”H

Nach dem Holocaust waren viele Juden froh, endlich einen eigenen Staat zugesprochen zu bekommen. Im Jahre 1948 war es soweit und Theodor Herzls Traum wurde Wirklichkeit. 

Mein Leben lang war ich froh über die Existenz des Staates Israel. Hätte unser Land schon zur Zeit des Dritten Reiches existiert, wäre sicherlich vieles anders verlaufen und sechs Millionen Juden wären wohl kaum umgekommen. 

Juden in der Galut (Diaspora) sind vielerseits große Verfechter Israels, können jedoch genau so viel Schaden anrichten. Insbesondere dann, wenn sie ihre eigenen Theorien verbreiten, welche mit dem Alltag in Israel absolut nichts zu tun haben.

Meine Israel”karriere” begann ich im Jahre 1987 als ich zum ersten Mal ins Land kam. Und wie soviele andere als Kibbutzvolontär. Eben mal so in den Semesterferien um das Land zu sehen und billig durchzukommen. Viele Kibbutzvolontäre kommen in der Annahme, man lerne aus dem Kibbutz heraus das Land Israel kennen. Ein Trugschluss und den bekam ich zu spüren als ich im Jahre 1995 nach Tel Aviv zog. Hinaus aus der behütenden Kibbutzblase und hinein in den Alltag des Großstadtdschungels.

Immer noch war ich pro – Israel eingestellt, doch die Ansichten sollten sich etwas verändern. 
Ich lernte viel über die israelische Geschichte und Gesellschaft und heute folge ich ganz sicher nicht mehr irgendwelchen blinden Idealen. Wer die hebräische Sprache spricht, sich in den hebräischen Medien informiert, hebräische Literatur liest und auch sonst alles in der Landessprache tut, erhält den originalen Eindruck des Landes. Meinungen, welche die anderssprachige Presse übergeht, denn jene Journalisten bekommen von diesem Part der Realität selten etwas mit.

Natürlich publiziert unsere Presse dieser Tage hunderte von Soldatenstories zum morgen abend beginnenden "Yom Hazikaron – Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Terroropfer". Sonntag abend wird es abends um 20.00 Uhr einen zweiminütigen Sirenenton geben genauso wie am Montag morgen um 11.00 Uhr. Viele Israelis betrachten den “Yom Hazikaron” als emotional wesentlich stärker als den “Yom Hashoah” am vergangenen Montag. Warum ? Weil Israel eine Armee ist. Kaum jemand war nicht Soldat gewesen und kann sich nicht damit identifizieren. Darüber hinaus aber glorifizieren viele Soldaten ihr Soldatendasein nicht und dafür gibt es Gründe, wie ich dieser Tage zu berichten plane.

Wer in Israel lebt und die hebräische Presse verfolgt, dem wird schnell bewusst, was sich wirklich in unserem Land abspielt. Wer mit wem in der Knesset verbandelt ist, welcher israelische Wirtschaftsmagnat welchen Einfluss auf die Politik nimmt, welche Anwälte und Richter hohen Einfluss nehmen, die Rolle der Künstler, des Obersten Gerichtshofes und warum wer oberster Richter wird und warum ein anderer scheitert. Die negative Seite der nationalreligiösen Bewegung, warum deren Rabbiner etwas verkünden und dann vor ihrer Meinung fliehen. Die Geschichte David Ben Gurions, die gestohlenen jemenitischen Kinder oder warum Ben Gurion samt Yitzchak Rabin ihre eigenen Landsleute an die Briten verpfiffen.

Heutzutage feiert die israelische Mehrheit den "Yom Ha'azma'ut - Unabhängigkeitstag" (Beginn am Montag abend - Dienstag) wie die Amerikaner ihren 4. Juli: Mit Grillparties im Garten oder in Parks. Der israelische Unabhängigkeitstag wurde schon längst zum nationalen “Mangal “Grill” Tag”. Natürlich gibt es auch Shows wie die militärische Flugshow über dem Strand von Tel Aviv oder das Riesenevent auf dem Kikar Rabin in Tel Aviv am Montag abend. Alles live fürs heimische TV. Nicht zu vergessen den ebenso live ausgestrahlten “Bible Contest” am Dienstag morgen. Jerusalems Sacher Park wird am Dienstag mit Grills überlaufen genau so wie der Tel Aviver Hayarkon Park.  

Obwohl ich für den derzeitigen Staat Israel bin, weiss ich doch, dass das nicht alles ist. Der Meschiach ist noch nicht da, aber immerhin haben die Juden nun einen Platz auf Erden, wo sie ohne Antisemitismus zu leben in der Lage sind. Irgendwie aber feiert jedes Grüppchen seinen Unabhängigkeitstag allein. Die Nationalreligiösen tun dies am Montag abend in der Großen Synagoge zu Jerusalem. Mit Service, Chor und dem traditionellen HALLEL – Gebet. Danach bewegt sich die Elite ins Untergeschoss zum geladenen Essen. 

Die Neturei Karta fackelt traditionell die israelische Flagge ab. Photographiert von der zionistischen Presse, welche die Neturei Karta sich nicht scheut, zu informieren. Public Relation muss sein !

Aber nicht jeder ultra – orthodoxer Jude ist gegen den Staat Israel, wie ich schon oft beschrieben habe und noch mehrmals tun werde ! 

Der derzeitige Staat Israel – JA, aber mit dem Bewusstsein, dass dies nicht unsere letztendliche Aufgabe bzw. unser Ziel ist, wie uns die Thora sowie der Talmud lehren. 

Wer den 63. Unabhängigkeitstag feiern will, der muss nach Tel Aviv kommen. Die Jerusalemer wissen in der Beziehung nicht zu feiern und die Party am Zion Square fällt stets recht dürftig aus. In Tel Aviv hingegen beginnt das große Feiertagsevent am Montag abend nach 20.00 Uhr. Am Dienstag werden das Ben Gurion House sowie das Gebäude in der Sderot Rothschild, in welchem Ben Gurion den Staat Israel ausrief, kostenlos zugänglich sein.

Sonntag, 18. April 2010

"Yom Ha'Azamot - Tag der Knochen"

B"H

Am Montag abend und Dienstag feiert Israel seinen 62. Unabhängigkeitstag. Fast jeder Israeli geht dann hinaus ins Freie, grillt oder unternimmt Ausflüge in die Natur.
Fast jeder Israeli, aber nicht alle !

Alljährlich kommen die üblichen Diskussionen auf, ob und warum zahlreiche Haredim in Jerusalems berühmten ultra - orthod. Stadtteil Mea Shearim, anderen haredischen Stadtteilen oder in Bnei Brak bei Tel Aviv den Unabhängigkeitstag ignorieren. Für viele haredische Richtungen ist es ganz einfach ein normaler Arbeitstag ohne Grund zum feiern. Vor allem Chabad, die Satmarer Chassidim sowie die Neturei Karta bezeichnen den Tag als "Tag der Knochen" und der Trauer. Die Bezeichnung "Tag der Knochen" ist ein hebräisches Wortspiel. Der Unabhängigkeitstag heißt übersetzt "Yom HaAzma'ut" und man hat ihn symbolisch in "Yom HaAzamot" umbenannt.

In Mea Shearim gibt es zwei große Gruppen, die den Staat Israel ablehnen: Die Neturei Karta sowie die Edah HaCharedit, eine Organisation bestehend vor allem aus Satmar, Toldot Aharon, Toldot Avraham Yitzchak, Spinka, Teilen Breslovs, Anhängern des Vilna Gaon sowie den Mischkenot HaRoim und Dushinsky. Die Neturei Karta in Mea Shearim besteht nur aus einigen wenigen Familien, welche meistens im und um Beit Hungarin (ein Hinterhof nahe Mea Shearim Street) leben. Ihre Blühtezeit erlebte sie in den fünfziger und sechziger Jahren zu Zeiten der Rabbis Amram Blau (Bloi) und Aharon Katzenellenbogen. Heute wie damals besitzt die Neturei Karta einiges an Einfluß auf die Edah. Nicht, dass sie dort selbst vertreten sind, sondern viel mehr durch die Satmarer Chassidim.

Israel könne nur wieder als eigenes Land gelten, wenn der Meschiach kommt, so die zwei Gruppen. Alles andere wie der heutige Staat Israel sei G - tteslästerung. Israel wird nicht mit weltlichen Gesetzen regiert, sondern folgend der Thora und der Halacha (dem jüd. Religionsgesetz). Außerdem werde nur im Israel des Meschiach die hebräische Sprache benutzt. Dies ist der Grund, warum heute viele chassidische Gruppen im Alltag fast nur auf Jiddisch kommunizieren.

Die Neturei Karta, Satmar, Toldot Aharon u.a. sind dafür bekannt, dass sie KEINE israel. Busse (Egged) benutzen. Sie verfügen über eigene Krankenkassen und VERWEIGERN die israel. Sozialhilfe. Finanziert werden sie vor allem von anderen Chassidim aus den USA.
Wer am Unabhängigkeitstag durch die Straßen Mea Shearims geht, der sieht keinerlei israel. Flaggen ausgehängt. Nichts deutet auf einen Feiertag hin. 200 Meter weiter, in der Jaffa Road, sind die Feiern in vollem Gange, doch am Kikar Schabbat, in Malchei Israel und Mea Shearim Street ist von all dem nichts zu spüren. Einige wenige Geschäfte sind geöffnet und man sieht Schulkinder aus der Schule kommen.


Viele Jahre lang feierte ich den Unabhängigkeitstag fast genauso wie alle anderen Israelis auch. Mittlerweile aber hat sich das gelegt, was auf zwei Gründen basiert: Erstens lernte ich zwischenzeitlich eine Menge über die Gründe des Antizionismus und zweitens stellt man sich nicht selten die Frage, was eigentlich in unserem Land vorgeht und ob wir auf alles so stolz sein können. Statt vor dem Feiertag abends in die Große Jerusalemer Synagoge zu gehen, Hallel zu sagen (Psalmen 113 - 118), die Rede des aschkenazischen Oberrabbiners zu hören und dem Chor zu lauschen, beschränke ich mich auf einige wenige Kulturveranstaltungen. In diesem Sinne bin ich wohl kein überragender israelischer Patriot, dennoch bin ich froh, dass Juden ihr eigenes Land besitzen. Schon allein des ewig steigenden Antisemtismus im Ausland wegen, wo Israel den idealen Zufluchtsort bildet. Dennoch frage ich mich, ob ausgelassene und teilweise chaotische Feiern wie morgen abend auf dem Jerusalemer Zion Square (Kikar Zion) a la wildes Popkonzert etwas mit dem Unabhängigkeitstag zu tun haben. Feiern ja, doch ich denke, wir sollten gleichfalls G - tt fuer unser Land danken !

Nach ihrer Vertreibung aus Gush Katif weigerten sich sogar viele Nationalreligiöse die Unabhängigkeit zu feiern. Dann kam Olermt und alles wurde noch fraglicher. Korruption und Linke. Ist Israel ein Land, in dem sich ein relig. Jude wohlfühlt ? Nun haben wir Bibi Netanyahu und ich gebe zu, dass er das kleinere Übel gegenüber Zipi Livni ist.

Sonntag, 7. März 2010

Der kleine antizionistische Unterschied

B"H

Fast den ganzen Schabbat verbrachte ich im ultra - orthodoxen Jerusalemer Stadtviertel Mea Shearim und lernte, dass meine Freunde, obwohl antizionistisch, absolute Gegner der so bekannten "Neturei Karta" sind. 

Viele Menschen kennen den Unterschied nicht und meinen, die "Neturei Karta" sei halt die "Neturei Karta", wo man 24 Stunden am Tag die israelische Flagge verbrennt.
Dem ist gewiss nicht so und allein in Mea Shearim befinden sich zwei gänzlich verschiedene Neturei Karta Gemeinden. Beide Gruppen allerdings erfreuen sich bei allen anderen Bewohnern nicht allzu großer Beliebtheit, denn der Antizionismus der Neturei Karta schaut so aus, dass sie die Araber an der Regierung wollen. Weitere antizionistische Gruppierungen wie die Toldot Aharon etc. lehnen dagegen eine Herrschaft der Araber über das Heilige Land (Eretz HaKoidesch) ab und sehen jegliche nichtjüdische, doch nicht arabische, Regierung / Herrschaft über das Land als ideal. Jedenfalls solange, bis der Meschiach kommt.

Freitag, 5. März 2010

Vorurteil Nummer EINS gegenüber Mea Shearim

B"H

Das weit verbreiteste Vorurteil über den bekanntesten, doch lange nicht einzigen, Jerusalemer ultra - orthodoxen Stadtteil MEA SHEARIM (übersetzt: 100 Tore) lautet, dass die dort lebenden Haredim (Ultra - Orthodoxe) ALLES Antizionisten seien.

Wenn ich solch eine Behauptung von Touristen, Journalisten oder selbst unwissenden Israelis höre, dann geht mir jedesmal die Hutschnur hoch.
Die erste Frage sollte sein, was eigentlich ANTIZIONISMUS ist und was genau er beinhaltet.

Die zweite Frage sollte sein, aus welchen Gruppierungen sich der Stadtteil zusammensetzt. Nicht alle Gruppen / Ausrichtungen sind gleich und innerhalb Mea Shearims befinden sich viele kleine Hinterhöfe, die nochmals ihre eigene Welt bilden. Der berühmteste dürfte der "Batei Hungarin - Ungarische Häuser" sein. Ein Hof, der sich weit ausstreckt und in dem viele Neturei Karta, Toldot Aharon, Brisk oder Satmar Anhänger leben. Wer mehr dazu erfahren will, der schaue in meinen chassidischen Blog !

In Mea Shearim gibt es alles. Wilde Extremisten, Angepasste (an welche Richtung auch immer), chassidische Gruppen, die Geld vom Staat Israel bekommen und an den Knessetwahlen teilnehmen, chassidische Ausrichtungen sowie die litvisch - haredischer Brisker, die kein Geld vom Staat Israel annehmen. Zum Beispiel lehnen die Toldot Avraham Yitzchak, die Toldot Aharon oder die chassidische Gruppe Dushinsky jegliche finanzielle Hilfe vom Staat Israel ab. Dafür zahlen sie einen hohen Preis, denn sie müssen sich ausschliesslich von Spenden finanzieren. Diese wiederum erfolgen nur von Juden ! Und zwar von Juden, die den Schabbat halten und absolut religiös leben.

Manche Besucher meinen, eben mal so eine knappe Stunde durch Mea Shearim zu laufen und dann kennen sie sich super aus. Grundsätzlich kann ein Tourist das tun, doch sollte er sich, mehr oder weniger auf der Hauptstrasse bewegen und nicht in die Hinterhöfe oder den Markt gehen. Falls ja, dann überaus anständig gekleidet. Männer mit langen Hosen, langärmligen Hemden oder Jacke und Kipa. Frauen im langen Rock und langärmlig. Christliche Missionare sind unerwünscht und werden schnell hinausgeworfen.

Einfach nur so in den Hinterhöfen umschauen, ohne festes Ziel, empfehle ich nicht. Vor allem nicht am Schabbat. Frauen sollten keine Männer ansprechen und Männer keine Frauen. Kinder sollte man überhaupt nicht ansprechen, denn dann wird man automatisch für einen christlichen Missionar gehalten, der sich an die Kinder heranmacht. Mea Shearim hat da so seine Erfahrungen.

Durchgehen, kurz in der Hauptstrasse umschauen und dabei sollte es der Tourist belassen. Die Synagogen sollten nur von HALACHISCHEN Juden besucht werden. Hier wird nachgefragt, wer derjenige ist, der da die Synagoge betritt.

Aber nicht nur Touristen können auf Probleme stossen, sondern auch israelische Nationalreligiöse. Zionistisch - religiöse Juden a la Siedler etc. Zwar werden die Siedler als wichtig angesehen, doch gab es innerhalb des vergangenen Jahres häufig Probleme mit nationalreligiösen (Mizruchnikim) jungen Leuten, welche am Schabbat Mea Shearim besuchten. Hierbei vor allem mit den Mädchen, die da in Synagogen rannten, sich in einer riesen Schar niederliessen, gar nicht wussten, bei welcher chassidischen Gruppe sie sich befanden, zu singen begannen und die Mitglieder der Toldot Aharon sowie der Toldot Avraham Yitzchak dumm anmachten. Sie fingen an mit den Antizionisten zu streiten; keine Ahnung, was das ist, aber ihr Gelaber von sich gaben. Das Resultat war, dass die Toldot Avraham Yitzchak Frauen schon lange nicht mehr mit jungen nationalrelig. Besucherinnen kommunizieren und die Toldot Aharon mehr Wert auf haredische Besucher oder sogar säkulere Juden legen als auf die Nationalreligiösen.

Auf alle Fälle sollte man nicht nach Mea Shearim kommen, und die Bewohner mit irgendwelcher Meinungsmache "beglücken". Gespräche ergeben sich mit Besuchern nur unter gewissen Umständen. Meist oberflächlich, es sei denn, man wird zu einem Schabbat eingeladen und macht Bekanntschaften. Aber auch hier bevorzugen die Bewohner haredische Studenten und keine Nichtjuden oder Nationalreligiösen. Man kann zwar einmal hier und dort eingeladen werden, doch Dushinsky, Brisk, Satmar, Toldot Aharon, etc. bevorzugen haredische Besucher. Karlin - Stolin ist offener und einige Chassidim machen etwas auf Outreach. Bei anderen Gruppen hingegen geht es etwas strenger zu. Teilweise aus schlechten Erfahrungen heraus.

Was weniger bekannt ist, ist die gewaltige "Chesed - Hilfsbereichtschafts - Welle", die durch die haredische Gesellschaft rollt. Dem Stadtteil fehlt es gewiss nicht an Armut und überall sind Suppenküchen oder finanzielle Hilfsorganisationen zu finden.



Suppenküche bei "Linat HaChesed" im Markt von Mea Shearim. Die Suppenküche wird von den chassidischen Gruppen Breslov und Toldot Avraham Yitzchak geleitet und ich betreibe derweil etwas Fundraising für die Organisation. 10,000 Essenspakete wurden an Bedürftige an Purim ausgegeben und jetzt steht Pessach unmittelbar vor der Türe.



Ausgabe von Schabbatbroten (Challot) an Bedürftige



Kleiderausgabe



Die Suppenküche



Das Fertigmachen von Essenspaketen



Essenausgabe

Donnerstag, 5. Februar 2009

"Wählen verboten !" - Die Antizionisten und die Knessetwahlen


B"H

Kann sein, dass ich dem ein oder anderen mit meinen Wahlberichten auf den Geist gehe. "Politik ?"
"Igitt, ist doch alles lahm !"

Wie auch immer, die am kommenden Dienstag in Israel stattfindenden Knessetwahlen sind DAS Thema in unserem Land. Und das, obwohl der öffentliche Wahlkampf, sprich Wahlplakate überall und so, nie so richtig in Gang kam.

Die Politiker beschuldigen sich zwar gegenseitig der Unfähigkeit, doch mit Plakaten vollgeklebte Häuserwaende sieht man eher selten. Höchstens in Tel Aviv, Kreuzung Tel Aviv / Ramat Gan / Diamantenbörse. Ansonsten herrscht Plakatmässig völlig tote Hose.

Hier ein Thema, welches man im Ausland vielleicht weniger wahrnimmt:

Die Antizionisten und die Knessetwahlen

Mit dem jüdisch - religiösen Antizionismus an sich habe ich mich in der Vergangenheit sehr ausgiebig beschäftigt und einige Artikel dazu verfasst. Wobei stets zu unterscheiden ist, dass da die extremen Antizionisten (
Neturei Karta), gemässigtere sowie jene, die zwar gegen den Staat Israel sind, doch trotzdem wählen gehen, existieren. Ergo, nicht jeder Antizionist ist gleich.

Die Neturei Karta wird gerne verallgemeinert, doch ist gerade KEIN Mitglied der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit" im Jerusalemer Ultra - Viertel Mea Shearim.

Nebenbei bemerkt, Jerusalem besitzt viele ultra - orthodoxe Stadtviertel und nicht nur Mea Shearim.


Die Chassidim der Toldot Aharon - Gruppe. Extrem antizionistisch, doch weniger als die Neturei Karta und Mitglied der Edah HaCharedit.

Sonntag, 25. Januar 2009

Antisemitismus in Europa auf dem Vormarsch


Graffiti aus Zürich
Photo: Jewish Agency & Ynet


B"H

Wen überrascht es noch groß: Insbesondere seit dem Gazakrieg befindet sich der Antisemitismus einmal wieder im Aufswärtstrend. Und das ganz legal und ohne jegliche Scham, denn schließlich protestiert man ja diesmal gegen die "Nazi - Juden", die es da wagen, es den Hamas - Terroristen ("Friedenskämpfern") einmal tüchtig zurückzugeben. Wie können Juden es überhaupt nur wagen, aus ihrer Opferrolle zu wachsen ?

Die Mehrheit der Europär hat keine Ahnung vom Judentum oder Israel, doch meint, in das Kampfgeschrei der Palästinenser miteinstimmen zu müssen. Endlich einmal raus aus der Täterrolle und seit dem Gazakrieg wird jetzt endgültig zurückgeschrien !

Meine Güte, was bin ich doch froh in Israel zu leben, womit mir das Gegröhle gegen Israel im Ausland erspart bleibt !



Links:

Barcelona sagt Holocaust - Gedenktag ab

http://hamantaschen.blogspot.com/2009/01/barcelona-sagt-holocaust-tag-ab.html

Antisemitismus auf dem Vormarsch

Samstag, 24. Januar 2009

UNO verbannt Israelrede

B"H

Ein jeder, der sich dieses Video anschaut, sollte sich der anti - israelischen Politik der UNO bewusst werden.

Freitag, 16. Januar 2009

Die neue - alte Mode: "Antisemitismus"


Israel als Rechtfertigung der eigenen nazistischen Vergangenheit ?


B"H

Zu unserer Zeit ist es manchmal recht schwierig, den Antisemitismus vom Israelhaß zu unterscheiden oder zu definieren. Vielleicht gibt ja dieser Artikel, den ich vor ca. einem Monat verfasste, mehr Aufschluß auf eine befriedigendere Antwort.

In der heutigen Schabbatausgabe der israel. Tageszeitung MAARIV finden wir in einer der Beilagen einen Kommentar des aus London schreibenden Nadav Eyal.

Seit Beginn des derzeitigen Krieges in Gaza gab es allein in Frankreich 55 antisemitische Übergriffe. In aller Welt finden Demonstrationen gegen Israel statt.

Nur nebenbei gefragt:
Wo blieben eigentlich die weltweiten Demos als die Negevstadt Sderot acht Jahre lang mit Kassam – Raketen aus Gaza beschossen wurde ? War da ein Aufschrei gegen palästinensische Hamas – Terroristen zu hören ? Wo war die Welt als eine Kassam - Rakete neben dem achtjährigen Oscher Twito einschlug und dieser dabei ein Bein verlor ? Warum gibt es immer nur Demonstrationen gegen Israel und kaum welche gegen den islamischen Terrorismus ? Warum wird gegen ein kleines Land, welches seine Existenz sichern will und sich gegen kriminelle Gewaltakte wehrt, demonstriert ? Und inwieweit unterscheidet man im Ausland überhaupt zwischen Juden und Israelis ?

Nicht Jude ist Israeli, sondern logischerweise nur derjenige, mit israelischem Paß, so wie ich. Müsste ich daher bei einem derzeitigen eventuellen Deutschlandbesuch mit der doppelten Antisemitismuskeule rechnen ? Wem darf ich denn im Ausland noch sagen, dass ich aus Israel komme oder Jude bin ?
Fragen die einen nur nachdenklich stimmen können, nach all dem was im Tausendjährigen Reich geschehen ist. "Nie wieder", hieß es in all den Jahren danach und heutzutage kommen genaus wieder jene alten, fast Streicher – Stürmerartigen Ressentiments wieder auf.

Da gibt es, wie Nadav Eyal schreibt, denjenigen Antisemtiten, der alles auf die Juden schiebt. Egal was, an allem sind die Juden schuld. Ist doch ganz klar, oder ?
Auch bei der derzeitigen Weltwirtschaftskrise müssen wir wieder herhalten und wenn dann noch so jemand wie Madoff daherkommt, wird der Antisemit auch noch bestätigt. "Siehste, das sind doch die Juden !"

Eine weitere Antisemitismus – Kategorie sieht Eyal in fanatischen Islamisten, die auch aufgrund des Gaza – Krieges auf andere Bevölkerungsteile überspringt. "Schaut Euch an, Leute. Ihr werdet unbewusst zum Antisemiten, meint aber zu glauben, Israel sei ja an allem schuld".

Den relativ neuen Antisemiten finden wir innerhalb der linken Szene. Da will man gegen das Unrecht auf der Welt kämpfen, verbrüdert sich allerdings gleichzeitig, gewollt oder ungewollt, mit dem islamischen Terrorismus. Aber sind wir das in Deutschland nicht eigentlich schon von der RAF gewohnt ? Was war mit den Fischers und Arafat ?

Seitdem sich Moslems immer mehr in allen Teilen der Welt ausbreiten, erheizen diese die Stimmungen in ihren neuen Heimatländern. Da hat ein christlicher Deutscher oder Schweizer einen muslimischen Freund und was der so erzählt, das muss schon seine Richtigkeit haben. Und Juden bzw. Israelis sind eh unsympathisch, fanatisch relig. und irgendwie seltsam fremd.
Angeheizt aber werden die Diskussionen genauso von einer links eingestellten Presse (TAZ) oder anderweitigen Presseorganen, die da meinen, so objektiv zu sein. Jahrelang schon pflanzen die die Saat, die nun aufzugehen scheint, sind sich jedoch keiner Schuld bewusst.

Aber auch in Israel meinen einige Linke gegen den Krieg in Gaza demonstrieren zu müssen. Bei solchen Leuten frage ich mich stets, wieso sie nicht nach Gaza oder Ramallah ziehen und sich dort niederlassen ? Zumindest war eine Talli Fachimah ehrlich, denn sie wollte (oder will noch) in Ramallah oder Schechem (Nablus) leben. Hier allerdings läßt sie unsere Staatsgewalt nicht ausreisen. Wieso eigentlich nicht ? Soll sie gehen, wenn es ihr in Israel nicht passt.

In Deutschland mögen sich Deutsche und Türken oft nicht gerade freundlich begegnen. Seit dem Gaza – Krieg jedoch haben viele von ihnen einen gemeinsamen Feind: nämlich Israel.
In Duisburg wurde das der ganzen Welt besonders gut vor Augen gehalten.

Bleiben diejenigen, die sich da nicht dem Antisemitismus hingeben und verstanden haben, dass Israel kein Kriegstreiber ist, sondern seine Einwohner verteidigt. Aber waren diejenigen, die sich dem Antisemitismus nicht anschlossen, schon immer in der Minderheit ?
Von Beginn an wurden die Juden in der Weltgeschichte klassifiziert. Antisemitismus setzte schon zur Zeit Avrahams ein als dieser noch in Ur Kasdim (im heutigen Irak) lebte und begann, nur EINEN G – tt anzubeten und nicht all die Götzen und König Nimrod um ihn herum. Wohin die Juden auch kamen, immer wieder wurden sie als "anders" angesehen. Vielfach ihrer Religion und Riten wegen. Aufgrund ihrer Sprache und auch ihrer Sitten, sich nicht unbedingt zu assimilieren.

Überraschen tut also der Antisemitismus keinesfalls, denn es wird ihn, bis zur Ankunft des Meschiach, auch weiterhin geben.
Fragt sich nur, wie sich so gute anständige Demokraten wieder dem alten Antisemitismus hingeben konnten, wo sie doch meinen, aus den Verbrechen des Dritten Reiches gelernt zu haben.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Islamischer Antisemitismus




B"H

Fort Lauderdale / Florida und nicht Gaza.
Hier das beste Beispiel, was man sich mit radikalen Palästinensern und überhaupt Moslems ins eigene Land holt und welche Gefahren diese Einwanderungen mit sich bringen. Gefahren, denen sich der Normalbürger auf den ersten Blick nicht immer sofort bewusst ist.

An die Pali - Dame, die hier so wild nach den "Auschwitz Öfen" schreit:
"Ich dachte immer, der Holocaust sei nur eine zionistische Lüge und frei erfunden. Wie kommt es dann, dass Sie nach der Massenvernichtung der Juden schreien, wenn doch nur das paläst. Volk vor dem "Völkermord" steht ?

Samstag, 15. November 2008

Goethe-Institut unterstützt Gewalt-Rapper

B"H

Die Site der "Political Incorrectness" berichtet Erstaunliches. Und das, obwohl sich ausgerechnet die beiden Goethe - Institute in Jerusalem und Tel Aviv so israelfreundlich geben wollen. Das dem jedoch nicht immer so ist, beweist schon allein die überaus hohe Teilnahme von Palästinensern an den angebotenen Deutschkursen.

Wenn ich als Israeli Deutsch lernen wollen würde, denn täte ich mich nicht gerade ans Goethe - Institut wenden, wo ich mit einer palästinensischen Mehrheit die Schulbank im Abendkurs drücke.

http://www.pi-news.net/2008/11/goethe-institut-unterstuetzt-gewalt-rapper/

Und jetzt auch noch das ...

Mittwoch, 17. September 2008

Judentum gegen Zionismus




B"H

Laut einem aktuellen Ynet - Bericht Ynet, nahmen heute nachmittag 15 Mitglieder der antizionistischen Neturei Karta an einer Demonstration gegen den israelischen Sicherheitszaun teil. Die Demo selbst fand im palästinensischen Dorf Naalin in der West Bank statt.

Obwohl es die antizionistische Neturei Karta liebt, ihre Sympathie für die Palästinenser zu bekunden, glaube ich kaum, dass derlei Ideologie tatsächlich dahinter steht. Vielmehr geht es der extremen Gruppe um ihre eigenen Ziele, die da lauten, einen zionistischen Staat verhindern zu wollen, damit der Meschiach kommen und einen relig. Staat aufbauen kann. Solange der derzeitige säkulere Staat Israel existiert, schickt G - tt den Meschiach nicht.

Falls die Neturei Karta dennoch wahre Sympathie für die Palästinenser empfindet, frage ich mich, wie sich solche Leute überhaupt Juden nennen können.

Und gesetz dem Fall, dass der eigenen antizionistischen Ideologie gefolgt wird, hier eine Erklärung:


Der talmudisch begründete Antizionismus

Kleiner Überblick - Die Neturei Karta


Überhaupt wäre es interessant zu erfahren, wer bei der Neturei Karta hinter der erneuten Aktion steckt.

Anmerkung: Wer heute "Neturei Karta" sagt, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Organisation sich aus unterschiedlichen Strömungen (Richtungen) zusammensetzt und nicht nur eine einzige Einheit repräsentiert.

Und wer war in Naalin verantwortlich ?

Die eher als moderat angesehene Neturei Karta aus der "Torah veYirah" Synagoge in Mea Shearim oder die fanatische Abspaltung des Rabbi Israel Hirsch (Sohn des Rabbi Moshe Hirsch), welcher selbst in Mea Shearim auf keine besondere Beliebtheit stößt ? Oder gar eine dritte Gruppierung ?